Platzhalter für Profilbild

Cleopatra0103

Lesejury Star
offline

Cleopatra0103 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Cleopatra0103 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Faszinierende Familiengeschichte

Porträt auf grüner Wandfarbe
0

Ein Roman über eine verzweigte Familie, starke Frauen und einer Suche nach der Wahrheit. Gwen begibt sich mit ihrer Tante Lily auf eine Reise nach Polen, um das einstige Gut der Familie zu erkunden. Diese ...

Ein Roman über eine verzweigte Familie, starke Frauen und einer Suche nach der Wahrheit. Gwen begibt sich mit ihrer Tante Lily auf eine Reise nach Polen, um das einstige Gut der Familie zu erkunden. Diese Reise ist die Initialzündung für eine Spurensuche, die von England, über Bayern und die polnische Ostsee führt. In verschiedenen Zeitebenen erfährt der Leser die Familiengeschichte aus Gwens und Ellas Perspektive. So setzt sich nach und nach ein Puzzle zusammen. Es ist viel passiert in den bewegten Jahren ab Beginn des 20. Jahrhunderts. Kriege, Flucht, Verfolgung, aber auch glückliche Jahre. Insbesondere die Frauen spielen im Buch eine große Rolle. Die lebensfrohe Ella, die aus einfachen Verhältnissen mit Mut, Esprit und Lebenslust ihren Weg findet. Die kapriziöse Ilsabel, adlig und charmant, aber auch bissig und sprunghaft. Lily, die für mich bis zum Schluss etwas undurchschaubar bleibt und schließlich Gwen, die nicht so richtig in das schillernde Geflecht starker Frauen passt. Jeder in der Familie scheint ein Geheimnis mit sich zu tragen. Die Spurensuche ist sehr schön beschrieben, die Figuren klasse und ich bekomme ein sehr gut gezeichnetes Bild der jeweiligen Zeit. An einen Stellen ist die Handlung für meinen Geschmack etwas zu detailliert. Insbesondere wenn Gwen berichtet, was sie schon alles über ihre Familie herausgefunden hat. Das doppelt sich ab und an und hätte ich nicht gebraucht. Wobei schon sehr viel passiert. Besonders schön finde ich das Cover. Elegantes Blau und weiß, zwei Frauen, die ein Geheimnis teilen. Macht mich gleich neugierig. Die Autorin legt an einigen Stellen auch den Grundstein für ihr nächstes Buch, das ich vor diesem gelesen habe. Einige Personen kamen mir daher schon etwas bekannt vor. Die Reihenfolge ist meiner Meinung nach aber nicht kritisch, man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2026

Kurzweilige Spannung vor toller Kulisse

Emma
0

Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller von Jean Reno. Emma, eine junge schöne Frau aus der Bretagne und Tariq, ein reicher, sehr attraktiver und mächtiger Mann aus dem Oman. Beide fühlen sich seit ihrer ...

Ich war sehr gespannt auf diesen Thriller von Jean Reno. Emma, eine junge schöne Frau aus der Bretagne und Tariq, ein reicher, sehr attraktiver und mächtiger Mann aus dem Oman. Beide fühlen sich seit ihrer ersten Begegnung zu einander hingezogen. Tariq lädt Emma unter einem Vorwand in den Oman ein, dort überschlagen sich die Ereignisse. Die erste Hälfte des Buches ist angenehm zu lesen, aber es passiert noch nicht so viel. Die Kulisse ist sowohl in Frankreich als auch im Oman wunderbar eingefangen. Beinahe liest es sich wie eine Tourismuswerbung sowohl für die raue Bretagne als auch für die Schönheit des Oman. Die Schilderungen sind sehr bildhaft und opulent. Das stört mich nicht, ist aber anders als erwartet. In der zweiten Hälfte nimmt die Handlung Fahrt auf. Emma muss ihren Geliebten bespitzeln, bringt sich immer mehr in Gefahr. Ich kann mir die Geschichte auch sehr gut als Mini-Serie oder Spielfilm vorstellen. Tolle Bilder, schöne Menschen und eine Prise Action. Was sich mir nicht so ganz erschließt, ist dieser beinahe magische Energiefluss in Emmas Händen, der sowohl Heilung als auch Unglück bringt. Dieser Punkt ist mir etwas zu spirituell. Dennoch hat mir die Lektüre gefallen, wenn es auch nicht der komplexeste, wendungsreichste Thriller war, den ich bisher gelesen habe. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich Emma auch in weiteren Bänden folge. Der Epilog lässt darauf schließen. Vielleicht begegnen sich die beiden Liebenden ja auch mal wieder. Auf jeden Fall ein kurzweiliger Spannungsroman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2026

