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Veröffentlicht am 16.06.2023

Ein wunderschönes romantisches Sommerbuch und die perfekte Urlaubslektüre

Sunkissed
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Als ich hörte, dass der Carlsen Verlag dieses Jahr ein neues Buch von Kasie West herausbringt, stellte sich mir gar nicht erst die Frage, ob ich es lesen möchte. Ich liebe ihre Bücher, daher musste ich ...

Als ich hörte, dass der Carlsen Verlag dieses Jahr ein neues Buch von Kasie West herausbringt, stellte sich mir gar nicht erst die Frage, ob ich es lesen möchte. Ich liebe ihre Bücher, daher musste ich natürlich auch „Sunkissed“ unbedingt bei mir einziehen lassen.

Solange Avery zurückdenken kann, hat sie ihre Sommerferien gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester Lauren verbracht. Dieses Jahr – der Sommer vor Averys letztem Schuljahr – verbringt die vierköpfige Familie in einem weit abgelegenen Familiencamp, dem „Bear Meadow“. Zwei Monate mit ihren Eltern und ihrer Social-Media-süchtigen Schwester, mitten im Wald, ohne Internet und WLAN – Averys Begeisterung hält sich etwas in Grenzen. Hätte sie sich doch nur noch mehr Songs auf ihre AirPods heruntergeladen! Nun hat sie nur eine einzige Playlist und das, wo sie Musik so liebt und sie gerade jetzt dringend braucht. Ihre beste Freundin Shay hat sie vor kurzem betrogen und mit ihren Playlists wollte Avery eigentlich versuchen, sich irgendwie abzulenken und den Streit zu vergessen. Doch dann trifft sie am Tag ihrer Ankunft auf den gutaussehenden Brooks, den Gitarristen der Camp-Band. Obwohl es dem Personal verboten ist, Zeit mit den Gästen zu verbringen und ihr Kennenlernen etwas unglücklich verläuft, beginnt sich etwas zwischen den beiden zu entwickeln. Ihre Liebe zur Musik verbindet sie und den beiden wird sehr bald klar, dass sie einander bei ihren Problemen helfen können. Ein unvergesslicher Sommer und eine Reise zur Selbstfindung beginnt...

Ich habe nun schon mehrere Bücher von Kasie West gelesen und jedes einzelne sehr geliebt. Dementsprechend hoch waren natürlich meine Erwartungen an ihren neuen Roman und um es kurz zu machen: Ich wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht! Für die volle Sternenzahl hat mir zwar letztendlich dann doch dieses gewisse Etwas gefehlt, aber ich habe dennoch definitiv das bekommen, was ich mir erhofft habe: Eine entzückende sommerliche Young Adult Romanze mit viel Musik, Gefühl und Humor und jeder Menge Urlaubsfeeling. Einfach ein typisches Kasie-West-Buch und genau das, was das hübsche farbenfrohe Cover verspricht.

Von dem Schauplatz, den Kasie West für „Sunkissed“ kreiert hat, war ich sofort ganz angetan. Gemeinsam mit unserer 17-jährigen Hauptprotagonistin Avery, ihren Eltern und ihrer 15-jährigen Schwester Lauren verschlägt es uns gleich zu Beginn in das Vier-Sterne-Familienresort „Bear Meadow“, das weit abgelegen mitten im Wald an einem großen See liegt. Die Beschreibungen des Settings versetzen einen direkt in Ferienstimmung. Es gibt Wandertouren durch die idyllische Natur, nächtliche Kanufahrten, viele Lagerfeuermomente...und mit der Band kommen zudem noch leichte Dirty Dancing-Vibes auf, sodass eine herrliche Camp-Atmosphäre geschaffen wird.

Avery gefiel mir ebenfalls vom ersten Moment an. Die Handlung wird durchgehend aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive erzählt, sodass man als Leser*in nah dran ist an ihren Empfindungen und Gedankengängen und ihre Wandlung wunderbar miterleben kann. Avery wird während des Sommers eine sehr glaubwürdige und inspirierende Entwicklung durchmachen. Sie wird viel über ihr Leben und ihre Zukunft nachdenken und lernen für sich selbst einzustehen. Sie wird neue Dinge ausprobieren und mutiger werden und im Verlauf ihrer Ferien über sich selbst hinauswachsen.
Eine große Hilfe auf Averys Selbstfindungsreise ist Brooks, der Gitarrist der Camp-Band, auf den unsere Ich-Erzählerin kurz nach ihrer Ankunft treffen wird. Brooks habe ich besonders fest in mein Herz geschlossen. Er wirkt anfangs zwar etwas misslaunig, allerdings zeigt sich schon sehr bald, was für ein liebenswerter und verständnisvoller Kerl er ist. Ich habe es geliebt, wie er Avery darin bestärkt, sich aus ihrer Komfortzone zu wagen und ihren Ängsten zu stellen. Wie sich die zwei gegenseitig unterstützen, zusammen Lieder erschaffen und dabei immer näherkommen. Die beiden ergeben einfach ein tolles Team und sind die perfekte Ergänzung füreinander. Ich habe ihre gemeinsamen Augenblicke und ihre sich langsam entfaltende (und verbotene) Liebesgeschichte sehr genossen.

Auch die weiteren lebensnahen Figuren mochte ich sehr, allen voran Averys Schwester Lauren, die ein ziemlicher Gegensatz zu unserer Protagonistin ist. Mit den Eltern dagegen bin ich erst zum Ende hin vollends warm geworden, aber mir hat es gefallen, dass sie ebenfalls in das Geschehen mit eingebunden wurden. Die Familiengespräche am Schluss fand ich richtig schön und herzerwärmend.
Dass die Handlung insgesamt recht vorhersehbar war und auch der Ausgang der Geschichte wenig überraschend für mich kam, hat mich überhaupt nicht gestört. Ich bin dank des angenehmen, humorvollen Schreibstils nur so durch die Seiten geflogen und habe das Buch am Ende glücklich wieder zuklappen können.

Fazit: „Sunkissed“ ist ein locker-leichter, romantischer Sommerroman über Selbstfindung, Freundschaft, Familie und Musik. Mit tollen Songs und Camp-Vibes, authentischen Charakteren und einer süßen Liebesgeschichte zum Dahinschmelzen. Unterhaltsam, mitreißend und einfach wunderschön zu lesen. Ein absolutes Wohlfühlbuch und die ideale Lektüre für den Sommer! Für mich war auch dieses Werk von Kasie West ein echter Genuss. Ich kann „Sunkissed“ nur empfehlen und vergebe 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.06.2023

Ein großartiges Buch zum Thema Autismus, das ich jedem nur ans Herz legen kann!

Wie unsichtbare Funken
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Da ich Bücher über das Anderssein immer unheimlich gerne lese, war meine Neugier sofort geweckt, als ich zum ersten Mal von „Wie unsichtbare Funken“ hörte. Sowohl das Cover mit seiner kreativen Gestaltung ...

Da ich Bücher über das Anderssein immer unheimlich gerne lese, war meine Neugier sofort geweckt, als ich zum ersten Mal von „Wie unsichtbare Funken“ hörte. Sowohl das Cover mit seiner kreativen Gestaltung und dem schimmernden Schriftzug als auch der Klappentext konnten mich direkt überzeugen. Ich ließ das Buch daher nur zu gerne bei mir einziehen.

Die 11-jährige Addie ist anders als andere. Ihr wird schnell alles zu viel, für sie fühlt es sich oft so an, als würden unsichtbare Funken um sie wirbeln. Ihr Lieblingsbuch ist ein Synonymlexikon und Haie sind für das Interessanteste überhaupt. Denn Haie sind wie sie, auch sie nehmen die Welt intensiver wahr. Addie ist Autistin und hat es oft ziemlich schwer. Viele können und wollen einfach nicht verstehen, dass ihr Gehirn anders funktioniert als bei neuotypischen Menschen. Als ihre Lehrerin Mrs Murphy im Unterricht von der Hexenverfolgung erzählt, die vor Jahrhunderten in ihrem schottischen Heimatort stattgefunden hat, kann Addie diese große Ungerechtigkeit kaum glauben. In Jupiter wurden unschuldige Frauen als Hexen angeklagt und dass nur, weil sie seltsam waren. Weil sie anders waren, so wie Addie. Addie kann einfach nicht zulassen, dass die zu unrecht verfolgten Mädchen vergessen werden. Denn sie weiß, dass hinter ihrer Geschichte mehr steckt. Sie möchte, dass man ein Denkmal für die Hexen errichtet. Ihre Forderung stößt in Jupiter allerdings auf nur wenig Begeisterung. Addie aber gibt nicht auf, sie ist bereit für die Hexen zu kämpfen. Und für sich selbst.

