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Veröffentlicht am 05.05.2026

Ü-Ei: irre Atmosphäre, Spannung und Überraschungen - Welcome back!

Nebelbeute
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Nebelbeute ist der dritte Band der Gruppe 4-Reihe und setzt direkt an Aschesommer (Band 2) an. Vorkenntnisse sind auf jeden Fall hilfreich; es genügt jedoch, wenn man Aschesommer zuvor gelesen ...

Nebelbeute ist der dritte Band der Gruppe 4-Reihe und setzt direkt an Aschesommer (Band 2) an. Vorkenntnisse sind auf jeden Fall hilfreich; es genügt jedoch, wenn man Aschesommer zuvor gelesen hat.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog – und was für einem. Er ist aus der Sicht des Täters geschrieben, und man spürt förmlich die Angst des Opfers sowie die Erregung des Täters. Das Buch ist in drei Teile gegliedert und startet mit Mila Weiss. Sie hat den Mann gefunden, der sie in ihren Albträumen verfolgt, und macht sich auf den Weg, ihn zu stellen.

Die Spur führt sie in ein abgelegenes Bergdorf mit einem Sägewerk, einigen Umweltschützern und ansonsten nur einem Gasthaus, einer Kirche und einem kleinen Krämerladen. Die Bewohner wirken verschlossen und wortkarg, und sofort hatte ich das Gefühl, in „Tannöd“ gelandet zu sein.

Bevor Mila ihre Ermittlungen richtig aufnehmen kann, geschieht der erste Mord – und der hat es in sich. Zwei Handlungsstränge laufen parallel, ohne sich gegenseitig zu stören. Obwohl der Klappentext bereits wichtige Hinweise verrät, war ich so in die Geschichte vertieft, dass ich diese Entwicklung zunächst gar nicht bemerkte.

Ab dem zweiten Teil stößt auch der Rest von Gruppe 4 wieder dazu, und ich mag einfach jedes einzelne Mitglied. Jede Figur bekommt ihre Momente, um noch stärker mit der Handlung zu verwachsen, und ich merkte gar nicht, wie schnell die Seiten verflogen.

Zum Ende noch kurz: Es war sehr überraschend. Ich hatte jemand anderes im Verdacht, aber die Auflösung ist wirklich gut gelungen – nicht zu viel, nicht zu wenig. Etwas, das Benjamin Corrs einfach kann: nachvollziehbare Szenen schreiben und Figuren glaubwürdig handeln lassen.

Ich hoffe sehr, dass wir noch viele weitere Romane über Gruppe 4 lesen dürfen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

atmosphärische, düstere und mystische Reise

Ins fahle Herz des Sommers
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Der fahle Sommer, was das wohl bedeutet…. Ein blasser Sommer, was das wohl sein wird? Ein trüber Sommer? Oder leblos? Oder einfach doch nur flau oder blond?

Matthias Koerberlin schafft es uns auf ...

Der fahle Sommer, was das wohl bedeutet…. Ein blasser Sommer, was das wohl sein wird? Ein trüber Sommer? Oder leblos? Oder einfach doch nur flau oder blond?

Matthias Koerberlin schafft es uns auf eindrucksvolle Weise mit auf die Reise nach dieser Frage zu nehmen. Er spricht mit seiner eher tiefen Stimme eine mögliche nicht zu ferne Zukunft auf. Jeder Sommer wird heißer und heißer. Der Boden vertrocknet, Regen bleibt aus und die Menschen sind entweder nach Norden geflohen (Grönland ist perfekt für Ackerbau) oder an einer unbekannten Seuche gestorben. Nur ein paar wenige Personen sind übriggeblieben, Fausto, eine ältere Dame, der Pfarrer und eine sehr fragwürdige Bauersfamilie.

Der Hörer wird sofort in den Überlebenskampf mit eingebunden und in Rückblenden erfährt man, was zu der Katastrophe führte. Fausto fährt mit dem Fahrrad und beginnt die Dörfer zu durchstreifen und plötzlich zieht neben ihn in das Haus eine Frau ein. Mit ihr verändert sich das fragile Gefüge im Dorf und wir, als Leser werden, mitgenommen in eine mögliche Zukunft, oder auch nicht.


Andreas Eschbach schafft es vom ersten Wort eine doch sehr düstere Stimmung aufzubauen, diese Stimmung bleibt auch konstant bei. Hoffnung ist eher Mangelware. Es drängt sich oft die Frage auf, was wäre, wenn.... Diese Frage lässt der Autor am Ende auch offen und leider auch noch ein paar mehr Fragen. Mich hat dieses gefühlt immer gleichbleibende doch am Ende mit einem Beigeschmack zurückgelassen.

Es ist ein besonderes Buch, was sicher seine Freunde findet und jeder der auf Endzeitszenarien, Dystopien und eine enggestrickte Atmosphäre liebt, der ist hier gut aufgehoben. Mir fehlte am Ende der rote Faden und es waren mir zu viele Plot Stränge offengeblieben, das könnte aber auch an der gekürzten Hörbuchfassung liegen.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

mutige Frau, die Wissenschaft mit Empathie und Witz verbindet

Lady Trents Memoiren – Die Naturgeschichte der Drachen 1 Neue Edition
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Lady Trent ist eine nationale Heldin und erzählt in den Memoiren ihre erste Expedition mit zarten neunzehn Jahren, sowie den Weg dahin, aus Sicht einer alten Dame.
Die Welt erinnert an die Industrialisierung ...

Lady Trent ist eine nationale Heldin und erzählt in den Memoiren ihre erste Expedition mit zarten neunzehn Jahren, sowie den Weg dahin, aus Sicht einer alten Dame.
Die Welt erinnert an die Industrialisierung in England. Es gibt Debütanninen, Frauen sind halt das, was sie damals waren – nettes Beiwerk. In dieser Zeit wächst Lady Trent Isabella auf, ein Wirbelwind mit unbändiger Neugier und einer Manie für Drachen. In dieser Welt existieren diese wunderbaren Wesen auch und Lady Trent ist bekannt für Ihrer Studien zu den fantastischen Wesen.
Das Buch ist in vier Teile unterteilt und vierundzwanzig Kapitel. Die Kapitel sind sehr charmant mit Stichpunkten umschrieben und statt zu spoilern, hat man Lust zu erfahren, was sich hinter den Stichpunkten verbirgt. So flog ich nur durch die Seiten und hab das Buch an zwei Tagen durchgelesen.

Auch wenn es der erste überarbeitete Band ist, kann man sagen, dass das Ende eher damit endete, dass wie im ersten Band schon angeteasert, Lady Tent auf mehr als einer Expedition gehen wird.
Sprachlich ist das Buch nie mit einer Länge und ich fand den leicht britischen, schwarzen Humor sehr witzig.
Dazu beitrugen noch die Illustrationen von Todd Lockwood, sie sind wirklich wunderschön
Thematisch wird in der Expedition, klassische Abenteuer und wissenschaftlichen Erkundigungen beschrieben, immer aus der Sicht von Lady Tent, die immer wieder an damaligen gesellschaftlichen Grenzen stieß, weil es nicht ‘schicklich’ für die Frau war.
Dieses Buch ist jetzt nicht sehr komplex, aber ich fand es wie eine Wohlfühldecke und ich mochte das Abenteuer und freue mich noch mehr von Lady Tent zu lesen.

Fazit:

Das Buch ist für jeden zu empfehlen, der gerne Bücher mit feministischen Grundtönen liest, Abenteuer von Frauen. Es geht nicht vor allem nur um Drachen, sondern auch Intrigen und etwas naturkundliche Ausschweifungen. Alles ist aufgrund der großartigen Übersetzung und des ‘feinen britischen Humors’ leicht zu lesen.


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Veröffentlicht am 30.03.2026

dystopischer, bildgewaltiger Roman mit offenem Ende (Hörbuch)

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Vorab sei gesagt: Wer eine Geschichte erwartet, in der alle Fragen beantwortet sind, wird enttäuscht sein. Normalerweise mag ich keine offenen Enden, aber in diesem Fall fand ich es passend. ...

Vorab sei gesagt: Wer eine Geschichte erwartet, in der alle Fragen beantwortet sind, wird enttäuscht sein. Normalerweise mag ich keine offenen Enden, aber in diesem Fall fand ich es passend.

Was wäre, wenn man mit 39 Frauen und einem Kind in einem Käfig eingesperrt wäre, ohne zu wissen, wie man dorthin gelangt ist, und zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankt? Was geschieht, wenn sich Jahre später die Möglichkeit zum Entkommen bietet? Was ist Freiheit und wie entsteht Einsamkeit?

Diese Fragen werden im Buch gut beleuchtet und durch das offene Ende hallen sie auch lange nach.

Die Sprecherin Vera Teltz erzählt die Geschichte in einem ruhigen, klaren Fahrwasser mit kleinen Pointen. Sie lässt mich den Lebensweg der jungen Protagonistin hervorragend nachvollziehen. Während des Hörens kam ich mir vor, als wäre ich in einem Arthouse-Film, denn die Autorin nutzt oft alltägliche Situationen, um die dystopische Welt bildgewaltig und bedrückend zu beschreiben.

Den Vergleich mit „Der Report der Magd” finde ich schwierig, da es sich um zwei vollkommen verschiedene Weltkonstruktionen handelt. Stimmig ist jedoch der Punkt „Sisterhood” und der Umgang mit traumatischen Erlebnissen, der in diesem Buch sehr gut aufgegriffen wird.

Empfehlung:
Ein Buch, das in einer dystopischen Welt spielt und wichtige Fragen über Gesellschaft, Gemeinschaft und Sisterhood aufwirft. Es lässt einen mit Fragen zurück, die mich zum Nachdenken anregen, und ich habe mich gefragt, was ich mir in meiner Welt vorstellen könnte. Sprachlich hatte ich einen Kinofilm oder eine Serie im Kopf und ich kann das Buch empfehlen.

Ein wunderbarer Art-House-Roman!

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Gut als Überblick für Wiedereinsteiger geeignet

Stricken lernen von den Basics bis Brioche
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Ich bin Widereinsteiger in das Hobby Stricken und habe immer wieder Motivationseinbrüche. MIt den Buch erhoffte ich mir neben guten Tipps, auch den Wunsch weiterstricken zu wünschen.

Die Muster finde ...

Ich bin Widereinsteiger in das Hobby Stricken und habe immer wieder Motivationseinbrüche. MIt den Buch erhoffte ich mir neben guten Tipps, auch den Wunsch weiterstricken zu wünschen.

Die Muster finde ich sehr hübsch und ansprechend und konnte in den ersten beiden Mustern mit Musterprobe, den Tipps zum Anschlagen gut einsteigen, das erste Quadrat mit Kraus rechts finde ich auch noch gut machbar und dann geht es über in das Stricken mit zwei Fäden. Hier bin ich anhand der Erklärung etwas ausgestiegen und mir fehlte der Überblick und die Ansicht.

Dem Buch beigefügt sind Erklärvideos, auf einer Plattform, wo ich mich zuerst anmelden sollte. Das wollte ich dann nicht und so konnte ich mir diese leider nicht ansehen.


Ich mag die Grundidee und wenn man ein Patchworkdecke stricken will mit vielen Muster von leicht zu schwer, sicher fantastisch, aber ich hätte mich über mehr Bilder und diese gut beschrieben gefreut. So sollte man schon etwas erfahren sein, oder gut Anleitungen lesen können.

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