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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.12.2019

Leider nicht meins, ich hatte etwas anderes erwartet

Sag ihr, ich war bei den Sternen
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Maddies Leben ist perfekt. Sie ist jung, glücklich, verliebt, verlobt und schwanger. Doch dann passiert ein schrecklicher Unfall und Maddie liegt 6 Jahre lang im Koma. Als sie schließlich entgegen aller ...

Maddies Leben ist perfekt. Sie ist jung, glücklich, verliebt, verlobt und schwanger. Doch dann passiert ein schrecklicher Unfall und Maddie liegt 6 Jahre lang im Koma. Als sie schließlich entgegen aller Erwartungen wieder aufwacht, lebt eine andere ihr Happy End. Ihre Tochter Hope lebt bei Maddies Ex-Verlobten und dessen Frau Chloé. Maddie möchte so gern wenigstens ein Teil des Lebens ihrer Tochter sein, doch kann sie das nach 6 Jahren?


Ganz ehrlich? Ich bin sauer. Maddie ist anfangs total sympathisch, man freut sich mit ihr über ihr Glück und trauert mit ihr als sie es verliert. Doch was mich echt richtig wütend macht, ist das Verhalten von Ryan, Maddies Ex-Verlobtem, der meiner Meinung nach sehr schnell Maddie den Rücken zukehrt und Maddie meiner Meinung nach deutlich spüren lässt, dass sie ein Störenfried in seinem und Hopes Leben ist. Chloé ist noch schlimmer. Kein Funken Mitgefühl oder Freundlichkeit. Sie fühlt sich von Maddie bedroht und verhält sich entsprechend abweisend.

Die Wendung war leider auch nicht meins. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ein Drama das nächste jagte und für mich wurde das Buch immer unrealistischer. Das Ende hat mich endgültig wütend gemacht und enttäuscht. Ich hasse solche Enden!

Mir war das Buch zu dramatisch. Obwohl mir Maddie anfangs total sympathisch war, hat sich das leider im weiteren Verlauf verloren. Ich hatte recht bald einen Verdacht, wie es enden würde und hatte damit leider recht.

Ich hatte etwas anderes erwartet. Ich hatte gedacht dieses Buch würde eine zarte Geschichte erzählen über eine Frau, die irgendwie eine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen muss nach 6 Jahren Koma. Wie fühlt sich das an, wenn man in einem Moment schwanger war und dann 6 Jahre später aufwacht und man hat ein Kind, bei dem man so viel verpasst hat? Aber leider ging es vordergründig um anderes.

Ich empfand das Buch als deprimierend und unfair. Ich habe mich wirklich sehr über das Buch aufgeregt.


Fazit: Leider war das Buch überhaupt nicht mein Fall. Ich hatte etwas anderes erwartet, als ich mir das Buch angeschafft habe. Es hat so viele sehr gute Bewertungen bekommen, doch leider war es nicht meins. Ich hatte sehr schnell einen Verdacht, wie es enden würde und damit recht, was mich echt aufgeregt hat. Das Buch hat mich enttäuscht und deprimiert.

Von mir bekommt das Buch leider nur 2 Sterne, mehr war für mich nicht drin.

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Veröffentlicht am 22.12.2019

Ein sehr komplexes Buch, aber manchmal verwirrend

#KillTheRich - Wer Neid sät, wird Hass ernten
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Ein paar Worte vorneweg zur Gestaltung: Das Buch hat keinen Schutzumschlag, sondern ein aufgedrucktes Cover. Der Titel sieht aus, wie auf eine Wand gesprayed und ist, ebenso wie die Tropfen darunter rau ...

Ein paar Worte vorneweg zur Gestaltung: Das Buch hat keinen Schutzumschlag, sondern ein aufgedrucktes Cover. Der Titel sieht aus, wie auf eine Wand gesprayed und ist, ebenso wie die Tropfen darunter rau gestaltet. Auf dem Buchrücken ist der Titel genauso gehalten. Die Rückseite hat auch raue Stellen. Ich persönlich mag sowas total gerne. Durch diese rauen Stellen wird das Buch zu etwas besonderem.


Ein Tweet, der eigentlich ganz anders gemeint war, geht viral. #KillTheRich wird hunderttausendfach geteilt, innerhalb weniger Tage, millionenfach innerhalb von zwei Wochen und löst eine Bewegung aus, die niemand für möglich gehalten hätte. Die Armen erheben sich und attackieren die Reichen der Welt. Es beginnt in Brasilien und verbreitet sich über die ganze Welt.
Die niederländische Diplomatin und Conrada van Pauli ist in ihrem Büro live dabei als es eskaliert und zum ersten Toten kommt. Conrada ist vor kurzem befördert worden und wird von vielen ihrer männlichen Kollegen belächelt und teilweise sogar sabotiert. Trotz der gefährlichen Lage reist sie nach Brasilien.
Der indische Journalist Bimal Kapoor, der aus Altersgründen in die Boulevardabteilung gesteckt wird, hört zufällig etwas mit. Er versucht nun diesen Flächenbrand zu stoppen und die Hintergründe aufzudecken, immerhin war er den Großteil seines Lebens Enthüllungsjournalist. Doch lässt sich diese Bewegung überhaupt noch stoppen? Zudem haben sich beide mächtige Feinde gemacht, die vor nichts zurückschrecken.


Man merkt selbst, dass die Stimmung auf der Welt angespannt ist. In immer mehr Ländern fühlen sich die Armen restlos abgehängt und ausgenutzt und in vielen haben sie damit auch recht. Selbst in den reicheren Ländern Europas scheint der Abgrund zwischen Arm und Reich immer mehr aufzuklaffen. Viele Menschen sind wütend und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.
In diese topaktuelle Wunde stößt dieses Buch. Was wenn die Wütenden der Welt sich hinter einem Hashtag versammeln und ernst machen? Sind die sozialen Medien wirklich in der Lage dazu so einen Flächenbrand auszulösen und stetig wieder zu befeuern?

Ich finde die Idee unglaublich interessant und erschreckend. Sie wirkt noch dazu total realistisch, weil so viele Fakten aus der Politik und Wirtschaft genannt werden. Das Buch wirkt topaktuell und man fängt an zu überlegen, ob das, was hier geschildert wird, wirklich passieren könnte.

Die Handlung folgt zwar überwiegend den beiden Protagonisten, aber auch vielen anderen Charakteren, die immer wieder mal für ein Kapitel im Zentrum stehen und es aus ihrer Sicht erzählen. Man weiß bei den meisten aber nicht, ob sie wichtig sind oder nur dazu herhalten das Ausmaß der Eskalation darzustellen. Dadurch wird viel abgedeckt, aber man fragt sich immer wieder: huch, wer ist denn das jetzt wieder? Zudem muss man sehr aufpassen, um nicht den Überblick zu verlieren.

Die Protagonisten waren zwar außergewöhnliche Menschen, mit faszinierenden Berufen, aber ich persönlich bin mit ihnen nicht wirklich warm geworden. Ich bin ihnen gerne gefolgt und fand ihre Welt interessant, aber auf persönlicher Ebene hatte ich meine Probleme mit ihnen.

Die Handlungsentwicklung war lange Zeit sehr interessant, aber auch langatmig. Es gibt sehr viele Erklärungen und Einordnungen in politische und historische Zusammenhänge. Das ist zwar an sich auch nicht uninteressant, aber hat auch für Längen gesorgt. Zusammen mit den über die ganze Welt verstreuten, plötzlich auftretenden Charakteren hat das immer wieder für Verwirrung gesorgt.

Ich fand das Buch auch über lange Zeit ziemlich realistisch, doch das Ende / die Auflösung waren für mich ziemlich weit hergeholt. Das fand ich schade. Dafür gefiel mir aber, dass der letzte Satz noch für ein halboffenes Ende sorgte, dass ich in diesem Fall für angemessen halte.


Fazit: Ich bin ehrlich gesagt ziemlich zwiegespalten. Ich finde die Idee super und die Umsetzung am Anfang auch. Leider verlor sich das Buch später in Details und Charakteren, bis man teilweise kaum noch mitkam. Das Ende bzw. die Auflösung waren mir zu unrealistisch und das ist schade bei einem so gut recherchierten und anfangs so glaubwürdigen Buch.
Ich habe lange hin und her überlegt, wie viele Sterne ich dem Buch geben würde und habe mich schließlich für ganz knappe 3 Sterne entschlossen.

Wer gern komplexe Bücher mit vielen Schauplätzen und Charakteren liest, der ist hier genau richtig. Aber man muss wirklich aufpassen nicht den Überblick zu verlieren.

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Veröffentlicht am 22.12.2019

Ein spannendes Buch mit einer faszinierenden Welt

Untot in Dallas
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Achtung: Band 2 einer Reihe!



Sookie Stackhouses Verletzungen, die sie im Kampf gegen einen durchgeknallten Killer hatte einstecken müssen, sind mittlerweile verheilt. Sie ist noch immer mit dem Vampir ...

Achtung: Band 2 einer Reihe!



Sookie Stackhouses Verletzungen, die sie im Kampf gegen einen durchgeknallten Killer hatte einstecken müssen, sind mittlerweile verheilt. Sie ist noch immer mit dem Vampir Bill zusammen, doch die Idylle, die in Bon Temps wieder eingekehrt ist, ist nur von kurzer Dauer, denn Sookie findet eine Leiche im Wagen von Detective Andy Bellefleur, der am Abend zuvor von seiner Schwester abgeholt werden musste, da er zu viel getrunken hatte. Die Leiche ist der Koch des Merlottes.

Als wäre das nicht schon genug Aufregung für Sookies Leben, wird sie von einer Mänade angegriffen und schwerverletzt. Nur durch viel Glück kann sie noch gerettet werden, aber sie behält Narben auf ihrem Rücken zurück. Dann wird sie auch noch von Bills „Chef“ Eric nach Dallas „ausgeliehen“, um dort bei der Suche nach einem verschwundenen Vampir zu helfen.



In diesem Band wird die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse von Katastrophen verfolgt. Eine folgt stets auf die nächste und ihre Beziehung zu Bill besteht auch nicht nur aus Sonnenschein und Herzchen.



Ich kann Sookie nur bewundern, für ihre Lebenseinstellung, ihr gutes Herz und ihr Mitgefühl, aber ebenso auch für ihre Zähigkeit, ihren Pragmatismus und ihren Mut. Egal, wie schlimm es auch aussieht, Sookie steckt nie den Kopf in den Sand, sie kämpft!



Man lernt wieder Neues über Vampire und über diese Welt, in der es nicht nur Vampire, sondern auch andere Wesen gibt und das ist einfach faszinierend!



Wieder bin ich von Seite 1 an mitten im Geschehen. Ich konnte kaum aufhören und das Buch war, wie schon der erste Band sehr spannend und aufregend. Die Charaktere sind sehr sympathisch und es gibt auch einige heiße ebenso wie einige witzige Szenen. Aber es wird einem auch vor Augen geführt, dass es jede Menge Menschen gibt, die nicht akzeptieren können oder wollen, dass Vampire unter ihnen Leben. Diese Menschen verdammen sie und finden alle Mittel gerechtfertigt, um sie vom Angesicht der Erde zu entfernen und dieser Hass dehnt sich auch auf Menschen aus, die mit Vampiren verkehren.



Wenn man denkt, dass das Buch quasi schon vorbei ist, wird ein Erzählstrang wieder aufgenommen, den man durch die Ereignisse in Dallas schon fast wieder vergessen hatte. Ich empfand diese Erzählweise richtig gut.



Fazit: Ich liebe die Reihe! Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen! Wer Bücher über Vampire mag, kann bei diesem Buch und der Reihe nichts falsch machen. Es ist spannend, witzig, romantisch und faszinierend.

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Veröffentlicht am 22.12.2019

Leider enttäuschend

Underground Railroad
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Cora ist Sklavin in dritter Generation. Einst wurde ihre Großmutter von Männern aus ihrem Dorf verschleppt und dann mehrmals verkauft. Sie kennt kein anderes Leben und dennoch sehnt sie sich danach. Denn ...

Cora ist Sklavin in dritter Generation. Einst wurde ihre Großmutter von Männern aus ihrem Dorf verschleppt und dann mehrmals verkauft. Sie kennt kein anderes Leben und dennoch sehnt sie sich danach. Denn auf der Plantage, auf der sie Leben muss, gibt es weder Gerechtigkeit noch eine Chance auf ein friedliches Dasein. Brutale Gewalt ist an der Tagesordnung, ausgeübt nicht nur von den weißen Besitzern, sondern auch durch andere Sklaven, Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung und es gibt nichts, was sie dagegen tun kann, die Willkür regiert und sie hat nur die Wahl es zu ertragen, oder ihrem Leben ein Ende zu setzen, wie es so viele andere tun und getan haben. Cora aber findet noch eine dritte Möglichkeit: die Flucht.



Die Schilderungen, in welch schrecklichen Verhältnissen die Sklaven lebten, sind teilweise kaum zu ertragen. Vor allem, dass auch untereinander Gewalttaten in dem Maße verübt wurden, ist erschreckend.



Ich finde es allerdings sehr schade, dass es sich hierbei nicht um die Schilderung einer möglichen realen Flucht handelt, sondern um reine Fiktion. Die Underground Railroad, die so vielen Sklaven die Möglichkeit zur Flucht bot, wird hier umgedichtet in einen echten Zug. In Wirklichkeit war es aber kein Zug, der die Menschen in die Freiheit fuhr, sondern ein beschwerlicher Weg von Unterschlupf zu Unterschlupf. Fluchthelfer waren häufig Quäker, der richtige Weg markiert verbreitet durch Mundpropaganda. Ich hätte es schöner gefunden, wenn dieses Buch, das die Lebensumstände der Sklaven so realistisch widergibt, sich mehr an die historischen Tatsachen gehalten hätte.



Ja, hier dient diese Eisenbahn als Metapher, aber ich finde diese Uminterpretation der Geschichte schadet dem Buch enorm. Dadurch wird sie unglaublich unrealistisch, wo sie sich doch gerade am Anfang dadurch ausgezeichnet hat.



Der Autor hat für dieses Buch den Pulitzer Preis gewonnen, das hätte mich eigentlich schon misstrauisch stimmen müssen, denn nur selten hat mich ein mit einem solchen Preis bedachtes Buch wirklich überzeugt. „Die Asche meiner Mutter“ bildet hier die absolute Ausnahme, da das Buch bis heute zu meinen Lieblingen zählt, aber darum geht es nicht.

Dieses Buch wird damit beworben, dass es einem vor Augen führt, was es bedeutet in Amerika schwarz zu sein, aber durch die Herangehensweise im weiteren Verlauf der Handlung verliert es in meinen Augen diesen Anspruch.

Der Anfang ist total schockierend. Eine Grausamkeit jagt die nächste, von zwei unterschiedlichen Seiten begangen, die sich nicht mehr voneinander unterscheiden könnten. Doch indem das historisch sichere Terrain verlassen wird, wird in meinen Augen kein Denkmal gesetzt, sondern die Geschichte mit Füßen getreten. Das ist einfach schade!



Zudem ist der Schreibstil nicht meins. Es wird sich hier um Neutralität bemüht, Emotionen sucht man vergeblich. Da erzählt die Protagonistin von ihrer eigenen Vergewaltigung aber tut das als normal ab, als hätte es keinerlei emotionale Auswirkungen auf sie. Sie wird ausgepeitscht und – ja nichts weiter. Als Leser wird man total auf Abstand gehalten.



Leider ist das Buch auch immer wieder ziemlich zäh und langweilig, was auch an den fehlenden Emotionen liegen könnte. Es springt einfach der Funke nicht über. Die Protagonistin ist absolut austauschbar – was ja auch als Stilmittel fungieren könnte, doch dann sollten zumindest ein paar Gefühle beim Leser ankommen, selbst wenn es darum geht zu zeigen, dass dies eine Geschichte von vielen ist, dass es hunderte oder tausende Coras gab, aber wenn man eben kein bisschen mitfühlen kann, weil der Eindruck erweckt wird, die Protagonistin habe gar keine Gefühle, dann ist das einfach schade.



