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Veröffentlicht am 10.04.2022

Hatte mir mehr erhofft

Disney. Twisted Tales: Alice im Bann der Herzkönigin
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Ich bin ein großer Alice-im-Wunderland-Fan, ich liebe Disney und ich mag die Twisted-Tales-Reihe total gerne. „Alice im Bann der Herzkönigin“ war daher natürlich ein absolutes Muss für mich. Auf das Buch ...

Ich bin ein großer Alice-im-Wunderland-Fan, ich liebe Disney und ich mag die Twisted-Tales-Reihe total gerne. „Alice im Bann der Herzkönigin“ war daher natürlich ein absolutes Muss für mich. Auf das Buch habe ich mich tierisch gefreut.

Die 18-jährige Alice ist anders die gleichaltrigen Mädchen in ihrem Heimatstädtchen Kexford. Sie ist neugierig und abenteuerlustig und hält überhaupt nichts von dem Wunsch ihrer großen Schwester, sich wie eine respektable junge englische Dame zu benehmen. Alice verbringt viel lieber Zeit mit ihrer Kamera und ist ständig auf der Suche nach neuen tollen Fotomotiven. Doch als sie ihre kürzlich aufgenommenen Bilder bei ihrer Tante entwickelt, zeigen diese nicht das, was sie abgelichtet hat, sondern ihr sehr vertraute Gesichter: Die Herzkönigin, der verrückte Hutmacher, die Raupe...Aber wie kann das sein? Wieso tauchen auf den Fotografieren Bewohner*innen aus dem Wunderland auf? Und warum sehen sie so gruselig aus? Am unheimlichsten findet sie jedoch ein Selbstporträt, auf dem ihr ein schwer verletztes dunkelhaariges Mädchen entgegenblickt. Es ist Mary Ann und sie bittet Alice um Hilfe. Das Wunderland ist nicht mehr die Welt, die Alice als siebenjähriges Mädchen kennengelernt hat und muss unbedingt vor der bösen Herzkönigin gerettet werden. Alice kehrt an den Ort ihrer Kindheit zurück, um die tyrannische Herrschaft der Herzkönigin zu beenden. Ob ihr das wohl rechtzeitig gelingen wird?

Dies war mein fünfter Twisted-Tales-Band von Liz Braswell und nachdem sie mir zuletzt mit „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ zauberhafte Lesestunden bereitet hat, war ich nun äußerst gespannt, ob sie mich wohl auch mit ihrer Neuinterpretation von „Alice im Wunderland“ überzeugen wird.
Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen, allerdings hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Für mich zählt dieser Band leider nicht zu den besten Bänden aus der Reihe.

Zu Beginn war ich noch ausgesprochen guter Dinge, dass mich „Alice im Bann der Herzkönigin“ begeistern wird. Der Schreibstil von Liz Braswell gefiel mir mal wieder auf Anhieb, für mich hat er sich angenehm flüssig lesen lassen, und die Handlung hat mich zunächst richtig mitreißen können. Das erste Drittel mochte ich echt gerne, in diesem ist es der Autorin in meinen Augen wunderbar gelungen, den besonderen Zauber von Disneys „Alice im Wunderland“ einzufangen und wiederzugeben, trotz des neuen und dunkleren Ansatzes. Leider hat dies nur irgendwann nachgelassen, irgendwie hat es mir in der Mitte des Buches an Wunderland-Atmosphäre gefehlt.
Wovon es mir dafür für meinen Geschmack zu viel gab, ist der politische Anteil. Die Geschichte dreht sich wirklich sehr viel um Politik und keine Ahnung, mir war es irgendwann einfach etwas zu viel des Guten gewesen.
Zu guter Letzt muss ich sagen, dass sich so einige Passagen für mich gezogen haben. Etwas mehr Spannung hier und da und ein paar weniger Seiten hätten der Story meiner Meinung nach ziemlich gut getan.

Bis auf diese Aspekte kann ich mich aber nur noch positiv zu dem Buch äußern. Trotz meiner negativen Kritikpunkte, ist Liz Braswell meiner Ansicht nach eine wirklich gute Neuerzählung von Disneys „Alice im Wunderland“ gelungen. Wobei es sich bei diesem Band eigentlich weniger um eine neu interpretierte Version handelt, sondern vielmehr um eine Fortsetzung.

Die Geschichte spielt elf Jahre nach Alices Abenteuern im Wunderland. Alice ist inzwischen also 18 Jahre alt, besitzt aber nach wie vor ihre kindliche Neugierde und große Abenteuerlust. Also mich hat Liz Braswell mit der Charakterdarstellung unserer Romanheldin überzeugen können, ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich die kleine siebenjährige Alice aus dem Original zu so einer starken, selbstbewussten und aufgeweckten jungen Frau entwickeln könnte wie hier beschrieben.

