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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2026

Brisant, aktuell und erschütternd

2033
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Das erste Buch des Jahres ist schon mal ein richtiger Hammer. Politik, Verschwörung, ein Gerichtsprozess, ein Anschlag – die richtigen Zutaten für einen Thriller. Die junge Anwältin Marie wird mit ihrer ...

Das erste Buch des Jahres ist schon mal ein richtiger Hammer. Politik, Verschwörung, ein Gerichtsprozess, ein Anschlag – die richtigen Zutaten für einen Thriller. Die junge Anwältin Marie wird mit ihrer Chefin Ava zur Verteidigung einer mutmaßlichen Terroristin aufgerufen. Dann entspinnt sich nach und nach eine regelrechte Jagd nach der Wahrheit. Wer hat etwas zu verbergen? Wer sagt die Wahrheit? Wer lügt? Und noch wichtiger: Was ist eigentlich die Wahrheit? Marie wird immer tiefer in das Dickicht aus Lügen und politischen Intrigen hineingezogen. Irgendwann ist sie selbst nicht mehr sicher. Besonders erschreckt hat mich, neben den gerichtlichen Entwicklungen, das, was am Rande der Handlung passiert. Der Abbau des Holocaust-Mahnmals in Berlin, die Einschränkung der Rechte von Menschen, mit doppelter Staatsbürgerschaft, die Anerkennung von Berufserlaubnissen und dem Entzug des Rechts, in Deutschland zu leben. Wie weit ist dieser fiktive Roman von einer möglichen Entwicklung in Deutschland entfernt? Der Autor schildert mit großem Einblick und Fachkenntnis die juristischen Hintergründe eines Prozesses, in dem es nicht nur um Anstiftung zur Tat geht sondern um viel mehr. Besonders erschüttert hat mich das absolute Versagen von Polizei, Rechtsstaat und Bundesregierung. Ja, die geschilderte Handlung ist in einigen Abschnitten etwas vorhersehbar, der Plottwist nicht wirklich überraschend. Dennoch ist dieses Buch aufwühlend, eindringlich und hochspannend. Im letzten Drittel nimmt die Spannung immer mehr zu. Die Verfolgungsjagd hätte für meinen Geschmack etwas weniger aufwändig geschildert sein können. Dieser Teil erinnert ein wenig an einen Actionfilm. Dennoch ist dem Autor ein hochspannendee, hochbrisanter Polit-Thriller gelungen, der meiner Meinung nach unbedingt gelesen werden sollte.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Bewegender Abschluss der Trilogie

Trag das Feuer weiter
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Der dritte Teil der Reihe um die Familie Belhaj bildet den Abschluss der Geschichte. Über fast 80 Jahre taucht der Leser in die bewegte und bewegende Familien-, aber auch Landesgeschichte Marokkos ein. ...

Der dritte Teil der Reihe um die Familie Belhaj bildet den Abschluss der Geschichte. Über fast 80 Jahre taucht der Leser in die bewegte und bewegende Familien-, aber auch Landesgeschichte Marokkos ein. Dabei berührt mich dieser letzte Teil am stärksten. Die Frauen der früheren Bände wie die Großmutter Mathilde oder auch Aicha sind mir doch etwas fremd geblieben. Dieser Teil ist vor allem aus der Perspektive der älteren Tochter Mia erzählt, aber auch Ines, die jüngere Schwester kommt zu Wort. Sie ist neben Mia ein zweiter starker Frauencharakter im Buch. Daher ist es etwas verwunderlich, dass sie im Personenverzeichnis gar nicht vorkommt. Ihre Rolle ist stark und für die Geschichte der Frauen dieser Zeit nicht unerheblich. Das ist aber auch der einzige Makel, den ich finde. Die Geschichte ist sehr interessant und sehr berührend erzählt. Durch die Perspektivwechsel und auch den ein oder anderen Zeitsprung ist es an keiner Stelle langatmig, selbst wenn nicht viel passiert. Im Mittelpunkt stehen die Jahre von 1980 bis Anfang der 2000er. Es ist erschreckend, wie wenig ich über das Land und die Geschichte Marokkos weiß. Ebenso erschreckend, die Rolle der Frau im Laufe des 20. Jahrhunderts, die eher Rück- als Fortschritte machte. Das Leben der Familie läuft lange in geregelten Bahnen, sie zählen zur Elite. Gebildete Töchter, höhere Schulen, Studium in Frankreich. Erfolg scheint vorgezeichnet. Die Töchter finden ihren Platz im Leben. Doch immer wieder steht auch die Frage nach Zugehörigkeit, Heimat, Fremde und Tradition im Raum. Mehdi, der Vater, ist für mich die tragischste Figur des Romans, ja der ganzen Trilogie. Vom Intellektuellen mit Idealen, der Karl Marx genannt wurde, zum Bankdirektor und Teil des Systems bis zum Arbeitslosen, der schließlich im Gefängnis sitzt. In diesen letzten Monaten in Haft scheint er zumindest etwas Stärke und den alten Funken wiederzufinden. Die Männer scheinen mir trotz ihrer privilegierten Stellung eher die schwächeren Charaktere zu sein. Im Zentrum stehen die Frauen, Mütter, Schwestern. Mia muss ihre Liebe und ihr echtes Ich lange verstecken. Auch die Problematik des Brain Fog ist gut eingefangen. Beängstigend, wie einem plötzlich das eigene Leben, Erinnerungen entgleiten. Die Geschichte ist von der Familie der Autorin inspiriert. Ich frage mich beim Lesen immer wieder was Fiktion ist und was erdacht. Ein wirklich berührendes Buch, ohne sentimental zu sein. Starke Frauen und die bewegte Geschichte eines Landes im Umbruch.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Wieder einmal überzeugt

Rostiges Grab
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Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Zunächst war ich etwas skeptisch, da die Geschichte wieder mit Urban Explorern und einem verlassenen Ort im Wald startet. Aber die ...

Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Zunächst war ich etwas skeptisch, da die Geschichte wieder mit Urban Explorern und einem verlassenen Ort im Wald startet. Aber die mysteriöse Geschichte um das Graumädchen und den Mord an der jungen Elena packt mich sofort. Leo Asker ermittelt mit ihrem bunt gemischten, etwas seltsamen Team auf die übliche unkonventionelle Art. Ich mag ihre Figur, die Härte, aber auch die Verletzlichkeit. Ihre sehr komplexe Beziehung zu ihrem Vater klingt in diesem Teil eher an als das sie das Geschehen bestimmt. Auch ihr Jugendfreund Martin Hill bekommt wieder seinen Auftritt, obwohl er mir dieses Mal mit seiner Naivität und Verliebtheit etwas auf die Nerven geht. Aber der sehr spannende Fall und die packende Erzählweise reißen mich wieder mit. Der Ausblick auf den vierten Teil der Serie ist ein schöner Ausklang.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Eine beinahe märchenhafte Erzählung

Margherita
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Was mich zuerst in den Bann zog? Das Cover, dieser wundervolle Blick von der Ponte dell‘Accademia auf den Canal Grande. Dann natürlich diese fast märchenhafte Geschichte von einer jungen, armen Zeitungsverkäuferin ...

Was mich zuerst in den Bann zog? Das Cover, dieser wundervolle Blick von der Ponte dell‘Accademia auf den Canal Grande. Dann natürlich diese fast märchenhafte Geschichte von einer jungen, armen Zeitungsverkäuferin aus Treviso, die einen reichen Venezianer heiratet und ganz nebenbei das kulturelle und touristische Leben in der Lagunenstadt gestaltet. Ich hatte von Margherita Revedin bisher nichts gehört, obwohl ich Venedig-Liebhaberin bin und die Stadt schon einige Male besucht habe. Gerade erst von einer Reise in die Serenissima zurückgekehrt, lässt dieses Buch eine Bilderreise vor meinem inneren Auge entstehen. Die Gassen, Plätze und Orte, die Margherita entlang wandelt, entstehen in sehr bildhafter, eleganter Sprache beschrieben, vor meinen Augen. Die illustre Schar von Künstlern, Schriftstellern, Mäzenen und Förderinnen der schönen Künste ist wundervoll in Szene gesetzt. Es macht Spaß, dieser jungen Frau von Treviso über Paris bis nach Venedig zu folgen. Ihre tiefe Liebe zu dieser ganz besonderen Stadt wird mit jedem Satz deutlich. Ihre persönliche Geschichte ist auch nicht frei von Schatten, doch diese werden eher gestreift. Ob das an der familiären Beziehung der Autorin zur Hauptfigur liegt? Doch diese Verbindung macht das Geschriebene noch berührender, beinahe intim. Die Krankheit des Sohnes Luigi, die aufreibende Geburt des jungen Antonio und schließlich Margheritas eigene Entwicklung berühren mich sehr. Wie kann es sein, dass so eine faszinierende Frau, die so viel für die Stadt und die Kultur erreicht hat, beinahe aus der Geschichte verschwunden ist? Ein wirklich bewegendes Schicksal, das Mut macht, zum Träumen anregt und mich für einige wundervolle Stunden nach Venedig entführt.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Venedig-Krimi mit Atmosphäre

Venezianisches Finale
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Ich bin großer Venedig-Fan, die Bücher um Guido Brunetti habe ich bisher aber noch nicht gelesen. Nun habe ich einen erneuten Besuch in meiner Lieblingsstadt zum Anlass genommen, den ersten Teil zu probieren. ...

Ich bin großer Venedig-Fan, die Bücher um Guido Brunetti habe ich bisher aber noch nicht gelesen. Nun habe ich einen erneuten Besuch in meiner Lieblingsstadt zum Anlass genommen, den ersten Teil zu probieren. Ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht. Ich hatte etwas Sorge, dass die Handlung recht langsam erzählt ist und wie in den szenisch sehr schön inszenierten Verfilmungen etwas die Spannung fehlt. Doch diese Angst ist unbegründet. Die Autorin beschreibt sehr packend und ohne den Täter vorweg zu nehmen, die Ermittlungen rund um den Mord an einem Stardirigenten. Feinde und Neider hatte er viele, doch wer hasste ihn genug, um ihn zu vergiften. Nach und nach enthüllen sich Geheimnisse aus der Vergangenheit und es bietet sich ein Bild des Grauens. Die Figuren sind sehr schön beschrieben und auch die kleineren haben Profil. Die Schauplätze der Stadt und das besondere Flair sind wunderbar eingebunden. So spaziert man gemeinsam mit Brunetti durch die Lagunenstadt. Mein erster, aber sicher nicht mein letzter Brunetti.

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