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Veröffentlicht am 03.11.2025

Urlaubs-Krimi

Comisario Canario
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Elisabeth Florin entführt mit "Comisario Canario" Leser*innen auf die sonnige Insel La Gomera – doch hinter der malerischen Kulisse lauert Mord, Geheimnisse und eine gehörige Portion skurriler Humor. Mit ...

Elisabeth Florin entführt mit "Comisario Canario" Leser*innen auf die sonnige Insel La Gomera – doch hinter der malerischen Kulisse lauert Mord, Geheimnisse und eine gehörige Portion skurriler Humor. Mit Jorge Alturo alias El Topohat die Autorin einen Ermittler geschaffen, der gleichzeitig sympathisch, korrekt und liebenswert zerstreut ist.

Kommissar Jorge Alturo, ein schüchterner Mann mit empfindlichem Magen, wird auf die kleine Nachbarinsel La Gomera geschickt, um den Mord an einem alten Mann aufzuklären. Als sein Wagen explodiert, muss er auf einen rostigen Kleinbus eines deutschen Aussteigers ausweichen. Bald merkt er, dass die Insulaner einiges zu verbergen haben – darunter das rätselhafte Verschwinden eines Hippie-Mädchens in den 1980er Jahren. Während er sich durch Lügen, Intrigen und alte Geheimnisse kämpft, gerät El Topo selbst immer wieder in Gefahr.

Die Stärke des Romans liegt in der lebendigen Darstellung der Insel, ihrer Eigenheiten, des Essens und der Menschen. Alturo ist ein Held mit Ecken und Kanten: korrekt, pflichtbewusst, aber charmant unbeholfen in sozialen Situationen – eine Figur, die man sofort ins Herz schließt.
Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, mit gut gesetzten Wendungen und einer gesunden Portion Humor, die die düsteren Mordermittlungen auflockert. Manchmal wirken die Episoden etwas episodisch, aber das Gesamtbild überzeugt durch Atmosphäre, Lokalkolorit und sympathische Charaktere.

"Comisario Canario – Der Maulwurf unter Palmen" ist ein unterhaltsamer, spannender Krimi mit Humor und Insel-Flair.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Winter Krimi

Die MörderMitzi und der eiskalte Tod
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Mit "Die MörderMietzi und der eiskalte Tod" liefert I. Archan einen spannenden Winter-Krimi mit schwarzem Humor und cleverer Protagonistin. Die Kombination aus abgeschiedener Hütte, Schneesturm und Mord ...

Mit "Die MörderMietzi und der eiskalte Tod" liefert I. Archan einen spannenden Winter-Krimi mit schwarzem Humor und cleverer Protagonistin. Die Kombination aus abgeschiedener Hütte, Schneesturm und Mord erinnert an klassische Whodunits – nur dass Mitzi das Geschehen mit frechem Witz und scharfer Beobachtungsgabe steuert.

Mitzi wollte nur ein paar Tage Ruhe in einem Retreat im Dachsteingebirge genießen. Doch als ein Schneesturm die Gruppe von der Außenwelt abschneidet und sie unter einem Schneemann eine Leiche entdeckt, beginnt ein mörderisches Spiel. Die acht Teilnehmer sind plötzlich nicht nur eingeschneit, sondern auch potenzielle Täter – und Mitzi erkennt erschreckende Verbindungen, die sie selbst in Gefahr bringen.

Die Geschichte punktet mit geschicktem Aufbau von Spannung und Misstrauen: Jede Figur wirkt verdächtig, jede Handlung könnte ein Hinweis sein. Die Atmosphäre der eingeschneiten Hütte ist eindrucksvoll, und der ständige Schneesturm verstärkt das Gefühl der Isolation und Bedrohung. Mitzi selbst ist charmant, witzig und clever – eine Ermittlerin, der man gerne durch die gefährliche Winterlandschaft folgt.

"Die MörderMietzi und der eiskalte Tod" ist ein perfekter Cozy-Krimi für kalte Wintertage: spannend, unterhaltsam und voller kleiner Wendungen, die man so nicht erwartet. Wer Morde, Humor und verschneite Kulissen mag, wird hier bestens unterhalten. Ein perfekter Winter-Krimi.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

historischer Krimi

Das schwarze Kreuz
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"Das schwarze Kreuz" verbindet historische Bezüge mit einem clever konstruierten Kriminalfall und entführt die Leser*innen in die Welt der Kunstgeschichte und der Kirchenlandschaften bei Bonn.

Kurz bevor ...

"Das schwarze Kreuz" verbindet historische Bezüge mit einem clever konstruierten Kriminalfall und entführt die Leser*innen in die Welt der Kunstgeschichte und der Kirchenlandschaften bei Bonn.

Kurz bevor die Kunsthistorikerin Anna Bentorp für ein Jahr nach Dublin reist, wird sie in einen mysteriösen Mordfall hineingezogen. Zentrum des Geschehens ist der Diebstahl eines wertvollen Kirchenschatzes aus dem Jahr 1800. Anna übergibt die Hinweise an den Diakon der Kirche, der tatsächlich einen Teil des Schatzes bergen kann – und damit selbst ins Fadenkreuz skrupelloser Täter gerät.

