Fantasy mit asiatischem Setting
The Scorpion and the Night Blossom – Dolch und BlüteAn'Ying lebt in einer Welt voller Magie, gefährlicher Kreaturen und göttlicher Mächte. Seit Jahren schon beschützt sie ihr Dorf mittels Magie und ihren Sichelklingen, doch die Nachtwesen und Dämonen, die ...
An'Ying lebt in einer Welt voller Magie, gefährlicher Kreaturen und göttlicher Mächte. Seit Jahren schon beschützt sie ihr Dorf mittels Magie und ihren Sichelklingen, doch die Nachtwesen und Dämonen, die die Welt der Menschen heimsuchen, breiten sich immer weiter aus. Um ihre Mutter zu retten, deren Seele von einem Dämon teilweise zerstört wurde, nimmt sie an einem außergewöhnlichen Wettbewerb teil, der sie in das geheimnisvolle Reich des Himmels führt. Dort erwarten sie tödliche Prüfungen, Intrigen und Begegnungen, die mehr verändern, als sie zunächst erwartet.
Mit "The Scorpion and The Night Blossom" hatte ich überraschenderweise einen etwas schwierigeren Start als erhofft. Die Grundidee mit der besonderen Magie, den Sichelklingen und der außergewöhnlichen Welt fand ich von Anfang an spannend und kreativ, trotzdem habe ich recht lange gebraucht, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden.
Denn obwohl aus der Ich-Perspektive erzählt wird, blieb für mich über weite Strecken eine gewisse emotionale Distanz zur weiblichen Hauptfigur bestehen. Ich konnte An'Yings Gedanken zwar nachvollziehen, habe aber selten wirklich mit ihr mitgefühlt. Dadurch fiel es mir insgesamt schwerer, mich komplett in die Handlung hineinziehen zu lassen.
Das asiatisch inspirierte Setting fand ich grundsätzlich sehr interessant und atmosphärisch. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich deutlich langsamer gelesen habe als sonst. Viele Namen und Begriffe waren für mich ungewohnt und ich hätte mir an manchen Stellen ein Personenverzeichnis oder Glossar gewünscht, um leichter den Überblick zu behalten.
Besonders gelungen fand ich dagegen die Idee der magischen Welt und die mystischen Kreaturen. Auch die Prüfungen und die verschiedenen Handlungsstränge haben immer wieder Spannung erzeugt. Vor allem im weiteren Verlauf wurde die Geschichte deutlich interessanter und konnte mich durch einige überraschende Entwicklungen neugierig halten.
Mit den Figuren hatte ich insgesamt jedoch meine Schwierigkeiten. Während einzelne Charakteren wie der männliche Love Interest für mich deutlich greifbarer und sympathischer wirkten, blieb An'Ying für mich emotional weiterhin auf Distanz. Dadurch haben mich manche Entwicklungen weniger berührt, als sie es vermutlich sollten. Zum Ende hin gab es für mich aber mehrere Twists, die mich wirklich sehr überrascht und damit auch begeistert haben! Auch die romantischen Elemente haben mir grundsätzlich gefallen. Sie waren für meinen Geschmack angenehm dosiert und haben die Handlung nicht überlagert.
Insgesamt war "The Scorpion and The Night Blossom" für mich ein unterhaltsamer Fantasyroman mit spannenden Ideen, interessanter Atmosphäre und einigen gelungenen Wendungen. Gleichzeitig fehlte mir die emotionale Bindung zu den Figuren, wodurch mich die Geschichte nie vollständig abholen konnte. Ich bin deshalb aktuell unsicher, ob ich den zweiten Band lesen werde – neugierig bin ich zwar schon, aber nicht unbedingt so sehr, dass ich direkt weiterlesen muss.