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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2025

Das Meer spielt hier die Hauptrolle

Rückkehr nach St. Malo
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Dieser feine, leise Roman erzählt von Geheimnissen, Macht, Familie, Liebe und von der Kraft des Meeres. Das Meer in all seinen Facetten, Farben und Strömungen spielt dabei definitiv die Hauptrolle und ...

Dieser feine, leise Roman erzählt von Geheimnissen, Macht, Familie, Liebe und von der Kraft des Meeres. Das Meer in all seinen Facetten, Farben und Strömungen spielt dabei definitiv die Hauptrolle und trägt mich durch die elegant erzählte Geschichte der Reederfamilie Kérambrun. Vom Aufstieg des jungen Octave, der ein Familienimperium aufbaut. Von der Liebe zu seiner Frau Julia, die nach dem Tod der gemeinsamen Tochter von Schatten geprägt ist. Aber auch von Lügen, Betrug und Verbrechen. Dabei begibt sich der Leser auf die Spuren von Yann, der in akribischer Kleinstarbeit die Geschichte der Familie rekonstruiert. In Rückblicken taucht man aber auch direkt in die Jahre zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Dabei wird auch immer wieder aus der Sicht von neutralen, familienfremden Menschen berichtet, die Zeit auf der Insel Cézembre verbracht haben. Dem Mönch, dem Soldaten, dem Häftling. Das bietet eine ganz neue Perspektive und bereichert das Gelesene enorm. Mit Yann selber werde ich nicht so richtig warm, aber das stört nicht. Ich erfreue mich an den Schilderungen über das Meer, die Luft, die Kraft der Region. Das ist alles sehr bildlich und greifbar beschrieben, so dass die Region direkt vor meinem geistigen Auge erscheint. Das ist für mich das eigentlich Faszinierende an diesem Roman. Selten habe ich eine so schöne Schilderung des Meeres gelesen.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Raffiniert gestrickt

Der dunkle Sommer
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Ich bin total begeistert. Dieser Thriller überrascht mich immer wieder. Mit unvorhergesehenen Wendungen, offenen Kapitelenden und einem wirklich überraschenden Finale. Einen Teil der Lösung habe ich schon ...

Ich bin total begeistert. Dieser Thriller überrascht mich immer wieder. Mit unvorhergesehenen Wendungen, offenen Kapitelenden und einem wirklich überraschenden Finale. Einen Teil der Lösung habe ich schon recht früh erraten, aber das große Ganze offenbart sich erst nach und nach. Die Spannung ist hoch, der Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen für Spannung und die unterschiedlichen Perspektiven enthüllen nach und nach die Geheimnisse der Bewohner des unheimlichen Bergdorfes. Auch die Figuren gefallen mir, haben verschiedene Facetten und ich folge ihnen gern. Die Hintergrundgeschichte der Entführungen in Sardiniens Vergangenheit war mir neu und beschäftigt mich auch nach dem Lesen noch. Das Nachwort gibt hier auch noch einmal eine interessante Einordnung. Für mich definitiv eib Höhepunkt in diesem Jahr, trotz des für mich entbehrlichen Farbschnittes.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Toller zweiter Teil

Spiel der Lügner
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Auch der zweite Teil um die Ermittler Leo und Ffiom begeistert mich. Das Setting in Wales ist wie schon beim ersten Teil sehr stimmungsvoll beschrieben. Dieses Mal steht eine Gruppe Reality-Darsteller ...

Auch der zweite Teil um die Ermittler Leo und Ffiom begeistert mich. Das Setting in Wales ist wie schon beim ersten Teil sehr stimmungsvoll beschrieben. Dieses Mal steht eine Gruppe Reality-Darsteller im Mittelpunkt. Jeder hat etwas zu verbergen, wer lügt am besten und welches Geheimnis der anderen gilt es zu lüften, um das eigene zu schützen? Die Idee der Reality Show ist makaber, aber originell und meiner Meinung nach nicht weit hergeholt. Nach und nach verschwinden Personen aus dem Umfeld des Casts und schließlich wird der verhasste Produzent ermordet. Die Kommissare drehen jeden Stein um, stehen dennoch vor einem Rätsel. Die Story ist packend erzählt. Die private Geschichte um Leo und Ffion ebenfalls sehr gut eingebunden. Auch die Figuren wie George oder Ffions Umfeld sind gut gezeichnet. Ich freue mich schon auf Teil 3, der Ende des Jahres erscheint.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Ein forderndes Buch

Gesellschaftsspiel
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Dieses Buch fordert den Leser. Das meine ich keinesfalls negativ sondern im positiven Sinne. Ein Tech-Milliardär, eine Stadt im Osten Deutschlands, ein neues Modell des Zusammenlebens. Alles kinderleicht ...

