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Cydonia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2025

Dunkle Geheimnisse

Eisnebel
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Der Inhalt des Buches klingt, abgesehen vom Prolog, zunächst nach „Pretty Woman“. Eine nicht gerade begüterte junge Frau lernt gutaussehenden, sehr wohlhabenden Mann kennen und sie verloben sich nach kurzer ...

Der Inhalt des Buches klingt, abgesehen vom Prolog, zunächst nach „Pretty Woman“. Eine nicht gerade begüterte junge Frau lernt gutaussehenden, sehr wohlhabenden Mann kennen und sie verloben sich nach kurzer Zeit. Nun sind Theodora und Connor auf dem Weg nach Idlewood, einem Berg mit diversen Chalets, der seiner Familie gehört und wo sie zwei Wochen Weihnachtsurlaub verbringen, um Theo der Familie vorzustellen.
Bereits auf der Fahrt taucht das erste schlechte Omen in Form eines Beinaheunfalles mit einem angeschossenen, schwer verletzten Hirsch auf.
Theo kommt in der Familie nicht gut an. In Connors Familie ist es wichtig, den Schein zu wahren. Niemand ist, wie er scheint, jeder hat ein Geheimnis – aber das trifft auch auf Theo zu.
Gerade dies macht die Spannung des Buches aus, da sich so ständig neue Erkenntnisse und Wendungen ergeben.
Im Laufe des Buches wird man mehrmals auf eine „falsche Fährte“ gelockt, sodass mich der Ausgang völlig überrascht hat.
Ich fand das Buch spannend und konnte es kaum weglegen. Durch den flüssigen Schreibstil ließ es sich sehr gut lesen und die Beschreibungen des Settings schufen eine passende, geheimnisvolle Atmosphäre.
Ein empfehlenswerter Thriller, der gut in die Winterzeit passt und bereits durch das tolle Cover und den Farbschnitt besticht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.

Veröffentlicht am 29.10.2025

Unterschlagene Heldinnen

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Das Buch „Wir dachten, das Leben kommt noch“ beruht auf einer wahren Geschichte. Eine Spezialeinheit des britischen Geheimdienstes, die sogenannte S.O.E., schickte – allerdings nicht offiziell - während ...

Das Buch „Wir dachten, das Leben kommt noch“ beruht auf einer wahren Geschichte. Eine Spezialeinheit des britischen Geheimdienstes, die sogenannte S.O.E., schickte – allerdings nicht offiziell - während des Zweiten Weltkrieges auch Frauen als Agentinnen in von Deutschen besetzte Gebiete, die unter Einsatz ihres Lebens als Funkerinnen tätig waren, Sabotage betrieben und den Widerstand unterstützten. Frauen zogen weniger Aufmerksamkeit auf sich als Männer. Leider wurde ihre außerordentliche, lebensgefährliche Tätigkeit im Gegensatz zur Leistung der Männer kaum gewürdigt.
Ausgangspunkt des Buches ist ein Auftrag, den die BBC-Moderatorin Gwen 1998 bekommt, nämlich ein Buch über die Frauen der S.O.E. zu schreiben und ihre Leistung zu würdigen. Auch die Großmutter von Gwen befand sich zu dieser Zeit in Paris. Gwen erfährt von Pat, die als Agentin zur Zeit der Besatzung in Paris war und die jahrzehntelang über ihren Einsatz geschwiegen hat. Ihr ganzes Leben wurde davon beeinflusst. Erst nach längerem Zögern bricht Pat ihr Schweigen und dadurch beginnt sie, ihr Leben auch tatsächlich zu leben.

Der Roman wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Vergangenheit wird die Geschichte nicht nur aus Sicht der S.O.E-Agentin Emma erzählt, sondern auch von Gwens Großmutter Ilsabé, die Gwen besprochene Kassetten hinterlassen hat.
Die Frauenfiguren sind stark, Elisabeth Sandmann beschreibt aber auch Ihre Zweifel, Nöte und Probleme. Sie stilisiert diese nicht als Heldinnen, sondern schildert alltägliche, mutige Menschen, die auch negative Gedanken wie Eifersucht haben.
So richtig Fahrt nimmt das Buch erst nach ca. 100 Seiten auf. Den Anfang fand ich etwas langatmig und die Sätze zu verschachtelt.
Danach konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Ich fand die Geschichte von Emma sehr spannend geschildert und sehr gut sind auch das Alltagsleben und die Alltagsprobleme der Pariser recherchiert.

Wer eine rasante Handlung erwartet, könnte enttäuscht werden. Insgesamt jedoch ein bewegender Roman, der die außerordentliche Leistung von mutigen Frauen würdigt und zeigt, dass jeder etwas bewirken kann, soweit er sich entscheidet, überhaupt zu handeln. Manchmal auch nur im Kleinen, wie die vielen Helfer der Agentinnen.
Für mich ist es ein Buch, das zum Nachdenken anregt und ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 26.10.2025

Teils spannend, teils enttäuschend

The Business Trip
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Zwei verschwundene Frauen: das Buch "The Business Trip" hat mich am Anfang sehr stark an das Buch von Julie Clark "Der Tausch" erinnert.
Stephanie und Jasmine sitzen im Flugzeug nebeneinander. Die beiden ...

Zwei verschwundene Frauen: das Buch "The Business Trip" hat mich am Anfang sehr stark an das Buch von Julie Clark "Der Tausch" erinnert.
Stephanie und Jasmine sitzen im Flugzeug nebeneinander. Die beiden könnten kaum unterschiedlicher sein. Stephanie, Karrierefrau und Chefin einer Fernsehredaktion, ist unterwegs zu einer Konferenz, Jasmine, die von Kindheit an kein glückliches Leben hatte, auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Die eine hat alles, die andere nichts.

Nach der Landung bekommen sämtliche Kontakte der beiden nur noch Nachrichten per SMS, bis beide spurlos verschwinden.

Das Buch ist aufgeteilt in Kapitel, die Bezug auf den Flugtag nehmen. Insgesamt schildern zehn verschiedene Personen in der Ichform ihren Eindruck vom jeweiligen Tag, was mir persönlich die Spannung etwas nahm, da bis zu fünf Personen einen Tag schilderten.

Der Schluss war mir zu unglaubwürdig und hat mich enttäuscht.
Ich fand das Buch zum Teil unterhaltsam und spannend, aber im Verlauf des Geschehens ließ die Spannung nach. Auf jeden Fall war der Schreibstil gut zu lesen. Auch das Cover fand ich sehr passend.
Ein Buch, das sich gut lesen lässt, aber keines, das man gelesen haben muss. .

Veröffentlicht am 20.10.2025

Raus aus dem Overload

Freier Kopf statt Mental Load
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Das Buch „Freier Kopf statt Mental Load“ setzt sich mit einem Thema auseinander, das besonders in vielen Familien und Partnerschaften präsent ist: der unsichtbaren Organisationsarbeit, die immer noch überwiegend ...

