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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2025

Eine Verkettung ungünstiger Umstände

Horror-Date
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Ich bin großer Fan der Fitzek-Thriller aber seine Romane konnten mich bisher eher nicht hinter dem Ofen herholen. Bei diesem fand ich jetzt aber die Grundidee sehr ansprechend und habe mir viel erhofft. ...

Ich bin großer Fan der Fitzek-Thriller aber seine Romane konnten mich bisher eher nicht hinter dem Ofen herholen. Bei diesem fand ich jetzt aber die Grundidee sehr ansprechend und habe mir viel erhofft. Vielleicht aber zu viel.

Die Figuren sind sehr klischeehaft gezeichnet. Eigentlich weiß man bereits nach wenigen Seiten, wie der Hase läuft und was man von der Story zu erwarten hat. An sich finde ich das auch erstmal nicht schlimm, aber da auch sonst nicht viel überraschendes passiert, war es irgendwann ein bisschen mau.

Die Story wirkt zu gewollt witzig. Die chaotischen Zufälle, Missverständnisse und Ungeschicke reihen sich hier zahlreich aneinander. Das ist überhaupt nicht mein Fall, weil es gar keine Atempausen von der eher mittelmäßigen Situationskomik gibt.

Die Kapitel sind kurz und lesen sich flüssig. Sein Handwerk beherrscht Fitzek eben, sodass die Geschichte angenehm vor sich hinplätschert und durchaus kurzweilig ist. Man verpasst nichts, wenn mans nicht liest, dafür fehlt die Tiefe. Der Roman soll unterhalten und tut das auf Slapstick-Art.
Ich fands ok und ganz nett für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein riskanter Plan

Du hast mich zuerst getötet
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Ich mag ja psychologische Thriller und Krimis, die ein Verbrechen von langer geplant zur Perfektion kommen lassen. Und dieses Buch von Jon Marrs ist eine gute Mischung aus beiden. Es ist böse, düster und ...

Ich mag ja psychologische Thriller und Krimis, die ein Verbrechen von langer geplant zur Perfektion kommen lassen. Und dieses Buch von Jon Marrs ist eine gute Mischung aus beiden. Es ist böse, düster und durchtrieben, aber auch einfach sehr spannend, da niemand sein wahres Gesicht zeigt.

Am Anfang fand ichs etwas gewöhnungsbedürftig, da es eine Perspektive gibt, die nicht zu den anderen passt. Es braucht ein bisschen bis ich sie einordnen und das ganze Ausmaß dessen erfassen konnte, wofür sie steht.

Spannend ist aber? Dass jede der Figuren ihr ganz eigenes Spielchen spielt und damit lange nicht klar ist, wer genau hier Opfer und wer Täter ist. Die Grenzen von Recht, Gerechtigkeit und Moral werden hier bis zum Zerreißen ausgedehnt. Aber genau das gibt der Geschichte ihren Reiz.

Teilweise hatte es ein paar Längen und generell ist die Handlung sehr gedehnt. Da hätte es für mich gerne etwas knackiger sein können. Trotzdem was es flüssig zu lesen und unterm Strich wurde ich überrascht, schockiert und gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Im Augenblick leben

Für immer
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Ich fand das thematische Gedankenspiel super interessant: die Welt steht still, was würdest du tun? Maja Lunde hat damit bei mir absolut einen Nerv getroffen, vermutlich sogar den Nerv ganzer Generationen. ...

Ich fand das thematische Gedankenspiel super interessant: die Welt steht still, was würdest du tun? Maja Lunde hat damit bei mir absolut einen Nerv getroffen, vermutlich sogar den Nerv ganzer Generationen. Hat mir gut gefallen.

Fast hätte ich mir ein bisschen mehr Background gewünscht, mehr Erklärungen dazu, was geschehen ist und welche Auswirkungen es auf das Leben hat. Hier bekommt der Leser nur keine Einblicke, die Schlaglichter einiger ausgewählter Leben. Und die sind durchaus gut und divers gewählt, trotzdem hätte mich auch die wissenschaftliche Betrachtung dahinter interessiert.

Da ist viel Unwissenheit, ein bisschen hoffnungsvolle Freude, Resignation und Angst. Doch diese Emotionen stehen ein bisschen im Luftleeren Raum; ihnen wird keine echte Richtung gegeben. Es ist dieses „alles ist möglich“-Paradox. Es ist eine Momentaufnahme, Leben im Jetzt, Leben ohne Ziel und dadurch auch ein bisschen Leben ohne Sinn.

Es ist eine sanfte, wunderschön erzählte Geschichte. Ich habe die Eindrücke, Gedanken und Gefühle gerne beobachtet, auch wenn sie teilweise trotz nahbarer Themen für mich wenig greifbar waren. Aber ein Buch, dass zum Nachdenken anregt und Gesprächsstoff bietet.

Die kurzen Kapitel aus wechselnden Perspektiven lesen sich sehr angenehm. Die Geschichte es eher suggestiv, nicht unbedingt detailreich und von der Erzählweise für mein Empfinden sehr episodisch. Das schaffte für mich eine gewisse Distanz zu den Figuren, als Leser bleibt man Beobachter, was mir in diesem Fall aber gut gefallen hat.
Empfehle ich gerne weiter.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Guter zweiter Band

Liga Lexis – Blutrote Tinte
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Was passiert, wenn die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwinden? Ja, wenn sie sogar gesprengt werden? Das erfährt der Leser in dieser Fortsetzung von Liga Lexis. Ich mochte Band 1 super gerne ...

Was passiert, wenn die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwinden? Ja, wenn sie sogar gesprengt werden? Das erfährt der Leser in dieser Fortsetzung von Liga Lexis. Ich mochte Band 1 super gerne und habe ich mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut. Diese kam für mich etwas schwächer daher als der Auftaktband. Ich hatte hier auf neue Buchfiguren und spannende Begegnungen gehofft, allerdings knüpft die Handlung sehr unmittelbar an den vorherigen band an, sodass die Handlung sich weiterhin in dem Rahmen bewegt, den bereits Band 1 gesetzt hat.

Annie habe ich in diesem Band als etwas unstetig empfunden. Nicht nur, weil sie an absoluter Selbstüberschätzung leidet, was ihre Fähigkeiten anbelangt, auch zwischenmenschlich ist sie sehr wankelmütig unterwegs. Ich hab auf jeden Fall in diesem Band deutlich häufiger den Kopf über ihre wahnwitzigen Pläne geschüttelt und darüber, dass sie nie über die Konsequenzen ihres Handelns nachdenkt. Wofür sie letztendlich in diesem Band auch die Quittung bekommt. Im Mittelteil plätscherte die Handlung so ein bisschen vor sich hin, bevor es auf den letzten Seiten nochmal richtig packend wird.

Alles rund um die Buchwelt, den Limbus und Charon fand ich wieder sehr interessant und durchaus spannend angelegt. Auch gibt es in diesem Buch ein paar durchaus überraschende Enthüllungen, sodass es durchweg stimmungsvoll und auch mitreißend bleibt. Für mich ist das eine Geschichte, die man am liebsten überhaupt nicht aus der Hand legen will, weil es gefühlt noch so viel zu entdecken und verstehen gibt.

Ein bisschen enttäuscht bin ich in diesem Buch ja von Caspian, dessen Charakterentwicklung größtenteils stagniert, dafür stehen Freundschaften und Loyalität hier wieder sehr im Fokus. Besonders für Jugendfantasy finde ich das richtig stark.
Bin auf den Reihenabschluss jetzt auf jeden fall schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Wow, tough topic, aber gut rübergebracht

Something happened to Ally
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Romane, die Triggerthemen rund um sexualisierte Gewalt beinhalten finde ich oft schwierig, denn es ist ein thematisches Minenfeld und ein schmaler Grad in Hinblick auf Pietät und Empathie. Dieses Buch ...

Romane, die Triggerthemen rund um sexualisierte Gewalt beinhalten finde ich oft schwierig, denn es ist ein thematisches Minenfeld und ein schmaler Grad in Hinblick auf Pietät und Empathie. Dieses Buch schafft den Balanceakt aber sehr gut. Und da ich es wichtig finde, dass offen mit solchen schweren Themen umgegangen wird, haben solche Bücher auch absolut ihre Daseinsberechtigung.

Die zwei weiblichen Perspektiven auf ein und das selbe Ereignis, einmal die Täter- bzw. Mitwisser-Perspektive und einmal das Opfer, das war einfach grandios. Erschreckend, beängstigend, zum aus der Haut fahren. Es ist keine leichte Geschichte, aber es ist ein realistisches Szenario.

Ich fand vor allem Ally sehr nahbar und sympathisch und habe sehr mit ihr mitgefühlt. Den Mean Girl Club rund um B. fand ich aber auch sehr authentisch angelegt. Mitleid konnte ich trotzdem nicht mit ihr empfinden, auch wenn vor allem ihr moralisches Dilemma zum Ende hin mich doch gepackt hat. Das war überzeugend angelegt, zwischen Selbstschutz, Egoismus und Zweifel wurde B. für mich quasi zur Verliererin der Geschichte, was fast schon traurig war.

Ich finde diese Art Geschichte so wichtig, nicht nur weil sie ein relevantes und brisantes Thema sichtbar machen, sondern den Leser auch sensibilisieren und zum Nachdenken anregen. Und das schafft dieses Buch auf eine eher sanfte Art. Hier wird nicht mit der Keule geschwungen und dem Finger gezeigt, es ist deutlich subtiler. Aber es ist eine starke und bestärkende Geschichte.

Der Schreibstil ist leicht und erleichtert damit auch das Lesen des Buches, dass viele Emotionen, viele Gedanken und viele Facetten mitbringt.

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