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Veröffentlicht am 13.12.2019

Aufwühlend, emotional, herzergreifend, zutiefst berührend - ein großartiges Buch!

Wer ist Edward Moon? - Gewinner des Deutschen Jugendliteraturpreises 2020
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Als ich das erste Mal von „Wer ist Edward Moon?“ hörte, war mir sofort klar: Das Buch muss ich einfach lesen. Der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb und in das recht schlichte – in meinen Augen aber ...

Als ich das erste Mal von „Wer ist Edward Moon?“ hörte, war mir sofort klar: Das Buch muss ich einfach lesen. Der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb und in das recht schlichte – in meinen Augen aber wunderhübsche – Cover habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Von Sarah Crossan hatte ich leider noch kein Buch gelesen. Obwohl mich ihre Werke sehr ansprechen und ich schon so viel Gutes über sie gehört habe, durfte bisher noch kein Buch von ihr bei mir einziehen. Ich kann noch nicht mal sagen, warum und nun, nachdem ich „Wer ist Edward Moon?“ gelesen habe, ist es mir irgendwie unbegreiflich, dass ich mir ihre anderen Bücher nicht schon längst zugelegt habe. Das werde ich auf jeden Fall schleunigst ändern! Mein erstes Werk von Sarah Crossan konnte mich so sehr beeindrucken – ihre anderen Bücher möchte ich jetzt auch unbedingt noch lesen.

Joe ist sieben Jahre alt, als sein großer Bruder Edward wegen Mordes an einen Polizisten angeklagt wird. Ed wird verhaftet und bekommt die Todesstrafe. Joes Familie bricht daraufhin komplett auseinander. Die Mutter vernachlässigt Joe und seine große Schwester Angela immer mehr und haut eines Tages schließlich einfach ab. Zum Glück gibt es Tante Karen, die versucht, sich so gut es geht um die Kinder zu kümmern.
Zehn Jahre vergehen. Joe hat seinen großen Bruder seit seiner Verhaftung nicht mehr gesehen. Als Eds Hinrichtungsdatum immer näher rückt, beschließt Joe, nach Texas zu reisen, wo sein Bruder im Todestrakt eines Gefängnisses sitzt. Er möchte die letzten Wochen mit Ed verbringen und ihm beistehen. Doch wer ist dieser Edward Moon? Joes großer Bruder ist nicht mehr der, der er vor zehn Jahren war. Ist Ed wirklich schuldig oder nicht?

Wie oben bereits erwähnt, war dieses Buch mein erstes Werk von Sarah Crossan. Ich weiß jetzt nicht, in welcher Form ihre anderen Bücher geschrieben wurden, aber „Wer ist Edward Moon?“ wird auf eine ganz besondere, einzigartige Weise erzählt, eine Weise, an die ich mich zuerst gewöhnen musste. Zum Glück gelang mir dies aber sehr schnell und ehe ihr jetzt denkt, dass mir der Schreibstil nicht gefiel – doch, hat er, sehr sogar! Ich bin total fasziniert von Sarah Crossans Art zu erzählen. Das Buch wurde in Versform verfasst, allerdings reimen sich die Sätze nicht. Vielleicht ist dies der Übersetzung geschuldet und anders als im Deutschen, ergeben die Zeilen im Englischen Reime, keine Ahnung - optisch jedenfalls sehen die Seiten wie Gedichte aus. Die Geschichte liest sich dadurch sehr ungewöhnlich, zugleich aber auch locker-leicht und wunderschön.

Dadurch, dass das Buch in so einem poetischen Stil verfasst wurde, befinden sich auf den Seiten nur sehr wenig Text. Fand ich persönlich große Klasse, da dadurch ein fabelhafter Lesefluss zustande kommt. Man fliegt hier wirklich nur so durch die Seiten. Ich habe das Buch in gut einem Tag durchgesuchtet und für meinen Geschmack leider viel zu schnell wieder beendet. Allerdings ist „Wer ist Edward Moon?“ definitiv nicht so ein Werk, das man flott liest, zuklappt, ins Regal stellt und nicht weiter drüber nachdenkt, sondern sofort zur nächsten Lektüre greift. Nein, absolut nicht. Dieses Buch geht richtig unter die Haut und wirkt noch lange in einem nach. „Wer ist Edward Moon?“ ist keine leichte Kost. Ich hatte hier immerzu Gänsehaut beim Lesen und musste mehrmals schwer schlucken, da mich die Handlung emotional so mitgerissen, berührt, schockiert und aufgewühlt hat.

Sarah Crossan befasst sich in ihrem neuen Roman mit dem schweren und krassen Thema Todesstrafe in den USA und zeigt auf, wie fehlerhaft und unfair es in dem amerikanischen Rechtssystem oft zugeht. Mich hat es entsetzt zu sehen, dass es anscheinend kaum jemanden kümmert, dass Edward vermutlich unschuldig ist. Sein Fall müsste viel genauer untersucht werden, aber es interessiert einfach niemanden, ob Ed berechtigterweise im Todestrakt sitzt oder nicht. Das Buch rüttelt einen so richtig auf und erschüttert einen zutiefst. Man ist immerzu am bangen und mitzittern und hofft so sehr, dass alles gut enden wird. Ob es ein Happy End geben wird oder nicht, werde ich hier nur natürlich nicht verraten – da müsst ihr das Buch schon selber lesen. Nur so viel: Mich hat das Ende sehr mitgenommen und eine ganze Weile einfach nicht mehr losgelassen.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht des 17-jährigen Joe in der Ich-Perspektive. Mit Joe ist der Autorin ein wundervoller Protagonist gelungen. Er war mir auf Anhieb sympathisch und hat sich sofort in mein Herz geschlichen. Dank der einfühlsamen Erzählweise konnte ich mich problemlos in ihn hineinversetzen und sein Handeln jederzeit vollkommen nachvollziehen.