Das Buch „Freier Kopf statt Mental Load“ setzt sich mit einem Thema auseinander, das besonders in vielen Familien und Partnerschaften präsent ist: der unsichtbaren Organisationsarbeit, die immer noch überwiegend an den Frauen hängt. Die Autorinnen erklären anschaulich, was Mental Load bedeutet: nämlich die ständige Verantwortung, an alles zu denken, Aufgaben zu planen und Abläufe am Laufen zu halten. Sie zeigen die negativen Auswirkungen, die diese Denkarbeit auf Körper und Geist haben kann und dass bzw. wann man sich Hilfe holen sollte.
Das Buch liefert in drei Schritten viele konkrete Strategien, um die mentale Belastung zu erkennen und Schritt für Schritt zu reduzieren. Im Vordergrund steht die faire Verteilung von Verantwortung, weg von reiner „Hilfe“ hin zu echter Mitverantwortung. Die Autorinnen machen Mut, offen über Bedürfnisse zu sprechen und eingefahrene Strukturen zu verändern.
Gut fand ich, dass verschiedene wissenschaftliche Theorien und Modelle erläutert werden und es auch an praktischen Tipps nicht fehlt.
Anschaulich werden die Ausführungen durch Grafiken und Fragen ergänzt, die man selbst für sich beantworten kann. Leider unterbrechen aber diese oft den Fließtext. Eine andere Platzierung hätte ich übersichtlicher gefunden.
Farbige Textpassagen bieten verblüffende und spannende Zusatzinformationen, der Schreibstil ist verständlich und gut zu lesen.
Das Buch ist ein hilfreicher Ratgeber für alle, die faire Aufgabenverteilung und mehr Leichtigkeit im Alltag anstreben. Der Fokus liegt eher auf Müttern. Mental Load betrifft aber auch andere Personen, die leider etwas zu kurz kamen.
Dennoch haben mich Aufbau und Inhalt des Buches sehr angesprochen und mir Impulse gegeben, manche Situationen neu zu bewerten und zu überdenken. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

Veröffentlicht am 25.08.2025

Ein emotionaler Roman über eine beeindruckende Frau

In uns der Ozean
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In meiner Jugend habe ich das Buch „Der stumme Frühling“ gelesen, in welchem es um die Gefahren von DDT geht, und es hat mich sehr beeindruckt. Ähnliches ist der Autorin Theresia Graw mit dem Buch „In ...

In meiner Jugend habe ich das Buch „Der stumme Frühling“ gelesen, in welchem es um die Gefahren von DDT geht, und es hat mich sehr beeindruckt. Ähnliches ist der Autorin Theresia Graw mit dem Buch „In uns der Ozean“ gelungen.
Sie schafft es, wie Rachel Carson, den Leser auf eine sehr poetische Art emotional anzusprechen und unsere Abhängigkeit von der Natur und unsere Verantwortung den künftigen Generationen gegenüber nicht nur auf rationale Art zu vermitteln.

Viele wichtige Themen im Bereich Naturschutz werden von ihr auf Grundlage der Lebensgeschichte von Rachel Carson angesprochen. Man schützt nur, was man kennt und liebt und sollte nie das Staunen über die Wunder der Natur verlieren.

Theresia Graw beginnt die Lebensgeschichte Rachel Carsons beim Ende des Studiums im Jahr 1929 und schildert ihr Leben in Abschnitten abwechselnd mit der Vorbereitung auf ein TV-Duell im Jahre 1963. Die Autorin zeigt, mit welchen gesellschaftlichen Problemen Rachel als unverheiratete Frau zu kämpfen hatte, wie mutig sie den Kampf gegen die übermächtige chemische Industrie nebst Behörden aufnahm und wie schwierig es war, einen Verlag zu finden, um das Buch zu publizieren.

Ihr Kampf gegen den unkontrollierten Einsatz von DDT ist heute aktueller denn je. Auch wenn die zahlreichen Biozide heute andere Namen haben wie z.B. Glyphosat, ist das Insektensterben eines unserer großen Probleme. An der Hybris des Menschen und seinem Glauben, den andere Arten überlegen zu sein, hat sich leider nichts geändert.

Ich hoffe, dass viele neben Theresia Graws Buch auch „Der stumme Frühling lesen“.

Für mich ein Manko war, dass die Lebensgeschichte von Rachel Carson nicht nur in Kleinigkeiten abgeändert wurde und die TV-Talkshow nicht in der Realität stattgefunden hat.

Allerdings ist als Genre auch „historischer Roman“ und nicht Biografie angegeben. Warum die Autorin diesen Weg wählte, ist gut nachvollziehbar. So wurden Personen erfunden, um die Stellung der Frau der damaligen Zeit und die Probleme deutlicher und nachvollziehbarer zu machen, mit denen Frauen zu kämpfen hatten, die nicht den gesellschaftlichen Vorgaben entsprachen.

Ein mitreißender Roman, den ich sehr empfehlen kann.