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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Berührend, einfühlsam, wunderschön illustriert!

Schritt für Schritt
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In Venedig leben ein Mädchen und eine Taube. Beide können sich sehr glücklich schätzen, in einer so schönen Stadt zu wohnen, ohne Autos und mit jeder Menge Wasser, eindrucksvollen Bauten und dem magischen, ...

In Venedig leben ein Mädchen und eine Taube. Beide können sich sehr glücklich schätzen, in einer so schönen Stadt zu wohnen, ohne Autos und mit jeder Menge Wasser, eindrucksvollen Bauten und dem magischen, sonntäglichen Glockengeläut. Doch beide haben mit einer Phobie zu kämpfen. Das Mädchen fürchtet sich vor Tauben, die Taube wiederum hat Angst vor Kindern. Und das ist ein Problem, denn in Venedig gibt es viele Kinder und viele Tauben. Eines Tages passiert es: Die beiden treffen auf einem einsamen Weg am Kanal aufeinander. Erstarrt bleiben sie stehen, können sich nicht mehr von der Stelle rühren. Da kommt ein Gondoliere vorbei, der den Bann mit seinem schiefen Gesang bricht. Das Mädchen und die Tauben gehen vorsichtig aneinander vorbei. Doch am nächsten Tag begegnen sie sich wieder, zur selben Zeit, am selben Ort. Schritt für Schritt gehen sie aufeinander zu, bis sie sich schließlich ganz nah gegenüberstehen. Werden sie ihre Ängste überwinden? Und vielleicht sogar noch Freunde werden?

Chiara Mezzalama und Mariachiara Di Giorgio präsentieren hier ein großartiges Bilderbuch, das sich auf eine wunderbar kindgerechte Weise mit den Themen Phobien und Vorurteilen auseinandersetzt. Sanft und voller feinem Humor wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive des Mädchens und der Taube erzählt. Chiara Mezzalamas poetische und fesselnde Texte (übersetzt von Annika Klee) lesen sich bisweilen wie eine Art Tagebuch, lassen einen tief in die Gefühls- und Gedankenwelt der beiden Hauptfiguren eintauchen. Man ist bei jedem Seitenumblättern ganz gespannt, was wohl als nächstes passieren wird. Wie werden sich das Mädchen und die Taube verhalten, wenn sie aufeinandertreffen? Werden sie den Mut finden, ihre Scheu und Voreingenommenheit zu überwinden? Die Geschichte lädt zum Mitfühlen und Mitfiebern ein und bietet viele tolle Gesprächsanlässe. Sie zeigt, dass Ängste und Vorurteile nicht für immer sein müssen und auch Tauben, die oft abfällig als die „Ratten der Lüfte“ bezeichnet werden, emotionale Lebewesen sind. Eins ist sicher: Nach diesem Buch werden garantiert viele von uns Tauben mit ganz anderen Augen sehen - und ein großes Fernweh nach Venedig verspüren. Chiara Mezzalama versteht es zweifellos, einem diese besondere Stadt mit ihren Beschreibungen schmackhaft zu machen.

Mariachiara Di Giorgio hat das Ganze mit ihren magisch-kunstvollen Aquarellbildern zum Leben erweckt. Gekonnt spielt die italienische Illustratorin mit Licht und Schatten, entführt uns in warmen, meist rötlichen Farbtönen in ein Venedig fernab des Touristentrubels. Ihre zarten und ausdrucksstarken Illustrationen fangen die Emotionen und Stimmung perfekt ein und laden zum langen Verweilen und Betrachten ein.

Fazit: „Schritt für Schritt“ ist eine berührende und einfühlsame Geschichte über die Kraft der kleinen Schritte und das Überwinden von Ängsten und Vorurteilen. Ein wunderschönes Bilderbuch ab 6 Jahren, das optisch und erzählerisch verzaubert. Ich bin begeistert von diesem Buch, der Jupitermond Verlag hat hier mal wieder ein echtes Schätzchen herausgebracht. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Eine weitere bezaubernde Mumin-Geschichte!

Die Mumins und der verbotene Park
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Es ist Mittsommerabend und Mumin, der Schnupferich und die kleine Mü pflücken im Wald Blumen. Plötzlich stehen sie vor einem langen, hohen Zaun, an dem eine Tafel hängt, auf der steht: DAS BETRETEN DER ...

Es ist Mittsommerabend und Mumin, der Schnupferich und die kleine Mü pflücken im Wald Blumen. Plötzlich stehen sie vor einem langen, hohen Zaun, an dem eine Tafel hängt, auf der steht: DAS BETRETEN DER PARKANLAGEN IST STRENGSTENS VERBOTEN. GENEHMIGUNG ERFORDERLICH. Mumin möchte lieber umkehren, aber der Schnupferich und die kleine Mü hören nicht auf ihn. Als sie den Parkeingang finden, entdecken sie noch weitere Verbotsschilder. Im Park treffen sie auf mehrere Waldkinder, die unglücklich in einem Sandkasten hocken. Denn spielen und Spaß haben ist im Park verboten. Sie erzählen den drei Freunden von dem Park-Wächter, ein wütender Hermul, der Verbote für das Beste hält und sich jeden Tag neue Dinge ausdenkt, die man verbieten kann. So kann das nicht weitergehen, diesem Parkwächter muss mal eine Lektion erteilt werden, findet der Schnupferich. Um ihn zu erschrecken, säht er Hattifnatten-Samen. Diese kleinen weißen Wesen sind besonders elektrisch, wenn sie neugeboren sind. Der Plan funktioniert, allerdings kehrt der Park-Wächter kurz darauf zurück und sperrt Mumin, den Schnupferich und die kleine Mü in einen Käfig. Oje. Ob sie sich wohl aus ihrem Gefängnis befreien können? Werden sie den Park wieder zu einem glücklichen Ort machen?

Als absolute Mumin-Liebhaberin freue ich mich jedes Mal wie ein Schneekönig, wenn ein neues Buch aus dem Mumin-Universum erscheint. Bei dem hier vorliegenden Werk handelt es sich um eine Neuinterpretation einer Geschichte aus Tove Janssons „Die Mumins – Sturm im Mumintal“. Nachdem mich bereits die vorherigen Mumin-Bücher aus dem Urachhaus Verlag begeistern konnten, durfte dieser Band in meiner Sammlung natürlich nicht fehlen. Und ich wurde mal wieder nicht enttäuscht.

Dem schwedischen Autorinnen-Duo Cecilia Davidsson und Alex Haridi ist es einmal mehr gelungen, ein Abenteuer rund um die beliebten finnischen Trollwesen vereinfacht für jüngere Kinder nachzuerzählen, ohne dass der mumintypische Charme verloren geht. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle auch Brigitta Kicherer, Janssons angestammter Übersetzerin, die bei der Übersetzung mal wieder wunderbare Arbeit geleistet hat.
Vorkenntnisse sind erneut nicht erforderlich, denn die wichtigsten Figuren werden zu Beginn kurz vorgestellt. Als zusätzliche Einstiegshilfe gibt es vorne im Buch noch eine doppelseitige schwarz-weiß Karte, die das Mumintal zeigt. Doch egal ob Kenner oder Neuling – dieses Buch macht garantiert jedem Leser Spaß.

Mit Janssons charakteristischem klugem und warmherzigen Humor erzählt dieser Band von Zusammenhalt, Engstirnigkeit, Auflehnung und Einsicht. Auch dieses Muminabenteuer kommt nicht nur aufregend, lustig und drollig daher, sondern steckt auch voller Weisheit und einem Hauch Düsternis. So farbenfroh das Cover auch sein mag, im Mumintal treiben auch einige unheimliche Geschöpfe ihr Unwesen. Die Hattifnatten zum Beispiel, die wie kleine, schaurige Gespenster aussehen. Trotz allem ist das Buch für Kinder ab 4 Jahren sehr gut geeignet. Die Charaktere sind überaus liebenswert und schrullig gestaltet und sorgen mit ihren verschiedenen Eigenheiten für herrliche Vorlesemomente. Ob der sympathische Mumin, der pfiffige Schnupferisch oder die kleine freche Mü – man muss sie einfach alle ins Herz schließen.

Maya Jönsson hat das Mumintal und seine einzigartigen Bewohner
innen ein weiteres Mal mit ihren atmosphärischen Illustrationen zum Leben erweckt. Mal großflächig und bunt, mal in kleinen skizzenhaften schwarz-weiß Zeichnungen, an der sich besonders Nostalgiker erfreuen, untermalen die Bilder das Erzählte ganz zauberhaft und laden zum Verweilen und Betrachten ein.

Fazit: „Die Mumins und der verbotene Park“ ist ein weiteres unterhaltsames Abenteuer aus dem Mumintal nach einer Erzählung von Tove Jansson. Eine zeitlos schöne Vorlesegeschichte ab 4 Jahren, die mit ihren charmanten Charakteren und wundervollen Illustrationen Jung und Alt gleichermaßen verzaubert. Für mich persönlich ist es nicht der stärkste Mumin-Band, begeistert bin ich aber dennoch. Ob Fans oder die, die es noch werden wollen – ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein herrlich abgedrehtes Weltraumabenteuer!

Space Band - Die schlechteste Band der Erde ... aber die beste Band des Universums
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Die drei Freunde George, Neila und Dresch haben einen großen Traum: Sie wollen beim Musik-Wettbewerb ihrer Schule alle aus den Socken rocken. Leider sind sie nicht besonders talentiert. Um ehrlich zu sein, ...

Die drei Freunde George, Neila und Dresch haben einen großen Traum: Sie wollen beim Musik-Wettbewerb ihrer Schule alle aus den Socken rocken. Leider sind sie nicht besonders talentiert. Um ehrlich zu sein, sind sie sogar ziemlich grottig. Davon lassen sich die drei aber nicht unterkriegen. Was ihnen an Talent fehlt, machen sie durch ihre Leidenschaft allemal wieder wett. Fest entschlossen, es allen zu zeigen, treten sie als „Die Erdlinge“ an. Doch als sie anfangen zu spielen, werden sie auf einmal ins Weltall gebeamt – echt wahr! Ehe sie es sich versehen, befinden sie sich auf einem intergalaktischen Festival und müssen gegen außerirdische Bands aus allen Galaxien antreten. Werden sie es schaffen, die beste Band des Universum zu werden und ihre Welt zu retten?

Endlich gibt es neues Lesefutter von Tom Fletcher! Ich liebe die Bücher des britischen Autors (vor allem seine zauberhafte Weihnachtosaurus-Reihe). An seiner Space Band konnte ich daher natürlich auf keinen Fall vorbeigehen. Schon das Cover verspricht jede Menge Spaß und Action und genau das bekommt man hier auch.

Tom Fletcher beschert uns hier ein unterhaltsames Sci-Fi-Musik-Abenteuer, an dem vor allem Fans von David Walliams ihre helle Freude haben werden. Ähnlich schräg und humorvoll wie man es von Walliams kennt, präsentiert sich die Geschichte rund um die drei Freunde George, Neila und Dresch. Der Beginn mag noch recht ruhig daherkommen, doch sobald es mit dem Trio ins All geht, hebt die Handlung so richtig ab und wird ganz schön abenteuerlich und verrückt - für meinen Geschmack schon etwas zu viel des Guten. Kinder aber werden den Humor garantiert lieben. Tom Fletcher weiß einfach, wie er sein junges Publikum bei Laune hält. Die lebendige Erzählweise und kurzen Kapitel lassen die über 300 Seiten nur so dahinfliegen und die Aufmachung peppt das Ganze zusätzlich auf. Der Text spielt gekonnt mit verschiedenen Schriftarten, zahlreiche schwarz-weiß Illustrationen von Dynamo untermalen die Ereignisse gekonnt und die eingeschobenen Comic-Passagen sorgen nochmals für eine Portion Abwechslung. Langweilig wird es hier zu keiner Zeit. Ob die kreativen Namen der verschiedenen Rockbands wie die Gas-Giganten, der aufregende Wettbewerb oder Georges selbst komponierte Songs – galaktischer Spaß ist hier garantiert. Gleichzeitig vermittelt die Geschichte aber auch wertvolle Botschaften über Freundschaft, Zusammenhalt und Vielfalt. Ich-Erzähler George, Neila und Dresch sind ein tolles Team, immer füreinander da und gemeinsam unschlagbar. Sie zeigen uns, was wahre Freundschaft ausmacht. Dass Musik verbindet und jeder dort Hause ist wo er sich wohlfühlt, ganz egal woher man kommt. Unsere Welt ist bunt und dafür sollte sie gefeiert werden!

Sehr cool sind auch die QR-Codes zu den Songs, mit denen man sich die Lieder auf Englisch anhören kann. In diesem Buch steckt wirklich sehr viel Kreativität und Liebe zum Detail. Dass sich im Klappentext und beim Inhaltsverzeichnis kleine Fehler eingeschlichen haben, schmälert das Ganze nur geringfügig.