Da Joes Gefühle so anschaulich beschrieben werden, leidet man Leser richtig mit. Vor zehn Jahren hat er seinen großen Bruder Ed das letzte Mal gesehen und mittlerweile weiß er gar nicht mehr, wer dieser Edward Moon eigentlich ist. Sein Bruder, ein Mörder? Hat er diese schreckliche Tat wirklich begangen? Sitzt er zurecht hinter Gittern? Hat er die Todesstrafe verdient? Joe hinterfragt eine Menge, hält aber dennoch stets an der Unschuld seines Bruders fest.
Als der Hinrichtungstermin immer näher rückt, fasst Joe den Entschluss, Edward zu besuchen. Er möchte den neuen Ed kennenlernen, ihm Beistand leisten und alles versuchen, um die Hinrichtung seines Bruders zu verhindern. Wie Joes Gefühls- und Gedankenwelt hier dargestellt wird, ist einfach nur grandios und absolut authentisch.

Unheimlich gut gefallen hat mir auch, dass es immer wieder Rückblenden gibt, die die Vergangenheit von Joes Familie näher beleuchten. Dabei wird deutlich, dass Joe keine leichte Kindheit hatte. Das Buch thematisiert nicht nur die Todesstrafe in den USA – sie erzählt auch eine tragische Familiengeschichte.

Neben Joe konnte mich die Autorin auch mit den allen weiteren Figuren komplett überzeugen. Sie wurden hervorragend ausgearbeitet und tragen allesamt durch ihre einzigartigen Charaktereigenschaften dazu bei, dass man unvergessliche Lesestunden mit dem Buch verbringt.

Fazit: Aufwühlend, herzergreifend, unglaublich mitreißend – ein großartiges Buch, das einen zutiefst berührt und einfach nicht mehr loslässt! Mir hat mein erstes Werk von Sarah Crossan unfassbar gut gefallen. „Wer ist Edward Moon?“ ist brillant geschrieben und beschert einem ein ganz besonderes Leseerlebnis. Die Geschichte übt Kritik an dem amerikanischen Rechtssystem aus, sie handelt von Vergebung, Schuld, Armut, Vernachlässigung, Familie und Liebe und steckt voller Emotionen und Gefühle. „Wer ist Edward Moon?“ ist echt heftig und wird wohl nicht Jedermanns Sache sein. Ich jedenfalls bin total beeindruckt und hellauf begeistert von dem Buch. Wenn ihr meint, dass ihr mit den schweren Themen, die Sarah Crossan hier behandelt, umgehen könnt, dann kann ich nur sagen: Lest dieses Buch! Ich kann es euch wirklich nur ans Herz legen. Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 13.12.2019

Ein wunderschönes und absolut bezauberndes Buch!

Toto. Auf vier Pfoten zum Zauberer von Oz
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Ich liebe Kinderbuch-Klassiker über alles und der „Der Zauberer von Oz“ zählt auf jeden Fall zu meinen absoluten Lieblingen. Als ich nun hörte, dass im Woow Books Verlag eine Neuerzählung dieses märchenhaften ...

Ich liebe Kinderbuch-Klassiker über alles und der „Der Zauberer von Oz“ zählt auf jeden Fall zu meinen absoluten Lieblingen. Als ich nun hörte, dass im Woow Books Verlag eine Neuerzählung dieses märchenhaften Klassikers erschienen ist, geschrieben aus der Perspektive des Hundes Toto, stand für mich natürlich sofort fest: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Ich ließ es daher nur zu gerne bei mir einziehen.

Der kleine schwarze Hund Toto lebt zusammen mit seinem Frauchen Dorothy und deren Onkel und Tante auf einer Farm in Kansas. Als eines Tages ein Wirbelsturm aufkommt, schaffen Toto und Dorothy es nicht rechtzeitig, sich im Keller des Hauses in Sicherheit zu bringen. Der Sturm reißt das Farmhaus mit sich fort – und somit auch Toto und Dorothy. Die beiden landen in einer fremden, wundersamen Welt – dem Märchenland Oz. Hier gibt es die merkwürdigsten Wesen und Dinge: Geflügelte Affen, furchteinflößende Ungeheuer, außergewöhnliche Blumen, gute und böse Hexen – Würstchen oder andere leckere Sachen zum Futtern gibt es aber keine. Allein das ist schon ein großer Grund, warum Toto unbedingt wieder zurück nach Hause möchte. Zusammen mit Dorothy macht er sich daher auf in die Smaragdstadt, zum großen und schrecklichen Zauberer von Oz. Der Zauberer wird ihnen hoffentlich dabei helfen können, zurück nach Kansas zu gelangen. Auf ihrem Weg begegnen die beiden einer Vogelscheuche, die gerne Verstand haben möchte, einem Blechmann, dessen größter Wunsch es ist, ein Herz zu bekommen und einem feigen Löwen, der davon träumt, mutig zu sein. Die drei beschließen Toto und Dorothy zu begleiten. Vielleicht kann der Zauberer von Oz ja auch ihnen ihre Wünsche erfüllen. Eine Reise voller Abenteuer beginnt...

