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Veröffentlicht am 14.07.2023

Ein wunderschönes Debüt! Herzerwärmend, berührend, ehrlich und mitreißend.

Die Kunst zu fallen
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Als ich zum ersten Mal von „Die Kunst zu fallen“ hörte, konnten das Cover und der Titel meine Neugier sofort wecken. Da mich auch der Klappentext direkt ansprach, war mir schnell klar, dass ich das Buch ...

Als ich zum ersten Mal von „Die Kunst zu fallen“ hörte, konnten das Cover und der Titel meine Neugier sofort wecken. Da mich auch der Klappentext direkt ansprach, war mir schnell klar, dass ich das Buch lesen möchte.

Die 12-jährige Daphne soll die Sommerferien bei ihrem Vater in Oakland verbringen, da ihre Mutter, die Schauspielerin ist, für Dreharbeiten nach Prag reisen muss. In Daphne sträubt sich alles dagegen, Zeit mit ihrem unzuverlässigen Vater zu verbringen, den sie nun schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Widerwillig fügt sie sich ihrem Schicksal. Dem Vater zeigt sie zunächst die kalte Schulter und ignoriert seine Versuche, seine Fehler aus der Vergangenheit wiedergutzumachen. Auch dem Skateboard schenkt sie anfangs keine Beachtung, obwohl sie eigentlich nichts lieber tun würde, als endlich wieder zu skaten. Aber das Skateboardfahren erinnert sie schmerzlich daran, wie ihr Vater (der selbst ein begeisterter Skateboardfahrer ist) sie damals an ihrem zehnten Geburtstag im Stich gelassen hat. Daphne wird aber schließlich doch noch schwach und begleitet ihren Vater in die Bowl. Dort lernt sie den Jungen Arlo kennen und zu ihrer Überraschung machen die Skate-Sessions mit ihm ihr sehr viel Spaß. Und als ihr Vater ihr verspricht, ihr den Ollie beizubringen und ihr der Trick schließlich gelingt, beginnt Daphne allmählich wieder an ihren Vater zu glauben. Aber kann sie ihm wirklich verzeihen?

Der Woow Books Verlag ist für mich schon längst ein Garant für außergewöhnliche und großartige Kinderbücher. Er wird seinem Namen in meinen Augen durchaus gerecht, die Geschichten von Woow Books bescheren einem wirklich immer ein echtes Wow-Gefühl. Und „Wie die Kunst zu fallen“ bildet da keine Ausnahme.
Meine Erwartungen waren nicht zu hoch geschraubt. In meinen Augen hat Sally Engelfried mit ihrem ersten Kinderroman ein ganz zauberhaftes und besonderes Debüt geschaffen, das nicht nur junge Leserinnen ab 10 Jahren zu fesseln und zu berühren vermag, sondern auch Erwachsene.

So bunt wie das Cover, so vielseitig ist auch der Inhalt. „Wie die Kunst zu fallen“ vereint gekonnt verschiedene und teils schwierige Themen wie Vertrauensbruch, Scheidung, Alkoholismus, Selbstfindung, Freundschaft und das Skateboard fahren. Es ist eine Geschichte über den Umgang mit Enttäuschung und einem alkoholkranken Elternteil und die Bedeutung von Vergebung; über den beschwerlichen Weg, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen und wieder aufzubauen und lernen zu verzeihen. Es geht darum, eine Leidenschaft wieder aufleben zu lassen und neue Freunde zu finden, kaputte Beziehungen zu reparieren und alte Wunden zu heilen.

Erzählt wird diese tiefgründige Geschichte durchgehend aus der Sicht von Daphne, die einem mit ihrer sympathischen Art schnell ans Herz wächst. Sie ist entschlossen und stark, aber auch verletzlich und unsicher. Es wird gleich zu Beginn deutlich, wie sehr es Daphne widerstrebt, den Sommer bei ihrem Vater zu verbringen, der sie schon so oft im Stich gelassen hat. Gleichzeitig ist da in ihr aber auch dieser Wunsch nach der Anerkennung und Aufmerksamkeit des Vaters, die Hoffnung, dass er sich geändert hat.