Fazit: Ein herrlich abgedrehtes und fetzig-witziges Weltraumabenteuer hat uns der Tom Fletcher hier gezaubert. Eine warmherzige Freundschaftsgeschichte ab 8 Jahren über Unterschiede und Vielfalt. Mir war persönlich war das Buch stellenweise schon etwas zu abgespaced, aber wer es gerne verrückt und actionreich mag und für Rockmusik brennt, wird hier ganz auf seine Kosten kommen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Eine wunderbare Fortsetzung voller Freundschaft, Spannung und Magie!

Secret Forest Academy. Der Seelendieb
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Seit ihre Eltern spurlos verschwunden sind, hat sich das Leben der 12-jährigen Ava komplett verändert. Sie ist nun Schülerin an der Secret Foresr Academy – ein geheimes Internat für Waldwandler. Doch nicht ...

Seit ihre Eltern spurlos verschwunden sind, hat sich das Leben der 12-jährigen Ava komplett verändert. Sie ist nun Schülerin an der Secret Foresr Academy – ein geheimes Internat für Waldwandler. Doch nicht alle hegen friedliche Absichten. Um den finsteren Plänen von Morbus auf den Grund zu gehen, treten Ava und River auf die andere Seite des Schattenportals. Dort wird Avas Seelentier Spirit schwer verletzt, als er versucht den kleinen Tigerwelpen Ü zu retten. Ihnen gelingt die Flucht, aber wird Spirit durchkommen? Zurück in der Schule, wird er sofort auf der Pflasterstation versorgt, aber seine Lebensenergie wird immer schwächer. Um ihn zu retten, gibt es nur ein Mittel: Das Goldene Samenkorn vom Zauberbaum. Ava würde alles für ihren geliebten Spirit zu tun. Zum Glück kann sie sich immer auf ihre Freundinnen verlassen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Endlich geht es mit der Secret Forest Academy weiter! Nachdem mich Tina Stein mit dem Auftakt ihrer ersten Kinderbuchreihe begeistern konnte, war ich voller Vorfreude auf die Fortsetzung. Diese schließt nahtlos an den Vorgänger an – der erste Band sollte daher bekannt sein.

Ein weiteres Mal entführt uns Tina Stein in den Norden Kaliforniens an die Secret Forest Academy und beschert uns magischen Lesegenuss vom Feinsten. Der zweite Band geht genauso aufregend weiter wie der erste geendet hat. Zusammen mit Ich-Erzählerin Ava und ihren Freund
innen begibt man sich als Leser*in auf eine abenteuerliche Suche voller Rätsel, Gefahren und unerwarteten Entdeckungen. Einmal mit dem Lesen begonnen, kann/mag man nicht mehr damit aufhören. Tina Stein schreibt gewohnt fesselnd und atmosphärisch und so bildhaft, dass man direkt in die Geschichte eintauchen kann. Dazu die kurzen Kapiteln, die selten mehr als fünf Seiten umfassen, lassen die Lesezeit nur so im Fluge vergehen. Es macht einfach wieder richtig Spaß in diese faszinierende Welt einzutauchen, die weitaus mehr bereithält als nur ein fantastisches Abenteuer. Die Autorin vereint erneut gekonnt eine magische Schulgeschichte mit wichtigen Botschaften über Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, Verantwortung und Vertrauen. Ava, River, Tami und Gemma sind ein tolles Team, immer füreinander da und zusammen unschlagbar. Gemeinsam wachsen sie über sich hinaus und zeigen uns, was wahre Freundschaft ausmacht.
Die weiteren Charaktere sind jedoch nicht minder liebevoll gestaltet. Ob der sprechende Bär Urs, das Wichtelmädchen Little oder der kleine knuffige Tigerwelpe Ü – allesamt machen sie das Lesen zu einem besonderen Erlebnis.
Ein ausführliches Personenregister und Glossar im Anschluss runden das Ganze ab und zum Cover muss hier vermutlich nicht groß was gesagt werden, oder? Die Bente Schlick hat sich mal wieder selbst übertroffen, auch dieser Band ist ein echter Hingucker!

Das Ende macht neugierig auf mehr, am liebsten würde man sofort weiterlesen. Soweit ich weiß, ist bisher noch kein dritter Band angekündigt, ich hoffe aber sehr, dass sich das noch ändern wird. Ich würde Ava und Co. unheimlich gerne noch länger begleiten.

