Faszinierende Familiengeschichte
Porträt auf grüner WandfarbeEin Roman über eine verzweigte Familie, starke Frauen und einer Suche nach der Wahrheit. Gwen begibt sich mit ihrer Tante Lily auf eine Reise nach Polen, um das einstige Gut der Familie zu erkunden. Diese ...
Ein Roman über eine verzweigte Familie, starke Frauen und einer Suche nach der Wahrheit. Gwen begibt sich mit ihrer Tante Lily auf eine Reise nach Polen, um das einstige Gut der Familie zu erkunden. Diese Reise ist die Initialzündung für eine Spurensuche, die von England, über Bayern und die polnische Ostsee führt. In verschiedenen Zeitebenen erfährt der Leser die Familiengeschichte aus Gwens und Ellas Perspektive. So setzt sich nach und nach ein Puzzle zusammen. Es ist viel passiert in den bewegten Jahren ab Beginn des 20. Jahrhunderts. Kriege, Flucht, Verfolgung, aber auch glückliche Jahre. Insbesondere die Frauen spielen im Buch eine große Rolle. Die lebensfrohe Ella, die aus einfachen Verhältnissen mit Mut, Esprit und Lebenslust ihren Weg findet. Die kapriziöse Ilsabel, adlig und charmant, aber auch bissig und sprunghaft. Lily, die für mich bis zum Schluss etwas undurchschaubar bleibt und schließlich Gwen, die nicht so richtig in das schillernde Geflecht starker Frauen passt. Jeder in der Familie scheint ein Geheimnis mit sich zu tragen. Die Spurensuche ist sehr schön beschrieben, die Figuren klasse und ich bekomme ein sehr gut gezeichnetes Bild der jeweiligen Zeit. An einen Stellen ist die Handlung für meinen Geschmack etwas zu detailliert. Insbesondere wenn Gwen berichtet, was sie schon alles über ihre Familie herausgefunden hat. Das doppelt sich ab und an und hätte ich nicht gebraucht. Wobei schon sehr viel passiert. Besonders schön finde ich das Cover. Elegantes Blau und weiß, zwei Frauen, die ein Geheimnis teilen. Macht mich gleich neugierig. Die Autorin legt an einigen Stellen auch den Grundstein für ihr nächstes Buch, das ich vor diesem gelesen habe. Einige Personen kamen mir daher schon etwas bekannt vor. Die Reihenfolge ist meiner Meinung nach aber nicht kritisch, man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen.