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Veröffentlicht am 29.08.2019

Authentisch, aufrüttelnd und absolut fesselnd! Ein tolles Jugendbuch!

Mein (geheimes) YouTube-Leben
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Als ich mir das erste Mal den Klappentext von „Mein (geheimes) YouTube-Leben“ durchlas, war meine Neugierde sofort geweckt. Ich finde das Thema „Die Selbstdarstellung in den sozialen Medien“ unheimlich ...

Als ich mir das erste Mal den Klappentext von „Mein (geheimes) YouTube-Leben“ durchlas, war meine Neugierde sofort geweckt. Ich finde das Thema „Die Selbstdarstellung in den sozialen Medien“ unheimlich wichtig und auch sehr interessant. Da ich zudem selbst als Bloggerin sehr aktiv in den sozialen Netzwerken bin, stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich das Buch lesen möchte.

Lily scheint das perfekte Leben zu führen. Sie ist mega hübsch, stets stylisch gekleidet, wunderschön geschminkt, hat einen tollen, gutaussehenden Freund, mit dem sie sich eine schicke, teure Wohnung in London teilt und in der Online-Welt ist sie ein richtiger Superstar! Ihrem YouTube-Kanal LilyLoves folgen mittlerweile unglaubliche drei Millionen Menschen! Demnächst wird sie sogar ihre eigene Lippenstiftkollektion herausbringen. Viele junge Mädchen himmeln Lily an, so auch die 16-jährige Melissa. Melissa würde alles tun, um so fantastisch zu sein wie Lily. Sie hat sich sogar einen eigenen Blog erstellt, nur folgt diesem bisher leider kaum jemand. Melissa fängt daher an, ihren Blog genau so zu gestalten wie den von Lily. Sie denkt sich einfach Geschichten über ihr Leben aus und veröffentlicht sie. Weiß ja niemand, dass sie gelogen sind. Scheint auch prima zu klappen, denn Melissa gewinnt stetig neue Abonnenten. Die Gier nach Likes und Followern wird immer größer, Melissa verstrickt sich immer mehr in Lügenmärchen und verliert sich komplett in ihrer perfekten Online-Welt. Dann aber trifft sie eines Tages Lily im realen Leben und dieser Tag wird schwere und sehr dramatische Folgen haben...

Was haltet ihr vom Cover? Also ich muss gestehen, dass ich es anfangs ein wenig hässlich fand. Wäre der Klappentext nicht so überzeugend gewesen, wäre ich vermutlich etwas länger am überlegen gewesen, ob ich das Buch bei mir einziehen lassen soll. Mittlerweile aber habe ich mich doch mit dem Cover angefreundet. Irgendwie hat es was, finde ich.

Deutlich besser gefallen hat mir aber das, was ich hier zu lesen bekommen habe. So ein paar kleine Schwächen hat das Buch zwar für mich, aber begeistert bin ich dennoch. Für mich hat sich die Handlung als deutlich ernster und tiefsinniger herausgestellt als von mir erwartet.

Vom Verlag wird das Buch ab 12 Jahren empfohlen und dieser Altersempfehlung schließe ich mich nur so halb an. Jeder tickt natürlich anders, für manche 12-jährige mag die Story durchaus schon etwas sein, allerdings halte ich persönlich das Buch für eine etwas ältere Zielgruppe (ab 14 Jahren) mehr geeignet. In erster Linie aufgrund unserer beiden Protagonistinnen, die keine 12 mehr sind. Lily ist sogar schon deutlich älter, sie ist in den Zwanzigern und Melissa ist sechzehn. Da ich das Thema, das hier behandelt wird, aber wirklich wichtig finde und auch 12-jährige schon sehr viel in der Online-Welt aktiv sind, denke ich schon, dass „Mein (geheimes) YouTube-Leben“ auch für 12-jährige lesenswert ist. Eher für Mädels, hier handelt es sich in meinen Augen schon mehr um einen Mädchenroman, aber auch so mancher Junge wird hier sicher Spaß beim Lesen haben.

Das Buch wird abwechselnd aus der Sicht von Lily und Melissa erzählt, was mir wahnsinnig gut gefallen hat. Wir erhalten von beiden einen tiefen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt, sodass man sich in beide sehr gut hineinversetzen kann. Ich muss nur gestehen, dass mir das bei Melissa nicht immer gelungen ist. Sie konnte ich anfangs nicht so wirklich leiden und ihr Verhalten habe ich selten nachvollziehen können. Das hat sich aber zum Glück im Verlaufe des Buches noch etwas gewandelt, nachdem Melissa eingesehen hat, wie falsch ihr Handeln war. Komplett warmgeworden bin ich aber dennoch nicht mit ihr.

Die Kapitel aus Lilys Sicht waren mir deutlich lieber gewesen. Lily war mir auf Anhieb sympathisch, ihr Verhalten habe deutlich besser verstehen können. Liegt vermutlich daran, dass wir Lily kennenlernen, als sie schon realisiert hat, was für eine große Lüge ihr Leben doch eigentlich ist und wie unwohl sie sich damit fühlt.
Lily führt ihren YouTube-Kanal schon einige Jahre und hat mittlerweile sage und schreibe 3 Millionen Follower! Krass, oder? Als Leser erleben wir mit, wie sie Videos dreht und postet, zusammen mit ihrem Freund Bryan. Wobei man das Freund wohl besser in Anführungsstriche setzen sollte, denn ein Paar sind die beiden irgendwie schon längst nicht mehr. Wie bereits erwähnt: Das Leben der beiden ist eine Scheinwelt aus lauter Lügen, sie führen angeblich ein fantastisches Leben in der hippen Metropole London, sind das perfekte Paar und rundum zufrieden und glücklich. Tja, nur ist in Wahrheit das genaue Gegenteil der Fall. Lily hasst ihr Leben mittlerweile, der Erfolgsdruck wird immer größer, der Stress nimmt zunehmend zu und als sie erfährt, dass ihr Freund fremdgeht, ist das Fass komplett am überlaufen. Lily kann einfach nicht mehr. Sie muss und will etwas ändern.

Bei Melissa schaut das ganz anders aus. Sie verehrt Lily, ist ihr allergrößter Fan und würde alles dafür geben, um so zu sein wie sie. Hübsch, berühmt und bei allen beliebt. Ihren Blog gestaltet sie daher genauso wie Lilys und wie sie das tut, ist überhaupt nicht okay. Mich hat es richtig entsetzt zu sehen, wie sehr sich Melissa von Lilys angeblich perfekten Leben blenden ist und was sie alles tut, um möglichst viele Follower und Likes zu erhalten.

In meinen Augen hat Charlotte Seager das wichtige Thema „Selbstdarstellung in den sozialen Medien“ wunderbar behandelt. Authentisch, tiefgründig, mitreißend und sehr zum Nachdenken anregend. Mich zumindest hat das, was ich hier gelesen habe, sehr nachdenklich gestimmt und auch ziemlich schockiert. Was bin ich froh, dass ich deutlich vorsichtiger und besonnener im Internet vorgehe und nicht so abhängig von den sozialen Netzwerken bin, wie so viele andere. Wobei ich schon gestehen muss, dass mir Instagram sehr wichtig geworden ist. Ich denke schon, dass sich so mancher ein bisschen in Lily und Melissa wiederfinden wird.
Ich hoffe nun sehr, dass dieses Buch vielen vor Augen führen wird, dass das echte Leben nicht im Internet stattfindet und so vieles, was man in der Online-Welt findet, ein totaler Fake ist.

Dank der mitreißenden Handlung, den wechselnden Erzählperspektiven, dem flüssigen, jugendlichen Schreibstil und den herrlich kurzen Kapiteln bin ich hier nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch rasend schnell beendet. Auch wenn es mir für die volle Sternenzahl dann doch nicht gereicht hat, kann ich „Mein (geheimes) YouTube-Leben“ absolut empfehlen! Die Story enthält eine so tolle Message, sie behandelt wichtige und sehr aktuelle Themen und sie beschert einem stellenweise eine richtige Gänsehaut. Letzteres war zumindest bei mir so. Ich bin wirklich froh, dass ich das Buch gelesen habe und freue mich schon sehr auf die weiteren Werke der Autorin.

Fazit: Mich hat das Buch sehr positiv überrascht. Die Handlung hat sich für mich als deutlich tiefgründiger und ernsthafter herausgestellt als von mir erwartet. Die Story ist authentisch, realistisch, absolut fesselnd und sie macht nur zu deutlich, wie gefährlich die Online-Welt sein kann und wie sehr sie das Leben von vielen Menschen mittlerweile beeinflusst. Ein wirklich tolles Buch mit einer großartigen und wichtigen Message! Ich kann „Mein (geheimes) YouTube-Leben“ wärmstens empfehlen und vergebe gute 4 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 28.08.2019

Eine magische schöne und absolut bezaubernde Fortsetzung!

Der Zaubergarten – Abenteuer können fliegen
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Da mir der erste Band von „Der Zaubergarten“ so gut gefallen hat, habe ich mich auf den zweiten Teil schon riesig gefreut. Auch bei diesem habe ich sofort in das wunderhübsche Cover verliebt. Sieht es ...

Da mir der erste Band von „Der Zaubergarten“ so gut gefallen hat, habe ich mich auf den zweiten Teil schon riesig gefreut. Auch bei diesem habe ich sofort in das wunderhübsche Cover verliebt. Sieht es nicht toll aus? Es funkelt übrigens ganz herrlich, wenn man es ins Licht hält. Das bezaubernde Cover hat meine Neugierde auf das Buch nur noch gesteigert. Ich war schon so gespannt auf das nächste aufregende Zaubergarten-Abenteuer!

Tilda und Anni können es irgendwie immer noch nicht fassen, dass Herr Bovist, der alte Mann aus dem Nachbargarten, sie zu richtigen Zaubergärtnerinnen ausbilden möchte! Mit dem Unterricht wird es nur leider vorerst nichts werden. Herr Bovist wurde nämlich entführt! Gunnar, der eigentlich einen Teil von Herr Bovists Besitz bekommen sollte, ist stinkwütend, dass ihm sein versprochenes Erbe wieder entzogen wurde. Nun setzt er alles daran, um seinen ihm zugesagten Anteil doch noch zu erhalten. Tilda und Anni sind entsetzt. Sie beschließen sofort, den alten Herrn Bovist zu befreien. Aber ob ihnen das auch gelingen wird? Gunnar ist schließlich sehr gefährlich und schreckt vor nichts zurück. Sogar geschrumpft hat der armen Herr Bovist! Zum Glück haben die Mädchen ja aber die magischen Zauberblumen. Dank deren Zauberkräfte werden sie diese große Rettungsaktion ganz bestimmt meistern!

Meine große Vorfreude war hier absolut gerechtfertigt, ich bin hellauf begeistert von dieser wunderschönen Fortsetzung. Ich persönlich finde den zweiten Teil sogar noch ein bisschen besser als den ersten. Mich hat die Geschichte noch mehr mitgerissen und verzaubert als die im Reihenauftakt. Nahezu in einem Rutsch habe ich das Buch durchgelesen und hätte mich danach am liebsten sofort auf den nächsten Band gestürzt. Leider gibt es diesen noch nicht, aber es wird ihn zum Glück noch geben. Auf den dritten Teil freue ich mich jetzt schon sehr!

Da der zweite Band direkt an seinen Vorgänger anschließt und sehr auf ihn aufbaut, rate ich hier dringend, die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten. Vielleicht mag es auch so gehen, wenn man ohne das Wissen aus dem ersten Band in den zweiten abtaucht, allerdings ist der Lesespaß definitiv deutlich höher, wenn man mit dem Auftakt beginnt.

Mein Lesevergnügen war hier jedenfalls absolut perfekt. Ich hatte einen wundervollen Einstieg in das Buch und habe mich vom ersten Moment an pudelwohl gefühlt. Nelly Möhle hat einen tollen Schreibstil. Er ist lebendig und bildhaft und so schön humorvoll. Dank der flüssigen Erzählweise, der packenden Handlung, den kurzen Kapiteln und der recht großen Schrift liest sich das Buch super angenehm. Kinder ab 8 Jahren, die schon etwas geübtere Leser sind, sollten hier keine Probleme mit dem Selberlesen haben. Zum Vorlesen ist die Reihe in meinen Augen aber auch prima geeignet.

Erfahren tun wir alles erneut aus der Sicht der 9-jährigen Tilda in der Ich-Perspektive. Tilda habe bereits in Band 1 ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist ein total sympathisches, süßes, pfiffiges und witziges Mädchen. Bei ihr kann man wirklich gar nicht anders, man muss sie einfach gernhaben.
Genauso sieht es bei ihrer besten Freundin Anni aus. Anni finde ich sogar noch ein bisschen lustiger als Tilda. Wie schon in Band 1, so hat mir Anni auch hier ständig Gründe zum Schmunzeln geliefert. Hach, ich liebe einfach ihre aufgeweckte und ulkige Art.

Neben Tilda und Anni konnte mich Nelly Möhle auch mit den weiteren Charakteren wieder komplett überzeugen. Wir stoßen auf viele bekannte Gesichter wie Tildas Familie zum Beispiel oder Herrn Bovist, der der Besitzer des einzigartigen Zaubergartens ist. Vor ihm hatten sich die Kinder im ersten Band ja anfangs sehr gefürchtet, allerdings hatte sich da dann noch herausgestellt, dass Herr Bovist gar nicht so gruselig ist wie gedacht, sondern total lieb und herzlich. Ich mag diesen etwas schrulligen alten Kauz richtig gerne. Und seinen Hund Rupert habe ich ebenfalls unheimlich liebgewonnen.
Wen ich überhaupt nicht leiden konnte, was aber natürlich auch so sein soll, ist Gunnar. Gunnar wird garantiert niemand mögen, er ist fies und gemein und unglaublich egoistisch. Um das zu bekommen, was er will, schreckt er wahrlich vor nichts zurück.

Ich kann euch versichern, Langeweile kommt hier an keiner Stelle auf. Einer packenden und unterhaltsamen Szene folgt der nächsten. Es kommen wieder viele magische Zauberblumen zum Einsatz, was für ein fantastisches Leseerlebnis sorgen wird. Einfach Wahnsinn, was es für coole Zauberblumen gibt. Ein paar durften wir bereits in Band 1 kennenlernen, wie Ludmilla, die einen unsichtbar macht oder die Flugblume, die einen fliegen lässt. Man muss nur an den Blüten schnuppern und, schwups, schon ist man verzaubert. Total genial fand ich die Blume, die einen die Wände hochklettern lässt. So spidermanmäßig. Oder die Blume, die einem die Haare wachsen lässt. Hihi, die Stelle fand ich so genial! Oder die Blume, die...hm, nein, mehr verrate ich hier lieber nicht. Spannung muss schließlich sein. Stellt euch einfach mal darauf ein, dass es hier sehr magisch und äußerst fantasievoll zugeht. :D

Was mir dann auch noch wahnsinnig gut gefallen hat, ist, dass die Autorin das ernste und wichtige Thema Mobbing aufgreift. An Tildas und Annis Schule gibt es einen richtig doofen Jungen namens Lukas, der viele seiner Mitschüler sehr übel behandelt. Neben dem Handlungsstrang „Herr Bovist und den Zaubergarten retten“ dürfen wir Leser die Mädchen also auch noch bei ihrer Mission „Blödmann Lukas einen Denkzettel verpassen“ begleiten. Ja, ihr seht, langweilig geht es hier wirklich nicht zu. Mitfiebern ist hier definitiv Programm!

Womit mich die Autorin natürlich auch wieder hellauf begeistern konnte, ist das Setting. Der geheime Zaubergarten wird einfach großartig beschrieben. Wie schon im ersten Band, so wäre ich auch hier am liebsten in das Buch hinein gekrabbelt, um mir diesen verwunschenen Ort selbst mal anzuschauen.

Was dann natürlich auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, sind die traumhaft schönen schwarz-weiß Illustrationen von Eva Schöffmann-Davidov. Eva Schöffmann-Davidov zählt schon längst zu meinen Lieblingsillustratorinnen. Ich liebe ihren unverkennbaren Zeichenstil! Auch hier konnte sie mich mit ihren Bildern wieder vollkommen verzaubern. Ob die liebevollen Bildchen an den Kapitelanfängen, das niedliche kleine Daumenkino unten rechts auf den Seiten oder die größeren Zeichnungen – ich bin ganz verliebt in die vielen hübschen Illustrationen. Die Bilder harmonieren hervorragend zum Geschehen im Text und verstärken nur noch diese wunderbar magische und abenteuerliche Atmosphäre, die hier durchweg herrscht.

Fazit: Ein zauberhaft schönes Kinderbuch, das von den ersten Seiten an zum Träumen und Mitfiebern einlädt! Nelly Möhle ist mit dem zweiten Band ihrer magischen Kinderbuchreihe eine wundervolle Fortsetzung gelungen, welche mir sogar noch etwas besser gefallen hat als der Auftakt. Die Geschichte ist durchweg spannend und mitreißend, sie witzig, fantasievoll und total schön und liebevoll illustriert. Sie handelt von Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Abenteuer und Magie und ist in meinen Augen auch für Jugendliche und Erwachsene absolut lesenswert! Ich bin ganz verliebt in diese süße Kinderbuchreihe und freue mich schon sehr auf die weiteren Bände. „Der Zaubergarten – Abenteuer können fliegen“ erhält von mir volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 27.08.2019

Einfühlsam, emotional, zutiefst bewegend und wunderschön!

Alles okay
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Als mir „Alles okay“ das erste Mal im Internet begegnete, war meine Neugierde sofort geweckt. Das Cover finde wunderhübsch, da war es bei mir wirklich Liebe auf den ersten Blick. Der Klappentext konnte ...

Als mir „Alles okay“ das erste Mal im Internet begegnete, war meine Neugierde sofort geweckt. Das Cover finde wunderhübsch, da war es bei mir wirklich Liebe auf den ersten Blick. Der Klappentext konnte mich ebenfalls auf Anhieb überzeugen. Für mich stand daher sehr schnell fest: Den neuen Roman von Nina LaCour möchte ich unbedingt lesen!

Nach dem Tod ihres geliebten Großvaters bricht für Marin eine Welt zusammen. Um ihrem alten Leben und den schlimmen Erlebnissen zu entkommen, flüchtet sie an ein College, viele Tausend Kilometer von ihrem alten Zuhause entfernt. Doch auch hier, an der Ostküste, ist sie vor ihrer Vergangenheit nicht sicher. Als sie während der Weihnachtsferien alleine im Studentenwohnheim ist, steht plötzlich ihre beste Freundin Mabel vor der Tür. Mit ihr kommen die Erinnerungen zurück, Erinnerungen, die sich hinter sich lassen wollte. Mabel aber bleibt und versucht alles, um Marin aus ihrer Einsamkeit und Depression zu befreien. Wird es ihr gelingen? Für was wird Marin sich entscheiden? Wird sie weiter versuchen, alles zu verdrängen oder wird sie mit Mabels Hilfe ins Leben zurückkehren?

Von Nina LaCour hatte ich bisher erst ein Buch gelesen, welches ich leider nur so lala fand. Bei „Alles okay“ sieht das aber ganz anders aus. Ich bin hellauf begeistert von dieser herzzerreißenden und bewegenden Geschichte! Wenn ich ehrlich bin, war ich anfangs schon etwas skeptisch gewesen, da das Buch recht dünn ist. Ich hatte ein wenig befürchtet, dass die Handlung oberflächlich bleibt und mich emotional nicht so mitnehmen wird. Diese Sorge war aber vollkommen unbegründet. Es ist echt Wahnsinn, was alles in diesen 200 Seiten steckt! Mich hat das, was ich hier zu lesen bekommen habe, zutiefst berührt und nachdenklich gestimmt.

Erfahren tun wir alles aus der Sicht von Marin in der Ich-Perspektive. Wie es Nina LaCour gelungen ist, Marins Gedanken und Gefühle dazustellen, ist einfach großartig! Marins große Einsamkeit und unendliche Traurigkeit, ihr Schmerz und ihre Trauer – alles wird so emotional, poetisch und wunderschön beschrieben.
Nina LaCour hat einen tollen und sehr bildhaften Schreibstil. Ich musste mich zwar erst an ihn an gewöhnen, aber nachdem meine kleine Anfangshürde überwunden war, konnte mich Nina LaCour mit ihren eindrucksvollen Worten vollkommen verzaubern und in ihren Bann ziehen.

Dank der einfühlsamen und absolut authentischen Erzählweise ist mir der Zugang zu Marin sehr leicht gefallen. Ich konnte mich problemlos in sie hineinversetzen, habe mit ihr mitgelitten, mitgefühlt und sie unglaublich liebgewonnen.

Da das Buch in zwei Zeitebenen erzählt wird, dürfen wir als Leser zwei verschiedene Marins kennenlernen. Zum einen wäre da die Marin aus der Vergangenheit, die an der Westküste lebt, zusammen mit ihrem geliebten Großvater. Durch die vielen Rückblicke wird deutlich, dass Marin schon immer ihr Päckchen zu tragen hatte. Ihre Mutter ist sehr früh verstorben und ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Sie ist bei ihrem Großvater aufgewachsen, zu dem sie eine ganz besondere und sehr innige Bindung hat. Als wirklich glücklich habe ich die Früher-Marin irgendwie nicht empfunden, aber im Vergleich zu der jetzigen Marin war sie dann doch ein deutlich fröhlicherer Mensch.

Die Marin in der Gegenwart umgibt eine sehr große Einsamkeit und Dunkelheit. Als Leser spürt man nur zu gut, wie schwer sie der Verlust ihres Großvaters getroffen hat. Durch die vielen Wechsel zwischen Jetzt und Früher wird es einem nur noch mehr vor Augen geführt, was Marin alles durchmachen musste.

Das Buch ist schon sehr melancholisch gestimmt und geht unter die Haut. Aber keine Sorge, zu bedrückend und düster ist die Geschichte nicht. Nein, als Leser dürfen wir hier auch so einige glückliche Momente erleben, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Jetzt-Zeit.

Was mir ganz besonders gut gefallen hat, waren die gemeinsamen Augenblicke mit Marin und Mabel. Diese werden so wundervoll beschrieben! Etwas erstaunt hat mich, dass auf das Thema Homosexualität nicht allzu groß eingegangen wird. Da hatte ich persönlich mit mehr gerechnet. Fand ich aber nicht schlimm, dass es anders war, ganz im Gegenteil. Wie Nina Lacour das Thema erste große Liebe hier eingebaut hat, auf so eine zarte und leichte Art, hat mir unheimlich gut gefallen.

Ebenfalls super fand ich, dass Marin und Mabel so stark im Vordergrund der Handlung stehen. Normalerweise mag ich das nicht so gerne, wenn die Nebenfiguren so blass bleiben. Hier aber hat es einfach perfekt gepasst. Mabel ist auch ein ganz wunderbarer Charakter. Sie ist immer für ihre Freundin da, möchte ihr helfen, sie unterstützen, ihr Mut, Hoffnung und Trost spenden. So jemanden wie Mabel wünscht sich wohl jeder an seiner Seite.

Ich habe Marin und Mabel nur zu gerne begleitet. Obwohl die Handlung sehr ruhig ist und der Fokus ganz klar auf den Beziehungen und Emotionen der Charaktere liegt und nicht auf Aktion und Spannung, hat die Story auf mich dennoch eine richtige Sogwirkung ausgeübt, der mich einfach nicht mehr entziehen konnte. Ich habe das Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen und für meinen Geschmack leider viel zu schnell wieder beendet.

Was ich zu guter Letzt unbedingt noch erwähnen möchte, ehe ich zu meinem Fazit komme, ist das Setting. Mir hat dieser Gegensatz total gut gefallen. In der Vergangenheit haben wir Sommer und dieses tolle Sommerfeeling wird durch den Schauplatz (Kalifornien) nur noch verstärkt. In der Gegenwart herrscht Winter, es schneit und ist eisig kalt draußen. Ich kann irgendwie gar nicht sagen, welcher Handlungsort mir nun besser gefallen hat. Sie verströmen beide so eine ganz eigene und wunderschöne Atmosphäre.

Fazit: Ein wundervolles Buch, welches einen zutiefst berührt und nachdenklich stimmt. „Alles okay“ ist definitiv mehr als nur „okay“. Nina LaCour ist hier ein ganz besonderes Buch gelungen, das ich jedem nur ans Herz legen kann. Es erzählt auf eine so zauberhaft schöne, einfühlsame, poetische und absolut authentische Weise eine großartige Geschichte über Freundschaft, Liebe, Hoffnung, dem Erwachsenwerden, Verlust, Trauer und Einsamkeit. Mich hat das Buch auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Ich bin hellauf begeistert und vergebe 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 26.08.2019

Spannend, geheimnisvoll, schaurig schön und wunderbar magisch! Eine tolle Fortsetzung!

Die Geheimnisse von Winterhaus
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Als ich beim Stöbern entdeckte, dass diesen Sommer der zweite Band von „Winterhaus“ auf Deutsch erscheinen wird, war meine Freude groß. Der erste Teil hat mir wahnsinnig gut gefallen; er zählte sogar zu ...

Als ich beim Stöbern entdeckte, dass diesen Sommer der zweite Band von „Winterhaus“ auf Deutsch erscheinen wird, war meine Freude groß. Der erste Teil hat mir wahnsinnig gut gefallen; er zählte sogar zu meinen Jahreshighlights 2018. Auf die Fortsetzung habe ich mich daher nun riesig gefreut. Ich war schon so gespannt, ob mir mein zweiter Aufenthalt im stattlichen Hotel Winterhaus wohl genauso gut gefallen wird wie mein erster.

Nach einem sehr tristen und unerfreulichen Jahr bei ihrer Tante und ihrem Onkel darf Elizabeth Somers endlich für die Weihnachtstage nach Winterhaus zurückkehren. Ihre anfängliche Freude wird allerdings etwas getrübt werden, als sie das Mädchen Elana kennenlernt, die zusammen mit ihrer Großmutter im Hotel zu Gast ist. Elana verhält sich sehr merkwürdig und scheint ganz erpicht darauf zu sein, mit Elizabeth und Freddy Zeit zu verbringen. Und auch Elanas Großmutter ist sehr komisch drauf. Die beiden werden auch nicht die einzigen seltsamen Hotelgäste sein, auf die Elizabeth treffen wird...Eine ruhige und ganz normale Zeit im Hotel Winterhaus, ohne mysteriöse Vorkommnisse? Ein Ding der Möglichkeit. Ehe es sich Elizabeth und Freddy versehen, stecken sie wieder mittendrin im Abenteuer und versuchen die großen Rätsel um die Vergangenheit des Hotels zu entschlüsseln. Ob es ihnen gelingen wird? Und was ist eigentlich mit Gracella? Ist sie wirklich verschwunden?

Sieht das Cover nicht traumhaft schön aus? Schon beim Cover von Band 1 war es bei mir große Liebe auf den ersten Blick und auch hier habe ich mich sofort in diese fantastische Gestaltung verliebt. Unter dem Schutzumschlag sieht das Buch übrigens auch großartig aus! Das Äußere von „Die Geheimnisse von Winterhaus“ konnte mich also schon mal komplett überzeugen. Wie aber sieht es mit dem aus, was mich zwischen den wunderhübschen Buchdeckeln erwartet hat? Konnte es mich ebenfalls begeistern?

Oh ja, das konnte es! Ben Guterson ist hier in meinen Augen eine wunderschöne Fortsetzung gelungen. Im Vergleich zum Auftakt empfinde ich den zweiten Band zwar schon als ein bisschen schwächer, aber begeistert bin ich dennoch von dem Buch.

Ein wenig enttäuscht bin ich von den Rätseln und Codes. Die waren leider sehr vergleichbar mit denen aus Teil 1 und zudem hatte ich irgendwie den Eindruck, dass man hier nicht so viel am Herumknobbeln und Entschlüsseln ist, wie es im ersten Winterhaus-Abenteuer der Fall war. Es gibt zwar viele Wortspiele – Elizabeth und Freddy hegen schließlich beide eine große Leidenschaft für Wortspielereien – aber insgesamt ist es einfach schon etwas weniger als im ersten Teil.

Bis auf diesen Punkt aber finde ich das Buch wirklich klasse. Diese schaurig schöne Atmosphäre, die mich in Band 1 so fasziniert hat, konnte mich auch hier wieder vollkommen verzaubern. Das Hotel Winterhaus wird erneut so herrlich düster und geheimnisvoll beschrieben. Mit diesem außergewöhnlichen Ort ist Ben Guterson ein einzigartiger Schauplatz gelungen, von welchem ich erneut die tollsten Bilder im Kopf hatte. Ich wäre beim Lesen am liebsten in das Buch hinein gekrabbelt, um mir dieses beeindruckende Hotel selbst mal anzuschauen.

Die Handlung konnte mich ebenfalls wieder von den ersten Seiten an in ihren Bann ziehen und bis zum Schluss fesseln. Ich habe die Geschichte als richtig spannend und mitreißend empfunden.
Zusammen mit unserer Protagonistin Elizabeth verschlägt es uns gleich zu Beginn der Geschichte zurück nach Winterhaus. Wie ich, so liebt auch Elizabeth diesen magischen Ort. Ihre Freude es daher verständlicherweise riesengroß, als sie erfährt, dass sie fortan in Winterhaus wohnen wird. Ihrem alten Zuhause trauert sie überhaupt nicht hinterher. In Band 1 haben wir erfahren, dass Elizabeth ihre Eltern bei einem schlimmen Unfall verloren hat und bei ihrem Onkel und ihrer Tante aufgewachsen ist, einem sehr unsympathischen und boshaften Ehepaar.

Zum Glück ist es Elizabeths Großvater, der der Besitzer des Hotels Winterhaus ist, gelungen, seine Enkelin zu sich holen. Bei ihm hat es das Mädchen auf jeden Fall viel besser. Norbridge ist ein prima Kerl und wundervoller Großvater.

Wie bereits im ersten Band, so haben mir auch hier die Charaktere allesamt richtig gut gefallen. Ob nett oder unsympathisch, gut oder böse – alle wurden sie hervorragend ausgearbeitet. Wir treffen auf so einige bekannte Gesichter wie die Bibliothekarin Leona oder die beiden Herren Mr. Wellington und Mr. Rajput, die weiterhin unermüdlich dabei sind, das gigantisch große Puzzle in der Lobby des Hotels zu puzzeln.
Wer selbstverständlich auch wieder mit von der Partie sein wird, ist Freddy, Eilzabeths bester Freund. Dass Freddy auch beim zweiten Winterhaus-Abenteuer dabei ist, hat mich ganz besonders gefreut. Freddy ist ein total lieber Junge, ihn habe ich, wie Elizabeth, seit Band 1 ganz fest in mein Herz geschlossen.

Natürlich stoßen hier aber auch viele neue Figuren dazu. Wen wir zum Beispiel kennenlernen dürfen, ist das Mädchen Elana und ihre Großmutter. Die beiden sind ziemlich merkwürdig drauf, sag ich euch. Mehr dazu werde ich hier aber nicht erzählen. Spannung muss schließlich sein. ;)

Was genau Elizabeth und Freddy alles Aufregendes (und Gefährliches) im Hotel Winterhaus erleben werden, werde ich hier natürlich nicht verraten. Ich kann euch jedenfalls versichern: Langeweile kommt hier an keiner Stelle auf. Seltsame Gäste, die sich sehr dubios verhalten, die vielen Geheimnisse, die das Hotel Winterhaus zu verbergen hat, Geheimgänge, das rätselhafte Winterhaus-Siegel, Gracella und ihre böse Magie – hach, ich bin wirklich begeistert! Wer die Winterhaus-Reihe noch nicht kennt, sollte das unbedingt noch ändern. Allerdings rate ich dringend, die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten. Da die Bücher sehr aufeinander aufbauen, halte ich es für deutlich sinnvoller, wenn man zuerst zu Band 1 greift und danach erst in den zweiten Teil abtaucht.

Für die dunkle Jahreszeit kann ich übrigens auch „Die Geheimnisse von Winterhaus“ ganz besonders empfehlen. Auch dieser Band spielt wieder um Weihnachten/Silvester herum und die winterliche Atmosphäre ist Ben Guterson erneut erstklassig gelungen. 

Was den Lesespaß dann erst so richtig perfekt macht, sind die wunderschönen schwarz-weiß Illustrationen von Chloe Bristol. Ich liebe ihre Bilder! Sie sind in einem ganz besonderen Stil gezeichnet, welcher einfach nur vortrefflich zur Geschichte passt. Die Zeichnungen verstärken nur noch diese geheimnisvolle, unheimliche Stimmung, die hier durchweg herrscht. Ob die kleinen Kapitelbildchen, die ganzseitigen oder die doppelseitigen Illustrationen – mir haben sie alle unglaublich gut gefallen. An den Bildern konnte ich mich gar nicht sattsehen.

Ich hoffe nun sehr, dass auch der nächste Band von Winterhaus ins Deutsche übersetzt werden wird. Auf Englisch wird er noch dieses Jahr im Dezember erscheinen. Auf den dritten Band freue ich mich jetzt schon sehr! Ich bin schon so gespannt, was mir wohl mein nächster Aufenthalt im Hotel Winterhaus Großartiges bescheren wird. 

Fazit: Ein winterlich magischer Lesegenuss für Jung und Alt! Mit „Die Geheimnisse von Winterhaus“ ist Ben Guterson eine wundervolle Fortsetzung gelungen, welche mich fast genauso begeistern konnte wie der Reihenauftakt. Mir persönlich kamen die Codes und Rätsel hier leider etwas zu kurz. Ansonsten aber bin ich total verliebt in das Buch. Die Geschichte ist spannend, schaurig und so herrlich geheimnisvoll, das Setting ist grandios, die Atmosphäre wunderschön und die Illustrationen sind einfach nur ein Traum. Wer sich beim Lesen gerne verzaubern lässt, es liebt sich zu gruseln und ohne Ende mitzufiebern, der wird hier ganz auf seine Kosten kommen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 24.08.2019

War leider nicht so ganz mein Fall

OMG, diese Aisling!
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Bei „OMG, diese Aisling!“ stand für mich sehr schnell fest: Aisling möchte ich unbedingt kennenlernen. Der Klappentext klang einfach so vielversprechend und das Cover gefällt mir richtig gut. Ich ließ ...

Bei „OMG, diese Aisling!“ stand für mich sehr schnell fest: Aisling möchte ich unbedingt kennenlernen. Der Klappentext klang einfach so vielversprechend und das Cover gefällt mir richtig gut. Ich ließ das Buch daher nur zu gerne bei mir einziehen.

Obwohl die 28-jährige Aisling nun schon einige Jahre mit ihrem Freund John zusammen ist, lebt sie nach wie vor bei ihren Eltern in der irischen Kleinstadt Ballygobbard. Ein Zusammenziehen hat sich irgendwie noch nicht ergeben und eine Hochzeit liegt noch viel, viel mehr in weiter Ferne. Leider, findet Aisling. Sie träumt schon lange davon, endlich einen Ring am Finger zu tragen. Während sich ihre Freundinnen alle so nach und nach verloben oder heiraten, macht John keinerlei Anstalten, Aisling ihren großen Wunsch zu erfüllen. Aisling reißt schließlich der Geduldsfaden. Sie beschließt kurzerhand, mit ihrem Freund Schluss zu machen und zieht nach Dublin zu ihrer Kollegin Sadhbh in eine hippe Mädels-WG. Ein neues Leben erwartet sie, aber wird es besser sein als ihr altes?

Ich bin hier leider mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. So richtig begeistern konnte mich „OMG, diese Aisling!“ leider nicht. Die Geschichte war irgendwie etwas anders als von mir erwartet, nicht so witzig und leider etwas langatmig. Wobei mir der Anfang sogar noch sehr gut gefallen hatte. Nach den ersten 50 Seiten ließ meine anfängliche Begeisterung nur leider immer mehr nach. Ich hätte dieses Buch wirklich so gerne geliebt. Leider war es einfach nicht so ganz mein Fall gewesen. 
Ich spreche hier aber natürlich nur für mich. Anderen wird das Buch ganz bestimmt deutlich besser gefallen als mir. Die Geschmäcker sind ja schließlich bekanntermaßen sehr verschieden.  

Womit ich die meisten Probleme hatte, ist die Handlung. Für mich hat sie sich leider sehr gezogen, was mir meinen Lesespaß ziemlich kaputt gemacht hat. Ich fand das Buch insgesamt leider sehr langweilig. Die Handlung war mir einfach zu ereignislos und nicht so locker-leicht und humorvoll, wie ich es mir gewünscht habe. Natürlich gab es immer mal wieder ein paar lustige Stellen, die mich gut unterhalten und zum Schmunzeln gebracht haben, nur hatte ich einfach mit mehr gerechnet. Vielleicht lag es bei mir auch daran, dass ich mich mit Irland und den Gepflogenheiten dort nicht gut auskenne. Das Buch soll wohl mit vielen irischen Klischees spielen. Vermutlich habe ich sie einfach nicht verstanden und daher nicht die unterhaltsame Geschichte zu lesen bekommen, die ich mir erhofft hatte.
Zu guter Letzt war der Schreibstil irgendwie nicht so meiner. Er war mir zu sprunghaft und manche Sätze habe ich als ziemlich verschachtelt empfunden, sodass das Lesen leider etwas anstrengend für mich war. 
 
Bis auf diese Punkte hat mir das Buch aber gut gefallen. Womit mich die beiden Autorinnen komplett überzeugen konnten, sind die Charaktere, allen voran Aisling. Aisling, unsere Protagonistin, aus deren Sicht wir hier alles aus der Ich-Perspektive erfahren, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie ist ein total sympathischer, warmherziger und hilfsbereiter Mensch. Sie ist so schön lebensecht, etwas naiv und hat so ihre Tics und Eigenarten, was sie nur noch authentischer und liebenswerter macht.
Neben Aisling haben mir auch die Nebencharaktere richtig gut gefallen. Aislings Eltern zum Beispiel fand ich klasse. Die Szenen mit ihnen haben mir ganz besonders gut gefallen.

Womit mich Sarah Breen und Emer McLysaght ebenfalls begeistern konnten, sind die vielen interessanten und wichtigen Themen, die sie in „OMG, diese Aisling!“ behandeln. Mit dem Humor konnten mich die Autorinnen nicht so überzeugen, dafür aber mit den tiefsinnigen Themen und der tollen Message, die die Story enthält.

Insgesamt war das Buch aber leider dennoch nicht so meins. Ich habe gesehen, dass es im Englischen noch weitere Bände von Aisling gibt. Sollten diese noch ins Deutsche übersetzt werden, bin ich mir nicht sicher, ob ich sie lesen werde. Momentan würde ich eher zu Nein zu tendieren.

Fazit: Ich hätte dieses Buch so gerne geliebt, aber leider konnte „OMG, diese Aisling!“ meine Erwartungen nicht komplett erfüllen. Die Handlung ging mir zu schleppend voran, der Humor war nicht so ganz meiner und mit dem Schreibstil hatte ich stellenweise auch so meine Probleme. Dafür fand ich aber die Charaktere toll, allen voran die liebe Aisling und auch von der überraschenden Tiefsinnigkeit der Geschichte bin ich begeistert. Insgesamt bin ich aber schon etwas enttäuscht von dem Buch, sodass ich hier leider nur sehr knappe 3 von 5 Sternen vergeben kann.