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Veröffentlicht am 12.12.2025

Im Krieg und in der Liebe … ist alles erlaubt?

Für immer, dein August (Mühlbach-Saga 2)
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Die Geschichte einer besonderen Familie geht weiter. Karl und Lina Schäfer sind in in ihren mittleren Jahren angekommen, während ihre Tochter Charlotte zur jungen Frau erblüht ist. Der Krieg hat sie von ...

Die Geschichte einer besonderen Familie geht weiter. Karl und Lina Schäfer sind in in ihren mittleren Jahren angekommen, während ihre Tochter Charlotte zur jungen Frau erblüht ist. Der Krieg hat sie von ihrem liebsten Kindheitsfreund August allzu lange getrennt, doch endlich kehrt er nach englischer Gefangenschaft zurück, besucht sie in Bremen und die beiden verlieben sich ineinander. Doch August kann seine Familie in Mühlbach nicht allein lassen. Charlotte zieht zu ihm. In das Heimatdorf ihrer Mutter. Ein Ort, an dem die Menschen nicht vergessen haben, dass sie unehelich zur Welt gekommen ist. Und dann bricht auch noch ein weiterer Krieg aus, der allen bisher gekannten Schrecken in den Schatten stellt…

„Für immer, dein August“ ist die Fortsetzung von Barbara Leciejewskis Mühlbach-Saga. Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familie, erzählt die Autorin eine schonungslose und erschütternde Sicht auf die deutsche Vergangenheit. Obwohl mich der erste Band deutlich mehr berührt und mitgerissen hat, so ist auch Band zwei unbedingt lesenswert. Ich bin ein großer Fan von Leciejewskis einnehmendem Schreibstil. Die auktoriale Erzählperspektive ermöglicht dem Leser einen großflächigen Blick auf das Geschehen.

Da ist die freundliche, pflichtbewusste Charlotte, die es versucht allen recht zu machen. Der fürsorgliche August, der seine Frau auf Händen trägt und viele bekannte Gesichter aus dem ersten Teil. Für meinen Geschmack blieben die Charaktere der beiden Protagonisten aber diesmal blasser. Ich konnte mich nicht so gut in sie hineinversetzen. Vielleicht auch aufgrund der zahlreichen Nebenschauplätze. Dennoch hat mich das Buch sehr gut unterhalten und auch zum Nachdenken angeregt. Die Geschichte ist authentisch, vom Leben inspiriert und liebevoll ausgestaltet. Ob es wohl noch weitergehen wird mit den Mühlbachern?

Veröffentlicht am 12.12.2025

Eine starke Frau zwischen Gottesfurcht, Gerechtigkeit und dem Wunsch nach Selbstbestimmung

Die Waldgräfin
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Das Jahr des Herren 1066: Als Tochter des Freigrafen zu Sassenberg ist Alienors Schicksal schon vorgezeichnet. Zwar lässt ihr Vater ihr einige Freiheiten, lehrt sie sogar das Kämpfen mit dem Schwert, doch ...

Das Jahr des Herren 1066: Als Tochter des Freigrafen zu Sassenberg ist Alienors Schicksal schon vorgezeichnet. Zwar lässt ihr Vater ihr einige Freiheiten, lehrt sie sogar das Kämpfen mit dem Schwert, doch letztlich soll sie nur einen ehrbaren Mann in passender Stellung heiraten und den gewünschten Erben austragen.
Dass alles anders kommen wird, ahnen die eingefleischten Christen nicht, als der Freigraf seiner Tochter zur eigenen Belustigung einen heidnischen Sklaven schenkt. Im Wald aufgegabelt und namenlos, soll er Alienor fortan als Reitknecht dienen. Doch der Fremde ist nicht nur schön, er ist auch klug und ehrenhaft. Ganz sicher kein einfacher Mann, sondern von hoher Geburt. Nach einem Scharmützel mit den Feindes des Grafen, droht der Heide an seinen Verletzungen zu sterben. Alienor folgt ihrem Herzen, will ihn retten und gerät unversehens in das blutrünstige Auge der christlichen Kirche. Zum ersten Mal ergreift Alienor für sich selbst Partei und gleichzeitig nach einem selbstbestimmten Leben, obwohl es sie alles kosten kann, was sie je kannte und liebte …

Das Hörbuch „Die Waldgräfin“ wartet mit einer beeindruckenden Länge von über 23 Stunden auf. Gelesen von der wunderbaren Julia Kelz. Mit ihrer eigenwilligen Stimme bringt sie Leben in den historischen Roman von Dagmar Trodler. Ich finde zwar, dass die Stimme für die junge Alienor nicht ganz passt, da sie für mein Empfinden älter klingt, doch die Darbietung ist unterhaltsam und kunstfertig, sodass ich ihr letztlich mit Genuss gelauscht habe.