Als das Buch bei mir eintraf, war ich richtig überrascht, wie groß und schwer es ist. Mit so einem Format hatte ich irgendwie gar nicht gerechnet. Ich kann euch versichern: Der Preis von 19,00 € ist absolut gerechtfertigt! Das Buch wurde sehr hochwertig verarbeitet – ich finde sogar, dass man es als eine Schmuckausgabe bezeichnen kann. Es ist so wunderhübsch gestaltet – hach, also, von der umwerfenden Aufmachung des Buches könnte ich euch hier endlos etwas vorschwärmen. Das Cover schimmert so herrlich und ist in meinen Augen ein richtiger Hingucker. Noch bezaubernder aber finde ich den Innenteil. Die vielen bunten, fröhlichen Illustrationen von Emma Chichester Clark sind einfach nur ein Traum! Sie harmonieren ausgezeichnet zum Geschehen im Text und schaffen eine ganz besondere, magisch schöne Atmosphäre. Ob die vielen ganzseitigen Illustrationen oder die kleineren Bilder – allesamt wurden sie super liebevoll gezeichnet und stecken voller entzückender Details.

Neben der Gestaltung bin ich auch von der Erzählweise des Buches komplett verzaubert. Meiner Ansicht nach ist es Michael Morpurgo hervorragend gelungen die Geschichte von „Der Zauberer von Oz“ aus der Sicht des Hundes Toto in der Ich-Perspektive zu schreiben. Papa Toto erzählt hier seinen sieben Welpen von seinem großen Abenteuer. Eine total niedliche Idee, oder? :)
Vor allem bei Kindern wird diese anschauliche und zum Schmunzeln schöne Erzählweise prima ankommen. Sie ist modern, lustig, herzerwärmend und zuckersüß und lässt sich fabelhaft vortragen. Zum Vorlesen ist das Buch prima geeignet. Ich habe es für mich alleine gelesen, bin mir aber vollkommen sicher, dass es für perfekte Vorlesestunden sorgen wird. Die Kapitel haben eine optimale Länge, es fallen viele Wiederholungen und da es jede Menge Dialoge gibt und der Schreibstil so wunderbar lebendig und warmherzig ist, werden junge Zuhörer hier garantiert die reinste Freude beim Lauschen haben. Zum Selberlesen bietet das Buch aber natürlich auch den tollsten Lesespaß.

Nun habe ich aber mal eine Frage an euch: Kennt ihr eigentlich „Der Zauberer von Oz“? Mittlerweile gibt es schon zahlreiche verschiedene Ausgaben und auch Verfilmungen und Theaterinszenierungen dieses zeitlosen Klassikers, aber mein Eindruck ist irgendwie, dass er dennoch eher unbekannt ist. Zumindest hier in Deutschland. Vom Namen her wird er vielen vermutlich schon ein Begriff sein, ich meine, wer hat nicht schon mal von dem Zauberer von Oz gehört? Aber die genaue Handlung kennen doch eher erstaunlich wenige. So empfinde ich jedenfalls, vielleicht täusche ich mich ja auch. 
Falls ihr die Originalfassung nicht kennen solltet, ist das überhaupt kein Problem, um Totos Geschichte verstehen zu können. Michael Morpurgo erzählt die Geschichte zwar originaltreu, nur eben auf eine andere Weise. Wenn man, wie ich, die Orignalgeschichte gelesen (oder als Verfilmung gesehen) hat, wird man Michael Morpurgos Adaption natürlich ganz anders lesen als diejenigen, die sie nicht kennen. Man zieht natürlich Vergleiche. Ich weiß nun tatsächlich gar nicht, was ich persönlich besser finde und daher eher empfehlen kann: Totos Geschichte zu lesen, ohne Vorwissen oder sie zu lesen, mit der Handlung im Kopf. Ich denke, dass beide Varianten ihren Charme haben. Was ich euch aber definitiv nur ans Herz legen kann: Lernt diese einzigartige Geschichte kennen! „Der Zauberer von Oz“ erzählt so ein wunderschönes Märchenabenteuer voller Magie und Fantasie!

An fantasievollen Ideen mangelt es hier wahrlich nicht. Es beginnt schon aufregend und phantastisch, als Dorothy und Toto durch den Wirbelwind in das Reich von Oz getragen werden. Dieser Szenen sollen noch viele, viele weitere zauberhafte Dinge folgen. In dem wundersamen Land Oz, in welchem Dorothy und Toto gelandet sind, gibt es die außergewöhnlichsten Geschöpfe und großartigsten Orte. Wir begegnen im Verlaufe des Buches den verrücktesten und kuriosesten Figuren und egal ob gut oder böse – allesamt sind sie erstklassig gelungen. Ich könnte gar nicht sagen, wen ich nun am liebsten mochte. Vermutlich Toto. Er ist so knuffig und herzallerliebst – ich liebe diesen kleinen mutigen Kerl. Dorothy, die Vogelscheuche, der Blechmann und der Löwe habe ich aber natürlich auch ganz, ganz fest in mein Herz geschlossen.

Super finde ich, was für tolle Botschaften und Werte das Buch vermittelt. Die Geschichte handelt von Freundschaft, Mut und Zusammenhalt, von Hilfsbreitschaft, Vertrauen und dem Hinauswachsen über sich selbst. Sie steckt voller Wunder und Überraschungen und spannender, witziger, herzlicher und stellenweise sogar recht gruseliger Momente. Obwohl ich die Story schon kannte, war ich hier durchweg am Mitfiebern und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich so gefesselt von der Handlung war. Hier noch mal ein ganz großes Lob an Michael Morpurgo, dass es ihm so grandios gelungen ist, „Der Zauberer von Oz“ auf eine so mitreißende und liebenswerte Weise neu zu erzählen.
„Toto. Auf vier Pfoten zum Zauberer von Oz“ ist so ein richtiger Kinderbuchschatz, der meiner Meinung nach in keinem guten Kinderbuchregal fehlen sollte.

Fazit: Was für ein unglaublich schönes Buch – ich bin total verliebt in diese wundervolle moderne Neuerzählung von „Der Zauberer von Oz“! „Toto . Auf vier Pfoten zum Zauberer von Oz“ ist in meinen Augen ein absolutes Schätzchen, welches mir ein herrliches Leseerlebnis beschert hat. Ich habe dieses märchenhafte Abenteuer nur zu gerne aus Sicht von Toto noch einmal erlebt und kann diesem mutigen kleinen Hund nur glücklich und zufrieden zustimmen: „Ich war dabei!“. Michael Morpurgo ist es großartig gelungen, die Geschichte leicht, spannend und kindgerecht neu zu erzählen. Sein Text plus die fantastischen farbenfrohen Bilder von Emma Chichester Clark ergeben zusammen ein wahres Kunstwerk. Ich bin hellauf begeistert und vergebe sehr gerne volle 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 11.12.2019

Berührend, schmerzlich-schön, mitreißend, wunderbar witzig - ein großarties Debüt!

Immer wieder für immer
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Bei „Immer wieder für immer“ wusste ich sofort: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Es klang einfach so gut und das Cover finde ich wunderhübsch. Ich liebe diese warmen Farben und brillant finde ich die ...


Bei „Immer wieder für immer“ wusste ich sofort: Das Buch muss ich unbedingt lesen! Es klang einfach so gut und das Cover finde ich wunderhübsch. Ich liebe diese warmen Farben und brillant finde ich die Darstellung des Titels. Allerdings muss ich gestehen, dass mir die originelle Gestaltung des Titels erst aufgefallen ist, nachdem ich davon in einer anderen Rezension gelesen hatte. :D
Seht ihr das? Einmal steht der Titel richtig da und dann wurde er darum herum noch mal kreisförmig angeordnet und zwar so, dass er eine Endlosschleife ergibt. Mega coole Idee, finde ich, und absolut passend zur Story. Schließlich handelt es sich bei dem Buch um eine Zeitreisegeschichte im „Und täglich grüßt das Murmeltier“ - Stil.
Ich war nun sehr gespannt, was mich in „Immer wieder für immer“ wohl erwarten wird.

Als der 18-jährige Jack auf einer Party Kate das erste Mal begegnet, ist er sofort ganz verzaubert von ihr. Er fühlt sich richtig mit ihr verbunden. Jack ist sich sicher: Kate ist die große Liebe seines Lebens. Die beiden treffen sich auch nach der Fete regelmäßig und kommen sich immer näher. Doch dann endet die wunderschöne gemeinsame Zeit jäh: Kate stirbt. Oder doch nicht? Jack ist total verwirrt, als er plötzlich wieder auf der Treppe sitzt, der Treppe, auf der er Kate kennengelernt hat. Und da taucht Kate auch schon auf – gesund und putzmunter. Jack weiß nicht, was hier läuft, aber egal: Kate ist am Leben und er hat nun die Chance, ihren Tod zu verhindern. Nun, da soll sich nur noch herausstellen, dass dieses Unterfangen viel schwieriger ist als gedacht. Ob es Jack wohl gelingen wird, Kate zu retten?

Ich bin hier eindeutig nicht mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen: Mir hat „Immer wieder für immer“ unglaublich gut gefallen. In meinen Augen ist Justin A. Reynolds hier ein fabelhafter Debütroman gelungen, welcher mir tolle Lesestunden beschert hat. Die Handlung konnte mich von den ersten Seiten an in ihren Bann ziehen und bis zum Schluss fesseln. Das Ergebnis? Ich habe das Buch quasi inhaliert. Justin A. Reynolds hat eine unheimlich mitreißende Art zu schreiben. Sein Schreibstil ist locker-leicht, spritzig-modern und so herrlich humorvoll. Da zudem die Kapitel so angenehm kurz sind, kann man eigentlich gar nicht anders, als das Buch wegzusuchten.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht des 18-jährigen Jack in der Ich-Perspektive. Jack war mir auf Anhieb sympathisch. Ihn muss man einfach lieben – er ist ein herzensguter, total witziger, etwas nerdiger und zuckersüßer Kerl. Seinen einmaligen Humor und seine wunderbar selbstironische Art habe ich beim Lesen richtig gefeiert.
Dank der anschaulichen Erzählweise konnte ich mich in Jack problemlos hineinversetzen und sein Denken, Handeln und Fühlen jederzeit vollkommen nachvollziehen. Jack ist einfach einsame Spitze – er ist genau so ein Protagonist wie ich ihn in Büchern liebe.

Auch die weiteren Charaktere wurden hervorragend ausgearbeitet. Sie besitzen alle sehr an Tiefe und wirken stets absolut authentisch.
Kate ich habe ich ebenfalls wahnsinnig liebgewonnen. Ich mochte ihre offene und direkte Art super gerne. Sie und Jack ergeben ein wundervolles Paar. Als Leser spürt man wirklich vom ersten Moment an, dass die beiden etwas ganz Besonderes verbindet. Ihre gemeinsamen Augenblicke haben mich zutiefst berührt und mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.
Bestens unterhalten haben mich auch die beiden besten Freunde von Jack: Jillian und Franny. Die zwei muss man einfach, wie Jack und Kate, sofort ins Herz schließen.

