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Veröffentlicht am 24.03.2022

Ein toller Fantasyroman, den man nicht mehr aus der Hand legen mag!

Die Jaguargöttin
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Da ich ein großer Fan der Wood- und Seawalkers-Reihen bin, stand für mich sofort fest, dass ich auch den neuen Gestaltwandler-Fantasyroman von Katja Brandis unbedingt lesen möchte. Auf „Die Jaguargöttin“ ...

Da ich ein großer Fan der Wood- und Seawalkers-Reihen bin, stand für mich sofort fest, dass ich auch den neuen Gestaltwandler-Fantasyroman von Katja Brandis unbedingt lesen möchte. Auf „Die Jaguargöttin“ war ich wahnsinnig gespannt.

Die 17-jährige Kitana ist eine Jaguar-Wandlerin und wird wie alle Gestaltwandler in ihrer Heimat wie eine Gottheit verehrt. Gemeinsam mit ihrer Familie wohnt sie im Dschungelkönigreich Elámon, wo sie im Tempel ein sorgenfreies Leben führt. Kitanas heile Welt wird jedoch komplett aus den Fugen geraten, als ihr Vater ermordet wird. Sehr schnell findet sie heraus, dass der König und der Erste Priester dahinterstecken und den Plan verfolgen, Kitanas Familie zu schwächen. Die junge Jagurargöttin sieht keinen anderen Ausweg als in den Dschungel zu flüchten und nach Verbündeten zu suchen. Sie erhofft sich Hilfe von einem Clan von Panther-Wandlern, die zurückgezogen in den Tiefen des Urwalds leben. Doch eigentlich wollen sie mit den Jaguargöttern und auch mit den Menschen nichts zu tun haben und hegen großes Misstrauen gegen sie. Ob es Kitana wohl gelingen wird, sie davon überzeugen ihr zu helfen? Als sie auf den wilden Pantherjungen Ecco trifft, soll sich alles für sie ändern.

Ist das Cover nicht ein Traum? Als um mich war es sofort geschehen, als ich es das erste Mal sah, die Claudia Carls, die uns diesen Hingucker gezaubert hat, hat sich in meinen Augen mal wieder selbst übertroffen. Super finde ich auch, dass die Aufmachung stark an die Wood- und Seawalkers-Serien erinnert und somit auf den ersten Blick deutlich macht, dass die „Die Jaguargöttin“ für dieselbe Zielgruppe geschrieben wurde, wenn auch für etwas ältere Leser*innen. Bei dem Titel handelt es sich allerdings um einen Einzelband – es ist also völlig problemlos unabhängig von den beiden Reihen lesbar.

Optisch konnte das Buch also schon mal vollends bei mir punkten. Wie aber schaut es mit dem Inhalt aus? Konnten meine (zugegebenermaßen ziemlich hohen) Erwartungen erfüllt werden?
Um es kurz zu machen: Das von mir erhoffte Highlight wurde „Die Jaguargöttin“ leider nicht, aber hellauf begeistert bin ich dennoch, auf jeden Fall. Mich persönlich hat die Geschichte irgendwie nicht sofort catchen können und da sich die Autorin zunächst mehr auf die Protagonisten konzentriert statt uns die Kulisse näher zu beschreiben, habe ich ein Weilchen gebraucht, bis ich mich in Katja Brandis‘ neuer fantastischer Welt zurechtgefunden habe. Wir bekommen es zudem mit sehr vielen Figuren zu tun. Ein Personenregister vorne oder hinten im Buch hätte ich daher gar nicht so schlecht gefunden.
Nachdem es mir aber einmal gelungen war in die Geschichte hineinzukommen und mich die Geschehnisse so richtig packen konnten, habe ich das Buch in vollen Zügen genießen können und innerhalb kurzer Zeit durchgelesen.

Katja Brandis hat einfach mal wieder eine geniale Story aufs Papier gebracht und sich eine unglaublich tolle Welt ausgedacht. Ich war beim Lesen immerzu am Staunen, auf was für coole und kreative Ideen die deutsche Autorin wieder so gekommen ist und von den Schauplätzen, an die sie uns mitnimmt, hatte ich lauter wunderbare Bilder im Kopf.
Mit dem Dschungelkönigreich Elámon hat Katja Brandis ein einzigartiges Setting erschaffen, voller faszinierender Orte, schillernder Farben und Magie. Trotz meiner kurzen Schwierigkeiten zu Beginn, komplett in Elámon anzukommen, habe ich die Kulisse vom ersten Moment an geliebt und hatte beim Lesen richtiggehend das Gefühl, wirklich dort zu sein. Es wird zudem eine Menge interessantes Wissen über die Kultur und die Natur des Regenwaldes vermittelt, was ich unheimlich interessant fand.

Mit den Charakteren hat mich die Autorin ebenfalls überzeugen können, allesamt wurden sie facettenreich und authentisch skizziert und haben ihre Eigenschaften und Eigenarten. Besonders klasse fand ich die 17-jährige Gestaltwandlerin Kitana, aus deren Sicht der Großteil der Handlung in der dritten Person erzählt wird. Kitana ist eine bemerkenswert starke und mutige Persönlichkeit, sie lässt sich nicht unterkriegen und wird im Verlauf der Geschichte eine fabelhafte Entwicklung durchmachen. Ich habe die junge Jaguar-Wandlerin auf Anhieb in mein Herz geschlossen und sie zutiefst für ihre Tapferkeit und Willensstärke bewundert.
Neben Kitanas Kapiteln gibt es auch Passagen, die aus den Blickwinkeln von Pantherjunge Ecco und Echsenwandler Yaddi geschildert werden. Dass sich Katja Brandis für Perspektivwechsel entschieden hat, hat mir persönlich ungemein gut gefallen, sie gestalten das Leseerlebnis so schön abwechslungsreich und machen es nur noch mitreißender. Meiner Ansicht nach ist dieser Erzählstil hier einfach die perfekte Wahl und da Katja Brandis die Empfindungen und Gedanken ihrer Protagonisten wie gewohnt hervorragend beschreibt, habe ich mich jederzeit mühelos in sie hineinversetzen können und mit ihnen mitgefühlt und mitgefiebert.

Bezüglich der Handlung habe ich euch ja bereits berichtet, dass sie mich nicht sofort fesseln konnte, aber nachdem ihr dies einmal geglückt war, hat sie mich durchweg in Atem halten können. Langeweile kam für mich an keiner Stelle auf. Die Story kann mit zahlreichen Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen aufwarten, sie steckt voller Geheimnisse, Intrigen und Gefahren und enthält einfach den perfekten Mix aus Realität, Fantasy, Spannung, Gefühl und Humor. Die Geschichte ist wirklich enorm vielseitig gestaltet und da einfach ständig etwas neues Aufregendes passiert, mag man mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören.
Auch eine Lovestory ist in „Die Jaguargöttin“ enthalten, genauer gesagt ein Liebesdreieck, welches sich zwischen Kitana, Axar und Ecco entwickelt. Die Romantik nimmt insgesamt aber nicht allzu viel Raum in der Geschichte ein, was mir persönlich sehr zugesagt hat.

Großartig fand ich auch, dass das Thema Umweltschutz zur Sprache kommt und von der Autorin mal wieder rundum stimmig in die Handlung eingebaut wurde. Mit diesem Aspekt hat sie mich bereits in ihren Wood- und Seawalkers-Reihen begeistern können. Dass der Umweltschutz Katja Brandis sehr am Herzen liegt, wird in vielen ihrer Bücher stets nur zu deutlich. So gibt es auch in „Die Jaguargöttin“ hinten im Anschluss an die Geschichte eine Liste mit zehn Tipps, wie man selbst aktiv werden kann, um den Wald zu schützen. Zudem ist auch dieses Buch, wie schon die letzten Seawalkers-Bände, auf Recycling-Papier gedruckt und mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurden.

Das Ende hat mich ebenfalls zufriedenstellen können. Es ist spannend und emotional und schließt die Geschichte gelungen ab. Potenzial für einen Folgeband ist allerdings durchaus vorhanden. „Die Jaguargöttin“ ist zwar, soweit ich weiß, ein Einzelband, aber wer weiß, vielleicht wird es ja doch noch ein Wiedersehen mit Kitana und Co. geben. Also ich würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen.

Fazit: Ein packender Fantasyschmöker, den man nicht mehr aus der Hand legen mag!
Mit „Die Jaguargöttin“ beschert uns Katja Brandis ein weiteres tolles Gestaltwandler-Abenteuer, welches die Herzen aller Fantasyfreunde höherschlagen lässt und vor allem Fans der Woodwalkers- und Seawalkers-Reihen nur zu empfehlen ist. Ein atemberaubendes Setting, vielschichtige Charaktere, jede Menge Kopfkino, eine fesselnde und magische Story voller Emotionen, Action und Spannung – all das und noch mehr erwartet euch hier. Mir hat es richtig viel Spaß gemacht, in „Die Jaguargöttin“ einzutauchen und ich vergebe sehr, sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 24.03.2022

Eine großartige Fortsetzung!

Mein Freund Pax – Die Heimkehr
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Da ich die Bücher von der US-amerikanischen Autorin Sara Pennypacker sehr gerne mag und mir vor allem „Mein Freund Pax“ total gut gefallen hat, war meine Freude groß als ich hörte, dass die US-amerikanische ...

Da ich die Bücher von der US-amerikanischen Autorin Sara Pennypacker sehr gerne mag und mir vor allem „Mein Freund Pax“ total gut gefallen hat, war meine Freude groß als ich hörte, dass die US-amerikanische Autorin eine Fortsetzung ihres erfolgreichen Romans geschrieben hat. Diese musste ich natürlich unbedingt bei mir einziehen lassen.

Der Junge Peter und der Fuchs Pax waren einst unzertrennlich, doch seit sie getrennte Wege gegangen sind, leben sie weit voneinander entfernt. Seit ihrem Abschied ist mittlerweile ein Jahr vergangen und vieles hat sich verändert. Der Krieg ist vorbei und die Menschen beginnen mit dem Wiederaufbau, Pax hat eine Familie gegründet und lernt, was es heißt, Verantwortung für sie tragen und Peter hat mit seinen seelischen Wunden zu kämpfen. Die Erinnerung an den jeweils anderen lässt allerdings beide nicht los. Als sich die zwei auf eine Reise durch die Wildnis aufmachen, wird das Schicksal sie aber nach langer Zeit endlich wieder zueinander führen.

Den ersten Band hatte ich damals kurz nach dem Erscheinen gelesen, was nun also schon gute fünf Jahre her ist. Die genaue Handlung war mir daher inzwischen nicht mehr allzu präsent, aber dank geschickt eingebauter Rückblicke, die uns die Geschehnisse aus dem Vorgänger in Erinnerung rufen, habe ich mühelos in die Fortsetzung hineingefunden. Vermutlich kann man den zweiten Teil sogar ohne jegliches Vorwissen lesen, allerdings würde ich davon abraten. Die Lesefreunde ist einfach um einiges höher, wenn man die Bände in der chronologischen Reihenfolge liest.

Mir jedenfalls hat das Buch wundervolle Lesestunden bereiten können, meine – äußerst hohen – Erwartungen konnten definitiv erfüllt werden. Auch mit dem zweiten Teil beschert uns die US-amerikanische Autorin ein unvergessliches Abenteuer voller Emotionen, Poesie und Weisheiten und vermittelt zahlreiche wichtige Themen und Werte wie Freundschaft, Liebe, Mut und Vertrauen, das Leben nach dem Krieg, Umweltverschmutzung, Trauer und das Loslassen.
Also in meinen Augen ist Sara Pennypacker mit „Mein Freund Pax – Die Heimkehr“ eine großartige Fortsetzung geglückt, mich hat dieser Band genauso begeistern und berühren können wie der vorherige.

Seit den Ereignissen aus dem Vorgänger ist ein gutes Jahr vergangen und es hat sich so einiges verändert. Da die Geschichte auch dieses Mal abwechselnd aus den Perspektiven von Peter und Pax geschildert wird – jeweils in der dritten Person und in angenehm kurzen Kapiteln – erfahren wir bei beiden, was ihnen in der Zwischenzeit so passiert ist und wie ihr Leben mittlerweile aussieht. Der inzwischen fast 14-jährige Peter lebt bei Vola und hat damit zu kämpfen, den Verlust seines Vaters und die Trennung von seinem Fuchsfreund zu verarbeiten, Pax wiederum hat mit der Füchsin Bristle eine Familie gegründet und ist mittlerweile stolzer Vater von drei kleinen Welpen.

Während ich im ersten Band die Kapitel von Peter ein bisschen lieber gelesen habe, war es dieses Mal genau andersherum. Ich mochte natürlich beide Sichtweisen sehr gerne und fand zudem den Kontrast zwischen ihnen, der dank ihrer unterschiedlichen Wahrnehmungen und Erzählweisen zustande kommt, erneut überaus interessant und faszinierend – die Passagen von Peter habe ich jedoch teils als ziemlich schwermütig empfunden. Da ich mich in ihn erneut so gut hineinversetzen konnte, sind mir die Einblicke in sein Seelenleben ungeheuer nahe gegangen. Ich habe an vielen Stellen zutiefst mit ihm mitgelitten und nur zu gut nachvollziehen können, warum er sich so verlassen, wütend und traurig fühlt.

Pax‘ Kapitel haben mich emotional aber natürlich ebenfalls sehr mitgenommen. Vor allem die Szenen mit seiner kleinen Tochter sind mir teilweise richtig unter die Haut und zu Herzen gegangen.
Die Geschichte ist insgesamt schon sehr düster und drückend, meinem Empfinden nach sogar noch etwas mehr als die im ersten Band, und da sie zudem äußerst ruhig erzählt wird, hadere ich auch dieses Mal etwas mit der Altersangabe des Verlags, muss ich sagen. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob die Erzählung für Leser*innen ab 10 Jahren schon geeignet ist. Die schweren und ernsten Themen und der Schmerz und die Gefühle unserer Figuren werden zwar sehr einfühlsam und sanft von der Autorin behandelt und beschrieben, aber ich persönlich würde das Buch dennoch erst ab etwa 12 Jahren empfehlen.

Dass die Handlung eine lange Zeit etwas recht Melancholisches ausstrahlt, hat mich nicht gestört. Es passt einfach perfekt zur Geschichte und verleiht dieser enorm an Authentizität. Und keine Sorge, die Stimmung ändert sich im Verlauf des Buches auch noch. Sowohl Peter als auch Pax werden sich während ihrer Reise wunderbar weiterentwickeln; vor allem Peter wird eine große Entwicklung durchmachen, sodass die Handlung zunehmend hoffnungsvoller und glücklicher wird. Ich habe unsere beiden starken Protagonisten nur zu gerne auf ihren Wegen durch die Wildnis begleitet und fand es herzerwärmend mitzuerleben, wie die beiden Freunde wieder mehr zu sich selbst und zum Ende hin schließlich auch endlich wieder zueinander finden werden.

Absolut bezaubernd fand ich auch die anschaulichen Beschreibungen der Kulisse. Ich habe beim Lesen die Wälder und Wiesen förmlich vor mir sehen, das Plätschern der Flüsse regelrecht hören und die frische Waldluft buchstäblich riechen können. Mit ihrer bildlichen Sprache beeindruckt mich Sara Pennypacker einfach immer wieder aufs Neue. Generell kann ich mich nur positiv zu ihrem Erzählstil äußern, bzw. zu der fabelhaften deutschen Übersetzung, die wir der Birgitt Kollmann zu verdanken haben.

Auch der kanadische Illustrator Jon Klassen hat erneut einen grandiosen Job gemacht. Das Cover, das er für diesen Band gestaltet hat, sieht einfach nur traumhaft aus, bei mir war es Liebe auf den ersten Blick, und auch von den kunstvollen schwarz-weiß Innenillustrationen, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen, bin ich völlig begeistert.

Das Ende hat mich ebenfalls gänzlich zufriedenstellen können. Es ist bewegend und emotional und schließt die Geschichte vollkommen stimmig und passend ab, sodass man das Buch mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen wieder schließen kann.

Fazit: Herzergreifend, atmosphärisch, wunderschön. Ein tief berührender und wertvoller Roman über wahre Freundschaft, Liebe, Hoffnung, Vergebung und Vertrauen.
Sara Pennypacker hat mit „Mein Freund Pax – Die Heimkehr“ einen würdigen Nachfolger aufs Papier gebracht, mit welchem sie die außergewöhnliche Geschichte von Peter und Pax rundum gelungen weitererzählt. Mir hat es unheimlich viel Freude bereitet, die beiden auf ihrer Reise zu sich selbst und zueinander zu begleiten und mich dabei von den poetischen Worten und ausdrucksstarken Illustrationen verzaubern zu lassen. Ich kann das Buch nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Warmherzig, ernst und witzig zugleich. Ein tolles Buch!

Der Tag, an dem ich versehentlich die ganze Welt belog
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Als ich das erste Mal von „Der Tag, an dem ich versehentlich die ganze Welt belog“ hörte, konnte der originelle Titel meine Neugierde sofort wecken. Das Cover, muss ich gestehen, gefiel mir erst auf den ...

Als ich das erste Mal von „Der Tag, an dem ich versehentlich die ganze Welt belog“ hörte, konnte der originelle Titel meine Neugierde sofort wecken. Das Cover, muss ich gestehen, gefiel mir erst auf den zweiten Blick, aber der Klappentext überzeugte mich dafür umso sehr. Das Buch klang einfach nur richtig gut – für mich stand daher sehr schnell fest, dass ich es lesen möchte.

Cole wünscht sich nichts mehr als Geld zu haben. Er möchte nicht länger das arme Kind in seiner Schule sein und von seinen Mitschülern ständig „Poor Kid Cole“ genannt werden. Er will auch die neusten Klamotten und das angesagteste Handy haben und auf Klassenausflüge mitfahren. Doch all das wird wohl vorerst ein Traum bleiben. Coles Familie ist ziemlich arm, sie kommen kaum über die Runden und als seine Mutter dann auch noch ihren Job verliert, wird das Geld noch knapper. Coles Leben soll sich allerdings schlagartig ändern, als die weltberühmte Künstlerin Marika Loft an ihre Schule zu Besuch kommt und sein großes künstlerisches Talent entdeckt. Ehe er sich versieht, wird er als Nachwuchsstar der internationalen Kunstwelt gefeiert und gibt Interviews für Zeitung und Fernsehen. Alle warten nun auf sein nächstes Meisterwerk, welches bei einer Auktion versteigert werden soll. Cole kann es gar nicht fassen, als das Bild eine unglaublich hohe Summe einbringt. Endlich ist sein Wunsch wahr geworden, er ist nicht länger arm, er ist reich und berühmt. Was aber niemand weiß: Cole hat ein Geheimnis, welches seinen ganzen Erfolg zerplatzen lassen könnte, wenn es ans Licht kommt.

Von der britischen Autorin Lisa Thompson hatte ich bisher noch nichts gelesen. „Der Tag, an dem ich versehentlich die ganze Welt belog“ war also mein erstes Werk aus ihrer Feder. Es wird auch hoffentlich nicht mein letztes gewesen sein: Mir hat das, was ich zu lesen bekommen habe, total gut gefallen, sogar noch etwas besser als von mir erhofft. Ich habe eine herrliche Zeit mit dem Buch verbracht und es leider viel zu schnell wieder beendet.

Ich habe mühelos in die Erzählung hineingefunden. Der Schreibstil sagte mir auf Anhieb zu, für mich hat er sich angenehm flüssig lesen lassen, und die Handlung konnte mich sofort mitreißen und begeistern.
Auch unseren 12-jährigen Hauptprotagonisten Cole, aus dessen Sicht alles in der Ich-Perspektive geschildert wird, mochte ich vom ersten Moment an unheimlich gerne. Er ist liebenswert, freundlich und klug und da er jederzeit vollkommen authentisch wirkt, wird sich die Zielgruppe garantiert prima mit ihm identifizieren können. Mir, als Erwachsene, ist es aber ohne Probleme geglückt, mich in ihn hineinzuversetzen. Ich habe beim Lesen richtig mit Cole mitgefiebert und an vielen Stellen ziemlich mit ihm mitgefühlt und mitgelitten.

Cole führt leider kein leichtes Leben. Da seine Familie sehr knapp bei Kasse ist, muss Cole auf vieles verzichten wie neue Klamotten, ein schickes Handy oder Klassenausflüge. Noch nicht einmal für die Heizkosten reicht das Geld, sodass der Familie ein weiterer Winter in einem eisig kalten Haus bevorsteht. In der Schule wird er von seinen Mitschülerinnen gemobbt, weil er arm ist und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, wird die Mutter dann auch ihren Job im Museum verlieren, weil dieses schließen muss.
Die Geschichte gewinnt durch die Themen Armut und Mobbing sehr ans Ernst und Tiefe und regt zum Nachdenken an, sie wird aber niemals zu traurig oder bedrückend. Lisa Thompson bringt uns alles auf eine sehr sanfte und genau richtig humorvolle Art und Weise näher, sodass das Buch auf jeden Fall für Leser
innen ab 10 geeignet ist. Der Altersempfehlung des Verlags kann ich mich daher nur anschließen.

Also meiner Ansicht nach ist es der Autorin perfekt gelungen, ernste und aktuelle Themen leicht und kindgerecht anzusprechen und in eine lustig-skurrile und spannende Geschichte zu verpacken.
„Der Tag, an dem ich versehentlich die ganze Welt belog“ handelt neben den zwei bereits genannten Dingen auch noch von Freundschaft, Familie und Zusammenhalt, von dem Glauben an sich selbst und das Lernen aus seinen Fehlern. Zudem steckt das Buch voller wunderbarer und wertvoller Botschaften. So es führt uns unter anderem vor Augen, dass Geld, Ansehen und materielle Sachen nicht unbedingt glücklicher machen. Menschen, die einen lieben und respektieren und immer für einen da sind, sind so viel wichtigere Reichtümer im Leben.

Auch mit den Nebencharakteren hat mich Lisa Thompson überzeugen können. Ob sympathisch oder nicht – allesamt wurden sie mit viel Liebe ausgearbeitet und verzaubern und erheitern uns mit ihren verschiedenen Eigenschaften und Besonderheiten. Da hätten wir zum Beispiel Coles Eltern, die zwei herzensgute Menschen sind und ihre Kinder über alles lieben; seine süße kleine (aber auch etwas nervige) dreijährige Schwester Mabel und seine beiden tollen Freunde Mason und Isla, mit denen gemeinsam sich Cole auf eine aufregende Schnitzeljagd durch das Museum begeben wird. Da würde ich euch nun liebend gerne mehr berichten, ich fand diesen Teil der Story einfach so cool, aber da im Klappentext gar nichts darüber erwähnt wird und ich nicht zu viel vom Inhalt verraten möchte, werde ich diesbezüglich nun nicht näher ins Detail gehen. Ich kann euch auf jeden Fall versprechen, dass euch die Schatzsuche der drei Freunde ganz gebannt an die Seiten fesseln wird und ihr beim Lesen ordentlich ins Miträsteln geraten werdet.

Für jede Menge Spaß und Spannung sorgt dann natürlich auch der Handlungsstrang rundum Coles plötzliche Berühmtheit in der internationalen Kunstwelt. Auch dieser Einfall und deren Umsetzung hat mich absolut begeistern und packen können. Wie genau sich Coles Leben durch seine jähe Bekanntheit verändern wird und was sein großes Geheimnis ist, werde ich euch hier allerdings nicht erzählen und auch über den Ausgang der Geschichte werde ich selbstverständlich schweigen. All das müsst ihr schon selbst herausfinden. Mir jedenfalls hat das Ende sehr gut gefallen, mich hat es völlig zufriedenstellen können.

Fazit: Warmherzig, mitreißend, ein bisschen schräg und witzig und tiefgründig zugleich. Ein wundervolles Lesevergnügen für Jung und Alt!
Für mich hat sich mein erstes Werk von Lisa Thompson als ein echtes Highlight entpuppt. „Der Tag, an dem ich versehentlich die ganze Welt belog“ erzählt eine großartige Familien-Freundschafts-Abenteuergeschichte über das Fehler machen und aus ihnen lernen, über Ruhm und Reichtum und den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Ich kann dieses Buch jedem nur ans Herz legen und vergebe sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 20.03.2022

Ein super Reihenauftakt, der große Lust auf mehr macht!

WilderReich (Band 1) - Eine schicksalhafte Prüfung
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Als ich das erste Mal vom den Auftakt der „WilderReich“ - Reihe hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Cover und Klappentext sprachen mich direkt an und da die englischsprachige Ausgabe äußerst positive ...

Als ich das erste Mal vom den Auftakt der „WilderReich“ - Reihe hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Cover und Klappentext sprachen mich direkt an und da die englischsprachige Ausgabe äußerst positive Kritiken erhalten hat, stand für mich sehr schnell fest, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte.

Der Waisenjunge Barclay Torn lebt in der kleinen Stadt Biederford und hat schon früh gelernt, selbst für seinen Unterhalt aufzukommen. Inzwischen ist er bei dem angesehenen Pilzbauer Meister Fungus in der Lehre und versucht so gut wie möglich der perfekte Schüler zu sein. Als er eines Tages den Auftrag erhält, eine Trauermorchel zu finden – ein sehr seltener Pilz – und sich zu tief in den Düsteren Wald wagt, wird sich sein Leben schlagartig ändern. Da der Wald voller gefährlicher und bösartiger Kreaturen lauert, ist es den Bewohnerinnen von Biederford streng verboten, in zu betreten. Barclay wird bei seinem Verstoß gegen diese wichtige Regel natürlich prompt von einem Wilderbiest angegriffen und verbindet sich zu seinem großen Entsetzen mit ihm. Er ist nun ein Wilderweise, trägt ein goldenes Mal auf seiner Haut und besitzt außergewöhnliche Kräfte. Wilderweisen werden in seinem Dorf allerdings geächtet und Barclay wird aus seinem Heimatort vertrieben. Mit dem festen Entschluss, die Verbindung mit seinem Wilderbiest zu brechen, macht er sich zu der Stadt Sycomore auf, die mitten im Düsteren Wald liegt und in der Wilderweisen leben. Dort wird er nicht nur neue Freunde finden und eine schicksalhafte Prüfung antreten – er wird am Ende auch noch eine schwierige Entscheidung treffen müssen.

Dies war mein erstes Werk aus der Feder von Amanda Foody und es wird ganz bestimmt nicht mein letztes gewesen sein. Mein Riecher hat mich mal wieder nicht im Stich gelassen – mir hat der erste Band der „WilderReich“ - Reihe wundervolle Lesestunden bereiten können. In meinen Augen hat die US-amerikanische Autorin mit ihrem ersten Buch für Leser
innen ab 10 Jahren einen gelungenen und rasanten Auftaktband aufs Papier gebracht, voller Unvorhersehbarkeiten, Spannung, Spaß und Magie und der genau richtigen Portion an Ernst, Tiefe und Emotionen. Solltet ihr gerne in Fantasygeschichten eintauchen, die euch mitreißen, unterhalten, überraschen und bewegen und in eine magische Welt voller wilder Bestien, Mysterien und Gefahren mitnehmen, dann ich euch nur nahelegen, den Auftakt der „WilderReich“ - Serie bei euch einziehen zu lassen.

Ich hatte einen guten Einstieg in das Buch, muss allerdings gestehen, dass es bei mir irgendwie ein paar Seiten gedauert hat, ehe mich die Story vollends catchen konnte, trotz des temporeichen Beginns und dem packenden, flüssigen Schreibstils. Nachdem mich die Geschichte aber einmal komplett in ihren Bann ziehen und begeistern konnte, wollte ich aus ihr gar nicht mehr auftauchen und habe sie regelrecht verschlungen.

Starten tut die Geschichte im Wald, in dem unser Hauptprotagonist Barclay gemeinsam mit dem Jungen Selby gerade auf Pilzsuche ist. Beide Jungs sind bei dem angesehenen Pilzbauern Meister Fungus in der Lehre und es wird sofort deutlich, dass unser Romanheld seinen Mitlehrling nicht wirklich gut leiden kann. Sein recht unfreundliches Verhalten gegenüber Selby macht Barclay zunächst nicht allzu sympathisch, aber zum Glück ändert sich das schon nach kurzer Zeit. Als Leser*in wird einem rasch klar, dass Barclay kein wirklich schönes und leichtes Leben führt und Selby eigentlich nur darum beneidet, weil dieser eine Familie und ein behütetes Zuhause hat – anders als er, der ein Waisenkind ist. Mir tat Barclay ziemlich leid und da sich noch zeigt, was für ein toller und lieber Junge er eigentlich ist, habe ich ihn sehr schnell in mein Herz geschlossen.
Mit Barclay, aus dessen Sicht alles in der dritten Person geschildert wird, hat die Autorin einen starken Hauptprotagonisten erschaffen, der während seines Abenteuers über sich selbst hinauswachsen wird. Ich habe Barclay sehr für seine Tapferkeit und Entschlossenheit bewundert und mit ihm mitgefühlt, mitgefiebert und mitgebangt.

Die weiteren Charaktere haben mir ebenfalls überaus gut gefallen. Nett sind sie zwar nicht alle, aber egal ob Sympathieträger oder nicht – alle wurden sie facettenreich ausgearbeitet und sorgen mit ihren unterschiedlichen und teils recht skurrilen Eigenschaften und Persönlichkeiten für ein aufregendes und spaßiges Lesevergnügen. Da hätten wir zum Beispiel die Geschwister Abel und Ethel und das Mädchen Viola, die alle drei Wilderweisen sind und mit denen sich Barclay anfreunden wird. Viola, die wir bereits am Anfang der Geschichte während der Pilzsuche der Jungen kennenlernen dürfen, hat mir ganz besonders gut gefallen. Ihre schlagfertige und rebellische Art mochte ich auf Anhieb und über das Zusammenspiel zwischen ihr und Barclay habe ich mich an vielen Stellen köstlich amüsiert. Die beiden können sich zunächst nicht so wirklich riechen, müsst ihr wissen, und liefern sich so einige Schlagabtäusche.

Neben vielen menschlichen Figuren begegnet man in diesem Buch dann natürlich auch noch zahlreichen magischen und fantasievollen Wesen wie Drachen, Doppelgheistern, einem Lufthund und Greifen. Für Fantasyfreunde ist „WilderReich“ zweifellos ein echter Leckerbissen, diese kommen in dieser Reihe ganz klar völlig auf ihre Kosten. In einigen englischen Rezensionen habe ich gelesen, dass die Story für sie eine Mischung aus Harry Potter und Pokémon ist und ja, stimmt, der Vergleich mit diesen Serien ist meiner Ansicht nach nicht verkehrt. Die Harry Potter-Vibes hielten sich bei mir zwar in Grenzen, aber ein gewisses Pokémon-Feeling kommt durchaus auf. Es wirkt aber nichts abgekupfert, keine Sorge, Amanda Foody hat mit „WilderReich“ auf jeden Fall etwas vollkommen Eigenständiges und Einzigartiges geschaffen.

Auch mit dem Setting hat das Buch absolut bei mir punkten können. Das Fantasyreich, in welches uns die Autorin mitnimmt, wird so herrlich düster, stimmungsvoll und bildhaft beschrieben, sodass man durchgehend in den Genuss einer wunderbaren, geheimnisvollen Atmosphäre kommt und beim Lesen ein echtes Kopfkino hat. Also ich fand die Kulisse einfach nur genial und habe mich in Amanda Foodys fantasievoller Welt jederzeit mühelos zurechtfinden können. Eine Karte hätte ich persönlich aber dennoch gar nicht so schlecht gefunden, die habe ich trotz allem irgendwie ein klein wenig vermisst. Was es dafür aber hinten im Buch gibt: Ein ausführliches und hilfreiches Glossar, in welchem zahlreiche gefährliche Wilderbiester mit kurzen Beschreibungen aufgeführt werden.

Das Ende verschont uns erfreulicherweise mit einem fiesen Cliffhanger, aber sofort zum nächsten Band greifen und weiterlesen möchte man am liebsten dennoch. Ich zumindest bin schon unheimlich gespannt auf die Fortsetzung und hoffe sehr, dass wir uns auf die diese nicht allzu lange gedulden müssen.

Fazit: Ein fesselnder Reihenauftakt, der große Lust auf mehr macht. Für Fantasyfans ein absolutes Muss!
Amanda Foody ist mit „WilderReich – Eine schicksalhafte Prüfung“ ein richtig cooler Serienstart geglückt, welchen ich jedem, egal ob Jung oder Alt, nur empfehlen kann. Die Geschichte steckt voller Magie und wilder Kreaturen und kann mit jeder Menge Überraschungen, Geheimnisse und Action aufwarten. Sie nimmt uns an lauter faszinierende Orte mit und ist spannend, unterhaltsam und emotional zugleich. Mir hat es total viel Spaß gemacht, Barclay auf seiner Reise in den Düsteren Wald zu begleiten und mich gemeinsam mit ihm in ein magisches Abenteuer zu stürzen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.03.2022

So schön! Bin total verzaubert von diesem Buch. Frau Honig ist einfach wunderbar

Frau Honig: Frau Honig und die Magie der Worte
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Da ich die Frau Honig-Reihe sehr liebe, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Frühjahr endlich ein vierter Band erscheinen wird. Dieser war natürlich ein absolutes Muss für mich.

Für Elsa Honig ...

Da ich die Frau Honig-Reihe sehr liebe, war meine Freude groß als ich hörte, dass dieses Frühjahr endlich ein vierter Band erscheinen wird. Dieser war natürlich ein absolutes Muss für mich.

Für Elsa Honig gehört das Eintauchen in Bücher zu den tollsten Dingen dieser Welt. Die meisten Bewohnerinnen der kleinen Stadt, in der sich der Buchladen von Frau Fink befindet, sehen das Lesen und Schmökern von Büchern allerdings als reinste Zeitverschwendung an – der Buchhandlung stattet daher kaum noch jemand einen Besuch ab. Frau Fink ist verzweifelt, wenn das so weitergeht, wird sie ihren Laden wohl leider schließen müssen. Hier kann nur noch eine helfen: Frau Honig! Sie erkennt sehr schnell, was für eine erstaunliche Gabe in Charly, dem Sohn von Frau Fink, schlummert. Charly, der nichts lieber tut als in Bücherwelten zu flüchten, kann unglaublich gut vorlesen, seine Stimme lässt die Figuren aus ihren Büchern herausfliegen und lebendig werden. Ob dieses besondere Talent vielleicht dabei helfen kann, die Buchhandlung zu retten? Wird es ihnen gelingen, sie vor der Schließung zu bewahren?

Als ich mir damals den Klappentext durchlas, war ich mir sofort völlig sicher gewesen, dass ich diesen Band ganz besonders lieben werde. Eine Frau Honig-Erzählung, die in einer Buchhandlung spielt und sich rundum um das Lesen und um Bücher dreht? Das kann doch nur großartig sein!
Tja, und wisst ihr was? Ich habe damit goldrichtig gelegen. Für mich persönlich ist der vierte Teil der bisher beste Band der Reihe. Ich habe die Geschichte quasi mit einem Dauerlächeln auf den Lippen gelesen, weil ich sie so unheimlich schön fand, und ich gehe sehr davon aus, dass es jedem anderen Bibliophilen genauso ergehen wird. Dieses Buch ist eine wahre Liebeserklärung an das Lesen und steckt voller wertvoller Botschaften, Weisheiten und Herzenswärme. Allein schon die Kapitelüberschriften, bei denen es sich teils um Zitate handelt, haben mir ein wohlig warmes Bauchkribbeln beschert. Eigentlich bin ich ja nicht so jemand, der Zitate aus Büchern aufschreibt, aber hier habe ich dann doch mal zu Stift und Papier gegriffen, um mir die Kapitelüberschriften zu notieren. Mir sie haben sie einfach allesamt so gut gefallen.

„Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Fantasie.“

„Bücher sind wie Kekse, hast du einmal angefangen, kannst du nicht mehr aufhören.“

Ganz begeistert bin ich auch von dem Punkt, dass im Verlauf des Buches viele berühmte Kinderbuchklassiker genannt werden, die, so befürchte ich, der heutigen Generation größtenteils gar nicht mehr bekannt sind. Bei „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“ könnte ich mir noch vorstellen, dass die Kinder von heute sie kennen oder zumindest davon gehört haben, aber ältere Werke wie „Gullivers Reisen“ oder „Der geheime Garten“ wird ihnen wahrscheinlich eher nichts sagen. Vielleicht, hoffentlich, irre ich mich ja auch, aber mein Eindruck ist leider wirklich, dass solche Titel immer unbekannter werden. Dass Sabine Bohlmann nun einige von ihnen in die Handlung eingebaut hat, hat mich daher riesig gefreut. Diese zeitlosen Klassiker dürfen einfach auf gar keinen Fall in Vergessenheit geraten. Also ich hoffe sehr, dass so manche jungen Leser
innen von dieser Geschichte dazu angeregt werden, die herrliche Welt der klassischen Kinderliteratur kennenlernen zu wollen. Oder einfach generell die Lust dazu bekommen, die Nase in ein gutes Buch zu stecken. Das Eintauchen in fantastische Bücherwelten ist einfach etwas so Wunderschönes und Wichtiges. Genau das führt uns Frau Honig auf ihre außergewöhnliche, kreative und liebevolle Art und Weise in diesem Band vor Augen.

Mit Frau Honig hat die Sabine Bohlmann wahrlich eine wunderbare und ganz besondere Buchheldin erschaffen. In gewisser Weise erinnert dieses Kindermädchen zwar schon an Mary Poppins, da auch sie magische und wundersame Dinge vollbringen kann, aber mit Elsa Honig hat sich Sabine Bohlmann dennoch definitiv eine eigenständige und einzigartige Figur ausgedacht.
Fröhlich, herzensgut, witzig, hilfsbereit und einfühlsam – das ist Frau Honig. Man kann gar nicht anders, man muss diese lebenslustige, bienenliebende und stets gelb gekleidete Frau mit ihrem sonnigen Gemüt und ihren ungewöhnlichen Unterrichtsmethoden einfach gernhaben.

Auch die weiteren Charaktere, die einem in diesem Band begegnen, wachsen einem – bis auf wenige Aufnahmen – so richtig ans Herz. Besonders liebgewonnen habe ich den Jungen Charly, den Sohn von Frau Fink, der Besitzerin des Buchladens. Kennenlernen tun wir ihn, als er in der Kinderbuchabteilung gerade „Tom Sawyer“ mit einem vergnügten Kichern liest und da ich dieses Buch unglaublich gerne mag, war mir Charly wirklich auf Anhieb sympathisch. Charly ist einfach ein bezaubernder Junge, er ist liebenswert, schüchtern und neugierig und ein absoluter Bücherwurm, man muss ihn als Leser*in sofort ins Herz schließen.

Zu den weiteren Figuren sage ich nun mal nichts weiter, lernt sie doch einfach selbst kennen, und auch bezüglich der Handlung möchte ich eigentlich nicht mehr groß ins Detail gehen. Ich will schließlich nicht zu viel verraten. Ich kann euch jedenfalls versprechen, dass auch der vierte Teil an keiner Stelle Langeweile aufkommen lässt, mit lauter Überraschungen und fantasievollen Ideen aufwarten kann und eine gelungene Mischung aus herzerwärmenden, unterhaltsamen und ernsten Momenten enthält.
Eine Sache muss ich euch dann aber doch noch erzählen: Neben zahlreichen neuen Charakteren dürfen wir in diesem Band auch auf ein paar vertraute Gesichter aus den Vorgängern treffen, was mich total gefreut hat. Man kann das vierte Frau Honig-Abenteuer aber natürlich dennoch problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Ich persönlich würde zwar raten, die chronologische Reihenfolge der Bände einzuhalten, aber da die Erzählungen in sich abgeschlossen sind, lassen sie sich wirklich sehr gut unabhängig voneinander lesen.

Die Altersempfehlung vonseiten des Verlags liegt bei 8 Jahren und dem schließe ich mich an. Der Schreibstil ist leicht, flüssig und humorvoll, die Schrift ist recht groß, die Kapitel angenehm kurz und es gibt viele Bilder, die den Textfluss auflockern. Wer schon geübter im Lesen ist, sollte bei der Frau Honig-Reihe keine Schwierigkeiten mit dem Selberlesen haben.
Zum Vorlesen bieten sich die Bücher ebenfalls prima an und da sind sie in meinen Augen auch schon für Kinder ab etwa 6 Jahren geeignet.

Was dann auf gar keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist die wunderhübsche Innengestaltung des Buches. Joëlle Tourlonias, deren unverkennbarer Zeichenstil ich über alles liebe, hat auch diesen Band mit zahlreichen schwarz-weiß Illustrationen versehen, die allesamt einfach nur zum Träumen schön sind. So kommen wir selbstverständlich auch dieses Mal in den Genuss von lauter süßen Bienenzeichnungen sowie einem kleinen Daumenkino und da die Geschichte in einer Buchhandlung spielt, gibt es natürlich auch jede Menge entzückende Bilder von Büchern wie von „Momo“, „Der kleine Prinz“ oder, bei diesem kleinen Gag musste ich sehr schmunzeln, auch von „Frau Honig“. ;)

Fazit: Auf den neuen Frau Honig-Band habe ich mich eindeutig zurecht so sehr gefreut: Sabine Bohlmann hat mich auch mit „Frau Honig und die Magie der Worte“ vollkommen verzaubern können. Die Geschichte ist eine wahre Hommage an das Lesen und die wundervolle Welt der Bücher, sie ist warmherzig, lustig, inspirierend und lehrreich und steckt voller Fantasie, Magie und Wunder.
Ob Jung oder Alt - ich kann jedem nur ans Herz legen, Frau Honig und ihre zauberhaften Abenteuer kennenzulernen. Der vierte Band erhält von mir 5 von 5 Sternen!

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