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Veröffentlicht am 23.07.2023

Ein echtes Highlight für mich!

Die Gesellschaft der geheimen Tiere
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Als ich zum ersten Mal von „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ hörte, konnte das hübsche Cover meine Neugier sofort wecken. Schnell den Klappentext gelesen und es war klar, dass ich das Buch lesen muss. ...

Als ich zum ersten Mal von „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ hörte, konnte das hübsche Cover meine Neugier sofort wecken. Schnell den Klappentext gelesen und es war klar, dass ich das Buch lesen muss. Und da es ungekürzt von einem meiner liebsten Sprecher gelesen wird, ließ ich kurzerhand auch noch das Hörbuch bei mir einziehen.

Da die Eltern von Edith White Tierforscher sind und viel in der Welt herumreisen, lebt die Elfjährige meist in dem St.-Montefiore-Mädcheninternat. Eigentlich sollten ihre Eltern sie für die Sommerferien abholen, doch als Edie als letzte Schülerin immer noch auf ihr Eintreffen wartet, ahnt sie Übles. Haben sie sie etwa vergessen? Zum zweiten Mal in diesem Jahr? Die Schuldirektorin eröffnet dem Mädchen schließlich, dass die Eltern im Dschungel verschollen sind. Edie muss die Ferien daher bei ihrem Onkel verbringen, der Tierarzt ist und in einem weit abgelegenen Teil des New Forest Nationalparks eine eigene Praxis betreibt. Von dem Onkel hat Edie bisher noch nie gehört, er wiederum scheint überhaupt keine Lust zu haben sie kennenzulernen. Während er anfangs offen zeigt, dass er sie nicht haben will, macht er aus seiner Arbeit ein ziemlich großes Geheimnis. Edie entdeckt schließlich, dass die Patienten ihres Onkels keine normalen Tiere sind, sondern magische und mythische Geschöpfe wie Pegasi, Drachen und Einhörner. Doch nicht nur das – Edie findet auch noch heraus, was die Ursache für ihre ständigen schlimmen Kopfschmerzen ist: Sie kann gedanklich mit Tieren kommunizieren. Ihre unglaubliche Gabe ist für ihren Onkel unschätzbar wertvoll und hilfreich. Er nimmt sie deswegen auf seine Reise in den Himalaja mit, um einer schwer kranken Yeti-Familie zu helfen. Die beiden sind jedoch nicht die Einzigen, die die Yetis finden möchten. Das fiese Syndikat ist hinter diesen kostbaren Fabelwesen her und macht gnadenlos Jagd auf sie. Ein gefährliches und unvergessliches Abenteuer beginnt...

Auf das Kinderbuchdebüt von Luke Gamble war ich wirklich unheimlich gespannt. Der Klappentext klang einfach so gut und nach einer Story ganz nach meinem Geschmack. Meine Erwartungen waren dementsprechend natürlich hoch und was soll ich sagen, sie wurden voll und ganz erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen! Für mich hat sich „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ als ein echtes Hör- und Lesehighlight entpuppt. Der Einstieg fiel mir spielend leicht und ich war sofort Feuer und Flamme für die Geschichte.

Luke Gamble versteht es wirklich fabelhaft, uns Leserinnen und Zuhörerinnen von Beginn an in seinen Bann zu ziehen. Sein lebendiger und flüssiger Schreibstil liest sich sehr angenehm und reißt einen direkt mit, sodass die Seiten nur so dahin fliegen.
Auch die Charaktere tragen mit ihren verschiedenen Eigenschaften dazu bei, dass man sich in der Geschichte durchweg wohlfühlt. Edie, aus deren Sicht der Großteil der Handlung geschildert wird, war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist ein sehr liebenswertes 11-jähriges Mädchen, sie ist mutig, entschlossen und klug, man muss sie einfach sofort gernhaben. Edies Onkel dagegen ist zunächst ein ziemlicher Griesgram und recht verschlossen, allerdings zeigt sich noch, dass er das Herz am rechten Fleck trägt und man beginnt auch ihn immer mehr zu mögen.
Die weiteren Figuren wurden ebenfalls authentisch und facettenreich gestaltet und werden so liebevoll beschrieben, dass man sie sehr schnell ins Herz schließt (abgesehen vielleicht von den Bösewichten). Es macht einfach nur großen Spaß, sie alle zu begleiten und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Gemeinsam mit Edie verschlägt es uns bereits im zweiten Kapitel zu ihrem Onkel, der weit abgelegen mitten in einem großen Wald lebt. In gut der ersten Hälfte des Buches halten wir uns bei ihm in seiner Tierstation auf, in der zweiten werden wir auf eine abenteuerliche Rettungsaktion in den Himalaja mitgenommen. Der Autor beschreibt die Schauplätze dabei so anschaulich, dass man alles bildlich vor Augen hat und es sich oft so anfühlt, als wäre man selbst vor Ort. Auf den Vorsatzpapieren befinden sich zudem noch zwei detailreiche Karten – sowohl vom Grundstück des Onkels, als auch von der Reiseroute durch den Himalaja – sodass man das Setting noch besser nachvollziehen kann.

Langeweile kommt auf den gut 368 Seiten an keiner Stelle auf. Es passiert einfach ständig etwas Aufregendes, sodass man mit dem Lesen/Hören gar nicht mehr aufhören mag. Vor allem der zweite Teil des Buches lässt einen ordentlich mitfiebern und ist stellenweise richtig dramatisch. Die Ereignisse beim Onkel sind da noch vergleichsweise ruhig, aber keineswegs abwechslungslos. So erhält man beispielsweise gute Einblicke in die Aufgaben eines Tierarztes und erfährt eine Menge interessante Dinge über mythische Kreaturen wie Pegasi und Einhörner. Man merkt auf jeden Fall sehr, finde ich, dass der Autor diesen Beruf selbst mit viel Liebe und Leidenschaft ausübt, wobei es sich bei seinen Patienten natürlich um keine Fabelwesen handelt.
Wunderschön sind auch die Szenen, in denen Edie ihre außergewöhnliche Gabe kennenlernt. Ihre Gespräche mit den Tieren lesen sich berührend und herzerwärmend und sehr oft auch höchst unterhaltsam. Ich zum Beispiel habe mich über die lichtverehrenden Motten köstlich amüsiert, was hauptsächlich der herrlichen Vortragsweise von Simon Jäger zu verdanken war.

Sprecher Simon Jäger hat wie gewohnt einen grandiosen Job gemacht. Er erweckt dieses fantasievolle Abenteuer mit seiner großen Stimmvielfalt zum Leben und beschert uns über acht Stunden lang den allerschönsten Hörgenuss. Jeder Figur, ob Mensch oder Tier, verleiht er ihre eigene Stimme und setzt die Geschichte perfekt in Szene. Es ist einfach jedes Mal das reinste Vergnügen, seiner wohlklingenden Stimme zu lauschen.

Ich kann es jetzt kaum erwarten, mich auf den zweiten Band zu stürzen. Im Englischen wird er voraussichtlich noch diesen Herbst erscheinen und da hoffe ich nun sehr, dass wir uns auf die deutsche Übersetzung nicht allzu lange gedulden müssen. Ich bin so gespannt wie es mit Edie und Co. weitergehen wird!

Fazit: Mit seinem Kinderbuchdebüt ist dem britischen Autor Luke Gamble ein wunderbarer Reihenauftakt gelungen, in welchem er seine Leserinnen in eine Welt voller fantastischer Wesen entführt. „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ ist ein fesselndes, witziges und magisches Abenteuer mit einer starken Heldin, unvergleichlichen Charakteren und einer spannenden Rettungsmission. Ein Feuerwerk an tollen Ideen! Es verzaubert große und kleine Tierliebhaberinnen ab 10 Jahren und ist das perfekte Lesefutter für alle Fans von „Dr. Doolittle“ und „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Ich kann sowohl das Buch als auch das Hörbuch nur empfehlen, ich bin begeistert von dieser zauberhaften Geschichte und der großartigen Sprecherleistung von Simon Jäger. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2023

Ein echtes Highlight für mich!

Die Gesellschaft der geheimen Tiere (Teil 1)
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Als ich zum ersten Mal von „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ hörte, konnte das hübsche Cover meine Neugier sofort wecken. Schnell den Klappentext gelesen und es war klar, dass ich das Buch lesen muss. ...

Als ich zum ersten Mal von „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ hörte, konnte das hübsche Cover meine Neugier sofort wecken. Schnell den Klappentext gelesen und es war klar, dass ich das Buch lesen muss. Und da es ungekürzt von einem meiner liebsten Sprecher gelesen wird, ließ ich kurzerhand auch noch das Hörbuch bei mir einziehen.

