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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2026

Atemlose Spannung

15 Sekunden
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Ein Thriller wie eine wilde Jagd. Atemlos, packend und rasant. Die Gerichtsmedizinerin Farah gerät auf der Rückfahrt einer Feier in einen Unfall. Ein Mann steht plötzlich auf der Straße und sie kann nicht ...

Ein Thriller wie eine wilde Jagd. Atemlos, packend und rasant. Die Gerichtsmedizinerin Farah gerät auf der Rückfahrt einer Feier in einen Unfall. Ein Mann steht plötzlich auf der Straße und sie kann nicht mehr bremsen. Was hat der Mann in einer kalten, regnerischen Nacht dort draußen gemacht? War er Jäger oder Gejagter? Nach und nach entblättert sich ein Rätsel um verschwundene junge Menschen und grausame Verbrechen. Der Schreibstil ist packend und die Figuren sind einnehmend. Farah, Wase und der geheimnisvolle Lars. Was mich ein bisschen stört sind die ein oder anderen Fährten, die zur Verwirrung gelegt, aber nicht aufgelöst werden. Auch das Motiv der Taten kommt erst ganz zum Schluss ans Licht. Das wirkt etwas konstruiert. Dennoch habe ich das Buch mit viel Nervenkitzel sehr gern gelesen und freue mich auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

Überragend

Die Riesinnen
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Was für ein wundervolles Buch. Eines, das berührt, aber auch Mut macht und den Leser an seine Wurzeln erinnert. Im Mittelpunkt stehen drei eigenwillige, starke Frauen aus drei Generationen. Großmutter, ...

Was für ein wundervolles Buch. Eines, das berührt, aber auch Mut macht und den Leser an seine Wurzeln erinnert. Im Mittelpunkt stehen drei eigenwillige, starke Frauen aus drei Generationen. Großmutter, Mutter und Enkelin. Alle drei groß, hager und vor allem zäh. Alle drei haben mit den Zwängen, Vorurteilen und Herausforderungen ihrer Zeit zu kämpfen. Dabei ist Liese, die Großmutter, sicher die, die es am schwersten hatte. In einer Zeit, in der Frauen ihren Männern zu gehorchen hatten, meist nicht arbeiteten und vor allem für Haus und Hof verantwortlich waren. Als der Mann stirbt, steht Liese vor dem Nichts. Es gelingt ihr aber, sich und ihrer Tochter Cora ein eigenständiges und vor allem unabhängiges Leben aufzubauen. Sie übernimmt, entgegen aller Widrigkeiten, die Metzgerei ihres Mannes. Sie beißt sich durch, ist stark und unbeugsam. Cora ist ein eigenwilliges Kind, das mit sich allein am glücklichsten ist. Als junge Erwachsene bricht sie aus dem für sie zu eng gewordenen Zuhause aus. Sie bricht auf eine Reise durch Europa auf, besucht Paris, Amsterdam und schließlich Italien. Dieser Teil des Buches steht in sehr großem Kontrast zum ersten Teil. Das wilde, rebellische Leben der jungen Gemeinschaft in den Straßen und Gassen der europäischen Großstädte auf der einen Seite, auf der anderen, der beständige, Schwarzwald, die Gemächlichkeit und Enge des Dorfes. Cora gelingt es, endlich, Freundschaften zu schließen. Sie verliebt sich und wird schließlich schwanger. Sie kehrt nach Hause zurück, doch nicht als gescheiterte oder gebrochene, sondern als mutige Frau, die ihr Leben in die eigene Hand genommen hat. Cora berührt mich wirklich sehr. Ihre verlorenen Hoffnungen und Träume und ihre Stärke, das Leben so zu akzeptieren, wie es nun mal ist. Dies auch eine Fähigkeit, die die Großmutter Liese auszeichnet. Nicht zu hadern, nicht zurück zu schauen, seinen Weg beharrlich zu gehen trotz aller Schwierigkeiten. Die Enkelin Eva schließlich hüpft und springt durchs Leben, schließt schnell Freundschaften und ist im Wald zu Hause. Als sie nach der Schule zum Studieren die Heimat verlässt, fühlt sie sich verloren und kommt nirgendwo so richtig an. Eva, der die ganze Welt offen steht, weiß nicht wohin. Die unterschiedlichen Lebensumstände und -träume der verschiedenen Generationen sind in diesem Buch besonders gut eingefangen. Das Unverständnis der Mutter für den Lebensweg der Tochter, aber das Urvertrauen und die Liebe der drei Frauen zueinander. Alle drei gehen ihren Weg, behaupten sich, erleiden Niederlagen und müssen wieder neu anfangen. Es gibt viele weitere Figuren in diesem Buch, die sehr eindringlich beschrieben sind. Manche treten auf und schnell wieder ab, andere haben einen festen Platz, sind tief in der Handlung verwurzelt. Das Schreibstil ist eindringlich, bildhaft und sehr besonders. Der Autorin gelingt es, die Kraft der Natur, der Heimat und der Frauen in ihre Sprache zu übertragen. Das macht das Besondere an diesem Roman aus. Er schleicht sich ins Herz, klingt nach und schafft mit seinen ungewöhnlichen, aber äußerst liebenswerten Charakteren, eine ganz besondere Nähe. Das wunderschön gestaltete Cover verbindet die fast mystische Aura der Frau und die Kraft des Waldes und passt somit wunderbar zum Inhalt. Für mich bisher eines der Lese-Highlights des Jahres. Eine absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Hungrig nach Macht

