eher dezenter Grusel
Der KnochenwaldChristina Henry ist für mich eine dieser Autorinnen, bei denen mich eigentlich alle Bücher erstmal grundsätzlich ansprechen und ich denke die meisten ihrer Bücher habe ich inzwischen gelesen. Ich mag besonders ...
Christina Henry ist für mich eine dieser Autorinnen, bei denen mich eigentlich alle Bücher erstmal grundsätzlich ansprechen und ich denke die meisten ihrer Bücher habe ich inzwischen gelesen. Ich mag besonders gern die düsteren Märchen-Adaptionen. Diese Geschichte hier ist davon losgelöst, zumindest habe ich keine Parallele zu irgendeinem Märchen finden können. Es ist also eher eine Gruselgeschichte/ein Spannungsroman.
Die Geschichte ist vom Erzählstil her ein bisschen konfus und sprunghaft. Bei Martha vereinen sich alte Erinnerungen mit einer Art Kopfstimme, mit der sie in ständigem Austausch Zwiegespräche führt. Das fand ich vor allem anfangs sehr gewöhnungsbedürftig und wusste nicht so recht, wie ich Martha dadurch einschätzen soll. Vor allem gegen Ende entwickelte sich das aber für mich zu einem meiner liebsten Stilelemente in diesem Buch.
Das Grundgerüst der Geschichte rund um die toxische, missbräuchliche Beziehung zwischen William und Martha fand ich erstmal solide. Erschreckend aber nahbar erzählt aus der Sicht von Martha, die mehr ein Schatten ihrer Selbst ist und oft auf unbeholfene Art kindlich und naiv wirkt. Ihre weltfremde Lebensweise und Marthas fremdbestimmte Art sind mir dabei schon auch unter die Haut gegangen.
Also es dann an das Thema Monster im Wald/ Kryptiden ging wurde es ziemlich ominös, einfach weil es wenig greifbar war und sich die Ereignisse relativ schnell überschlugen. So richtig klar und schlüssig fand ich das nicht unbedingt, aber es sorgt zumindest für Tempo und Stimmung innerhalb der Geschichte.
Insgesamt fand ich die Story ein bisschen flach und die Charaktere eher mittelmäßig. Allein Martha sticht deutlich heraus und legt vor allem eine starke Entwicklung hin. Es gibt ein paar kleinere Horror-Element, ansonsten ist die Handlung im großen und ganzen aber eher unspektakulär und lebte für mich allein von Martha langsam erwachenden Erinnerungen und ihrem persönlichen Befreiungsschlag. Als Horror/Spannungsroman hats mich jetzt nicht so umgehauen.