Da die Eltern von Edith White Tierforscher sind und viel in der Welt herumreisen, lebt die Elfjährige meist in dem St.-Montefiore-Mädcheninternat. Eigentlich sollten ihre Eltern sie für die Sommerferien abholen, doch als Edie als letzte Schülerin immer noch auf ihr Eintreffen wartet, ahnt sie Übles. Haben sie sie etwa vergessen? Zum zweiten Mal in diesem Jahr? Die Schuldirektorin eröffnet dem Mädchen schließlich, dass die Eltern im Dschungel verschollen sind. Edie muss die Ferien daher bei ihrem Onkel verbringen, der Tierarzt ist und in einem weit abgelegenen Teil des New Forest Nationalparks eine eigene Praxis betreibt. Von dem Onkel hat Edie bisher noch nie gehört, er wiederum scheint überhaupt keine Lust zu haben sie kennenzulernen. Während er anfangs offen zeigt, dass er sie nicht haben will, macht er aus seiner Arbeit ein ziemlich großes Geheimnis. Edie entdeckt schließlich, dass die Patienten ihres Onkels keine normalen Tiere sind, sondern magische und mythische Geschöpfe wie Pegasi, Drachen und Einhörner. Doch nicht nur das – Edie findet auch noch heraus, was die Ursache für ihre ständigen schlimmen Kopfschmerzen ist: Sie kann gedanklich mit Tieren kommunizieren. Ihre unglaubliche Gabe ist für ihren Onkel unschätzbar wertvoll und hilfreich. Er nimmt sie deswegen auf seine Reise in den Himalaja mit, um einer schwer kranken Yeti-Familie zu helfen. Die beiden sind jedoch nicht die Einzigen, die die Yetis finden möchten. Das fiese Syndikat ist hinter diesen kostbaren Fabelwesen her und macht gnadenlos Jagd auf sie. Ein gefährliches und unvergessliches Abenteuer beginnt...

Auf das Kinderbuchdebüt von Luke Gamble war ich wirklich unheimlich gespannt. Der Klappentext klang einfach so gut und nach einer Story ganz nach meinem Geschmack. Meine Erwartungen waren dementsprechend natürlich hoch und was soll ich sagen, sie wurden voll und ganz erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen! Für mich hat sich „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ als ein echtes Hör- und Lesehighlight entpuppt. Der Einstieg fiel mir spielend leicht und ich war sofort Feuer und Flamme für die Geschichte.

Luke Gamble versteht es wirklich fabelhaft, uns Leserinnen und Zuhörerinnen von Beginn an in seinen Bann zu ziehen. Sein lebendiger und flüssiger Schreibstil liest sich sehr angenehm und reißt einen direkt mit, sodass die Seiten nur so dahin fliegen.
Auch die Charaktere tragen mit ihren verschiedenen Eigenschaften dazu bei, dass man sich in der Geschichte durchweg wohlfühlt. Edie, aus deren Sicht der Großteil der Handlung geschildert wird, war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist ein sehr liebenswertes 11-jähriges Mädchen, sie ist mutig, entschlossen und klug, man muss sie einfach sofort gernhaben. Edies Onkel dagegen ist zunächst ein ziemlicher Griesgram und recht verschlossen, allerdings zeigt sich noch, dass er das Herz am rechten Fleck trägt und man beginnt auch ihn immer mehr zu mögen.
Die weiteren Figuren wurden ebenfalls authentisch und facettenreich gestaltet und werden so liebevoll beschrieben, dass man sie sehr schnell ins Herz schließt (abgesehen vielleicht von den Bösewichten). Es macht einfach nur großen Spaß, sie alle zu begleiten und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Gemeinsam mit Edie verschlägt es uns bereits im zweiten Kapitel zu ihrem Onkel, der weit abgelegen mitten in einem großen Wald lebt. In gut der ersten Hälfte des Buches halten wir uns bei ihm in seiner Tierstation auf, in der zweiten werden wir auf eine abenteuerliche Rettungsaktion in den Himalaja mitgenommen. Der Autor beschreibt die Schauplätze dabei so anschaulich, dass man alles bildlich vor Augen hat und es sich oft so anfühlt, als wäre man selbst vor Ort. Auf den Vorsatzpapieren befinden sich zudem noch zwei detailreiche Karten – sowohl vom Grundstück des Onkels, als auch von der Reiseroute durch den Himalaja – sodass man das Setting noch besser nachvollziehen kann.

Langeweile kommt auf den gut 368 Seiten an keiner Stelle auf. Es passiert einfach ständig etwas Aufregendes, sodass man mit dem Lesen/Hören gar nicht mehr aufhören mag. Vor allem der zweite Teil des Buches lässt einen ordentlich mitfiebern und ist stellenweise richtig dramatisch. Die Ereignisse beim Onkel sind da noch vergleichsweise ruhig, aber keineswegs abwechslungslos. So erhält man beispielsweise gute Einblicke in die Aufgaben eines Tierarztes und erfährt eine Menge interessante Dinge über mythische Kreaturen wie Pegasi und Einhörner. Man merkt auf jeden Fall sehr, finde ich, dass der Autor diesen Beruf selbst mit viel Liebe und Leidenschaft ausübt, wobei es sich bei seinen Patienten natürlich um keine Fabelwesen handelt.
Wunderschön sind auch die Szenen, in denen Edie ihre außergewöhnliche Gabe kennenlernt. Ihre Gespräche mit den Tieren lesen sich berührend und herzerwärmend und sehr oft auch höchst unterhaltsam. Ich zum Beispiel habe mich über die lichtverehrenden Motten köstlich amüsiert, was hauptsächlich der herrlichen Vortragsweise von Simon Jäger zu verdanken war.

Sprecher Simon Jäger hat wie gewohnt einen grandiosen Job gemacht. Er erweckt dieses fantasievolle Abenteuer mit seiner großen Stimmvielfalt zum Leben und beschert uns über acht Stunden lang den allerschönsten Hörgenuss. Jeder Figur, ob Mensch oder Tier, verleiht er ihre eigene Stimme und setzt die Geschichte perfekt in Szene. Es ist einfach jedes Mal das reinste Vergnügen, seiner wohlklingenden Stimme zu lauschen.

Ich kann es jetzt kaum erwarten, mich auf den zweiten Band zu stürzen. Im Englischen wird er voraussichtlich noch diesen Herbst erscheinen und da hoffe ich nun sehr, dass wir uns auf die deutsche Übersetzung nicht allzu lange gedulden müssen. Ich bin so gespannt wie es mit Edie und Co. weitergehen wird!

Fazit: Mit seinem Kinderbuchdebüt ist dem britischen Autor Luke Gamble ein wunderbarer Reihenauftakt gelungen, in welchem er seine Leserinnen in eine Welt voller fantastischer Wesen entführt. „Die Gesellschaft der geheimen Tiere“ ist ein fesselndes, witziges und magisches Abenteuer mit einer starken Heldin, unvergleichlichen Charakteren und einer spannenden Rettungsmission. Ein Feuerwerk an tollen Ideen! Es verzaubert große und kleine Tierliebhaberinnen ab 10 Jahren und ist das perfekte Lesefutter für alle Fans von „Dr. Doolittle“ und „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Ich kann sowohl das Buch als auch das Hörbuch nur empfehlen, ich bin begeistert von dieser zauberhaften Geschichte und der großartigen Sprecherleistung von Simon Jäger. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2023

Ein tolles Bilderbuch! Hinreißend gereimt und illustriert.

Jessi, die Raubhäsin (Klein, aber oho!)
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Als mir das neue Bilderbuch von Kai Lüftner und Wiebke Rauers zum ersten Mal begegnete, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Cover hat es mir direkt angetan, die finstere Grinch-Miene von Raubhäsin Jessi ...

Als mir das neue Bilderbuch von Kai Lüftner und Wiebke Rauers zum ersten Mal begegnete, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Cover hat es mir direkt angetan, die finstere Grinch-Miene von Raubhäsin Jessi ist einfach der Knaller. Da mich der Klappentext ebenfalls ziemlich neugierig auf den Inhalt gemacht hat, stand für mich schnell fest, dass ich das Buch haben muss.

Jessileinchen ist ein zuckersüßes, flauschiges und braves Mini-Häschen und führt ein zufriedenes und unbeschwertes Leben in ihrem Hasenstall, wo sie alles hat, was ihr Nagerherz begehrt. Doch während sie heranwächst, beginnt sie sich fragen, wie es wohl hinter den Gitterstäben aussieht. Und warum sie eigentlich alleine ist. Jessileinchen möchte nicht länger einsam sein und in Gefangenschaft leben, sie möchte mehr von der Welt sehen und frei sein! Sie ersinnt daher einen Fluchtplan und bricht aus. Jahre später streift sie als wilde Raubhäsin Jessi durch den Wald. Von ihrem früheren niedlichen Aussehen ist nichts mehr übrig, ihr rosa Halsband ist längst verblasst, ihr Fell ist struppig und ungekämmt, ihr Blick scharf und finster. Jessi liebt ihr neues Leben in Freiheit und genießt ihre Einsamkeit. Sie fürchtet sich vor nichts und stellt sich jedem Feind mutig in den Weg. Denn Jessi hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Jägern ihre Beute wegzuschnappen und den Schwachen zu helfen. Ihr Ruf eilt voraus, jedem Raubtier wird sofort angst und bange, wenn er Superhäsin Jessi sieht und nimmt Reißaus. Manche Tiere, denen sie hilft, möchten mit ihr befreundet sein, aber davon will Jessi nichts wissen. Sie braucht keine Freunde. Doch dann rettet sie eines Tages ein Meerschweinchen, das ihr allergrößter Fan ist und sich nicht so leicht vertreiben lässt. Es möchte sich Jessi unbedingt als Wehr-Schwein anschließen und heftet sich hartnäckig an ihre Fersen. Irgendwann gibt es schließlich doch auf und Jessi ist endlich wieder alleine. Doch dann passiert etwas Unerwartetes und und die Raubhäsin erkennt, dass das Leben eigentlich doch sehr viel schöner und besser ist, wenn man einen guten Freund an seiner Seite hat.

Wer schon Bücher des Erfolgsteams Kai Lüftner und Wiebke Rauers gelesen hat, wird mir sicherlich recht geben, dass sie stets herrlich gereimt und illustriert sind und von sehr unkonventionellen Heldinnen handeln. Mit „Jessi, die Raubhäsin“ legen die beiden nun ein neues Bilderbuch vor und wie Titel, Cover und Klappentext schon vermuten lassen, kommt es in altbekannter Lüftner-Rauers-Manier daher.
Autor Kai Lüftner hat mal wieder gekonnt mit Worten jongliert und lauter geniale Reime voller Witz und Charme geschmiedet. Die Illustratorin Wiebke Rauers hat daraufhin ihren Zeichenstift geschwungen und die Geschichte mit ihren zauberhaften Bildern lebendig werden lassen. Das Ergebnis ist, wie soll es anders sein, ein weiteres stimmiges Gesamtkunstwerk für Groß und Klein.

Zum Vorlesen für geübte Zuhörer
innen ab 4 Jahren ist das Buch in meinen Augen sehr gut geeignet. Der gereimte Text ist witzig und originell und lässt sich melodisch und schwungvoll vortragen. Er ist stellenweise zwar auch recht lang und anspruchsvoll, aber niemals zu herausfordernd. Er macht einfach richtig gute Laune, vor allem von den Wiederholungen werden die jungen Zuhörer*innen begeistert sein – so etwas kommt bei den Kleinen immer gut an.
Ich war beim Lesen mal wieder am Staunen, was für großartige Verse der Kai Lüftner aufs Papier gebracht hat. Er ist wirklich ein wahrer Reimkünstler.

Genauso humorvoll und kreativ wie der Text ist auch die farbenfrohe Bildwelt, die Wiebke Rauers für Raubhäsin Jessi gezaubert hat. Ihre ausdrucksstarken Illustrationen passen wie gewohnt perfekt zur Geschichte und sind der reinste Augenschmaus. Allein der grimmige Gesichtsausdruck von Jessi ist herzallerliebst und lässt einen unweigerlich leise mitknurren. Fröhlich und nett sieht unsere Protagonistin wahrlich nicht aus, zumindest nicht, nachdem sie sich vom knuffigen braven Mini-Häschen zur wilden furchtlosen Raubhäsin verwandelt hat. Ihre krasse Veränderung mag im ersten Moment etwas beunruhigend auf Kinder wirken, aber da sich schnell herausstellt, dass Jessi keineswegs böse ist, schließt man sie im Nu wieder ins Herz.
Überaus entzückend sind auch die Zeichnungen vom kleinen Meerschweinchen. Man würde dieses puschelige Kerlchen am liebsten aus dem Buch herausholen und einmal feste drücken, weil es so niedlich aussieht.

Mit den Themen und Messages, die einem nähergebracht werden, kann das Buch gleichermaßen überzeugen. Mit seiner neuen Bilderbuchheldin hat der Autor ein tolles Vorbild für die Zielgruppe erschaffen. Jessi wird Kindern hoffentlich Mut machen und darin bestärken, immer zu sich selbst zu stehen, sich nicht verbiegen zu lassen und sich sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. Denn sie zeigt uns, dass es okay ist, wenn man nicht den Erwartungen anderer entspricht. Dass es okay ist, wenn man anders ist.
Auch das Thema Freundschaft wird kindgerecht und liebevoll vermittelt. Jessi wird schließlich noch bewusst werden, wie viel schöner das Leben sein kann, wenn man nicht alleine ist und gute Freunde hat, die zu einem halten. Mitzuerleben, wie Einzelgängerin Jessi zu dieser Erkenntnis erlangt und eine neue wundervolle Wandlung durchmacht, ist herzerwärmend und lässt einen mit einem glücklichen Gefühl zurück.

Fazit: „Jessi, die Raubhäsin (Klein, aber oho!)“ ist eine süße und lustige Bilderbuchgeschichte über eine außergewöhnliche Häsin und die Kraft der Freundschaft und des Andersseins, über Mut, Selbstbestimmung und Entschlossenheit. Hinreißend gereimt und illustriert und mit tollen Botschaften. Ein wunderbares Buch zum immer wieder Durchblättern, Schmunzeln und Nachsprechen. Ich kann das neue Gesamtkunstwerk von Erfolgsduo Kai Lüftner und Wiebke Rauers nur empfehlen, mir hat es großen Spaß gemacht. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 17.07.2023

Ein spannendes und würdiges Finale einer phantastischen Trilogie!

Daresh – Das Land der flüsternden Seen
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Da mir die ersten beiden Bände der Daresh-Trilogie so gut gefallen haben, musste ich natürlich auch den dritten Teil unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf meine Rückkehr nach Daresh habe ich mich sehr ...

Da mir die ersten beiden Bände der Daresh-Trilogie so gut gefallen haben, musste ich natürlich auch den dritten Teil unbedingt bei mir einziehen lassen. Auf meine Rückkehr nach Daresh habe ich mich sehr gefreut!

In Daresh herrscht mal wieder große Unruhe: Enoba, der wichtigste Vermittler der Regentin, wurde ermordet – angeblich von einem Storchenmenschen. Aus Angst vor der Rache der Menschen fliehen die tierischen Halbwesen. Da Rena dem Land schon einmal den Frieden gebracht hat und die Sprache der Tiermenschen spricht, wird sie erneut um Hilfe gebeten. Gemeinsam mit dem Storchenjungen Ruki reist sie nach Vanamee, ins geheimnisvolle Land der Seen. Dort trifft sie auf Tjeri, ein Agent der Wassergilde, der sie bei ihrer Mission unterstützen soll. Rena fühlt sich sofort zu dem jungen Mann hingezogen, aber kann sie ihrem neuen Reisegefährten wirklich vertrauen? Wird ihr es gelingen, den Mord aufzuklären und erneut für Frieden in Daresh zu sorgen?

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um den dritten Band der Daresh-Trilogie. In meinen Augen ist es nicht zwingend erforderlich die beiden Vorgänger zu kennen, da die Bände weitgehend in sich abgeschlossen sind. Für ein besseres Verständnis und einen höheren Lesegenuss empfiehlt es sich allerdings, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Obwohl ich wirklich gespannt auf das Buch war, lag es nach seinem Einzug für eine ganze Weile ungelesen bei mir rum. Ich weiß auch nicht, irgendwie war mir in der letzten Zeit einfach nicht so nach Jugendfantasy. Diese Woche bin ich aber endlich dazu gekommen, es von meinen SuB zu befreien und auch wenn mir die vorangegangenen Ereignisse mittlerweile nicht mehr vollständig präsent waren, fiel mir der Einstieg in die Geschichte sehr leicht. Ich habe mich wieder direkt wohl in Daresh gefühlt und die gut 380 Seiten richtig genossen.

Die Handlung setzt mehrere Monate nach dem Ende des zweiten Teils an und ich fand es interessant zu erfahren, wie es unseren Protagonistinnen seitdem ergangen ist. Als Leserin begleitet man zunächst Rena, die inzwischen in einem kleinen Dorf im Grasmeer sesshaft geworden ist. Sie ist erneut unsere Hauptzählerin, es gibt aber auch wieder mehrere Kapitel, die aus der Sicht von Alix geschrieben sind. Über mein Wiedersehen mit der Feuer-Kämpferin habe ich mich ganz besonders gefreut, ich mag ihre toughe und temperamentvolle Art. Aber auch die sympathische Rena ist mir fest ans Herz gewachsen, genauso wie die Nebenfiguren (bis auf die Bösewichte, versteht sich).
Die Charaktere sind abermals großartig getroffen. Sie sind authentisch und facettenreich gezeichnet, jeder von ihnen ist auf seine Art und Weise einzigartig. Da hätten wir zum Beispiel Tavian, ein alter Bekannte aus dem Vorgänger, oder Storchenmensch Ruki, einer der vielen neuen Gesichter, der zu einem treuen Begleiter und Verbündeten für Rena werden wird.
Eine weitere wichtige Person ist der Wassergilden-Agent Tjeri, auf den Rena während ihrer Reise treffen wird. Von Anfang an spürt man, dass die zwei sich zueinander hingezogen fühlen und es dauert auch gar nicht lange, bis sie sich näherkommen. Ich mochte die Liebesgeschichte der beiden sehr. Sie ist glaubhaft und zart und nimmt nie zu viel Raum ein.

Der Fokus der Handlung liegt stets auf der ereignisreichen Mission und damit verbunden auf der Spannung. Viele Herausforderungen, Geheimnisse und Gefahren erwarten unsere Freunde auf ihrer Reise, Niederlagen müssen eingesteckt werden und auch Verluste sind zu beklagen. Mir hat es gefallen, dass die Autorin abermals nicht zimperlich mit ihren Heldinnen umgeht, schließlich läuft auch im realen Leben nicht immer alles glatt und reibungslos. Zudem ist es auch einfach schön zu sehen, welche verschiedenen Gefühle die Figuren dabei durchleben und wie sie an ihren Aufgaben und Konflikten wachsen.

Obwohl ständig etwas passiert und es viele Wendungen gibt, hat mich die Story dennoch nicht durchgehend fesseln können. Ein paar leichte Längen hatte sie leider für mich, aber dank des angenehmen Schreibstils haben sich auch diese Passagen gut und flott für mich lesen lassen. Mir hat es insgesamt wirklich großen Spaß gemacht, Rena, Alix und Co. auf ihrem Abenteuer zu begleiten und mitzuerleben, wie sie zusammenhalten und mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften ergänzen.
Toll fand ich auch, dass wir neue faszinierende Gebiete in Daresh entdecken dürfen wie einen gefährlichen Dschungel und das geheimnisvolle Land der Seen. Mit Daresh hat die Katja Brandis einfach eine geniale magische Welt erschaffen, in die man als Leser
in nur zu gerne eintaucht. Und da alles wie gewohnt bildlich beschrieben wird und sich auf den Vorsatzpapieren wieder eine detaillierte Landkarte befindet, kann man das Setting stets wunderbar nachvollziehen.

Auch das Ende kann überzeugen. Es ist emotional und herzergreifend und ziemlich überraschend und schockierend, es passt aber perfekt zur Geschichte und schließt die Trilogie gelungen ab. Es wird allerdings kein Abschied für immer sein. Im Herbst wird der Auftakt einer Spin-off-Reihe zu Daresh erscheinen, bei der es sich ebenfalls um eine überarbeitete Neuauflage handelt. Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich sie lesen werde, ich möchte unbedingt erfahren wie es in Daresh weitergehen wird!

Fazit: „Daresh – Im Land der geheimnisvollen Seen“ ist ein würdiges Finale einer phantastischen Trilogie. Auch im dritten und letzten Teil ihrer Daresh-Reihe entführt uns die deutsche Autorin Katja Brandis in eine außergewöhnliche Welt und beschert uns ein mitreißendes, spannendes und magisches Abenteuer voller Überraschungen und Emotionen. Mir hat der Abschlussband wundervolle Lesestunden bereitet, ich kann die Daresh-Trilogie jedem Fantasy-Fan nur ans Herz legen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.07.2023

Ein zauberhaftes Bilderbuch voller Herzenswärme und mit wunderschönen Illustrationen

Der kleine Wal und der schönste Ort der Welt
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Wo ist es am schönsten auf der Welt? Das haben sich bestimmt schon viele von uns gefragt und im ersten Moment scheint es gar nicht so leicht darauf zu antworten. Die Erde ist schließlich groß und voller ...

Wo ist es am schönsten auf der Welt? Das haben sich bestimmt schon viele von uns gefragt und im ersten Moment scheint es gar nicht so leicht darauf zu antworten. Die Erde ist schließlich groß und voller herrlicher Plätze. Aber kommt es wirklich auf den Ort an? Kommt es nicht vielmehr darauf an, mit wem man irgendwo ist? Ist es nicht eigentlich immer genau dort am schönsten, wo man zusammen glücklich ist?

Auch den kleinen Wal in diesem Bilderbuch beschäftigt diese Frage eines Tages. Der große Wal ist schon viel herumgekommen und kennt die Antwort daher ganz bestimmt, doch anstatt sie einfach zu verraten, nimmt der große Wal den Kleinen auf eine abenteuerliche Reise durch den Ozean mit und zeigt ihm die verschiedensten Orte. Märchenhafte, spannende und wundersame Orte. Gemeinsam durchstreifen sie die Tiefe des Wassers, bestaunen farbenprächtige Korallenriffe und erkunden ein altes Schiffswrack und eine versunkene Stadt. Und als der Tag sich dem Ende zuneigt, tauchen sie zusammen auf und beobachten die Sonne beim Untergehen. Jedes Mal möchte der kleine Wal wissen, ob dies denn nun der schönste Platz auf Erden ist. Doch wie die Leserinnen und Zuhörerinnen, so ahnt vermutlich auch der kleine Wal die Antwort bereits, auch wenn es ihm noch nicht bewusst ist. Der große Wal verrät am Ende schließlich, wie die Lösung des großen Wal-Geheimnisses lautet, allerdings nur ganz leise, als der kleine Wal schon schläft: Der schönste Ort auf der ganzen Welt ist da, wo sie beide glücklich zusammen sind.

Erzählt wird diese zauberhafte und zum Nachdenken anregende Geschichte auf eine liebevolle und poetische Weise. Der Text von Kai Haferkamp ist tiefgründig, aber verständlich und altersgerecht und die wiederholte Frage des kleinen Wal wird den jungen Mitleser*innen garantiert eine Menge Spaß machen.Toll ist auch, dass nicht konkret gesagt wird, dass es sich um einen Baby-Wal mit Mama oder mit Papa handelt. Man kann die beiden Wale also so definieren, wie man möchte und wie es selbst für einen passt.
Die Botschaft der Erzählung ist für Kinder ab 3 Jahren bestimmt schon nachvollziehbar, allerdings sollte man schon geübt im Zuhören sein, da die Geschichte etwas umfangreicher ist und sich stellenweise recht viel Text auf den Seiten befindet. Aber auch schon den Kleineren wird es sicherlich sehr viel Freude bereiten, das Buch durchzublättern und die vielen farbenfrohen Bilder zu betrachten.

Die ausdrucksstarken und warmherzigen Illustrationen von Mareike Ammersken sind wirklich ein Traum und stecken voller Magie. Sie fangen den Zauber der Geschichte perfekt ein und laden zum Entdecken und Verweilen ein. Es wird von der ersten Seite an eine wunderbare Wohlfühlatmosphäre geschaffen, sodass man nur zu gerne in diese bunt schillernde Unterwasserwelt eintaucht und sie am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte.

Fazit: Ein wundervolles Bilderbuch zum Träumen und Wohlfühlen.
„Der kleine Wal und der schönste Ort der Welt“ ist eine herzerwärmende und stimmungsvolle Geschichte über eine magische Reise und die Schönheit unserer Erde, über kindliche Neugier, das gemeinsame Entdecken und das größte Glück der Welt. Es verzaubert mit traumhaft schönen Illustrationen und einer tollen Botschaft und ist ein Buchschatz für alle, die das Meer und Wale lieben. Also ich bin begeistert, ich kann „Der kleine Wal und der schönste Ort der Welt“ nur empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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