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Veröffentlicht am 16.10.2025

Familienchaos on Tour

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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Wer schon einmal mit der ganzen Familie zu einer Familienfeier gefahren ist, weiß: Das kann ganz schön turbulent werden. In diesem Buch – beziehungsweise Hörbuch – wird diese Alltagssituation auf herrlich ...

Wer schon einmal mit der ganzen Familie zu einer Familienfeier gefahren ist, weiß: Das kann ganz schön turbulent werden. In diesem Buch – beziehungsweise Hörbuch – wird diese Alltagssituation auf herrlich humorvolle Weise auf die Spitze getrieben.

Marc-Uwe Kling liest sein Werk selbst, was den ohnehin schon pointierten Text noch lebendiger macht. Sein unverwechselbarer Tonfall, der charmant zwischen trockenem Humor und leiser Ironie pendelt, sorgt dafür, dass man schon nach wenigen Minuten grinsend zuhört.

Die Geschichte führt uns diesmal mit der Familie rund um Tiffany auf einen Roadtrip zur Hochzeit der Tante. Im Auto sitzen Mama, Papa, Oma, Opa und die Geschwister Tiffany und Luisa – und natürlich Max, der am Abend zuvor ordentlich gefeiert hat. Die Konsequenzen lassen nicht lange auf sich warten: Max beschert der Familie eine mehr als „duftende“ Fahrt.

Besonders gelungen sind die liebevollen Eigenheiten der Figuren: der Opa mit seinen Kommentaren, die Oma, die ständig ihr Handy sucht, und der Vater, der sich über alle aufregt. Diese kleinen Macken machen die Charaktere herrlich greifbar – und erinnern einen an die eigene Familie.

Obwohl das Buch offiziell ein Kinderbuch ist, eignet es sich wunderbar für alle Altersgruppen. Die Situationen sind so alltagsnah, dass man sich unweigerlich wiedererkennt, ob als Kind auf der Rückbank oder als gestresster Elternteil am Steuer. Oder als kinderlose Tante, die herzhaft (mit-)lachen kann ;)

Fazit: Ein wunderbar unterhaltsames Hörbuch mit jeder Menge Humor und einer Prise Chaos, wie man es nur von echten Familienausflügen kennt. Wer schon die anderen Werke von Marc-Uwe Kling liebt, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Magie zum Wohlfühlen

A Dark and Secret Magic
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"A Dark and Secret Magic" von Wallis Kinney ist ein Roman, der auf leisen Sohlen daherkommt, aber schnell eine eindringliche Wirkung entfaltet. Mit warmen Herbsttönen, einer eindrucksvoll ausgestalteten ...

"A Dark and Secret Magic" von Wallis Kinney ist ein Roman, der auf leisen Sohlen daherkommt, aber schnell eine eindringliche Wirkung entfaltet. Mit warmen Herbsttönen, einer eindrucksvoll ausgestalteten Welt und einer stimmungsvoll erzählten Geschichte gelingt es der Autorin, ein besonderes Leseerlebnis zu schaffen, das zwischen Gemütlichkeit und angenehmer Spannung balanciert.

Im Fokus des Romans steht Protagonistin Hecate alias Kate. In ihrem gemütlichen Hexenhäuschen hat sie sich mit Kater Merlin ein geruhsames Leben eingerichtet. Als sie jedoch von heute auf morgen das Halloweenfest für ihren Hexenzirkel ausrichten soll und dann noch der geheimnisvolle Schattenmagier Matthew, auf den sie sich wegen seiner verbotenen Magie eigentlich gar nicht einlassen dürfte, vor der Tür steht, gerät ihre Welt langsam aber sicher aus den Fugen.

Hecate als Figur fand ich sehr interessant. Sie ist eine Heckenhexe, was mir so noch nicht begegnet war, und steht zu Beginn des Romans kurz vor ihrem 31. Geburtstag und ist damit wohltuend anders als viele Heldinnen des Genres. Ihre Perspektive verlieh der Handlung eine erwachsene Note und erlaubte feinere emotionale Nuancen, als man sie in vergleichbaren Fantasyromanen häufig findet. Matthew fungiert als männlicher Gegenpart zu Kate und vereint ein mysteriöses, verbotenes Element mit einer warmherzigen, respektvollen Art. Anstatt in stereotype Muster zu verfallen, präsentiert die Autorin mit Matthew einen Charakter, der sympathisch und glaubwürdig auf mich wirkte. Die langsam wachsende Bindung zwischen Kate und Matthew ist fein gezeichnet und entwickelte sich mit einem realistischen Tempo.

Das Worldbuilding empfand ich als außergewöhnlich detailreich. Die Autorin beschreibt ihre magische Welt so lebendig, dass sie beim Lesen greifbar wird: die klar strukturierte Magie, die an ein kunstvolles Handwerk erinnert, die liebevoll ausgestalteten Orte und nicht zuletzt die kulinarischen Details, die die Sinne ansprechen. Besonders eindrucksvoll ist die dichte Herbstatmosphäre, die das gesamte Buch trug. Das Herbstfest, das im Roman eine zentrale Rolle spielt, ist ein Paradebeispiel für diese gelungene Atmosphäre – so stimmungsvoll, dass man es am liebsten selbst besuchen würde.

Die emotionale Dimension des Romans zeigte sich besonders in Hecates Einsamkeit zu Beginn der Geschichte. Ihre Isolation, eng verwoben mit ihrer magischen Begabung, verlieh der Erzählung Tiefe und Melancholie. Die Vielzahl an ambivalenten oder egoistischen Nebenfiguren – darunter Familienmitglieder und Zirkelmitglieder – sorgte für zusätzliche Spannung, auch wenn nicht alle Figuren am Ende eine klare Entwicklung oder Konsequenzen erfahren. Gerade diese moralischen Grauzonen machten den Roman interessant, auch wenn sie bisweilen etwas unausgewogen wirkten.

So überzeugend Atmosphäre und Figurenzeichnung sind, so zurückhaltend präsentierte sich der Showdown. Der finale Konflikt wirkte vergleichsweise schlicht und schnell aufgelöst – hier hätte die Geschichte mehr Raum und Komplexität vertragen können. Auch die Darstellung von Matthews Verhalten gegenüber Kate wirkte auf mich etwas idealisiert, zu überbehütend und weniger differenziert als der Rest der Figurenzeichnung. Ein Epilog hätte dem Buch gutgetan, um Kates Zukunft und mögliche Veränderungen in der magischen Gesellschaft nachzuzeichnen.

Fazit: A Dark and Secret Magic ist ein atmosphärisch dichter, liebevoll erzählter Fantasyroman, der mit einer reifen Protagonistin, sorgfältig gestaltetem Worldbuilding und einem starken Sinn für Stimmung überzeugt. Kleinere erzählerische Schwächen im Finale können die insgesamt gelungene Lektüre nur wenig schmälern und ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Magie im Teebecher

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint
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Schon das Äußere von Thea Magica ist ein echter Hingucker: Das Cover ist wunderschön gestaltet, der Farbschnitt macht das Buch zu einem Schmuckstück im Regal und die kleinen Illustrationen, die den Text ...

Schon das Äußere von Thea Magica ist ein echter Hingucker: Das Cover ist wunderschön gestaltet, der Farbschnitt macht das Buch zu einem Schmuckstück im Regal und die kleinen Illustrationen, die den Text begleiten, runden das Leseerlebnis perfekt ab.

Im Mittelpunkt steht die Protagonistin Robin, die mir von Anfang an sehr sympathisch war. Sie kommt neu an eine Schule in Port Mint, entdeckt dort nicht nur ihre magischen Fähigkeiten, sondern findet mit Mailin und Cornelius auch zwei neue Freunde. Gemeinsam gehen sie mysteriösen Ereignissen im Ort auf den Grund – während Robin ihre magische Gabe geheim halten muss, weil diese eigentlich als gefährdend erachtet wird. Die Dynamik zwischen den drei Freunden ist süß und angenehm zu lesen.

Besonders gut hat mir die Idee gefallen, Magie mit Tee zu verbinden – eine originelle und charmante Idee, die hervorragend zur cozy Stimmung passt. Die Geschichte selbst ist insgesamt rund erzählt und verliert sich nicht in endlosen Erklärungen. Ich mochte, dass Robin nicht naiv ist, sondern Dinge direkt anspricht und hinterfragt.

Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen – besonders am Anfang und im Finale – etwas mehr Tiefe und Erklärungen gewünscht. Die Handlung wird dort recht schnell abgehandelt, was schade ist, da die Grundidee so viel Potenzial bietet. Auch stilistisch hätte es an einigen Stellen noch ein wenig ausgefeilter sein dürfen.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist Thea Magica für mich eine richtig gemütliche Jugendgeschichte mit einem schönen Setting, einer sympathischen Heldin und einer spannenden Idee. Das offene Ende macht definitiv Lust auf Band 2 und ich freue mich schon darauf, wieder in Robins magische Welt einzutauchen.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Zwischen Pelzmänteln und Panettone: Grado im Winter

Alle weg
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Schon beim Aufschlagen dieses Buches hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Ich liebe die Italienbücher von Stefan Maiwald und dieses hier, das sich der Nebensaison in Grado, dem Wohnort des Autors, ...

Schon beim Aufschlagen dieses Buches hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Ich liebe die Italienbücher von Stefan Maiwald und dieses hier, das sich der Nebensaison in Grado, dem Wohnort des Autors, widmet, war wieder ein echtes Lesevergnügen! Nach den bunten, lebhaften Sommerbildern aus dem Vorgängerband "Mein Leben am Strand" war ich sehr gespannt, wie Grado wirkt, wenn die Touristen weg sind, der Wind frischer wird und sich das Leben entschleunigt.

Doch auch wenn es touristisch gesehen ruhiger wird, das italienische Temperament kennt keine Pause. Der feine Humor, die plastischen Schilderungen, die eingestreuten Fun Facts und die vielen vertrauten Gesichter — allen voran Pino und Maiwalds Familie — sorgen dafür, dass man sofort wieder mitten im Geschehen ist. Ich mag es sehr, wie in jedem Buch neue Eigenheiten der Menschen auftauchen, die man ins Herz schließt.

Neben vielen humorvollen Episoden wie ein Krokodil in der Lagune sowie amüsante Fußball-Anekdoten hat mich besonders auch das große Tennis-Projekt des Autors gegen seine Frau sehr erheitert. Wer wissen will, ob der Autor endlich seine Frau im Tennis besiegen kann, muss das Buch lesen ;)

Der Blick auf den Winter in Italien hat viele charmante Details ans Licht gebracht: Wohnungen ohne Heizungen, Schwiegermütter im Pelzmantel, während der Autor im T-Shirt flaniert — das alles ist so herrlich bildhaft erzählt, dass man direkt ein Kopfkino bekommt. Neben dem Witz gibt es aber auch nachdenkliche Momente, etwa wenn Unterschiede zwischen Kulturen spürbar werden. Besonders schön fand ich die Schilderungen rund um Weihnachten: Die Verbindung von deutschen und italienischen Traditionen in der Familie des Autors, das gemeinsame Kochen und Schlemmen, das warme Miteinander — das hat mich sehr berührt.

Auch wenn einige Abschnitte kürzer sind, gelingt es dem Autor durch seine leichte, charmante Erzählweise, mich jedes Mal mitten ins Geschehen zu holen. Ich habe die Nebensaison in Grado mit ihm miterlebt — ohne Winterjacke, dafür mit vielen Schmunzelmomenten.

Fazit:
Ein humorvolles, stimmungsvolles und sehr liebevoll erzähltes Buch über das Leben der Menschen in Grado, Italien abseits der touristischen Hochsaison. Perfekt für alle, die Italien lieben, leichte, feine Alltagsbeobachtungen mögen und gerne beim Lesen schmunzeln. Ich hoffe sehr, dass es noch viele weitere Italienbücher von Stefan Maiwald geben wird!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

In den Fängen des Werwolfhofes

Bitten
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Eigentlich wollte Vanessa mit ihrer besten Freundin Celeste einfach nur eine Party besuchen. Doch als sie von Werwölfen angegriffen werden und Celeste dabei stirbt, ist nichts mehr so wie zuvor. Als "Gebissene" ...

Eigentlich wollte Vanessa mit ihrer besten Freundin Celeste einfach nur eine Party besuchen. Doch als sie von Werwölfen angegriffen werden und Celeste dabei stirbt, ist nichts mehr so wie zuvor. Als "Gebissene" muss Vanessa sich als Teil des Werwolfshofes etablieren und neben dem Kampf ums Überleben zwischen feindlich gesinnten Werwölfen, Unterrichtsstunden an der Academy und der Suche nach dem Mörder ihrer Freundin, bleibt eigentlich kaum Zeit, um durchzudrehen. Doch kann sie wirklich ein vollwertiges Mitglied des Hofes werden, um zu überleben, und zeitgleich ihre Freundin rächen?

Schon beim ersten Anblick dieses Buches war ich begeistert: Das wunderschöne Wendecover, der detailverliebte Farbschnitt (, der vermutlich im Zusammenspiel mit dem Folgeband einen ganzen Mondzyklus abbilden wird,) hat mich als Bücherjunkie völlig abgeholt.

Doch Bitten überzeugte mich nicht nur optisch: Auch inhaltlich hat mich die Geschichte sofort gepackt. Der Einstieg war atmosphärisch dicht, düster und gleichzeitig voller faszinierender Details. So wurde zum Beispiel die Wolfsverwandlung eindringlich und bildhaft beschrieben – brutal, aber nicht übertrieben, genau in der richtigen Dosis, um Spannung aufzubauen (und nachts noch gut schlafen zu können).

Auch das Worldbuilding hat mich absolut begeistert: magisch versteckte Zimmer, lebendige Glasfenster mit fantastischen Motiven, eine geheimnisvolle Akademie voller Regeln und Intrigen. Die Autorin schafft es, Action, Dialoge und Hintergrundinformationen sehr ausgewogen zu verbinden, sodass man völlig in die Welt des Wolfshofes eintaucht.

Vanessa empfand ich dabei als eine glaubwürdige und vielschichtige Protagonistin. Ihre Trauer, ihre Wut und ihre Suche nach Antworten wurden nachvollziehbar dargestellt. Sie ist keine Heldin, die alles widerspruchslos hinnimmt, sondern oftmals impulsiv und emotional getrieben handelt – was sie mir umso greifbarer machte.

Die Nebenfiguren sind klar gezeichnet und bieten unterschiedliche Perspektiven. Von Figuren, die ich wie Zimmermädchen Oona direkt ins Herz geschlossen habe, über charmante Figuren wie den Prinzensohn Sin bis hin zum klassischen Gegenspieler Werwölfin Evie, war alles dabei.

Die Figuren sind nicht leicht zu durchschauen, was bei mir die Neugier erhöhte. Lediglich Vanessas starke Abneigung gegenüber einer wichtigen Nebenfigur wirkte auf mich etwas zu forciert und auch die durchgehend überirdische Schönheit aller Figuren ist ein Klischee, das die Erzählung meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte.

Zwar gab es zwischendurch auch ein paar Szenen, die etwas sprunghaft wirkten oder in denen Vanessa zu sehr aus dem Affekt handelte, aber das schmälerte mein Leseerlebnis nur minimal. Inhaltlich besonders gelungen fand ich z.B. die Krimi-Elemente: Vanessa sucht nach Celestes Mörderin, und man ermittelte als Leserin quasi mit. Zahlreiche Andeutungen, unerwartete Wendungen und Geheimnisse hielten die Spannung hoch. Gegen Ende überschlugen sich die Ereignisse: Intrigen, Machtkämpfe, grausame Enthüllungen und ein Showdown, der mich sprachlos zurückgelassen hat. Viele Twists haben mich wirklich überrascht!

Was ich besonders schätze: Die Liebesgeschichte drängte sich, insbesondere zu Beginn, nicht zu sehr in den Vordergrund. Vanessa wurde nicht sofort von romantischen Gefühlen überrollt, sondern konzentrierte sich auf ihr Überleben und ihre Suche nach Antworten.

Fazit: Bitten ist ein atmosphärischer, spannender Auftakt mit modernen Twilight-Vibes, einer faszinierenden Werwolfwelt, clever platzierten Twists und einem starken Fokus auf Handlung und Spannung. Trotz kleiner Schwächen bei manchen Figurenentscheidungen und der etwas stereotypen Schönheit aller Charaktere hat mich das Buch sehr begeistert.

Ich freue mich jetzt schon riesig auf Band 2, denn es sind noch viele Fragen offen – und die Geschichte hat definitiv das Potenzial, noch größer zu werden.

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