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Veröffentlicht am 15.10.2024

Wunderschöne Nachrichten aus dem Jenseits

Die Glückslieferanten
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Klappentext:

Der Himmellieferservice, bei dem die junge Nanahoshi arbeitet, überbringt ganz besondere Päckchen: versandt von Menschen, die wissen, dass sie zum Zeitpunkt des Empfangs womöglich verstorben ...

Klappentext:

Der Himmellieferservice, bei dem die junge Nanahoshi arbeitet, überbringt ganz besondere Päckchen: versandt von Menschen, die wissen, dass sie zum Zeitpunkt des Empfangs womöglich verstorben sein werden, und adressiert an andere, die ihnen am Herzen liegen und die eine wichtige Botschaft unbedingt noch erreichen soll. Ob eine alte Dame, der ein besonders einsamer Geburtstag bevorsteht, ein junges Mädchen, dessen große Träume durch seine kleinliche Familie zu zerplatzen drohen, oder ein unglücklich verheirateter Mann, der noch viele Jahre später seiner Jugendliebe nachtrauert – ihnen allen öffnen die von Nanahoshi überbrachten Sendungen auf wunderbare Weise das verkantete Schmuckkästchen, das ihr Leben ist, wieder für das Schöne.



"Die Glückslieferanten" ist ein zauberhafter Roman voller Melancholie und Hoffnung, der sich mit den letzten Botschaften von Verstorbenen an ihre Liebsten befasst – und dabei zeigt, wie kraftvoll Worte und Erinnerungen das Leben verändern können. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Nanahoshi, die für den titelgebenden Lieferservice arbeitet und besondere Päckchen überbringt. Diese Sendungen, von Menschen verschickt, die wissen, dass sie zum Zeitpunkt des Empfangs nicht mehr leben werden, enthalten Briefe oder Geschenke, die auf magische Weise den Empfängern helfen, ihr Leben wieder in Einklang zu bringen.

Der Roman ist geprägt von einer ruhigen, fast zarten Erzählweise, die sich auf die tiefen emotionalen Verbindungen zwischen den Charakteren konzentriert. Die besondere Rolle von Nanahoshi, die als stille Botin zwischen den Welten agiert, verleiht der Geschichte eine sanfte Magie, ohne ins Fantastische abzugleiten. Es ist die Macht der Erinnerung, der verpassten Gelegenheiten und der unausgesprochenen Worte, die die Geschichten miteinander verbindet und den Lesern das Gefühl gibt, dass auch nach dem Tod etwas Gutes und Heilsames entstehen kann.

Besonders eindrucksvoll ist, wie der Roman mit den Themen Verlust und Abschied umgeht. Trotz der schmerzhaften Thematik strahlt das Buch Trost und Zuversicht aus. Die Botschaften der Verstorbenen erinnern ihre Liebsten daran, dass das Leben weitergeht, und dass auch in Momenten der Trauer ein Neuanfang möglich ist. Die Geschichten sind bittersüß und regen zum Nachdenken an: über das, was wir im Leben hinterlassen, über die Verbindungen, die wir knüpfen, und über die Kraft der Worte, die manchmal noch lange nachklingen, selbst wenn wir nicht mehr da sind.

Der Himmellieferservice ist ein Buch, das sowohl berührt als auch inspiriert. Es bringt uns dazu, über die kleinen und großen Momente nachzudenken, die das Leben ausmachen, und darüber, wie wir mit den Menschen, die uns wichtig sind, in Verbindung bleiben – selbst über den Tod hinaus.

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Veröffentlicht am 15.10.2024

Zugehörigkeit mit Schwierigkeiten

Luzia
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Klappentext:

Wien, 1926: Hunderte warten im Schneetreiben vor den Arbeitsämtern, bei Protesten fallen Schüsse, und schwangere Frauen pilgern heimlich zu einem schäbigen Zinshaus in der Troststraße, um ...

Klappentext:

Wien, 1926: Hunderte warten im Schneetreiben vor den Arbeitsämtern, bei Protesten fallen Schüsse, und schwangere Frauen pilgern heimlich zu einem schäbigen Zinshaus in der Troststraße, um die Dienste einer gewissen Frau Tóth in Anspruch zu nehmen. Diese ist Pflegemutter der achtjährigen Luzia, eines schüchternen Mädchens, das inmitten all jener Unruhen anfängt, nach dem Verbleib ihrer leiblichen Mutter zu fragen. Als die Mutter aber nichts von ihr wissen will, schickt man Luzia als Dienstkind zu Bauern in die Bucklige Welt, wo sie zunächst alleine ihren Weg bestreiten muss. Ein Roman über ein ungewolltes Kind in einem ungewollten Land, über Hoffnung in finsteren Zeiten und die Suche nach Zugehörigkeit.



„Luzia – Kindheit zwischen zwei Kriegen“ von Daniel Stögerer ist ein kurzer, aber eindringlicher Roman, der die Geschichte eines Mädchens erzählt, das im Österreich der 1920er Jahre auf der Suche nach Liebe, Heimat und Zugehörigkeit ist.

Der Roman nimmt die Leser*innen mit in die Kindheit Luzias, die von den schwierigen Lebensbedingungen dieser Zeit geprägt ist: Armut, gesellschaftliche Vorurteile und die permanente Unsicherheit, wo sie wirklich hingehört. Doch die Härte der äußeren Umstände wird immer wieder von Luzias kindlicher Naivität und ihrem verzweifelten Wunsch nach Geborgenheit durchbrochen. Sie versucht, die Welt um sich herum zu verstehen – eine Welt, die sie oft wie eine Fremde behandelt und in der sie, trotz ihrer Jugend, früh lernen muss, sich selbst zu behaupten. Luzias Einsamkeit und ihr tiefes Bedürfnis nach Liebe berühren beim Lesen auf eine Weise, die tief ins Herz geht.

Besonders beeindruckend ist die atmosphärische Dichte des Romans. Der Autor schafft es, mit wenigen Seiten und klarer Sprache Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen, die stark und bewegend sind. Man fühlt Luzias Verlorenheit und doch auch ihren unermüdlichen Kampf, einen Ort zu finden, an dem sie geliebt und akzeptiert wird.

Obwohl der Roman relativ kurz ist, hinterlässt er einen tiefen Eindruck. Mehrfach lässt das Schicksal des Mädchens einem das Herz schwer werden.

Es ist gerade diese emotionale Kraft, die den Roman so besonders macht. Die Erzählung lädt uns ein, Luzias Geschichte aus der Perspektive eines Kindes zu erleben, und zwingt uns, über Themen wie Vernachlässigung, die Stellung der Frau in der damaligen Gesellschaft und die seelischen Auswirkungen einer entwurzelten Kindheit nachzudenken.

„Luzia – Kindheit zwischen zwei Kriegen“ ist ein stilles, aber äußerst kraftvolles Buch. Es fängt die Härte der Zeit ein, ohne dabei seine sanfte und oft schmerzhafte Menschlichkeit zu verlieren. Eine herzergreifende Lektüre, die lange nach dem letzten Wort nachwirkt.

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Veröffentlicht am 15.10.2024

Romeo und Julia mit einigen Schwächen

I'll look for you, Everywhere
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Klappentext:

Magdalen und Theo haben für ihr Studium das malerische Chivasso, in dem sie zusammen aufgewachsen sind, verlassen. Jahrelang haben sie sich nicht mehr gesehen, erst eine Hochzeitseinladung ...

Klappentext:

Magdalen und Theo haben für ihr Studium das malerische Chivasso, in dem sie zusammen aufgewachsen sind, verlassen. Jahrelang haben sie sich nicht mehr gesehen, erst eine Hochzeitseinladung bringt die beiden zurück - dorthin, wo ihnen alles so vertraut ist und sich gleichzeitig alles verändert hat. Sie versuchen sich voneinander fernzuhalten, denn Magdalen ist die beste Freundin von Theos kleiner Schwester und sie dürfen sich nicht verlieben. Trotzdem laufen sie sich immer wieder über den Weg und können die knisternde Anziehung zwischen ihnen nicht ignorieren. Als die düsteren Geheimnisse ihrer Familien an die Oberfläche treten, müssen sie sich entscheiden, wie stark die Gefühle füreinander wirklich sind.



