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Veröffentlicht am 05.02.2025

Langweiliges Chaos

Sweet Nightmare
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Inhalt: Für Clementine Calder ist die Academy ihrer Familie, eine Schule auf einer abgelegenen Insel für gefährliche Paranormale, auch ihr Zuhause. Von den Geistern der Insel und den dunklen Geheimnissen ...

Inhalt: Für Clementine Calder ist die Academy ihrer Familie, eine Schule auf einer abgelegenen Insel für gefährliche Paranormale, auch ihr Zuhause. Von den Geistern der Insel und den dunklen Geheimnissen ihrer Familie verfolgt träumt sie davon, weit weg von Calder zu sein – und von Jude Abernathy-Lee, dem Typen, der ihr das Herz gebrochen hat.

Jude weiß, dass er ein wandelnder Albtraum ist und sich von der einzigen Person, die ihm je etwas bedeutet hat, fernhalten muss. Schließlich kann man seiner gefährlichen Macht nicht trauen. Doch ein Sturm über der Insel weckt Gefahren, die nicht nur die Calder Academy, sondern die ganze Welt bedrohen. Jude und Clementine werden zusammenarbeiten müssen, wenn sie überleben wollen. Und vielleicht muss Clementine sich eingestehen, dass sie nicht jeden Moment in Judes Nähe hasst …

Auf "Sweet Nightmare" war ich unglaublich gespannt, da ich die Katmere-Academy-Reihe der Autorin wirklich gerne mochte und jetzt auf eine neue Fantasygeschichte hoffte, die anders und deutlich düsterer ist. Der Beginn wirkte zunächst vielversprechend, auch wenn ich vielen Figuren und Namen begegnete, die ich schwer zuordnen konnte. Clementine als Hauptfigur wirkte auf mich sympathisch und es gefiel mir, dass zu Beginn noch vieles im Verborgenen lag. Schnell änderte sich jedoch das Setting und der Ton des Romans. Es brach Chaos aus und ich kam - ebenso wie die Figuren - nicht mehr hinterher. Kaum wird eine Situation gelöst, "bricht erneut die Hölle los". Ein Desaster muss das nächste übertrumpfen und irgendwann war mir nur noch langweilig. Auch der düstere Unterton, den ich mir erhofft hatte, wurde von mir vergeblich gesucht. Stattdessen begegnet man albtraumhaften Monstern und Szenarien, die sich an Splatterszenen gegenseitig zu übertrumpfen suchen. Nicht zuletzt nervte mich, dass die Autorin auf ihr altbewährtes Konzept zurückgriff - sowohl inhaltlich als auch vom Sprachstil - : zusammengewürfelte Freundestruppe, die weibliche Hauptfigur muss erst noch ihre Fähigkeiten entdecken/erlernen, immer größer werdende Dungeon-Aufgaben, ulkig-gewollte Kapitelüberschriften, "und dann bricht die Hölle los" etc. Kurzes Fazit: Von Tracy Wolff nichts Neues. Schade!

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Derbe Enttäuschung

A Pessimist's Guide to Love
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„A Pessimist’s Guide to Love“ ist Teil 2 einer Dilogie von Jennifer Hartmann und setzt nahtlos an, wo Band 1 endete. Entgegen zu seinem Vorgänger konnte mich die Fortsetzung leider nicht so begeistern. ...

„A Pessimist’s Guide to Love“ ist Teil 2 einer Dilogie von Jennifer Hartmann und setzt nahtlos an, wo Band 1 endete. Entgegen zu seinem Vorgänger konnte mich die Fortsetzung leider nicht so begeistern. Dies lag vor allem daran, dass sich beide Hauptfiguren unermesslich in ihren Emotionen und damit einhergehenden Problemen wie Alkohol und Drogen ausmehren bzw. diese krampfhaft versuchen zu verdrängen und ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, hier wäre wirklich professionelle psychologische Hilfe erforderlich. Hinzu kam unangenehmer, plumper Spice, der mir nach und nach zu viel wurde. Die niedlichen Annäherungsszenen zwischen Lucy und Cal waren leider passé. Während Band 1 fesselnd und ein überraschendes Jahreshighlight für mich war, empfand ich Teil 2 fast als Flop. Einzig der Schreibstil der Autorin blieb gewohnt gut und flüssig, sodass ich den Roman zügig beenden konnte.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

auf der Suche nach dem Puzzlemörder

Das mörderische Christmas Puzzle
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Die 80-Jährige Edie lebt zurückgezogen in einer englischen Kleinstadt. Als kurz vor Weihnachten ein Päckchen mit 6 Puzzleteilen auf ihrer Türschwelle liegt, gerät ihr geruhsames Leben aus den Fugen. Denn ...

