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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.05.2026

Ein bisschen wie im Wahn

The Artist
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Ich finde ja, dass dieses wunderschöne Cover nicht so richtig zur Stimmung und zum Flair der Geschichte passt, die ich als deutlich angespannter, fast schon abgründig empfunden habe. Kunst bildet zwar ...

Ich finde ja, dass dieses wunderschöne Cover nicht so richtig zur Stimmung und zum Flair der Geschichte passt, die ich als deutlich angespannter, fast schon abgründig empfunden habe. Kunst bildet zwar den Mittelpunkt und Fokus der Geschichte, aber diese Kunst hat für mein Empfinden wenig Ruhigen/Ästhetisches. Viel mehr ist sie hier eine Art Mahnmal, wird zum Anstoßpunkt, gibt der Geschichte Kanten.

Was mir von Beginn an gut gefallen hat, das ist die Darstellung von Sylvette, ihrer Rolle im Haushalt von Tata, aber auch als Frau generell- im Dorf, in der Kunst, in der Wahrnehmung der sie umgebenden Männer. Anfangs denkt man noch, dass Sylvette eher Spielball als aktive Figur ist, das ändert sich aber gehörig, als Sylvette beginnt aktiv Raum und Beachtung einzufordern. Ich liebe diese Entwicklung innerhalb der Geschichte, denn sie erzeugt Reibung und emotionale Spannung.

Den Schreiblerling Joseph fand ich zwar etwas opportunistisch und für meinen Geschmack zu passiv, aber ok. Um ihn geht’s halt eigentlich auch nicht, vielmehr ist er Transportmedium für die Beziehung zwischen Tata und Sylvette.

Von Erzählstil her wirkt die Geschichte teil wie getrieben und dann in anderen Teilen wie in Watte gepackt- Tatas Hütte ein Kosmos für sich, mit ihm als Lichtgestalt und trotzdem bleibt vieles seinem Blick verborgen. Fands eine sehr einnehmende Erzählung.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Aufbruch und Ausbruch

Au revoir und tschüss
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„Au revoir und Tschüss“ ist ein Aufruf, endlich für die eigenen Bedürfnisse einzustehen, etwas nicht länger aufzuschieben und etwas für sich selbst zu tun. Caro ist die klassische Vorzeige-Frau: berufstätig, ...

„Au revoir und Tschüss“ ist ein Aufruf, endlich für die eigenen Bedürfnisse einzustehen, etwas nicht länger aufzuschieben und etwas für sich selbst zu tun. Caro ist die klassische Vorzeige-Frau: berufstätig, Ehefrau, Mutter. Das meiste, das sie tut, macht sie für andere, während sie selbst immer mehr in den Hintergrund gerät. Vor allem der Start ins Buch liest schrecklich mitleidserregend. Ich hatte erst ein bisschen Angst, dass wir hier in ein einziges Klischee reinlaufen, aber es wird relativ schnell eine Wendung herbeigeführt.

Das Herzstück der Geschichte sind für mich die Begegnungen, die Caro im Verlauf ihrer Reise hat, die viel von ihrem offenen und herzlichen Charakter offenbaren. Man merkt richtig, wie sie im Verlauf der Handlung aufblüht, neue Seiten sich entdeckt, ihre Lebenssituation hinterfragt und sich ihren Gefühlen stellt.

Die Geschichte liest sich herrlich leicht weg und hat einen tollen Flair. Es gibt ein paar Rückblenden in Caros Jugend und die Anfänge der Beziehung mit Holger, die das Bild schön abrunden und klar vor Augen führen, dass hier eine Liebe auf der Strecke verloren gegangen ist.

Ich muss sagen, dass mir Caros Reise zu selbst gut gefallen hat. Das Buch deckt auf wenigen Seiten einen relativ großen Zeitraum ab, weshalb nicht wahnsinnig in die Tiefe gegangen und einiges im Zeitraffer erzählt wird. Aber mir hat das gefallen und auch das Ende fand ich sehr stimmig. Es war kein klassisches Happy End (was ich liebe) aber sehr versöhnlich und hat mir gut gefallen.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Der Sommer deines Lebens

Little Hollywood
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Ich liebe Coming of Age und Teeniefilme mit 80s Flair. Dieses Buch ist eine gelungene Kombination aus beidem und ich liebe den Flair der Geschichte, die Verheißung des Sommers nach dem Schulabschluss und ...

Ich liebe Coming of Age und Teeniefilme mit 80s Flair. Dieses Buch ist eine gelungene Kombination aus beidem und ich liebe den Flair der Geschichte, die Verheißung des Sommers nach dem Schulabschluss und die Protagonistin, die gefühlt gefangen ist zwischen der Monotonie ihrer Heimat, dem Drang nach Freiheit und dem Gefühl, ihre Familie zurückzulassen.

Ich liebe es einfach, dass zentraler Handlungsort eine Videothek mit Namen „Little Hollywood“ ist. Die Szenen, die sich dort abspielen, zwischen fast schon nostalgischen Film-Klassikern, Zitate-Bingo und überholten Filmaufstellern, fand ich besonders atmosphärisch und ansprechend.

Jo wirkt wie der Held in einem John Hughes Film- der Außenseiter und Rebell mit der geheimen, tragischen Hintergrundgeschichte, der sich heimlich ins Herz des Lesers und der Protagonistin schleicht. Für mich passte hier alles.

Ich hab das Buch und Leos Erwachsenwerden quasi wie ein Schwamm in mich aufgesogen. Cooles Buch, habs gern gelesen.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Ganz schön harte Adaption

Beth is dead
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Little Woman ist ja für sich schon kein seichter, schöner Roman. Aber diese Adaption macht daraus etwas dunkles, fast schon hässliches. Eine Geschichte geprägt von Neid, Egoismus, Streitigkeiten und Mord. ...

Little Woman ist ja für sich schon kein seichter, schöner Roman. Aber diese Adaption macht daraus etwas dunkles, fast schon hässliches. Eine Geschichte geprägt von Neid, Egoismus, Streitigkeiten und Mord.

Alle hassen Beth. Zumindest wirkt es so, als zunehmend jeder ein Motiv für den Mord an ihr bekommt. Sie ist die ruhige, unscheinbare Tochter, sticht neben ihren schillernden Schwestern so gut wie überhaupt nicht heraus und wird trotzdem gefühlt zum Dorn in ihrer aller Augen. Das muss man erstmal schaffen.

Ich fand die Figuren ausnahmslos unsympathisch und hab mich echt gefragt, ob das im Original auch so ist und ich es nur nicht wahrgenommen habe oder die Autorin hier echt hart mit den Figuren ins Gericht geht.

Die vielen wechselnden Perspektiven im Davor und Danach fand ich anfangs unübersichtlich, aber man kommt dich recht gut rein. Dadurch erfährt man indirekt viel über die Familie, die Interessen und Hoffnungen der Schwestern und was sie bewegt. Es gibt viele Geheimnisse, Dinge die nicht ausgesprochen werden, verletzte Gefühle und unterdrückte Wut. Das macht den Fall Beth sehr vielschichtig, denn gefühlt hat plötzlich jeder ein Motiv.

Ich muss sagen, dass ich die Geschichte super packend fand und das trotz oder gerade aufgrund der eher unsympathischen Figuren und zahlreichen Spannungen. Mit der Auflösung hätte ich so nie gerechnet, fands aber richtig stark. Hab mich gut unterhalten gefühlt, wer aber Nähe zum Original sucht, ist hier eher falsch.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Vielleicht der bisher packendste Band

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4)
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Ich lese die Reihe um Art Meyer mit großer Begeisterung und mochte bisher jeden Fall, aber dieser gier ist der für mich brisanteste und auch packendste bisher. Ich kam wirklich absolut nicht los von diesem ...

Ich lese die Reihe um Art Meyer mit großer Begeisterung und mochte bisher jeden Fall, aber dieser gier ist der für mich brisanteste und auch packendste bisher. Ich kam wirklich absolut nicht los von diesem Buch.
Ist es der Thriller des Jahres- ich weiß es nicht. Aber ein grandioser Fall mit sehr viel persönlichem Bezug zu unserem Ermittler

Ich finds ja total cool wie jeder Band einen besonderen Fokus auf eine der Nebenfiguren und ihre Beziehung zu Art legt. Das gibt den Büchern auch immer sehr viel Charakter und eine sehr nahbare Herangehensweise.

Vor allem Arts Gedanken und Sorgen zum Thema Familie und Elternschaft geben ihm eine emotional greifbare Komponente, die ich wieder sehr sympathisch fand. Man merkt wie weit er bereit ist zu gehen.

Die Dimension des Falls Henrik fand ich dann doch überraschend und packend. Auf diese Auflösung war ich wirklich nicht gefasst. Wieder richtig stark.

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