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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2025

Über Freundschaft

Klapper
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Ich liebe ja Stories über Außenseiter und Coming of Age und dieses Buch ist eine coole Mischung, durchzogen mit dem Flair meiner eigenen Jugend. Ich mochte die Alltäglichkeit der Geschichte rund um Pubertät, ...

Ich liebe ja Stories über Außenseiter und Coming of Age und dieses Buch ist eine coole Mischung, durchzogen mit dem Flair meiner eigenen Jugend. Ich mochte die Alltäglichkeit der Geschichte rund um Pubertät, Schule und Freundschaft, die so wunderbar nahbar erzählt wird.

Ich fand die Unsicherheit und das emotionale Chaos, das in Klapper tobt, sehr authentisch geschildert. Er stellt einen harten Kontrast zur nüchtern Bär da, die irgendwie gleichzeitig zu alt und zu jung für ihr eigenes Leben zu sein scheint. Sie ist abgeklärter, aber auch irgendwie verloren- bereits verbraucht, bevor sie überhaupt gelebt hat.

Den Jugendton der Zeit und die Chatnachrichten fand ich gut getroffen, genauso wie das kleinbürgerliche Spießertum. Und grade wenn man denkt man weiß worauf diese Geschichte hinausläuft, zieht sie einem den Boden unter den Füßen weg.

Die Geschichte war für mich nicht emotional im herkömmlichen Sinn, hat mich aber abgeholt und ergriffen. Das Ende und die Aufarbeitung dessen kamen mir vllt ein bisschen zu schnell und zu kurz, gleichzeitig hat das aber auch irgendwie gepasst.

Klingt nach, weil es sehr vertraut ist.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Stelle dich deiner Schuld

Deep Fake
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Ich finde das Cover optisch sehr auffällig, aber gleichzeitig auch irgendwie nichts sagend. Was mich hier so gecatcht hat, war das Thema der Deep Fake und des KI unterstützten Rachefeldzugs. Das finde ...

Ich finde das Cover optisch sehr auffällig, aber gleichzeitig auch irgendwie nichts sagend. Was mich hier so gecatcht hat, war das Thema der Deep Fake und des KI unterstützten Rachefeldzugs. Das finde ich aktuell und brisant, gleichzeitig nimmt das Thema Deep Fake letztendlich weniger Raum ein als gedacht. Für mich hatte die Geschichte einigen Längen, sodass der Beginn fast schon der spannendste Part für mich war.

Zum Inhalt: Mira ist Lehrerin, daher droht nicht nur ihre persönliche Reputation, sondern auch ihre Karriere zu zerbrechen, als im Internat ein vermeintliches Nacktvideo von ihr auftaucht. Mira ist sich sicher, dass es sich dabei um eine Fälschung handeln muss, denn solch ein Video hat sie nie aufgenommen, aber selbst sie muss eingestehen, dass sie die Frau auf dem Video ist und es täuschend echt aussieht. Doch wer würde ihr so etwas antun? Die Suche nach dem Täter führt sie in ihre eigene Vergangenheit.

Die Handlung steigt eigentlich direkt temporeich und spannend ein, ließ dann aber nach der ersten großen Enthüllung rund um Miras Deep Fake wieder ganz schön nach und zog sich für meinen Geschmack dann bis zu den Konfrontationen im letzten Drittel teilweise ganz schön in die Länge. So als hätte die Autorin ihr Pulver direkt zu Beginn bereits verschossen.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei die Vergangenheit über Kats Tagebuch abgedeckt wird. Einen Großteil dessen fand ich tatsächlich eher uninteressant- typisches Dorfgewäsch und klischeehaftes Teeniegesülze. Wirkt zwar sehr authentisch, trug unterm Strich aber eher wenig zur Handlung bei und hat mich sowohl inhaltlich als auch vom Erzählten irgendwann eher genervt.

Alles rund um die KI und Kats Haus fand ich super interessant und hätte mir da irgendwie mehr Interaktion mit gewünscht. Aber spätestens ab der Zusammenkunft im haus wird es einfach wahnsinnig unübersichtlich wer sich wo aufhält und was eigentlich passiert. Da war es für mich fast schon anstrengend dem Handlungsverlauf zu folgen.

