Die letzte Reise
Und zuletzt BucharaEigentlich ist dieses Buch eine Liebeserklärung an Usbekistan. Recht geschickt verpackt die Autorin diese Liebe in eine Erzählung, die von einem Geheimnis lebt, das erst am Ende gelüftet wird, wie sollte ...
Eigentlich ist dieses Buch eine Liebeserklärung an Usbekistan. Recht geschickt verpackt die Autorin diese Liebe in eine Erzählung, die von einem Geheimnis lebt, das erst am Ende gelüftet wird, wie sollte es auch anders sein.
Die Geschichte beginnt in Göttingen mit einem etwas gestellten Vorspiel, in dessen Folge sich Gesa entschließt mit Marc und Sonja nach Usbekistan zu reisen. Das wird nicht jeder verstehen, denn wer macht schon eine Reise ins Ungewisse mit zwei etwas undurchsichtigen Personen, von denen man dann im Zielland abhängig ist? Gesa macht es, und im Folgenden liest sich die Geschichte dann wie eine Reisebeschreibung ohne Bilder. Aber die kann man sich schließlich anders dazu holen. Und wenn man das tut, versteht man die Faszination der Autorin für dieses Land, was eigentlich seine Sehenswürdigkeiten meint.
Die Autorin schildert Usbekistan wie ein irdisches Paradies. Doch abseits der Seidenstraße und ihrer Sehenswürdigkeiten ist Usbekistan ein Land voller Spannungen und Probleme, um die es aber in diesem Buch nicht geht. Sie gehören zwar zum Bild, stören aber die Geschichte und bleiben deshalb außen vor.
Marc ist von Usbekistan ebenso fasziniert wie die Autorin, aber gleichzeitig die Figur, die das Unbestimmte und Geheimnisvolle ins Geschehen bringt. Gesa verliebt sich offenbar in ihn, und auch er kann seine Zuneigung nicht verbergen. Doch eine gemeinsame Zukunft wird es für beide nicht geben, sagt er Gesa mit einer unverborgenen Traurigkeit. Wenn man dazu noch bemerkt hat, dass er ihr immer nur die Orte zeigt, an denen er schon einmal war, aber selbst nichts Neues entdecken möchte, kommt einem eine gewisse Ahnung, die dann auch noch vom Klappentext befeuert wird. Die meisten Leser wird das Ende dennoch überraschen.
Man kann sich nicht gegen den Charme der Geschichte wehren, wenngleich sie auch eine gewisse Naivität ausstrahlt. Alles andere hätte sie aber wohl verdorben.