Profilbild von DetlefKnut

DetlefKnut

Lesejury Star
offline

DetlefKnut ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DetlefKnut über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2022

Wirklich alles nur Opfer?

Sturmopfer
0

Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein weiterer Psychothriller dieses britischen Schriftstellers, der aus der Gegend (Devon, nördlich vom Dartmoor National Park) stammt und sich wohl tatsächlich mit dem stürmischen ...

Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein weiterer Psychothriller dieses britischen Schriftstellers, der aus der Gegend (Devon, nördlich vom Dartmoor National Park) stammt und sich wohl tatsächlich mit dem stürmischen Meer an der Nordküste Südenglands auskennt.

Als ein großer Sturm angekündigt wird, ist Lucy nicht gerade glücklich darüber, denn sie weiß, dass ihr Ehemann Daniel heute mit dem Schiff aufs Meer hinausgefahren ist. Sie sorgt sich um ihn. Er geht nichts ans Handy und hat nirgends eine Nachricht hinterlassen, was er da draußen möchte und wann er wieder zurück kommen will.

Als Lucy ihren Sohn Fin aus der Schule abholen will, erfährt sie, dass Daniel den Siebenjährigen bereits am Vormittag aus der Schule holte, weil er angeblich einen Zahnarzttermin hatte. Bei dem Versuch, die 18jährige Tochter Billie darüber zu informieren, dass Daniel als auch Fin offenbar aus See sind, stellt sie erschreckenderweise fest, dass auch Billie nicht an ihr Telefon geht. Lucy sorgt dafür, dass alle Freunde der Tochter nach ihr suchen, und später auch, dass auf dem Meer nach allen Dreien gesucht wird

Sam Lloyd baut die Spannung über mehrere Ebenen auf. Da ist zunächst Lucy, die mit dem Verschwinden ihrer Familie klarkommen muss. Doch mit jederweiteren Seite erfahren wir mehr über sie und ihr Leben. Nicht zuletzt auch durch in Gedanken eingepackte Rückblenden. Das Geschehen in der Vergangenheit scheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen.

Eine weitere Spannungsebene sind die Ermittlungen um das Geschehen. Wie ist es zum Verschwinden der Familie gekommen? Detective Inspector Abraham Rose leitet diese Ermittlungen. Er hat dabei schwer mit seinen Gefühlen zu kämpfen, besonders nachdem er ein Video mit dem kleinen Sohn gesehen hat.

Abraham ist sowieso eine äußerst interessante Figur in dieser Geschichte. Er ist stark religiös. Seine Mutter hatte einen großen Einfluss diesbezüglich auf ihn und er hat sogar auf Freundinnen verzichtet, wenn seine Mutter sie nicht mochte. Das Verschwinden von Daniel und den beiden Kindern betrachtet Abraham immer vor seinem religiösen Hintergrund. Diesbezügliche Zitate aus religiösen Texten oder der Bibel machen es immer wieder deutlich.

Außerdem ist Abraham krank, schwer krank. Die Ermittlungen führt er unter starken Schmerzen durch und es stellt sich immer die Frage, ob er sie auch bis zum Ende schafft. Deshalb agiert er sehr nachdenklich, hört oft in sich hinein.

Zwar weiß man bei diesem Roman sofort, quasi auf der ersten Seite, dass etwas Schlimmes passiert ist, aber bis einem dann die gesamte Dimension aufgeht, dauert es doch ein kleines Weilchen. Man lässt sich treiben und ergreift Partei, um dann mit der Zeit vielleicht eines Besseren belehrt zu werden. Aber Sam Lloyd nimmt die Leser mit auf seiner Psychoreise durch die Figurenlandschaft seines Romans.

Aber ein ganz besonderes Highlight ist am Ende der actionreiche Showdown. Wenn man glaubt, der ganze Psychodreck wird letztendlich in Verhören oder Gesprächen aufgelöst, der irrt sich gewaltig. Dramaturgisch ist dies von Sam Lloyd perfekt in Szene gesetzt. I like it.

Detaillierte Landschaftsbeschreibungen und nahezu minutiöse Abläufe des Sturms von ein weiteres Merkmal des Schreibstils dieses Schriftstellers. Ich habe mich auf meinen Besuchen in Südengland wiedergefunden und vielleicht durch dieses Buch neue Ziele gefunden, die es sich lohnt, zu besuchen.

Mir hat dieser Roman viel Spaß gemacht und sehr gut unterhalten. Die Irreführung hat mich auf eine Reise mitgenommen, die nicht nur in die Psyche, sondern auch nach Südengland führt. Ein kleiner britischer Touch, wie ich ihn mag.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2022

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2022

verbrecherische Manager/korrupte Politiker - perfekt inszeniert

Das Jahr der Gier
0

Mit dem neuesten Thriller aus der Feder des Meisters der deutschen Politthriller – Horst Eckert – bleibt sich der in Düsseldorf lebende Schriftsteller treu: brisantes und aktuelles Thema, spannend und ...

Mit dem neuesten Thriller aus der Feder des Meisters der deutschen Politthriller – Horst Eckert – bleibt sich der in Düsseldorf lebende Schriftsteller treu: brisantes und aktuelles Thema, spannend und unterhaltsam aufbereitet, fesselnder Pageturner!

Die WorldCard AG ist ein Shooting-Star am deutschen Wirtschaftshimmel. Das Unternehmen wird hofiert von der Kanzlerin, verdrängt alteingesessene Konzerne aus dem DAX und schickt sich an, als Finanzdienstleister die Deutsche Bank zu übernehmen. Doch was hat die tote Frauenleiche in Düsseldorfs Norden damit zu tun? Und warum wird in der Düsseldorfer Altstadt ein Journalist der Financial Times niedergestochen?

So könnte man die Stränge zusammenfassen, in denen ermittelt wird. Kriminalrätin Melia Adan wird aus verwandtschaftlichen Gründen darum gebeten, sich um den britischen Journalisten zu kümmern. Vincent Veih ist mit deiner MK für die Frauenleiche zuständig. Schnell wird klar, dass es offenbar einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen gibt.

Da der Journalist einen Finanzskandal von ungeheurer Dimension aufklären will, was nicht nur der WorldCard-Konzern, sondern auch der deutsche Geheimdienst verhindern will, ist eine Verbindung zu dem Mord und dem Überfall in Düsseldorf mehr als wahrscheinlich.

Horst Eckert schafft es erneut, ein brisantes und aktuelles Thema in einen spannenden Thriller zu verwandeln. Die Ähnlichkeit der WorldCard AG mit dem Wirecard-Konzern ist unverkennbar. Doch da der Prozess zu Wirecard gerade erst begonnen hat und noch nicht alles an die Öffentlichkeit gedrungen ist, musste sich der Autor der kreativen Fiktion bedienen. Was er meisterlich beherrscht. Die Vorgehensweise der verbrecherischen Manger und der korrupten Politiker wirkt ungemein authentisch und glaubhaft. Als wäre es eine Dokumentation.

Im sechsten Roman um Vincent Veih (aber der dritte mit Melia Adan) spielt auch dessen Mutter, eine ehemalige RAF-Terroristin, erneut eine kleine Rolle. Damit zeigt Horst Eckert, dass ihm etwas an den von ihm geschaffenen Figuren liegt und er sehr wohl in der Lage ist, ihre Biografien weiterzuspinnen. Das geschieht an vielen Stellen. Leser von Eckerts Romanen können sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen.

Der Schreibstil ist von kurzen, prägnantem und schnörkellosen Sätzen geprägt. Lange, verschachtelte Sätze sucht man vergeblich. Das Geschehen, Handlung und Gedanken, werden auf den Punkt genau formuliert. Dies und die kurzen Kapitel lassen die Seiten nur so durch die Finger gleiten. Das hat mich sehr an die Thriller von Michael Connelly erinnert.

Neben der Leistung des Autors gefällt mir auch die Gestaltung der Reihe im Verlag. Die Titel der Reihe folgen derselben Melodie und die beiden Silhouetten einer Frau und eines Mannes in der Großstadt führen auf das Wesentliche hin.

Meine Empfehlungen der vorhergehenden Romane dieses Autors lassen erahnen, dass ich ein begeisterter Leser von ihnen bin und auch diesen in besonderer Weise empfehlen möchte.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2022

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2022

Lebensunterhalt mit Kriminalität verdienen

Nachtarbeiter
0

Der Autor bedient sich in seinem Debütroman eines eher ungewöhnlichen Genres der Kriminalliteratur, um eine gewisse gesellschaftliche Kritik zu äußern, nämlich das Genre des Gangsterromans. D. h. Verbrechen ...

Der Autor bedient sich in seinem Debütroman eines eher ungewöhnlichen Genres der Kriminalliteratur, um eine gewisse gesellschaftliche Kritik zu äußern, nämlich das Genre des Gangsterromans. D. h. Verbrechen ja, Ermittlungen eher nur am Rande. Darauf muss man sich als Leser einlassen, gibt dem Roman aber eine sehr schöne Würze.

Im Wesentlichen bekommen wir es mit drei Hauptfiguren zu tun, die aus dem Underground von Brooklyn stammen. Sie sind in dieses Milieu hineingeboren, kennen gar nichts anderes. Für sie ist es selbstverständlich, dass sie ihren Lebensunterhalt mit Kriminalität verdienen.