Der Roman „I'll Look for You - Everywhere“ entführt die Leser*innen in die malerische Kleinstadt Chivasso im Herzen Italiens. Eingebettet in diese historische und zugleich idyllische Kulisse entfaltet sich die Geschichte von Magdalen und Theo, zwei jungen Menschen, die in ihre Heimatstadt für eine Hochzeit zurückkehren. Doch ihre Heimkehr bringt nicht nur alte Freundschaften und vertraute Orte zurück, sondern wirft sie auch in ein Netz von verborgenen Familiengeheimnissen und unausgesprochenen Gefühlen.

Magdalen, die beste Freundin von Theos kleiner Schwester, und Theo haben stets eine besondere, aber distanzierte Beziehung gepflegt. In Chivasso jedoch flammen Gefühle auf, die beide nicht mehr ignorieren können. Obwohl sie wissen, dass ihre Liebe nicht sein darf – vor allem wegen der Nähe zu Theos Familie – können sie sich ihrem Schicksal nicht entziehen. Hat die Liebe von Theo und Magdalen eine Chance?

Besonders hervorzuheben ist die Charakterentwicklung von Magdalen und Theo. Beide sind tiefgründige Figuren, die mit ihren eigenen Unsicherheiten und inneren Konflikten kämpfen. Jedoch weißt der Roman einige kleine Schwächen auf. Es werden viele Klischees bedient und einige Szenen wirken sehr plump oder arg gestellt.

Der Roman behandelt nicht nur die Liebe als zentrales Thema, sondern auch die Frage nach Identität, Familienehre und dem Preis der Wahrheit. Die düsteren Familiengeheimnisse, die meines Erachtens nach leider zu spät aufgeklärt werden, dienen zwar dem Romeo und Julia Aspekt, aber hilft der Story nicht wirklich weiter.

„I'll Look for You - Everywhere“ ist ein intensiver und atmosphärischer Roman, der mit einigen Stolpersteinen auftritt. Mit einer gelungenen Mischung aus Romantik, Spannung und psychologischer Tiefe ist das Buch jedoch empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 15.10.2024

Liebevolle Geschichte um den Tannenbaum

Das Wunder der Tannenbäume
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Klappentext:

Schwarzwald, 1815: Anneliese ist erst sechzehn, als ihr Vater tödlich verunglückt und sie in seine Fußstapfen als Holzfällerin treten muss. Doch ihre Familie ist hoch verschuldet, und auf ...

Klappentext:

Schwarzwald, 1815: Anneliese ist erst sechzehn, als ihr Vater tödlich verunglückt und sie in seine Fußstapfen als Holzfällerin treten muss. Doch ihre Familie ist hoch verschuldet, und auf dem Freiburger Markt kann sie mit ihrem Holz kaum etwas verdienen. Da erinnert sich Anneliese an den heidnischen Brauch, Bäume in der Winterzeit festlich zu schmücken. Kurzerhand bietet sie ganze Tannen zum Verkauf an, die sie mit Äpfeln, Nüssen und kleinen Schnitzfiguren dekoriert – eine Sensation! Mit ihren Weihnachtsbäumen zieht Anneliese jedoch nicht nur die Aufmerksamkeit der Marktbesucher auf sich, sondern auch die des jungen Friedrich von Bergen …



Der Roman „Das Wunder der Tannenbäume“ entführt die Leser*innen in den Schwarzwald zu Beginn des 19. Jahrhunderts, einer Zeit voller Härten und Herausforderungen, in der die Natur ebenso mächtig wie unerbittlich ist. Der Roman erzählt die berührende Geschichte der jungen Anneliese, die nach dem tragischen Verlust ihrer Eltern auf sich allein gestellt ist. Ihr Vater stirbt bei einem Unfall im Wald, die Mutter wird Opfer einer verheerenden Seuche – zwei Schicksalsschläge, die Anneliese ins kalte Wasser des Lebens werfen.