Neben Alice dürfen wir noch auf zahlreiche weitere vertraute Gesichter treffen wie der verrückte Hutmacher, die Grinsekatze, die Raupe und das weiße Kaninchen. Ich fand es total schön, endlich mal wieder Zeit mit ihnen allen zu verbringen und mich von ihrem einmaligen Charme und ihren schrägen Eigenarten verzaubern zu lassen. In meinen Augen hat die Autorin die jeweiligen Persönlichkeiten der bekannten Figuren prima getroffen, vor allem die Grinsekatze fand ich klasse.
Neue Charaktere, die sich Liz Braswell ausgedacht hat, dürfen wir natürlich auch kennenlernen, sowohl im Wunderland als auch in der realen Welt und auch diese haben mir ausgesprochen gut gefallen. Da hätten wir zum Beispiel Alices Tante Vivian, mit der unsere Hauptprotagonistin die große Leidenschaft fürs Fotografieren teilt, und den jungen Mann namens Katz - ebenfalls ein Charakter in der wirklichen Welt. Mehr zu den Figuren werde ich hier allerdings nicht sagen; ich finde, dass man ihre Bekanntschaft besser ohne viel Vorwissen machen sollte.

Auf die Handlung möchte ich aber kurz noch ein bisschen näher eingehen. Neben den genannten Punkten, die mir nicht so zugesagt haben, gab es auch vieles, was mir sehr gut gefallen hat. So mochte ich die Wechsel zwischen den beiden verschiedenen Settings richtig gerne. Die Geschichte spielt sowohl im Wunderland als auch in England – wir bekommen es also mit zwei äußerst unterschiedlichen Welten zu tun, was für einen faszinierenden und spannenden Kontrast sorgt. Ein bisschen verwirrend ist das Ganze zwar auch, war es zumindest für mich, aber als etwas verworren und konfus kann man das Original ja auch bezeichnen, daher habe ich meine gelegentliche leichte Verwirrtheit als ziemlich passend und überhaupt nicht störend empfunden.
Interessant fand ich auch, dass die Autorin eine leichte Romanze mit eingebaut hat. Im ersten Moment war ich zwar nicht ganz so happy darüber, muss ich gestehen, aber dann habe ich mich mit der Liebesgeschichte doch noch recht schnell anfreunden können.
Auch in den Genuss von herrlichen Verrücktheiten, unsinniger Dialoge und bizarrer Reime kommen wir – diese dürfen in einer Alice-Erzählung schließlich auf gar keinen Fall fehlen. Mit diesem Punkt hat mich die Autorin ebenfalls begeistern können, vor allem im letzten Drittel ist ihr der skurrile Wunderland-Nonsense sehr gut gelungen, finde ich.

Fazit: Dies war bereits mein achter Twisted-Tales-Band und auch wenn er für mich leider zu den schwächsten Bänden aus der Reihe zählt und ich insgesamt mehr erwartet habe, hatte ich Spaß beim Lesen und kann ihn sehr empfehlen. Liz Braswell hat mit „Alice im Bann der Herzkönigin“ eine originelle Weiterspinnung von Disneys „Alice im Wunderland“ geschrieben, die voller Überraschungen und kreativer Ideen steckt und deutlich düsterer und erwachsener als das Original ist. Ich fand es toll, endlich mal wieder Zeit in meinem geliebten Wunderland zu verbringen und eine mir vertraute Welt auf eine völlig neue Art und Weise kennenlernen und erleben zu dürfen. Von mir gibt es sehr, sehr gute 3 von 5 Sternen.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2022

Eine weitere tolle Twisted-Tales-Geschichte!

Disney. Twisted Tales: Peter Pans Reise ins Ungewisse
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Da „Peter Pan“ zu meinen allerliebsten Disneyfilmen gehört und ich die Twisted-Tales-Serie sehr gerne mag, habe ich mich auf „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ wahnsinnig gefreut. Das Buch war natürlich ...

Da „Peter Pan“ zu meinen allerliebsten Disneyfilmen gehört und ich die Twisted-Tales-Serie sehr gerne mag, habe ich mich auf „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ wahnsinnig gefreut. Das Buch war natürlich ein absolutes Must-Have für mich.

Die 16-jährige Wendy Darling ist ziemlich gelangweilt von ihrem monotonen Leben in London und wünscht sich nichts mehr, als endlich von ihrem Kindheitshelden Peter Pan ins Nimmerland mitgenommen zu werden. Sie hält nach wie vor an der Hoffnung fest, dass Peter und sein magisches Zuhause wirklich existieren.
Ihre einzige große Freude in ihrem eintönigen Leben ist das Erzählen und Aufschreiben von Geschichten. Leider halten ihre Eltern nur wenig davon und beschließen ihre Tochter als Gouvernante nach Irland zu schicken. Das kommt für Wendy aber überhaupt infrage. Als sich ihr die Gelegenheit bietet, mit Käpt’n Hook und seinem Piratenschiff nach Nimmerland zu reisen, nimmt sie sie ohne zu zögern wahr. Ihr Deal mit Hook wird sich nur leider sehr schnell als ein großer Fehler herausstellen. Für Wendy steht sofort fest, dass sie die finsteren Pläne des Kapitäns durchkreuzen muss, um Peter Pan und seine Welt zu retten.

Von Liz Braswell kannte ich bereits ihre drei Twisted-Tales-Bände „Die Schöne und ihr Geheimnis“, „Inmitten der Wasserwelt“ und „Wie ein unendlicher Traum“. Von den beiden zuerst genannten Titeln war ich richtig begeistert, letzterer hatte mich leider etwas enttäuscht. Ich war nun äußerst gespannt, wie mir wohl mein vierter Twisted-Tales-Band aus ihrer Feder gefallen wird und um es kurz zu machen: Vollends erfüllt wurden meine (zugegebenermaßen sehr hohen) Erwartungen leider nicht, aber begeistert von dem Buch bin ich dennoch. In meinen Augen hat Liz Braswell mit „Peter Pans Reise ins Ungewisse“ eine originelle Neuerzählung von Disneys „Peter Pan“ geschrieben, in welcher wir die einzigartige Welt von Peter Pan auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernen dürfen. Ich fand es mal wieder faszinierend zu sehen, wie bekannte Dinge aus dem Original ihren Platz in der veränderten Fassung gefunden haben und mit den vielen eigenen Ideen der Autorin verknüpft wurden, sodass am Ende eine komplett neue Story herausgekommen ist.

Die Geschichte ist schon gleich von Beginn an anders als die im Film. Wendy ist bereits sechzehn Jahre alt und Peter Pan noch nie begegnet – sie und ihre beiden jüngeren Brüder wurden von ihm also bislang noch nicht mit ins Nimmerland genommen; die Geschwister kennen den Jungen, der nicht erwachsenen werden möchte und sein magisches Zuhause bloß aus ihren Träumen und Wendys Geschichten. Wie aber in der ursprünglichen Version, so hat Peter Pan auch hier oft bei der Familie Darling vorbeigeschaut, um heimlich Wendys Erzählungen zu lauschen. Bei einem dieser Besuche hat er seinen Schatten verloren, der daraufhin vier Jahre von Wendy in einer Schublade aufbewahrt wird. Also mir hat dieser neue Ansatz ungemein gut gefallen und ich war äußerst gespannt zu erfahren wie sich die Handlung wohl weiterspinnen wird.

Ehe es uns nach Nimmerland verschlägt, dürfen wir zunächst Wendy und ihr Leben in London etwas genauer kennenlernen. Der Fokus der Handlung liegt ganz klar auf ihr und ihrer Entwicklung. Wir erfahren den Großteil der Geschehnisse aus ihrer Sicht in der dritten Person und da uns die Autorin einen sehr anschaulichen Einblick in Wendys Gefühls- und Gedankenwelt gibt, kann man prima mitverfolgen, wie sie sich während ihres Abenteuers weiterentwickeln wird.
Die Charakterdarstellung von Wendy hat mir auf Anhieb zugesagt. Dass Wendy anders ist als im Film – deutlich ernster, nachdenklicher und erwachsener – hat mich persönlich nicht gestört. Ich mochte ihre selbstbewusste, starke und verträumte Art total gerne und fand es wundervoll zu sehen, dass sie in all den Jahren nicht den Glauben an Peter Pan und das Nimmerland verloren hat und nach wie vor eine große Leidenschaft für das Geschichtenerzählen hegt.

Neben Wendy dürfen wir im Verlauf des Buches noch zahlreichen weiteren bekannten Gesichtern aus dem Original begegnen. Ihre Brüder John und Michael, Mr. und Mrs. Darling, Hook, die Verlorenen Jungs, Tinkerbell und Peter Pan – alle sind sie mit von der Partie und besitzen viel von ihrem Charme aus dem Film. Peter Pan taucht allerdings erst ziemlich spät in der Geschichte auf. Auf ihn dürfen wir tatsächlich erst zum Ende hin treffen.
Mich hat Liz Braswell mit der Ausarbeitung der Figuren überzeugen können, vor allem von Hook und Peter Pan bin ich begeistert. Bei den beiden ist es ihr meiner Meinung nach besonders gut gelungen, ihre jeweiligen Persönlichkeiten darzustellen. Peter ist derselbe abenteuerlustige und aufgeweckte Junge, wie wir ihn kennen und lieben und Hook ist der hinterhältige und verrückte Bösewicht, der nur ein Ziel verfolgt: Sich an Peter Pan zu rächen.

Auch die Veranschaulichung von Tinkerbell fand ich klasse. Sie ist zunächst die uns wohlvertraute eifersüchtige Fee, allerdings wird sich ihre große Eifersucht und Wut auf Wendy während ihrer gemeinsamen Suche nach Peter Pan immer mehr legen. Die Beziehung von Tinkerbell und Wendy ist in Liz Braswell Neuinterpretation eine völlig andere als im Original und nimmt viel mehr Raum ein. Ich fand es spannend und richtig schön zu sehen, wie sich die beiden immer mehr annähern und mit der Zeit eine tolle Freundschaft zwischen ihnen entsteht.

Was die Handlung angeht, möchte ich eigentlich gar nicht mehr groß in Detail gehen. Wenn ihr gerne wissen möchtet, was Wendy während ihrer Zeit auf Hooks Piratenschiff alles widerfahren wird und welche Abenteuer und Gefahren sie mit Tinkerbell auf ihrer Reise durch Nimmerland zu meistern hat, müsst ihr das Buch schon selber lesen. Mir jedenfalls hat der Handlungsverlauf insgesamt sehr gut gefallen, allerdings muss ich leider sagen, dass es mir hier und da an Spannung gefehlt hat, mir ist stellenweise irgendwie zu wenig passiert, sodass sich einige Passagen für mich gezogen haben. Zum Glück hat sich der Schreibstil aber angenehm flüssig für mich lesen lassen, sodass ich das Buch trotz der gelegentlichen Längen flott durchgeschmökert habe.

Was ich ebenfalls ein klein wenig vermisst habe: Eine Karte von Nimmerland. Dank der bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen habe ich mir zwar alles ganz genau vorstellen können, aber da Liz Braswell in Nimmerland so einiges verändert hat und sie uns an neue wundersame Orte mitnimmt, hätte ich eine Karte vom Setting gar nicht so schlecht gefunden.
Mit dem Ende konnte das Buch aber dafür wieder bei mir punkten. Es ist überraschend und einfallsreich und schließt die Geschichte meiner Ansicht nach zufriedenstellend ab.

Fazit: Dies war mein vierter Twisted-Tales-Band von Liz Braswell und auch mit dieser Neuerzählung eines berühmten Disneyklassikers hat mir die US-amerikanische Autorin tolle Lesestunden bereiten können. Die Geschichte steckt voller fantasievoller Ideen und wunderbarer Nimmerlandmagie und obwohl sie stark vom klassischen Plot der Verfilmung abweicht, verströmt sie dennoch viel vertrauten Disneyzauber. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Ein monsterstarker Auftakt voller Spannung, Spaß, Action & Grusel!

Creepy Chronicles – Bloß nicht den Kopf verlieren!
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Als ich das erste Mal von „Creepy Chronicles“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Spannende und witzige Monster- und Horrorgeschichten für Kinder und Jugendliche sind einfach absolut mein Ding! Ich ...

Als ich das erste Mal von „Creepy Chronicles“ hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Spannende und witzige Monster- und Horrorgeschichten für Kinder und Jugendliche sind einfach absolut mein Ding! Ich zögerte daher gar nicht lange und ließ das Buch bei mir einziehen.

Der 14-jährige Padraig O‘Sullivan und sein Vater sind Monsterjäger und stehen im Dienste der Geheimorganisation BEAST. Gemeinsam reisen sie durch ganz Schottland, stets gut bewaffnet, und gehen auf Monsterjagd. Ihr letzter Auftrag, der sie in das Gewölbe einer Kirche führt, geht allerdings mächtig schief und Padraigs Vater verschwindet spurlos. Auf sich alleine gestellt stößt Padraig wenig später auf das Mädchen Hannah und rettet sie vor zwei Hautsammlern. Sie bietet ihm daraufhin ihre Hilfe bei der Suche nach seinem Vater an. Zusätzliche Verstärkung erhalten die zwei kurz darauf von Pfarrerssohn Brandon. Dieser ist ein absoluter Monsterfan und besitzt einen Blog namens „Creepy Chronicles“, auf welchen er über Vermisstenfälle und mysteriöse Vorkommnisse mit dämonischen Erscheinungen berichtet. Als sich seine Schwester auf einmal noch merkwürdiger verhält als sonst und ihre beste Freundin Cassy plötzlich vermisst wird, schrillen bei Brandon sofort sämtliche Alarmglocken. Hinter dem Ganzen steckt garantiert ein Dämon, davon ist er überzeugt. Während seiner Nachforschungen wird er auf Padraig und Hannah treffen und sich ihnen ohne zu zögern anschließen. Vielleicht können sich die drei ja gegenseitig helfen und sowohl Padraigs Vater als auch Cassy retten.

Als ich mit dem Lesen begann, ist mir bereits nach wenigen Seiten klar geworden, dass mich mein Riecher mal wieder nicht im Stich gelassen hat und ich mit dem Start der Creepy Chronicles-Serie einen echten Glückstreffer gelandet habe. Mich hat das Buch einfach von Anfang an begeistern und mitreißen können, sodass ich, einmal darin versunken, am liebsten gar nicht mehr daraus auftauchen wollte. Ich habe es innerhalb kurzer Zeit beendet und definitiv das zu lesen bekommen, was ich mir erhofft habe: Eine spannungsgeladene und actionreiche Fantasy-Mysterystory mit der perfekten Mischung aus Horror und Humor. Solltet ihr meine Leidenschaft für solche Geschichten mit mir teilen, kann ich euch nur ans Herz legen, es mir gleichzutun und ebenfalls zum Auftaktband der Creepy Chronicles-Reihe zu greifen.

Ich habe mühelos in die Handlung hineingefunden. Von dem packenden und humorvollen Schreibstil war ich vom ersten Moment an ganz angetan und auch die Erzählweise konnte sofort bei mir punkten.
Die Geschichte wird abwechselnd von Padraig und Brandon geschildert, jeweils in der Ich-Perspektive, und neben diesen ständigen Sichtwechseln kommen wir dann auch noch in den Genuss von ein paar Beiträgen von Brandons Blog sowie einiger Auszüge aus dem Notizbuch von Padraigs Vater, dem sogenannten Bestiarium. Das Leseerlebnis ist durch diese verschiedenen Erzählstile enorm abwechslungsreich gestaltet und da sich das Buch einfach nur klasse liest und einen die Handlung durchweg mitfiebern lässt, mag man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören.

Padraig und Brandon waren mir beide auf Anhieb sympathisch. Mit ihnen hat der Autor zwei großartige und sehr verschiedene Hauptprotagonisten erschaffen.
Padraig und Brandon sind wirklich die reinsten Gegensätze. Padraig ist ein echter Monsterjäger und arbeitet für die BEAST-Organisation, er sieht gut aus und ist ziemlich mutig, selbstbewusst und furchtlos. Brandon dagegen ist ein absoluter Nerd und Sportmuffel, er ist von dicklicher Statur und besitzt ein großes Faible für Monster aller Art. Während er viel Zeit vor seinem Computer verbringt, regelmäßig Beiträge für seinen Blog „Creepy Chronicles“ schreibt und Abenteuer nur aus Büchern und Filmen kennt, geht Padraig ständig mit seinem Vater auf Monsterjagd und ist in seinem Leben schon lauter gefährlichen Kreaturen begegnet.
Eine wichtige Rolle nimmt dann auch noch das Mädel auf dem Cover ein: Hannah, auf die Padraig relativ zu Beginn des Buches stoßen wird. Über sie erfahren wir allerdings um einiges weniger als über unsere beiden Ich-Erzähler und da sie sich recht unnahbar gibt, strahlt sie die ganze Zeit etwas sehr Geheimnisvolles aus.

Neben den Dreien dürfen wir noch viele weitere wundervolle Charaktere kennenlernen wie zum Beispiel Padraigs Vater (der allerdings gleich im ersten Kapitel spurlos verschwinden wird) und Brandons große Schwester Penelope, die nichts lieber zu tun scheint, als ihren kleinen Bruder zu piesacken und zu ärgern.
Auch Ungeheuern dürfen wir im Verlauf der Geschichte natürlich begegnen und dies wahrlich nicht zu knapp. Monsterliebhaberinnen werden in diesem Buch auf jeden Fall ganz auf ihre Kosten kommen. Es treiben eine Menge furchterregende und abscheuliche Erscheinungen ihr Unwesen zwischen den Seiten wie Angstzehrer, Friedhofsschlurfer und Hautsammler. Also ich finde ja, dass schon die Bezeichnungen mehr als deutlich machen, dass viele von diesen Bestien ziemlich grausig sind und, so viel sei schon mal gesagt, die Namen sind wirklich vollkommen passend gewählt.
Für schwache Nerven ist dieses Buch zweifellos nichts, die Story enthält so einige eklige und etwas brutale Szenen. So werden beispielsweise Eiterbeulen zerquetscht und Köpfe abgeschlagen, Blut spritzt herum und auch vor kleinen schwarzen herumkrabbelnden Spinnen werden wir nicht verschont. Zu spooky und widerlich wird das Ganze aber natürlich nicht; der Spannungs- und Gruselfaktor ist in meinen Augen völlig angemessen für die Zielgruppe, sprich für Leser
innen ab 12 Jahren. Die Geschichte besitzt zudem auch zahlreiche unterhaltsame Momente, die die düstere Atmosphäre prima auflockern. So sorgen vor allem die vielen lustigen Dialoge und die coolen, flotten Sprüche unserer Hauptprotagonisten für die allerbeste Unterhaltung.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile. Mir hat es einfach nur tierisch viel Spaß gemacht, mich gemeinsam mit Padraig, Brandon und Hannah in ein monsterstarkes Abenteuer zu stürzen, zusammen mit ihnen gegen fiese Untiere zu kämpfen und lauter Geheimnissen auf den Grund zu gehen.

Am Ende bleibt so einiges offen, sodass man am liebsten sofort weiterlesen möchte. Hoffentlich müssen wir uns auf den zweiten Band nicht allzu lange gedulden. Ich bin total gespannt wie es wohl mit unserem Trio weitergehen wird.

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist die Innengestaltung des Buches. Falk Holzapfel, dessen Zeichenstil ich wahnsinnig gerne mag, hat sowohl die Kapitelanfänge als auch die Seiten des Bestiariums mit tollen, stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen versehen. Besonders gut gefallen haben mir die Monster-Bilder aus dem Notizbuch, diese sehen wirklich genial aus. Gruselige Monstergestalten zeichnen hat der Falk Holzapfel, auch als Zapf bekannt, definitiv voll drauf!

Fazit: Fesselnd, originell, witzig-schräg und einfach nur monstermäßig gut. Ein herrliches Lesevergnügen voller Action, Spannung, Spaß und Grusel!
Sergio Dudli ist mit „Creepy Chronicles – Bloß nicht den Kopf verlieren!“ ein wunderbares Debüt gelungen, welches ich jedem Monsterfan, egal ob Jung oder Alt, nur ans Herz legen kann. Mir hat der schweizerische Autor mit seinem Erstlingswerk schaurig-schöne Lesestunden bescheren können. Ich habe unser ungleiches Team nur zu gerne auf ihrem ersten Abenteuer begleitet und freue mich schon riesig auf ihr nächstes. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Ein wunderbarer Fantasyschmöker voller Magie und Abenteuer!

Die Adlerreiter und das Horn der Rohira
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Sieht das Cover nicht wunderschön aus? Also um mich war es sofort geschehen, als ich es das erste Mal sah. Vermutlich hätte ich das Buch auch dann bei mir einziehen lassen, wenn mich der Klappentext nicht ...

Sieht das Cover nicht wunderschön aus? Also um mich war es sofort geschehen, als ich es das erste Mal sah. Vermutlich hätte ich das Buch auch dann bei mir einziehen lassen, wenn mich der Klappentext nicht völlig überzeugt hätte, ich bin einfach so ein Coveropfer. Hier allerdings hat mich auch die Inhaltsangabe direkt angesprochen. Von den beiden Autoren Bernd Perplies und Christian Humberg hatte ich bisher noch nichts gelesen. „Die Adlerreiter und das Horn der Rohira“ sollte also mein erstes Werk von ihnen werden.

Der 12-jährige Talyn lebt zusammen mit seiner Familie in der schwebenden Inselstadt Dûhn, die sich mitten im großen Wolkenmeer befindet, und hat bisher ein sehr ruhiges und beschauliches Leben geführt. Dies soll sich jedoch schlagartig ändern, als die Bewohner seiner Heimatstadt eine Herde von Bala vertreiben und damit den Zorn der Vorlakks auf sich ziehen – die Besitzer dieser fliegenden Blauwale. Die Bala müssen unbedingt wiedergefunden werden, nur so kann Dûhn vor einem Krieg mit den Vorlakks bewahrt werden. Talyn und seine Freunde begeben sich auf ihren riesigen Adlern sofort auf die Suche nach diesen mächtigen Wesen. Damit diese erfolgreich ist, brauchen sie jedoch das sagenhafte Horn der Rohira. Zudem drängt die Zeit – den Freunden bleiben nur fünfzehn Tage für ihre Suche. Ob es den mutigen Adlerreitern wohl gelingen wird, die Bala rechtzeitig wiederzufinden und die Völker zu versöhnen? Ein gefährliches Abenteuer beginnt...

Dies war also mein erstes Werk von Bernd Perplies und Christian Humberg und es wird bestimmt nicht mein letztes gewesen sein. Cover und Klappentext haben mir zum Glück nicht zu viel versprochen: Mir hat das Autorenduo mit ihrem neuen gemeinsamen Kinderbuch zauberhafte Lesestunden bereiten können, in meinen Augen haben die zwei mit „Die Adlerreiter und das Horn der Rohira“ ein gelungenes Fantasyabenteuer ab 10 Jahren aufs Papier gebracht.
Solltet ihr, wie ich, gerne in magische Welten eintauchen, die voller Geheimnisse, außergewöhnlicher Wesen und wundersamer Orte stecken, kann ich euch nur ans Herz legen, es mir gleichzutun und den Jungen Talyn und seine Freunde auf ihrer Reise durch das Wolkenmeer zu begleiten.

Ich habe problemlos in die Geschichte hineingefunden. Den Schreibstil mochte ich vom ersten Moment an, er ist packend, leicht und bildhaft und wie aus einem Guss. Für mich hat er es angenehm flüssig lesen lassen.
Auch die Erzählweise sagte mir auf Anhieb zu. Die Handlung wird abwechselnd von Talyn, seinen beiden Freunden Nehtiri und Dulf und seiner großen Schwester Salla geschildert, jeweils in der dritten Person, und meiner Ansicht nach sind die ständigen Sichtwechsel für diese Geschichte einfach die perfekte Wahl. Sie gestalten das Leseerlebnis so schön abwechslungsreich und mitreißend und da wir beide Geschlechter als erzählende Hauptprotagonisten vertreten haben, kann das Buch sowohl bei Mädchen und als auch bei Jungen mit Identifikationsfiguren punkten.

Neben Talyn, Salla, Nehtiri und Dulf gibt es noch einen weiteren Protagonisten: Der junge Vorlakk namens BaRakk. Er wird recht zu Beginn des Buches zu unseren Freunden stoßen und sich gemeinsam mit ihnen auf die gefahrvolle Suche nach den Bala begeben.
Unsere Romanhelden sind mir alle fünf sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie sind abenteuerlustig, mutig und authentisch und immer füreinander da. Ich fand es wundervoll mitzuerleben, mit wie viel Tapferkeit, Entschlossenheit und Kameradschaftsgeist die Fünf ihr Abenteuer bestreiten und dabei über sich selbst hinauswachsen werden. Die Freundschaft und das Wir-Gefühl der Kinder wird einfach toll beschrieben. Ich mochte das Zusammenspiel unserer sympathischen Truppe und ihre witzigen Dialoge unheimlich gerne.
Auch die weiteren Figuren haben mir sehr gut gefallen. Egal ob gut oder böse, ob Mensch oder fantastisches Geschöpf wie Drache oder Riesenadler – allesamt wurden sie mit viel Liebe ausgearbeitet und besitzen ihre Eigenschaften und Besonderheiten.

Von dem Setting bin ich ebenfalls ganz begeistert. Mit dem Wolkenmeer hat das Autorenduo eine atemberaubende Welt erschaffen. Ich habe die Kulisse und die abenteuerliche Atmosphäre vom ersten Augenblick an geliebt und mich nur zu gerne von den Autoren an die faszinierendsten Orte mitnehmen lassen. Ein bisschen schade fand ich nur, dass es vorne oder hinten im Buch keine Karte von den Schauplätzen und der Reiseroute unserer Gefährten gibt. Diese habe ich irgendwie ein klein wenig vermisst. Da Bernd Perplies und Christian Humberg aber alles sehr anschaulich beschreiben, haben ich mich auch ohne Karte jederzeit mühelos zurechtfinden und mir alles ganz genau vorstellen können.

Für mich kam beim Lesen an keiner Stelle Langeweile auf. Die Handlung kann mit jeder Menge Spannung, Gefahren und überraschenden Wendungen aufwarten, die humorvollen Szenen kommen ebenfalls nicht zu kurz und der Einfallsreichtum kann sich wahrlich sehen lassen. Mir hat es richtig viel Spaß gemacht, unsere Freunde auf ihrer Suche nach den mächtigen Bala zu begleiten und zusammen mit ihnen gegen fiese Luftpiraten und gefährliche Ungeheuer zu kämpfen und schwierige Prüfungen zu meistern. Mehr über die Reise unserer Adlerreiter werde ich euch hier allerdings nicht erzählen. Wenn ihr gerne wissen möchtet, was unsere jungen Helden alles Aufregendes erleben werden, müsst ihr das Buch schon selber lesen.

Die Geschichte endet abgeschlossen, Potenzial für eine Fortsetzung ist aber auf jeden Fall vorhanden. Also ich hoffe sehr, dass es sich bei „Die Adlerreiter und das Horn der Rohira“ um einen Reihenauftakt handelt und es noch ein Wiedersehen mit Talyn und Co. geben wird.

Fazit: Spannend, unterhaltsam, fantasievoll. Ein wunderbarer Fantasyschmöker voller Magie und Abenteuer!
Die beiden deutschen Autoren Bernd Perplies und Christian Humberg haben mit „Die Adlerreiter und das Horn der Rohira“ einen tollen Kinderroman ab 10 Jahren aufs Papier gezaubert, welchen ich jedem Fantasyfan, egal ob Jung oder Alt, nur wärmstens empfehlen kann. Ich habe Talyn und seine Freunde nur zu gerne auf ihrer Reise durch das Wolkenmeer begleitet und würde mich sehr über weitere Abenteuer mit ihnen freuen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Bewegend, aufwühlend, unvorhersehbar und außergewöhnlich!

More Happy Than Not
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Da meine zwei bisherigen Werke aus der Feder von Adam Silvera absolute Highlights für mich waren, war meine Freude groß als ich hörte, dass der Arctis Verlag dieses Frühjahr das Debüt des US-amerikanischen ...

Da meine zwei bisherigen Werke aus der Feder von Adam Silvera absolute Highlights für mich waren, war meine Freude groß als ich hörte, dass der Arctis Verlag dieses Frühjahr das Debüt des US-amerikanischen Autors herausbringen wird. Für mich stand natürlich sofort fest: Das Buch muss ich unbedingt lesen!

Das Leben des 16-jährigen Aarons war noch nie ein leichtes gewesen und in der letzten Zeit ist es nur noch schwerer geworden. Gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder Eric lebt er in einer kleinen Zwei-Zimmerwohnung, er muss sich mit Eric ein Zimmer teilen und das Geld ist immer knapp. Sein Vater hat sich kürzlich das Leben genommen und auch Aaron hat einen Suizidversuch hinter sich. Inzwischen hat er sich wieder gefangen und verbringt viel Zeit mit den Leuten aus seiner Clique. Über seine Gefühle kann er mit seinen Freunden jedoch nicht sprechen. Zum Glück hat er aber Genevieve, seine Freundin, die immer für ihn da ist und mit der er vor kurzem sein erstes Mal hatte. Endlich scheint wieder alles gut zu laufen, doch dann lernt er Thomas kennen. Thomas, der ständig neue Dinge ausprobiert, sie aber nie zu Ende bringt und zu dem sich Aaron immer stärker hingezogen fühlt. Aaron ist verwirrt. Ist er etwa schwul? Als er Thomas seine Gefühle für ihn gesteht, von ihm aber zurückgewiesen wird, beschließt er, sich einer neuartigen Gehirnmanipulation zu unterziehen und all seine schmerzlichen Erinnerungen löschen zu lassen. Aber kann man Gefühle wirklich vollständig ausradieren?

Wie oben bereits erwähnt, kannte ich bisher zwei Bücher von Adam Silvera („Was mir von dir bleibt“ und sein Gemeinschaftswerk mit Becky Albertalli „Was ist mit uns“). Da er mich mit diesen so richtig vom Hocker hauen konnte, habe ich mir von „More Happy Than Not“ nun natürlich enorm viel erhofft und um es kurz zu machen: Komplett erfüllt wurden meine Erwartungen leider nicht – meine Ansprüche waren dann wohl doch einen Tick zu hoch – aber begeistert von dem Buch bin ich dennoch, definitiv. Adam Silvera ist mit seinem Debüt ein ganz besonderer Roman gelungen, der in meinen Augen nicht perfekt ist, aber unheimlich wichtig.

Da ich einen negativen Kritikpunkt an „More Happy Than Not“ habe, komme ich als nächstes einfach mal zu diesem. Mir persönlich hat es etwas zu lange gedauert, bis die Story an Fahrt aufnimmt. Es passt zwar zum Handlungsaufbau und zur Entwicklung der Charaktere, aber ein bisschen mehr Tempo und Spannung hätte ich dennoch nicht schlecht gefunden, mir ist in der ersten Hälfte des Buches einfach zu wenig passiert, sodass sich einige Passagen leider etwas für mich gezogen haben.
Bis auf diesen Aspekt kann ich mich aber nur positiv zu Adam Silveras Erstlingswerk äußern. Von dem Sprachstil war ich mal wieder von den ersten Zeilen an ganz angetan, ich liebe einfach die Art und Weise wie Adam Silvera schreibt: Witzig, jugendlich und locker, zugleich aber auch sehr tiefgründig und gefühlvoll.