Es gibt auch jede Menge Wiederholungen und für mich auch immer wieder die falsche Wortwahl, die nicht in die Zeit gepasst hat.



Fazit: Für mich war das Buch leider nichts. Es konnte mich nicht packen und wurde meiner Meinung nach nicht dem gerecht, was der Anfang versprach. Mich hat die Umdichtung der Geschichte extrem gestört, ebenso, wie das Fehlen der Emotionen. Mich konnte das Buch nicht erreichen.



Von mir bekommt es 1 Stern.

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Veröffentlicht am 21.12.2019

Sobald man dahinter gestiegen ist, emotional echt heftig!

Blood Orange - Was sie nicht wissen
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Achtung: emotional teilweise echt heftig!


Alison ist Anwältin scheinbar eine Alkoholikerin, allerdings will sie das nicht wahrhaben. Währenddessen gehen ihre Ehe und ihre Familie den Bach runter. Von ...

Achtung: emotional teilweise echt heftig!


Alison ist Anwältin scheinbar eine Alkoholikerin, allerdings will sie das nicht wahrhaben. Währenddessen gehen ihre Ehe und ihre Familie den Bach runter. Von ihrem Ehemann kommen am laufenden Band Vorwürfe und ihre Tochter ist es, die unter all dem Chaos leidet. Nun hat Alison einen Mordfall übernommen, eine Frau soll ihren Mann ermordet haben und gibt zu, dass sein Tod ihre „Schuld“ sei. Doch Alison erkennt, dass die Frau jahrelang emotional und physisch missbraucht und misshandelt worden ist. Wird Alison es schaffen ihre Mandantin frei und ihr Leben auf die Reihe zu bekommen?
Und was hat es mit den bedrohlichen SMS auf sich, die Alison seit neuestem erhält?


Alison ist eine schwierige Protagonistin. Sie trinkt zu viel, ist offensichtlich Alkoholikerin, hat eine Affäre mit einem Kollegen, die sie einfach nicht beenden kann, obwohl da keine Liebe ist, nur Sex und der auch immer wieder ziemlich grob und ihr Mann ist ohne Ende am Meckern. Sie macht dieses falsch, jenes falsch, hat das vergessen oder jenes durcheinandergebracht. Alles ist immer Alisons Schuld – doch ist dem wirklich so? Ist es Alison, die nichts auf die Reihe bekommt, oder will ihr ihr Mann das nur einreden?

Das Buch ist echt nicht leicht zu lesen. Es ist wirklich heftig wie Alisons Leben aussieht, vor allem wie ihr Mann ihr andauernd Vorwürfe macht, sie kann einfach gar nichts richtig machen und ihre Tochter, so klein sie noch ist, übernimmt die Vorwürfe bereits.
Man wird aus Patrick – Alisons Kollege, mit dem sie eine Affäre hat – lange nicht schlau. Mal wirkt er als würde sie ihm wirklich etwas bedeuten, dann ist er wieder ein A... und behandelt sie beim Sex wie ein Ding, dass nur dazu da ist, von ihm benutzt zu werden.

Wenn man die Misstöne wahrnimmt, sind sie nicht zu übersehen, nimmt man sie aber nicht wahr, ist es ein komplett anderes Buch. Ich habe sie wahrgenommen und wusste daher, was passieren würde. Für mich gab es relativ wenig Überraschungen, aber immerhin ein paar.
Die Auflösung fand ich sehr gut, obwohl mein Gerechtigkeitsempfinden sich etwas anderes gewünscht hätte, aber ich kann damit leben.


Fazit: Das Buch ist nicht leicht zu lesen und es kommt wirklich darauf an, wie man die einzelnen Charaktere wahrnimmt. Ist Alison eine chaotische Alkoholikerin, oder ihr Mann ein eiskalter Mistkerl? Ist Patrick in Alison verliebt oder benutzt er sie nur? Ist ihre Mandantin ein Opfer oder eine kaltblütige Mörderin?

Das was in dem Buch geschildert wird, ist nicht immer leicht zu ertragen. Man fragt sich schon ab und an, warum Hinweise übersehen werden, aber genau darum geht es hier: Wahrnehmung und Sichtweisen.

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