Die Auflösung war vielschichtig und unterm Strich auch nachvollziehbar, trotzdem hat mich das Ende irgendwie unbefriedigt zurückgelassen. War für mich jetzt kein superpackender Thriller.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Gefällt mir viel besser als Band 1

This could be home
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Ich bin ja ehrlich: im ersten Band hat mich die Lovestory ja eher nicht so überzeugt, nicht zuletzt weil die Protas quasi keine drei ernsten Worte miteinander gewechselt haben. Thematisch und auch von ...

Ich bin ja ehrlich: im ersten Band hat mich die Lovestory ja eher nicht so überzeugt, nicht zuletzt weil die Protas quasi keine drei ernsten Worte miteinander gewechselt haben. Thematisch und auch von den Figuren hat mich daher dieser zweite Band direkt schon mehr abgeholt. Für mich hatte dieses Buch alles, was ich an Büchern von Lily Lucas so liebe: ein tolles Setting, Charaktere, die einem ans Herz wachsen und emotionale Tiefe.

Zum Inhalt: nachdem Laurie einen ereignisreichen Sommer auf Hawaii verbracht hat, graut es ihr davor in ihr altes Leben und den Unialltag zurückzukehren. Viel mehr hat sie festgestellt, was sie stattdessen will: Rettungsschwimmerin werden. Doch die Ausbildung ist hart und der Aufnahmetest nicht ohne, sodass Surfer Chip Laurie anbietet ein Praktikum im Team seines Vaters zu machen. Und der teilt sie ausgerechnet Chips Bruder Tristan zu, der alles andere als begeistert von der Idee ist.

Lily Lucas hat einfach einen superschönen, smoothen Schreibstil und ich mag nachwievor den Flair des Settings. Grumpy vs Sunshine kommt hier wirklich richtig gut rüber und ich habs sehr geliebt die Interaktionen zwischen Laurie und Tristan zu verfolgen, genauso wie die wachsende Chemie zwischen ihnen.
Außerdem fand ichs richtig stark, wie hier auf die Härte des Jobs, die Verantwortung als Rettungsschwimmer und auch die Belastung und Schuld eingegangen wird, die damit einhergehen können. Das macht die ganze Geschichte auch noch authentischer, denn hier ist nicht einfach alles eitel Sonnenschein und easy Lifestyle.

Die Geschichte war einfach absolut bezaubernd, Laurie mochte ich ja schon in Band 1 als Nebencharakter total gern, aber hier entwickelt sie sich spürbar weiter, steht für sich ein und kämpft für ihre Ziele, was ich einfach bemerkenswert und mitreißend fand. Und Tristan ist für mich mal wieder ein absoluter Volltreffer-Bookboyfriend- harte Schale und wunderbar verletzlicher, weicher Kern. Habs sehr gefühlt.

Die Geschichte hat viel verletzliche Offenheit, aber auch diese Prise Chaos, die das ganze so wunderbar herzlich und unterhaltsam macht. Hat mir richtig gut gefallen.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Im Archiv verstecken sich noch weitere Fälle

Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt
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Der erste Band rund um das Mörderarchiv und das beschauliche Örtchen Castle Knoll mit all seinen durchtriebenen Geheimnissen hat mich letztes Jahr total begeistert. Daher habe ich mich sehr auf die Fortsetzung ...

Der erste Band rund um das Mörderarchiv und das beschauliche Örtchen Castle Knoll mit all seinen durchtriebenen Geheimnissen hat mich letztes Jahr total begeistert. Daher habe ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut und war neugierig, was das Archiv wohl noch für uns Leser bereithält. Leider hat mich dieser zweite Fall aber deutlich weniger mitgerissen, als der Erste.

Zum Inhalt: Nachdem sich Annie von den Strapazen rund um Tante Francis Tod erholt und ihr Erbe angetreten hat, könnte das Leben so einfach sein. Doch was will Annie eigentlich mit ihrem neuen Leben anfangen? Als dann auch noch die Leiche der Wahrsagerin des Dorfes in Annies Gewächshaus gefunden wird ist klar: Annie muss erneut das Mörderarchiv konsultieren und den Fall lösen.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und generell mag ich die Sprecherin total gerne, die eine angenehme Erzählstimme hat. Aber ich hatte so meine Probleme mit den Übergängen zwischen den Erzählsträngen. Die fand ich manchmal nicht so geschickt, weil sie für mich nicht immer sofort eindeutig waren und ich dadurch immer mal verwirrt war, wenn die einzelnen Informationen und Personen nicht zusammenpassen wollten. Ich weiß nicht, wie das in der gedruckten Version gelöst ist, aber hier hätte ich mir klarere Cuts gewünscht.