Auch mit der Ausarbeitung der Figuren hat das Buch bei mir punkten können. Sie wurden allesamt facettenreich gezeichnet und wirken jederzeit vollkommen echt und glaubhaft. Sympathisch waren sie mir allerdings nicht alle, mit ein paar Freunden unseres Hauptprotagonisten Aaron bin ich nicht so wirklich warmgeworden, was mich jedoch nicht gestört hat.
Unseren 16-jährigen Romanhelden Aaron dagegen, aus dessen Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird, habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen und da man als Leser*in einen tiefen und ehrlichen Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt erhält, ist es mir mühelos gelungen, mich in ihn hineinversetzen.
Ich habe an vielen Stellen zutiefst mit Aaron mitgelitten und mitgefühlt und seinen Schmerz nur zu deutlich spüren können. Mich hat es so wütend, traurig und fassungslos gemacht zu sehen, dass sich Aaron seinen Freunden nicht anvertrauen kann und Sorge haben muss, von ihnen verspottet und verprügelt zu werden, wenn sie von seiner Homosexualität erfahren. Noch mehr erschüttert hat mich jedoch der Vater. Sein Verhalten gegenüber Aaron, als dieser ihm von seinen Gefühlen erzählt, sein kurz darauffolgender Selbstmord – einfach schlimm, was er seinem Sohn damit antut, mir tat Aaron furchtbar leid.

Die Geschichte setzt sich mit so einigen schwierigen Themen auseinander wie Suizid, Verlust, Traumata, Armut und Gewalt. Da Adam Silvera aber das große Talent besitzt, ernsten und anspruchsvollen Stoff auf eine leichte und genau richtig humorvolle Weise zu verpacken, wird die Stimmung niemals zu schwer und hoffnungslos. Ich zumindest habe sie an keiner Stelle als zu bedrückend empfunden, ich saß beim Lesen sogar öfters mit einem Schmunzeln im Gesicht da.

Neben den bereits genannten Dingen handelt das Buch noch von vielen weiteren wichtigen Themen wie Sexualität, Identitätsfindung, Diversität, Akzeptanz, Liebe und Freundschaft. Die Story besitzt eine Menge Tiefgang und regt extrem zum Nachdenken an, sie bewegt, schockiert und wühlt auf und wirkt noch sehr lange in einem nach. Ich habe mich beim Lesen immerzu gefragt, wie ich mich wohl an Aarons Stelle entschieden hätte. Würde ich unangenehme und schmerzhafte Erinnerungen aus meinem Gedächtnis löschen lassen, wenn dies möglich wäre? Aber wie würde mein Leben dann aussehen, zu was für einem Menschen würde es machen? Prägen uns die schlechten Erfahrungen nicht genauso wie die guten? Sind sie nicht von genauso großer Wichtigkeit? Oder ist so eine Gehirnmanipulation vielleicht doch etwas Positives? Ist das Vergessen und Verdrängen von belastenden Erinnerungen vielleicht die Lösung für viele Probleme?
Mich hat diese Thematik vom ersten Moment an ungemein fasziniert und von der Idee mit dem Leteo-Institut war ich sofort ganz begeistert. In meinen Augen wurde diese klasse umgesetzt. Wie Adam Silvera Leteo beschreibt, wirkt irgendwie so erschreckend real, sodass man dieses Institut für gar nicht mal so unmöglich hält.

Handlungstechnisch ist das Buch äußerst geschickt und klug aufgebaut. Wird anfangs noch sehr ausführlich auf alltägliche und scheinbar banale Dinge eingegangen und man denkt, man weiß worum es geht, kommt dann plötzlich irgendwann diese eine unerwartete Wende, die alles verändert und vieles in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt. Ab da hat mich das Buch so richtig gepackt und gefesselt und auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Ich habe die meisten Plottwtists überhaupt nicht vorhersehen können und den Antworten auf den vielen Fragen in meinem Kopf ganz gebannt entgegen gefiebert.

Fazit: Herzzerreißend, aufwühlend, unvorhersehbar. Ein außergewöhnliches und ergreifendes Debüt, das mitreißt, berührt und nachhallt.
Dies war mein drittes Werk von Adam Silvera und auch mit diesem hat mir der US-amerikanische Autor ein Leseerlebnis bescheren können, das mir ganz bestimmt sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. „More Happy Than Not“ erzählt eine bewegende und intensive Geschichte über zahlreiche wichtige Themen wie Sexualität, Verdrängung, die Suche nach dem Glück und nach sich selbst und Liebe. Das Buch steckt voller schonungsloser Ehrlichkeit, überraschender Wendungen und Tiefgang, es ist großartig geschrieben und clever konstruiert und auch wenn es mich letztendlich dann leider doch nicht vollends überzeugen konnte, kann ich jedem nur ans Herz legen, es zu lesen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen!

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