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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2026

rasanter, kurzweiliger sozialkritischer Jugendthriller

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Wieder ein farbiger Jugendlicher wird in Washington D.C. von den Cops ‘getötet’. Natürlich nach außen hin, wird es vertuscht, aber die Leute im Viertel wissen es besser. Während einer Demonstration kommt ...

Wieder ein farbiger Jugendlicher wird in Washington D.C. von den Cops ‘getötet’. Natürlich nach außen hin, wird es vertuscht, aber die Leute im Viertel wissen es besser. Während einer Demonstration kommt es zu Unruhen und im Zuge dessen zu einem Mord. Für diese Tat wird ein Jugendlicher eingebuchtet, aber war er es wirklich? Genau um diese Frage geht es in diesem Buch.

Das Buch ist mit 283 eher kurzweilig bzw. Ich flog nur durch die Seiten. Nick Brooks hat ein Talent, dass man als Leser mitten in den Szenen ist und es nicht langweilig wird. Auch schafft er es uns Leser, durch die Sicht von Jugendlichen die Sozialkritik noch mal zu verdeutlichen.

Auch wenn die Protagonisten siebzehn sind, hatte ich nie das Gefühl, dass ich Ihnen nicht folgen konnte oder mir deren ihren Verhalten zu kindisch wäre und es war bis zu Schluss nicht klar, wer ist der Täter.

Das Ende des Buches kann ich schwer einordnen und ein Teil von mir hofft, dass hier einfach nur das Klischee durchkam und nicht die Realität.

Es ist eine absolute Empfehlung für alle, die mal in das Genre Thriller eintauchen wollen.

Die gerne mit den ‘Ermittler’ mitfiebern und die auf großartige Spannung stehen.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

facettenreiche Geschichte über den Mut, Rechtschaffenheit und Traditionen (Hörbuch)

The Poet Empress
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Bevor ich kurz zu dem Buch eingehe, zwei Punkte was bei mir oft Verwunderung und auch Ärger hervorgerufen haben. Dieses Buch wird absolut falsch vermarktet, es ist nämlich KEIN Jugendbuch und KEIN klassisches ...

Bevor ich kurz zu dem Buch eingehe, zwei Punkte was bei mir oft Verwunderung und auch Ärger hervorgerufen haben. Dieses Buch wird absolut falsch vermarktet, es ist nämlich KEIN Jugendbuch und KEIN klassisches Romantasy und ab 14 finde ich arg bedenklich. Wenn man das Buch wo einordnen möchte, dann am ehesten in das epische, historische Dark-Fantasy mit einem heilsamen Ende.


Die Geschichte spielt in einem asiatischen Setting zur Azalee-Dynastie. Die Protagonistin ist Bauerstochter und durch ihren Mut und großem Herzen, wird sie als Konkubine mit an den Kaiserhof genommen. Sie lernt die Sprache der Konkubinen und merkt schnell, dass sie anders ist. Sie hat nicht das Bedürfnis bepflanzt zu werden und es kommt zum kleinen oder großen Skandal, als sie als Gemahlin erwählt wird.


Ab jetzt zieht die Spannung an und man taucht als Hörerin in die Welt von Intrigen, Macht, Manipulation und Hoffnung ein. Wie im Klappentext angegeben, geht ein großer Teil der Geschichte um das Herzseelengedicht. Ein Stilmittel, was ich einerseits mochte und mir andererseits das Herz bluten ließ. Denn ich fragte mich oft, kann Macht einen wirklich so grausame Dinge tun lassen? Ich war fassungslos und wütend und schockiert und am Ende auch traurig. Mehr Details kann ich nicht geben, ohne zu spoilern, aber nur so viel, die Triggerwarnung spoilert meiner Meinung nicht.


Johanna Zehendner gibt der Hauptprotagonistin ihre Stimme und schafft es die Emotionen dieser sehr intensiv zu transportieren. Sie unterstützt von Jesse Grimm und Oliver E. Schönfeld.

Fazit: Wer tiefgründige Geschichten im asiatischen Setting mag über eine mutige junge Frau, Traditionen, Hoffnung und Macht, der ist hier richtig. Das Buch hallt nach und lässt einen oft fassungslos als Leser stehen, um in nächsten Moment wider einzufangen und wie im Wind mitzutragen.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Politthriller mit tiefen Einblicken in den Nahostkonflikt und mystischen Touch (Hörbuch)

Hinter dem Schleier der Welt
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Dieses Hörbuch bereitet mir Kopfzerbrechen, denn wie soll ich seine Tiefe erklären, ohne zu spoilern?

Ganz ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung. Fangen wir also mit dem Offensichtlichsten an: dem Sprecher. ...

Dieses Hörbuch bereitet mir Kopfzerbrechen, denn wie soll ich seine Tiefe erklären, ohne zu spoilern?

Ganz ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung. Fangen wir also mit dem Offensichtlichsten an: dem Sprecher. Jörg A. Pasquay schafft es mit seiner tieferen Stimme und verschiedenen Soundeffekten, uns die einzelnen Protagonisten näherzubringen. Es gibt einen Protagonisten aus dem „Himmel“ und auf der Erde begleiten uns Esther, Dennis und David durch die Geschichte.

Eines gleich zu Beginn: Wer eine christliche Engelstory erwartet, liegt falsch. Auch ist diese Geschichte nicht für Freunde leichter, spannender Thriller geeignet.

Esther, die Tochter eines angesehenen jüdischen Historikers, wird Zeugin seines Selbstmordes. Diese Erfahrung traumatisiert die Frau, und wir dürfen als Hörer das Heilen miterleben. Der Fall wird neu aufgerollt und der BND hinzugezogen. Im Laufe der Geschichte werden die Verknüpfungen und Verstrickungen immer deutlicher und vor allem auch weitreichender. Plötzlich findet man sich als Hörer mitten im Nahost-Konflikt wieder. Ja, ich spoilere hier bewusst etwas, denn genau dieser Teil der Geschichte hat mich am meisten beeindruckt. Daniel Leon kann sein fundiertes Fachwissen, das er in einem Sachbuch zusammengefasst hat, in den Roman einfließen lassen und mir damit ein vollkommen neues Bild des Konflikts vermitteln. Durch die Sicht der himmlischen Wesen kann immer wieder ein anderer Blick eingenommen werden, der für mich auch etwas Ruhe schafft, Wünsche gut verpackt und der Geschichte um Vieles an Tiefe und Philosophie hinzufügt.

Am Ende des Hörbuchs bin ich einerseits sehr zufrieden mit der Geschichte und habe noch einiges zum Nachdenken, was ich mag. Bei dem einen oder anderen Stilmittel bin ich jedoch noch unschlüssig, ob ich das wirklich gebraucht habe.

Dieses Buch ist für alle, die mehr als eine Geschichte hören wollen und mehr über den Nahen Osten erfahren möchten. Wer gerne hinter die üblichen Meinungen blickt und den Schleier der Welt entfernt sehen möchte, für den ist dieses Buch das Richtige.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

extrem atmosphärische Dark Arkademia meets Suspense meets Slow Burn Love Story

The Ordeals
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Wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich dieses Mal nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll und es gibt nur 5 Sterne.

Das Cover, genauer gesagt der Schutzumschlag, zeigt eindrucksvoll die ...

Wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich dieses Mal nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll und es gibt nur 5 Sterne.

Das Cover, genauer gesagt der Schutzumschlag, zeigt eindrucksvoll die Killmarth Academy und wirkt durch die schwarz-goldene Folierung ausgesprochen edel. Auch das Buch selbst mit seinem schwarzen Farbschnitt und den goldenen Ornamenten der Magieklassen, Sterne und Golddruck auf dem Buchdeckel ist ein wahres Schmuckstück. Besonders faszinierend ist die Haptik: weich, warm und einfach zum Verlieben. Hier wurde spürbar viel Mühe investiert, sodass allein die Gestaltung schon fünf Sterne verdient.

Es gibt kein Glossar im klassischen Sinne, sondern die Magiklassen bekommt jeder seine eigene Seite.

Doch eine schöne Aufmachung reicht nicht, wenn die Handlung nicht überzeugt – und genau hier wurde ich positiv überrascht. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und bin nur so durch die Geschichte geflogen. Die Spannung in der Geschichte wird zum einen durch die Ordeals immer wieder aufgebaut, aber auch durch den fantastischen Aufbau der Atmosphäre und sehr viele kleine überraschende Momente. Die Beschreibungen sind so lebendig, dass ich förmlich den Wind in meinen Haaren spüren konnte. Die Welt selbst ist eine faszinierende Mischung aus Steampunk und Fantasy, logisch durchdacht und ohne erkennbare Schwächen.
Hier ein großes Lob an die Übersetzerin.

Im Zentrum steht Sophia De Winter, eine Protagonistin mit genau der richtigen Mischung aus Zweifel, Stärke, Einfallsreichtum und Magie. Nichts wirkt übertrieben, alles ist stimmig. Auch der Love-Interest hebt sich angenehm von gängigen Klischees ab: keine blauen Augen, kein Daueraufenthalt im Fitnessstudio, kein übertriebener Retter komplex. Stattdessen ein authentischer Charakter mit kleinen, glaubwürdigen Eigenheiten, die ihn lebendig wirken lassen. Die Nebenfiguren sind ebenso sorgfältig gezeichnet – charmant, authentisch oder, wenn verdächtig, stets mit nachvollziehbarer Begründung.

Klar es gibt Schnittpunkte zu den klassischen Romantasy, trotz allem sind genau die viele Kleinigkeiten im Verhalten der Charaktere, welche die Geschichte zu was besonderen reifen lässt.


Kurz zum Spice. Er ist faktisch nicht vorhanden. Die Spannung der beiden Main-Charaktere ist von erstem Moment an spürbar und trotz allem entwickelt sich das ganze langsam und endet dann am Ende nicht in seitenlangen ausufern, sondern genau das, was ich am tollsten finde - nämlich der nettesten Nebensache der Welt.


Fazit:

Es ist für mich ein Jahreshighlight und ich bin echt gespannt, wie das Buch noch getoppt werden soll. Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Die Story ist durchdacht mit authentischen Figuren und einem Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite. In der Story liegt der Schwerpunkt bei den Prüfungen und schafft damit so eine gute Spannung, dass ich echt das Buch nicht beenden wollte, nur weil ich nicht aus der Geschichte gehen wollte.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Komplexer, atmosphärischer, mystischer Einstieg in die Triologie

Der Weg des ewigen Winters
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Was passiert, wenn der Sänger Niilo Sevänen der Melodic-Death-Metal-Gruppe Insomnium beschließt, seiner zweiten Leidenschaft, dem Schreiben, zu frönen? Das durfte ich vorab für Lesejury lesen und mich ...

Was passiert, wenn der Sänger Niilo Sevänen der Melodic-Death-Metal-Gruppe Insomnium beschließt, seiner zweiten Leidenschaft, dem Schreiben, zu frönen? Das durfte ich vorab für Lesejury lesen und mich selbst überzeugen. In der Recherche zu dem Buch konnte man nachlesen, dass die Reihe auf dem 40-minütigen Song Winter Gates basiert. Zu diesem Song gibt es eine Kurzgeschichte, welche während der Pandemie nun um aktuell drei Bände erweitert wurde.

Der erste Band ist Der Weg des ewigen Winters und genau das ist er: ein erstes Eintauchen in die Welt sowie das Kennenlernen der Charaktere. Die Charaktere starten an zwei verschiedenen Orten. Ein Handlungsstrang wird von Theophanu getragen, was vielleicht zu einer Irritation führen kann, da die historischen Eckdaten in das fantastische Setting übertragen werden. Ich persönlich bin nicht so firm mit den historischen Zahlen und fand die Geschichte um Theophanu und ihren „Gast“ sehr spannend. Vor allem, weil das im Grunde die Ruheparts im Buch waren. In diesem Teil erfährt man etwas über die Anfangszeit des Winters und begleitet die Kaiserin auf der Suche nach ihrem Sohn. Im ersten Buch ist es noch der Nebenstrang, der angeteasert, aber nicht zu Ende erzählt wurde – fast wie ein langgezogener Cliffhanger.

Kommen wir zur Hauptgeschichte

Halla und ihr Pflegeonkel Orpheus müssen aus Konstantinopel fliehen. Warum, das erschließt sich nicht ganz – nur, dass seltsame Gestalten versuchen, das Kind zu fangen und jeden töten, der ihnen in die Quere kommt.

Auf der Flucht bekommen sie undurchsichtige Verbündete und werden immer wieder mit Figuren aus der Fantasy/Mythologie konfrontiert. Die Flucht durch die verschneite Mittelmeerregion ist spannend, atmosphärisch, und ich flog nur so durch die Seiten.

Ich muss sagen: Das war etwas, was ich an dem Buch absolut schätzte – die düstere, mystische Atmosphäre und ein Spannungsbogen, der nie nachließ. Auch die Winterwelt wurde eher als menschenfeindlich denn als angenehm, still und freundlich beschrieben. Ich war noch nie in Finnland, aber ich stelle mir die Winter dort genauso vor.

Auch dieser Teil teasert viele Punkte an. Manche Schnittpunkte zur Nebengeschichte erscheinen im ersten Band, aber viele Fragen bleiben noch offen.

Es ist mutig, und ich vermute fast, hier wird auf literarischer Ebene ein 40-minütiges Lied komponiert. Denn das ist etwas, was ich die gesamte Zeit über gefühlt habe: Die jetzt noch losen Stränge verfolgen einen Plan – und vor allem einen, der sicher in den nächsten Bänden erklärt wird.

Fazit

Ein Roman, der sich grob an historischen Eckpfeilern orientiert, aber vor allem von den fantastischen Elementen lebt. Die Geschichten und die Flucht sind durchgängig spannend. Viele Fragen werden im ersten Band noch nicht vollständig erklärt, was bei mir eher zum Hinfiebern auf den nächsten Band führt – und das finde ich wirklich genial. Vor allem die Atmosphäre: Es ist wirklich oft sehr kalt

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