Alienor ist eine für damalige Verhältnisse starke und toughe Persönlichkeit. Sie weiß, was sie will, zögert zwar danach zu greifen, doch ihr Mut und ihre Sturheit bringen sie früher oder später ans Ziel.
Die Zuneigung zu ihrem heidnischen Sklaven entfaltet sich langsam, kaum merklich. Diese Entwicklung hat mir gut gefallen.

Die Gottesfürchtigkeit der damaligen Zeit gibt die Autorin bildhaft und anschaulich wieder, allerdings wird die Handlung dadurch mitunter sehr langatmig, gespickt mit einer Flut lateinischer und hebräischer Absätze. An dieser Stelle möchte ich Sprecherin Julia Kelz erneut loben, die die fremdsprachigen Textstellen so kompetent und mit Bravour vorträgt und ihnen Leben einhaucht.

Ich finde, dass man die Geschichte insgesamt kürzer hätte gestalten können. Die einzelnen Phasen hätten dafür spannender und mitreißender sein können. Es war ein interessantes, historisch bildhaftes Erlebnis, bei dem man die Liebe der Autorin zu ihrem Werk deutlich spürt, dennoch werde ich es bei Band 1 belassen und keinen weiteren Teil der „Wege der Eifelgräfin“ hören oder lesen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Düster, mystisch und von bizarrer Schönheit

Der Vertraute
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Wow. Dies war mein erster Roman von Leigh Bardugo und er hat mich schwer begeistert. So außergewöhnlich, so originell, so anders. Für mich ein Jahreshighlight und ein Schatz von einem Roman. Schon der ...

Wow. Dies war mein erster Roman von Leigh Bardugo und er hat mich schwer begeistert. So außergewöhnlich, so originell, so anders. Für mich ein Jahreshighlight und ein Schatz von einem Roman. Schon der Anfang lässt märchenhaftes vermuten, aber in düsterer Form und doch voller Licht und Magie.

Das unscheinbare Küchenmädchen Luzia fristet sein Dasein in einem durchschnittlichen Haus bei einem weder besonders wohlhabenden noch sonderlich einflussreichen Ehepaar. Ihre Brotherrin ist vom Leben verbittert und frustriert. Doch als sie bemerkt, dass Luzia eine wundersame Gabe besitzt, scheint die Stunde des Ruhms gekommen. Rasch werden Bekannte auf die sonderbaren Vorkommnisse aufmerksam. Doch mit ihnen auch die Kirche. Die Inquisition ist überall gegenwärtig. Schon bald gilt es zu beweisen, ob Luzias Fähigkeiten von göttlicher oder teuflischer Natur sind. Das Mädchen soll an einem Wettbewerb mit anderen Wunderwirkenden teilnehmen. Dem Gewinner winkt die Gunst von König und Kirche.
Luzia an die Seite gestellt, wird ein mysteriöser Mann namens Santàngel. Der sogenannte „Vertraute“, um den sich etliche Mythen ranken. Eine außergewöhnliche Verbindung entwickelt sich zwischen ihm und Luzia, doch will Santàngel ihr wirklich helfen oder verfolgt er seine ganz eigenen Pläne? Luzia wähnt sich schon fast am Ziel, da gerät alles außer Kontrolle …

„Der Vertraute“ ist ein eindrucksvolles Gespinst aus Magie, Intrigenspiel, historischen Fakten und Fiktion. Die Idee finde ich erfrischend bizarr und originell. Auch die Ausgestaltung der Charaktere hat mir außerordentlich gefallen. Ich mochte Luzia, deren Klugheit und Lebenslust, ihre Stärke und Macht, zunehmend aus dem Verborgenen heraustreten und den zutiefst menschlichen Wunsch nach Liebe, Anerkennung und Lebenssinn, aber auch nach Reichtum und Schönheit so treffend widerspiegeln. Sie ist schlagfertig, humorvoll und mutig. Auch Santàngel konnte mein Herz erobern. Dieser seltsame Mann, irgendwas zwischen Engel und Dämon, schön und schrecklich, düster und lichtvoll. Zusammen bilden sie ein unvergleichliches Gespann, das seinesgleichen sucht.

Keine Seite hat mich gelangweilt, kein Kapitel war mir zu lang. Bardugos wunderbarer mitreißender und treffender Schreibstil hat dazu seinen nicht unerheblichen Beitrag geleistet. Tatsächlich liebe ich ihre bunte und direkte Wortwahl. Sie lässt mit Leichtigkeit Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen, sodass ich stets mitten im Geschehen war. Gehofft, gestaunt und mitgefiebert habe. Nie konnte ich mir sicher sein, was als Nächstes passiert. Eine tolle Leistung! Dies ist ganz klar eines der Bücher, das ich gerne noch einmal so lesen würde, als wäre es das erste Mal.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Drachen, Magie und tödliche Geheimnisse

The Last Dragon King - Die Chroniken von Avalier 1
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In einem abgelegenen Dorf namens Cinder lebt die 17jährige Arwen in bescheidenen Verhältnissen gemeinsam mit Mutter und Schwester. Mutig und selbstbestimmt kümmert sie sich um ihre Familie, jagt und versorgt ...

In einem abgelegenen Dorf namens Cinder lebt die 17jährige Arwen in bescheidenen Verhältnissen gemeinsam mit Mutter und Schwester. Mutig und selbstbestimmt kümmert sie sich um ihre Familie, jagt und versorgt sich. Ein raues, aber gutes Leben. Wäre da nicht die plötzlichen Ankunft der Königsgarde. Auf der Suche nach einer starken, magischen Frau für den Drachen-König, um einen Erben zu zeugen. Zu Arwens Entsetzen wird auch sie ausgewählt. Und das, obwohl sie ein tödliches Geheimnis hütet. Wird sie ihr selbstbestimmtes Leben aufgeben müssen? Den König mögen oder verabscheuen? Ihr Geheimnis lüften müssen? Ein spannendes Katz und Maus Spiel beginnt …

„The Last Dragon King“ ist ein Buch, das einfach Spaß macht. Wer Fantasy mit Drachen mag, ist mit diesem temporeichen und Action gefüllten Roman von Leia Stone gut bedient. Mir ging es zum Ende hin ehrlich gesagt fast zu schnell. Die Ereignisse überschlugen sich und manches fand ich im Vergleich zum Anfang nicht mehr ganz nachvollziehbar.
Leia Stones Schreibstil ist aber von so magnetischer Sogwirkung und Spannung, dass ich mich von Seite eins bis Ende super unterhalten gefühlt habe.

Arwen ist eine mutige, toughe und sympathische Kämpfernatur. Fast schon zu ehrenhaft. Ich hätte mir noch ein wenig mehr Funkensprühen und spicy Szenen gewünscht. Und König Drae erschien mir nicht plastisch genug, um ihn intensiv kennenzulernen. Auch das Worldbuilding war nicht besonders ausgeprägt. Insgesamt wurde in zu wenig Seiten zu viel Handlung und Action reingepackt. Das soll aber nicht heißen, dass der Spaß beim Lesen ausbleibt, denn dieser Eindruck würde „The Last Dragon King“ nicht gerecht werden. Ich habe die Lektüre genossen und wurde erfolgreich mitgerissen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Der Tod als Lehrmeister

Das späte Leben
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Mit 76 Jahren erhält Martin eine Krebsdiagnose, ohne Aussicht auf Heilung. Trotz des fortgeschrittenen Alters ist er erschüttert, will nicht wahrhaben, was der Arzt sagt. Denn Martin hat einen sechsjährigen ...

Mit 76 Jahren erhält Martin eine Krebsdiagnose, ohne Aussicht auf Heilung. Trotz des fortgeschrittenen Alters ist er erschüttert, will nicht wahrhaben, was der Arzt sagt. Denn Martin hat einen sechsjährigen Sohn, eine deutlich jüngere Frau. Ein Leben, das noch nicht fertiggelebt ist. Was soll er in den letzten Wochen und Monaten tun, noch erleben? Was seiner Familie hinterlassen?
Er verbringt viel Zeit mit seinem Sohn, schreibt ihm Briefe für später, analysiert die Beziehung zu seiner Frau, entdeckt Geheimnisse, die sie umgeben. Darf erkennen, was wirklich wichtig ist und in Liebe Abschied nehmen.

Ein Buch nicht nur für Sterbende, sondern viel mehr für jeden, der in sein Leben mehr Bewusstsein, Achtsamkeit und Dankbarkeit für das, was ist, einladen möchte. Gelesen wird das Hörbuch von Ulrich Noethen. Er ist die perfekte Wahl. Seine Stimme haucht Martin gekonnt Leben ein, ist ruhig, aber betont an den richtigen Stellen. Das Zuhören ist sehr angenehm.

Wirklich sympathisch ist mir keiner der Charaktere. Aber ich denke, darum geht es auch gar nicht. Die Geschichte, eigentlich nur ein kurzer Einblick in das Schicksal eines Menschen, der jeder sein könnte, soll zum Nachdenken, zum Entschleunigen einladen. Wie oft vergessen wir, nach links und rechts zu schauen? Unsere Mitmenschen, unsere Lieben WIRKLICH zu sehen. All die Facetten, die Schönheiten und Schrecken wahrzunehmen.

Da ich mich schon länger mit Liebe, Weisheit und auch dem Tod beschäftige, war die Geschichte nicht wirklich neu oder besonders unter die Haut gehend für mich. Sie hat ihre Daseinsberechtigung und kann für manchen als Denkanstoß fungieren. Vielleicht trösten. Dazu anregen sich zu fragen, was bleibt von einem, wenn man geht?

Nicht mit allen Gedankengängen und Ansichten der Figuren stimme ich überein. Aber ich verstehe, dass wir alle - ausnahmslos jeder - im Grunde auf dem gleichen Weg unterwegs sind und dass wir alle uns wünschen, geliebt zu werden, anderen etwas zu bedeuten. Insgesamt habe ich von dem Buch dennoch mehr erwartet.