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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2018

Nett, aber nicht mehr

Seidengeflüster - Gibt's dich, Mr. Right?
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Die Protagonistin und ihre Geschichte
Lisa steht kurz davor, ihren Traum zu verwirklichen und zum SEK zu wechseln. Ihren Mann fürs Leben hat sie allerdings noch nicht gefunden und im Grunde rechnet sie ...

Die Protagonistin und ihre Geschichte
Lisa steht kurz davor, ihren Traum zu verwirklichen und zum SEK zu wechseln. Ihren Mann fürs Leben hat sie allerdings noch nicht gefunden und im Grunde rechnet sie auch nicht damit, im Urlaub auf Mallorca mehr Glück zu haben, aber einem Date ist sie nie abgeneigt. Dass ihre eindeutigen Aufforderungen allerdings zu Telefonsex mit einem Unbekannten führen, damit hatte sie nicht gerechnet.

Meine Gedanken zum Buch
Die Geschichte ist nett, mehr aber leider nicht. Für einen Erotikroman ist die Handlung zu „harmlos“, für einen Liebesroman fehlen die großen Gefühlen. Der Klappentext ist irreführend, weil der Mann mit der sexy Telefonstimme nur eine untergeordnete Rolle spielt und Lisa sich mit zwei anderen Männern vergnügt.

Am Ende des Buches hing ich in der Luft, fragte mich, ob es ein Cliffhanger sein soll und habe dann gelesen, dass „im September“ der zweite Teil erscheint. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Buch im Mai 2017 erschienen ist, hätte ich „September“ auf das Jahr 2017 bezogen, aber gefunden habe ich Teil 2 nirgends.

Warum Lisas Beruf eine so große Rolle spielt, dass er immer wieder erwähnt wird, hat sich mir auch nicht erschlossen, vielleicht klärt sich das in Teil 2. Mich konnte das Buch allerdings nicht dazu motivieren, die Fortsetzung auf meine Wunschliste zu setzen.

Vielleicht hätte ich mehr als drei Sterne vergeben, wenn es die ganze Geschichte in einem Buch gegeben hätte, so bin ich etwas ernüchtert und bleibe bei „nett, aber nicht mehr“.

Veröffentlicht am 15.04.2018

Hat mich gefesselt

Deine Seele so schwarz
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Zum Inhalt
Dies ist der vierte Fall um Kommissar Moritz Ehrlinspiel und sein Team. Es gilt, den Mord an Edith Felber zu untersuchen, die bei einem Unwetter ums Leben kam. Erschwert wird der Fall dadurch, ...

Zum Inhalt
Dies ist der vierte Fall um Kommissar Moritz Ehrlinspiel und sein Team. Es gilt, den Mord an Edith Felber zu untersuchen, die bei einem Unwetter ums Leben kam. Erschwert wird der Fall dadurch, dass die Tote die Mutter von Kriminaltechniker Lukas Felber ist. Außerdem verschweigt die Konflikt-Beraterin Baumann, die dem Team vom neuen Chef vorgesetzt wurde, etwas. Erst als ein weiterer Todesfall das Team erschüttert, kommen sie den Geheimnissen langsam auf die Spur.

Meine Gedanken zum Buc
Dieser Krimi ist sehr vielschichtig. Petra Busch startet direkt mit mehreren Handlungssträngen, die zunächst in keinem Zusammenhang stehen, aber nach und nach ineinander fließen. Weil ich die Komplexität der Verstrickungen erst ganz am Ende überblickt habe, war ich sehr überrascht über die Auflösung. Allerdings muss ich zugeben, ich hätte schon viel früher darauf kommen können, aber ich war von der Geschichte so gepackt, dass ich scheinbar vor lauter Spannung nur geradeaus denken konnte.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte recht ruhig und ohne großes Blutvergießen, dafür ist die Handlung perfekt konstruiert und absolut plausibel. Dieser Krimi hat mich gefesselt, wie es in den letzten Monaten nur wenige Bücher konnten.

Veröffentlicht am 15.04.2018

Faszinierend und beängstigend

Das Joshua-Profil
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Der Protagonist und seine Geschichte
Der Autor Maximilian „Max“ Rhode hat mit seinem Debütroman „Die Blutschule“ einen Bestseller gelandet, doch seine weiteren Bücher fanden kaum Interesse. Das fehlende ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Der Autor Maximilian „Max“ Rhode hat mit seinem Debütroman „Die Blutschule“ einen Bestseller gelandet, doch seine weiteren Bücher fanden kaum Interesse. Das fehlende Einkommen macht seine Frau Kim wett, die Pilotin bei der Lufthansa ist. Die beiden sind Pflegeeltern der fast zehnjährigen Jola, die Sie schon als Baby bei sich aufgenommen haben.

Im Gegensatz zu seinem pädophilen Bruder Cosmo, ist Max noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Bis jetzt. Denn als er von einem Fremden ans Sterbebett gerufen wird, warnt dieser ihn eindringlich:

Joshua hat sie auserwählt, und Joshua irrt nie… Sie dürfen sich nicht strafbar machen. Unter keinen Umständen… Ich weiß, dass Sie sich strafbar machen werden. Joshua kennt Sie besser als Sie sich selbst… Verlassen Sie noch heute die Stadt!… Kommen Sie nicht zurück!… Sonst enden Sie wie ich.

Eines Tages ist Jola verschwunden und das letzte, was Max von ihr hört ist:

Joshua kennt jeden Deiner Schritte. Viel Glück!
Meine Gedanken zum Buch
„Das Joshua-Profil“ ist einmal mehr ein sehr gut konstruierter Thriller aus der Feder von Sebastian Fitzek. Die Geschichte hat mich schon nach den ersten Seiten in ihren Bann gezogen und ist durchgehend spannend. Einige Wendungen kamen für mich sehr unerwartet und gerade mir als „Schubladendenker“ wurde wieder einmal vor Augen geführt, dass der Schein trügen kann.

Der Protagonist Max war mir sofort sympathisch, stellenweise hatte ich auch Mitleid mit ihm und dennoch hat Sebastian Fitzek es geschafft, ihn so zu zeichnen, dass ich mir manchmal nicht ganz sicher war, was Max getan oder eben nicht getan hat und zu was er fähig ist.

Die Idee, die hinter dem Joshua-Profil steht, ist faszinierend. Früherkennung von Straftaten, Speicherung von Daten, der gläserne Mensch, das alles ist heute aktueller denn je und ähnlich wie bei den Thrillern von Marc Elsberg muss man sich fragen, was von dem, was der Autor hier beschreibt, ist Fiktion und was ist heute bereits möglich.

Gut gefallen hat mir die Idee des Crossover zwischen „Das Joshua-Profil“ und dem Roman „Die Blutschule“, den Sebastian Fitzek unter dem Pseudonym Max Rhode veröffentlicht hat. Die Einblicke in „Die Blutschule“ gewähren nochmals eine ganz andere Sichtweise auf den Protagonisten und seinen Bruder.

Veröffentlicht am 15.04.2018

Emotional und tiefgründig

Der letzte erste Kuss
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Die Protagonisten und ihre Geschichte
Die Senatoren-Tochter Gabrielle „Elle“ Winthrop ist in den Augen ihrer Mutter so etwas wie das schwarze Schaf der Familie. Nach einem großen Streit hat Elle ihr Elternhaus ...

Die Protagonisten und ihre Geschichte
Die Senatoren-Tochter Gabrielle „Elle“ Winthrop ist in den Augen ihrer Mutter so etwas wie das schwarze Schaf der Familie. Nach einem großen Streit hat Elle ihr Elternhaus in Alabama verlassen und ist zum Studium nach West Virginia gezogen. Zuhause hat sie sich seither nicht mehr blicken lassen.

Jeder, der Lucas „Luke“ McAdams kennt, weiß drei Dinge über ihn. Er gehört zu den besten Läufern im Cross Country Team, er ist ein guter Koch und ein hoffnungsloser Casanova. Doch bei Elle konnte der Herzensbrecher sein Glück nie versuchen, weil sie innerhalb kürzester Zeit beste Freunde wurden und diese Freundschaft würden sie niemals aufs Spiel setzen für ein bisschen Prickeln – oder doch?

Meine Gedanken zum Buch
Was sich hier nach einem locker-leichten Roman anhört, täuscht ein wenig. Die Geschichte handelt von zwei Menschen mit einer Vergangenheit, über die sie nie sprechen, nicht einmal mit dem besten Freund / der besten Freundin. Die Geschichte handelt von zwei Menschen, die sich selbst finden müssen, um mit dieser Vergangenheit abzuschließen. Und natürlich handelt die Geschichte von zwei Menschen, die sich einer Entscheidung stellen müssen. Sie müssen sich entscheiden, ob eine Beziehung, von der sie nicht wissen, ob sie funktionieren kann, es wert ist, eine tiefe Freundschaft aufs Spiel zu setzen.

Bianca Iosivoni hat es geschafft, das emotionale Wirrwarr, durch das die beiden Protagonisten gehen, zum Leser zu transportieren. Ich habe mit den beiden gelitten und ich habe mich mit ihnen gefreut. Ebenso konnte sie ausgezeichnet vermitteln, wie sich die Gefühle zwischen Elle und Luke weiterentwickeln. Was mich ebenfalls begeistert hat, waren die Wortgefechte zwischen den Protagonisten, sie necken sich, sie flirten, aber alles locker und mit gespielter Ernsthaftigkeit, da ihnen ihre Freundschaft viel zu wichtig ist. Sie sind sich sehr vertraut, haben die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können und haben ein inniges Verhältnis. Dass es zu einem Kuss kommt, dürfte angesichts des Buchtitels nicht zuviel verraten sein. Aber dann passiert etwas, was mich gestört hat. Die beiden erweisen sich „Freundschaftsdienste“ sexueller Natur, die für mich nicht glaubwürdig waren.

Was mir wiederum gut gefallen hat, war, dass Elle und Luke sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen müssen und dann auch damit abschließen können. Hier hatte ich gerade im Bezug auf Elle etwas anderes erwartet (für diejenigen, die das Buch bereits kennen, ich dachte, der Vater würde einschreiten), doch muss man einfach die Konsequenz, mit der diese Nebenhandlung zu Ende geführt wird, anerkennen.

Wichtig ist noch, zu wissen, dass dieses Buch Band 2 einer Reihe um eine Clique von Studenten ist. Den ersten Band habe ich nicht gelesen, aber dennoch bin ich mit dieser Geschichte, die in sich abgeschlossen ist, sehr gut zurecht gekommen. Hin und wieder gab es Anspielungen auf frühere Ereignisse, die man vermutlich besser versteht, wenn man Band 1 kennt. Gestört hat es mich aber nicht.

Nun habe ich also Vorbehalte gegen diese „Freundschaftsdienste“, die mir zu überzogen waren. Aber wenn ich die Geschichte objektiv betrachte, ist sie überzeugend konstruiert, die Emotionen werden perfekt transportiert und die Tiefgründigkeit, die Bianca Iosivoni eingearbeitet hat, ist formvollendet. Angesichts dieser Wertungen sind die fünf von fünf Sterne absolut gerechtfertigt.

Veröffentlicht am 10.03.2018

War ich anfangs noch etwas skeptisch, hat mich das Buch von Seite zu Seite mehr fesseln können

DREAM ON - Tödliche Träume
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Der Protagonist und seine Geschichte
Nick Quentin ist in seinem bisherigen Leben noch nicht viel gelungen. Durch „Vitamin B“ hat er nun einen Job bei der Firma DREAM ON erhalten, die sich außerhalb von ...

Der Protagonist und seine Geschichte
Nick Quentin ist in seinem bisherigen Leben noch nicht viel gelungen. Durch „Vitamin B“ hat er nun einen Job bei der Firma DREAM ON erhalten, die sich außerhalb von Las Vegas befindet und eine in sich geschlossene Einheit ist, in der die beschäftigten nicht nur arbeiten, sondern auch wohnen und einkaufen können.

Die Firma hat eine lebensechte Traumwelt entwickelt, in die jeder Nutzer eintauchen kann. Nicks Aufgabe ist es, die Traumwelt weiterzuentwickeln, in dem er am PC beispielsweise Räume ausstattet oder Plätze ausbaut.

Doch kurz nach seiner Ankunft kommt es zu einem Todesfall und Nick ist der Hauptverdächtige des Sicherheitsdienstes und des leitenden FBI-Ermittlers. Zusammen mit seinen neuen Freunden von DREAM ON beginnt er mit eigenen Nachforschungen. Dabei geraten sie selbst ins Visier eines wesentlich stärkeren Gegners, der ihnen sowohl in der Traumwelt, als auch in der Realität nach dem Leben trachtet.

Meine Gedanken zum Buch
Nikolas Stoltz startet sein Buch mit der Vorstellung des Protagonisten und dessen Einführung bei DREAM ON sowie die damit verbundenen Tätigkeiten. Eine begehbare Traumwelt – was bis zu diesem Zeitpunkt abstrakt in der Luft hing, wurde damit zu einem immer klareren Bild, was gar nicht so fern der Realität war, wie ich zunächst angenommen hatte. Gedanken lesen, Wahrheitsseren, warum sollte es nicht irgendwann einen Hersteller von Konsolenspielen geben, der unsere Wünsche herausfiltert und diese in einer Traumwelt Wirklichkeit werden lässt.

War ich anfangs noch etwas skeptisch, hat mich das Buch von Seite zu Seite mehr fesseln können und entwickelte sich zu einem Pageturner. Allerdings waren mir die Einstiege in die Traumsequenzen zeitweise zu langatmig. Nick kommt in die Traumwelt, seine Traumbegleiterin wartet auf ihn, sie ist sexy angezogen, er schaut ihr nach, er muss sich umziehen. Das waren immer und immer wieder ähnliche Szenen. Sicherlich ist es notwendig, dass Nick zunächst „ankommt“, doch diese Absätze habe ich irgendwann übersprungen.

Was mir gar nicht gefallen hat, war, dass die FBI-Ermittlerin Lena so schlecht wegkommt. Sie ist eine sympathische Frau, die einen großen Fehler begangen hat, was sie fast ihren Job gekostet  hätte. Abgeschoben nach Las Vegas und dort als Anhängsel eines Macho-Partners mit etlichen Dienstjahren mehr auf dem Buckel, der bei den Ermittlungen ungern nach rechts und links sieht, wird sie mit ihren Ideen zur klein gehaltenen Einzelkämpferin. Sie trägt sehr viel zur Lösung des Falles bei und dennoch ist ihr am Ende kein Triumph vergönnt. Zugegeben, nach allem, was bis dahin passiert ist, hätte sie zwar ein grandioses Ende verdient, aber das Vorgehen des FBI dürfte realistischer sein als mein Wunsch vom Triumph.

Was der Autor hingegen sehr sehr gut gelöst hat, ist der stetige Wechsel von Realität zu Traumwelt. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die teils in der realen Welt und teils in den Traumsequenzen verlaufen, sich irgendwann vermischen, aber alle weitergeführt werden. Weitergeführt, nicht beendet, denn es wird wohl einen zweiten Teil geben und das macht in meinen Augen auch Sinn, denn gerade die Geschichte um Lena scheint mir noch nicht zu Ende zu sein. Vielleicht kommt sie ja doch noch wesentlich besser zur Geltung. Ich würde es ihr wünschen.

Dennoch bin ich der Meinung, dass man dieses Buch unabhängig von einem etwaigen zweiten Teil lesen kann, denn die Handlung wurde durchaus zu einem runden Ende gebracht.

Wie oben schon beschrieben, konnte mich der Thriller von Seite zu Seite mehr fesseln. Auch wenn ich kleine Einschränkungen gemacht habe, vergebe ich daher vier von fünf Sternen.