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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2025

Du musst verstehen

Der brennende Garten
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Der brennende Garten ist ein starkes Buch, das noch lange nachhallt. Am Anfang ist es mir nicht leicht gefallen, mich einzulesen. Die vielen Namen und unterschiedliche Personen machten es mir nicht immer ...

Der brennende Garten ist ein starkes Buch, das noch lange nachhallt. Am Anfang ist es mir nicht leicht gefallen, mich einzulesen. Die vielen Namen und unterschiedliche Personen machten es mir nicht immer leicht, einen Zugang zur Geschichte zu finden. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, die Familienmitglieder, die Brüder, die Freunde auseinander zu halten. Doch nach und nach fängt mich die Geschichte ein. Insbesondere die Figuren sind sehr facettenreich, liebenswert und trotzdem ambivalent gezeichnet. Die Hauptfigur Sashi wächst in den Jahren des Bürgerkriegs in Sri Lanka vom jungen Mädchen zur starken Frau heran. Sie wächst mit ihren vier Brüdern auf, ist fleißig und studiert schließlich Medizin. Doch mit den politischen Unruhen und dem Bürgerkrieg bricht das gewohnte Leben der Familie zusammen. Einige Brüder schließen sich den Rebellen an und auch Sashi fühlt sich im Zwiespalt zwischen Pflichtgefühl, Liebe und dem Drang, helfen zu wollen. Sie arbeitet bis zur Belastungsgrenze in einem Krankenhaus, hilft Zivilisten, aber auch Rebellen. Macht sie sich damit schuldig oder gar zur Mittäterin? Ihr inneres Dilemma ist sehr gut beschrieben und für mich sehr gut nachvollziehbar. Ich muss zugeben, dass ich mich bisher relativ wenig mit der Geschichte des Sri Lankas und der Revolution beschäftigt habe. Obwohl der Bürgerkrieg bis 2009 anhielt, weiß ich relativ wenig darüber. Dieses Buch schließt eine Lücke. Die Autorin beschreibt sehr eindringlich die Leiden der Zivilbevölkerung, das Zerriebenwerden zwischen Regierung und Rebellen, die letztlich oft aus der eigenen Familie kommen. Sashi verliert nach und nach immer mehr Menschen, die sie liebt. Ihr Schicksal berührt mich sehr und doch wirkt sie zu keinem Zeitpunkt gebrochen. Sie ist eine starke Frau, der es schliesslich gelingt, die Geschichte ihrer Heimat niederzuschreiben. „Du musst verstehen“, „Du musst zuhören“, diese eindringliche Worte richtet die Autorin eindringlich an den Leser. Was ist wahr? Welcher Geschichte, die letztlich in die Geschichtsbücher eingeht, kann man trauen? Es bestürzt mich, welches Leid die Bevölkerung in Sri Lanka, insbesondere die Tamilen, ertragen mussten. Dieses Buch ist wichtig, um nicht zu vergessen und Licht auf diese Geschichte zu werfen. Es ist auch ein Buch über die Kraft und Stärke der Mütter und Frauen, die vieles ertragen müssen. Den Verlust von Söhnen und Männern, von Freiheit und Selbstbestimmung. Und die dennoch mutig und entschlossen in stark bleiben.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Pastaliebe

Il mondo della Pasta
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Ein wunderbares Kochbuch für Pastafans. Ob süß oder herzhaft, handgemacht oder praktisch schnell, Vorspeise oder Suppe - Unmengen von Ideen für viele leckere Gerichte. Dabei kommen Tipps zu den Regionen ...

Ein wunderbares Kochbuch für Pastafans. Ob süß oder herzhaft, handgemacht oder praktisch schnell, Vorspeise oder Suppe - Unmengen von Ideen für viele leckere Gerichte. Dabei kommen Tipps zu den Regionen sowie Erklärungen zu verschiedenen Nudelarten und Spezialitäten nicht zu kurz. Die dargestellten Gerichte machen Lust sofort loszulegen, alles ist gut verständlich erklärt. So steht einigen Neuerungen im italienischen Speiseplan nichts mehr im Wege.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Berührende Spurensuche

Die Postkarte
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Dieses Buch von Anne Berest ist ein wahrer Schatz. Es stand etwas länger in meinem Regal, bevor ich es jetzt in die Hand genommen habe. Ich kannte die Autorin von dem Paris-Buch „How to be parisian whereever ...

Dieses Buch von Anne Berest ist ein wahrer Schatz. Es stand etwas länger in meinem Regal, bevor ich es jetzt in die Hand genommen habe. Ich kannte die Autorin von dem Paris-Buch „How to be parisian whereever you are“. Einen so bewegenden Roman hätte ich nicht erwartet. Die Geschichte von Myriam, Noemie, Jacques, Emma und Ephraim berührt mich sehr. Ich habe schon viele Bücher über das Dritte Reich und die Judenverfolgung gelesen. Dieses aber wird mich sicherlich noch länger beschäftigen. Vor allem weil der alltägliche Antisemitismus im heutigen Frankreich auch immer wieder angesprochen wird. Es sind die kleinen Dinge, die gestern wie heute Menschen ausgrenzen und zu Fremden machen. Der Schreibstil ist sehr elegant, fast sachlich dennoch bildhaft und emotional. Anne Berest gelingt es, die Figuren so zu zeichnen, dass sie facettenreich sind, sympathisch, manchmal auch ambivalent. Dabei folgt der Leser der Familie von Russland über Riga nach Palästina und letztlich nach Frankreich, in die Hauptstadt Paris. Nirgendwo kommen sie so richtig an. Sie sehen das drohende Unheil nicht oder können es schier nicht begreifen. Sie bleiben fremd, werden ausgegrenzt, schließlich verfolgt und ermordet. Myriam ist die einzige Überlebende und muss mit dieser Last erst einmal fertig werden und den Verlust ihrer Familie verkraften. Besonders berührt hat mich dabei die Schilderung der Rückkehr der Deportierten im Hotel Lutetia nach Kriegsende. Die Verzweiflung auf beiden Seiten. Die Zurückgekehrten, denen alle Worte fehlen und diejenigen, die auf ihre Familie, auf ihre Lieben warten. Der Drang, etwas zu erfahren und die Angst vor der Gewissheit, all diese Emotionen bringt die Autorin eindringlich in ihrer Geschichte zur Geltung. Und es ist tatsächlich ihre eigene Familiengeschichte, der der Leser hier folgt. Sie nimmt uns mit auf die Spurensuche nach dem Verfasser einer geheimnisvollen Postkarte, fast wie in einem Krimi. Manche Stellen sind schwer auszuhalten. Andere lesen sich leicht und sind voller Esprit. Eine absolute Leseempfehlung für ein Buch, das sich mit der Geschichte und der Vergangenheit beschäftigt, aber sehr aktuell und zeitgemäß ist.

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Das Grauen durch die Augen eines Kindes

Der Junge im gestreiften Pyjama
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Dieses Buch gehört zu den eindringlichsten, bewegendsten und traurigsten, die ich je gelesen habe. Mir fehlen beinahe die Worte, um meine Gefühle nach dem Lesen zu beschreiben. Obwohl man als Leser ahnt, ...

Dieses Buch gehört zu den eindringlichsten, bewegendsten und traurigsten, die ich je gelesen habe. Mir fehlen beinahe die Worte, um meine Gefühle nach dem Lesen zu beschreiben. Obwohl man als Leser ahnt, auf was die Erkundung des kleinen Bruno letztlich hinaus läuft, ist man geschockt. Die ungleiche Freundschaft zwischen den gleichaltrigen Jungen auf beiden Seiten des Zaunes ist so berührend, so nahbar geschrieben, dass man sich als stiller Dritter am Zaun fühlt. Bruno schildert seine Eindrücke so ungefiltert und naiv, dass es fast zum Schmunzeln wäre, wäre da nicht dieser Ort, dieses Verbrechen, dieser Schmerz. Die Fragen eines Kindes, der noch nichts von Hass und Grausamkeiten weiß und für den der Umzug vom 5-Etagen-Haus in Berlin ins nur drei Stockwerke bietende Haus in Aus-Wisch das schlimmste ist, was ihm im Leben widerfahren konnte. Das Grauen ist in diesem schmalen Buch auf jeder Seite präsent, es umklammert den Leser und atemlos hofft man auf ein gutes Ende. Und weiß doch, dass es in dieser Geschichte kein gutes Ende geben wird und kann. Ein Buch, das sprachlos macht und das jeder gelesen haben sollte.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Eiskalte Spannung

Lügennebel
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Lügennebel ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Und ich muss sagen, die 505 Seiten haben mich nicht enttäuscht. Eine Gruppe Freunde verbringt einige Tage in einem Wochenendhaus in ...

Lügennebel ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Und ich muss sagen, die 505 Seiten haben mich nicht enttäuscht. Eine Gruppe Freunde verbringt einige Tage in einem Wochenendhaus in den verschneiten Bergen. Schon kurz nach der Ankunft eskalieren die Ereignisse und eines der Mädchen ist tot. In zähen Befragungen legen Hanna und Daniel Schicht um Schicht offen, doch die Tat bleibt weiter wie im Nebel. Jeder der Freunde scheint etwas zu verbergen zu haben. Außerdem sind der Nachbar und der Hausmeister auffällig. Die Ermittler stochern im Nebel. Die Figuren sind sehr gut beschrieben. Einige bleiben aber etwas blass. Amir bleibt mir zum Beispiel bis zum Schluss fremd, wirkt wie ein Fremdkörper. Der Schreibstil und die kurzen, knackigen Kapitel gefallen mir. Die Ermittler sind auch sympathisch. Ein bisschen auffällig ist, dass jeder ein privates Problem mit sich herum trägt. Etwas schade finde ich, dass man schon so viel über das Privatleben aus den vorherigen Bänden erfährt. Das mindert etwas die Spannung, diese nun nachträglich zu lesen. Aber alles in allem ein sehr lesenswerter Krimi, der Lust auf kalte Winterabende macht.

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