Die 80-Jährige Edie lebt zurückgezogen in einer englischen Kleinstadt. Als kurz vor Weihnachten ein Päckchen mit 6 Puzzleteilen auf ihrer Türschwelle liegt, gerät ihr geruhsames Leben aus den Fugen. Denn dem Paket liegt die Drohung bei, dass bis Heilig Abend 4 Menschen sterben werden, sollte Edie den Absender nicht rechtzeitig entlarven können…

„Das mörderische Christmas Puzzle“ ist bereits der zweite Kriminalroman der Autorin Alexandra Benedict. Der Krimi ist eher gemütlich und mit angenehmem Weihnachtssetting konnte ich mich in Weihnachtsstimmung bringen. Meiner Meinung nach lässt sich der Roman aber auch unabhängig von Weihnachten gut lesen. Die Hauptfigur Edie empfand ich als ziemlich kratzbürstig und habe deshalb eine Weile gebraucht, um mit ihr warm zu werden. Gut gefallen hat mir jedoch die charakterliche Wandlung der Protagonistin, die auf mich authentisch wirkte. Zudem hatte ich ihren Neffen Sean und dessen Ehemann schnell ins Herz geschlossen. Der Fall entrollte sich gemächlich und die einzelnen Zwischensequenzen waren mir manchmal zu zäh und ich blieb eher unbeteiligt am Rande, statt mit der Nase im Buch zu stecken. Wirklich Spannung kam bei mir erst zum Grand Finale auf. Die Auflösung war nicht vorhersehbar, was aber vor allem daran lag, dass man als Leser viel zu wenig Informationen erhalten hatte.

Fazit: Die Grundidee des Romans hat mich sehr begeistert. Von der Spannung und dem Tempo in diesem Krimi habe ich mir jedoch deutlich mehr erhofft.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Fesselnder Auftakt

Niemannswelt – Als ich mich verlor, habe ich dich gefunden
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"Niemannswelt - Als ich mich verlor, habe ich dich gefunden" von Carina Bartsch ist Band 1 einer 5-teiligen Dystopie, die in Alaska im Jahr 2196 angesiedelt ist. Nachdem die Welt von Männern zerstört wurde, ...

"Niemannswelt - Als ich mich verlor, habe ich dich gefunden" von Carina Bartsch ist Band 1 einer 5-teiligen Dystopie, die in Alaska im Jahr 2196 angesiedelt ist. Nachdem die Welt von Männern zerstört wurde, haben die Frauen die Herrschaft übernommen und leben in Frieden untereinander. Männer sind nahezu nur noch eine bloße Erinnerung an einen Albtraum und leben eingesperrt in Laboren, wo sie als Forschungs- und Fortpflanzungsmaterial dienen. Die Hauptfigur Zoe, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, arbeitet als Dozentin an der Universität mit dem Schwerpunkt "männliche Psychologie". Was für sie bisher nur Theorie war, wird jedoch plötzlich zur Realität als sie gebeten wird, in einem der Labore mit einem Mann in Kontakt zu treten, um von ihm wichtige Informationen zu erhalten. Flynn ist der erste Mann, der ihr je begegnet ist und trotz hoher Sicherheitsauflagen, ist Zoe Angst und Bange. Nach und nach gerät jedoch ihr eigenes Weltbild ins Wanken - lebt sie in einer Diktatur? Ist wirklich alles rechtskonform?

Carina Bartsch ist eine meiner Lieblingsautorinnen und hat mich bisher noch nie enttäuscht. Entgegen der klassischen BestsellerautorInnen, die in kurzer Zeit viele Romane veröffentlichen und dabei immer mal wieder Tiefgang vermissen lassen, arbeitet Carina Bartsch jahrelang an ihren Werken. Das sorgte dafür, dass meine Erwartungen riesig waren und man wirklich sehr, sehr geduldig sein musste. Das lange Warten hat sich aber gelohnt! Band 1 der Niemannswelt ist ein dystopischer slow-slow-slow-Burn-Roman, den ich nicht mehr zur Seite legen konnte. Obwohl ich zunächst Schwierigkeiten hatte, mich in der Niemannswelt zurechtzufinden - denn die Frauendiktatur wirkt sehr abstoßend und es fiel mir zu Beginn schwer, mit der naiven Zoe zu sympathisieren - und unfassbar viele Fragen aufkamen, war ich dann doch schnell Feuer und Flamme. Denn Dank der wirklich sehr langsamen Entwicklung der Figuren und des langsamen Fortgangs der Situationen sowie der umfassenden Beschreibungen mit Schleifchen oben drauf, hat der Roman eine Tiefe, die ich in letzter Zeit bei anderen Büchern sehr vermisst habe. Gleichzeitig begleitete mich beim Lesen eine unterschwellige Spannung, die mich den Roman nicht mehr aus der Hand legen lies. Bereits in Band 1 wurden viele Fragen aufgeklärt und dennoch blieb die Grundhandlung bzw. deren Ausgang bis zuletzt offen. Manche Aspekte des Romans waren schwere Kost, da sie die aktuelle politische Situation aufgriffen und mich das sehr bewegte, was mir sehr gut gefallen hat. Zudem habe ich mich zuletzt sehr mit der Hauptfigur Zoe anfreunden können, die von der naiven Dozentin ganz langsam zur kritisch hinterfragenden Psychologin wird. Ich bin total angefixt und werde direkt Band 2 Wegatmen!

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Mangelhafte Umsetzung

Degrees of Engagement
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Bianca Dimitriou ist immer für ihre Familie und ihre Freunde da - ob bei Hochzeiten, Geburten oder sonstigen Anlässen - jeder kann sich auf sie verlassen. Als sie selbst jedoch den größten Triumph - Erreichen ...

Bianca Dimitriou ist immer für ihre Familie und ihre Freunde da - ob bei Hochzeiten, Geburten oder sonstigen Anlässen - jeder kann sich auf sie verlassen. Als sie selbst jedoch den größten Triumph - Erreichen ihres Doktortitels - erreicht, kommt keiner ihrer Herzensmenschen zu ihrer Feier. Als Bianca klar wird, dass der Doktortitel kein Meilenstein ist, den ihre Familie und Freunde schätzen, ist sie zutiefst verletzt und beschließt, mit ihrem Kommilitonen Xavier eine Verlobung vorzutäuschen. Die Anziehung, die schon immer unausgesprochen zwischen ihnen bestand, ist dabei jedoch nur ein Problem, das die Fake-Verlobung geradewegs Richtung Katastrophe schippern lässt...

Dieser Roman hätte so viel Potential gehabt! Die Frage, ob Frauen mehr wert sind, wenn sie klassische konservative "Meilensteine" erreichen wie eine Hochzeit oder Geburt eines Kindes, im Vergleich zu denen, die sich für Karriere oder andere Lebenswege entscheiden, hatte dafür gesorgt, dass ich die RomCom unbedingt lesen wollte. Leider kratzte der Roman inhaltlich nur an der Oberfläche dieser gesellschaftskritischen Frage und auch das wissenschaftliche Setting wurde für meinen Geschmack zu wenig beleuchtet. Hinzu kam, dass die Figuren Bianca und Xavier dieses Manko nicht recht ausgleichen konnten - ich hatte große Schwierigkeiten, mit ihnen mitzufühlen, da die Geschichte aus der 3. Person geschildert wurde. Dies hat bei mir für zu viel Distanz zu den Figuren gesorgt. Die zunehmende aufkeimende Anziehung der beiden hat mir gut gefallen, jedoch konnte ich die Ausreden, warum sie dem seit Jahren nicht nachkommen durften, nicht ganz nachvollziehbar. Ferner hat mir der emotionale Tiefgang gefehlt. Beide Figuren hatten zwar viele wichtige Themen in petto (Verlust eines Elternteils etc.), hier wurde aber leider nicht in die Tiefe gearbeitet. Der Roman ließ sich dank der flüssigen Schreibweise gut lesen, dennoch konnte er mich ob seiner Oberflächlichkeit nicht vollends überzeugen.

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