Dieses Buch fordert den Leser. Das meine ich keinesfalls negativ sondern im positiven Sinne. Ein Tech-Milliardär, eine Stadt im Osten Deutschlands, ein neues Modell des Zusammenlebens. Alles kinderleicht per App. Mitbestimmung auf Knopfdruck. Klingt verrückt, scheint in Weimar aber Wirklichkeit zu werden. Vor diesem großen Plan, die Gesellschaft zu verändern, Zusammenleben neu zu denken, gerät sogar der Tod zur Nebensache. Gabi, die Mutter von Isabelle und Annika liegt nach einem Schlaganfall im Sterben. Doch das Abschiednehmen wird verdrängt vom Coup des Jahrhunderts. Ein reicher Amerikaner möchte eine neue Stadt, eine neue Gesellschaft gründen. Jeder ist Teil der Idee, darf mitgestalten, mitbestimmen. Für Isabelle, Lehrerin, wird die kritische Auseinandersetzung mit der Idee zur Passion. Gemeinsam mit ihren Schülern diskutiert sie, bringt sich ein. Ganz anders ihre Schwester Annika, die zum Abschiednehmen aus den USA gekommen ist. Sie steht der Idee zunächst recht emotionslos gegenüber. Ihr Freund ist sofort Feuer und Flamme. Durch die verschiedenen Perspektiven wird die Geschichte, die Idee, facettenreich beleuchtet. Dabei gefällt mir besonders Dagmar, die Tante. Gebildet, aber auch ein bisschen einsam, setzt sie sich besonders intensiv mit der Idee auseinander. Über die Trauer, aber auch die Diskussion über eine neue Gesellschaft, kommt sich die Familie näher. Das liest sich sehr kurzweilig. Die Passagen, die Chatverläufe oder auch Podcast-Diskussionen behandeln, sind etwas schwieriger zu lesen. Die Posts fremder Menschen, Normalos, Fanatiker, Schwurbler lockern auf, machen den Lesefluss aber auch nicht einfacher. Daher ist die Lektüre nichts was sich in einem Rutsch weglesen lässt. Der Leser ist gefordert, sich mit den verschiedenen Formen der Diskussion, der Kanäle, aber auch mit dem Inhalt kritisch auseinanderzusetzen. Dabei gibt es keine schnelle Meinung. Was ist richtig, was falsch? Der Roman greift nicht nur mit dem Thema sondern auch mit dem Schreibstil unsere Zeit und den Ton, der Kommunikation und Diskussionskultur sehr treffend auf.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Thriller oder Liebesgeschichte?

Killer Potential
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Ein rasantes Buch mit Tempo. Zwei junge Frauen, eine nervenaufreibende Flucht, viele gestohlene Autos und einige Tote. So lässt sich der Thriller von Hannah Dietch zusammenfassen. Doch er ist noch mehr. ...

Ein rasantes Buch mit Tempo. Zwei junge Frauen, eine nervenaufreibende Flucht, viele gestohlene Autos und einige Tote. So lässt sich der Thriller von Hannah Dietch zusammenfassen. Doch er ist noch mehr. Eine Geschichte von Vertrauen, Anziehung, gesellschaftlicher Spaltung, Einsamkeit. Evie und Jae liefern sich eine packende Verfolgung durch die USA. Soweit so gut. Ich brauche aber etwas, um mich einzufinden. Im ersten Teil bleiben mir die Figuren noch fremd. Erst langsam baut sich Nähe auf. Anfangs erscheint mir die Handlung wie die Aneinanderreihung der immer gleichen Begebenheit. Stehlen im Supermarkt, gestohlene Autos und wieder ein Haus, das für kurze Zeit als Unterschlupf dient. Im zweiten und dritten Teil kommen mir die Figuren näher. Die Anziehung zwischen den beiden Frauen war absehbar. Das letzte Kapitel lässt mich etwas ratlos zurück, aber alles in allem ein packender Roadtrip mit interessanten Figuren.

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