Mit einer bemerkenswerten Überzeugung und Willenskraft übernimmt Anneliese die Aufgabe, den Lebensunterhalt allein zu stemmen. Durch eine schicksalshafte Begegnung in ihrer Kindheit, versucht Anneliese mit den Verkauf von geschmückten Tannenbäumen auf dem Markt in Freiburg ihr Glück. Was als Überlebensstrategie beginnt, entwickelt sich jedoch unerwartet zu einer Erfolgsgeschichte. Anneliese schafft es sogar bis an den Hof nach Karlsruhe, doch da wo Erfolg ist, sind auch Neider und das Glück der jungen Frau steht auf der Kippe.

Die Autorin Claudia Romes schafft es meisterhaft, das raue, natürliche Setting des Schwarzwaldes mit den Glanz von Weihnachten zu verbinden.. Die Atmosphäre der Zeit wird authentisch eingefangen: Das einfache Leben der Dorfbewohner, die tiefen Wälder, die das Schicksal Annelieses prägen, und die Bedrohung durch Krankheiten und Armut. Es ist eine Zeit des Umbruchs, und der Roman stellt feinfühlig dar, wie die Menschen, vor allem die Frauen, ihren Platz in einer sich verändernden Welt suchen.

„Das Wunder der Tannenbäume" ist nicht nur ein fesselnder historischer Roman, sondern auch eine bewegende Weihnachtsgeschichte, die zeigt, wie selbst unter den schwierigsten Umständen Stärke und Erfolg möglich sind.

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Veröffentlicht am 15.10.2024

Herbstlicher Krimi

Tod auf Schloss Solitude
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Klappentext:

Unterhaltsame Mörderjagd in Stuttgarts Schlössern – Frech, ironisch, spannend. Bea Pelzers Führung durch das Jagd- und Lustschloss Solitude sollte eigentlich mit einer Weinverkostung als ...

Klappentext:

Unterhaltsame Mörderjagd in Stuttgarts Schlössern – Frech, ironisch, spannend. Bea Pelzers Führung durch das Jagd- und Lustschloss Solitude sollte eigentlich mit einer Weinverkostung als krönendem Abschluss enden – stattdessen wird ihre Kollegin tot auf dem Gelände gefunden. Während Kommissar Gabriel die Ermittlungen aufnimmt, macht sich Bea selbst auf Spurensuche und verschweigt dem Kommissar einen wichtigen Hinweis. Als der Täter erneut zuschlägt, wird ihr klar, dass das vielleicht keine so gute Idee war …



"Tod auf Schloss Solitude" von Martina Fiess ist ein spannender Lokalkrimi, der die idyllische Landschaft des Stuttgarter Umlands mit einer packenden Mordermittlung verknüpft. Der Roman besticht durch seine authentische Darstellung und atemberaubenden Schauplätze wie Schloss Solitude oder den Park Monrepos.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Bea Pelzer, der mit ihrer besten Freundin in einer Werbeagentur arbeitet. Zusammen mit einer Arbeitskollegen haben sich die Drei eine Wohnung geteilt und zusammen gelebt. Doch eines Tages steht der wütende Ex-Freund ihrer Kollegin vor ihrer Tür und bedroht das friedliche Zusammenleben der 3 Frauen. Als dann auch noch kurze Zeit später ihre Kollegin bei einem Event auf Schloss Solitude tot aufgefunden wird, scheint das Chaos perfekt. Bea merkt schnell, dass hier etwas nicht stimmen kann und ermittelt auf eigene Faust und befindet sich schnell in einem Strudel von Intrigen und Eifersucht.

Martina Fiess versteht es meisterhaft, den alten Gemäuern rund um Stuttgart neues Leben einzuhauchen und diese geschickt in die Kriminalermittlungen zu verweben.

Die Hauptfigur Beaist vielschichtig und überzeugend. Die Dynamik zwischen ihr und ihren Freundin entwickelt sich im Verlauf der Ermittlungen stetig weiter, wobei beide ihre Stärken und Schwächen einbringen.

"Tod auf Schloss Solitude" ist ein stimmungsvoller und spannender Krimi, der die Schönheit und die Geheimnisse des Stuttgarter Umlands gekonnt miteinander verwebt. Martina Fiess schafft es eine authentische, tief in der Region verwurzelte Geschichte zu erzählen. Ein toller Krimi für Fans von Lokalkrimis.

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