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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2024

Ein Roman der leisen Töne

Südfall
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Sommer 1944. Dave, ein britischer Soldat, wird mit seinem Flugzeug über dem Nordfriesischen Wattenmeer abgeschossen. Er überlebt als einziger und wird von einer älteren Bewohnerin der Hallig Südfall gerettet. ...

Sommer 1944. Dave, ein britischer Soldat, wird mit seinem Flugzeug über dem Nordfriesischen Wattenmeer abgeschossen. Er überlebt als einziger und wird von einer älteren Bewohnerin der Hallig Südfall gerettet. Er könnte das Ende des Krieges auf dem Eiland abwarten, doch er wagt die Flucht Richtung Dänemark, von wo aus er hofft, heim zu kommen.

Südfall heißt der Roman von Florian Knöppler, der als gebundenes Buch im Pendragon Verlag erschienen ist. Das Cover (auf dem Schutzumschlag) ist ein Aquarell der Hallig Südfall (vermutlich) mit dem Wattenmeer davor. Es gefällt mir sehr gut, spiegelt es doch das meist ruhige Leben in diesem Landstrich wieder. Im Inneren befindet sich eine Landkarte, auf der man gut Daves Flucht nachverfolgen kann. Ich finde die ganze Aufmachung des Buches, mit Lesebändchen, edel.

Es ist eine unaufgeregte, ruhige Erzählung und besteht hauptsächlich aus Begegnungen. Begegnungen, die Dave auf seiner Flucht hat, mit Menschen, die ihm passiv oder auch aktiv helfen. Er sieht diese Menschen auch als solche und nicht als Deutsche oder als Feinde. Da ist zum Beispiel die Halliggräfin, die ihn aus dem Wattenmeer rettet und ihm den Weg aufs Festland zeigt, oder Anna, die ihn Nachts in ein Versteckt führt, oder Paul, der Jugendliche, der zwischen Menschlichkeit und Pflichtbewusstsein hin- und hergerissen ist. Die Kapitel sind immer überschrieben mit dem Namen der jeweiligen Person, die den britischen Soldaten trifft und ihm hilft und auch aus dessen/deren Sicht erzählt. So kommt wunderbar heraus, wie sie die Situationen empfinden und auch, in welch persönlichen Lebenssituationen sie selbst gerade sind. Denn ... auch wenn Krieg ist, jeder hat so sein eigenes kleines Päckchen zu tragen. Mir hat dieser Roman der leisen Töne, der so ganz anders ist, als das, was ich sonst lese, wunderbar gefallen! Es ist in gewisser Weise ein Roman gegen den Krieg und für die Menschlichkeit. Nicht umsonst ist Südfall Buch des Monats beim NDR geworden. Ich könnte mir gut eine Fortsetzung vorstellen. Meine uneingeschränkte Empfehlung hierfür!

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Veröffentlicht am 26.01.2024

Tolles bilderbuch für die Kleinsten

Mein Sachen suchen Wimmelbuch: Auf dem Land
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Wer kennt sie nicht, die farbenprächtigen Wimmelbücher aus dem Verlag Ravensburger? Als meine Kinder noch klein waren waren es große Bücher, jetzt ist das Format, kleiner, kindgerechter und daher auch ...

Wer kennt sie nicht, die farbenprächtigen Wimmelbücher aus dem Verlag Ravensburger? Als meine Kinder noch klein waren waren es große Bücher, jetzt ist das Format, kleiner, kindgerechter und daher auch nicht so schwer. Trotzdem sind die Wimmelbücher durch die Pappseiten äußerst stabil.
"Mein Sachen Suchen Wimmelbuch - Auf dem Land" ist für Kinder ab 2 Jahren empfohlen. Auf sechs Doppelseiten gibt es die Themen Marktplatz, Bauernhof, Feldarbeit, Waldkindergarten, am Badesee, Feuerwehrfest auf dem Marktplatz und Weihnachtsmarkt auf dem Hof. Jeweils auf der linken Seite jeder Doppelseite steht ein kurzer Text, der den Kleinen vorgelesen werden kann. Da unter befinden sich mehrere Gegenstände, die im Wimmelbild gesucht werden müssen. Außerdem gibt es auf den Bildern verschiedene kleine Klappen. Öffnet man diese, kann man dadurch das Bild verändern. Mir gefällt das Buch sehr gut und ich freue mich darauf, es mit meinem Enkel zu "lesen"!

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Veröffentlicht am 26.01.2024

Wenn die Träume Flügel bekommen

Was die Dünen verheißen. Die St.-Peter-Ording-Saga
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Nach "Wo der Seewind flüstert" ist jetzt Band 2 der St.Peter-Ording-Saga von Tanja Janz mit "Was die Dünen verheißen" herausgekommen. Optisch passt das Buch hervorragend zu Teil 1. Die typische Strandansicht, ...

Nach "Wo der Seewind flüstert" ist jetzt Band 2 der St.Peter-Ording-Saga von Tanja Janz mit "Was die Dünen verheißen" herausgekommen. Optisch passt das Buch hervorragend zu Teil 1. Die typische Strandansicht, sepiafarben und die Schrift und der Buchschnitt dieses Mal in Orange. In der vorderen Buchklappe befindet sich, zur Veranschaulichung, eine naiv gemalte Landkarte von St.Peter-Ording und Umgebung.

Ging es in Band 1 um Tom und Sabine, so handelt jetzt der Folgeroman von Achim und Julia, den 17 jährigen Zwillingen der beiden. Wir befinden uns im Jahr 1978. Achim geht in seiner Rolle als Hotelerbe und werdender Vater auf, nur seine Schwester kann sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, für den Rest ihres Lebens in diesem Nordfriesischen Kaff zu versauern. Sie träumt von einer Karriere als Stewardess bei der Lufthansa. Da sie deswegen immer wieder mit ihrem Vater in Streit gerät, bewirbt sie sich heimlich. Im Sommer vor ihrem letzten Schuljahr fährt sie ins Ruhrgebiet, um bei ihrer Tante eine Praktikum im Reisebüro zu machen und trifft dort ihren Sommerflirt Björn wieder. Julia ist schwer verliebt, bis sie den jungen Fotografen in einer kompromittierenden Situation erwischt. Schwer enttäuscht reist Julia zurück an die Nordsee, denn dort wird sie gebraucht. Es hat ein Unglück gegeben. Was passiert ist, ob Julia und Björn wieder zueinander finden und ob sie den Traumberuf erlernen darf, solltet Ihr unbedingt herausfinden! Ich kann das Buch wärmstens weiterempfehlen. Man kann es auch gut lesen, ohne Teil 1 zu kennen. Die Autorin hat wieder einmal so nett und frisch geschrieben, dass man sofort im Geschehen drin ist. Es ist zu merken, dass Tanja Janz dieses schöne Stückchen Erde liebt! Bei soviel Lokalkolorit fühlt sich die Leserschaft direkt mitten am Ort des Geschehens! Auch finde ich, dass die Gegebenheiten der 70er Jahre sehr schön herauskommen. Die angesprochene Musik der 70er hatte ich gleich wieder im Kopf. Sehr authentisch wird die Geschichte dadurch, dass eben nicht nur eitel Sonnenschein herrscht. Es reicht von Kindbettsdepression über Vater/Tochter Konflikt bis hin zu einem richtigen Unglück, was bei mir alle Schleusen geöffnet hat. Dieser Roman ist eben typisch Jana Janz und gute Unterhaltung pur!

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Die Geburt des Eiskunstlaufs

Der Eispalast
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Der erste Roman des Jahres war für mich gleich ein echter Höhepunkt! ❄️Der Eispalast❄️ von Autorin Rena Rosenthal spielt Ende des 19.Jahrhunderts in Wien. Das Eislaufen kommt gerade groß in Mode. Die 1. ...

Der erste Roman des Jahres war für mich gleich ein echter Höhepunkt! ❄️Der Eispalast❄️ von Autorin Rena Rosenthal spielt Ende des 19.Jahrhunderts in Wien. Das Eislaufen kommt gerade groß in Mode. Die 1. und 2. Gesellschaft geht in den Wiener Eislauf Klub WEK. Nikolett läuft lieber auf den Ländereien ihres Vaters Eis, da sie seit einem Unfall ein entstelltes Gesicht hat. Dort lernt sie Julianna kennen. Ein Dienstmädchen mit ihren Freunden, die an einem Wettbewerb des WEK teilnehmen wollen, um mit dem Preisgeld in ein besseres Leben zu starten.
Die Story , die uns viel vom Leben der damaligen Zeit, den Standesunterschieden, dem Wiener Opernball und dem Eislaufstil näherbringt, war für mich sehr spannend! Nicht zuletzt der lebendige Schreibstil hat dazu beigetragen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin 😁
Der Roman offenbart auch, dass Schicksalsschläge jeden treffen können. Ob arm oder reich, adelig oder von niederer Herkunft. Und genauso gibt es in allen Schichten gute, freundliche Menschen oder auch falsche. Ich finde, dass der Inhalt auch zum Nachdenken anregt, denn alles ist auch in die heutige Zeit übertragbar.
Hinten im Anhang finden sich viele interessante Erklärungen, Fotos und auch ein Rezept. Last but not least möchte ich das Wunderschöne Cover erwähnen. Alleine das wäre für mich schon ein Grund das Buch zu kaufen! Freue mich schon jetzt auf Band zwei der Trilogie!

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Downton Abbey in der Pommerschen Provinz

Gut Greifenau - Abendglanz
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Gut Greifenau - Abendglanz von Autorin Hanna Caspian bildet den Auftakt zu einer 6 teiligen Reihe um ein Pommersches Landgut. In erster Linie geht es um die Grafentochter Katharina, jüngstes Kind der Familie, ...

Gut Greifenau - Abendglanz von Autorin Hanna Caspian bildet den Auftakt zu einer 6 teiligen Reihe um ein Pommersches Landgut. In erster Linie geht es um die Grafentochter Katharina, jüngstes Kind der Familie, sowie den ältesten Sohn Konstantin. Dieser übernimmt, nachdem der Patriarch und Großvater gestorben ist, quasi die Leitung des Gutes, denn sein Vater beschäftigt sich lieber mit den schönen Dingen des Lebens. Trotzdem legt dieser ihm immer wieder Steine in den Weg und ist gegen jegliche Neuerung. Die Grafentochter Katharina ist zwar erst 12/13 Jahre alt, trotzdem sucht ihre hartherzige Mutter schon nach einem passenden Heiratskandidaten. Diesen findet sie in Ludwig von Preußen, dem Neffen des Kaisers. Katharina jedoch ist in den Industriellensohn Julius verliebt. In den Augen ihrer Mutter und der damaligen Gesellschaft geht das aber gar nicht, gehört er doch nicht zum Adel. Ludwig von Preußen steht vom Stand her weit über Katharina, wäre also eine hervorragende Partie. Jedoch ist er nicht nur viel älter, er wird Katharina gegenüber auch übergreiflich. Mir hat der Einstieg in diese Reihe sehr gut gefallen. Er spielt in einer Zeit, die erst etwas mehr als 100 Jahre her ist, aber trotzdem ist alles so anders! Diese Standesdünkel (die hier vortrefflich dargestellt werden) zwischen Adel, Geldadel, Bürgertum und der Arbeitergesellschaft kennen wir heute kaum. Sicher gibts die auch heute noch, aber nicht in dem Umfang. Man merkt aber, dass die Zeiten sich ändern, denn auch Konstantin ist viel liberaler. Er verliebt sich in die Dorflehrerin, die aber seine wahre Identität nicht kennt. Einen Hauch von Downton Abbey bekommt die ganze Geschichte, da die Bediensteten des Gutes genauso eine Rolle in der Erzählung spielen. Allen voran Albert, der neue Kutscher, der das Geheimnis um seine Herkunft lüften möchte. Die Autorin hat einen sehr schön klaren Erzähl- und Schreibstil. Man ist direkt mitten drin und fühlt sich von Anfang bis Ende gut unterhalten. Es ist nicht diese glorifizierende Adelsgeschichte aus der Kaiserzeit, sondern zeigt, wie schlecht es auch hochwohlgeborenen Kindern ergehen konnte (den anderen sowieso). Ich denke da hauptsächlich an die Gräfin. Wie kann eine Mutter nur so kaltherzig sein? Vielleicht erfährt man das ja in den weiteren Teilen?

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