Eine Erzählung, die niemanden kalt lässt, sondern berührt und bewegt.
Wintertöchter"Die Gabe" ist der Auftakt der Wintertöchter-Trilogie. Es ist eine Geschichte über drei sehr bemerkenswerte Frauen in den Bergen Österreichs, die sich in den ersten Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges ...
"Die Gabe" ist der Auftakt der Wintertöchter-Trilogie. Es ist eine Geschichte über drei sehr bemerkenswerte Frauen in den Bergen Österreichs, die sich in den ersten Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges lernen müssen sich durchzuschlagen und zu gegenüber der Männerwelt zu behaupten. Sie sind dabei weitestgehend auf sich allein gestellt. Barbara und Marie haben ein beinahe Geschwister ähnliches Verhältnis. Am späten Abend spürt Marie, daß ihr Kind früher als erwartet zur Welt kommen wird. Sie schickt ihren Mann Toni ins Tal, um die Hilfe der Hebamme Barbara zu erbeten. Doch Toni taucht in dieser Nacht nicht mehr mit Barabara bei Marie auf, so daß diese ihr Kind alleine zur Welt bringen muß. Barbara gelingt es am zweiten Tag nach der Geburt der kleinen Anna, das Leben von Frau und Kind zu retten. Binnen kürzester Zeit stellt sich heraus, daß Anna mit einer besonderen Gabe zur Welt gekommen ist, die sie mit Barabara teilt. Barbara versucht, so gut es eben geht, Anna bei der Handhabe ihrer Gabe zu unterstützen und sie zu unterweisen. Als Annas Mutter, Marie, dann den Wanderer und Schmuggler Roman kennen und lieben lernt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Der Roman von Mignon Kleinbek packt seine Leser/innen von Seite 1 an und lässt sie auch bis zum Ende nicht mehr los. Ganz im Gegenteil. Während der Lektüre erleben wir eine Berg- und Talfahrt der Gefühle zwischen Erleichterung, Bewunderung, Angst, Schmerz, Freud und Leid, die uns tief mit in die Erzählung hineinziehen. Wir spüren die Härte des Alltags der drei Frauen, die ihnen die schwere Arbeit alleine auf ihren Höfen abverlangt. Die Wärme und Herzlichkeit der Drei untereinander verschafft uns dann wiederum immer mal wieder eine nötige Pause, um Luft zu holen und erfüllt uns mit Freude und Dankbarkeit.
Sehr gelungen ist auch der permanente Perspektivenwechsel zwischen dem Erzählstil aus Sicht der beschreibenden Autorin und aus Annas Betrachtung und Erzählung in der Ich-Form. Dadurch erlangen wir Leser/innen eine noch engere Beziehung zu Anna und können noch besser ihre wechselnden Gefühle und die schwierige Beziehung zu ihrer eigenen Gabe verstehen.
Dieser Roman - als Auftakt zu der Wintertöchter-Trilogie - ist eine wunderbare Kombination aus lebendiger österreichischer Kriegsjahre-Geschichte und der sehr schön darin eingebetteten fiktiven Erzählung über ein bemerkenswertes Frauenschicksal.
Allen Leser/innen, die es lieben, spannend erzählte Romane über Schicksale von Menschen zu lesen und dabei sich durchaus auch im Genre historischer Romane zu Hause fühlen, kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es im zweiten Band mit Anna, Marie und Barbara weitergehen wird.