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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2017

Dunkle Atmospfäre

Dunkels Gesetz
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Dunkels Gesetz von Sven Heuchert fängt gut und nachdenklich machend an. Ich musste mich nur erst etwas einlesen. Der Roman liest sich hart, direkt und zwischendurch auch melancholisch. Der Protagonist ...

Dunkels Gesetz von Sven Heuchert fängt gut und nachdenklich machend an. Ich musste mich nur erst etwas einlesen. Der Roman liest sich hart, direkt und zwischendurch auch melancholisch. Der Protagonist ist Dunkel, ein Ex-Söldner, der versucht wieder in ein normales Leben zu kommen. Er hat zu viel grausames erlebt und kann das nicht vergessen.
Die Geschichte spielt in einem klene, Nest an der belgischen Grenze in Deutschland.
Der Autor hat ziemlich viele zwielichtige und kaputte Gestalten teilnehmen lassen. Da zählt ein Leben nicht viel. Ziemlich hoffnungslos.
Dunkel macht sich da keine Freunde. Es geht um Drogenhandel und Geldwäsche. Zwischendrin Dunkel, nur was da seine Aufgabe ist, habe ich nicht so richtig verstanden. Obwohl er da wohl so etwas gegen unbefugtes Betreten einer alten Grube unternehmen soll.
In einer Tankstelle, die Achim gehört, arbeitet Marie, deren Mutter, Achims Geliebte ist. Ich verstehe die Frauen ja nicht, die sich misshandeln lassen. Warum gehen sie nicht, überhaupt wenn sie eine Tochter haben. Man bekommt oft Angst um Marie, das Milieu ist nicht gut für sie und Achims Gerede zeigt seine Gesinnung..

Der Schreibstil ist gut, aber nicht unbedingt flüssig, sondern mehr hart und derb, aber stimmig. Das Ende kam mir zu plötzlich. Da hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht.
Das Cover zeigt die triste Gegend und die Trostlosigkeit. Zum Roman passend.

Ein krasser, nicht alltäglicher Roman.




Veröffentlicht am 20.06.2017

Kurze Geschichten

Liebe wird überschätzt
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Die Autorin Valeria Parella ist Italienerin und die Geschichten wurden übersetzt von Annette Kopetzki.
Das Cover besticht durch seine Farbigkeit.
Liebe wird überschätzt ist ein dünnes Buch mit acht Geschichten ...

Die Autorin Valeria Parella ist Italienerin und die Geschichten wurden übersetzt von Annette Kopetzki.
Das Cover besticht durch seine Farbigkeit.
Liebe wird überschätzt ist ein dünnes Buch mit acht Geschichten über die Liebe.
Die erste Liebesgeschichte hat diesem Band den Namen gegeben und ist ganz gut.
Die zweite ist Nach dem Fest.
Dann Die Ausgesetzten, diese Geschichte ist berührend und gefällt mir am Besten.
Behave, auch interessant. So heißt ein Lokal und es ist einem Sohn gewidmet.
Respekt vor dem, der es weiß, auch nicht schlecht.
99/99/9999, über einen Inhaftierten.
Das Kastell, ist eine Hommage.
Das letzte Leben, es geht um die Zeit, das Danach, Davor und Währenddessen

Ein ganz nett geschriebenes Werk. Ein Spiel mit Worten. Es sind alles mehr oder weniger Liebesgeschichten, meist nicht gerade glückliche. Ein Finden und Verlieren.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Nordische Spannung

Teufelskälte (Ein Fall für Tommy Bergmann 2)
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Teufelskälte von Gard Sveen ist ein typisch nordischer kühler etwas düsterer Krimi.
Er ist der zweite Teil, der erste ist „Der letzte Pilger“ und es soll noch weitere geben. Ich habe den ersten nicht ...

Teufelskälte von Gard Sveen ist ein typisch nordischer kühler etwas düsterer Krimi.
Er ist der zweite Teil, der erste ist „Der letzte Pilger“ und es soll noch weitere geben. Ich habe den ersten nicht gelesen, aber man kommt auch so gut in die Handlung hinein.
Das Hörbuch wird gelesen von Detlef Bierstedt. Seine Stimme ist angenehm mitreißend, ruhig und mit guter Betonung bei verschiedenen Personen.
Der Roman fängt 1988 in Oslo an. Eine junge Frau wird grausam ermordet aufgefunden.
Tommy Bergmann ist noch ein junger Kommissar. Er und sein Kollege sind die Ermittler. Der Mörder wird gefunden, aber plötzlich gibt es Jahre später einen neuen identischen Fall, der damalige Täter ist noch in Haft. Gibt es einen Nachahmer? Der Kommissar kommt ins grübeln. Der Krimi besticht durch die Mischung an den Ermittlungen des Kriminalfalls und den privaten Problemen der Protagonisten. Tommys Kollegin Susanne Bech fügt sich auch mit eigenen Problemen ein. Trotzdem sind sie ein gutes sympathisches, aber etwas ungleiches Team. Mir persönlich gefällt Susanne am Besten.
Der Krimi konnte mich fesseln, er war vom Anfang bis zum Ende sehr spannend.
Nur am Schluss gibt es ein offenes Ende, das ist mein einziger Kritikpunkt, da ich am liebsten abgeschlossene Romane lese. Jetzt muss ich eben doch auf die Fortsetzung warten.

Veröffentlicht am 15.06.2017

Spannender Münchenkrimi

Tiefe Schuld
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Tiefe Schuld von Manuela Obermeier ist der zweite Teil einer Krimiserie um die Kriminalhauptkommissarin Toni Stieglitz und ihre Kollegen.
Der erste Teil ist „Verletzung“. Ich habe ihn noch nicht gelesen, ...

Tiefe Schuld von Manuela Obermeier ist der zweite Teil einer Krimiserie um die Kriminalhauptkommissarin Toni Stieglitz und ihre Kollegen.
Der erste Teil ist „Verletzung“. Ich habe ihn noch nicht gelesen, bin aber gleich gut in diesem Teil hineingekommen.
Ich lese eigentlich wenig Krimis, doch dieser fesselt enorm. Er spielt in München und wenn man die Stadt etwas kennt, erkennt man auch einige Gegenden wieder, das gefällt mir.
Zum Inhalt: Zwei Jugendliche finden eine tote Frau. Toni Stieglitz hat gerade Bereitschaft. Die tote Frau zeigt alte und neue Verletzungen an, sie scheint misshandelt worden zu sein. Toni wird an ihre eigene Vergangenheit erinnert.
Mehr möchte ich nicht verraten.
Da die Autorin Manuela Obermeier bei der Polizei ist, kennt sie die Arbeit ja aus erster Hand.
Sie hat aber auch einen tollen Schreibstil. In die Lage Tonis wird man hineingezogen. Ihre persönlichen Konflikte und ihr Umfeld machen den Krimi richtig spannend. So liebe ich das. Ich bin durch das Buch geflitzt, weil ich mitgefiebert habe. Die Protagonistin Toni Stieglitz ist eine sympathische Person.
Da mag ich noch mehr von lesen.
Das Cover ist schon vielversprechend, der Inhalt noch mehr.
Eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 07.06.2017

Portugiesische Idylle

Lost in Fuseta
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Gil Ribero alias Holger Karsten Schmidt hat als Drehbuchautor schon einige Erfahrung. Das merkt man diesem Roman „ Lost in Fuseta“ an, ich kann ihn mir gut als Verfilmung vorstellen.
Der portugiesische ...

Gil Ribero alias Holger Karsten Schmidt hat als Drehbuchautor schon einige Erfahrung. Das merkt man diesem Roman „ Lost in Fuseta“ an, ich kann ihn mir gut als Verfilmung vorstellen.
Der portugiesische Ort wird wie eine schöne Urlaubsidylle beschrieben, Da bekommt man gleich Lust da Urlaub zu machen. Obwohl die deutschen Touristen nicht so gut wegkommen.
Die portugiesische Mentalität wird durch ihre Gastfreundschaft und Freundlichkeit hervorgehoben.
Die Protagonisten bestechen durch grandiose Dialoge, witzig und nachdenklich zugleich.
Zwischen Hamburg und Fuseta kommt es zu einem Austausch ihrer „besten“ Polizisten.
Der Hamburger Kommissar Leander Lost wird von seinen neuen Kollegen Sub-Inspektorin Rosado und ihrem Kollege Esteves am Flughafen abgeholt. Die Drei bilden jetzt ein Team. Anfangs haben beide Seiten so ihre Probleme miteinander.

Der Autor hat sich da einiges einfallen lassen, das ich immer wieder schmunzeln musste.
Dieser Krimi ist für mich mehr ein interessanter Roman über Land und Leute in Fuseta.
Der Krimiplott kommt auch nicht zu kurz. Die Ermittlungen bringen einige Verwicklungen zu Tage.
Dies war ein wunderschöner kurzweiliger Krimi mit tollen Protagonisten, der mich gut unterhalten hat.