Der Roman besticht durch eine feinsinnige Atmosphäre und gut recherchierte historische Details, die den Kriminalfall glaubwürdig einbetten. Anna als Protagonistin ist klug, analytisch und sympathisch, was die Ermittlungen besonders unterhaltsam macht.
Die Spannung wird geschickt aufgebaut: Zwischen historischen Fakten, geheimnisvollen Grabungen und unerwarteten Wendungen entfaltet sich ein ruhiger, aber fesselnder Krimi, der mehr auf Nachdenken als auf Action setzt.

"Das schwarze Kreuz" ist ein durchdachter, atmosphärischer Kriminalroman, der historische Elemente elegant mit dem Thriller-Genre verbindet.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Mord in luftiger Höh

Gamsalp
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"Gamsalp" entführt Leser*innen in die atemberaubende Landschaft des Toggenburgs, wo Ruhe und Naturidylle auf tödliche Geheimnisse treffen. Christian Gauer verbindet Krimispannung mit psychologischer Tiefe ...

"Gamsalp" entführt Leser*innen in die atemberaubende Landschaft des Toggenburgs, wo Ruhe und Naturidylle auf tödliche Geheimnisse treffen. Christian Gauer verbindet Krimispannung mit psychologischer Tiefe und erschafft so einen ungewöhnlichen, fesselnden Thriller.

Elwood, Organist und Privatermittler, trauert um den Verlust seiner Hündin Viva. Auf einer Wanderung durch die Schweizer Alpen sucht er Trost – doch die Natur hält keine Ruhe für ihn bereit. Stattdessen begegnet er einer Gruppe zwielichtiger Männer und wird unfreiwillig in eine verhängnisvolle Nacht hineingezogen. Kurz darauf bittet ihn Kripomann Bänziger um Unterstützung bei einem Mordfall in der Nähe. Die Verdächtigen? Männer, die Elwood nur zu gut kennt.

Gauer gelingt es, die Natur zu einer eigenen, bedrohlichen Kulisse zu machen. Die Alpen sind nicht nur Hintergrund, sondern ein aktiver Bestandteil der Spannung: Nebel, steile Hänge und abgelegene Pfade verstärken das Gefühl von Isolation und Gefahr.
Elwood ist ein ungewöhnlicher Ermittler: sensibel, nachdenklich und geprägt von Verlust. Seine Trauer macht ihn nahbar und menschlich – eine willkommene Abwechslung zu den klassischen, oft stoischen Krimihelden.

Die Handlung ist temporeich, mit gut gesetzten Wendungen, die das Rätsel spannend halten. Allerdings gibt es Momente, in denen die Story etwas vorhersehbar wirkt oder kleinere Logik-Löcher auftauchen.

"Gamsalp" ist ein atmosphärischer Krimi, der Spannung, Natur und Emotionen auf gelungene Weise verbindet.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Leider nicht wie erwartet

Grand Hotel Avalon
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Mit "Grand Hotel Avalon" wagt sich Maggie Stiefvater an ein ungewöhnliches Setting – ein luxuriöses, geheimnisvolles Hotel in den Appalachen während des Zweiten Weltkriegs. Die Idee klingt vielversprechend: ...

Mit "Grand Hotel Avalon" wagt sich Maggie Stiefvater an ein ungewöhnliches Setting – ein luxuriöses, geheimnisvolles Hotel in den Appalachen während des Zweiten Weltkriegs. Die Idee klingt vielversprechend: Magie, Geschichte, eine starke Frau als Hauptfigur und ein Hauch von Mystery. Leider bleibt der Roman hinter seinen Möglichkeiten zurück.

June Porter Hudson leitet das traditionsreiche Grand Hotel Avalon – ein Ort, der mehr zu bergen scheint als nur elegante Gäste und gutes Essen. Zwischen Heilwasser, Kriegsängsten und familiären Geheimnissen muss June um das Überleben ihres Hotels kämpfen – und vielleicht auch um ihre eigene Seele.

Was zunächst nach einem atmosphärischen, geheimnisvollen Roman klingt, entpuppt sich als recht zähe und sprunghafte Erzählung. Die Sprache ist – typisch für Stiefvater – poetisch und detailverliebt, doch hier wirkt sie oft überladen und schwer zugänglich. Die Handlung entwickelt sich nur langsam, und die vielen Zeitsprünge sowie mystischen Andeutungen verlieren sich irgendwann im Nebel.
Die Geschichte verliert sich in Andeutungen, ohne je wirklich etwas aufzulösen. Am Ende bleibt ein Gefühl von Unschärfe – als hätte man einen Traum gelesen, der kurz vor der Klarheit endet.

"Grand Hotel Avalon" ist ein wunderschön geschriebenes, aber erzählerisch unausgewogenes Werk, das mehr verspricht, als es letztlich hält.

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