Generell geht es wieder viel um die sozialen und amourösen Verstrickungen in Castle Knoll und zwischen den Bewohnern des Ortes. Fand ich das in Band 1 noch sehr charmant und ansprechend neuartig, so war dieser zweite Band für mich fast eine Art Wiederholung des erfolgreichen Konzepts seines Vorgängers: eine Prophezeiung, ein mysteriöser Tod, bürgerliche Geheimnisse. Und Tante Francis als passive Protagonistin ihrer eigenen Geschichte. Mir hat einfach bei diesem Band etwas gefehlt, das ihn von seinem Vorgänger absetzt. Der Fall selbst war wieder nicht schlecht, ich mag weiterhin Setting und Humor, aber ich hätte mir einfach eine spürbare Entwicklung im Vergleich zum ersten Band gewünscht. 

Vielleicht hat mich das Buch auch thematisch ein bisschen auf dem falschen Fuß erwischt, aber irgendwie kam mir das Liebesleben von Francis diesmal zu raumgreifend vor. Dieses anfängliche Schwanken zwischen zwei Männern und dann die fast schon mädchenhafte Verliebtheit- das war irgendwie too much. Dieses ganze Drama rund um das Thema Liebe war einfach überzogen und gar nicht mein Ding. Und dafür, dass Francis ja bereits im letzten Band gestorben ist, nimmt sie hier unglaublich viel Raum ein, wohingegen Annie fast blass auf mich wirkte. Ich glaube, wäre dies der erste Band gewesen, würde ich vielleicht nicht so hart mit ihm ins Gericht gehen, denn es ist wieder eine urige Geschichte voller Geheimnisse und Intrigen, die durchaus kurzweilig gestaltet ist. Aber durch meine hohe Erwartungshaltung nach Band 1, war ich doch etwas ernüchtert. Ich würde einem dritten Band trotzdem eine Chance geben, vllt aber als gedruckte Version, da ich mit der Struktur im Hörbuch ein bisschen gehadert habe.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Ägyptische Schatzsuche

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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„What the River knows“ klang für mich nach einem modernen, weiblicheren Abenteuerroman, so eine Art Tomb Raider trifft Jane Austen. Und da Ägypten mich schon immer fasziniert und begeistert hat, war ich ...

„What the River knows“ klang für mich nach einem modernen, weiblicheren Abenteuerroman, so eine Art Tomb Raider trifft Jane Austen. Und da Ägypten mich schon immer fasziniert und begeistert hat, war ich auch vom Setting direkt begeistert. Das Buch war weniger vorhersehbar als ich dachte und hat mich fantastisch unterhalten.

Zum Inhalt: Schon immer lauschte Inez gebannt den Erzählungen ihrer Eltern von Ägypten und träumte davon, sie eines Tages dorthin begleiten zu dürfen, statt gesellschaftliche Umgangsformen zu lernen und einen Ehemann zu suchen. Doch als ihre Eltern auf mysteriöse Weise umkommen, beschließt Inez nach Ägypten aufzubrechen und der Sache auf den Grund zu gehen.

Ich mochte die Detailverliebtheit der kleinen Skizzen, Hieroglyphen und auch der kleinteiligen Erzählung an sich. Man merkt direkt, wie viel Recherche und auch Herzblut in diese Seiten geflossen sind. Viele von Inez’ Eindrücken wurden sehr bildhaft festgehalten und man bekommt ein gutes Gespür für Setting und Flair.
Inez selbst ist überaus gewieft und gewitzt, sie ist schlagfertig und mutig- die ideale Heldin einer Abenteuergeschichte.

Was die Geschichte in meinen Augen so faszinierend und spannend macht ist, dass quasi nichts ist wie es scheint und man eigentlich nie sicher sein kann, wem man trauen kann. Inez befindet sich weit weg von zu Hause, auf sich allein gestellt in der Fremde. Und wie jede junge Frau, die zum ersten Mal die Möglichkeit zur freien Entfaltung hat, trifft sie teils fragwürdige Entscheidungen und gelangt öfter mal in Schwierigkeiten.

Dass sich hier auch eine leichte Lovestory andeutet war dezent gehalten, was mir gut gefallen hat. Generell gibt es viele Figuren, deren Bedeutung für den Fortgang der Handlung lange unklar bleibt, aber zum Schluss setzt sich ein stimmiges Bild zusammen. Das Ende hat mich nochmal total überrascht und ich will unbedingt Band 2 lesen.

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