Die Story konnte mich ebenfalls komplett überzeugen. Sie ist ernsthaft und lustig zugleich. Sie regt extrem zum Nachdenken an, entlockt einem aber auch immerzu jede Menge laute Lacher und breite Schmunzler. Die Geschichte steckt voller Überraschungen und Emotionen, voller Schmerz, Leid, Liebe und traurig-schöner Momente.
Der Klappentext verrät ja bereits, dass es sich bei „Immer wieder für immer“ um einen Zeitreise-Roman handelt. Jack gerät in eine Zeitschleife und wird Kate immer wieder aufs Neue kennenlernen. Das Buch erinnert an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und wie der Film, so zeigt auch „Immer wieder für immer“, dass schon die kleinsten Veränderungen gravierende und ungeahnte Folgen mit sich bringen können. 
 
Jack wird auf verschiedensten Wegen versuchen, die Zukunft zu verändern. Er möchte Kates Tod verhindern und zugleich auch seine Familie und seine Freunde glücklich machen. Das dies viel schwieriger zu bewältigen ist, als gedacht, wird Jack sehr schnell merken.
Mir hat die Umsetzung dieses Zeitschleifen-Themas wahnsinnig gut gefallen. Mich hat es fasziniert zu sehen, wie unterschiedlich dieser gewisse Zeitraum, in welchen Jack immer wieder aufs Neue gerät, ablaufen kann und das schon durch die geringsten Kleinigkeiten, die Jack anders macht als davor. Ich wurde irgendwie immer gespannter, was mich wohl nach dem nächsten Zeitsprung erwarten wird und was Jack dieses Mal versuchen wird, damit alles glücklich endet. Wie oben bereits erwähnt: Ich klebte hier stellenweise richtig an den Seiten und habe ich das Buch förmlich verschlungen, da mich die Handlung so sehr gepackt hat.
Was der Geschichte ebenfalls gelungen ist: Sie hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt: Würde ich etwas an meinem Leben ändern wollen, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte? Oder Schicksal einfach Schicksal sein lassen? Vielleicht kann man manche Dinge auch gar nicht ändern, ganz egal, was man versucht. Ist es nicht einfach besser, dass man sich auf das Hier und Jetzt konzentriert und sein Leben lebt und genießt, mit all seinen Höhen und Tiefen? In diesem Buch steckt enorm an Weisheit und es vermittelt so einige tiefsinnige Botschaften, womit ich anfangs gar nicht gerechnet hatte. Das dem so ist und es sich bei „Immer wieder für immer“ nicht bloß um eine gewöhnliche Teenieromanze handelt, finde ich einfach nur große Klasse und wunderschön.

Auf das Ende habe ich richtig hingefiebert. Wird die Geschichte ein Happy End haben? Oder nicht? Nun, das werde ich hier natürlich nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selber lesen. Nur so viel: Ich persönlich hatte mit einem anderen Ende gerechnet, bin aber aber auch zufrieden mit dem Schluss, der einen hier erwartet. Ich finde das Buch perfekt, so wie es ist, und kann es jedem nur ans Herz legen.

Fazit: Ein großartiges Debüt, welches man am liebsten immer und immer wieder lesen möchte! Mich hat „Immer wieder für immer“ auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Ich habe mitgezittert und mitgelitten, mitgehofft und ohne Ende mitgefiebert. Die Geschichte ist berührend, romantisch und schmerzlich-schön, zugleich aber auch irre witzig und humorvoll. Wenn ihr gerne Bücher lest, die vom Zeitreisen handeln und die euch bewegen, mitreißen, überraschen, schockieren und euch immerzu breit grinsen und schmunzeln lassen – dann kann ich nur sagen: Holt euch dieses Buch! Verschlingt es, liebt es und seid genauso begeistert wie ich. Ich habe zauberhafte Lesestunden mit „Immer wieder für immer“ verbracht und vergebe sehr gerne volle 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Düster, humorvoll, unglaublich spannend - ein fabelhafter Auftakt, der große Lust auf mehr macht!

Das hungrige Glas (Glas-Trilogie Band 1)
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Als ich beim Stöbern das erste Mal auf „Das hungrige Glas“ gestoßen bin, war ich sofort Feuer und Flamme für das Buch. Das Cover finde ich mega cool – in meinen Augen ist es ein richtiger Hingucker. Es ...

Als ich beim Stöbern das erste Mal auf „Das hungrige Glas“ gestoßen bin, war ich sofort Feuer und Flamme für das Buch. Das Cover finde ich mega cool – in meinen Augen ist es ein richtiger Hingucker. Es hat so etwas Düsteres und Geheimnisvolles an sich und verspricht jede Menge Spannung und Action. Auch der Klappentext machte mich extrem neugierig auf das Buch. Für mich stand daher sehr schnell fest: „Das hungrige Glas“ muss ich unbedingt lesen!

Ravenbrück, 1811: Der 13-jährige Moritz Brenner und seine kleine sechsjährige Schwester Konstanze leben seit dem Tod ihrer Eltern in dem Waisenhaus der unfreundlichen Fräulein Bimmel. Als Konstanze eines Nachts von einem grausigen Monster verschleppt wird, fasst Moritz sofort den Entschluss, seine Schwester zu befreien. Während seiner Verfolgungsjagd trifft der verzweifelte Junge auf den Monster- und Dämonenjäger Edgar und dessen Schwester Helene. Bei den Geschwistern, die in einem merkwürdigen Dampffahrzeug leben, findet Moritz Unterschlupf – und auch Hilfe. Edgar beschließt den Jungen in der Kampfkunst gegen Monster und Dämonen zu unterweisen und ihm bei der Suche nach Konstanze zu helfen. Ein aufregendes Abenteuer beginnt voller Gefahren, Geheimnisse und einer bösen, bedrohlichen Macht. Ob es ihnen wohl gelingen wird, Konstanze zu retten?

Um mich war es hier schon geschehen, als ich das Buch das erste Mal aufschlug und mich diese traumhafte Karte vorne im Einband anlachte. Ich liebe in Karten in Büchern! Wer jetzt ganz laut „Oh ja, ich auch!“ schreit, der wird sich hier ganz bestimmt genauso sehr freuen wie ich, denn die Karte von Ravenbrück, in deren Genuss wir hier kommen, ist wirklich umwerfend!

Nachdem ich mich von der Karte losgerissen und zum Prolog geblättert hatte, nahm meine Begeisterung für das Buch nur noch mehr zu. Der erste Satz lautet „Der Nebel war dick wie Bohnensuppe“ und, keine Ahnung, irgendwie finde ich diesen Vergleich genial. Mein erster Eindruck von „Das hungrige Glas“ war also schon mal einsame Spitze und ich war guter Dinge, dass mich auch alles weitere begeistern wird. Lag ich damit richtig? Yes, absolut! Ich finde das Buch großartig! Ich habe es so richtig weggesuchtet und hätte mich danach am liebsten sofort auf den nächsten Band gestürzt. Echt schade, dass der zweite Teil erst im Herbst 2020 erscheinen wird. Das dauert noch so furchtbar lange, schnief.

Heiko Hentschel ist in meinen Augen mit dem Auftakt seiner Glas-Trilogie ein wundervoller Fantasyroman für Jung und Alt gelungen. Für Fantasyfreunde ist das Buch auf jeden Fall ein großes Muss! Wir begegnen hier den außergewöhnlichsten und fantasievollsten Geschöpfen und erleben lauter magische und aufregende Dinge. Ich kann euch versichern: Langeweile kommt hier an keiner Stelle auf. Die Handlung ist unfassbar mitreißend, actiongeladen und geheimnisvoll, sodass Mitfiebern und Herumrätseln definitiv Programm ist. Gänsehaut-Feeling gibt es auch ohne Ende – Gruselliebhaber werden hier also ebenfalls ganz auf ihre Kosten kommen.
Neben den spannenden, mysteriösen und unheimlichen Szenen kommen dann auch die humorvollen und witzigen Momente nicht zu kurz. Der Humor war absolut meiner – ich war hier ständig am Grinsen und Schmunzeln.
Und – ja, das Buch beinhaltet tatsächlich noch mehr: Auch traurige und tragische Augenblicke, die einen berühren und mitleiden lassen, sind Teil der Geschichte.
„Das gläserne Glas“ handelt von Freundschaft, Mut, Vertrauen und Zusammenhalt, von Verantwortung, Verlust, Angst, Familie und Geschwisterliebe. Mir hat dieser Mix aus verschiedenen Themen und Werten richtig gut gefallen. Ich finde ihn mega interessant und einfach nur klasse.

Dank der fesselnden Handlung, den angenehm kurzen Kapiteln und dem locker-leichten, fabelhaften Schreibstil fliegt man hier nur so durch die Seiten. Noch packender wird die Story durch die Perspektivwechsel, wobei meinem Empfinden nach Moritz den größten Erzählpart übernimmt.

Die Charaktere wurden allesamt ausgezeichnet ausgearbeitet. Moritz war mir auf Anhieb sympathisch – er ist ein total herzlicher, mutiger und starker 13-jähriger Junge. Ich fand es wunderschön zu sehen, wie lieb er seine kleine Schwester Konstanze hat und dass er alles tun würde, um sie zu beschützen. Als sie von einem Monster entführt wird, steht für Moritz natürlich sofort fest, dass er seine geliebte Schwester retten muss.

Sehr liebgewonnen habe ich auch die Geschwister Edgar und Helene. Was die zwei betrifft, müsst ihr euch auf so einige Überraschungen gefasst machen. Was ich damit meine? Hehe, das verrate ich hier natürlich nicht, Spannung muss schließlich sein. ;)
Unheimlich gut gefallen hat mir dann auch die Elster. Als großer Vogelfreund hat es mich riesig gefreut, dass Moritz einen treuen gefiederten Gefährten an seiner Seite hat.

Einfach nur grandios fand ich die Monster, auf die man im Verlaufe des Buches stößt. Heiko Hentschel hat hier seiner Fantasie ihren freien Lauf gelassen und die faszinierendsten und originellsten Geschöpfe erschaffen. Die Boogelbies zum Beispiel, dank denen wir auch so einige, super witzige neue Worte kennenlernen dürfen, da sie die amüsantesten Geräusche machen: Bobbeln, summseln, wuppern... - ja, ihr seht: In diesem Buch wimmelt es wirklich nur so vor kreativen und brillanten Ideen.
Kurze Frage: Weiß jemand von euch zufällig, wo man so einen herrlich bobbelnden und wuppernden Boogelbie herbekommt? Diese ulkigen Wesen haben es mir irgendwie total angetan. Ich möchte jetzt auch einen Booglebie haben. :D

Hellauf begeistert bin ich dann natürlich auch von dem Setting! Nicht nur die Karte von Ravenbrück ist wunderschön – auch die Beschreibungen der Schauplätze sind atemberaubend. Durch die einzigartige Kulisse wird hier von Beginn an eine schaurig-schöne, düstere Atmosphäre geschaffen, in die man nur zu gerne eintaucht. Mich konnte diese zeitlose und wunderbare Stimmung komplett verzaubern und dank der anschaulichen Beschreibungen hatte ich beim Lesen die tollsten Bilder im Kopf.

Was dann natürlich auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist die innere Aufmachung des Buches. Zwischen den Buchdeckeln schlummert nicht nur eine wunderhübsche Karte – auch eine kleine Illustration an den Kapitelanfängen gibt es. Mir hat dieses schwarz-weiß Bildchen des Monsters wahnsinnig gut gefallen. Es ist super süß und knuffig gezeichnet, allerdings darf man sich von dieser niedlichen Zeichnung nicht täuschen lassen. In dem Monster-Glossar, welches sich hinten im Buch befindet, erfahren wir, dass so einige dieser Kreaturen verdammt gefährlich sein können. Die Bilder im Glossar sehen auch eher weniger putzig aus, sondern richtig furchteinflößend. Die Gestaltung ist insgesamt einfach nur hervorragend gelungen. Hach, ich bin schon so gespannt, was uns wohl Zauberhaftes in Band 2 erwarten wird!

Fazit: Ein fantastischer Fantasyschmöker, der einen von Beginn an mitreißt und bis zum Schluss in Atmen hält! Heiko Hentschel ist mit dem Auftakt seiner Glas-Trilogie ein monstermäßig gutes Buch gelungen! Die Geschichte ist so unglaublich fesselnd und nervenaufreibend. Sie ist düster-atmosphärisch und tiefgründig und steckt voller Magie, Abenteuer und Geheimnisse. Ein Setting, dass einem das reinste Kopfkino beschert, witzig-charmante Charaktere, lauter fantasievolle Ideen, eine prickelnde Spannung, ein einmaliger Humor, lauter geniale Plot-Twists und Überraschungen – klingt gut? Nun, das ist es auch! Egal ob Groß oder Klein – ich kann euch diesen tollen Trilogieauftakt sehr nur ans Herz legen! Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 07.12.2019

Berührend, authentisch, erschütternd - ein wunderbares Buch!

Annies Welt
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Sieht das Cover nicht wunderhübsch aus? Also bei mir war es hier Coverliebe auf den ersten Blick. Da mich auch der Klappentext auf Anhieb überzeugen konnte, stand für mich sofort fest: Die 10-jährige ...

Sieht das Cover nicht wunderhübsch aus? Also bei mir war es hier Coverliebe auf den ersten Blick. Da mich auch der Klappentext auf Anhieb überzeugen konnte, stand für mich sofort fest: Die 10-jährige Annie und ihre Großfamilie möchte ich unbedingt kennenlernen. Ich ließ das Buch also nur zu gerne bei mir einziehen.

Massachusetts, 1985: Die 10-jährige Antoinette Elisabeth Bianchi, genannt Annie, wohnt zusammen mit ihrer Familie in der Snow Lane Nummer 17 in Ashcroft. Annie ist ziemlich klein und dünn für ihr Alter, sie hat ein riesiges Lächeln und sie ist Legasthenikerin. Was Annie auch noch ist: Sie ist die jüngste von neun Geschwistern. Sie hat sieben große Schwestern und einen großen Bruder und wer jetzt denkt, dass es doch bestimmt toll ist, in so einer großen Familie aufzuwachsen, man hat so schließlich immer jemanden zum Spielen, dem sei gesagt: In Annies Familie geht es nicht gewöhnlich zu. Bei den Bianchis läuft eine Menge verkehrt. Der Vater hat drei Jobs und ist daher so gut wie nie zu Hause, die Mutter kriegt kaum was auf die Reihe, vernachlässigt ihre Kinder und müllt das Haus mit unnötigen Dingen zu und die jüngeren Bianchis müssen sich vor den Drohungen und Prügelattacken der größeren Geschwister fürchten. Für Annie ist all das aber ganz normal. Und wenn es ihr doch mal zu viel wird, zählt sie einfach. Das hilft immer. Irgendwann merkt Annie aber, dass es überhaupt nicht normal ist, wenn Gewalt und Armut den Alltag bestimmen. Annies Familie braucht Hilfe, dringend!

Dass es sich bei „Annies Welt“ um kein Gute-Laune-Kinderbuch handelt, hatte ich mir anhand des Klappentextes schon gedacht, allerdings hatte ich dann doch mit einer etwas fröhlicheren Story gerechnet. Vermutlich aufgrund des Titels und der farbenfrohen Aufmachung. Ich persönlich frage mich ja, warum man das Buch so bunt gestaltet hat. Das Cover sieht zwar wunderschön aus, passt in meinen Augen nur irgendwie so gar nicht zu dem, was einem im Inneren erwartet. Und warum man den Untertitel „3 x 3 Gründe, glücklich zu sein“ gewählt hat, habe ich ehrlich gesagt auch nicht so ganz verstanden.
Die Geschichte, die hier erzählt wird, beschert einem wenig glückliche Momente. Es gibt zwar auch ab und an mal etwas zum Schmunzeln, aber insgesamt habe ich das Buch als zu traurig und hart für ein Kinderbuch ab 10 Jahren empfunden. Meiner Ansicht nach ist „Annies Welt“ eher ein Roman für Jugendliche und Erwachsene.

So, ehe ihr jetzt den Eindruck gewinnt, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat, klingt ja schon irgendwie ziemlich negativ, was ich da gerade geschrieben habe – doch, mir hat „Annies Welt“ gefallen, sehr sogar! Ich finde das Buch wundervoll und habe es quasi in einem Rutsch durchgelesen. Auf mich konnte die Handlung von den ersten Seiten an die totale Sogwirkung ausüben, der mich kaum mehr entziehen konnte. Das Einzige, was mich eben nur stört, ist die verspielte Gestaltung und die Altersempfehlung. Unsere Protagonistin Annie ist zwar erst 10 Jahre alt, nur bin ich einfach der Meinung, dass die Geschichte für jüngere Kinder eher ungeeignet ist.

Ich, als Erwachsen, habe tolle Lesestunden mit dem Buch verbracht. Ich greife total gerne zu Büchern, die mich schockieren, berühren und nachdenklich stimmen. „Annies Welt“ war daher genau mein Ding, denn das, was ich hier zu lesen bekommen habe, ist mich stellenweise richtig erschüttert. Das Buch ist definitiv nicht ohne. In Annies Familie läuft eine Menge verkehrt. Der Vater ist nie da, weil er nur am Arbeiten ist, die Mutter ist mit allem völlig überfordert und kümmert sich kaum um ihre Kinder, die größeren Geschwister müssen sich daher um die jüngeren kümmern und das war erst der Anfang. Neben der großen Vernachlässigung vonseiten der Eltern bestimmen auch Verwahrlosung, Armut und Gewalt den Alltag der Bianchis. Mich hat es entsetzt zu sehen, wie es in Annies Familie zugeht. Einige der älteren Geschwistern bedrohen und verprügeln die jüngeren und auch die Mutter wird gerne mal handgreiflich. Schlimm, oder? Noch heftiger wird das Ganze, wenn man sich das Nachwort der Autorin der durchliest, in welchem hervorgeht, dass wohl recht viel Autobiographisches in diesem Buch steckt und Josephine Angelini selbst keine schöne Kindheit erleben durfte.

Aber keine Sorge, zu bedrückend wird die Geschichte nicht. Durch die kindlich-naive und recht humorvolle Erzählweise wird das Ganze, finde ich, sehr gut aufgelockert. Mir hat dieser krasse Gegensatz total gut gefallen: Die ungeschönten Dingen, die sich in Annies Familie abspielen und dazu dann dieser recht heitere, warmherzige Erzählton.

Wir erfahren alles aus der Sicht von Annie in der Ich-Perspektive und meinem Empfinden nach, ist Josephine Angelini diese kindliche Betrachtungsweise erstklassig gelungen. Die Art, wie Annie uns von ihrem Alltag erzählt, ist absolut authentisch und unheimlich einfühlsam. Ich, als Erwachsene, konnte mich jederzeit problemlos in unsere 10-jährige Buchheldin hineinversetzen und ihr Denken, Handeln und Fühlen vollkommen nachvollziehen.
Annie habe ich sofort ganz fest in mein Herz geschlossen. Man muss sie einfach lieben - sie ist ein super sympathisches, aufgewecktes und kluges junges Mädchen.
Bei Annie habe ich mich die ganze Zeit über gefragt, ob sie an einer Form des Autismus leidet. Das Wort Autismus wird zwar nie genannt, es wird nur erwähnt, dass Annie Legasthenikerin ist, aber vom Verhalten her kam es mir schon so vor, als ob sie Autistin wäre. Sie ist auf jeden Fall ein hochsensibler Mensch und anders als andere Kinder in ihrem Alter.

Josephine Angelini ist mit „Annies Welt“ in meinen Augen ein ganz besonderes Buch gelungen, welches wohl nicht jedermanns Sache sein wird, welches mir aber ein fabelhaftes Leseerlebnis beschert hat. „Annies Welt“ zeigt auf, dass vieles ganz anders ist, als es nach außen hin oft wirkt. Die Bianchis versuchen immerzu den Schein zu wahren, dass alles bei ihnen in Ordnung ist und sie eine ganz gewöhnliche, große Familie sind. Sie gehen regelmäßig zur Kirche (die Bianchis sind strenge Katholiken) und sie empfangen niemals Besuch, damit niemand sieht, wie es bei ihnen Zuhause aussieht. Annie hat gelernt, mit all dem klarzukommen. Wenn es zu schrecklich wird, beginnt sie zu zählen, denn Zahlen lenken sie ab. Irgendwann beginnt Annie aber Dinge zu hinterfragen und sie merkt, dass bei ihr Zuhause alles andere als normale Zustände herrschen.
Ob sich in der Snow Lane Nummer 17 schließlich noch etwas ändern wird, ob sich Annies Familie Hilfe holen wird oder nicht, das werde ich hier nicht verraten, da müsst das Buch schon selber lesen. Nur so viel: Ein Happy End hat das Buch irgendwie nicht. Hat mich aber nicht gestört. Ich finde, dass das Ende perfekt zur Geschichte passt.

Fazit: Berührend, erschütternd, authentisch – ein wunderbares Buch voller Schmerz, Hoffnung und traurig-schöner Momente! Mich konnte das erste Kinderbuch von Josephine Angelini hellauf begeistern. Annies Geschichte hat in mir die verschiedensten Gefühle hervorgerufen. Ich habe Wut, Trauer und Entsetzen empfunden, ich war am Schmunzeln und habe mitgehofft und mitgelitten. Für jüngere Kinder ist das Buch in meinen Augen zu traurig und schonungslos ehrlich, allerdings spreche ich da natürlich nur für mich. Ich persönlich würde das Buch jedenfalls erst am 12 und nicht ab 10 Jahren empfehlen. Wer gerne Bücher liest, die zum Nachdenken anregen und unter die Haut gehen, dem kann ich „Annies Welt“ sehr ans Herz legen. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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