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Veröffentlicht am 10.03.2026

Reise in die Vergangenheit

Der letzte Verrat der Boleyns
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Der historische Roman "Der letzte Verrat der Boleyns" von Philippa Gregory entführt erneut in die faszinierende und zugleich brutale Welt des englischen Tudorhofs. Im Mittelpunkt steht Jane Boleyn, geborene ...

Der historische Roman "Der letzte Verrat der Boleyns" von Philippa Gregory entführt erneut in die faszinierende und zugleich brutale Welt des englischen Tudorhofs. Im Mittelpunkt steht Jane Boleyn, geborene Jane Parker, eine Frau, die lange im Schatten berühmter Figuren stand, deren Handlungen jedoch tief in die Geschichte Englands eingreifen.

Jane ist Schwägerin von Anne Boleyn und Cousine von Catherine Howard – zwei Königinnen, die beide das gleiche tragische Schicksal teilen: den Tod auf dem Schafott unter der Herrschaft von Heinrich VIII.. In Gregorys Roman rückt Jane endlich ins Zentrum der Geschichte. Als Hofdame und Vertraute bewegt sie sich gefährlich nah an den Machtkämpfen des königlichen Hofes. Ihre Aussagen und Entscheidungen tragen dazu bei, dass zwei Königinnen fallen – doch auch sie selbst gerät immer tiefer in ein Netz aus Intrigen, Loyalitäten und Verrat.

Was den Roman so fesselnd macht, ist die Perspektive auf eine Figur, die historisch oft als Nebenfigur wahrgenommen wird. Philippa Gregory gelingt es, Jane als komplexe und ambivalente Persönlichkeit darzustellen: ehrgeizig und verletzlich zugleich, gefangen zwischen Loyalität, persönlichem Überleben und den Erwartungen eines gnadenlosen Hofes. Man spürt beim Lesen ständig, wie gefährlich jede Entscheidung sein kann – ein falsches Wort oder ein unbedachter Schritt können über Leben und Tod entscheiden.

Besonders eindrucksvoll ist Gregorys Fähigkeit, die Atmosphäre des Tudorhofs lebendig werden zu lassen. Prunkvolle Feste, politische Allianzen, heimliche Affären und brutale Machtkämpfe wechseln sich in raschem Tempo ab.

„Der letzte Verrat der Boleyns“ ist ein packender, intensiver Roman über Loyalität, Ehrgeiz und die gefährliche Nähe zur Macht.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Leidet etwas enttäuschend

Die Seehexen von Positano
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Der Roman "Die Seehexen von Positano" verbindet historische Elemente, Meeresabenteuer und einen Hauch Magie vor der beeindruckenden Kulisse der Amalfiküste. Schon allein das Setting rund um Positano sorgt ...

Der Roman "Die Seehexen von Positano" verbindet historische Elemente, Meeresabenteuer und einen Hauch Magie vor der beeindruckenden Kulisse der Amalfiküste. Schon allein das Setting rund um Positano sorgt für eine sommerliche, atmosphärische Stimmung: türkisblaues Wasser, versteckte Buchten und geheimnisvolle Geschichten aus der Tiefe des Meeres.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Haven Ambrose, eine renommierte Meeresarchäologin, die nach Positano reist, um rätselhafte Schiffswracks vor der Küste zu untersuchen. Doch ihre Reise hat noch einen persönlicheren Hintergrund. Sie hofft, eine Truhe voller wertvoller Edelsteine zu finden, die ihr Vater bei seinem letzten Tauchgang entdeckt hatte. Als kurz nach ihrer Ankunft eine Reihe seltsamer Unglücke die Stadt erschüttert, scheint sich die Suche nach dem Schatz immer stärker mit einer alten Legende zu verbinden.

Im Laufe der Geschichte stößt Haven auf Erzählungen über uralte Magie und die Kraft der Stregheria, eine geheimnisvolle Form von Hexerei, die eng mit dem Meer verbunden sein soll. Besonders spannend wird dabei der Blick in die Vergangenheit: die Geschichte einer Frau, die mithilfe dieser Magie einst versuchte, ihr Dorf und ihre große Liebe zu retten. Diese Legende bildet das mystische Fundament des Romans und wirft die Frage auf, ob die Ereignisse in der Gegenwart mit diesem alten Fluch zusammenhängen könnten.

Die Idee hinter dem Buch ist ohne Zweifel faszinierend: eine Mischung aus Schatzsuche, Meeresarchäologie, Magie und italienischer Küstenromantik. Gerade die Atmosphäre rund um Positano und die Amalfiküste ist sehr stimmungsvoll beschrieben und macht Lust darauf, selbst durch die engen Gassen zu schlendern oder aufs offene Meer hinauszufahren.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mir insgesamt etwas mehr von der Geschichte erhofft hatte. Besonders die Handlung in der Vergangenheit bleibt leider etwas oberflächlich und hätte meiner Meinung nach deutlich mehr Tiefe vertragen können. Die Figuren wirken stellenweise etwas flach und einige emotionale Momente entfalten nicht ganz die Wirkung, die sie eigentlich haben könnten.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Mega Auftakt

Thorn Season
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Der Auftaktband "Thorn Season" von Kiera Azar entführt in eine gefährliche Welt voller Intrigen, Machtspiele und verbotener Magie. Im Königreich Daradon werden Bannwirker gnadenlos verfolgt – und genau ...

Der Auftaktband "Thorn Season" von Kiera Azar entführt in eine gefährliche Welt voller Intrigen, Machtspiele und verbotener Magie. Im Königreich Daradon werden Bannwirker gnadenlos verfolgt – und genau zu ihnen gehört Alissa Paine, auch wenn sie ihre Kräfte bislang erfolgreich geheim halten konnte.

Als adlige junge Frau wird Alissa zur Rose Season, der Debütantinnensaison am königlichen Hof, eingeladen. Was zunächst wie eine gesellschaftliche Pflicht erscheint, entwickelt sich schnell zu einem gefährlichen Spiel. Denn der Hof von Daradon ist ein Ort, an dem jedes Wort, jeder Blick und jede Entscheidung Konsequenzen haben kann. Besonders brisant wird es, als Alissa den Heiratsantrag des Königs ablehnt und sich damit mitten in ein Netz aus politischen Intrigen, Geheimnissen und Machtkämpfen begibt.

Zwischen zwei sehr unterschiedlichen Männern muss sie ihren eigenen Weg finden: auf der einen Seite der König – ein brutaler Herrscher mit dem Gesicht eines Märchenprinzen, der sie ohne zu zögern töten lassen würde, wenn er ihre wahre Identität kennt. Auf der anderen Seite ein geheimnisvoller Botschafter aus einem fernen Land, dessen Charme ebenso faszinierend wie undurchschaubar ist. In dieser gefährlichen Umgebung muss Alissa lernen, sowohl ihrem Verstand als auch ihrem Herzen zu vertrauen.

Der Einstieg in den Roman fiel mir persönlich zunächst etwas schwer. Die Welt, die politischen Strukturen und die vielen Figuren brauchen ein wenig Zeit, um sich zu entfalten, Doch genau hier lohnt es sich dranzubleiben: Sobald die Handlung Fahrt aufnimmt, entwickelt sich die Geschichte zu einer spannenden Mischung aus Court Intrigen, Romantasy und Geheimnissen.

Besonders das letzte Drittel hat mich komplett gepackt. Die Spannung steigt spürbar, Beziehungen verändern sich und einige Wendungen sorgen dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Fast schon zu viele Ängste

Unbegründete Ängste
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Der Roman "Unbegründete Ängste" von Res Sigusch erzählt mit viel Feingefühl, Humor und klarem Blick von einer Angst, die viele Menschen kennen – auch wenn sie oft unausgesprochen bleibt oder für einige ...

Der Roman "Unbegründete Ängste" von Res Sigusch erzählt mit viel Feingefühl, Humor und klarem Blick von einer Angst, die viele Menschen kennen – auch wenn sie oft unausgesprochen bleibt oder für einige unbegründet scheint. Im Mittelpunkt steht Christian Lotz, 30 Jahre alt, queer, Single und wohnhaft in einer sächsischen Kleinstadt. Nach außen wirkt sein Leben ziemlich geordnet: Er arbeitet im Fitnessstudio, ist sportlich, attraktiv und trifft sich jeden Sonntag mit seinen Eltern zum Sektfrühstück. Doch hinter dieser scheinbaren Normalität verbirgt sich ein Kopf, der kaum zur Ruhe kommt.

Christian denkt viel – vielleicht zu viel. Ständig kreisen seine Gedanken darum, wie er auf andere wirkt, warum er noch nicht den richtigen Partner gefunden hat oder was die Zukunft bringen wird. Klimawandel, politische Entwicklungen, Pandemien oder mögliche Krankheiten: Für Christian endet fast jeder Gedanke im schlimmsten denkbaren Szenario. Besonders seine exzessiven Internetrecherchen zu gesundheitlichen Symptomen verstärken diese Spirale aus Sorgen und Selbstzweifeln. Aus anfänglicher Unsicherheit wird mit der Zeit eine allgegenwärtige Angst, die keinen konkreten Auslöser mehr braucht.

Was „Unbegründete Ängste“ so besonders macht, ist die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit. Res Sigusch gelingt es, ein schweres Thema wie Angststörungen mit einer überraschenden Portion Humor und Selbstironie zu erzählen. Christian ist eine Figur, in der man sich trotz – oder gerade wegen – seiner übertriebenen Sorgen schnell wiedererkennt. Seine Gedankenspiralen sind oft gleichzeitig tragisch und komisch, weil sie so nah an alltäglichen Unsicherheiten liegen.

Der Roman stellt große gesellschaftliche Fragen im Kleinen: Wie lebt man mit ständiger Unsicherheit in einer Welt, die ohnehin voller Krisen scheint? Wie sehr lassen wir uns von Ängsten leiten, die vielleicht gar keinen realen Ursprung haben? Und wie wichtig ist es, über diese Gefühle zu sprechen?

„Unbegründete Ängste“ ist ein kluger, zeitgeistiger und zugleich sehr menschlicher Roman, der zeigt, wie eng Humor und Verletzlichkeit manchmal beieinanderliegen.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Eine Reise in die eigene Vergangenheit

Träume aus Salz
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Der Roman "Träume aus Salz" von Anika Landsteiner ist eine leise, atmosphärische Geschichte über Erinnerung, Intuition und die Schwierigkeit, sich der eigenen Wahrheit zu stellen

Im Mittelpunkt steht ...

Der Roman "Träume aus Salz" von Anika Landsteiner ist eine leise, atmosphärische Geschichte über Erinnerung, Intuition und die Schwierigkeit, sich der eigenen Wahrheit zu stellen

Im Mittelpunkt steht Flo, die gemeinsam mit ihrem Freund Matty eine Woche auf einer kleinen griechischen Insel verbringt. Eigentlich könnte alles perfekt sein: das azurblaue Meer, warme Nächte unter dem Mondlicht und das Gefühl, für einen Moment dem Alltag entkommen zu sein. Doch Flo trägt etwas mit sich, das zwischen ihr und dieser scheinbaren Leichtigkeit steht. Ein Geheimnis, das sie Matty nicht erzählen kann – oder vielleicht nicht erzählen will.

Als sie der geheimnisvollen Sofia begegnet und sich von ihr die Karten legen lässt, beginnt sich langsam ein Strudel aus Erinnerungen zu öffnen. Stück für Stück wird deutlich, dass Flo sich nicht nur auf einer Reise durch die sommerliche Inselwelt befindet, sondern vor allem auf einer inneren Reise zu sich selbst. Vergangenheit und Gegenwart beginnen zu verschwimmen, und immer stärker stellt sich die Frage, wie lange man vor der eigenen Wahrheit davonlaufen kann.

Was diesen Roman besonders macht, ist die ruhige, feinfühlige Art, mit der Anika Landsteiner erzählt. Ihre Sprache ist klar und zugleich poetisch, manchmal fast meditativ. Viele Szenen leben weniger von großen dramatischen Momenten als von Stimmungen, Gedanken und kleinen Beobachtungen. Gerade dadurch entfaltet die Geschichte eine besondere Intensität. Man spürt die Hitze des Sommers, das Salz auf der Haut und gleichzeitig die Schwere der unausgesprochenen Gefühle.

„Träume aus Salz“ ist kein schneller Plotroman, sondern ein Buch, das sich langsam entfaltet und Raum für Reflexion lässt. Es geht um Selbsttäuschung, um das Vertrauen in die eigene Intuition und um den Mut, sich den Dingen zu stellen, die man vielleicht lange verdrängt hat.

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