Die Liebeshungrigen
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Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Ich habe bereits Bücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Auch hier sprechen mich die Kurzbeschreibung und auch der Schreibstil sehr ...

Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Ich habe bereits Bücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Auch hier sprechen mich die Kurzbeschreibung und auch der Schreibstil sehr an. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich mit den Figuren nicht anfreunden kann. Ich kann zu keiner Figur irgendeine Art von Nähe aufbauen, die meisten Charaktere sind mir schlicht unsympathisch, einige stoßen mich im Handlungsverlauf regelrecht ab. Dabei würde ich dies gar nicht am Geschlecht festmachen, die Frauenfiguren, die mir anfangs noch etwas zugänglicher erschienen, können mich auch nicht erwähnenswert fesseln. Ihr Schicksal und ihre Entwicklung haben mich anfangs noch interessiert, sind mir aber ab ungefähr der Mitte des Buches tatsächlich egal. Jeder scheint nur an sich zu denken, kreist nur um sich selbst. Die Beziehung, das Gegenüber wird vor allem gebraucht, um sich selbst zu bestätigen und in den Mittelpunkt zu stellen. Laut Titel sind sie liebeshungrig, mir scheint es, als wären sie lediglich hungrig nach Anerkennung und Macht. Ich habe das Buch trotzdem zu Ende gelesen, da ich die Problematik grundsätzlich interessant finde. Ich hätte mir aber zumindest ein oder zwei Figuren gewünscht, mit denen ich hätte mitfühlen und mitleiden können. Einzig Marianne, als starke, aber im Inneren tief verletzte Ex-Ehefrau kann hier einige positive Akzente setzen. Was ich für mich ebenfalls nicht erschließt, sind die Passagen die Lehman in sein Diktiergerät spricht. Sie sollen tiefere Einblicke in seinen Seelenleben, seltene Momente der Wahrheit darstellen, wirken für mich aber oft viel losgelöst zum eigentlichen Handlungsverlauf. Seine Äußerungen drehen sich auch immer nur im Kreis. Es geht um Machtverlust, die Sinnlosigkeit des Lebens nach der Politikkarriere und um die Sehnsucht nach Alkohol. Das ist tatsächlich ein großes Problem, für mich dreht sich dieser Punkt aber immer nur im Kreis. Ich denke, das Buch wirft einen tiefen und wahrhaftigen Blick auf die Gesellschaft und die sozialen Schichten in Frankreich und sicher auch in anderen Wohlstandsländern. Es kommt für mich aber zu keinem Ergebnis und wabert so vor sich hin. Es werden für meinen Geschmack auch zu viele Themen vermischt: Alkoholsucht, Machtmissbrauch, Me-Too im Filmgeschäft und letztlich sogar noch Frauen in den Wechseljahren, ein Thema, dem man sich aktuell sowieso kaum entziehen kann. Frauen über 50 werden nicht besetzt, nicht gesehen, nicht geschätzt. Mir persönlich ist es zu viel. Es ist sehr schade, da ich große Erwartungen an das Buch hatte, aber dieses Mal hat es für mich einfach nicht gepasst.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Eine meisterhaft arrangierte Reise in die Welt der Kunst

The Artist
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Dieses Buch ist ein Schatz, der den Leser in die wunderbare Landschaft Südfrankreichs in das Jahr 1920 führt. Der Kunst-Journalist Joseph begibt sich in einen kleinen, verschlafenen Ort in der Provence, ...

Dieses Buch ist ein Schatz, der den Leser in die wunderbare Landschaft Südfrankreichs in das Jahr 1920 führt. Der Kunst-Journalist Joseph begibt sich in einen kleinen, verschlafenen Ort in der Provence, um ein Interview mit dem zurückgezogen lebenden Künstler Tartuffe zu führen. Der abweisende Maler lässt Joseph widerstrebend bei sich wohnen, allerdings nur, weil dieser ihm Modell für sein nächstes Bild sitzen soll. Joseph ist überwältigt, dem mysteriösen Meister, der sich vor vielen Jahren aus der Kunstwelt zurückgezogen hat, näher zu kommen. Doch Tartuffe ist unberechenbar. Mal herrisch, mal in sich gekehrt, mal überraschend zugänglich und dann wieder egozentrisch, gelangweilt und verschlossen wie eine Auster. Der Maler teilt sich das Haus mit seiner Nichte Ettie. Die junge Frau ist ebenso verschlossen, beinahe abweisend und doch sehr sensibel. Wie ein Geist bewegt sie sich durch das Haus, beschafft Pinsel, arrangiert die Motive, bestellt die Farben, liest Briefe vor, ist das Mädchen für alles. Die Beziehung zwischen Onkel und Nichte ist besonders. Nähe, Wut, Liebe und Abhängigkeit auf beiden Seiten prägen das Zusammenleben. Joseph fühlt sich anfangs wie ein Eindringling in diesem eingespielten Beziehungsgeflecht, in dem jeder Schritt, jeder Handgriff zu einer festgelegten Choreografie zu gehören scheint. Erst nach und nach kommt er Ettie näher. Zwischen den beiden entwickelt sich ein zartes Band. Vertrautheit, so etwas wie Freundschaft und letztlich sogar eine erotische Anziehung. Das kommt für den Leser nicht wirklich überraschend, beinah scheint es so, als würde die Handlung unausweichlich darauf zu steuern. Es passiert nicht viel in dem alten Haus in diesem heißen Sommer. Joseph sitzt Modell, schreibt fleißig Artikel für die Kunstzeitung und beobachtet den Maler und seine Nichte. Dabei offenbart Ettie nach und nach ihr Geheimnis. Dieses kommt für mich nicht wirklich überraschend, was aber nicht schlimm ist, da es in diesem wundervoll berührenden Roman um viel mehr geht. In ständigen Perspektivwechseln erlebt man aus Josephs und aus Etties Sicht, wie sich die Ereignisse in diesem heißen Sommer unwiederbringlich zuspitzen. Lediglich der große Meister Tartuffe scheint von dem, was um ihn herum passiert, nichts zu bemerken. Das mag daran liegen, dass er sich nur für sich selbst interessiert. Besonders berührt haben mich die Rückblicke in Josephs und Etties Vergangenheit. Das, was sie in den Kriegsjahren erlebt haben, Etties erste Liebe, Josephs Verlust von Mutter und Bruder, das alles ist so wunderbar einfühlsam geschildert, dass man sich beinah als stiller Beobachter der jeweiligen Szenen fühlt. Man spürt die flirrende Hitze, das Summen der Zikaden, den Geruch von Lavendel. Der Schreibstil ist äußerst bildhaft, satt und voll. Man sieht die üppigen Kulissen der Bilder, Zitronen, Auberginen, Pfirsiche. Am meisten begeistert mich aber die Hauptfigur, Ettie. Nicht etwa der große Maler oder Joseph, der auch äußerst liebenswert gezeichnet ist, sondern die verschlossene mysteriöse, aber unglaublich starke Ettie. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt von einer so tollen Frauenfigur gelesen habe. Ihr Schicksal, ihre innere Zerrissenheit, ihre Angst, aber auch ihr Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Leidenschaft zur Kunst beeindrucken mich sehr. Ettie schleicht sich in mein Herz. Besonders passend finde ich, dass der Titel des Romans The Artist auch für die deutsche Fassung übernommen wurde. Das wunderbar farbenfroh gestaltete Cover, die zu erahnenden Pinselstriche und die üppige Farbgebung des Lavendels passen wunderbar zur Handlung. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Leseerlebnis, das sich langsam aufbaut, aber umso mehr berührt.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Porträt eines Ausnahmesportlers

Tadej Pogačar
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Wer mehr über die Erfolge, aber auch die Anfänge und frühen Jahre Tadej Pogacars erfahren möchte, wird hier fündig. Von den ersten Trainingseinheiten, über Jugenderfolge bis zur Profikarriere. Tolle Einblicke ...

Wer mehr über die Erfolge, aber auch die Anfänge und frühen Jahre Tadej Pogacars erfahren möchte, wird hier fündig. Von den ersten Trainingseinheiten, über Jugenderfolge bis zur Profikarriere. Tolle Einblicke in den Rennsport, allerdings auch viele Namen und Zusammenhänge, die mir nicht so bekannt waren. Da muss man sich zunächst orientieren, erfährt aber viel Neues. Auch private Hintergründe werden angerissen, wobei ich mir hier noch etwas mehr Auszüge aus Gesprächen von Wegbegleitern außerhalb des Sports gewünscht hätte. Der Schreibstil ist locker und das Buch an keiner Stelle zäh. Ich hoffe, dass Pogacar noch viele sportliche Erfolge einfährt. Ein fundiertes Buch für alle, die mehr über den Sport und den Sportler erfahren wollen. Eine gewisse Affinität zum Radsport sollte allerdings vorhanden sein.

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