Geister und Katzen
Geisterreich Berlin"Geisterreich Berlin" empfand ich als eher ruhigen, bedachten Krimi, der sich langsam entwickelt - mir leider stellenweise etwas zu langsam. Ich hätte mir gewünscht, dass der Kriminalfall früher und deutlicher ...
"Geisterreich Berlin" empfand ich als eher ruhigen, bedachten Krimi, der sich langsam entwickelt - mir leider stellenweise etwas zu langsam. Ich hätte mir gewünscht, dass der Kriminalfall früher und deutlicher in den Mittelpunkt rückt - ich liebe es mitzurätseln;) Der Schreibstil liest sich super und das Buch ist auch nicht so umfangreich, so dass ich die Einführung von Bernd und Irmelin etwas zu lang fand. Bernd ist ein eher ruhiger, gesetzterer Typ, der manchmal auf mich etwas einfältig wirkte. Trotzdem fand ich ihn sympathisch und als Leser lernt man ihn gut kennen, da die Handlung aus seiner Sicht erzählt wird. Im Gegensatz dazu ist seine Kollegin und Freundin Irmelin eine ziemlich taffe Frau, die gerne auch mal ein paar Männer gleichzeitig in ihre Schranken verweist. Die Geister bzw. der Geist spielt anfangs nur eine Rolle, die ich nicht ganz fassen konnte. An Bernds Stelle hätte ich da viel mehr nachgehackt und auch darüber nachgedacht z.B. was hat der für ein Verhältnis zu Katzen? Gerade diese Ruhe am Anfang lässt natürlich Raum für die Entfaltung der Hauptcharaktere und so konnte ich mir die Zwei gut vorstellen. Die Krimihandlung auf zwei Zeitebenen entwickelt sich langsam und ich hätte mir hier mehr Spannung gewünscht. Viele Dinge bzw. Entwicklungen habe ich vorausgeahnt, der große "Bang" am Ende kam dann doch recht überraschend und hat mich positiv beeindruckt. Der Humor hat leider bei mir an vielen Stellen nicht gezündet oder ist an mir vorbei gegangen. Wer also einen eher ruhigeren Krimi mit einer Prise Geister ohne Blut und großen Gruselfaktor sucht, ist hier genau richtig.