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Veröffentlicht am 26.01.2024

Ein wundervoll gereimtes und illustriertes Buch zum Schmunzeln & Nachdenken.

Huch, ein Buch!
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Da ich ein großer Fan des Erfolgsduos Kai Lüftner und Wiebke Rauers bin, war schnell klar, dass auch ihr neuestes Werk „Huch, ein Buch!“ bei mir einziehen muss. Dass es sich bei diesem um kein gewöhnliches ...

Da ich ein großer Fan des Erfolgsduos Kai Lüftner und Wiebke Rauers bin, war schnell klar, dass auch ihr neuestes Werk „Huch, ein Buch!“ bei mir einziehen muss. Dass es sich bei diesem um kein gewöhnliches Bilderbuch für Kinder handelt, habe ich mir anhand des Klappentextes schon gedacht und war dementsprechend sehr gespannt, was mich wohl erwarten wird. Beim Cover war es bei mir schon mal Liebe auf den ersten Blick, doch auch die Geschichte dahinter hat mich auf Anhieb begeistert.
In meinen Augen haben Kai Lüftner und Wiebke Rauers mal wieder ein großartiges Gesamtkunstwerk erschaffen. Nicht jeder wird damit etwas anfangen können und obwohl es zunächst so wirkt, ist es kein klassisches Kinderbuch. „Huch, ein Buch“ ist ein wunderbares philosophisches Gedankenspiel der ganz besonderen Art, das inspiriert und nachdenklich stimmt. Ein echtes Schätzchen für alle, die es auf eine amüsante Weise tiefsinnig mögen und die gerade etwas Ermutigung beim Schreiben ihrer eigenen Geschichte benötigen.

In hinreißend grandiosen Reimen erzählt Wortkünstler Kai Lüftner von dem Mann Hubertus, der eines Morgens aufwacht und feststellt, dass er ein Buch ist. Er beginnt daraufhin in sich selbst zu schmökern und entdeckt dabei völlig neue Seiten in sich. Doch nicht nur das. Seine Erkenntnis führt dazu, dass er die Menschen um sich herum plötzlich mit ganz anderen Augen sieht. Er lernt, nicht nur ihre äußere Hülle zu sehen, sondern auch ihre Wesen dahinter zu lesen und erkennt dabei, dass man andere nicht nach ihrem Einband beurteilen darf. Als Leserin beginnt man sich unweigerlich zu fragen, was für ein Buch man wohl selbst ist. Ist man ein dünnes oder ein dickes Buch? Ein gebundenes oder ein flexibles Softcover? Welche Seiten kann man darin entdecken und wie viel davon ist für andere lesbar?

Wiebke Rauers hat diese wundervollen faszinierenden Gedankengänge mit ihren bezaubernden Illustrationen zum Leben erweckt. Ihre ganzseitigen farbenfrohen Bilder sind genauso unterhaltsam und voller Tiefgang wie der gereimte Text und ergeben mit ihm gemeinsam ein perfektes Zusammenspiel.

Fazit: „Huch, ein Buch!“ ist ein literarischer Genuss für alle Buchliebhaber
innen und Sprachverliebte und für diejenigen, die es poetisch, abstrakt und tiefgründig mögen. Ein herrlich gereimtes und illustriertes Geschenkbuch zum Schmunzeln und Nachdenken für Jung und Alt. Ich kann dieses kleine feine Büchlein nur empfehlen, ich finde es zauberhaft. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 18.01.2024

Ein zauberhaftes Feenabenteuer mit wunderschönen Illustrationen

Mina Wirbelfee (Bd. 1)
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Ihrem siebten Geburtstag hat Mina Wirbelfee ganz ungeduldig entgegen gefiebert. An diesem Tag wird sie nämlich erfahren, was ihre Zauberkraft ist und endlich eine richtige Fee sein. Doch der langersehnte ...

Ihrem siebten Geburtstag hat Mina Wirbelfee ganz ungeduldig entgegen gefiebert. An diesem Tag wird sie nämlich erfahren, was ihre Zauberkraft ist und endlich eine richtige Fee sein. Doch der langersehnte Brief von Feenkönigin Mirabella, in dem steht welche magische Gabe Mina besitzt, ist total krakelig geschrieben. Weder sie noch ihre Eltern oder Oma können die Schrift der Königin entziffern. Mina ist enttäuscht, was für eine Feenkraft hat sie denn nun? Sie beschließt kurzerhand, Mirabella einfach selbst zu fragen und macht sich zusammen mit Dackel Rüdiger und Omas wandernde Warze Wanda auf den Weg. Eine lange abenteuerliche Reise erwartet Mina und ihre Freunde. Denn Mirabella lebt mitten auf der Wolke sieben. Um ihr Ziel zu erreichen, müssen sie erst einmal das Feld der bösen Blumen überwinden, den Wald der wehleidigen Bäume durchqueren und am Strand der starken Meerjungrfrauen vorbei. Aufgeben kommt für Mina aber nicht infrage!

Ein entzückendes Cover hat uns die Alexandra Helm hier gezaubert, um mich war es sofort geschehen, als ich es zum ersten Mal sah. Es verspricht eine magische und fröhlich-bunte Feengeschichte und genau das bekommt man auch. Ich persönlich hatte mir nur ein wenig mehr erhofft, irgendwie wollte der Funke nicht komplett überspringen. Trotz allem finde ich aber, dass Zoe Magdalena ein gelungenes Kinderbuchdebüt geglückt ist, bei dem man auf jeder Seite spürt, mit wie viel Herzblut es geschrieben ist.

Mit viel Witz, Fantasie und Liebe zum Detail erzählt Zoe Magdalena von der siebenjährigen Mina Wirbelfee und ihren Erlebnissen. Die Geschichte kommt dabei in keinster Weise kitschig oder mädchenhaft daher und wird garantiert auch Jungen begeistern. Mina ist nämlich keine typische Fee. Sie ist mutig, selbstbewusst, abenteuerlustig und aufgeweckt. Sie kann auch ganz schön vorlaut sein (für meinen Geschmack manchmal etwas zu vorlaut), ist aber jederzeit sympathisch. Toll ist auch, dass wir mit ihr eine PoC (Person of Colour) in der Feenwelt vertreten haben. Mit Mina hat Zoe Magdalena eine bezaubernde Heldin erschaffen, eine kleine Pippi-Langstrumpf-Fee, die man einfach gernhaben muss.

Auch die weiteren Charaktere entsprechen nicht den gängigen Klischees und werden so liebevoll beschrieben, dass man sie direkt ins Herz schließt wie Minas Familie, Dackel Rüdiger und Omas Wanderwarze Wanda. Sie sind zudem sehr vielfältig ohne aufdringlich zu wirken. So gibt es neben der dunkelhäutigen Mina zum Beispiel noch Bert, die Zahnfee in seinem rosafarbenen Tutut oder die starken männlichen Meerjungfrauen.

Gemeinsam mit dieser außergewöhnlichen Truppe erlebt auf den gut 112 Seiten lauter aufregende Abenteuer voller Überraschungen, die zum Mitfiebern einladen und einen immer wieder zum Schmunzeln und Lachen bringen. Langeweile kommt da an keiner Stelle auf!
Zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren ist das Buch in meinen Augen sehr gut geeignet. Der Text ist einfach gehalten, die Kapitel sind kurz und die Geschichte wird von zahlreichen Bildern untermalt.

Alexandra Helm hat Minas wirbelige Welt mit ihren wundervollen süßen Zeichnungen zum Leben erweckt. Jedes Kapitel enthält mehrere farbenfrohe Illustrationen, die perfekt zum Geschehen passen und einfach gute Laune machen.

Fazit: „Mina Wirbelsee“ ist eine turbulente, lustige und kunterbunte Vorlesegeschichte ab 5 Jahren über eine liebenswerte kleine Fee, die mutig und entschlossen ihren Weg geht. Fantasievoll, frech und voller Vielfalt und zauberhafter Abenteuer. Ein wunderschön illustriertes Kinderbuch, das ich wärmstens empfehlen kann. Mir hat es viel Spaß gemacht. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 17.01.2024

Ein toller Folgeband!

Ozeanis (2). Wettlauf durch die Brandung
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Leevi lebt zusammen mit seinen beiden besten Freunden Kala und Enno in Seeland, einem Ort, der tief verborgen unter der Erde liegt und voller Wasser ist. Seit kurzem hat er auch endlich ein eigenes Soulpet: ...

Leevi lebt zusammen mit seinen beiden besten Freunden Kala und Enno in Seeland, einem Ort, der tief verborgen unter der Erde liegt und voller Wasser ist. Seit kurzem hat er auch endlich ein eigenes Soulpet: Seepuma Bo. Leider ist Bo nur scheinbar der Letzte seiner Art und wird von allen gefürchtet. Dennoch möchte Leevi gemeinsam mit ihm an dem nächsten Ozeanis-Rennen teilnehmen, für das er, Kala und Enno fleißig trainiert haben. Es kommt jedoch alles völlig anders als geplant und Bo gerät in große Gefahr. Die drei Freunde müssen sich schleunigst etwas einfallen lassen, um Leevis Seelentier zu helfen. Ob es ihnen wohl gelingen wird, den Seepuma zu retten?

Dem zweiten Band der Ozeanis-Serie habe ich voller Vorfreude entgegen gefiebert. Vom ersten Teil war ich ganz begeistert und obwohl es inzwischen eine Weile her ist, dass ich ihn gelesen habe, habe ich problemlos in die Fortsetzung hineingefunden. Alles Wissenswerte wird zu Beginn und im Verlauf kurz erklärt, sodass auch Neueinsteiger gut in das Buch hineinfinden sollten. Um in den vollen Genuss der Reihe zu kommen, empfiehlt sich jedoch, die Bände chronologisch zu lesen.

Die Handlung setzt kurz nach den Ereignissen des Vorgängers an und wird erneut aus der Ich-Perspektive von Leevi erzählt. Er spricht uns Leser*innen auch diesmal anfangs direkt an, sodass man sofort richtig Lust aufs Weiterlesen bekommt. Und einmal damit begonnen, mag man gar nicht mehr damit aufhören. Zusammen mit Leevi und seinen beiden Freunden Kala und Enno nehmen wir wieder an den gefährlichen Ozeanis-Rennen teil, surfen auf den Speed-Glydern durch die Tiefen von Seeland und erleben dabei lauter aufregende Dinge. Mit dabei sind natürlich auch immer die Soulpets der Kinder, Seepuma Bo, Sturmmöwe Isla und Pilotwaldame Ceta, zu denen die drei eine ganz besondere Verbindung haben.
Freundschaft und Zusammenhalt werden abermals ganz groß geschrieben; Leevi, Kala, Enno und ihre Seelentiere sind einfach so eine tolle Truppe und unschlagbares Team! Man schließt sie sofort ins Herz und begleitet sie nur zu gerne auf ihren Erlebnissen.

Zum Selberlesen für Kinder ab 8 Jahren ist auch dieser Band sehr gut geeignet. Durch die kurzen Kapiteln, den geringen Textanteil mit seinen Comicelementen und die vielen Illustrationen ermöglicht das Buch schnelle Leseerfolge und wird auch Lesemuffel begeistern.

Die Aufmachung dieser Reihe ist wirklich genial. Max Meinzold hat die einzigartige unterirdische Unterwasserwelt Seeland auf eine atemberaubende Weise zum Leben erweckt. Seine farbenfrohen Bilder sind mal wieder absolute Hingucker und ziehen einen direkt in den Bann. Sie laden zum Staunen und Entdecken ein und ergeben gemeinsam mit dem Text ein perfektes Zusammenspiel.

Fazit: Mit dem zweiten Teil ihrer Ozeanis-Reihe entführt uns das Duo Anna Ruhe und Max Meinzold erneut in die Tiefen des Meeres und beschert uns ein rasantes, actionreiches und bildgewaltiges Unterwasser-Abenteuer voller Spannung, Spaß und Freundschaft. „Wettlauf durch die Brandung“ ist ein rundum gelungener Folgeband, der dem Vorgänger in nichts nachsteht und große Lust mehr macht. Mich hat auch dieser Band auf ganzer Linie überzeugen können. Auf das nächste Ozeanis-Abenteuer, das im Herbst 2024 erscheint, freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.01.2024

Spannend, gruselig, absolut fesselnd. Ein toller Auftakt!

Schatten – Der Pakt (Schatten 1)
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Weihnachten steht vor der Tür, aber nach Feiern ist dem 13-jährigen Pete nicht zumute. Seine allerbeste Freundin Sara ist todkrank und kein Arzt kann ihr helfen. Obwohl er dafür eigentlich schon viel zu ...

Weihnachten steht vor der Tür, aber nach Feiern ist dem 13-jährigen Pete nicht zumute. Seine allerbeste Freundin Sara ist todkrank und kein Arzt kann ihr helfen. Obwohl er dafür eigentlich schon viel zu alt ist, setzt er sich im Kaufhaus auf den Schoß des Weihnachtsmannes und flüstert ihm seinem sehnlichsten Wunsch ins Ohr: Sara soll wieder gesund werden. In der darauffolgenden Nacht taucht ein unheimlicher Wichtel namens Elpiö in seinem Zimmer auf, der ihm einen Deal vorschlägt: Sara wird genesen, wenn Pete im Gegenzug seinen Schatten hergibt. Pete denkt sich nicht groß was dabei und lässt sich ohne zu zögern auf den Handel ein. Und tatsächlich passiert über Nacht ein Wunder: Sara ist geheilt. Pete aber stellt bald fest, dass er sich irgendwie komisch fühlt, so merkwürdig kalt und leer. Mit seinem Schatten, hat er auch seine Empathie und innere Wärme verloren. Pete erkennt, dass man ohne seinen Schatten gar kein richtiger Mensch mehr ist und beginnt den Tausch zu bereuen. Ob es ihm wohl gelingen wird, den Pakt rückgängig zu machen, ohne Sara für immer zu verlieren?

Schon rein äußerlich kommt das Buch bedrohlich und unheimlich daher und zieht einen sofort in den Bann. Das Cover verspricht auch nicht zu viel, die Story dahinter ist definitiv nichts für zart besaitete Leser*innen und fesselt von den ersten Seiten an. Mit dem ersten Band ihrer neuen Abenteuertrilogie legen die Finnen Timo Parvela und Pasi Pitkänen aber nicht nur eine Schauergeschichte vor – auch in die Sparte Weihnachtsroman kann man das Buch stecken. Es ist einfach das ideale Lesefutter für alle, die es in der Adventszeit gerne so richtig schön märchenhaft-gruselig und aufregend-geheimnisvoll mögen.

Die Geschichte spielt auf zwei Handlungsebenen und ist zu Beginn noch vergleichsweise ruhig und auch ziemlich traurig. In den ersten Kapiteln lernen wir den 13-jährigen Pete kennen und erfahren von seinem Herzenswunsch und seinem Handel mit dem Wichtel. Man spürt sofort, wie groß seine Verzweiflung ist und kann seine Entscheidung sehr gut nachvollziehen.
Der zweite Erzählstrang entführt uns in die verschneite magische Weihnachtswelt und handelt von der Schattenflickerin Uudit, die halb Wichtel, halb Gnom ist und sich nichts mehr wünscht als in die Wichtelgilde aufgenommen zu werden.
In einer packenden und finsteren Erzählweise erhält man abwechselnd Einblicke in die beiden verschiedenen Welten. Man kann gar nicht anders als durchweg mitzufiebern und das Buch in einem Zug zu lesen. Erst nach und nach ahnt man, wie die Stränge wohl miteinander zusammenhängen könnten und welches Grauen im Verborgenen lauert. Es bleibt allerdings noch einiges unklar, der Autor lässt viel Spielraum für die Folgebände und verschont uns am Ende natürlich auch nicht vor einem fiesen Cliffhanger. Die Leseprobe aus dem zweiten Band, die im Anschluss folgt, schürt die Neugier nur noch, sodass man am liebsten weiterlesen möchte.

Die Altersempfehlung liegt bei ab 10 Jahren, was ich für angemessen halte, trotz des teils recht hohen Gruselfaktors. Denn neben der schauerlichen Stimmung und dem Nervenkitzel kann die Erzählung auch mit viel Herz, Humor und liebevoll beschriebenen Charakteren aufwarten. Freundschaft und Vertrauen werden hier groß geschrieben und auch weitere wichtige Themen werden angesprochen wie Rassismus, Diskriminierung, Toleranz und Mitgefühl.

Ein echtes Highlight ist die Innengestaltung des Buches. Die zahlreichen ausdrucksstarken Illustrationen von Pasi Pitkänen untermalen die Düsterkeit der Geschichte perfekt und schaffen eine herrlich dunkle Atmosphäre, sodass einem beim Lesen immer wieder wohlig-kalte Schauer über den Rücken laufen.

Fazit: „Schatten – Der Pakt“ ist ein gelungener Auftakt einer spannenden und düster-atmosphärischen Trilogie, den man nicht mehr aus der Hand legen mag. Fesselnd, einzigartig und mit schaurig-schönen Illustrationen und jeder Menge Gänsehautgarantie. Ein weihnachtliches Schmökererlebnis der ganz besonderen Art. Ich bin begeistert von diesem außergewöhnlichen Kinderbuch, ich kann es nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Herzergreifend, mitreißend, wunderschön!

Der verschwundene Wal
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Da seine alleinerziehende Mutter für mehrere Wochen in eine Klinik muss, wird der 11-jährige Rio von London nach Kalifornien zu seiner Großmutter geschickt, worüber er alles andere als begeistert ist. ...

Da seine alleinerziehende Mutter für mehrere Wochen in eine Klinik muss, wird der 11-jährige Rio von London nach Kalifornien zu seiner Großmutter geschickt, worüber er alles andere als begeistert ist. Er kennt seine Oma kaum und wünscht sich nichts mehr als nach Hause zurückzukehren und wieder bei seiner Mutter zu sein. Anfangs verhält er sich äußerst abwesend, doch als er die gleichaltrige Marina kennenlernt, beginnt er aufzutauen. Sie nimmt ihn zu einer Walbeobachtungstour ihres Vaters mit, während der er auf das Walweibchen Weißschnauze trifft. Rio ist ganz fasziniert von dem sanften Meeresriesen und freundet sich mit ihm an. Die Beziehung zwischen den beiden ist einzigartig und der Junge spürt nach langer Zeit einen Funken Hoffnung. Doch dann wird Weißschnauze auf einmal vermisst und nur Rio scheint ihr helfen zu können. Gemeinsam mit Marina, ihrem Vater und seiner Oma begibt er sich auf die Suche nach seiner neuen riesigen Freundin. Ob sie Weißschnauze wohl finden werden?

Da Hannah Golds Debütroman „Der letzte Bär“ 2023 zu meinen Jahreshighlights gehörte, war sofort klar, dass ich auch ihr zweites Werk „Der verschwundene Wal“ unbedingt lesen muss. Voller Vorfreude und mit hohen Erwartungen bin ich in das Buch eingetaucht und was soll ich sagen, ich liebe es! Das traumhafte Cover verspricht eindeutig nicht zu viel, auch die Geschichte dahinter ist so wunderschön und begeistert vom ersten Augenblick an.

Die britische Autorin hat es erneut geschafft eine Abenteuergeschichte mit wichtigen und ernsten Themen geschickt zu verknüpfen. Fesselnd, einfühlsam und voller Emotionen erzählt sie von Freundschaft, Familie, Vertrauen, physischen Problemen und Hoffnung, von der Verschmutzung der Meere, dem Walfang und der heilsamen Kraft der Natur. Die Geschichte von Rio und Weißschnauze liest sich spannend und ergreifend zugleich und rüttelt auf, sie vermittelt viel Wissen über Grauwale und sie erinnert uns daran, dass wir alle Superheld*innen des Planeten sein können und es sich lohnt, sich für die Umwelt einzusetzen. Toll ist auch der mehrseitige Anhang am Ende, in dem man unter anderem mehr über die Entstehung des Buches erfährt. „Der verschwundene Wal“ ist definitiv nicht nur ein Roman für Kinder ab 10 Jahren, sondern auch für Erwachsene.

Die Charaktere sind ebenfalls großartig gelungen, vor allem Rio ist ein wunderbarer Protagonist, den man sehr schnell ins Herz schließt und nur zu auf seinem Weg gerne begleitet. Es ist herzerwärmend zu sehen, wie er im Verlauf wächst, wie er sich seiner Oma und der gleichaltrigen Marina immer mehr öffnet und wie zwischen ihm und dem Walweibchen Weißschnauze eine einzigartige Verbindung entsteht. Man fühlt und fiebert mit Rio mit und hat dank der bildhaften Beschreibungen das Gefühl, selbst dabei zu sein und alles mitzuerleben. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin und ehe man es sich versieht, hat man das Buch auch schon beendet und kann zufrieden wieder daraus auftauchen.

Untermalt wird die Geschichte von zahlreichen schwarz-weiß Zeichnungen von Levi Pinfold, die bereits „Der letzte Bär“ bebildert hat. Ihre eindrucksvollen und ausdrucksstarken Illustrationen schaffen eine magische Atmosphäre und machen das Buch zu einem unvergesslich schönen Erlebnis.

Fazit: „Der verschwundene Wal“ ist eine berührende und kraftvolle Geschichte über eine ganz besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier. Inspirierend, informativ und voller Tiefe und beeindruckender Bilder. Ein Buch, das man so schnell nicht vergisst und eine bereichernde Lektüre für alle ab 10 Jahren. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, mich hat es zutiefst bewegt und komplett verzaubert. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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