Da ist zunächst Shecky. Er wünscht sich eine Familie. Ganz klassisch mit gemeinsamen Mahlzeiten, gemeinsam Beisammenstehen usw. Er ist das Oberhaupt der Familie und vermisst auch nach vielen Jahren immer noch seine Schwester. Shecky hat sich ein Unternehmen aufgebaut, welches gut funktioniert, aber nach strengen Regeln abläuft. Er betreibt Geldwäsche im großen Stil. Dabei wäscht er nicht sein eigenes Geld, sondern bietet dies als Dienstleistung für alle möglichen Kunden an. Beispielsweise überall da, wo ein Firmeninhaber mit viel Schwarzgeld hantiert. Die Transfers des Geldes über mehrere Konten und an Scheinfirmen, übernimmt Shecky mit seinem darauf spezialisierten Unternehmen.

Harry ist ein Junge, den Shecky zur Betreuung als Bewährungshelfer aufgenommen hat. Harry ist für ihn wie ein Sohn. Er bekommt all seine Liebe und all sein Wissen. Shecky bringt ihm alles bei, was er seinem „Sohn“ nur beibringen kann. Harry ist der beste Mitarbeiter im Geldwäscheunternehmens seines „Onkels“, wie er Shecky nennen soll. Er heuert Kuriere an, bringt ihnen das Handwerkszeug bei, stattet sie mit Wegwerfhandys aus. Harry ist der Mann für alles in der Firma, denkt aber, er wird nicht gut bezahlt.

Die jüngste, die Shecky in die Familie aufgenommen hat, ist Kerasha. Kerasha ist 23 Jahre alt und hat gerade 6 Jahre im Knast hinter sich. Als Kleptomanin muss sie ihre Therapiesitzungen noch bei einem Psychiater absolvieren, um von der Sucht des Klauens geheilt zu werden. Kerasha ist noch nicht voll in den Familienbetrieb integriert worden. Sie muss nach den sechs Jahren erst mal mit der Freiheit klarkommen. Und mit dem fehlenden Heroin. Aber an das Ritual der gemeinsamen Frühstücke und Abendessen hat sie sich schnell gewöhnt.

Brian Selfon hat ein besonderes Bild von Brooklyn gezeichnet, welches sich vielen Menschen nicht auf den ersten Blick erschließt. Das ist nicht nur die Selbstverständlichkeit, wie hier mit Kriminalität Geld verdient wird. Es sind auch die zahlreichen Verstecke, Unterschlüpfe und toten Briefkästen, die sich dem Auge eines normalen Bürgers oder gar Touristen gänzlich entziehen. Wer erwartet schon in einem alten Zeitungskasten, dass sich darin eine Nottasche mit Revolver, Geld und mehreren Pässen oder Führerscheinen befindet? Mit vielen Details und sehr authentisch schildert Selfon ein ungewöhnliches Bild von Brooklyn und seinen Bürgern.

Die Polizei scheint machtlos zu sein. Sie kann sich nicht um alle kleinen Verbrechen kümmern, die in der Drogen- oder Prostituiertenszene tagtäglich geschehen. Auch die Polizistin Zera, die als Kind aus Montenegro in die USA verschleppt wurde, verzweifelt an den Machenschaften des Menschenhandels.

Dieser besondere Schmelztiegel Brooklyn, wie ihn Brian Selfon als düstere Schattenseite präsentiert, hat mich ein wenig an die chaotische Familie in der TV-Serie „Shameless“ erinnert. Eine Familie voller Verlierer, die dennoch das Beste aus ihrem Leben herausholen wollen.

Der Stil von Brian Selfon ist unterhaltend, enthält auch humorige Sequenzen. Man kann ihm gut folgen. Zeitliche Sprünge und Rückblenden werden gut bekanntgemacht, so dass man die jeweilige Szenen sehr gut in die gesamte Geschichte einordnen kann.

Ein sehr guter Roman für Leser, die nicht immer nur einen 0-8-15-Krimi lesen möchten und gerne auch mal hinter die Kulissen der Handlungsorte schauen möchten.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2022

Veröffentlicht am 26.03.2022

Florian Knöppler erzählt die Familiensaga weiter

Habichtland
0

Dieser Roman ist der Nachfolger von »Kronsnest« und eine konsequente Fortsetzung der Familiensaga einige Jahre später.

Die Jahre sind vergangen, die Nazi-Clique hat sich etabliert und der Krieg hat vor ...

Dieser Roman ist der Nachfolger von »Kronsnest« und eine konsequente Fortsetzung der Familiensaga einige Jahre später.

Die Jahre sind vergangen, die Nazi-Clique hat sich etabliert und der Krieg hat vor zwei Jahren angefangen zu toben. Deutschland steht 1941 kurz vor dem Russland-Krieg. Hannes und Lisa sind inzwischen verheiratet und haben Kinder. Während er sich immer noch nicht für oder gegen die Nazis entschieden hat, weil er tatsächlich nur das Beste für seine Familie möchte, hat sich Lisa bereits entschieden und verschließt sich ihrem Mann gegenüber immer mehr. Lisa hat längst erkannt, dass ein neutrales Verhalten, ein Heraushalten aus der Politik nicht möglich ist. Sie kann nicht stillhalten und verbrennt sich mit ihren Sprüchen zur falschen Zeit, am falschen Ort, unter falschen Menschen, den Mund. Es wird brandgefährlich für sie. Die Zerreißprobe für die Familie ist enorm groß.

Florian Knöppler schafft mit einer sprachlichen Intensität eine bedrohliche Atmosphäre vor der Kulisse der norddeutschen Elbmarsch. Detailreiche und stimmungsvolle Bilder entstehen im Kopf der Leser. Manche von ihnen düster, andere auch wieder heiter. Letzteres, wenn Hannes’ erste Liebe Mara wieder ins Spiel kommt. Wunderschön, dass diese Figur nach dem ersten teil nicht auf ein Abstellgleis geschoben wurde. Und Glücksmomente für den Protagonisten.

Wie Lisa und Hannes haben sich auch alle anderen Nachbarn und ehemaligen Schulkameraden weiterentwickelt und sind älter geworden. Sie haben sich im Leben etabliert. Doch meist sind sie ihrer „Seite“ treu geblieben. Und daraus zieht Knöppler das Material für Spannung in den einzelnen Szenen. Denn es wird immer wieder sehr gefährlich für die Menschen um Hannes und für ihn selbst. Während den Erwachsenen auch klar ist, in welche Gefahr sie sich begeben, scheint Vieles für die Kinder unverständlich. Erstaunlich, wie sehr sich diese Situation gerade jetzt in der Zeit der Bombardierung der Ukraine in der Realität widerspiegelt.

»Habichtland« sollten die Leser als Nachfolger von »Kronsnest« nicht missen. Es ist aber nicht zwingend, den Vorgänger gelesen zu haben. Der Roman steht ganz alleine für sich. Mehr denn je zeigt auch er die heutige Gesellschaft anhand einer Handlung, die vor vielen Jahren spielt.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2022

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 12.03.2022

Mord am Fuße der Notre-Dame

Lacroix und der blinde Buchhändler von Notre-Dame
0

Dies ist mittlerweile der fünfte Paris-Krimi von Alex Lépic aka Alexander Oetker, der eine Hommage durch und durch für George Simenon und dessen Kommissar Maigret ist.

Ruhige zielführende Ermittlungen ...

Dies ist mittlerweile der fünfte Paris-Krimi von Alex Lépic aka Alexander Oetker, der eine Hommage durch und durch für George Simenon und dessen Kommissar Maigret ist.

Ruhige zielführende Ermittlungen ohne Aktion und Ballerei stehen im Mittelpunkt. Rund um die Île de la Cité am Fuße der Notre-Dame stehen die Bücherboxen der Buchhändler, die hier Bouquinistes genannt werden. Hierher führt der Roman, weil ein Buchhändler tot aufgefunden wurde. Lacroix kann sich nur wundern, dass er nicht viel von diesen Buchhändlern wusste, obwohl sich eigentlich jeder Pariser mit ihnen auskennt. Und mit ihren Legenden und Geschichten. Doch warum nach dem Tod des Buchhändlers die Läden anderer durchwühlt und in Brand gesetzt werden, bleibt zunächst ein Rätsel.

Alex Lépic schreibt in einem ruhigen Ton. Viele Wege führen den Kommissar Lacroix zu Fuß durch die Stadt, um Zeugen zu interviewen. Das ist für Alex Lépic, der viele Jahre als Korrespondent für RTL und n-tv in Paris lebte, die beste Gelegenheit, den Lesern die Stadt Paris nahezubringen. Beim Lesen schreite ich über die Pflastersteine, die ich in Realität schon beschritten hatte, besuche virtuell die Bouquinistes, die ich bei jedem Aufenthalt in Paris real besuche.

Die Figuren kommen einem nach fünf Romanen schon sehr bekannt vor. Es sind gute alte Bekannte halt. Man ahnt, was man von jeder zu erwarten hat und wundert sich dann doch, einen neuen Zug an ihr zu entdecken. Wie z.b. die Unkenntnis Lacroixs von den Abläufen bei den Buchhändlern.

Alex Lépic hält auch an Traditionen fest, die sich seit dem ersten Band manifestiert haben. Da zugehört das gemeinsame Abendessen von Madame und Monsieur Lacroix nach dem gelösten Fall und ihre kleine abschließende Manöverbesprechung.

Ein wunderschöner Paris-Roman für alle, die gerne auf Action verzichten und lieber still mit den Protagonisten ermitteln.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2022