Profilbild von Daggy55

Daggy55

Lesejury Star
offline

Daggy55 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Daggy55 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2026

Ungwöhnlich geschrieben, aber sehr lebensnah

Amokalarm
0

H.C., dessen Vorname nur aus diesen beiden Buchstaben besteht wird von seinen Lehrern nie so angesprochen, sondern immer mit seinem Nachnamen „Nachtnebel“. H.C. wird bald 16 und er ist ein durchschnittlicher ...

H.C., dessen Vorname nur aus diesen beiden Buchstaben besteht wird von seinen Lehrern nie so angesprochen, sondern immer mit seinem Nachnamen „Nachtnebel“. H.C. wird bald 16 und er ist ein durchschnittlicher Schüler nur in Mathe ist er ein Genie, so bezeichnet ihn auch sein Mathelehrer. Am liebsten spielt er Basketball mit einen Freunden Mateo, Julian und Linus, auch hier ist er sehr er ein echter Meister im Körbe werfen. Er hat keine Geschwister und seine Eltern kümmern sich vielleicht etwas zu sehr um ihn, denn H.C. hat vor einiger Zeit einen Zusammenbruch erlitten als sein großes Idol der Basketballer Kobe Bryant bei einem Helikopterunfall ums Leben kam. Inzwischen finden er beim Tragen des Trikots von Kobe Trost und er zieht sich dann damit ihn sein Zimmer zurück. Als Keira in H.C. Klasse auftaucht, spürt er gleich eine besondere Anziehung, aber er traut sich nicht sie anzusprechen. So macht Keira den ersten Schritt. Als sie dann allerdings an seinem 16. Geburtstag auftaucht und er dadurch ohne Abmeldung den Tag mit ihr statt mit seinen Eltern verbringt, ändert sich sein Verhältnis zu seinen Eltern und zu seinen Freunden.
Die Geschichte wird aus der Sicht von H.C. erzählt, er lässt uns an seinen Ängsten und Hoffnungen teilhaben und so erfahren wir in kleinen Dosen, wie es dazu kommt, dass er die Lehrer in Raum 24 der Schule mit einer Bombe bedroht. Zunächst geht es um den normalen Schulalltag, um Basketball und die Mathestunde. Später um seine Gefühle für Keira und die neue Hoffnung, die er aus dieser Liebe schöpft.
Besonders der Zusammenbruch aufgrund des plötzlichen Todes seinen Idols wurde sehr eindringlich beschrieben. Erst im letzten Teil erfuhren wir von der Intrige, des H.C. zu seiner Tat veranlasst hat, bis dahin berichtet er auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen vom Geschehen, das ist am Anfang etwas verwirrend, aber im Laufe der Geschichte entwirrt sich denn alles. Auch an die Jugendsprache musst ich mich erst gewöhnen und ich kann nicht beurteilen, wie identisch sie ist.
Ein spannendes Buch über einen Jungen, der einen Verlust verarbeiten muss, seine erste Liebe erlebt und der aus seinem Erleben heraus eine schlimme Entscheidung trifft. Ungewöhnlich sensibel erzählt - mit Einblicken in eine verletzte junge Seele.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2026

Zahlen und Zählen

Der Regenbogenfisch Zahlen
0

Klein und quadratisch ist das Pappbilderbuch mit dem Regenbogenfisch, seine Schuppen glitzern so schön auf dem Cover.
Grün ist die erste Doppelseite und sie zeigt eine Krabbe und die steht für die Nummer ...

Klein und quadratisch ist das Pappbilderbuch mit dem Regenbogenfisch, seine Schuppen glitzern so schön auf dem Cover.
Grün ist die erste Doppelseite und sie zeigt eine Krabbe und die steht für die Nummer 1.
Blau ist die nächste Seite auf dem sich zwei Wale begegnen. Drei orange Seepferdchn schweben durch das blaue Wasser und vier zart türkise Muscheln liegen auf dem Meeresgrund. Fröhlich schwimmen fünf Delfine durchs grünliche Wasser. Die sechs Schnecken haben sehr schön gedrehte Häuser und so geht es weiter bis zu den zehn Fischen. Aber die letzte Seite bietet noch eine kleine Überraschung.
Hier hilft und der Regenbogenfisch, den wir bereits aus vielen anderen Büchern kennen die Zahlen bis zehn kennen zu lernen. Nebenbei treffen wir auf viele Wassertiere, deren Namen und Aussehen wir ebenfalls kennenlernen. Der Text ist minimal und die Illustrationen sind zwar einfach gehalten und zeigen doch die Tiere ganz genau in ihrem Lebensraum.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 29.03.2026

Kleine Fahrt durch die Nacht

Nächste Woche, gleiche Zeit?
0

Im Dunkeln fährt der mit Tieren voll besetzte Bus durch die Dunkelheit, am Steuer sitzt die Giraffe, ihr langer Hals schaut oben heraus.
Aus einer ungewöhnlichen Perspektive schauen wir in den Bus, denn ...

Im Dunkeln fährt der mit Tieren voll besetzte Bus durch die Dunkelheit, am Steuer sitzt die Giraffe, ihr langer Hals schaut oben heraus.
Aus einer ungewöhnlichen Perspektive schauen wir in den Bus, denn der Kopf der Giraffe ist von Innen gar nicht zu sehen, die Schildkröte ist etwas mit Kirschen mit einem Löffel, und ich kann euch verraten sie isst die ganze Zeit. Im Hintergrund sind Hochhäuser zu sehen und dann geht es auf die Schnellstraße. Hier steigt das Krokodil ein, dass wir erstmal finden müssen. Mitten in der Stadt steigt das Schaf noch zu und dann „fahren sie hinein in die Dunkelheit.“ Beeindruckend, wie der Bus ganz klein am Rande des Blattes davonfährt und die große helle Stadt hinter sich lässt. Diesmal schauen wir aus Sicht der Giraffe aus dem Bus auf einen Bahnübergang. Und dann fallen die ersten Tropfen und der Regen nimmt den Freunden die Sicht.
Das Buch macht auf die Lichtverschmutzung in unseren Städten aufmerksam. Denn in den hellen Städten sind die Sterne nicht mehr gut zu erkennen. Deshalb fahren die Tiere aus der Stadt heraus, doch leider geht schon die Sonne auf, als sie wieder freie Sicht haben, deshalb verabreden sie sich am Ende für die nächste Woche.
Ich bin beeindruckt, wie schön Marlene Droop bei ihren Illustrationen die Sichtweise ändert und wie lebendig dadurch die Zeichnungen trotz der Dunkelheit wirken. Eine Geschichte, die in kurzen Sätzen viel aussagt und die neugierig auf den Nachhimmel macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2026

Eine spannende und humorvolle Steinzeitgeschichte

Knallharte Steinzeit
0

Neben dem kleinen Zwergwollmammut-Baby sehen wir Krähe und Wolf. Die beiden dürften eigentlich nicht zusammen unterwegs sein, denn Krähes Mutter ist die Erfinderin des Rades und damit die Chefin des Herstellungsbetriebes, ...

Neben dem kleinen Zwergwollmammut-Baby sehen wir Krähe und Wolf. Die beiden dürften eigentlich nicht zusammen unterwegs sein, denn Krähes Mutter ist die Erfinderin des Rades und damit die Chefin des Herstellungsbetriebes, wohingegen Wolfs Vater nur die Räder herstellt. Deshalb wollen beide nicht zusammenspielen. Aber wie wir sehen, sind sie wieder zusammen unterwegs. Auch Krähe ist eine kleine Erfinderin und gleich zu beginn der Geschichte erfindet sie einen Fußball aus Blättern, denn der Steinfußball bewährt sich nicht. Doch als sie dann einen kleinen Mammut finden müssen sie überlegen, wie sie ihn vor den Jägern schützen können. Gut wäre es den kleinen mit Milch zu füttern, doch er mag gerne Blätter essen, was dazu führt, dass er pupsen muss, was sehr stinkt.
Ich bin ja keine Freundin dieser ständigen Pupserei in Kinderbüchern, hier ist aber die Dramatik der Handlung davon abhängig. Trotzdem würde es mich freuen, wenn sich die Autor*innen mal was anderes einfallen ließen. Aber auch Wolf, der sehr schön zeichnen kann, bringt sein Talent neben Krähes Erfindungsgeist in die Geschichte ein.
Ein ganz wichtiges Thema ist die Freundschaft zwischen den beiden Kindern und ihre gemeinsames Kümmern zur Rettung des Mammuts. Sehr gut gefällt mir, dass später alle Steinzeitmenschen zusammenhalten und den dummen Jäger davon abhalten den kleinen Mammut zu töten.
Im Nachwort erklärt Rüdiger Bertram, dass diese Geschichte nicht authentisch die Steinzeit widerspiegelt, aber mir gefällt diese kleine Geschichte, die voller witziger Ideen und Anspielungen ist, sehr gut. Dazu beigetragen haben aber auch die Cartoon artigen Illustrationen der Figuren und die kleinen Bilder, die die Geschichte auflockern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2026

Kompromisse muss man lernen

Katzenpfade
0

Diesmal sehen wir auf dem Cover eine erwachsene Person, einen Menschen, der eine schwarzweiße Katze auf dem Arm hält. Unsere erster Kater Mäxchen sah ihm sehr ähnlich. Über den Bäumen, die wir nur als ...

Diesmal sehen wir auf dem Cover eine erwachsene Person, einen Menschen, der eine schwarzweiße Katze auf dem Arm hält. Unsere erster Kater Mäxchen sah ihm sehr ähnlich. Über den Bäumen, die wir nur als Schatten sehen, leuchten die Sterne.
Die Spuren, die zu Teil 1 gehören, zeigen menschliche Fußabdrücke, die ganz klar
In einer Linie verlaufen und Katzenspuren, die sich im Bogen dazu bewegen. Im Teil 2 ist es umgekehrt. Darum geht es in diesem Buch.
Zunächst gehen die beiden ihre übliche Rund, einen Routineweg. Doch diesmal begegnet ihnen eine weiße Katze und die beiden Tiere spielen zusammen. Doch der Mensch will weiter und vertreibt die fremde Katze. Dann ist ein wunderschönes Katzenportrait zu sehen. Mit großen Augen schaut uns die Katze an und fragt: „Warum darfst du immer bestimmen?“ Und dann verschwindet die Katze und der Mensch muss lange warten bis er sich entschließt nach Hause zu gehen. Und hier findet er die Katze zusammengerollt im Sessel. Im zweiten Teil darf dann die Katze die Führung übernehmen und der Mensch entdeck ganz neue Welten in seiner Umgebung. So gibt es eine ausklappbare Seite mit einem wundervollen Sternenhimmel.
Das Zusammenleben mit einer Katze ist nicht immer einfach, doch auch sie kann uns eine ganze Menge beibringen und das ist hier auf eine besondere Weise der Fall. Neben den schönen Illustrationen, die lediglich das Gesicht des Menschen manchmal eigenartig darstellt, wird eine ungewöhnliche Geschichte erzählt. Die uns zeigt, dass man nicht immer bestimmen muss, sondern, dass man auch mal die Führung einem anderen überlassen soll und auf die Wunder schauen, die man dann entdeckt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere