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Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein außergewöhnliches Vorlesebuch für Jung und Alt!

Krakadu
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Der Krakadu ist ein etwas ungeschickter, aber sehr sympathischer Krake. Mit acht Armen durchs Leben zu schwimmen, kann ja auch manchmal ziemlich knifflig sein. Ständig bleibt man irgendwo hängen. Zum ...

Der Krakadu ist ein etwas ungeschickter, aber sehr sympathischer Krake. Mit acht Armen durchs Leben zu schwimmen, kann ja auch manchmal ziemlich knifflig sein. Ständig bleibt man irgendwo hängen. Zum Glück hat er Dr. Prof, seinen besten Freund. Dieser (ober-) schlaue Seestern darf mietfrei auf dem Krakadu wohnen und klebt 24/7 an ihm. Das ist manchmal schön, manchmal aber auch etwas lästig. Die beiden sind völlig verschieden und kabbeln sich gerne (und zwar sehr oft!), aber im Grunde sind sie ein Herz und eine Seele. Gemeinsam schlittern sie von einem verrückten Abenteuern ins nächste, sehr zum Unmut des Profs. Aber wie heißt es so schön: Mitgeklebt – was erlebt!

Als mir der Krakadu zum ersten Mal begegnete, wusste ich sofort, dass ihn kennenlernen möchte. Schon allein das Cover verzauberte mich auf Anhieb, dieser flauschige Krake mit den treuherzigen Kulleraugen sieht einfach zu knuffig aus. Von Britta Sabbag habe ich bereits einige Bücher gelesen und war jedes Mal begeistert. Ihr neues Kinderbuch jedoch hat mich im ersten Moment ein wenig enttäuscht zurückgelassen. Optisch ist es ein echtes Highlight, aber den Inhalt musste ich mir erst einmal durch den Kopf gehen lassen. Mit dem Humor war ich anfangs irgendwie nicht so glücklich. Der Text enthält viele Wortwitze und Anspielungen, die fünfjährige Kindern alleine nicht verstehen können und eher auf Erwachsene zugeschnitten sind. Vielleicht unterschätze ich die Zielgruppe auch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Begriffe wie „Fischfluencer“ und „Grönehaier“ für das empfohlene Lesealter nachvollziehbar sind. Nachdem ich aber darüber gedacht habe, sehe ich diesen Aspekt eigentlich nicht mehr als einen Nachteil an. „Krakadu“ ist ein Buch, das Jung und Alt anspricht. Auch wenn die kleinen Zuhörer*innen nicht jeden Gag erfassen können, werden sie der liebenswert-chaotischen Geschichte dennoch mit Vergnügen lauschen. Als Erwachsener wiederum erfreut man sich an den feinen Zwischentönen und Sprachspielereien und hat richtig Spaß am Vorlesen.

Mit einer sehr lebendigen und modernen Sprache wird man als Leser in eine fantasievolle Unterwasserwelt entführt, in der man seine Einkäufe bei „Algi“ erledigt und abends um 20 Uhr das „Meeresspiegel-Magazin“ einschaltet.
In sechs kurzen episodenhaften Kapiteln, die ein großes Ganzes ergeben, begleiten wir den Krakadu und seinen treuen Begleiter Prof, den Seestern, auf ihren kunterbunten (Unterwasser-)Abenteuern. Die beiden ergeben ein hinreißendes Gespann – während der Krakadu sehr neugierig und tollpatschig ist, kommt der Prof ziemlich gelehrt und besserwisserisch daher. Die Dialoge zwischen den beiden lesen sich herrlich schlagfertig und unterhaltsam – wie von einem alten Ehepaar – und bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Gemeinsam mit den beiden erlebt man hier allerhand Abenteuerliches und Kurioses, lernt gleichzeitig aber auch etwas dabei: Es ist vollkommen okay, anders zu sein und nicht überall reinzupassen. Du musst dich nicht verbiegen, um richtig zu sein. Sei du selbst, ganz egal was andere sagen. Eine wunderbare Botschaft, die uns der Krakadu auf eine spielerische Weise mitgibt.

Lisa Nollenberger hat die Geschichte mit ihren großartigen Illustrationen zum Leben erweckt. Ihre Bilder sind farbenfroh und detailreich und genauso witzig und kreativ wie der Text. Mal ganz- und mal doppelseitig setzen sie das Erzählte gekonnt in Szene und laden zum Verweilen und Staunen ein.

Fazit: Bei diesem Buch habe ich ein wenig gebraucht, bis ich mich inhaltlich damit anfreunden konnte, aber nun finde ich es zauberhaft. „Krakadu“ ist ein sehr charmantes und humorvolles Vorlesebuch ab 5 Jahren, das durch seine wunderschönen Illustrationen besticht und beim Zuhören und Vorlesen gleichermaßen Freude macht. Ungewöhnlich, anspruchsvoll, etwas schräg und mit ganz viel Herz. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein wunderbares Sachbilderbuch für alle kleinen Entdecker und Tierfans!

Wo die Tiere leben
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Nachdem mich Alejandro Algarra und Rocio Bonilla bereits mit „Das Wetter und die Jahreszeiten“ sehr begeistert haben, musste natürlich auch der nächste Band aus der „Mit Freude entdecken“ – Reihe bei mir ...

Nachdem mich Alejandro Algarra und Rocio Bonilla bereits mit „Das Wetter und die Jahreszeiten“ sehr begeistert haben, musste natürlich auch der nächste Band aus der „Mit Freude entdecken“ – Reihe bei mir Einzug halten. Dieses Mal reisen wir mit den zwei wissensdurstigen Geschwistern Lilli und Bruno durch die Tierwelt und gehen erneut lauter spannenden Fragen auf den Grund: Wo leben Tiere eigentlich und wie sieht ihr Zuhause aus? Bauen sie sich ihre Wohnungen selbst oder nutzen sie andere Orte in der Natur? Und wie bauen sich eigentlich die Tiere, die unter Wasser leben, ihren Schlafplatz?
Es macht einfach richtig Spaß, zusammen mit den beiden Kindern auf Entdeckungsreise zu gehen und einen Blick in die vielen verschiedenen Wohn- und Lebensräume der Tiere zu werfen – von Nestern über Erdlöcher, Bauten und Höhlen bis hin zur Unterwasserwelt und noch einiges mehr.
Für Kinder gibt es hier eine Menge zu erkunden und zu lernen. So erfährt man unter anderem, dass nicht alle Vögel ihre Nester auf die gleiche Weise bauen oder dass Ameisen wahre Baumeister sind.
Auch dieser Band punktet mit kurzen, einfachen Texten und vermittelt Wissen auf eine leicht verständliche und unterhaltsame Weise. Ein weiterer Pluspunkt ist der Infoteil im Anschluss, wo Erwachsene weitere interessanten Fakten nachlesen können – um für mögliche Kinderfragen bestens gewappnet zu sein. ;)

Ein ganz besonderes Vergnügen sind wie gewohnt die wunderschönen, großflächigen Illustrationen von Rocio Bonilla. Lustig, farbenfroh und heiter und mit ihrem unverwechselbaren Stil untermalt sie das Erzählte perfekt in Szene und schafft eine warme, einladende Atmosphäre zum Wohlfühlen.

Fazit: „Wo die Tiere leben“ ist ein weiterer gelungener Band aus „Mit Freude entdecken“ – Reihe, der Kindern spielerisch die verschiedenen Behausungen im Tierreich näherbringt. Ein informatives und liebevoll gestaltetes Sachbilderbuch für alle kleinen Entdecker und Tierfans ab 5 Jahren. Mir hat es auch diesmal viel Freude bereitet, die neugierigen Geschwister Lilli und Bruno zu begleiten. Auf ihre nächste Entdeckungsreise, die bereits nächsten Monat erscheinen wird, freue ich mich schon sehr! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein wundervolles Sachbilderbuch rund um das Wetter & die Jahreszeiten!

Das Wetter und die Jahreszeiten
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Auch wenn Sachbilderbücher nicht in mein bevorzugtes Beuteschema fallen, war bei diesem Buch schnell klar, dass es bei mir einziehen muss. Rocio Bonilla ist schließlich immer ein Garant für großartig bebilderte ...

Auch wenn Sachbilderbücher nicht in mein bevorzugtes Beuteschema fallen, war bei diesem Buch schnell klar, dass es bei mir einziehen muss. Rocio Bonilla ist schließlich immer ein Garant für großartig bebilderte Geschichten und gehört schon lange zu meinen Lieblingsillustratorinnen. Auf „Das Wetter und ihre Jahreszeiten“ habe ich mich daher sehr gefreut und ich wurde nicht enttäuscht.

Alejandro Algarra und Rocio Bonilla nehmen uns in diesem Sachbilderbuch auf eine bezaubernde Reise durch die Jahreszeiten mit. Gemeinsam mit den beiden aufgeweckten und wissbegierigen Geschwistern Lilli und Bruno gehen wir vielen spannenden Fragen rund um die Themen Wetter und Jahreszeiten nach. Warum gibt es Jahreszeiten überhaupt und wieso ändert sich mit ihnen das Wetter? Warum ist es im Sommer so warm und im Winter so kalt? Wieso ist der Frühling wettertechnisch so unberechenbar? Aus welchem Grund verlieren die Bäume im Herbst ihre Blätter? Wie passen sich die Natur, Tierwelt und wir Menschen an den Wechsel der Jahreszeiten an? Auf all das und noch mehr gibt es hier die Antworten. So erfahren wir als erstes, wie die Sonne das Leben auf der Erde beeinflusst – wieso es zum Beispiel dazu kommt, dass wir Tag und Nacht haben. Anschließend begleiten wir die zwei Geschwister durch die einzelnen Jahreszeiten und lernen unter anderem, dass einige Tiere Winterschlaf halten und viele Vögel am Ende des Sommer in den wärmeren Süden fliegen.

In kurzen Texten und einfacher Sprache werden den kleinen Zuhörer*innen hier allerhand Informationen leicht verständlich nähergebracht. Für Kinder ab 5 Jahren ist dieses Buch ideal geeignet. Es weckt spielerisch das Interesse an Naturwissenschaften und fördert das Verständnis und die Entdeckerfreude für die Umwelt. Erwachsene kommen dabei aber ebenfalls nicht zu kurz. Denn im Anschluss gibt es noch einen doppelseitigen Infoteil mit weiteren Fakten über die Jahreszeiten.

Die großflächigen Illustrationen von Rocio Bonilla sind wie gewohnt ein ganz besonderes Highlight. Mit ihrem unverkennbaren, lustig-fröhlichen und herzigen Stil setzt sie das Erzählte perfekt in Szene und lädt zum Verweilen und Betrachten ein. Ihre Bilder sind in ihren typischen zarten Pastelltönen gehalten und mal wieder einfach nur hinreißend anzuschauen.

Fazit: „Das Wetter und ihre Jahreszeiten“ ist ein informatives und wundervoll illustriertes Sachbilderbuch, das auf eine kindgerechte Weise viel Wissen über das Wetter und die Jahreszeiten vermittelt. Ein großer Spaß für kleine neugierige Natur- und Weltentdecker ab 5 Jahren. Ich bin richtig begeistert von diesem Band aus der „Mit Freude entdecken“ – Reihe, vor allem von Rocio Bonillas Illustrationen bin ich mal wieder ganz hin und weg. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Ein herrliches Bilderbuch voller Humor, Charme und wohligem Grusel.

Rene & Grimfuß in: , Das Café am Ende des Waldes
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Rene hat einen großen Traum: Ein eigenes Café mit leckerem Kuchen und viel hungriger Kundschaft. Sie spart und spart und baut sich schließlich ihr kleines Häuschen am Ende des Waldes. Ein Kellner ist schnell ...

Rene hat einen großen Traum: Ein eigenes Café mit leckerem Kuchen und viel hungriger Kundschaft. Sie spart und spart und baut sich schließlich ihr kleines Häuschen am Ende des Waldes. Ein Kellner ist schnell gefunden (es hat sich ja auch nur einer beworben) und auch mit einer Glocke über dem Eingang, die Gäste ankündigt, ist ihr Café ausgestattet. So warten sie und ihr Kellner Grimfuß darauf, dass es läutet. Sie warten und warten...und warten. Aber dann, endlich, betritt ein Gast das Café. Doch oh Schreck, es ist ein riesiger Oger! Und nicht nur das, er verlangt nach eingelegten Fledermäusen, die nach Furz stinken und dazu noch noch Schnecken und Mäuse. So etwas steht allerdings nicht auf Renes Speisekarte. Rene ist entsetzt und kurz davor, alles hinzuschmeißen. Grimfuß aber ermutigt sie dazu, weiterzumachen. Dank ihrer Kochkünste und Grimfußs Talent, die Speisen etwas umzuändern, sorgen die beiden gemeinsam dafür, dass ihr gefräßiger Gast ganz auf seine Kosten kommt. Und sogar so zufrieden ist, dass er wiederkommt – zusammen mit weiteren hungrigen Gästen...

Auf dieses Bilderbuch habe ich mich gefreut, seit man es mir auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt hat. Cover und Klappentext verzauberten mich auf Anhieb und dass es sich bei dem Übersetzer um niemand geringerem als von Wortkünstler Kai Lüftner handelt, tat dann sein Übriges. Ich war mir sehr sicher, dass die Geschichte genau meinen Geschmack treffen wird und was soll ich sagen, ich lag damit goldrichtig!

Der britische Autor Mikey Please präsentiert hier ein überaus entzückendes Bilderbuch, das nicht nur für kleine Zuhörer*innen ab 4 Jahren ein monsterhaft köstliches Vergnügen ist. „Rene & Grimfuß in: Das Café am Ende des Waldes“ enthält einfach sämtliche Zutaten, die es für ein gutes Erfolgsrezept braucht: Eine unterhaltsame Story gewürzt mit wertvollen Botschaften, liebenswert-schräge Charaktere, zauberhafte Illustrationen und all das garniert mit den göttlichsten Ekel-Speisen. (Na, Lust auf ein schmackhaftes Maden-Fondue? ;D )
Voller Herzlichkeit und britischem Humor erzählt Mikey Please in kurzen, schwungvoll-stimmigen Reimen von großen Träumen und einem einzigartigen Café, leckeren und sehr gewöhnungsbedürftigen Gaumenfreuden, einem ziemlich gewitzten Kellner sowie monstermäßig kniffliger Kundschaft. Dieses Buch sprüht nur so vor Witz und Einfallsreichtum und macht einfach gute Laune. Gleichzeitig behandelt es aber auch wichtige Themen wie Zusammenarbeit, Mut, unwahrscheinlichen Freundschaften, Kompromissbereitschaft und der Kunst, aus allem das Beste zu machen.

Auch optisch ist dieses Buch ein ganz besonderer Genuss. Die in warmen Erdtönen gehaltenen Illustrationen von Mikey Please sind wunderbar fantasievoll und ausdrucksstark und voller lustigem Grusel. Mal großflächig, mal in comicartigen Panels untermalen sie das Erzählte perfekt und laden zum Verweilen, Schmunzeln und wohligem Erschauern ein.

Fazit: „Rene & Grimfuß in: Das Café am Ende des Waldes“ ist eine hinreißend gereimte und illustrierte Geschichte zum Vor- und Selberlesen, die zeigt, dass kein Traum zu groß oder verrückt ist und es sich lohnt, über den Tellerrand zu schauen. Ein herrlicher Bilderbuchschmaus für alle Träumer, Schleckermäuler und Monsterfans ab 4 Jahren. Schaurig-schön, skurril, urkomisch und mit ganz viel Herz. Ich bin absolut begeistert von Mikey Pleases Bilderbuchdebüt und hoffe sehr, auf baldigen Nachschub. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Warmherzig, ziemlich verrückt, dabei auch sehr klug. Ein außergewöhnliches Kinderbuch.

Der Sommer der unmöglichen Dinge
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Die Sommerferien haben begonnen und die zehnjährige Ferris hat ganz schön viel um die Ohren. Da ist ihre kleine eigensinnige Schwester, die es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Verbrecherin zu werden ...

Die Sommerferien haben begonnen und die zehnjährige Ferris hat ganz schön viel um die Ohren. Da ist ihre kleine eigensinnige Schwester, die es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Verbrecherin zu werden und dafür allerhand abgedrehte Versuche unternimmt. Ihr Vater geht auf dem Dachboden auf Waschbären-Jagd, ihr Onkel Ted lebt zurzeit in ihrem Keller, ihre Tante verpasst ihr eine schreckliche Dauerwellenfrisur und dann ist da noch ihre Oma, der es gesundheitlich immer schlechter geht - und die behauptet, einen Geist gesehen zu haben, der sie darum bittet, den Kronleuchter im Esszimmer zum Erstrahlen zu bringen. Ein sehr merkwürdiger Auftrag, aber Ferris möchte ihn unbedingt für ihre Oma erfüllen. Zum Glück hat sie ihren besten Freund Billy Jackson an ihrer Seite, auf den sie sich immer verlassen kann.

Die Bücher von Kate DiCamillo begleiten und begeistern mich seit meiner Kindheit. Jedes neue Buch von ihr darf blind bei mir einziehen – und „Der Sommer der unmöglichen Dinge“ bildet da natürlich keine Ausnahme. Schon das Cover, das die Regina Kehn entworfen hat, verzauberte mich mit seiner verträumten Stimmung auf Anhieb. Die Geschichte dahinter konnte mich anfangs jedoch nicht komplett überzeugen. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich etwas hin und her gerissen, wie ich es bewerten soll. Mir, als Erwachsene, hat es sehr gut gefallen, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe um hineinzufinden. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie es bei der Zielgruppe ankommen wird. Für fortgeschrittene Leser*innen, die es gerne ruhig und anspruchsvoll mögen, wird das Buch sicherlich etwas sein, genauso wie für kinderbuchliebende Erwachsene. Es ist jedoch fraglich, ob es Kinder ab 10 Jahren zu fesseln vermag. Die Handlung wird sehr unaufgeregt erzählt und wirkt bisweilen etwas verworren. Vermutlich wird der Großteil der jungen Leserschaft schnell die Lust am Lesen verlieren, da ihnen zu wenig Spannendes passiert.

Kate DiCamillo hat definitiv mal wieder einen Kinderroman geschrieben, der sich von der Masse abhebt. Was optisch wie eine locker-leichte Sommerlektüre daherkommt, entpuppt sich nur kurz darauf als so viel mehr. Mit ihrem gewohnt wunderschönen Schreibstil (übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn) erzählt Kate DiCamillo hier eine bewegende Geschichte voller Emotionen und Tiefgang. Neben Familie, Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt werden hier auch ernste Themen angesprochen wie Angst, Verlust und Trauer. Dank der sehr behutsamen und humorvollen Erzählweise erscheint die Handlung aber zu keiner Zeit bedrückend. Ganz im Gegenteil, sie ist sogar sehr oft ziemlich lustig und erzeugt ein wohlig-warmes Gefühl im Bauch. In kleinen Episoden, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben, begleiten wir die 10-jährige Ferris und ihre schräge Familie durch den Alltag und erleben dabei allerhand Kurioses. Ferris ist eine sehr sympathische Protagonistin, die man mit ihrer einfühlsamen und fürsorglichen Art direkt ins Herz schließt. Generell sind die Charaktere mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Kate DiCamillo weiß, wie man einzigartige Figuren erschafft, die man mit all ihren Macken einfach gernhaben muss. Vor allem Ferris' kleine Schwester Pinky ist eine recht spezielle und unvergessliche Persönlichkeit.
Ganz nebenbei lernt man auch die Bedeutung von einigen nicht ganz so alltäglichen Begrifflichkeiten, Ferris’ sogenannte Mielk-Wörter, benannt nach ihrer wörterbesessenen Lehrerin. Das Ende ist überraschend, aber passend und rundet das Ganze perfekt ab.

Fazit: „Der Sommer der unmöglichen Dinge“ ist eine leise und kraftvolle Geschichte über einen unvergesslichen Sommer, in dem alles Unmögliche möglich ist. Ein ganz besonderer Kinderroman, der berührt, überrascht und nachdenklich stimmt. Warmherzig, ziemlich verrückt, dabei auch sehr klug. Auch wenn ich mit der Altersangabe etwas hadere, kann ich das neue Buch von Kate DiCamillo sehr empfehlen, mir hat die US-amerikanische Autorin mal wieder wunderbare Lesestunden bereiten können. Wer gerne Kinderbücher liest, die sich abseits des Mainstreams bewegen, sollte an Ferris und ihrer liebevoll-chaotischen Familie auf keinen Fall vorbeigehen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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