Kennt ihr das, ihr schlagt ein Buch auf, beginnt mit dem Lesen und wisst einfach schon nach wenigen Seiten, dass ihr ein neues Herzensbuch in Händen haltet? Mir erging es so mit „Wie unsichtbare Funken“ von Elle McNicoll. Ihr Debüt wurde in England eindeutig zurecht mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Es ist ein herausragender Kinderroman, den wir dank des Atrium Verlags nun auch in deutscher Sprache genießen dürfen und der hoffentlich auch hier bei uns in Deutschland eine große Leserschaft erhalten wird. Addies Geschichte verdient es einfach, von vielen Menschen gelesen zu werden.

Besonders toll an diesem Buch ist, dass es von einer Autistin geschrieben wurde. Elle McNicoll weiß also ganz genau wie es ist, wenn man die Welt anders wahrnimmt als andere. Wie es sich anfühlt, wenn man aufgrund seiner Andersartigkeit ausgegrenzt und angefeindet wird und sich jeden Tag versucht irgendwie anzupassen.

Eindrucksvoll und ehrlich, aber auch sehr behutsam beschreibt die englische Autorin das Leben, Denken und Empfinden ihrer 11-jährigen autistischen Protagonistin. Die Geschichte wird aus der Sicht von Addie in der Ich-Perspektive erzählt, sodass man als Leserin einen tiefen Einblick in ihr Inneres erhält und sich ihr von Beginn an sehr nahe fühlt.
Ich mochte Addie vom ersten Moment an. Sie ist sympathisch, aufgeweckt, entschlossen und klug. Sie steht für sich selbst und andere ein und macht sich für das stark, was ihr am Herzen liegt. Addie ist einfach ein wundervolles Mädchen, nur leider wollen das viele andere nicht erkennen und akzeptieren. Es macht einen richtig traurig und wütend zu sehen, auf wie viel Ablehnung und Unverständnis Addie stößt, wie sie wegen ihres Andersseins gemobbt und gemieden und nicht ernst genommen wird.
Zum Glück gibt es in Addies Umfeld aber auch viele freundliche und verständnisvolle Menschen, die zu ihr halten und sie so lieben wie sie ist. Ihre große Schwester Keedie zum Beispiel, die ebenfalls Autistin ist, oder der herzensgute Schulbibliothekar Mr Allison.

Diese Geschichte ist eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Man leidet, kämpft und fiebert mit Addie mit und erlebt eine Menge Ungerechtigkeit. Man trifft aber auch auf Freundschaft, Liebe und Mitgefühl und sitzt stellenweise mit einem Schmunzeln im Gesicht da. Nebenbei erfährt man als Leser
in auch mehr über Autismus. Elle McNicoll hat gekonnt ein paar Fachbegriffe in die Handlung eingeflochten wie Melt Downs und Regulation und zudem auch toll mit Symbolik gearbeitet. Anhand von Haien, Addies Lieblingstiere, und den Hexen führt uns die Autorin vor Augen, dass wir Menschen andere oft viel zu schnell verurteilen. Denn Haie und die fälschlicherweise als Hexen verfolgte Frauen sind in gewisser Weise wie Addie: Auch sie werden und wurden missverstanden und ungerecht behandelt.

Also ich bin begeistert davon, auf was für eine außergewöhnliche und faszinierende Weise uns Elle McNicoll das Thema Neurodiversität näherbringt. „Wie unsichtbare Funken“ ist ein sehr wertvolles und lehrreiches (aber nicht belehrendes) Buch, weil es einem dabei hilft, Autist*innen besser zu verstehen und uns zeigt, dass das Anderssein wichtig und notwendig ist. Wir brauchen solche Menschen wie Addie, da sie unsere Welt so viel bunter und schöner machen.

Fazit: Dies war mein erstes Werk aus der Feder von Elle McNicoll und es wird hoffentlich nicht mein letztes gewesen sein. Ich finde ihr Debüt einfach großartig!
„Wie unsichtbare Funken“ ist ein ganz besonderes und für alle ab 10 Jahren bereicherndes Buch zum Thema Neurodiversität. Es gibt einen authentischen, verständlichen und einfühlsamen Einblick in das Innenleben einer Autistin, es bewegt, fesselt, informiert und klärt auf und ist schmerzlich und wunderschön zugleich – und wichtig. Ich kann Addies Geschichte jedem nur ans Herz legen, mich hat sie sehr berührt und beeindruckt. Von mit gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Ein tolles Bitte-nicht-öffnen-Abenteuer für Erstleser*innen!

Bitte nicht öffnen, sonst ... 1: Yeti-Ritter-Schneegewitter
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Da ich die „Bitte nicht öffnen“ – Reihe seit dem ersten Band mit großer Begeisterung verfolge, war ich augenblicklich Feuer und Flamme als ich hörte, dass es die erfolgreiche Kinderbuchserie nun auch für ...

Da ich die „Bitte nicht öffnen“ – Reihe seit dem ersten Band mit großer Begeisterung verfolge, war ich augenblicklich Feuer und Flamme als ich hörte, dass es die erfolgreiche Kinderbuchserie nun auch für Erstleserinnen ab 6 Jahren gibt. Auch wenn ich schon seit langem keine Leseanfängerin mehr bin, stand für mich sofort fest, dass ich den Auftaktband kennelernen möchte.

Nemo liebt Abenteuer und alles, was spannend ist. Leider wohnt er aber in Boring, einer kleinen Stadt, in der einfach nie etwas Aufregendes passiert. Doch dann bringt der Postbote Franz Ach eines Tages ein geheimnisvolles Paket vorbei, auf dem „Bitte nicht öffnen - Bissig“ steht. Plötzlich beginnt das Päckchen zu wackeln und zu qualmen. Es sprüht Funken und dann explodiert es. Heraus hüpft ein waschechter Yeti, der Icy-Ice-Monsta heißt und ziemlich witzig spricht. Er sorgt allerdings auch für eine Menge Chaos. Auf einmal schneit es mitten im Sommer, überall in Boring liegt haufenweise Schnee. Oje. Wie können Nemo und seine Freunde Fred und Oda dieses Durcheinander nur stoppen?

Im Carlsen Verlag ist dieses Jahr eine neue Erstlesereihe gestartet, „Einfach Lesen Lernen“ heißt das Programm und enthält eine vielfältige Mischung aus bekannten Charakteren und neuen Figuren. Als großer Fan der „Bitte nicht öffnen“ – Bücher freut es mich sehr, dass auch Nemo, Oda und Fred mit von der Partie sind und nun auch Kinder, für die die eigentliche Reihe noch zu schwierig zum Selberlesen ist, die Chance haben, die Erlebnisse der drei Freunde in vereinfachter Form kennenzulernen.

Unterteilt ist das Programm in drei Lesestufen. „Bitte nicht öffnen, sonst ... 1: Yeti-Ritter-Schneegewitter“ richtet sich an die 2. Lesestufe, also an Kinder aus der 1. oder 2. Klasse, die schon etwas geübtere Leser
innen sind. Wer also schon in der Lage ist, kurze und simple Sätze zu lesen, kann seine Lese- und Schreibkompetenzen mit dem hier vorliegenden Buch weiter ausbauen und verbessern, ohne dabei überfordert zu werden. Die Erzählung ist in einfachen knappen Sätzen und sehr großer Schrift verfasst und wird von vielen farbenfrohen Illustrationen begleitet. Ergänzt wird der Text mit vielen Comicelementen, sodass das Lesen zu einem wirklich tollen Erlebnis wird.

Mir hat das liebevoll gestaltete Layout auf Anhieb gefallen. Bei der Yeti-Sprache von Icy habe ich mich nur gefragt, ob sie manche Kinder nicht vielleicht ein bisschen verwirren könnte. Da Icy Yetisch spricht, klingen seine Sätze zum Beispiel so: „Icy hat glosas Hunk-aaa!“ Da sich die Textstellen in Yetisch aber in Grenzen halten und es hinten Buch zudem eine Auflösung gibt, wie die Sätze auf Deutsch lauten, hat mich dieser Punkt letztendlich nicht gestört. Ich finde das Konzept dennoch rundum gelungen, in meinen Augen ist es für Kinder mit grundlegenden Lesefähigkeiten ideal geeignet. Zum Vorlesen bietet sich die Geschichte aber ebenfalls sehr gut an.

Handlungstechnisch kann das Buch gleichermaßen punkten. Charlotte Habersack hat den ersten Band ihrer „Bitte nicht öffnen“ – Reihe gekonnt für das Erstlese-Alter überarbeitet und angepasst. Die Geschichte ist von Beginn an aufregend und turbulent und kann mit vielen witzigen Szenen aufwarten, sodass die Neugier schnell geweckt ist und die Lesemotivation aufrecht erhalten wird. Mit Icy wird es einfach nie langweilig, dieser kleine Yeti wird nicht nur für eine Menge Trubel in Boring sorgen, sondern auch für viele spaßige Momente.

Illustriert wurde das Buch, wie die eigentliche Reihe, von Fréderic Bertrand. Er hat die Erzählung mit seinem unvergleichlichen Stil zum Leben erweckt, seine vielen bunten Bilder sind wie gewohnt sehr humorvoll gezeichnet und untermalen den Text perfekt.

Fazit: Mit „Bitte nicht öffnen, sonst ... 1: Yeti-Ritter-Schneegewitter“ bescheren uns Autorin Charlotte Habersack und Illustrator Fréderic Bertrand ein wunderbares Erstleseabenteuer aus der „Bitte nicht öffnen“ – Welt. Die spannende, lustige und fantasievolle Geschichte mit ihrer tollen Aufmachung weckt die Freude am Lesen, sorgt für einen großen Lesespaß und macht Lust auf weitere Abenteuer. Also ich bin begeistert und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Nemo, Fred und Oda in diesem überzeugenden Erstleseformat. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Ein ganz besonderes und wichtiges Buch!

Wovon ich träume
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Als mir „Wovon ich träume“ zum ersten Mal begegnete, konnte das wunderhübsche Cover meine Neugierde sofort wecken. Da mich die Inhaltsangabe ebenfalls direkt ansprach, stand für mich schnell fest, dass ...

Als mir „Wovon ich träume“ zum ersten Mal begegnete, konnte das wunderhübsche Cover meine Neugierde sofort wecken. Da mich die Inhaltsangabe ebenfalls direkt ansprach, stand für mich schnell fest, dass ich das Buch lesen möchte. Der US-amerikanische Autor Kyle Lukoff war mir bisher völlig unbekannt. „Wovon ich träume“ sollte also mein erstes Werk aus seiner Feder werden.

Mücke ist elf Jahre alt und lebt in Vermont, in einem weit abgelegenen Haus, das nicht nur wie ein Spukhaus aussieht, sondern auch eines ist. Während Mückes Mutter nicht daran glaubt, das Geister in ihrem Haus hausen, ist Mücke davon überzeugt, dass es bei ihnen spukt. Als Onkel Roderick, der ebenfalls bei ihnen gewohnt hat, wegen einer schweren Krankheit stirbt, hat Mücke das Gefühl, dass es in dem Haus noch mehr spukt als sonst. Ist es vielleicht der Geist von Onkel Roderick? Als wäre das nicht schon Aufregung genug, beginnt sich Mückes beste Freundin Moira auf einmal merkwürdig zu verhalten. Sie hat beschlossen, die Sommerferien dafür zu nutzen, um sich auf die neue Schule vorzubereiten. Sie möchte jetzt nicht mehr Mo genannt werden und beginnt sich zu schminken, sie probiert neue Klamotten an und überlegt wer zu den beliebtesten zählt und welche Jungs am süßesten aussehen. Mücke kann mit diesem ganzen Mädchenkram nichts anfangen. Der Geist von Onkel Roderick ist viel interessanter. Mücke beginnt seinem Geheimnis auf den Grund zu gehen – und findet dabei auch etwas sehr Wichtiges über sich selbst heraus.

Ich war nun etwas länger am hin und her überlegen, wie ich diese Rezension schreiben soll. Was darf ich über den Inhalt erzählen, ohne zu spoilern? Wie soll ich unsere Hauptfigur bezeichnen, als „sie“ oder als „er“? Der Klappentext verrät zwar bereits, dass Mücke trans ist, vermeidet aber gekonnt die Personalpronomen. Mir hat es im ersten Moment ehrlich gesagt nicht so gefallen, dass der Verlag so viel vom Inhalt preisgibt und Mückes wahre Identität keine Überraschung mehr für einen ist. Mittlerweile finde ich es aber doch gut, dass er deutlich macht, mit welchen Themen sich das Buch befasst. Zum einen, weil Interessierte so schneller auf den Titel aufmerksam werden und zum anderen, weil man dadurch weiß, dass es sich hierbei – anders als das sommerlich idyllische Cover vermuten lässt – um eine durchaus tiefgründige und ernste Geschichte handelt.

In einem unaufgeregten Erzählstil und mit einer angenehmen poetischen Sprache beschreibt Kyle Lukoff Mückes Sommer. Gleichermaßen ehrlich und behutsam erzählt er von Transsexualität, Selbstfindung und Verlust, von finanziellen Schwierigkeiten, sich entwickelnden Freundschaften und Veränderungen und davon, wie es anfühlt, im falschen Körper zu stecken und anders zu sein als andere.
Da die Handlung in der Ich-Perspektive geschrieben ist, erlebt man Mückes Emotionen und Trauerprozess und Weg zu sich selbst hautnah mit, was herzergreifend und wunderschön zugleich ist. Und da unsere Hauptperson während dieser Zeit nicht nur ihrer eigenen Identität immer näher kommt, sondern auch nach und nach das Rätsel des Geistes in ihrem Haus lüftet, liest sich das Ganze auch sehr geheimnisvoll und teils unheimlich. Kyle Lukoff hat die Hauptthemen des Buches geschickt mit einer Spukgeschichte kombiniert, eine recht ungewöhnliche Mischung, die vermutlich nichts jedermanns Sache sein wird. „Wovon ich träume“ ist zweifellos ein LGBTIQ+-Roman, der sich von der Masse abhebt und auf den man sich einlassen muss, damit er einem gefällt. Mir jedenfalls ist dies geglückt. Ich mochte diese besondere Kombi sehr, ich habe sie als äußerst gelungen und so erfrischend anders empfunden.
Für die volle Sternenzahl hat es mir letztendlich dann nur doch nicht gereicht. Wie oben bereits erwähnt, ist „Wovon ich träume“ ein sehr ruhig erzählter Roman. Mir persönlich war manchmal zu wenig los, ein paar Stellen haben sich leider ein bisschen für mich gezogen. Abgesehen davon bin ich aber wirklich begeistert von dem Buch und kann es jedem nur ans Herz legen. In meinen Augen ist es ein sehr wertvolles Werk über Transgender und Selbstakzeptanz, da es einem dabei hilft, Trans-Menschen besser zu verstehen und offen und respektvoll mit ihnen umzugehen. Da es Mut macht und Hoffnung schenkt und uns zeigt, wie wichtig es ist sich selbst treu zu bleiben.

Fazit: „Wovon ich träume“ ist ein wundervoller Coming-of-Age- und Coming-Out-Roman mit einer Geistergeschichte als Bonus. Es ist ein außergewöhnliches Buch über Transsexualität und die Suche nach der eigenen Identität, über ein verwunschenes Haus, Trauerbewältigung und einen Sommer voller Veränderungen. Atmosphärisch und einfühlsam geschrieben und mit einer wichtigen mutmachenden Botschaft.
Ich kann „Wovon ich träume“ nur empfehlen, sowohl Kindern ab 10 Jahren als auch Erwachsenen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.06.2023

Spannend, lustig, fantasievoll. Eine wunderbare Fortsetzung!

Detektei für magisches Unwesen – Da braut sich was zusammen
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Da mich der erste Fall von der Detektei für magisches Unwesen bestens unterhalten hat, habe ich mich auf den zweiten Band sehr gefreut. Ich war so gespannt, wie es wohl mit unserem außergewöhnlichen Ermittlerteam ...

Da mich der erste Fall von der Detektei für magisches Unwesen bestens unterhalten hat, habe ich mich auf den zweiten Band sehr gefreut. Ich war so gespannt, wie es wohl mit unserem außergewöhnlichen Ermittlerteam weitergehen wird!

In Kiesbach ist mal wieder ordentlich was los, lauter merkwürdige Dinge ereignen sich in dem sonst so beschaulichen kleinen Städtchen. Der Dorfteich blubbert auf einmal so komisch und alle Frauen, die in ihm schwimmen gehen, verlieben sich Hals über Kopf in den Kiesbacher Polizisten Olaf. Als dann auch noch im Juweliergeschäft Funkelstein eingebrochen wird, wittern Jannik, Lulu und Pola sofort einen neuen spannenden Fall. Während Olaf an seiner Karriere als Rockstar arbeitet und sich von weiblichen Fans anhimmeln lässt, beginnen die drei Freunde zu ermitteln. Schnell wird klar, dass nicht nur Frühlingsgefühle in der Kiesbacher Luft liegen, sondern auch Magie. Ob es dem Trio wohl gemeinsam mit Geheimagent Peggory Jones und Leseratte Marianne gelingen wird, die rätselhaften Vorkommnisse aufzuklären?

Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um den zweiten Teil der „Detektei für magisches Unwesen“ – Serie. In meinen Augen lässt sich das Buch auch ohne Vorwissen gut lesen, sodass man durchaus mit diesem Band starten kann. Besser wäre es aber natürlich, wenn man die Bände in ihrer chronologischen Reihenfolge liest. Das Leseerlebnis ist dann einfach ein noch schöneres.

Mir waren die Ereignisse aus dem Vorgänger noch sehr präsent. Ich habe daher spielend leicht in das Buch hineingefunden und einmal danach gegriffen, wollte ich es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Schon auf den ersten Seiten geht es ereignisreich und unterhaltsam zu, was der perfekte Vorgeschmack darauf ist, was einen im Verlauf noch erwarten wird.
Es dauert nicht lange und die drei Freunde Jannik, Lulu und Pola stecken wieder mittendrin in einem neuen aufregenden Kriminalfall, der zunächst äußerst mysteriös ist. Wer steckt hinter dem Einbruch beim Juwelier Herrn Piepenbrink? Was hat es mit dem seltsamen Geblubber im Dorfteich auf sich? Und warum scheinen plötzlich alle Frauen ihr Herz an den Kiesbacher Polizisten Olaf zu verlieren? Hängt das alles miteinander zusammen? Wenn ja, wer oder was ist für das alles verantwortlich, ist vielleicht Magie mit im Spiel?
Zum Glück sind unsere drei Jung-Detektive nicht auf sich alleine gestellt, sondern werden auf ihrer Spurensuche wieder tatkräftig von Geheimagent Peggory und seiner Assistentin Leseratte Marianne unterstützt. Es macht einfach wieder so viel Spaß, diese ungewöhnliche Truppe auf ihren Ermittlungen zu begleiten und gemeinsam mit ihnen herumzurätseln. Und da die Geschichte nicht nur mit einem kniffligen Fall aufwarten kann, sondern auch mit zahlreichen lustigen Szenen und jeder Menge Chaos, gibt es auch sehr viel zum Schmunzeln. Vor allem Dorfpolizist Olaf – bzw. Rockstar Olaf – und Lulus Tante Lisbeth sorgen für gute Stimmung. Aber auch die Figuren aus der magischen Welt sind wieder ganz ihrem Element und tragen dazu bei, dass es an keiner Stelle Langeweile wird.

Die Charaktere mit ihren jeweiligen Besonderheiten und teils ziemlich schrägen Eigenschaften waren wieder mein Highlight. Ob alte Bekannte aus dem vorherigen Band oder neue Gesichter, ob Mensch oder Fantasiewesen – alle sind sie authentisch gezeichnet und werden so liebevoll beschrieben, dass man sie einfach gernhaben muss. Es gibt zudem auch in diesem Band viele entzückende schwarz-weiß Illustrationen von Alexandra Helm, die den Text gekonnt begleiten und die Geschichte und die Figuren auf eine wundervolle Weise lebendig werden lassen.

Fazit: Spannend, witzig, fantasievoll. Ein tolles Buch für alle Detektivfans und die, die es noch werden wollen!
Mit dem zweiten Band ihrer Reihe „Detektei für magisches Unwesen“ bescheren uns Autorin Lotte Schweizer und Illustratorin Alexandra Helm eine rundum gelungene Fortsetzung, die ihrem Vorgänger in nichts nachsteht und große Lust auf mehr macht. Auch „Da braucht sich was zusammen“ ist eine wunderbare Mischung Detektivgeschichte, Freundschaft und Magie, gespickt mit vielen originellen Charakteren und zauberhaften Illustrationen. Ich habe Jannik, Peggory Jones und Co. nur zu gerne auf ihrem neuen Abenteuer begleitet und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit ihnen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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