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Veröffentlicht am 17.05.2026

Emotionale Distanz

Seamere College 1. Strange Familiars
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Der Auftakt von "Strange Familiars" von Keshe Chow bot eine spannende Grundidee: Magische Tiermedizin, rivalisierende Studierende und mysteriöse, gefährliche Entladungen. Die Handlung rund um Harrisford ...

Der Auftakt von "Strange Familiars" von Keshe Chow bot eine spannende Grundidee: Magische Tiermedizin, rivalisierende Studierende und mysteriöse, gefährliche Entladungen. Die Handlung rund um Harrisford und Gwendolynne, die am Seamere College studieren und gezwungen sind, zusammenzuarbeiten, um die Ursache für die magischen Entladungen zu finden, hatte definitiv Potenzial. Doch leider wurde dies nicht ganz so umgesetzt, wie ich erhofft hatte.

Denn ich hatte große Schwierigkeiten, emotional wirklich in die Geschichte einzutauchen. Obwohl das Buch aus wechselnden Ich-Perspektiven der beiden Hauptfiguren erzählt wird, blieb eine echte Verbindung zu Harrisford und Gwendolynne für mich aus. Ich konnte nicht richtig mitfühlen, was dazu führte, dass mich die Handlung insgesamt weniger gefesselt hat, als ich es mir gewünscht hätte.

Die Dynamik zwischen Harrisford und Gwendolynne wurde als Enemies-to-Lovers angelegt, und gerade der „Enemies“-Teil kam auch gut zur Geltung. Die Entwicklung hin zur romantischen Ebene hingegen konnte mich weniger überzeugen. Dafür fehlte mir spürbare emotionale Nähe und vor allem Kommunikation zwischen den beiden. Hier wäre in meinen Augen deutlich mehr möglich gewesen.

Ein Kritikpunkt, der für mich dabei besonders herausstach, war eine Szene gegen Ende: Gwendolynne trifft eine Entscheidung, die zwar riskant für sie ist, aber dennoch ihre eigene. Dass Harrisford sich darüber hinwegsetzte und eigenmächtig eingriff, wirkte auf mich problematisch und hat mich aus der Geschichte gerissen. Solche Momente nehmen der weiblichen Figur ihre Handlungsmacht – und das fühlte sich für mich unnötig und frustrierend an!

Auch die titelgebenden „Familiars“, insbesondere der Kater Percy, kamen mir insgesamt zu kurz. Gerade hier hätte ich mir mehr Beschreibungen, mehr Interaktion und mehr emotionale Bindung gewünscht. Das gleiche gilt für die Nachwirkungen der tiermedizinischen Fälle, die oft nur angerissen wurden.

Dennoch gab es positive Aspekte, wie, dass die Geschichte sich nicht ausschließlich auf die Romance konzentrierte, sondern die Haupthandlung klar im Fokus blieb. Auch der tiermedizinische Aspekt wirkte auf mich gut recherchiert und überzeugend umgesetzt, was dem Setting eine glaubwürdige Tiefe verlieh. Auch einige der fantasievollen Tierwesen und Szenen konnten mich durchaus begeistern.

Insgesamt hatte das Buch einen gewissen Unterhaltungswert für mich. Es las sich angenehm, und der Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass ich durchaus neugierig bin, wie es weitergeht. Ich werde den zweiten Teil wahrscheinlich lesen oder hören – in der Hoffnung, dass dort mehr emotionale Tiefe und eine stärkere Charakterentwicklung geboten werden!

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Leise und zauberhaft

The House Witch 1
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„The House Witch“ ist ein seltenes Juwel unter den Fantasy-Romanen: entschleunigt, ohne jemals langweilig zu sein, und durchzogen von einer warmen, beinahe greifbaren Wohlfühlatmosphäre. Schon nach wenigen ...

„The House Witch“ ist ein seltenes Juwel unter den Fantasy-Romanen: entschleunigt, ohne jemals langweilig zu sein, und durchzogen von einer warmen, beinahe greifbaren Wohlfühlatmosphäre. Schon nach wenigen Seiten stellte sich bei mir ein Gefühl ein, als würde ich nach Hause kommen. Ein echtes Komfortbuch, das einen aufatmen lässt und sanft in seine Welt hineinzieht.

Im Mittelpunkt stand Finlay, genannt Fin, der als neuer Koch an den Königshof von Daxaria kommt. Anfangs wirkte er verschlossen, beinahe schroff, und zog sich lieber in die Sicherheit der Küche zurück, als sich auf andere Menschen einzulassen. Doch gerade diese leisen, vorsichtigen Entwicklungen machten den Reiz der Geschichte aus: Nach und nach gewann Fin die Herzen des gesamten Hofstaats – und auch meins. ;)

Den Schreibstil der Autorin empfand ich als sehr schön und detailreich, ohne jemals ausufernd zu wirken. Die vielen kleinen Beobachtungen und Beschreibungen verliehen der Welt Tiefe, ohne meinen Lesefluss zu bremsen. Besonders gelungen war auch die Figurenzeichnung – jede Person wirkte lebendig und vielschichtig, und viele von ihnen durchliefen eine glaubwürdige, angenehme Entwicklung.

Erzählt wurde überwiegend aus der dritten Person mit Fokus auf Finlay, ergänzt durch geschickt eingestreute Perspektivwechsel. Kapitel aus der Vergangenheit, Einblicke aus der Sicht seiner Katze Kraken oder sogar zunächst unbekannter Figuren sorgten bei mir für zusätzliche Spannung und Tiefe. So entfaltete sich nach und nach auch das Geheimnis um Fins magische Fähigkeiten.

Ein weiteres Highlight war zweifellos die Kulinarik: Die liebevollen Beschreibungen der Speisen, die Fin durch das Buch hindurch zauberte, machten mich beim Lesen regelrecht hungrig und trugen stark zur gemütlichen Atmosphäre bei. Gleichzeitig blieb die Geschichte nicht nur im Kleinen – im Hintergrund braute sich ein Krieg zusammen, der das Königreich Daxaria bedrohte. Auch hier gelang der Autorin ein schöner Balanceakt zwischen den ruhigen Alltagsmomenten und den größeren politischen Entwicklungen und strategischen Plänen, inklusive Perspektiven der Gegenseite.

Trotz dieser drohenden Gefahr verlor das Buch nie seinen Kern: Es ging um die kleinen Dinge, um zwischenmenschliche Beziehungen und darum, seinen Platz zu finden. Genau das machte für mich den besonderen Charme dieser Geschichte aus.

Auch die äußere Gestaltung des Buches verdient eine Erwähnung: Mit seinem wunderschönen Cover, dem Farbschnitt und den hochwertigen Seiten ist es ein echter Blickfang. Umso erfreulicher, dass auch die inhaltliche Qualität mithalten konnte – das Buch ist sorgfältig lektoriert und überzeugt durch eine saubere Verarbeitung, was für mich letztlich mehr zählt als jede optische Veredelung. Einziges Manko: im Einband hätte ich mir eine Karte der Welt gewünscht, die die geographischen Verhältnisse darstellt. Dies hätte das Leseerlebnis noch weiter abgerundet.

„The House Witch“ ist ein rundum gelungenes Leseerlebnis – warmherzig, ruhig und dennoch fesselnd. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern in dem man sich für eine Weile zuhause fühlt. Es legte sich beruhigend über meine durch den Alltag angespannten Nerven. Die Vorfreude auf den nächsten Roman der Autorin ist entsprechend groß.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Leise erschütternd

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Der Roman "Und alles zerbricht" ist Teil 1 einer Trilogie von Maxine Reuker und beginnt angenehm leicht: Mila lebt mit ihren Eltern in Berlin, verbringt einen unbeschwerten Sommeranfang mit ihrer besten ...

Der Roman "Und alles zerbricht" ist Teil 1 einer Trilogie von Maxine Reuker und beginnt angenehm leicht: Mila lebt mit ihren Eltern in Berlin, verbringt einen unbeschwerten Sommeranfang mit ihrer besten Freundin Juno und genießt die typischen Freiheiten des Teenagerlebens. Diese Anfangskapitel sind geprägt von einer warmen, sommerlichen Atmosphäre und nostalgischen Kindheitserinnerungen wie z.B. kleinen Momenten wie einer Benjamin-Blümchen-Torte, die das Leben der Protagonistin greifbar und authentisch machen.

Doch dieser unbeschwerte Einstieg wird jäh unterbrochen, als Milas Familie in die Schweiz zieht. Für sie bricht eine Welt zusammen. Die neue Umgebung verstärkt ihre Einsamkeit, während sie emotional immer weiter abrutscht. Besonders eindringlich schildert die Autorin, wie Mila beginnt, ihren Kummer mit Essen zu kompensieren und wie sich daraus schleichend eine Essstörung entwickelt. Der Weg dorthin ist erschreckend realistisch beschrieben: von ersten Diättipps aus dem Internet bis hin zur völligen Verzerrung des eigenen Körperbildes.

Gerade diese Entwicklung gehört zu den größten Stärken des Romans. Die Autorin zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie sich die Selbstwahrnehmung Stück für Stück verändert und wie schwer es für Betroffene ist, überhaupt zu erkennen, dass sie krank sind und Hilfe brauchen. Als Leserin habe ich intensiv mit Mila mitgelitten. Auch, weil sie noch so jung ist und die Informationen, die sie konsumiert, kaum einordnen kann.

Hinzu kommt das schwierige familiäre Umfeld: Die Mutter ist durch ihre Arbeit kaum präsent, während der Vater seine eigene Einsamkeit im Alkohol ertränkt. Allerdings bleibt gerade der Aspekt der Alkoholabhängigkeit etwas zu oberflächlich behandelt, obwohl er großes erzählerisches Potenzial bietet.

Ein weiterer zentraler Teil der Geschichte spielt in der Klinik, in die Mila schließlich geht, um sich mit ihrer Essstörung auseinanderzusetzen. Die dortigen Regeln wirken teilweise erschreckend streng - etwa wenn Patient
innen beim Essen nicht aufstehen dürfen, um keinen zusätzlichen Kalorienverbrauch zu riskieren. Diese Einblicke empfand ich als beklemmend und verdeutlichten, wie komplex und herausfordernd der Weg zur Genesung ist. Gleichzeitig hätte ich mir hier stellenweise noch mehr Tiefe in Milas therapeutischer Entwicklung gewünscht. Denn in der Klinik entwickelt sich schon fast zu Beginn eine Liebesgeschichte zwischen Mila und Nicolas, dem Sohn des Institutsleiters. Diese bringt zwar eine gewisse Leichtigkeit in die ansonsten sehr schwere Thematik und ist stellenweise auch wirklich süß, entwickelt sich jedoch sehr schnell und entzieht der Essstörung den Fokus. Emotional konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen, wie rasch sich die Beziehung intensiviert, ist aber typisch für das Alter der Figuren. Zwischenzeitlich wirkte es auf mich sogar so, als könnte Nicolas Milas verletzliche Situation ausnutzen, was jedoch später durch sein professionelles Verhalten während eines Rückfalls überzeugend aufgelöst wurde.

Sprachlich ist der Roman sehr zugänglich und flüssig geschrieben, was ihn trotz der schweren Themen schnell lesbar macht. Gleichzeitig darf man sich davon nicht täuschen lassen: Inhaltlich ist das Buch harter Tobak. Die Darstellung von Essstörung (und Alkoholmissbrauch) ist intensiv und kann insbesondere für Leser*innen mit persönlichem Bezug sehr triggernd sein.

Zum Ende hin nimmt die Geschichte eine etwas typischere Jugendroman-Entwicklung an. Die Essstörung rückt weiter in den Hintergrund, während Milas Fortschritte für mein Gefühl vergleichsweise schnell und fast im Zeitraffer erfolgen. Das wirkte auf mich angesichts der zuvor sehr realistischen Darstellung etwas zu knapp und einfach gelöst. Auch ein später eingeführtes Kapitel aus Nicolas’ Perspektive fand ich zwar gelungen, allerdings erschien mir sein Verhalten danach teilweise nicht ganz stimmig – das daraus entstehende Drama wirkte auf mich eher konstruiert.

Kleine Schwächen zeigten sich zudem in vereinzelten Zeitsprüngen, die nicht immer klar gekennzeichnet waren und meinen Lesefluss kurzzeitig unterbrachen.

Fazit: "Und alles zerbricht" ist ein emotional intensiver und erschütternd ehrlicher Roman über Essstörungen, Selbstwahrnehmung und das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren. Trotz kleiner Schwächen in der Umsetzung und eines etwas zu schnellen Endes überzeugte mich das Buch durch seine eindringliche Darstellung und seinen packenden Schreibstil.

Keine leichte Kost – aber ein wichtiges und sehr bewegendes Buch, das nachhallt. Ich bin definitiv gespannt auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Ein magisches B&B zum Verlieben

The Faraway Inn
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Calisa soll die Sommerferien als Aushilfe im B&B ihrer Großtante in Vermont verbringen. Kaum angekommen stellt sie jedoch fest, dass nicht nur das B&B dringend renovierungsbedürftig ist, sondern auch ihre ...

Calisa soll die Sommerferien als Aushilfe im B&B ihrer Großtante in Vermont verbringen. Kaum angekommen stellt sie jedoch fest, dass nicht nur das B&B dringend renovierungsbedürftig ist, sondern auch ihre Tante über Calisas Ankunft alles andere als begeistert ist. Calisa lässt sich jedoch nicht einfach abwimmeln und macht sich an die Arbeit, bei der sie ein Geheimnis nach dem nächsten enthüllt - und auf diese Weise vielleicht sogar das B&B retten kann...

"The Faraway Inn" von Sarah Beth Durst versprüht genau den warmen, sanften Zauber, den man sich von Cozy Fantasy erhofft. Mit ihrem bildhaften, liebevollen Schreibstil hat die Autorin erneut eine Welt erschaffen, die sich beim Lesen wie ein flauschiger Kokon um mich legte: ruhig, magisch und einfach schön.

Calisa stand dabei stets im Mittelpunkt der Erzählung. Sie ist eine deutlich jüngere Protagonistin als in den bisherigen Werken der Autorin. Noch zur Highschool gehend fiel es mir daher zeitweise etwas schwer, mich vollständig mit ihr zu identifizieren. Doch das machte sie durch ihre Entwicklung mehr als wett. Denn Calisa wuchs schnell über sich hinaus, übernahm Verantwortung und bewies beeindruckende Eigenständigkeit im chaotischen, magischen B&B ihrer Großtante.

Das Faraway Inn selbst war dabei fast schon ein eigener Charakter – heruntergekommen, geheimnisvoll und voller seltsamer Gäste. Gerade diese Gäste empfand ich als ein echtes Highlight: fantasievoll, skurril und mit genau dem richtigen Maß an Magie. Ich musste beim Lesen oft Schmunzeln und Sarah Beth Durst zeigte in meinen Augen hier einmal mehr, wie gut sie dieses Genre beherrscht.

Die Handlung war grundsätzlich weniger auf Spannung als auf Atmosphäre ausgelegt. Vieles empfand ich als vorhersehbar, aber das störte mich kaum, denn es wurde trotzdem nie langweilig und mir persönlich dienen diese Bücher als magischer Eskapismus. Man liest dieses Buch in meinen Augen nicht wegen überraschender Wendungen, sondern wegen des Gefühls, das es vermittelt.

Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen spielten eine Rolle. Nicht nur Calisas sich auf dem Prüfstand befindliche Verbindung zu ihrer Großtante und den zarten Banden zu den B&B-Bewohnern stand auch Calisas Annäherung an Jack, den Sohn des Verwalters, im Fokus, was eine romantische Note brachte. Jack wirkte auf mich stellenweise etwas zu simpel gestrickt, war aber durchweg liebenswert und herzensgut.

Die Kulisse, eingebettet in die Berge und Kiefernwälder Vermonts, rundete das Ganze perfekt ab und verstärkte die Cottagecore-Vibes, die sich durch das gesamte Buch zogen.

Trotz kleiner Schwächen hat mich der Zauber dieses Romans vollkommen eingefangen. Ein ruhiges, warmes und magisches Leseerlebnis, das Lust auf mehr macht. Ich freue mich definitiv auf weitere Werke der Autorin!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Annies turbulenter Neustart

Annie Knows Everything
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Annie verliert ihren Job und landet durch einen Trick ihrer Freundin aus der Personalabteilung in einer völlig neuen Position im Bereich Datenstrategie – obwohl sie davon wirklich so gar keine Ahnung hat! ...

Annie verliert ihren Job und landet durch einen Trick ihrer Freundin aus der Personalabteilung in einer völlig neuen Position im Bereich Datenstrategie – obwohl sie davon wirklich so gar keine Ahnung hat! Dort trifft sie auf ein Nerd-Team, einen fordernden Chef und muss sich in einer Welt behaupten, die ihr komplett fremd ist.

Dieser Roman hat mich wirklich im besten Sinne überrascht. Ich habe "Annie knows everything" in kürzester Zeit verschlungen und kann jetzt schon sagen: Das wird definitiv nicht mein letztes Buch von Rachel Wood gewesen sein.

Der lebhafte, amüsante Schreibstil machte es mir unglaublich leicht, in die Geschichte einzutauchen. Annie ist eine herrlich schlagfertige Protagonistin, die sich mit vollem Einsatz in ihre Aufgaben stürzt - manchmal vielleicht ein bisschen zu sehr. Gerade im Job überschritt sie immer wieder ihre Kompetenzen, was ich stellenweise als frustrierend empfand, vor allem wenn sie sich anschließend über die Konsequenzen wunderte/ärgerte. Nichtsdestotrotz waren ihre Überforderung und ihr Versuch, sich in der völlig neuen Jobumgebung zu behaupten, nicht nur unterhaltsam, sondern gaben der Geschichte auch viel Witz und Dynamik.

Ein großes Highlight war für mich zudem die Data Strategy-Abteilung: eine Gruppe liebenswerter Nerds, die Annie schnell ins Herz schloss. Und natürlich ihr Chef Connor ( in meinen Augen ein absolut toller Bookboyfriend). Er forderte Annie, erkannte aber auch ihr Potenzial und setzte sie klug ein, um das Team voranzubringen. Die Chemie zwischen den beiden war für mich direkt spürbar und die Chatverläufe zwischen Annie und Connor herrlich erfrischend und witzig.

Neben der romantischen Handlung punktete das Buch auch mit vielen warmherzigen Momenten und Figuren mit angenehmer Tiefe. So brachten auch Annies Sorgen um ihre Schwester, die ihrer Meinung nach dabei ist, ihr Leben mit dem falschen Mann zu ruinieren, eine zusätzliche emotionale Ebene hinein.

Das Setting in New York verlieh der Geschichte ein schönes Flair, auch wenn das Ende vielleicht ein wenig zu unrealistisch war und Annies Wandlung sich für meinen Geschmack etwas schnell vollzog. Nichtsdestotrotz ist "Annie knows everything" eine rundum gelungene RomCom – leicht zu lesen, aber keineswegs banal! Perfekt für die kommenden Sommermonate!

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