Düsteres Geheimnis

Der stille Vogel
0

Es ist einige Zeit vergangen, seitdem ich die ersten beiden Fälle über den ehemaligen FBI-Agenten John Adderley gelesen habe. Ich finde mich dennoch schnell wieder ein. Dieses Mal geht es weniger um die ...

Es ist einige Zeit vergangen, seitdem ich die ersten beiden Fälle über den ehemaligen FBI-Agenten John Adderley gelesen habe. Ich finde mich dennoch schnell wieder ein. Dieses Mal geht es weniger um die eigene spannende Geschichte des Ermittlers, sondern es wird ein 30 Jahre alter Vermisstenfall wieder aufgerollt. In einem Vogelnest wird ein Knochen gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass er zu einem der vor langer Zeit verschwundenen kleinen Jungen gehört. Der ganze Ort, der nur aus einer Straße zu bestehen scheint, ist in Aufruhr. Es scheint, als hätte jeder etwas zu verbergen. Der Vater der Jungen, der an Verschwörungstheorien glaubt. Eine Krankenpflegerin, die bei einer ihrer Nachbarinnen Geld klaut. Und der plötzlich heimkehrende mysteriöse Pal, der für Unruhe sorgt. Nach und nach kommen Geheimnisse und Lügen ans Licht. Als ein weiterer Mord passiert, scheinen die Fäden irgendwie zusammenzulaufen. John und sein Team decken Stein für Stein auf und nebenbei muss er sich noch um seine Nichte kümmern, die aus ihrer Pflegefamilie geflohen ist. Ein Krimi aus Schweden, der mich überzeugt. Spannend und mit interessanten Figuren und Randgeschichten. Ich würde mich über einen vierten Teil der Reihe sehr freuen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2026

Hin- und hergerissen

Der Nachbar
0

Der neue Thriller von Sebastian Fitzek lässt mich offen gesagt etwas ratlos zurück. Spannung und Thrill sind auf jeden Fall an der Tagesordnung. Dennoch weiß ich nach dem Ende der Lektüre nicht so recht, ...

Der neue Thriller von Sebastian Fitzek lässt mich offen gesagt etwas ratlos zurück. Spannung und Thrill sind auf jeden Fall an der Tagesordnung. Dennoch weiß ich nach dem Ende der Lektüre nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Zu allererst: der neue Fitzek ist wie gewohnt absolut packend. Der knackige Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen für einen enorm hohen Lesefluss. Ich fliege regelrecht durch die Seiten und kann das Buch stellenweise kaum aus der Hand legen. Was man aber auch wissen muss, wenn man dieses Buch liest, es ist meiner Meinung nach, das bisher brutalste, das ich von dem Autor gelesen habe, und das waren einige. Jede Tat, die im Buch geschildert wird, ist absolut widerwärtig. Das führt dazu, dass ich stellenweise abbrechen muss beziehungsweise eine Pause einlegen muss. Insbesondere die geschilderten Taten an Kindern sind schwer zu ertragen. Ja, Fitzeks Bücher sind in der Regel nichts für schwache Nerven. Das sollte jedem Leser klar sein. Hier finde ich das Geschriebene dennoch hart an der Grenze des Erträglichen. Was mir außerdem nicht so gut gefällt, sind die vielen Personen, die auf- und abtreten. Das führt auch dazu, dass man sehr viele Personen für den möglichen Täter oder den Nachbarn hält. Das ist sicher so gewollt und soll die Spannung erhöhen, ist aber insbesondere im hinteren Teil etwas anstrengend. Die Lösung, die letztlich präsentiert wird, ist für mich ehrlich gesagt etwas enttäuschend. Ich gebe zu, dass ich vom aktuellen Fitzek etwas enttäuscht bin und mir die früheren Thriller, die vor allem auf subtil-psychologischer Ebene für Grauen gesorgt haben, deutlich besser gefallen haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Erschütterndes Schicksal