Fazit: Eine wunderbare Fortsetzung hat uns die Tina Stein hier gezaubert. „Secret Forest Academy – Der Seelendieb“ ist ein spannendes und unterhaltsames Fantasyabenteuer voller Freundschaft, Geheimnisse und Magie. Das perfekte Lesefutter für alle ab 10 Jahren, die gerne in fantastische Welten eintauchen. Ich kann auch diesen Band nur empfehlen, mir hat er genauso gut gefallen wie der erste. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Märchenhaft, düster, anspruchsvoll.

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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In dem kleinen englischen Fischerdorf Rye scheint der Winter kein Ende nehmen zu wollen. Obwohl schon Mai ist, ist es kalt, regnerisch und grau. Alle Bäume sind noch kahl, nirgendwo zeigt sich eine Blume. ...

In dem kleinen englischen Fischerdorf Rye scheint der Winter kein Ende nehmen zu wollen. Obwohl schon Mai ist, ist es kalt, regnerisch und grau. Alle Bäume sind noch kahl, nirgendwo zeigt sich eine Blume. An diesem tristen Ort lebt die 13-jährige Flora Brimble. Es sind keine guten Zeiten, das Geld ist knapp, ihr Vater ist krank und das trostlose Wetter drückt aufs Gemüt. Floras einziger Lichtblick sind ihre Geschichten, die sie leidenschaftlich gerne schreibt. Als sie an ihrem Geburtstag eine besondere Tinte kauft, beginnt für das Mädchen ein unglaubliches Abenteuer. Flora macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Maikönigin, die den Frühling nach Rye zurückbringen soll. Auf ihrem Weg trifft sie auf einen kauzigen Kobold und ein sprechendes Eichhörnchen. Kurz darauf begegnet ihnen auch noch eine böse Hexe und ein Mädchen namens Harriet, das eigentlich nur Floras ausgedachte Romanheldin ist. Schnell wird klar, dass ihre Reise viel komplizierter ist als gedacht...

Ein großartiges Cover hat uns der Max Meinzold hier gezaubert. Das Mädchen mit diesem eindringlichen Blick zieht einen förmlich magisch an und dazu noch der wunderschöne Farbschnitt macht das Buch zu einem echten Hingucker. Ich war sofort wie gebannt und da auch der Klappentext sehr interessant klang, war schnell klar, dass ich Flora Brimble kennenlernen möchte.

Marcus Raffel präsentiert hier einen sehr ungewöhnlichen Fantasy-Schmöker, der weitaus tiefgründiger daherkommt als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde. Man merkt schnell, dass zwischen diesen Buchdeckel viel mehr steckt als nur ein magisches Abenteuer. „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ nimmt uns mit auf eine poetische und geheimnisvolle Reise über die Macht der Geschichten und Kraft der Freundschaft, Ängste, Mut und Hoffnung. Die Erzählung wechselt oft zwischen Wirklichkeit, Fantasie und Intertextualität, immer wieder verschwimmen die Grenzen zwischen dem was, was real ist und dem, was aus Floras eigener Feder stammen könnte. Die Handlung erscheint dadurch öfters etwas wirr und kann für junge Leser*innen schwer zu greifen sein. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre man in Lewis Carrolls’ skurrilem Wunderland gelandet.
Die Atmosphäre ist überwiegend recht düster und melancholisch, wird durch die charmanten Charaktere aber gekonnt aufgelockert. Ob die mutige und aufgeweckte Flora, die fröhliche Harriet, das redselige Eichhörnchen Parzival, der eigenwillige Kobold Grisold oder die weiteren Figuren – allesamt sind sie mit viel Liebe zum Detail gezeichnet und bleiben lange im Gedächtnis. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch zwiespältig zurückgelassen. Für meinen Geschmack ist es für ein Kinderbuch ab 10 Jahren zu komplex und verworren.

Fazit: „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ ist eine philosophische und märchenhafte Geschichte voller feinsinnigem Humor, Spannung und Magie. Ein außergewöhnliches und anspruchsvolles Kinderbuch ab 10 Jahren, das sich durch seinen besonderen Erzählstil und seine fantasievolle Handlung von anderen Fantasybüchern dieser Altersklasse abhebt. Wer gerne Geschichten à la „Alice im Wunderland“ liest, sollte sich „Flora Brimble“ vielleicht mal genauer anschauen. Ich persönlich hatte etwas anderes erwartet, habe die Lektüre aber dennoch nicht bereut. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

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