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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2018

Humorvoll, charmant und einfach nur schön!

Lieber Feind
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Von Jean Websters erstem Briefroman „Lieber Daddy-Long-Legs“ war ich hellauf begeistert, daher stellte sich mir auch gar nicht erst die Frage, ob ich ihren zweiten Roman „Lieber Feind“ lesen möchte. Obwohl ...

Von Jean Websters erstem Briefroman „Lieber Daddy-Long-Legs“ war ich hellauf begeistert, daher stellte sich mir auch gar nicht erst die Frage, ob ich ihren zweiten Roman „Lieber Feind“ lesen möchte. Obwohl dieser bereits 1915 das erste Mal erschienen ist, kannte ich diesen schönen Klassiker bisher noch nicht. Dies wollte ich schnellstmöglich ändern, daher habe ich mich auf die wundervolle Neuausgabe von „Lieber Feind“ aus dem Königskinder Verlag schon sehr gefreut.

Sally McBride erklärt ihre beste Freundin Judy für komplett verrückt, als diese ihr eröffnet, dass sie sie als die neue Leiterin des Waisenhauses John-Grier-Heim vorgesehen hat. Sallys Begeisterung hält sich anfangs sehr in Grenzen. Und sie wagt auch zu bezweifeln, ob sie wirklich geeignet für diese wichtige Stellung ist. Auch ihr Verlobter kann über Judys absurden Vorschlag nur laut lachen. Wer weiß, was geschehen wäre, wenn er dies nicht getan hätte, denn sein schallendes Gelächter hat Sallys Ehrgeiz geweckt. Sie willigt daher ein und hatte sie vorher gar keine Kinder, um die sie sich kümmern muss, so hat sie nun gleich über einhundert an der Backe. Und als wäre es nicht schon Arbeit genug, sich um ihre neuen Schützlinge zu kümmern, so muss Sally bei ihrer Anreise auch noch feststellen, dass sich das Heim in einem katastrophalen Zustand befindet. Dies muss geändert werden! Sally möchte ihren Kindern das Bestmögliche bieten, allerdings sind nicht alle erfreut über Sallys neue Pläne. So wäre da zum plötzlich der Kinderarzt Robin MacRae, der regelmäßig ins Heim kommt, um nach den Kindern zu sehen. Er ist Schotte durch und durch und treibt Sally mit seiner Art, die nicht jedermanns Sache ist, des öfteren regelrecht in den Wahnsinn. Er ist wohl von allen ihr liebster Feind und macht ihr das Leben als neue Heimleiterin wahrlich nicht immer leicht…

In Jean Websters ersten Briefroman kamen wir in den Genuss von JudyAbbotts Briefen, die sie an ihren lieben Daddy-Long-Legs schreibt. In dem Folgeband „Lieber Feind“ spielt die liebe Judy ebenfalls eine Rolle, allerdings ist nicht sie dieses Mal die Briefeschreiberin, sondern die Empfängerin.
Wir bekommen in diesem Buch die wundervollen Briefe von Sally MacBride zu lesen, eine gute Freundin von Judy. Anders als in „Lieber Daddy-Long-Legs“, in dem es nur einen Adressaten gab, schreibt Sally an mehrere Leute. Darunter eben auch an Judy, an die sogar die meisten Briefe gehen.

Mir hat es richtig gut gefallen, dass wir so auch indirekt erfahren, wie es mit Judy weitergeht. Antwortbriefe von ihr bekommen wir zwar nicht zu lesen, aber da Sally immer sehr auf die Schreiben ihrer Freundin eingeht, werden wir doch mit recht vielen Infos versorgt.

Neben Judy schreibt Sally auch öfters an den Kinderarzt Robin MacRae, mit welchem sie immer wieder aneinander geregt. Für sie wird er dann auch zu ihrem Feind und spricht ihn sogar in ihren Briefen mit dieser Anrede an. Worüber dieser natürlich alles andere als begeistert ist. ;)

Mir hat „Lieber Feind“ richtig gut gefallen. Wie Judy, so besitzt auch Sally einen wunderbaren Humor, welcher auch sehr stark in ihren Briefen zu finden ist. Ich war beim Lesen immerzu am Schmunzeln und Grinsen, wobei mir, wenn ich die beiden Bücher vergleichen, „Lieber Daddy-Long-Legs“ schon etwas besser gefallen hat. In dem Buch hatte ich einfach mehr Zugang zu der Protagonistin. Sally ist mir natürlich auch sehr sympathisch, aber die liebe Judy ist mir da doch etwas mehr ans Herz gewachsen als Sally.

Dieser Punkt hat aber in keinster Weise dazu geführt, dass ich hier nicht großen Spaß beim Lesen gehabt hätte oder dass ich einen Stern abziehen würde. Für mich ist „Lieber Feind“ auf jeden Fall ein 5-Sterne Buch. Wie schon bei dem Vorgänger, so habe ich mich nun auch hier gefragt, wieso mir die Bücher bis kurzem gar nicht bekannt gewesen waren. Ich bin auf diese erst gestoßen, als der Königskinder Verlag diese wunderschönen Neuausgaben herausgebracht hat. Wer weiß, es kann sehr gut sein, dass ich diese beiden herrlichen Klassiker von Jean Webster vielleicht nie gelesen hätte, wenn diese nicht als Königskinder erschienen wären. Was wäre mir da Wundervolles entgangen! Also, lieber Königskinder Verlag, vielen, vielen Dank, dass ich dank euch nun endlich in den Genuss dieser zwei tollen Bücher kommen durfte!

„Lieber Feind“ ist großartig geschrieben! Humorvoll, liebenswert und etwas altmodisch, aber da die Geschichte über hundert Jahre alt ist, ist dieser Stil natürlich absolut passend. Der Schreibstil wird nicht jedermanns Sache sein und auch Sallys trockener Humor ist manchmal etwas eigen. Mir aber hat beides sehr gut gefallen.
Besonders schön fand ich, wie Sally ihre kleinen Schützlinge beschreibt. Unter denen sind nämlich so einige mit speziellen Eigenarten und obwohl Sally manchmal wirklich nicht weiß, wo ihr der Kopf steht und sie Judy in ihren Briefen regelrecht anfleht, doch bitte, bitte eine neue Heimleiterin zu suchen, liebt Sally die Waisenkinder und ihre Arbeit sehr. Das wird in ihren Briefen wirklich nur zu deutlich.

Für alle „Lieber Daddy-Long-Legs“-Liebhaber ist dieses Buch definitiv ein großes Muss! Man muss den ersten Teil übrigens nicht kennen, um in „Lieber Feind“ alles verstehen zu können.
Wer gerne Briefromane liest und auch ein großer Fan von Klassikern ist und zudem nichts gegen bissige Kommentare und einen trockenen Humor hat, dem kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen. In meinen Augen ist „Lieber Feind“ nicht nur von außen eine Augenweide (unter dem Schutzumschlag sieht das Buch übrigens ebenfalls wunderschön aus!) - auch dass, was einem zwischen den Buchdeckeln erwartet, ist absolut bezaubernd.

Als letztes möchte ich dann noch die Illustrationen erwähnen. Wie bereits in „Lieber Daddy-Long-Legs“ so werden auch hier einige Szenen im Text mit sehr unterhaltsamen Zeichnungen begleitet, über die ich mich teilweise köstlich amüsiert habe.

Fazit: Ein wundervolles Buch, welches mich hellauf begeistern konnte und mir herrliche Lesestunden beschert hat! Der Vorgänger hat mir zwar ein bisschen gefallen, aber auch „Lieber Feind“ ist in meinen Augen ein großartiges Buch, welches ich absolut empfehlen kann. Es ist humorvoll, charmant und stellenweise wunderbar sarkastisch. Allerdings ist das Buch ab und an auch ernster und regt einem zum Nachdenken an. Mir hat „Lieber Feind“ richtig gut gefallen und ich vergebe volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 28.03.2018

Ein wundervolles Hörerlebnis für die ganze Familie!

Ein Sommer in Sommerby
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Letzten Monat habe ich das neue Buch von Kirsten Boie „Ein Sommer in Sommerby“ gelesen. Da das Hörbuch von Julia Nachtmann gelesen wird, eine Sprecherin, die ich gerade in der letzten Zeit richtig gerne ...

Letzten Monat habe ich das neue Buch von Kirsten Boie „Ein Sommer in Sommerby“ gelesen. Da das Hörbuch von Julia Nachtmann gelesen wird, eine Sprecherin, die ich gerade in der letzten Zeit richtig gerne höre, war ich auf das Hörbuch schon sehr gespannt. Meine Leseeindrücke von dem Buch waren zwar noch recht frisch in meinem Kopf, aber da ich dieses so unglaublich schön finde und mich diese wundervolle Geschichte vermutlich nie langweilen kann, bin ich in diese nun eben erneut, kurz nach dem Lesen und dieses Mal mit dem Hörbuch, eingetaucht.

Dieser Sommer wird für die Geschwister Martha, Mikkel und Mats ganz anders werden als sonst. Sie müssen ihre Ferien bei ihrer Oma auf dem Land verbringen und dass ohne Mama und Papa. Diese befinden sich nämlich in New York, wo die Mutter nach einem Unfall im Krankenhaus liegt. Der Vater der Kinder hat sofort alles stehen und liegen lassen, um seiner Frau beizustehen und hat Martha, Mikkel und Mats solange bei Oma Inge untergebracht. Diese ist ein wenig seltsam. In den Augen der Kinder sogar mehr als nur ein bisschen. Oma Inge wohnt sehr weit abgelegen in einem kleinen Haus, zu welchem noch nicht einmal ein Weg führt, sie hat kein Telefon, keinen Fernseher und erst recht kein Internet oder WLAN. Das ist ja schon kein Mittelalter mehr, sondern Steinzeit, findet die 12-jährige Martha. Wie soll sie denn jetzt ihrer besten Freundin WhatsApp Nachrichten schreiben? Oder mit ihren Eltern telefonieren? Doch so sehr sie diese ungewohnte Situation auch entsetzt, eines muss Martha zugeben: In Sommerby ist es wunderschön und herrlich idyllisch. Mit der Zeit gewöhnen sich die Kinder auch daran, dass es zum Frühstück nur Brot mit selbstgemachter Marmelade gibt oder man abends, anstatt Fernsehen zu gucken, schön gemütlich eingekuschelt gemeinsam ein Buch liest. Doch dann taucht ein geheimnisvoller Mann auf, der dafür sorgen wird, dass die anfangs so ruhigen Ferien plötzlich richtig spannend und auch gefährlich werden...

Meine Meinung zu „Ein Sommer in Sommerby“ hat sich nicht groß geändert. Höchstens, dass ich mich jetzt nur noch mehr in diese wundervolle Geschichte verliebt habe. Ich habe es beim Zuhören zutiefst genossen, Martha, Mikkel und Mats wiederzutreffen und zusammen mit den drei Geschwistern Ferien bei Oma Inge in Sommerby zu machen.

In meinen Augen ist Kirsten Boie hier wirklich ein wahres Meisterwerk gelungen. Nachdem ich mir „Ein Sommer in Sommerby“ nun angehört habe, lechze ich nur noch mehr nach einer Fortsetzung. Ich bin eigentlich ein großer Fan von Einzelbänden, aber von manchen Büchern kann man einfach nie genug bekommen, da dürfte es unendlich viele Fortsetzung geben. Kennt ihr das auch? Ich jedenfalls habe so einige Bücher, bei denen ich es richtig schade finde, dass es erst gar keine weiteren Bände gab oder die Reihen eben irgendwann beendet waren.

Auch „Ein Sommer in Sommerby“ ist so ein Buch. Da hätte ich wirklich überhaupt nichts dagegen, wenn es noch mindestens einen weiteren Band geben würde. Ich würde liebend gerne mit Martha, Mikkel und Mats bei Oma Inge Weihnachten verbringen oder zusammen mit ihnen auf Ostereiersuche gehen. Kirsten Boie hat in ihrem neuen Kinderbuch eine so besondere und einzigartige Kulisse erschaffen, von der wohl nahezu jeder hellauf begeistert und fasziniert sein wird. Ein herrlich idyllischer Ort fernab der Großstadt, von Wasser umgeben und wunderbar ruhig gelegen, an diesem Ort lässt sich wirklich wunderbar träumen und großartige Ferien verbringen. Ein Leben ohne Internet, WLAN und Fernseher, ja, bei Oma Inge sogar ohne Telefon, so etwas ist für die meisten Menschen heute vermutlich undenkbar oder sogar auch unmöglich. Es ist mittlerweile einfach so, ohne die Social Medien oder die ständige Erreichbarkeit können wir uns ein Leben heutzutage einfach nicht mehr vorstellen. Aber wisst ihr was? Probiert es doch einfach mal aus! Macht Urlaub in Sommerby, dann merkt ihr, wie schön das Leben ohne Handy, Computer oder Fernseher sein kann. Das haben auch Martha, Mikkel und Mats in diesen Sommer gemerkt. Während ihrer Zeit bei Oma Inge haben sie gelernt, was wirklich wichtig ist im Leben.

Ich kann euch diese wunderschöne Geschichte so sehr ans Herz legen! Ob das Buch oder das Hörbuch, beides kann ich absolut empfehlen.

Julia Nachtmann liest hier einfach mal wieder grandios. Sie hat eine sehr wandelbare Stimme, sodass man beim Zuhören immer sofort weiß, wer gerade spricht. Besonders klasse liest sie den kleinen Mats. Wirklich bemerkenswert, wie gekonnt es Julia Nachtmann gelingt, einen vierjährigen Jungen zu sprechen. Man nimmt ihr dies wirklich ab, genauso wie Oma Inge, die sie ebenfalls erstklassig liest.
Mir hat dieses Hörbuch mal wieder gezeigt, wie gerne ich Julia Nachtmann höre. Sie hat eine sehr ruhige und angenehme Stimme, die für diese zauberhafte Geschichte einfach nur perfekt ist.

Mir hat nach dem Buch auch das Hörbuch von „Ein Sommer in Sommerby“ richtig gut gefallen. Das Einzige, was ich ein wenig vermisst habe, ist Musik zwischendurch. Oder Geräusche im Hintergrund wie Meeresrauschen oder Möwenrufe. Das hätte diese sommerliche und idyllische Atmosphäre nur noch verstärkt. Aber es ist dem Hörbuch auch ohne diese kleinen Extras ganz wunderbar gelungen, mich wieder zum Träumen und Schwelgen zu bringen und mich nach Ferien in Sommerby sehnen zu lassen.

Fazit: Ein wunderschöner Hörspaß für die ganze Familie! Nach dem Buch konnte mich auch das Hörbuch von „Ein Sommer in Sommerby“ hellauf begeistern. Julia Nachtmann liest diese wundervolle Geschichte einfach nur grandios. Ich hatte hier jede Menge Spaß beim Zuhören und kann das Hörbuch jedermann, egal ob Kind oder Erwachsener, absolut empfehlen! Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 27.03.2018

Ein perfekter Abschluss einer wunderschönen Reihe!

Always and forever, Lara Jean
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Ich liebe die Bücher von Jenny Han, ganz besonders mit ihrer „Sommer“-Trilogie konnte sie mich restlos begeistern. Auch die Lara-Jean-Reihe mag ich wahnsinnig gerne. Als ich gesehen hatte, dass es noch ...

Ich liebe die Bücher von Jenny Han, ganz besonders mit ihrer „Sommer“-Trilogie konnte sie mich restlos begeistern. Auch die Lara-Jean-Reihe mag ich wahnsinnig gerne. Als ich gesehen hatte, dass es noch einen dritten Band geben wird, war ich kurz davor, kleine Freudenhüpfer zu machen. Ganz sehnsüchtig habe ich dem Erscheinen des dritten Lara Jean Bandes entgegen gefiebert.

Es ist soweit, Lara Jeans letztes Highschool-Jahr hat begonnen. Eigentlich könnte alles gerade so schön sein: Lara Jean und Peter sind ein glückliches Paar, demnächst wird ihr Vater die Nachbarin Ms. Rothschild heiraten und ihre große Schwester Margot kommt für ein paar Wochen aus Schottland zu Besuch. Doch all diesen schönen Momenten wird ein kleiner Dämpfer verpasst, denn für Lara Jean heißt es nun, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was nach der Schule sein wird. Wo möchte sie studieren? Weit weg an einem College oder doch lieber in der Nähe von ihrem geliebten Zuhause? Und was wird aus Peter? Ist ihre Liebe stark genug für eine Fernbeziehung? Lara Jean tut sich schwer mit einer Entscheidung. Noch schwerer wird diese, als sie von ihrer Traum-Uni eine Absage erhält. Was nun? Große Veränderungen haben Lara Jean schon immer sehr zu schaffen gemacht, nur gehören diese eben einfach zum Leben und zum Erwachsenwerden dazu. Für welchen Weg, der sie zu einem neuen Abschnitt in ihrem Leben führen wird, wird Lara Jean sich schließlich entscheiden?

Dieses Buch habe ich von den ersten Seiten an geliebt. Wie schon bei den Bänden davor, so konnte mich auch der Finalband sofort in seinen Bann ziehen und mir wundervolle Lesestunden bescheren.

Da die einzelnen Bänden ziemlich direkt aneinander anschließen, rate ich hier wirklich dringend, die Reihe chronologisch zu lesen. Nicht nur, weil man einfach das Wissen aus den vorherigen Bänden benötigt, um allem folgen zu können, es ist einfach auch so schön zu sehen, wie sich die Charaktere in jedem Band weiterentwickeln, ganz besonders die Protagonistin Lara Jean.

Lara Jean habe ich seit dem ersten Band ganz fest in mein Herz geschlossen. Sie ist ein so wundervoller Charakter, sie ist lieb, süß und selbstbewusst und ich konnte mich von ersten Moment an wunderbar mit ihr identifizieren. Wie Lara Jean, so komme auch ich überhaupt nicht gut klar mit Veränderungen. Ich finde mich daher immer sehr in Lara Jean wieder, ganz besonders in diesem Band, in welchem es um große Lebensveränderungen und das Erwachsenwerden geht.

Im ersten Band musste Lara Jean sich damit abfinden, dass ihre Schwester Margot das Haus verlässt, um woanders zu studieren. Nun ist sie an der Reihe, eine so wichtige Entscheidung in ihrem Leben zu treffen. Da Lara Jean sehr an ihrem Zuhause und ihrer Familie hängt, stellt sich ihr gar nicht erst die Frage, ob sie, wie Margot, in einem anderen Land oder gar auf einem anderen Kontinent studieren möchte. Für sie wirklich völlig undenkbar. Sie würde am liebsten das College nehmen, das am nächsten von ihrem Zuhause liegt und auch von der Uni, auf welche Peter gehen wird, nicht allzu weit entfernt ist. Ich hätte mich ja so für Lara Jean gefreut, wenn dies geklappt hätte, nur leider bekommt sie, ziemlich unerwartet, eine Absage von ihrem College-Erster-Wahl.
Lara Jean trifft dies schwer, allerdings gehören eben auch solche Momente zum Leben dazu. Ich fand es richtig spannend mitzuverfolgen, wie Lara Jean am Abwägen und Überlegen ist. Welches College wird sie wohl nehmen? Und was wird aus Peter, ihrer großen Liebe?

Peter ist übrigens auch ein so toller Charakter. Wenn er nicht schon vergeben wäre, hätte ich mein Glück auf jeden Fall bei ihm versucht, ich liebe seine humorvolle und etwas trottelige Art. Allerdings hat auch Peter sich prima entwickelt. Er ist reifer und erwachsener geworden, hat aber zum Glück dennoch seinen Charme von früher nicht verloren. Man spürt die ganze Zeit über, wie sehr Peter Lara Jean liebt und ich habe keinen Augenblick daran gezweifelt, dass die Liebe der beiden stark genug für eine Fernbeziehung ist.

Das Buch befasst sich aber natürlich nicht nur mit Lara Jean und Peter und der College-Frage. Es geht auch um die Song Schwestern und um die Familie. So hat auch die kleine Kitty, die jüngste der Song-Schwestern, sich weiterentwickelt. Kitty finde ich ja so unglaublich süß! Okay, sie ist wahrlich nicht auf den Mund gefallen und kann manchmal echt ziemlich frech und vorlaut sein, aber eigentlich gerade deswegen ist sie mir so ans Herz gewachsen. Ich amüsiere mich immer köstlich über Kitty und ihre Bemerkungen und komme teilweise gar nicht mehr aus dem Schmunzeln heraus.

Diese Reihe ist einfach ganz genau mein Geschmack. Ich liebe deren Atmosphäre, ich liebe die Themen, mit der sie sich befasst und ich liebe Charaktere, die einfach so süß und liebenswert sind. Dann mag ich auch den Schreibstil richtig gerne, der sich wunderbar angenehm lesen lässt.
In meinen Augen ist die Lara Jean - Reihe eine absolut perfekte Reihe. Bei allen drei Bänden habe ich das Lesen in vollen Zügen genossen und bin nun auch, ehrlich gesagt, etwas traurig, dass die Reihe mit diesem Band beendet ist. Das Ende ist zwar recht offen, vieles bleibt der Fantasie von uns Lesern überlassen, aber auf einen vierten Band können wir dennoch leider nicht offen, da Jenny Han in ihrer Danksagung deutlich schreibt, dass es sich bei diesem Teil wirklich um den letzten handelt.

Ein nettes kleines Extras, welches mich dieses Buch nur noch mehr hat lieben lassen, sind die beiden Zitate am Anfang und am Ende der Geschichte. Diese stammen beide aus „Anne auf Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery, eine absolute Herzensreihe von mir. :D

Fazit: Ein perfekt gelungener Abschluss einer wunderschönen Reihe! Ich fand es so schön, noch einmal in die Welt von Lara Jean eintauchen zu dürfen. Ich hatte hier richtig viel Spaß beim Lesen und habe jede einzelne Seite in vollen Zügen genossen. Für Lara Jean Fans ist dieses Buch auf jeden Fall ein absolutes Muss und diejenigen, die die Reihe noch nicht kennen, rate ich dringend, mit dem ersten Band zu beginnen. Mir hat der dritte Band der Lara Jean - Trilogie so, so gut gefallen und vergebe sehr gerne volle 5 von 5 Sternen!

Veröffentlicht am 26.03.2018

Leider nicht so gut wie erhofft

Manege frei für die Piratenklasse
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Von der Autorin Ulrike Schrimpf kannte ich bereits ihre Zara - Reihe, welche mir sehr gut gefallen hat. Als ich nun in der Vorschau des Aladin Verlages entdeckte, dass es ein neues Kinderbuch von ihr geben ...

Von der Autorin Ulrike Schrimpf kannte ich bereits ihre Zara - Reihe, welche mir sehr gut gefallen hat. Als ich nun in der Vorschau des Aladin Verlages entdeckte, dass es ein neues Kinderbuch von ihr geben wird und dieses von Barbara Scholz, einer meiner liebsten Illustratorinnen, illustriert ist, wanderte „Manege frei für die Piratenklasse“ sogleich auf meine Wunschliste.

Die 2c kann man nur als die reinste Chaotenklasse bezeichnen. Seit der Erzieher Toby aber coole Piratennamen eingeführt und die Schüler die wichtigsten Regeln gelehrt hat, die ein echter Pirat wissen (und natürlich auch befolgen) muss, ist die 2c auch eine richtige Piratenklasse. Als so eine heißt es natürlich auch, spannende und aufregende Abenteuer zu erleben. Die Kinder sind daher sofort hellauf begeistert, als ihre Klassenlehrerin Frau Tüpfel sie bei einem Zirkusprojekt anmeldet. Von nun an gibt es Z-Tage und S-Tage, wobei die Z-Tage, also die Zirkustage, natürlich deutlich besser sind als die Schultage, denn an diesen proben die Kinder für ihre Zirkusaufführung. Ob Jonglieren, Hula-Hoop tanzen oder eine Trapeznummer einstudieren - die Piratenklasse nimmt alles, was man sich nur denken kann, in ihr Programm mit auf. Allerdings darf man nicht vergessen, dass wir es bei der 2c mit einer Chaotenklasse zu tun haben. Dass die Vorbereitungen für die große Aufführung daher nicht immer reibungslos und geordnet verlaufen, kann man sich denken…

Sieht das Cover nicht niedlich aus? Auch der Klappentext klingt richtig süß. Vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen an das Buch, denn leider hat es mir nicht so gut gefallen.

Ich konnte mich zum einem mit dem Schreibstil einfach nicht anfreunden. Wir erfahren alles aus der Sicht von Marlene und da diese erst in die zweite Klasse geht, ist dementsprechend auch die Erzählweise sehr kindlich. Eigentlich mag ich so eine Art zu erzählen richtig gerne, nur fand ich sie hier teilweise etwas anstrengend zu lesen. Mir waren die Sätze manchmal zu sprunghaft und die Übergänge zu abrupt. Auch hat mich gestört, dass Marlene öfters andere Wörter verwendet, als üblich sind. So sagt sie zum Beispiel nicht „leider“, sondern „schade“. Oder nicht „zum Glück“, sondern „ein Glück“. Eigentlich finde ich diese Idee gar nicht schlecht, nur hat es mich beim Lesen immer ziemlich irritiert und mich aus meinem Lesefluss gerissen.

Die Charaktere aber haben mir sehr gut gefallen. Marlene ist ein ganz liebes Mädchen und auch ihre Klassenkameraden fand ich sehr sympathisch. Zum Schmunzeln gebracht hat mich immer, wenn die Piraten sich aufgestellt und alle nacheinander ihre Piratennamen ausgerufen haben. Diese sind sehr kreativ, wie „Charly Augenklappe“ oder „Firewoman“.

Das Buch hat schon so ein paar lustige Einfälle zu bieten. Dennoch hielt sich mein Lesespaß hier leider in Grenzen. Mir war die Geschichte einfach zu langweilig und ich habe mich beim Lesen stellenweise auch dabei ertappt, dass ich angefangen habe, den Text nur noch zu überfliegen. Vielleicht lag es auch einfach an mir, vielleicht war das Buch einfach nicht so meins. Ich hätte mir hier mehr Spannung gewünscht und dadurch, dass wir alles aus der Sicht von Marlene erfahren, hat es mir auch manchmal an Erklärungen gefehlt. So habe ich mich gefragt, ob die 2c eine Klasse mit lernschwachen Kindern ist. Vielleicht liege ich da falsch, aber zumindest bei Marlene habe ich mich immer wieder gefragt, ob sie ein klein wenig an Autismus leidet. Aber wie gesagt, ich kann mich da auch irren, ich hatte nur eben manchmal den Eindruck, dass es so ist.

In meinen Augen wurde hier eine sehr schöne Idee nicht so gut umgesetzt. Neben der wenig aufregenden Handlung haben mich auch die Illustrationen enttäuscht. Die, die vorhanden sind, sind natürlich klasse, da habe ich bei Barbara Scholz auch nichts anderes erwartet. Ich hatte nur mit mehr gerechnet.

Was mir aber noch sehr gut gefallen hat, waren die schön kurzen Kapitel und deren Überschriften, die ich sehr amüsant fand. Auch der Piraten-Schlachtruf, den die Klasse immer wieder ausruft, hat mir richtig gut gefallen. Reimen kann Ulrike Schrimpf wirklich klasse, mit ihren Reimtexten konnte sie mich bereits in ihrer Zara - Reihe richtig begeistern.

Fazit: Obwohl das Buch ein paar sehr nette und lustige Ideen zu bieten hat, bin ich dennoch leider enttäuscht von „Manege frei für die Piratenklasse“. Vermutlich war es einfach nicht das Richtige für mich, mir war die Geschichte zu langweilig und stellenweise zu wirr erzählt, was vermutlich an der kindlichen Erzählweise gelegen hat. Wirklich schade, aber ich kann dem Buch leider nur 2,5 von 5 Sternen geben.

Veröffentlicht am 24.03.2018

Ein unglaublich berührendes und wunderschönes Buch!

Die Stille meiner Worte
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Letztes Jahr habe ich von Ava Reed ihr Buch „Wir fliegen, wenn wir fallen“ gelesen. Da mir dieses sehr gut gefallen hat, war ich auf ihr neues Werk schon richtig gespannt. Auch hier habe ich mich auf den ...

Letztes Jahr habe ich von Ava Reed ihr Buch „Wir fliegen, wenn wir fallen“ gelesen. Da mir dieses sehr gut gefallen hat, war ich auf ihr neues Werk schon richtig gespannt. Auch hier habe ich mich auf den ersten Blick in dieses wunderschöne Cover verliebt. Als ich mir dann den Klappentext durchgelesen hatte, war es um mich geschehen: Dieses Buch war ein absolutes Muss für mich und ich konnte es wirklich kaum noch abwarten, es endlich zu lesen.

In der Nacht, in der Hannahs Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam, hat die 17-jährige nicht nur einen geliebten Menschen, sondern auch ihre Worte verloren. Seit dieser Nacht ist Hannah verstummt, sie kann einfach nicht mehr sprechen, obwohl sich in ihrem Kopf so viele Gedanken befinden, die gehört werden wollen. Hannah trauert um ihre geliebte Schwester, sie schreibt ihr Briefe, in denen sie ihr ihren Schmerz mitteilt und verbrennt diese anschließend. Und das immer und immer wieder. Niemand kann Hannah helfen, auch ihre Eltern nicht, die immer verzweifelter werden. Sie fassen daher den Entschluss, Hannah aufs Sankt Anna schicken, ein Internat, in dem Jugendliche mit Problemen Hilfe bekommen. Dort trifft Hannah auf Levi. Dieser scheint sie auch ganz ohne Worte zu verstehen. Ihm gelingt es als Einziger, ein Stück hinter ihre Fassade zu blicken und ihre Mauer immer mehr zum Bröckeln zu bringen…

Dies war nun also mein zweites Buch von der Autorin und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein. Ich liebe ihre Art zu schreiben, damit konnte mich Ava Reed bereits in „Wir fliegen, wenn wir fallen“ hellauf begeistern.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es Ava Reed mit einem ihrer anderen Bücher gelingen wird, mir erneut so wundervolle Lesestunden zu bescheren. Mir hat „Die Stille meiner Worte“ unglaublich gut gefallen, selten hat mich ein Buch emotional so berührt. Dies zu toppen ist wahrlich nicht einfach.

Mich konnte das Buch von den ersten Seiten an in seinen Bann ziehen. Es liest sich so schön, Ava Reeds Schreibstil ist wirklich wundervoll. Sie findet genau die richtigen Worte, um Hannahs Gedanken und Gefühle zu beschreiben und alles absolut authentisch rüberzubringen.

Ich habe nun schon mehrere Bücher gelesen, in denen es um Trauer und Verlust geht und nicht alle konnten mich komplett überzeugen, da sie mir stellenweise zu kitschig waren. Bücher mit solch ernsten Themen zu schreiben stelle ich mir wirklich nicht leicht vor. Wie Ava Reed so schön in ihrer Danksagung meinte: es ist eine Gratwanderung, die man vollführen muss, damit es authentisch rüberkommt. In meinen Augen ist Ava Reed diese heikle Wanderung perfekt gelungen. Ich habe an keiner Stelle gedacht, dass dies nun aber unrealistisch oder zu überzogen ist.
Hannahs Schmerz und ihre Entwicklung werden absolut nachvollziehbar beschrieben. Ich konnte mich problemlos in die 17-jährige hineinversetzen und habe so, so sehr mit ihr mitgelitten. Stellenweise hat mich ihre Trauer richtig erdrückt. Das Buch ist wirklich sehr traurig, zugleich aber auch so gefühlvoll und wunderschön, dass mich diese riesengroße Traurigkeit in keinster Weise gestört hat.
Das Buch ist auch nicht nur traurig, da kann ich euch also beruhigen. Es ist stellenweise auch humorvoll, was in erster Linie an dem Kater Mo liegt, der mir wirklich sofort ganz fest ans Herz gewachsen ist. Nach Izzys Tod hängt er sehr an Hannah, er passt auf sie auf und als es hieß, dass Hannah ins Sankt Anna kommen soll, habe ich mir gleich die Frage gestellt, was denn dann aus Mo werden soll. Die beiden zu trennen hätte ich für eine ganz unkluge Entscheidung gehalten. Meine Sorge verflog aber rasch, denn Hannah schmuggelt ihren Kater heimlich mit nach Sankt Anna. Wobei es zuerst gar nicht ins Internat geht, sondern in ein Camp, in welchem wir auch das erste Mal auf die anderen Schüler des Sankt Anna treffen.

Mir haben wirklich alle Charaktere in dem Buch richtig gut gefallen haben. Seien es die Betreuer, der Schuldirektor oder die anderen Schüler vom Sankt Anna, die alle ihre Päckchen zu tragen haben, alle wurden sie wunderbar von der Autorin ausgearbeitet, selbst die allerkleinste Nebenfigur.

Wer neben Hannah aber noch sehr im Fokus der Geschichte steht, ist Levi. Für ihn ist es das letzte Jahr am Sankt Anna, da er für dieses mittlerweile zu alt geworden ist.
Levi konnte ich anfangs nicht so richtig einschätzen, da wir erst im Verlaufe des Buches mehr über ihn erfahren. Es wird aber recht schnell deutlich, was für lieber und einfühlsamer junger Mann er ist. Er versteht Hannah von Anfang an ohne Worte und gibt nicht auf, um ihre Schutzmauer zum Einstürzen zu bringen. Wie er dies tut, total liebevoll und behutsam, hat mich richtig berührt und mich Levi ganz fest in mein Herz schließen lassen.

Wir erfahren die Geschichte sowohl aus Hannahs als auch aus Levis Sicht. Ich bin ja eh immer ein großer Fan von Perspektivwechseln, aber hier haben mir diese ganz besonders gut gefallen, da sie einfach perfekt zu der Handlung passen. Aus beiden Sichten erfahren wir, wie wichtig Hannah und Levi füreinander sind. Denn nicht nur Levi tut Hannah gut, Hannah ist auch für Levi wichtig. Das Päckchen, welches Hannah zu tragen, wiegt mit all der Trauer und den Schuldgefühlen wirklich schwer, aber auch das von Levi ist kein Federgewicht. Die beiden tun sich also gegenseitig gut und mit der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden auch eine hauchzarte Liebesgeschichte. Wenn man diese so kennen kann, da bin ich mir nicht ganz sicher. Es werden keine Küsse ausgetauscht oder die Worte „Ich liebe dich“ in den Mund genommen. Dennoch ist da etwas zwischen den beiden, was deutlich macht, wie viel sie füreinander empfinden. Wie Ava Reed dies gelungen, ist wirklich bewundernswert. Ihr ist hier meiner Meinung nach ein wahres Meisterwerk gelungen, welches ich absolut empfehlen kann!

Fazit: Ein großartiges Buch! Traurig, berührend, authentisch und so, so schön! „Die Stille meiner Worte“ erzählt eine wundervolle Geschichte über Verlust, Trauer und das Loslassen und dies auf eine so gefühlvolle Weise, dass ich stellenweise richtig schlucken musste und von den ganzen Gefühlen, die auf den ersten Blick so leise erscheinen, in Wirklichkeit aber unglaublich laut sind, nahezu überwältigt wurde. Ich kann euch dieses wunderschöne Buch sehr ans Herz legen und vergebe volle 5 von 5 Sternen!