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
0

Der neue Roman von Susanne Abel zeigt auf erschütternde Weise, welchem grausamen Schicksal Kinder in Heimen in den 50er und 60er Jahren ausgeliefert waren. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. ...

Der neue Roman von Susanne Abel zeigt auf erschütternde Weise, welchem grausamen Schicksal Kinder in Heimen in den 50er und 60er Jahren ausgeliefert waren. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Die aktuelle Ebene stellt die kleine Emily in den Mittelpunkt, die von ihrer Mutter vernachlässigt wird und schließlich bei ihren Ur-Großeltern aufwächst. Diese wollen unter allen Umständen verhindern, dass die Enkelin ins Heim kommt. Zu schlimm sind die Erinnerungen an ihre eigene Zeit in einem Kinderheim nach dem Krieg. Dies ist die zweite Zeitebene im Buch, die Jahre ab 1945. Ein kleiner Junge, der seinen Namen nicht weiß und letztlich Hardy genannt wird, kommt in den Nachkriegswirren in ein Kinderheim. Dort wird er aufgrund seiner Sprachlosigkeit als schwachsinnig eingestuft. Allein das ist schon schlimm genug. Doch die Nonnen drangsalieren und quälen die Kinder. Die meisten haben nicht einmal einen Namen, sie werden mit Nummern gerufen. Der kleine Hardy findet in Margret eine Stütze und Freundin. Doch eines Tages findet Margret ihre Verwandten wieder und entkommt dem heim. Hardy ist fortan auf sich allein gestellt. Er kommt in eine weiter Erziehungsanstalt, die noch viel schlimmer ist als die erste. Hier werden Medikamententests an den Kindern durchgeführt. Dies berührt mich sehr. Unfassbar wie Hardy sich dennoch zu einem liebevollen, sozialen Freund, Mann, Vater und Opa entwickeln konnte. Schließlich begegnet er Margret wieder, mit der es das Schicksal auch nicht gut gemeint hat. Beiden gelingt die Flucht und sie verbringen den Rest ihres Lebens miteinander. Diese tiefe Liebe und Verbundenheit macht den Kern des Romans aus. Margret ist aber auch eine sehr dominante Frau, die den Ton angibt und für Hardy alles regelt. Ich frage mich beim Lesen, ob das gut für ihn und seine Entwicklung ist. Doch die beiden sind glücklich und zufrieden in ihren eigenen vier Wänden, ohne Türen, ohne Reisen. Zufrieden mit sich. Während es Hardy ganz gut gelingt, den Schrecken der Vergangenheit zu verdrängen, wird Margret immer wieder von ihren Schatten eingeholt. Die kleine Emily bringt Licht in das Leben. Doch auch sie hat Probleme, sich der übermäßig behütenden Uroma zu entziehen. In der ersten Hälfte nahm mir die Geschichte um Emily und ihre Mutter etwas zu viel Raum ein. Im letzten Drittel fand ich es dann seff sehr rührend, wie die mittlerweile fast erwachsene Emily sich kümmert und sorgt. Ein berührender Roman, der in lebhafter, sehr direkter, aber auch str liebevoller Art eine Familiengeschichte erzählt, die von tiefen Gräben und Schatten geprägt ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere