Eine gelungene Fortsetzung!
Mika Mysteries - Die Spur der MeisterdiebinStockholm, 1880. Der bitterkalte Winter ist endlich vorbei und die gesamte Stadt fiebert einem besonderen Ereignis entgegen: Die Rückkehr der Vega, das erste Schiff, das die Nordostpassage durchquert. ...
Stockholm, 1880. Der bitterkalte Winter ist endlich vorbei und die gesamte Stadt fiebert einem besonderen Ereignis entgegen: Die Rückkehr der Vega, das erste Schiff, das die Nordostpassage durchquert. Die 13-jährige Mika beschäftigen gerade allerdings ganz andere Sachen. Der kleinen Nora im Waisenhaus geht es immer schlechter und ein paar der ältere Kinder verhalten sich äußerst seltsam und verschwinden immer wieder. Als Kommissar Hoff dann auch noch um ihre Hilfe bei der Aufklärung einer Diebstahlserie bittet, beschleicht Mika der Verdacht, dass das Ganze irgendwie zusammenhängt. Sie beginnt zu ermitteln und stößt auf eine geheimnisvolle Frau im blauen Mantel. Wer ist diese Dame und was hat sie mit den Kindern vor? Ob Mika und der Kommissar wohl auch diesen gefährlichen Fall rechtzeitig aufklären können?
Hierbei handelt es sich um den zweiten Band von „Mika Mysteries“, der relativ zeitnah an die vorangegangenen Ereignisse anknüpft. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich daher, die Bände in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.
Nach meiner großen Begeisterung für den ersten Teil musste natürlich auch der zweite bei mir Einzug halten. Schon das Cover konnte wieder direkt bei mir punkten, ich liebe einfach die Aufmachung dieser Reihe. Von der heimeligen äußeren Erscheinung sollte man sich allerdings auch dieses Mal nicht täuschen lassen. Im Gegenteil, die Fortsetzung präsentiert sich sogar noch ein wenig finsterer als der Vorgänger.
Erneut entführt Johan Rundberg seine Leserschaft ins Jahr 1880 nach Stockholm und schafft es gekonnt, ein realistisches Bild der damaligen Zeit zu vermitteln. Vor allem das harte Leben der Waisenkinder wird sehr eindringlich und bildhaft beschrieben, sodass das Gelesene stellenweise ganz schön unter die Haut geht. Die Altersangabe ist durchaus mit Vorsicht zu genießen, nicht für jedes zehnjährige Kind wird diese Reihe schon etwas sein. Wer aber gerne atmosphärisch-düstere Detektivgeschichten liest, kommt hier ganz auf seine Kosten. Besonders Enola-Holmes-Fans ist diese schwedische Kinderkrimi-Reihe wärmstens zu empfehlen.
In gewisser Hinsicht ähnelt unsere 13-jährige Hautprotagonistin sehr der jüngeren Schwester von Sherlock Holmes. Auch Mika ist äußerst taff, mutig und clever und wirkt älter als sie eigentlich ist. Diesmal kommt ihre scharfe Kombinationsgabe vielleicht nicht ganz so zum Tragen wie beim vorherigen Fall, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut. Die Handlung ist durchweg mitreißend und abwechslungsreich, hält einige unerwartete Wendungen parat und lädt zum Miträtseln ein. Ein besonderes Highlight ist erneut das unterhaltsame Zusammenspiel zwischen Mika und dem Kommissar, das die ernste Grundstimmung wunderbar aufgelockert. Die kurzen Kapitel lassen die Seiten wieder nur so dahinfliegen und da das Geheimnis um Mikas Herkunft auch diesmal nicht gelüftet wird, kann man den dritten Band kaum erwarten.
Fazit: Eine rundum gelungene Fortsetzung hat Johan Rundberg hier geschaffen. Auch „Mika Mysteries – Die Spur der Meisterdiebin“ ist ein fesselnder und düsterer Kinderkrimi vor historischer Kulisse. Ein kriminell spannendes Lesevergnügen ab 10 Jahren mit einer starken Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt. Ich bin auch von diesem Band begeistert! Auf den dritten Teil (der leider erst in einem halben Jahr erscheinen wird) freue ich mich schon sehr. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.