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Veröffentlicht am 17.11.2025

Die letzte Reise

Und zuletzt Buchara
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Eigentlich ist dieses Buch eine Liebeserklärung an Usbekistan. Recht geschickt verpackt die Autorin diese Liebe in eine Erzählung, die von einem Geheimnis lebt, das erst am Ende gelüftet wird, wie sollte ...

Eigentlich ist dieses Buch eine Liebeserklärung an Usbekistan. Recht geschickt verpackt die Autorin diese Liebe in eine Erzählung, die von einem Geheimnis lebt, das erst am Ende gelüftet wird, wie sollte es auch anders sein.

Die Geschichte beginnt in Göttingen mit einem etwas gestellten Vorspiel, in dessen Folge sich Gesa entschließt mit Marc und Sonja nach Usbekistan zu reisen. Das wird nicht jeder verstehen, denn wer macht schon eine Reise ins Ungewisse mit zwei etwas undurchsichtigen Personen, von denen man dann im Zielland abhängig ist? Gesa macht es, und im Folgenden liest sich die Geschichte dann wie eine Reisebeschreibung ohne Bilder. Aber die kann man sich schließlich anders dazu holen. Und wenn man das tut, versteht man die Faszination der Autorin für dieses Land, was eigentlich seine Sehenswürdigkeiten meint.

Die Autorin schildert Usbekistan wie ein irdisches Paradies. Doch abseits der Seidenstraße und ihrer Sehenswürdigkeiten ist Usbekistan ein Land voller Spannungen und Probleme, um die es aber in diesem Buch nicht geht. Sie gehören zwar zum Bild, stören aber die Geschichte und bleiben deshalb außen vor.

Marc ist von Usbekistan ebenso fasziniert wie die Autorin, aber gleichzeitig die Figur, die das Unbestimmte und Geheimnisvolle ins Geschehen bringt. Gesa verliebt sich offenbar in ihn, und auch er kann seine Zuneigung nicht verbergen. Doch eine gemeinsame Zukunft wird es für beide nicht geben, sagt er Gesa mit einer unverborgenen Traurigkeit. Wenn man dazu noch bemerkt hat, dass er ihr immer nur die Orte zeigt, an denen er schon einmal war, aber selbst nichts Neues entdecken möchte, kommt einem eine gewisse Ahnung, die dann auch noch vom Klappentext befeuert wird. Die meisten Leser wird das Ende dennoch überraschen.

Man kann sich nicht gegen den Charme der Geschichte wehren, wenngleich sie auch eine gewisse Naivität ausstrahlt. Alles andere hätte sie aber wohl verdorben.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Abgründe aus der Vergangenheit

Das Forsthaus
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Ohne seine Frau zu fragen kauft der Berliner Architekt Philip Bach ein seit Jahren leerstehendes Forsthaus im Westerwald, angeblich damit sich seine Frau nach dem Umbau dort von ihrer letzten Fehlgeburt ...

Ohne seine Frau zu fragen kauft der Berliner Architekt Philip Bach ein seit Jahren leerstehendes Forsthaus im Westerwald, angeblich damit sich seine Frau nach dem Umbau dort von ihrer letzten Fehlgeburt erholen kann. Warum dort? Seltsamerweise fragt sich das Katharina Bach nicht, denn Schrottimmobilien gibt es auch in der Nähe von Berlin.

Bald erfährt sie, dass in ihrem neuen Haus vor Jahren ein grauenhafter Mord stattfand. Doch niemand in dem kleinen Ort Mariensicht will mit ihr zunächst darüber reden. Also macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Dabei erfährt sie auch, dass bereits vor diesem Mord acht kleine Mädchen in Mariensicht umgebracht wurden. Je mehr sie herausfindet, umso stärker werden ihre Zweifel, ob die beiden für die Morde verurteilten Menschen tatsächlich die Täter waren.

Das ist die Ausgangslage für diesen hervorragenden Kriminalroman, bei dem man bis zum Schluss zahlreiche Vermutungen anstellen kann, von denen allerdings keine am Ende zutreffen wird. Immer wieder streut die Autorin kleine Informationen ein, die scheinbar einen gewissen Verdacht erzeugen, dessen Richtung zwar stimmt, der aber letztlich nicht zutreffen wird.

Und seltsamerweise hinterfragt Katharina bei allem journalistischen Spürsinn für die Vergangenheit des Forsthauses die Motive ihres Mannes nicht. Alles in allem entwickelt die Autorin fast ein Kammerspiel, denn der Ort ist klein. Es dauert lange bis sich das Geflecht von Beziehungen und Motiven endlich auch für sie offenbart. Tatsächlich aber enthüllt erst das Gewissen eines Sterbenden den „Engelmacher“ und die Umstände des Mordes im Forsthaus.

Ganz nebenbei erzählt die Autorin auch ein wenig aus der Geschichte der Nachkriegszeit in Westdeutschland, was für Jüngere vermutlich auch eine Offenbarung sein dürfte.

Dieser Kriminalroman ist etwas Besonderes, weil er vom üblichen Schema deutlich abweicht, keine hyperintelligenten Ermittler benötigt, nahe an der Realität bleibt und dennoch bis zum Schluss die Spannung hält, weil wohl kaum jemand die wahren Zusammenhänge vorschnell vermuten wird.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Anstrengende Lektüre

Nazi-Gold
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Wenn man erfahren will, was bei einem totalen Zusammenbruch eines Staates passiert, dann kann man dieses Buch lesen. Das war aber sicher nicht das Ziel der Autoren. Vermutlich wollten sie eher die nicht ...

Wenn man erfahren will, was bei einem totalen Zusammenbruch eines Staates passiert, dann kann man dieses Buch lesen. Das war aber sicher nicht das Ziel der Autoren. Vermutlich wollten sie eher die nicht wenigen „Schatzsucher“ bespielen, die auf der Suche nach den verschwundenen Schätzen aus der dunklen Zeit Deutschlands sind.

Schon der Titel ist reißerisch, denn es handelt sich beim Objekt der Begierde nicht um das Gold der Nazis, sondern das der Deutschen Reichsbank. Im Text gehen die Versuche, das ganze Geschehen möglichst im Stile eines Thrillers zu erzählen, dann munter weiter. Für einen nach Sachlichkeit und Informationen suchenden Leser ist es reichlich schwierig einer solchen Lektüre zu folgen. Denn seine Autoren erzählen auch jede Menge Nebensächlichkeiten, kommen selten auf den Punkt und wissen am Ende auch nicht immer, was sie Greifbares erzählen sollen. Hauptsache es ist irgendwie wild. Und vieles aus dem Buch war wohlmöglich in der damaligen Realität auch ziemlich wild. Allerdings waren die Autoren nicht dabei, weswegen man nicht genau weiß, was hier Dichtung und was Wahrheit ist.

Das macht die Lektüre sehr anstrengend und irgendwie auch ermüdend.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Verwechslungen, enttäuschte Erwartungen und eine Doppelhochzeit

Was ihr wollt - die Graphic Novel nach William Shakespeare
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Was schon vor mehr als 400 Jahren ein Erfolg war, begeistert auch heute noch. Shakespeares „Was ihr wollt“ ist eine Verwechslungskomödie, bei der sich das Publikum köstlich über Irrungen und Wirrungen ...

Was schon vor mehr als 400 Jahren ein Erfolg war, begeistert auch heute noch. Shakespeares „Was ihr wollt“ ist eine Verwechslungskomödie, bei der sich das Publikum köstlich über Irrungen und Wirrungen amüsiert, weil es doch im Gegensatz zu den handelnden Figuren genau weiß, was eigentlich los ist.

Dieses Meisterstück von Shakespeare wird nun in einer Graphic Novel bildlich dargestellt. Dazu musste es deutlich vereinfacht werden, sonst hätte ein uninformierter Betrachter erhebliche Verständnisschwierigkeiten. Das gelingt in dieser Fassung sehr gut. Es fehlen einige Nebenfiguren, was die Handlung deutlich übersichtlicher macht.

Den beiden Autorinnen ist es hervorragend gelungen dieses Konzept textlich und in den Zeichnungen umzusetzen.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

A Ship in the Dark

Anna und das Leuchten der Wale
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So lautet der Originaltitel. Warum Wale hingegen leuchten sollen, hat sich mir nicht erschlossen. Sie haben allerdings ein gewisses Marketinggewicht, also mussten sie in den Buchtitel. An sich ist die ...

So lautet der Originaltitel. Warum Wale hingegen leuchten sollen, hat sich mir nicht erschlossen. Sie haben allerdings ein gewisses Marketinggewicht, also mussten sie in den Buchtitel. An sich ist die Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird, schön. Nur beinhaltet sie eine ganze Reihe von Gleichnissen und symbolhaften Vorgängen, die einen nicht unerheblichen manipulativen Charakter besitzen. So stehen der Bösewicht und seine Truppe für den Kapitalismus, der gnadenlos die natürlichen Ressourcen ausbeutet und deshalb bekämpft werden muss.

Die Heldin ist dagegen eine Naturschützerin und der Autorin vermutlich in vielem ähnlich. Und schließlich enthält dieses Buch auch noch einen gewissen Schuss Feminismus. Vielleicht merken das Jugendliche nicht unbedingt, weil sie das gewöhnt sind.

Eine schöne Geschichte, nur leider etwas überfrachtet mit Ideologie und Erziehungsdrang. Hier ist ziemlich klar, was man denken soll.

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