Als Leser
in erhält man einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt unserer Hauptprotagonistin und kann ihr Verhalten und ihren inneren Zwiespalt nur zu gut nachempfinden. Daphnes Erzählungen lesen sich oft ergreifend und manchmal auch schmerzlich, zugleich aber auch unheimlich schön. Es ist hart zu sehen, wie sehr die Bemühungen des Vaters, seine Fehler aus der Vergangenheit wieder gutzumachen, zunächst von seiner Tochter abgewiesen werden und wie sehr er darum kämpft, einen neuen Job zu finden und weiterhin nüchtern zu bleiben.
Doch dann sind da auch die vielen hoffnungsvollen und rührenden Momente, die einem zum Lächeln bringen. Mir hat es das Herz erwärmt mitzuerleben, wie Daphne durch das Skateboarding wieder in Kontakt mit ihrem Vater kommt, langsam wieder Vertrauen zu ihm fasst und seine Probleme mit der Zeit zu verstehen beginnt. Wie er ihr neue coole Tricks beibringt und fest an sie glaubt, sie immer wieder ermutigt, nicht aufzugeben. Denn das Leben ist wie das Skaten: Man muss Misserfolge akzeptieren und weitermachen.

Das Thema Skateboardfahren wurde wirklich toll in die Handlung mit eingebunden. Fachliche Begriffe wie Ollie, Kickflip und Drop In fließen geschickt in die Handlung mit ein, sodass man nebenbei eine Menge über diese Sportart lernt. Auch wenn man sich nicht fürs Skaten interessiert, fühlt man sich an keiner Stelle gelangweilt und hat einfach nur großen Spaß beim Lesen.

Neben Daphne und ihrem Vater sind auch die weiteren Charaktere lebensecht gezeichnet und werden so liebevoll beschrieben, dass man sie einfach gernhaben muss. Der Nachbarsjunge Arlo zum Beispiel, in dem Daphne einen neuen guten Freund findet, oder ihre Großeltern, die sie in diesem Sommer endlich besser kennenlernen wird.

Auch das Ende ist wundervoll. Es passt einfach perfekt zur Geschichte und lässt einen mit einem glücklichen Gefühl zurück.

Fazit: Mit „Die Kunst zu fallen“ ist der US-amerikanischen Autorin Sally Engelfried ein wunderbarer kunstvoller Debütroman gelungen, den ich jedem nur ans Herz legen kann. „Die Kunst zu fallen“ erzählt eine herzerwärmende und inspirierende Coming-of-Age-Familiengeschichte über eine berührende Vater-Tochter-Beziehung, die Liebe fürs Skaten und Freundschaft, übers Hinfallen, Aufstehen und Weitermachen. Es ist ein ehrliches, mitreißendes und einzigartiges Buch und fasziniert nicht nur junge Leser*innen und Skateboard-Fans. Ich habe mit Daphne mitgefühlt und mitgefiebert und ihr begeistert zugejubelt. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 13.07.2023

Ein weiterer rundum gelungener Folgeband voller Spannung, Spaß und Action!

Woodwalkers – Die Rückkehr (Staffel 2, Band 3). Das Grollen der Löwin
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Da ich ein großer Woodwalkers-Fan bin und bisher jeden Band geliebt habe, habe ich mich auf den dritten Teil der zweiten Staffel tierisch gefreut. Ich war so gespannt, wie es mit Carag und Co. weitergehen ...

Da ich ein großer Woodwalkers-Fan bin und bisher jeden Band geliebt habe, habe ich mich auf den dritten Teil der zweiten Staffel tierisch gefreut. Ich war so gespannt, wie es mit Carag und Co. weitergehen wird!

Endlich ist es so weit: Der Gegenaustausch mit der namibischen Narawandu School findet statt. Carag und seine Mitschülerinnen freuen sich riesig auf ihr Wiedersehen mit ihren neuen Gestaltwandlerfreunden aus Afrika und das gemeinsame Sportturnier. Auch der mächtige Herr der Gestalten befindet sich unter den Gastschülerinnen. Ob er sich wohl endlich zu erkennen geben wird? Seine Hilfe wird dringend benötigt! Die fiese Löwen-Wandlerin Rebecca Youngblood verfolgt nach wie vor ihre gefährlichen Pläne und schreckt vor nichts zurück, um sie verwirklichen. Ob es Carag und seinen Freunden wohl gelingen wird, ihre Feinde zu stoppen?

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um den dritten Teil der zweiten Woodwalkers-Staffel. Die Ereignisse aus den beiden Vorgängern sollten bekannt sein, damit man dem Geschehen problemlos folgen kann, und es empfiehlt sich in meinen Augen auch, die erste Staffel und die Seawalkers-Serie zu kennen. Man kann zwar durchaus mit Staffel 2 starten, allerdings machen die Bücher deutlich mehr Spaß, wenn man sie mit dem Vorwissen aus den davor erschienenen Bänden liest.

Anders als im vorherigen Band, in dem uns Katja Brandis größtenteils nach Afrika mitgenommen hat, entführt sie uns diesmal wieder in die Rocky Mountains. Für mich, als eingefleischter Fan, hat sich das Eintauchen in das Buch wie nach Hause kommen angefühlt. Es war einfach so schön, an die Clearwater High zurückzukehren und auf lauter liebgewonnene Gesichter zu treffen wie Carag und seine Freunde, seine Schwester Mia und die Lehrerinnen des Internats. Die altbekannten Gegenspielerinnen sind natürlich ebenfalls erneut mit von der Partie und da in diesem Band der Gegenaustausch mit der Narawandu School stattfindet, gibt es zudem auch noch ein Wiedersehen mit den namibischen Schülerinnen, die man in „Herr der Gestalten“ kennenlernen durfte. Insgesamt bekommt man es wieder mit einer ordentlichen Menge an Charakteren zu tun, sodass es dem ein oder anderen vielleicht ein wenig schwerfallen könnte, stets den Überblick zu behalten. Zum Glück befindet sich aber auch in diesem Band ein ausführliches Namensglossar hinten im Buch, was vor allem für Quereinsteiger sehr hilfreich sein könnte.

Mir haben die Figuren abermals sehr gut gefallen. Sie sind authentisch, divers und greifbar, jeder von ihnen ist auf seine Art und Weise liebenswert und einzigartig.
Einer meiner persönlichen Lieblinge ist und bleibt Pumajunge Carag, unser 14-jähriger Hauptprotagonist. Er ist einfach ein absoluter Sympathieträger und da seine Kapitel wie gewohnt in der Ich-Perspektive geschrieben sind, kann man sich in ihn besonders gut hineinversetzen. Der Großteil des Buches wird wie üblich aus seiner Sicht geschildert, es kommen im Verlauf aber auch viele andere Figuren als personale Erzähler
innen kurz zu Wort wie Wolfsmädchen Tikaani, die Erstklässlerin Kimberly und die Bösewichte Andrew Milling und Rebecca Youngblood.
Ich mochte die namentlich gekennzeichneten Sichtwechsel erneut sehr. Sie sorgen für eine gelungene Abwechslung und interessante Einblicke, sodass es durchweg spannend und unterhaltsam bleibt.

Langeweile kommt beim Lesen garantiert nicht auf. Katja Brandis versteht es einfach, uns Leser*innen von der ersten Seite an in den Bann zu ziehen und bis zum Schluss zu fesseln. Ihr locker-leichter Schreibstil reißt einen direkt mit und die Handlung kann von Beginn an mit einem hohen Spannungsbogen und zahlreichen Überraschungen aufwarten. Viele Herausforderungen, Gefahren und Geheimnisse erwarten Carag und seine Freunde. Wer ist nur der Herr der Gestalten und auf welcher Seite steht er? Wem kann man trauen und wem nicht? Was führt Rebecca Youngblood wohl diesmal im Schilde? Kann man sie, nachdem sie das geheime Buch in ihren Besitz gebracht hat, überhaupt noch aufhalten? Auch das Sportturnier lässt einen ordentlich mitfiebern und da der Humor und die Gefühle ebenfalls nicht zu kurz kommen, gibt es auch eine Menge zum Schmunzeln und fürs Herz. Katja Brandis hat einfach mal wieder ein wunderbares Woodwalkers-Abenteuer aufs Papier gebracht, das in sämtlichen Punkten überzeugen kann und einen voller Vorfreude auf den nächsten Band zurücklässt.

Neben Katja Brandis hat auch die Illustratorin Claudia Carls eine großartige Arbeit geleistet. Das Cover ist ein richtiger Hingucker und die vielen stimmungsvollen und detailreichen schwarz-weiß Zeichnungen setzen die Geschichte perfekt in Szene.

Fazit: Mit dem dritten Band der zweiten Woodwalkers-Staffel hat Katja Brandis ein weiteres tolles Tierfantasy-Abenteuer geschrieben, welches seinen Vorgängern in nichts nachsteht und große Lust auf mehr macht. Auch „Das Grollen der Löwin“ ist eine fesselnde und witzige Geschichte mit vielfältigen Charakteren, wunderschönen Illustrationen und jeder Menge rasanter Action und überraschenden Wendungen. Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag. Ich habe auch diesen Band begeistert verschlungen und freue mich schon sehr auf mein nächsten Wiedersehen mit Carag und seinen Freunden. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2023

Eine süße queere YA-Romanze. Witzig, märchenhaft, herzerwärmend.

The 99 Boyfriends of Micah Summers – Ein Märchen in Chicago
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Als ich zum ersten Mal von „The 99 Boyfriends of Micah Summers – Ein Märchen in Chicago“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Cover und Klappentext konnten mich im Nu überzeugen und da das Buch vor ...

Als ich zum ersten Mal von „The 99 Boyfriends of Micah Summers – Ein Märchen in Chicago“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Cover und Klappentext konnten mich im Nu überzeugen und da das Buch vor allem Heartstopper-Fans ans Herz gelegt wird, war mir schnell klar, dass ich Micah Summer und sein Märchen kennenlernen möchte.

Micah Summer ist ein hoffnungsloser Romantiker und großer Märchenliebhaber und wünscht sich nichts mehr als endlich den Richtigen zu finden. Er ist freundlich und charmant und da sein Vater ein erfolgreicher Sportmoderator ist, ist er auch ziemlich reich. Leider ist er aber auch der Prinz der imaginären Dates. Micah ist viel zu schüchtern, um Jungs um eine Verabredung zu bitten. Er zeichnet seine Crushs stattdessen und postet sie auf seinem anonymen und erfolgreichen Instagram-Account @InstaLovesInChicago. 99 Jungs sind es mittlerweile und seine Fans warten sehnsüchtig auf den 100. Auch Micah. Er ist davon überzeugt, dass Traumtyp 100 der Eine sein wird. Als er einem gutaussehenden Fremden in der U-Bahn begegnet und sein Herz höher zu schlagen beginnt, weiß Micah einfach: Dieser Junge ist es! Doch ehe sie einander vorstellen oder Nummer austauschen können, trennen sich ihre Wege wieder. Zurück bleibt nur die Kürbisjacke von Schwarm 100, in dessen Tasche sich ein Bibliotheksausweis befindet. Micah ist fest entschlossen, seinen neuen Prinz-Charming wiederzufinden. Eine Suche quer durch Chicago beginnt...

Dies war mein erstes Werk von Adam Sass und auch wenn ich mir ein kleines bisschen mehr erhofft habe, wird es bestimmt nicht mein letztes gewesen sein. Für mich war „The 99 Boyfriends of Micah Summers – Ein Märchen in Chicago“ eine richtig schöne Wohlfühllektüre für zwischendurch. Ich habe mich beim Lesen durchweg sehr gut unterhalten gefühlt und bin oft nur so dahin geschmolzen, weil die Story so herrlich kitschig süß und romantisch war.

Zunächst erinnert die Handlung etwas an „Was ist mit uns“ von Adam Silvera und Becky Albertalli. Zwei Jungen begegnen sich zufällig und es scheint ein Wink des Universums zu sein. Es knistert und funkt sofort zwischen den beiden. Doch schon wenig später verlieren sie sich wieder aus den Augen und es beginnt eine Suche quer durch die Großstadt. Falls ihr nun aber befürchtet, dass es sich hierbei um einen müden Abklatsch von „Was ist mit uns“ handelt, kann ich euch beruhigen. Bis auf diese Parallele haben die beiden Bücher nicht groß was miteinander gemeinsam. So entführt uns Adam Sass zum Beispiel nicht nach New York, sondern in das sommerliche Chicago und macht uns diese Metropole so richtig schmackhaft. In seiner Danksagung verrät uns der Autor auch noch, dass ihm diese Stadt viel bedeutet und das spürt man beim Lesen auch. Die Geschichte ist quasi eine Hommage an Chicago.

Genauso liebevoll und authentisch wie die Beschreibungen des Settings sind auch die der Charaktere. Man lernt im Verlauf eine Menge interessante und diverse Personen kennen, die so herzlich beschrieben werden, dass man sie (vielleicht bis auf wenige Ausnahmen) einfach mögen muss. Vor allem Micah schließt man mit seiner schüchternen und positiven Art sehr schnell ins Herz. Die Handlung wird durchgehend aus seiner Sicht in der Ich-Perspektive erzählt, sodass man seine Gefühle und Gedanken hautnah miterleben kann. Mir war Micah auf Anhieb sympathisch und auch wenn ich ihn manchmal gerne ein wenig geschüttelt hätte, konnte ich mich gut in ihn hineinversetzen.

Gemeinsam mit Micah und den weiteren Figuren erlebt man als Leser*in einen sehr ereignisreichen und gefühlschaotischen Sommer, der so zauberhaft und verträumt daherkommt wie ein echtes Märchen.
Adam Sass hat mit diesem Buch eine originelle, schwule Aschenputtel-Neuinterpretation geschrieben, die ab einen bestimmten Punkt eine völlig andere Richtung einschlägt. Mir war schon recht früh klar, worauf das Ganze in etwa hinauslaufen wird, aber gestört hat mich das nicht. Ich habe die Handlung dennoch gebannt verfolgt und hatte großen Spaß dabei, Micah auf seiner Suche nach seinem Prinz Charming zu begleiten und mitzuverfolgen wie er sich verliebt und entliebt und weiterentwickelt.
Ehrlich und emotional, aber auch mit viel Humor führt einen die Geschichte vor Augen, wie verwirrend Gefühle und schwierig die Liebe im Teenageralter oft sein können und das Berühmtsein auch seine Schattenseiten hat. Sie zeigt, dass es für jeden Menschen die wahre Liebe gibt und es sich lohnt, an die Magie im Leben und seine Träume zu glauben. Dass es wichtig ist, ehrlich zueinander zu sein und gute Freunde an seiner Seite zu haben. Die Erzählung vermittelt so einige schöne Weisheiten, wie es sich für ein Märchen gehört. Die märchenhaften Elemente mochte ich ganz besonders gerne, die Cinderella-Vibes habe ich geliebt (es gibt sogar eine Kürbiskutsche!). Toll fand ich auch, wie das Thema Kunst mit eingebunden wurde, vor allem Micahs Zeichnungen mochte ich sehr. Von denen hätte es für meinen Geschmack gerne noch ein paar mehr geben können.

Auch das Ende hat mir gefallen. Für meinen Geschmack war es zwar fast schon ein bisschen zu schmalzig, aber es passt perfekt zur Geschichte. Es ist ein wundervolles Happy End, das einen mit einem warmen und glücklichen Gefühl zurücklässt.

Fazit: Witzig, turbulent und voller Herz und Charme. Eine bezaubernde queere Coming-of-Age-RomCom zum Mitverlieben und Dahinschmelzen.
„The 99 Boyfriends of Micah Summers – Ein Märchen in Chicago“ von dem US-amerikanischen Autor Adam Sass ist eine herzerwärmende YA-Romanze über eine schicksalshafte Begegnung, die erste große Liebe, Selbstfindung und Freundschaft. Es ist eine moderne Cinderella-Version mit einem Twist und ein wunderbares Wohlfühlbuch, das einen zum Lächeln bringt. Mir hat dieser süße LGBTQ+-Jugendroman viel Freude bereitet, ich kann ihn sehr empfehlen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.07.2023

Spannend, witzig & ein bisschen romantisch. Eine tolle Zeitreisegeschichte voller Geheimnisse!

Ewig & Immer - Die Geheimnisse der Lady Halewood
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Da ich die Bücher von der Alexandra Fischer-Hunold immer sehr gerne lese, war meine Neugier umgehend geweckt als ich von ihrem neuen Roman „Ewig & immer – Das Geheimnis Lady Halewood“ hörte. Sowohl das ...

Da ich die Bücher von der Alexandra Fischer-Hunold immer sehr gerne lese, war meine Neugier umgehend geweckt als ich von ihrem neuen Roman „Ewig & immer – Das Geheimnis Lady Halewood“ hörte. Sowohl das Cover als auch der Klappentext ließen mein Herz augenblicklich höherschlagen. Ich zögerte daher auch gar nicht lange und ließ das Buch bei mir einziehen.

Juno reist kurz nach ihrem Abi nach Cornwall, wo sie für ein Jahr die Gesellschafterin einer alten adligen Dame sein wird. Für die 18-jährige wird ein Traum wahr. Doch bereits kurz nach ihrer Ankunft wird ihr klar, dass mit ihrem neuen Zuhause Staunton House etwas nicht stimmt. Die Hausbewohner kleiden und verhalten sich ziemlich seltsam, es herrschen strenge Regeln, die Kleidung ist merkwürdig (und sehr unbequem), es gibt weder Internet noch Strom (dafür aber einen äußerst attraktiven jungen Lord)...Alles wirkt so altmodisch, wie aus dem 19. Jahrhundert. Juno glaubt zunächst, dass sie in einer Reality Show gelandet sei, erkennt dann aber, dass sie in der Zeit gereist sein muss. Wie aber kann das sein? Warum kann sie den Adelssitz nicht mehr verlassen? Und was hat es mit diesen unheimlichen Geräuschen auf sich, die sie immer häufiger vernimmt und die anscheinend nur sie hören kann? Juno versucht diesen ganzen Mysterien auf den Grund zu gehen und stolpert mitten hinein in ein gefährliches Abenteuer.

Auf dieses Buch habe ich mich wirklich diebisch gefreut. Es klang einfach nach einer Story ganz nach meinem Geschmack und da mich bisher noch kein Werk von der Autorin enttäuscht hat, war ich ausgesprochen guter Dinge, dass mir auch „Ewig & immer – Das Geheimnis Lady Halewood“ gefallen wird. Meine Erwartungen waren dementsprechend nur natürlich ziemlich hoch und um es kurz zu machen: Alexandra Fischer-Hunold hat es wieder einmal geschafft, mich von Anfang an zu fesseln und zu begeistern. Der Einstieg in die Handlung fiel mir spielend leicht und ich war sofort Feuer und Flamme für die Geschichte.

Die deutsche Schriftstellerin hat einfach ein Händchen dafür, uns Leserinnen von Beginn an in den Bann zu ziehen und durch die Seiten fliegen zu lassen. Ihr angenehmer Erzählstil lässt einen direkt in die Geschichte eintauchen und durch die bildhaften Beschreibungen hat man richtiggehend das Gefühl, selbst vor Ort zu sein. Das Setting wurde wirklich toll in Szene gesetzt. Zunächst wirkt noch alles sehr malerisch und idyllisch, doch im Verlauf wandelt sich die Stimmung, wird immer unheimlicher und düsterer, sodass einem öfters ein wohliger Schauer über den Rücken läuft.

Auch die Charaktere sind überzeugend und sehr interessant gezeichnet. Jeder von ihnen hat seine ganz eigene Art, niemanden kann man so richtig einschätzen. Einzig Juno, aus deren Sicht der größte Teil in der Ich-Perspektive geschildert wird, ist eine greifbare Figur. Ich mochte unsere Hauptprotagonistin auf Anhieb. Sie ist aufgeweckt und neugierig, manchmal auch ein bisschen naiv, aber durchweg sympathisch. Mir ist sie innerhalb kurzer Zeit ans Herz gewachsen und auch wenn sie mir manchmal jünger als 18 Jahre vorkam, habe ich mich jederzeit in sie hineinversetzen können.

Gemeinsam mit der frischgebackenen Abiturientin verschlägt es einen gleich im ersten Kapitel nach Staunton House, einem weit abgelegenen, prachtvollen Adelssitz in Cornwall, und wie sie, so merkt man auch als Leser
in sehr schnell, dass es an diesem Ort nicht mit rechten Dingen zugeht. Juno erkennt schließlich, dass sie eine Art Zeitreise gemacht hat und im 19. Jahrhundert gelandet ist. Wie das sein kann sein und welche Rolle sie bei dem Ganzen spielt, bleibt aber bis zum Schluss unklar. Die Story lebt von lauter Mysterien und Rätselhaftigkeiten, immer mehr sonderbare Dinge ereignen sich und man weiß nicht wem man trauen kann und wem nicht. Es macht einfach nur großen Spaß, Juno auf ihrem Zeitreiseabenteuer zu begleiten und zusammen mit ihr wie ein Detektiv auf Spurensuche zu gehen. Lange ahnt man nicht, wie alles zusammenhängt und stellt eine Vermutung nach der nächsten an. Ich zumindest bin zunächst komplett im Dunkeln getappt und habe mich der Sogwirkung, die dadurch ausgelöst wird, kaum mehr entziehen können.

Neben der Spannung und den Überraschungs- und Gänsehautmomenten kommt auch der Humor nicht zu kurz. Dadurch, dass hier zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinanderprallen, kommen so einige sehr lustige Szenen und Dialoge zustande, über die man sich als Leser*in prächtig amüsiert.
Dass die Liebesgeschichte, anders als von mir erwartet, nur recht wenig Raum einnimmt, hat mich persönlich nicht gestört, allerdings hat sie mich leider nicht so richtig überzeugen können, mir waren die Gefühle füreinander etwas zu schnell da. Abgesehen davon hat mir das Buch aber echt gut gefallen. Die Auflösung zeigt, wie clever die Story durchdacht ist, mich hat sie vollkommen zufriedenstellen können. Über den Epilog musste ich erst einmal kurz nachdenken, da er so überraschend daherkam, aber mittlerweile finde ich ihn ebenfalls sehr gelungen. Er passt einfach perfekt zur Geschichte und schließt sie stimmig ab.

Fazit: In ihrem neuen Jugendroman entführt uns Alexandra Fischer-Hunold nach England und beschert uns ein magisches Mystery-Abenteuer vor viktorianischer Kulisse. „Ewig & immer - Die Geheimnisse der Lady Halewood“ ist eine spannende, fesselnde und unterhaltsame Geschichte mit einer schaurig-schönen Atmosphäre, jeder Menge Geheimnisse und einem Hauch Romantik. Ein wunderbarer Zeitreiseschmöker zum Wohlfühlen, Miträtseln, Schmunzeln und Gruseln und die perfekte Lektüre für alle Downton Abbey- und Jane Austen-Fans. Ich kann das Buch nur empfehlen, mir hat es herrliche Lesestunden bereitet. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Eine geniale Fortsetzung!

Dark Sigils – Wie die Dunkelheit befiehlt
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Mit dem Auftakt ihrer Dark-Sigils-Reihe hat mich Anna Benning im vergangenen Jahr vollkommen von den Socken gehauen. Auf die Fortsetzung habe ich mich daher riesig gefreut, ich war so gespannt wie es wohl ...

Mit dem Auftakt ihrer Dark-Sigils-Reihe hat mich Anna Benning im vergangenen Jahr vollkommen von den Socken gehauen. Auf die Fortsetzung habe ich mich daher riesig gefreut, ich war so gespannt wie es wohl mit Rayne, Adam und Co. weitergehen wird!

Die 17-jährige Rayne hat sich den Rebellen angeschlossen, um zusammen mit ihnen nach dem legendären achten Dark Sigil zu suchen. Denn nur so könnte sie frei und mit ihrer großen Liebe Adam, dem Mirrorlord, zusammen zu sein. Doch die Rebellen sind nicht die einzigen, die das verschollene Artefakt finden möchten. Ihre gefährliche Mission wird Rayne einiges abverlangen, mehr, als sie sich jemals hätte vorstellen können. Wo wird ihr Weg sie hinführen? Wem kann sie vertrauen? Wird ihre Suche erfolgreich sein? Und wie wird sie sich am Ende entscheiden?

Da ich den ersten Teil so geliebt habe und nun schon von mehreren gehört hatte, dass die Autorin ihre eigene hohe Messlatte noch einmal übertroffen hat, lagen meine Erwartungen enorm weit oben. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht! Der zweite Band kann definitiv nicht nur mit einem traumhaften Cover glänzen – auch der Inhalt ist atemberaubend und magisch und begeistert von der ersten bis zur letzten Seite.

Zu Beginn des Buches gibt es erst einmal einen kleinen Rückblick auf die vorangegangenen Ereignisse, was den Wiedereinstieg sehr erleichtert. Trotz der kleinen Erinnerungsauffrischung habe ich aber leider dennoch ein bisschen gebraucht, bis ich komplett in der Geschichte drin war. Bei dieser Trilogie empfiehlt sich auf jeden Fall, die Bände kurz nach einander zu lesen, da das Worldbuilding äußerst komplex ist und wir es mit vielen Charakteren zu tun bekommen (ein Glossar mit ein paar mehr Erläuterungen über den Weltenbau und Personenvorstellungen hätte ich gar nicht so schlecht gefunden).
Zum Glück waren meine leichten Startschwierigkeiten aber schnell überwunden und nachdem ich einmal richtig angekommen war, gab es für mich kein Halten mehr.

Anna Benning versteht es einfach, uns Leserinnen in fantastische dystopische Welten zu entführen und durchweg an die Seiten zu fesseln. Ihr bildhafter und rasanter Schreibstil saugt einen tief ins Geschehen und die vor Action, Spannung und Emotionen strotzende Handlung lässt einen einfach nicht mehr los. Oft ist es ja so, dass Mittelbände wie ein Lückenfüller wirken. Das ist hier aber nicht der Fall. Wir erfahren mehr über die geheimnisvolle Mirror-Welt und das Magiesystem und werden an neue faszinierende Schauplätze mitgenommen, wir lernen vertraute Figuren noch besser kennen, dürfen aber auch die Bekanntschaft mit neuen Gesichtern machen. Langeweile sucht man auf den gut 500 Seiten vergebens. Es gibt eine Menge Ortswechsel und Kampfszenen, die das Lesen interessant und mitreißend gestalten und die vielen unerwarteten Wendungen, die einem geboten werden, lassen einen öfters regelrecht sprachlos dasitzen. Man mag das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen und fiebert, zittert und kämpft mit den Charakteren mit.

Die Figuren wurden mal wieder großartig dargestellt. Sie sind authentisch und liebenswert gezeichnet, alle besitzen ihre Ecken und Kanten und schleichen sich sehr schnell in das Leserherz. Rayne, aus deren Sicht der Großteil des Buches in der Ich-Perspektive geschildert wird, hat mir auch diesmal auf Anhieb gefallen. Sie ist und bleibt eine Kämpferin und legt im Verlauf eine Entschlossenheit und Willensstärke zutage, für die man sie nur bewundern kann. Durch die gewählte Erzählform erhält man erneut anschauliche Einblicke in ihr Inneres und kann ihre Empfindungen und Gedankengänge und ihre Entwicklung wunderbar mitverfolgen.

Adam, dem Mirrolord, war ich bereits im Vorgänger direkt verfallen. Die Liebesbeziehung zwischen ihm und Rayne habe ich wieder richtig geliebt, aber auch das Zusammenspiel der weiteren Charaktere mochte ich sehr. Vor allem das Aufeinandertreffen der Sigil-Träger
innen fand ich toll, dieses hat es wahrlich in sich. Sehr cool fand ich aber auch die Schlagabtäusche zwischen Celine und Rayne und dass Raynes beste Freundin Lily ebenfalls einen relevanten Part in der Geschichte einnimmt, war ein kleines persönliches Highlight für mich. Die Freundschaft der beiden wird erneut wundervoll beschrieben.

Eine weitere wichtige Person ist Adams Mutter Leonore, die wir dank der Zeitsprünge näher kennenlernen dürfen. Es gibt neben Raynes Kapitel immer wieder kurze Einschübe, die von Leonores Kindheit berichten, sodass man ein Bild davon erhält, wie sich die Geschehnisse von damals auf die heutige Spiegelwelt ausgewirkt haben. Wie das alles miteinander zusammenhängt, zeigt sich jedoch erst am Schluss, wenn die Autorin die Handlungsstränge geschickt zusammenlaufen lässt.

Zum Ende hin wird das Tempo noch einmal ordentlich angezogen und die Sogwirkung verstärkt sich, es wird ergreifend und nervenaufreibend und gipfelt schließlich in einem aufregenden fulminanten Showdown. Man würde am liebsten sofort zum nächsten Band greifen und weiterlesen. Leider heißt es da aber noch ein Weilchen hibbeln und warten. Der finale Teil wird nämlich voraussichtlich erst im Frühjahr 2024 erscheinen.

Fazit: Mit dem zweiten Band ihrer Dark-Sigils-Trilogie beweist die deutsche Autorin Anna Benning erneut, was für ein großes Schreibtalent in ihr steckt und toppt noch einmal alles. „Dark Sigils – Wie die Dunkelheit befiehlt“ ist eine spannungs- und actiongeladene Fortsetzung voller Überraschungsmomente, genialer Plot-Twists und Magie; eine Story, die einen gefangen nimmt und von Anfang bis Ende in Atem hält. Fesselnd, emotional, unvorhersehbar. Ein absoluter Pageturner mit Suchtgarantie und Urban-Fantasy vom Feinsten. Für mich hat sich auch dieser Band als ein echtes Lesehighlight entpuppt, mir hat er sogar noch besser gefallen als der Vorgänger. Ich habe das Buch verschlungen und fiebere dem Finale nun ganz sehnsüchtig entgegen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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