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Cydonia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2026

Spannender Anfang, leider stark nachlassend

Belladonnas
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Vom Anfang war ich begeistert. Die Story ist zwar an sich nichts Neues, hatte aber durchaus spannendes Potential durch die Übertragung des Plots in die Welt von Social Media. Außerdem ist der Schreibstil ...

Vom Anfang war ich begeistert. Die Story ist zwar an sich nichts Neues, hatte aber durchaus spannendes Potential durch die Übertragung des Plots in die Welt von Social Media. Außerdem ist der Schreibstil fesselnd.
Es geht um die Zwillinge Julie und Chloe, die in unterschiedlichen Familien aufwachsen. Julie bei ihrer Tante, ungeliebt und in bescheidenen Verhältnissen, Chloe in einer luxuriösen Umgebung. Während erstere kaum über die Runden kommt, lebt Chloe als bekannte Influencerin in der Welt der Schönen und Reichen. Als Chloe unter seltsamen Umständen stirbt, schlüpft Julie in ihre Rolle und lernt die Belladonnas kennen. Julie stellt schnell fest, dass nichts ist, wie es scheint.
Leider hielt das Buch für mich nicht, was der Einstieg versprach.
Gut fand ich, dass gesellschaftliche Probleme angesprochen wurden, dies in meinen Augen aber zu klischeehaft.
Die ersten zwei Dritteln waren noch spannend. Dann kam es zu einem Bruch und die Handlung wurde für mich so seltsam und „abgefahren“, dass ich überlegt habe, das Buch nicht mehr fertig zu lesen.
Schade um das verschenkte Potential.
Ein toller Anfang, ein tolles Cover, aber nach zwei Dritteln nicht mehr überzeugend.

Veröffentlicht am 01.01.2026

Trau keinem, außer dir selbst

Wem du traust
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„Wem du traust“ ist ein spannender Krimi, der zeigt, wie trügerisch Vertrauen sein kann und wie schnell sich Sicherheiten auflösen – egal, ob es sich um Beziehung oder um Freundschaft handelt.
Eva führt ...

„Wem du traust“ ist ein spannender Krimi, der zeigt, wie trügerisch Vertrauen sein kann und wie schnell sich Sicherheiten auflösen – egal, ob es sich um Beziehung oder um Freundschaft handelt.
Eva führt mit ihrem Mann Daniel das perfekte Leben. Kleinstadtidylle pur. Oft hilft Sofia, die fünfzehnjährige Tochter von Evas bester Freundin Susanne, als Babysitter aus. Diese ist für Eva wie ihr zweites Kind. Eines Nachts bringt Daniel Sofia nach dem Babysitten nach Haus. Am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden und die Suche beginnt. Sagt Daniel die Wahrheit? Was verschweigt Susanne und was die Schulkameradinnen?
Die Geschichte entwickelt sich ruhig, aber stetig und zieht einen immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, Zweifeln und unerwarteten Wendungen hinein. Man rätselt von Anfang bis Ende mit, wem man glauben kann und wem nicht.
Geschildert wird die Story aus der Perspektive von drei Personen: einer unbekannten, aus der Ich-Perspektive von Eva und aus Sicht der Kriminalhauptkommissarin Heidi, was das Ganze abwechslungsreich macht.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, wodurch man schnell vorankommt und das Buch kaum weglegen kann.
Kleine Schwächen zeigt der Roman stellenweise im Mittelteil, wo sich einige Szenen etwas ziehen und die Spannung kurzzeitig nachlässt, aber nicht komplett verloren geht.
Insgesamt ist „Wem du traust“ ein fesselnder Krimi über Vertrauen, Misstrauen und greift auch Themen wie Misshandlung in der Beziehung auf.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es allen empfehlen, die psychologische Spannung mögen.

Veröffentlicht am 31.12.2025

Seichter, solider Thriller

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Der Anfang war Spannung pur.

Bereits der Prolog sorgt dafür, dass man wissen möchte, wer die betroffene Frau ist und ob diese überlebt hat. Dies wird erst am Ende des Buches verraten. Erst dann offenbart ...

Der Anfang war Spannung pur.

Bereits der Prolog sorgt dafür, dass man wissen möchte, wer die betroffene Frau ist und ob diese überlebt hat. Dies wird erst am Ende des Buches verraten. Erst dann offenbart sich auch der Zusammenhang zu Natalie und Cara, den Protagonistinnen des Buches.

Natalie und Cara feiern in einem Club und Cara verschwindet mit einem gut aussehenden Mann, ihrem „Hauptgewinn“. Am nächsten Tag wird Cara bewusstlos an einer Bushaltestelle gefunden und sie ist kein Einzelfall. Durch Zufall entdeckt Natalie das Bild des Unbekannten auf dem Cover einer Zeitschrift. Es handelt sich um einen erfolgreichen, reichen Unternehmer. Natalie ergattert einen Job in seiner Villa und macht sich ans Ermitteln.

Dabei stellt sie sich abwechselnd ziemlich naiv oder clever an, was für mich teilweise unglaubwürdig wirkte. Dies trifft auch auf die Rolle der anderen Charaktere und den Schluss zu.

Das Buch ist in verschiedene Tage geteilt und erzählt die Story überwiegend aus der Perspektive von Natalie. Auch Nick und ein/e Unbekannte/r kommen immer wieder zu Wort, was die Spannung auf jeden Fall erhöht, die im Mittelteil etwas nachlässt.

Insgesamt ist das Buch „Der Boss“ solide Unterhaltung für Thrillerfans, ohne besonders hervorzustechen. Es lässt sich durch den angenehmen Schreibstil prima lesen, ich hatte mir aber vom Inhalt mehr erwartet.
Wer eine spannende, leichte Lektüre für zwischendurch sucht, ist damit auf jeden Fall gut bedient, sollte jedoch keinen blutrünstigen Thriller erwarten, den das Cover suggeriert.
Dieses hatte mir online nicht so gut gefallen, wirkt aber mit dem rotorangen Farbschnitt und dem eingeprägten Satz „Ist er ein Monster oder ein Genie“ toll.

Veröffentlicht am 11.12.2025

Dunkle Geheimnisse

Eisnebel
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Der Inhalt des Buches klingt, abgesehen vom Prolog, zunächst nach „Pretty Woman“. Eine nicht gerade begüterte junge Frau lernt gutaussehenden, sehr wohlhabenden Mann kennen und sie verloben sich nach kurzer ...

Der Inhalt des Buches klingt, abgesehen vom Prolog, zunächst nach „Pretty Woman“. Eine nicht gerade begüterte junge Frau lernt gutaussehenden, sehr wohlhabenden Mann kennen und sie verloben sich nach kurzer Zeit. Nun sind Theodora und Connor auf dem Weg nach Idlewood, einem Berg mit diversen Chalets, der seiner Familie gehört und wo sie zwei Wochen Weihnachtsurlaub verbringen, um Theo der Familie vorzustellen.
Bereits auf der Fahrt taucht das erste schlechte Omen in Form eines Beinaheunfalles mit einem angeschossenen, schwer verletzten Hirsch auf.
Theo kommt in der Familie nicht gut an. In Connors Familie ist es wichtig, den Schein zu wahren. Niemand ist, wie er scheint, jeder hat ein Geheimnis – aber das trifft auch auf Theo zu.
Gerade dies macht die Spannung des Buches aus, da sich so ständig neue Erkenntnisse und Wendungen ergeben.
Im Laufe des Buches wird man mehrmals auf eine „falsche Fährte“ gelockt, sodass mich der Ausgang völlig überrascht hat.
Ich fand das Buch spannend und konnte es kaum weglegen. Durch den flüssigen Schreibstil ließ es sich sehr gut lesen und die Beschreibungen des Settings schufen eine passende, geheimnisvolle Atmosphäre.
Ein empfehlenswerter Thriller, der gut in die Winterzeit passt und bereits durch das tolle Cover und den Farbschnitt besticht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.

Veröffentlicht am 29.10.2025

Unterschlagene Heldinnen

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Das Buch „Wir dachten, das Leben kommt noch“ beruht auf einer wahren Geschichte. Eine Spezialeinheit des britischen Geheimdienstes, die sogenannte S.O.E., schickte – allerdings nicht offiziell - während ...

Das Buch „Wir dachten, das Leben kommt noch“ beruht auf einer wahren Geschichte. Eine Spezialeinheit des britischen Geheimdienstes, die sogenannte S.O.E., schickte – allerdings nicht offiziell - während des Zweiten Weltkrieges auch Frauen als Agentinnen in von Deutschen besetzte Gebiete, die unter Einsatz ihres Lebens als Funkerinnen tätig waren, Sabotage betrieben und den Widerstand unterstützten. Frauen zogen weniger Aufmerksamkeit auf sich als Männer. Leider wurde ihre außerordentliche, lebensgefährliche Tätigkeit im Gegensatz zur Leistung der Männer kaum gewürdigt.
Ausgangspunkt des Buches ist ein Auftrag, den die BBC-Moderatorin Gwen 1998 bekommt, nämlich ein Buch über die Frauen der S.O.E. zu schreiben und ihre Leistung zu würdigen. Auch die Großmutter von Gwen befand sich zu dieser Zeit in Paris. Gwen erfährt von Pat, die als Agentin zur Zeit der Besatzung in Paris war und die jahrzehntelang über ihren Einsatz geschwiegen hat. Ihr ganzes Leben wurde davon beeinflusst. Erst nach längerem Zögern bricht Pat ihr Schweigen und dadurch beginnt sie, ihr Leben auch tatsächlich zu leben.

Der Roman wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Vergangenheit wird die Geschichte nicht nur aus Sicht der S.O.E-Agentin Emma erzählt, sondern auch von Gwens Großmutter Ilsabé, die Gwen besprochene Kassetten hinterlassen hat.
Die Frauenfiguren sind stark, Elisabeth Sandmann beschreibt aber auch Ihre Zweifel, Nöte und Probleme. Sie stilisiert diese nicht als Heldinnen, sondern schildert alltägliche, mutige Menschen, die auch negative Gedanken wie Eifersucht haben.
So richtig Fahrt nimmt das Buch erst nach ca. 100 Seiten auf. Den Anfang fand ich etwas langatmig und die Sätze zu verschachtelt.
Danach konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Ich fand die Geschichte von Emma sehr spannend geschildert und sehr gut sind auch das Alltagsleben und die Alltagsprobleme der Pariser recherchiert.

Wer eine rasante Handlung erwartet, könnte enttäuscht werden. Insgesamt jedoch ein bewegender Roman, der die außerordentliche Leistung von mutigen Frauen würdigt und zeigt, dass jeder etwas bewirken kann, soweit er sich entscheidet, überhaupt zu handeln. Manchmal auch nur im Kleinen, wie die vielen Helfer der Agentinnen.
Für mich ist es ein Buch, das zum Nachdenken anregt und ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen.