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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2016

Geht ans Herz

Klang der Gezeiten
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Von Emily Bold habe ich bisher die sehr unterhaltsamen Frauenromane um Mr. Grey gelesen.

„Klang der Gezeiten“ ist ganz anders. Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die den Mann ihres Lebens und ...

Von Emily Bold habe ich bisher die sehr unterhaltsamen Frauenromane um Mr. Grey gelesen.

„Klang der Gezeiten“ ist ganz anders. Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die den Mann ihres Lebens und Vater ihres ungeborenen Kindes auf tragische Weise verliert. Es vergeht kein Tag, an dem Piper nicht an Daniel denkt und ihn vermisst. Doch trotzdem möchte sie das Haus, das sie zusammen sanieren wollten, fertig umbauen und mit dem Baby an das Fleckchen Erde ziehen, dass sie wie kein anderes mit Daniel verbindet.

Klingt nach einem sehr traurigen Buch? Das ist es auch. Zu ihrem Schmerz kommt hinzu, dass sie ein schlechtes Verhältnis zu ihren Schwiegereltern hat. Und dann ist da auch noch Kevin, ihre Jugendliebe und gleichzeitig Daniels Freund, der immer noch Gefühle für sie hegt. Doch Piper ist nicht bereit, über eine neue Beziehung nachzudenken, weswegen sie ihn wegschickt. Doch mit ihm geht auch die Schulter, die sie zum Anlehnen und Ausweinen hatte.

Ja, die Geschichte hat mich mehr als einmal zum Weinen gebracht. Sie handelt aber nicht nur von Verlust und Trauer, sie handelt auch von nach vorne blicken, über seinen Schatten springen, Kollegialität und tiefer Freundschaft – eine Geschichte die ans Herz geht und über die man nicht einfach hinweg liest.

Veröffentlicht am 16.10.2016

Plot geht an die Substanz

Blinder Instinkt
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Inhalt
Ein kleines Mädchen sitzt auf einer Schaukel, weil sie blind ist, kann sie die Umgebung nicht sehen, aber sie spürt genau, dass sich ihr jemand nähert. Kurz darauf ist sie verschwunden.

Jahre später ...

Inhalt
Ein kleines Mädchen sitzt auf einer Schaukel, weil sie blind ist, kann sie die Umgebung nicht sehen, aber sie spürt genau, dass sich ihr jemand nähert. Kurz darauf ist sie verschwunden.

Jahre später verschwindet wieder ein blindes Mädchen. Die Kommissarin Franziska Gottlob sieht einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und nimmt Verbindung auf mit Max Ungemach, dem Bruder des ersten verschwundenen Kindes. Der ist über das Verschwinden der Schwester nie hinweg gekommen und beginnt mit eigenen Nachforschungen, die ihn und sein ganzes Umfeld in Gefahr bringen und Opfer fordern.

Meine Meinung zum Buch
Der Schreibstil des Autors ist absolut fesselnd und hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Während meines Arbeitsweges habe ich das Hörbuch gehört, um dann nachts „nur noch ein Kapitel“ im Buch zu lesen.

Er hat es geschafft, bereits zu Beginn zahlreiche Personen in die Geschichte einzuführen, ohne den Leser zu verwirren. So kannte ich bereits nach kurzer Zeit nicht nur Franziska Gottlob, ihre Eltern und die Familiengeschichte, sondern auch den Boxprofi Max Ungemach und sein komplettes Leben von der Kindheit bis zur Gegenwart.

Andreas Winkelmann führt seine Leser immer wieder auf Fährten, die sich dann wieder zerschlagen, um für einen neuen Verdächtigen Platz zu machen.

Paul Adamek, der Partner von Franziska Gottlob ist für mich eher blass geblieben und wenn ich die Kommissarin und den Boxer Max Ungemach nebeneinander stelle, muss ich sagen, dass Max für mich der wesentlich stärkere Protagonist war.

Der Plot selbst geht durchaus an die Substanz, denn das Handeln des Täters hat starke negative Gefühle in mir ausgelöst, was aber zu erwarten war, wenn es sich bei dem Opfer um ein Kind und dazu noch ein blindes Kind handelt. Dass der Autor auch noch allerlei Getier mit einfließen lässt, dass ich nicht um mich haben möchte, hat sein Übriges dazu beigetragen.

Was mir gut gefallen hat, ist, dass die Blindheit des Kindes nicht zur Verstärkung der Opferrolle beigetragen hat. Der Autor hat es geschafft, aufzuzeigen, dass Blinde mit anderen Instinkten reagieren als Sehende und dass sie, auch wenn sie durch das fehlende Augenlicht im Nachteil sind, Vorteile haben, mit denen Sehende eben nicht aufwarten können.

Veröffentlicht am 16.10.2016

Protagonisten haben mich direkt angesprochen

Am weißen Strand
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Der Autor Robin Falk hat sich in das dänische Fischerdorf Hvide Sande zurückgezogen, den Ort, den er schon als Kind in Urlauben kennen und lieben gelernt hat. Auch Esther North war als Kind oft in dem ...

Der Autor Robin Falk hat sich in das dänische Fischerdorf Hvide Sande zurückgezogen, den Ort, den er schon als Kind in Urlauben kennen und lieben gelernt hat. Auch Esther North war als Kind oft in dem Ort zu Besuch und sucht jetzt Zuflucht bei Freunden.

Die beiden lernen sich kennen, doch Esthers Vergangenheit schwebt über ihrem Aufenthalt in Dänemark und auch Robin hat mit Altlasten zu kämpfen. Gerade als die beiden sich annähern, werden sie von der Vergangenheit eingeholt.

Meine Meinung zum Buch
Die beiden Protagonisten haben mich direkt angesprochen. Esther hat schnell so etwas wie einen Beschützerinstinkt in mir geweckt, während Robin mich neugierig gemacht hat. Beide sind von ihrer Vergangenheit geprägt und noch nicht in der Lage, nach vorne zu schauen.

Eine Besonderheit an diesem Roman sind die Auszüge aus dem Buch, das der Protagonist gerade schreibt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich diese meist nur quer gelesen habe, weil die Handlung selbst mich mehr in den Bann gezogen hat.

Tanja Bern hat einen wunderbaren Schreibstil, der Bilder vom Schauplatz vor meinem geistigen Auge hat entstehen lassen. Ihre Geschichte ist geheimnisvoll, dramatisch und romantisch. Sie hat mich aber stellenweise ob der Schicksale der beiden Protagonisten auch nachdenklich gemacht. Von mir gibt es eine Lese-Empfehlung

Veröffentlicht am 16.10.2016

Geschichte hat mich auf jeder Seite gefangen gehalten

Leons Erbe
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Inhalt
Nachdem Katjas Schwester Nicci vor einem halben Jahr spurlos verschwunden ist, stirbt ihr Sohn Leon bei einem Autounfall. Nach der Beerdigung erhält Katja einen Anruf von einem Notar, der ihr nach ...

Inhalt
Nachdem Katjas Schwester Nicci vor einem halben Jahr spurlos verschwunden ist, stirbt ihr Sohn Leon bei einem Autounfall. Nach der Beerdigung erhält Katja einen Anruf von einem Notar, der ihr nach Leons Tod eine Kiste von ihm überreichen soll. In der Schachtel befindet sich das Armband von Nicci. Das wirft bei Katja nicht nur die Frage auf, woher Leon das Schmuckstück hatte, sondern auch, wieso er scheinbar mit seinem Tod gerechnet hat. Sie beginnt mit ihren eigenen Recherchen und bringt sich selbst und auch ihr Umfeld in Gefahr.

Meine Meinung zum Buch
Die Protagonistin Katja war mir persönlich zu ungestüm, teilweise sogar etwas zu naiv. Doch die Situation, in der sie sich befindet, entschuldigt ein Verhalten jenseits der Norm.

Im Vergleich zu anderen Psychothrillern hat Michael Theißen eher einen ruhigen Schreibstil und schafft es trotzdem, von Beginn an Spannung aufzubauen. Der Spannungsbogen verläuft zwar manchmal etwas höher und dann wieder etwas niedriger, aber die Geschichte hat mich auf jeder Seite gefangen gehalten.

Der Autor lockt seine Leser gerne auf eine Fährte, so dass sich ein Verdächtiger herauskristallisiert, nur, um die Gegebenheiten dann wieder aufzulösen und den Verdächtigen zu entlasten.

Das Ende war für mich sehr überraschend und wirkte auf mich stark konstruiert, dennoch konnte das Buch mich insgesamt überzeugen.

Veröffentlicht am 16.10.2016

Adriana Popescu hat mich mit ihrem Buch auch aufgefordert, über mich selbst nachzudenken.

Lieblingsmomente
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Inhalt
Layla lernt Tristan kennen, die beiden freunden sich an und Tristan zeigt Layla die Welt mit anderen Augen und sie denkt wieder über Träume nach, die sie eigentlich schon begraben hatte…

Protagonisten
Layla ...


Inhalt
Layla lernt Tristan kennen, die beiden freunden sich an und Tristan zeigt Layla die Welt mit anderen Augen und sie denkt wieder über Träume nach, die sie eigentlich schon begraben hatte…

Protagonisten
Layla Desio liebt das Fotografieren und hat aus ihrer Leidenschaft ihren Beruf gemacht. Sie zieht am Wochenende als Party-Fotografin von Event zu Event und verkauft die Bilder anschließend an die Veranstalter, von denen sie engagiert wurde. Ihr Freund Oliver ist Geschäftsmann durch und durch und achtet auch darauf, dass bei ihr beruflich alles in geordneten Bahnen läuft.

Tristan Wolf sprüht meist vor Lebensfreude und beschert Layla einige Momente, die zu Lieblingsmomenten erklärt werden. Dazu gehören beispielsweise Wunderkerzen, die er in den Himmel wirft, weil Layla noch nie eine Sternschnuppe gesehen hat.

Meine Gedanken zum Buch
Die Autorin hat hier eine warmherzige Geschichte über eine junge Frau geschaffen, die ihre Träume aus den Augen verloren hat und die durch einen engen Freund an ihrer Seite beginnt, ihr Leben zu hinterfragen. Ganz nebenbei wird vermutlich jeder Leser selbst darüber nachdenken, was mit seinen eigenen Lieblingsmomenten ist, was aus den eigenen Träumen wurde.

Eines dürfte beim Lesen jedem klar geworden sein: Lieblingsmomente können ganz einfach sein, eigentlich kann man jeden Moment zu seinem Lieblingsmoment werden lassen. Man darf nur seine Ziele nicht aus den Augen verlieren und soll das Leben genießen.

Im Buch wird der Sänger Thomas Pegram mit einer wiederkehrenden Rolle bedacht. Im echten Leben hat er tatsächlich den Soundtrack für dieses Buch geschrieben.

„Es steckt mehr in Dir als Du denkst, mach jeden Moment zu einem Lieblingsmoment.“

Was abschließend auch nicht unerwähnt bleiben sollte, Layla und Tristan spüren, dass da mehr sein könnte, als Freundschaft, doch zwischen ihnen stehen nicht nur geliebte Menschen, sondern auch Laylas Wunsch, sich für ein Jahr aus ihrer Heimatstadt Stuttgart zu verabschieden und die Welt auf Fotos zu bannen, was am Ende zu einem Cliffhanger führt. Normalerweise bin ich kein Freund von Cliffhangern und trotzdem konnte ich dieses Buch ganz zufrieden zuschlagen, weil ich das Gefühl hatte, dass damit ein Kapitel im Leben der beiden Protagonisten abgeschlossen ist.

Auch wenn der Roman bereits 2013 erschienen ist, ist er für mich ein Highlight in diesem Lesejahr. Diese Geschichte hat mich bewegt und auch ein wenig aufgewühlt. Sie hat mich daran erinnert, dass ich mir auch eine kleine Liste erstellt habe, mit Erlebnissen, die zu Lieblingsmomenten geworden sind oder noch werden können. Und Adriana Popescu hat mich mit ihrem Buch auch aufgefordert, über mich selbst nachzudenken.