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Veröffentlicht am 11.02.2026

Eine Annäherung an die eigene Herkunftsgeschichte

Ich möchte zurückgehen in der Zeit
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Der Roman ist autobiographisch, literarisch.
Der Großvater war Nazi und Mitglied in der Waffen-SS. Nach dem Krieg setzte er sich on der Familie ab und lässt sich später scheiden. Die Erinnerungen der ...

Der Roman ist autobiographisch, literarisch.
Der Großvater war Nazi und Mitglied in der Waffen-SS. Nach dem Krieg setzte er sich on der Familie ab und lässt sich später scheiden. Die Erinnerungen der Enkelin sind nicht vorhanden und die Tochter, weiß wenig mitzuteilen.
Sie, die Enkelin, recherchiert und entdeckt ein Foto, ihr Großvater auf einem SS-Motorrad aufgenommen in Radon, Polen.
Sie macht sich dann auf den Weg zu Archiven, Museen und den Weg nach Polen wo sie sich für einige Zeit eine Wohnung mietet. Radon war vor dem Krieg ein Zentrum jüdischer Kultur gewesen. Dann errichteten die Deutschen dort 1941 ein Ghetto.
In Telefongesprächen mit ihrer Mutter werden ihr auch eigene Kindheitserinnerungen bewusst. Doch kommt sie nicht weiter in der Recherche, es gibt Leerstellen, ihr bleibt das Foto.
Von Krakau aus fährt sie weiter in das sonnige und lebendige Neapel um ihre Schwester zu besuchen. Was weiß die Schwester vom Großvater? Sie ist Archäologin gräbt aus, analysiert, restauriert und legt fremde Dramen frei. Es entsteht ein farbenfroher Kontrast, das Leben Süditaliens zu dem traurigen nördlichen Radon. Was hat man von der Erbmasse bekommen als dritte Generation fragt sie sich. „ Sie wollte bleiben und zugleich an den Anfang zurück“.

Der Dritte Abschnitt des Buches heißt Tidstomme – übersetzt als Zeittäschchen. Es handelt vom Verschwinden und Wiederauftauchen der Eltern ihres Mannes. Es handelt von der Lücke, in der niemand darüber informiert wurde, ein unbekanntes Zeitfenster, eine Leerstelle, die die Angehörigen in höchstem Maße irritiert.

Gibt es nun Zusammenhänge? Judith Hermann will nichts konstruieren sie stellt die Geschehnisse in den Raum, gibt Andeutungen und Anregungen. Eine gewisse Ratlosigkeit bleibt am Ende des Romans, genau die Ratlosigkeit, die sie vielleicht selbst empfunden hat. Die Leerstellen gehören zum Leben und jeder geht in diesem Roman anders damit um, mit zeitweiliger Amnesie, Ausgrabungen von Dramen anderer oder Orientierungslosigkeit. Oder in dem Aufschreiben, was man weiß. Und genau das macht sie und mit ihrem Roman inspiriert sie die Leser, sich zu überlegen, wie man mit Herkunft und Geschichte umgeht. Erinnern oder Vergessen. Sie geht dem Ungesagten, dem Nichtwissen, den Lücken in der Familiengeschichte nach und zieht alles hinzu, das ihr in ihrer Recherche begegnet. „Mein Großvater hält sich in der Zwischenwelt auf.... und ich frage mich durchaus, ob ich ihn erlöse, wenn ich an ihn denke....“

Judith Hermann trifft genau den Punkt, der berührt und obwohl das Buch in der Suche und Recherche bruchstückhaft und unvollendet bleibt, ermüdet es nicht. Ihr Schreibstil ist anregend, sensibel und klug. Ihr autobiographischer Roman hat mir sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Intellektuell, komplex, dichtes und witziges Konstrukt, das herausfordert, wenn nicht überfordert

Schleifen
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Der Roman fängt vielversprechend an. Den Wiener Kreis mit Intellektuellen wie Philosophen, Mathematiker, Logiker gab es wirklich. Ein großartiger Anfang von dem Mädchen Franziska Denk, die allein durch ...

Der Roman fängt vielversprechend an. Den Wiener Kreis mit Intellektuellen wie Philosophen, Mathematiker, Logiker gab es wirklich. Ein großartiger Anfang von dem Mädchen Franziska Denk, die allein durch das Lesen und Hören von Krankheiten diese auch bekommt. Franziska lernt durch die Postkarten ihres Vaters, der an einem Atlas verlorener Sprachen arbeitet und in aller Welt unterwegs ist. Er vermeidet jegliche Anspielung auf Krankheiten, schreibt in fremden Sprachen und diese Fähigkeit und Faszination führt sie in die Sprachwissenschaft und die Erforschung eigener Sprachen.
Sie lernt Otto Mandl kennen, einen Mathematiker, mit dem sie dann jahrzehntelang daran forscht, eine perfekte Sprache zu entwickeln, wo alle den gleichen Zugang zur Welt bekommen würden. Ein vielseitiges und komplexes Unterfangen.
Franziska möchte eine Sprache entwickeln auf der konkreten Ebene, „eine Sprache, die das eigentliche Lebewesen ist, die sich durch die Menschheit als Wirtsorganismus weiterentwickelt und fortpflanzt“. Otto Mandl: Die einzige Form, die ein logisches, in sich geschlossenes System annehmen könne, um fehlerfrei bestehen zu können, sei die Form einer Schleife“.
Als die Mutter wahnsinnig wird und Unmengen aus Möbiusschleifen aus ihrem Zimmer quellen (ihr Interessensgebiet) und das Haus brennt, wird der Roman immer abstruser. Was vorher noch Spaß brachte, auch die originellen, nicht immer wahren, doch glaubwürdig verpackten Fußnoten, dreht sich bald um in ein Lesen, das herausfordert.

Ein übersprudelnder Ideenreichtum, den der Autor serviert, intellektuell anspruchsvoll und detailliert, muss erst einmal verdaut werden. Es betrifft Bereiche der höheren Mathematik, Philosophie, Wissenschaft mit Beispielen und Anekdoten über lebende berühmte (Franz Kafka) oder nicht existierende Personen und fiktive Begebenheiten wie die Gründung einer Sekte, das Auftauchen von Doppelgängern.
Verknüpfungen, die keinen Zusammenhang vermuten lassen, die Elias Hirschl dennoch komponiert und logisch und glaubhaft darzustellen weiß. Der Essay von John Cage und Ang Gurong ist witzig und gibt Stoff darüber hinaus nachzudenken, was für Franziska Denk wahre Kunst ist. Eine Sekte Wodot wird gegründet (Warten auf Godot?), wo das zu Bezeichnende, Erfassbare reduziert wird (wie am Anfang der letzte Bericht des Vaters).
Der Roman ist voll von sprühenden Ideen, wahren, falschen, abstrakten wie konkreten, wobei mir die konkreten greifbarer waren als so manche abstrakte, die teils ermüdend detailliert beschrieben werden.

Elias Hirschl kann schreiben ohne Frage und zeigt ein Spektrum seiner Intelligenz.
Doch der Eindruck einer Selbstverliebtheit in die Sprache und sein Wissen und daraufhin die Zumutung an den Leser, sich mit denselben auf gleiche Art auseinanderzusetzen, ist bei mir eingetreten. Auf vielen Strecken hat mich der Roman nicht erreicht.
Die vielen ausführlichen Randbemerkungen, die anfänglich amüsant und zum Nachschauen anregten, dienten mir im späteren Verlauf nicht mehr dazu, einen Lesefluss voranzutreiben.

Doch welchen Sinn transportiert die Geschichte, für mich diesen eben auch, dass Elias Hirschl intelligent intelligent intelligent ist. Dadurch das Franziska im Laufe des Romans immer unsympathischer wird, ist sie keine Protagonistin, mit der man sich anfreunden könnte, im Laufe der Geschichte will man die Welt nicht mehr durch Franziskas Brille sehen (darum geht es ja auch nicht) .Was bleibt also, was hallt nach? Der Witz für Eingeweihte, doch kein tieferes Berührtsein, eher eine Anerkennung an die Leistung, diesen Roman so komplex detailliert und klug und auch witzig geschrieben zu haben, für so manchen Leser vielleicht eine Faszination.



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Veröffentlicht am 24.01.2026

Ein poetisches Kunstwerk!

Halber Stein
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Friedesine – genannt Sine – kehrt nach 20 Jahren zu der Beerdigung ihrer Großmutter Agneta nach Siebenbürgen zurück. Das Land, das sie damals mit 4 Jahren mit ihren Eltern verlassen hatte. Wie so viele ...

Friedesine – genannt Sine – kehrt nach 20 Jahren zu der Beerdigung ihrer Großmutter Agneta nach Siebenbürgen zurück. Das Land, das sie damals mit 4 Jahren mit ihren Eltern verlassen hatte. Wie so viele Auswanderer flüchteten ihre Eltern aus Siebenbürgen vor den Kommunisten. Dies ist die Geschichte eines Erkennens und Annehmen der eigenen Herkunft und Heimat. Sine betrachtet mit allen Sinnen das Rumänien nahe den Karpaten, lässt die Erinnerungen lebendig werden und erforscht. die Geschichte Siebenbürgens und die persönliche anhand der Erinnerungsstücke ihrer Großmutter, deren noch dort verbliebenen Freunden und den Erzählungen ihres Vaters
So fragt sie fragt ihren wiederbegegnetem Freund Julian „ Gibt es Orte, die uns in die Vergangenheit blicken lassen und uns gleichzeitig die Zukunft zeigen?

Malerische Betrachtungen, weise Beobachtungen und Erinnerungen machen den Roman aus. Über die Großmutter: „Es war, als ob alles weiterbestehen würde solange sie lebte.
Was ist Glück – für Sine ist es der Geruch nach Heu, die Wärme der Stufen vor dem Haus.... ! „Als Kind war ich alldem zugehörig gewesen. Jetzt ist alles weiter geworden oder war ich jetzt weiter davon entfernt?“ Sine sucht nach einer Orientierung, ein halber Stein, geformt vom reissenden Silberbach wird zur Metapher.

Die bildnerische Sprache lässt die Natur erspüren, die Umgebung, die Gemeinschaft, die Düfte, sieht die Farben – das Dasein. “ Ihre Ausstrahlung war die eines Menschen, der mit seiner Umgebung vertraut war, als wäre die umgebende Welt eine Erweiterung des eigenen Körpers“.

Iris Wolff erzählt, siebenbürgisch-sächsische Geschichte, sie bewertet nicht, lässt Gebäude Landschaften, die Natur sprechen. Die Sprache fließt, der Erzählfluss ist entschleunigt. Er zeigt Sines intensive Eindrücke der sie umgebenden Schönheit, Schönheit, die auch in dem Zerfall zu sehen ist, den sie nicht beurteilt, sondern betrachtet. Es geht nicht um Identifizierung mit der Protagonistin. Mit Sines Augen und Sinnen wird der Zugang zu einem Stück ihrer Heimat geöffnet; sowie ihr Vater als Maler seine Eindrucke auf der Leinwand lebendig werden lässt, sowie ihre Großeltern in ihrer Färberei die naturbelassenen Farben zum Leuchten brachten, Es nimmt in einem selbst im Einlassen und Staunen Gestalt an. Iris Wolffs Sprache ist wie eine Melodie, wie ein Herzschlag.
Eine künstlerische Sprache. Der Roman ist weit mehr als die jüngere Geschichte Siebenbürgens, es ist das gelungene Kunstwerk, das Iris Wolff erzeugt und dem Leser Raum für die Gelegenheit gibt, die Wahrnehmung für die eigene Heimat zu entdecken. Ist dies in der schnelllebigen abgelenkten Zeit möglich? Iris Wolff zeigt es. Wenn man sich in Iris Wolffs Roman einlässt, ist man bereichert. Man könnte zu der Erkenntnis kommen, dass Heimat in der Wahrnehmung der Schönheit liegt, die die Gegenwart bedeutet. Eine informative, dabei unaufdringliche Romanhandlung mit beeindruckendem Tiefgang – ein poetisches Kunstwerk!

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Spannender Thriller mit herausragenden Sprechern

Himmelerdenblau
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Ein über 13 Stunden langes Hörvergnügen mit hervorragenden Sprechern und Sprecherinnen: Romy Hausmann, Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe, Uve Teschner, Florian Gregorzyk und Leslie Malton.

Julie ...

Ein über 13 Stunden langes Hörvergnügen mit hervorragenden Sprechern und Sprecherinnen: Romy Hausmann, Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe, Uve Teschner, Florian Gregorzyk und Leslie Malton.

Julie ist vor 20 Jahren verschwunden; ein ungeklärter Fall. Es gab einen mysteriösen Brief mit einer Lösegeldforderung, doch die Spur verlief im Sand. Inzwischen ist ihr Vater alt und dement.
Ein Podcastduo das über ungeklärte Fälle berichtet -True crimes - rollt diesen Fall noch einmal auf.
Podcasterin Liv und Freund und Kollege Phil berichten engagiert im Podcast über ihre neuesten Erkenntnisse. Liv wird sich später mit Theo zusammentun, um mehr über das Verschwinden von Julie zu erfahren. Da gibt es noch die jüngere Schwester Sophie, die verstorbene Mutter Vera, der Freund von der damals 16 jährigen Julie, Daniel.
Theo will Julie in ein lebendiges vollständiges Licht durch den Podcast bringen.

Theo, in einer gänzlich anderen Geschwindigkeit als die Welt außerhalb von ihm und rückwärts gerichtet in seinen Gedanken und Erinnerungen, die zäh sind und sich mal hierhin mal dorthin winden, geben einen starken Kontrast ab zu dem gegenwartsbezogenen frischen Podcast, der mit aktiver nach außen gerichtete Energie Sensationen vermitteln will.

Nach und nach anhand der spärlichen Erinnerungen von Theo und den Schlussfolgerungen von Liv fügt sich ein eventueller Ablauf der Tat zusammen.

Der Kriminalroman ist psychologisch fein konstruiert. Man ist betroffen und irritiert. Jede Person stellt ihre Wahrheit dar, doch wem und welcher Darstellung kann man trauen? Jeder Beteiligte ist vielseitig und intensiv im Charakter dargestellt und alle haben ihre Beweggründe. Jede und jeder hat unterschiedliche Ansichten über die anderen Mitspieler. Wer ist dem Leser sympathisch? Die Vorstellungen wechseln im Laufe des Lesens, nichts ist sicher. Dem Podcast kann man nicht trauen, kann man den anderen trauen? Es gibt Ungereimtheiten in dem Verhalten der Einzelnen und es tun sich nach und nach Abgründe auf, das Außen ist nur Spitze des Eisbergs. Es gibt Grenzüberschreitungen. Dies alles erzeugt hochgradige Spannung, Viele Erzählstränge und die unerwarteten Wendungen lassen den Fall immer komplexer werden.
Der Schluss ist nicht spektakulär, doch so gestaltet, dass er einen Schauder hinterlässt. Die Geschichte ist zusammengestellt nach wahren Begebenheiten, die unglaublich sind, doch die Vielschichtigkeit menschlichen Verhaltens aufzeigt.
Besonders gut hat mir die herausragende feine psychologische Spannung aufbauende Konstruktion gefallen. Die Sprecher waren Spitzenklasse. Ein sehr beeindruckendes Hörbuch!

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Veröffentlicht am 01.01.2026

Ungewöhnlicher Plot - einfühlsam erzählt!

Niemands Töchter
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Marie, die sich, noch sehr jung, auf einem Berliner Flohmarkt eine Polaroidkamera kauft, dokumentiert mit den Schnappschüssen die Wichtigkeiten ihres Lebens. So sind die Fotos noch später Anhaltspunkte ...

Marie, die sich, noch sehr jung, auf einem Berliner Flohmarkt eine Polaroidkamera kauft, dokumentiert mit den Schnappschüssen die Wichtigkeiten ihres Lebens. So sind die Fotos noch später Anhaltspunkte für ihre Tochter, die versucht, ihre Mutter zu erfassen. Denn die Tochter erkennt dunkle Flecken in der Vergangenheit ihrer Mutter Marie, die auf sie selbst Einfluss genommen haben. Über einen Psychologen will sie Klarheit finden, sich selbst verstehen. Dann gibt es noch Gabriele, die aus der Großstadt Berlin zurück in die väterliche Bäckerei in ihren Heimatort zurückkehrt und sich dort behauptet.
Die Geschichte beginnt 1981, und setzt sich fort bis zum Jahr 2022.
Gabriele und Marie werden Töchter haben, Alma und Isabell. Die Verknüpfungen dieser vier Frauen erfüllen den Roman.
Die Töchter Isabell und Alma zeigen Mut und Stärke und Durchhaltevermögen in ihrem gewählten Leben, erreichen besondere Leistungen in ihrem Beruf – doch die Frage nach der Herkunft und dem inneren Frieden ist die treibende Kraft, deren Frage sie sich stellen wollen. Das Verschweigen von Wahrheiten, das die Mütter quälte, lässt in den Töchtern eine Leere zurück. Die Verhältnisse werden durch die Lügen schwierig. Neue erfundene Geschichten können dies nicht deckeln, so dass sich die Wahrheit letztendlich ihren Weg bahnt und, natürlich, zu Konsequenzen führt.
Große Fragestellungen werden aufgeworfen: Wie geht man mit sich um, was bedeutet Heimat, was trägt man von der Mutter mit sich, welche Last ist geerbt, wie beeinflusst das den eigenen Lebensweg. Und wichtig: Welchen Sorgen sind Mütter physisch, psychisch und gesellschaftlich unterworfen und welche Entscheidungen treffen sie. Dafür sehr passend am Anfang der Songtext von Christina Perris Lied „Mothers“, eine Hommage an Mütter in schwierigen Lebenslagen. 
Der Roman hält einen ungewöhnlichen Plot bereit, der mitreißt und gute Unterhaltung auch durch dessen Kuriosität erzeugt. Eine phantasievolle Geschichte, die dorthin zurückgeht, wo sie angefangen hat. Die wechselnden Perspektiven und Zeitabschnitte sind anregend und erschließen nach und nach die Lücken – so entsteht ein spannendes Puzzle. Jeder Lebensabschnitt der Frauen ist sensibel erzählt und nachvollziehbar, ebenso die Gefühlswelten der Frauen, die sie während ihres Lebenswegs auch in enttäuschende Situationen bringen. Eine trotz aller Widrigkeiten positive Geschichte, die allen Frauen Mut machen kann, weil die weiblichen Protagonistinnen hier durch die Autorin sensibel und verständnisvoll wahrgenommen werden in ihrem Dasein. Dieser anregende Erstlingsroman von Judith Hoersch hat mich sehr gut unterhalten.

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