Zwischen Trauer, Verdacht, Zweifeln und offenen Fragen in einer Kleinstadt
Dead Girls Don't DanceDieses Buch habe ich in der Erwartung eines spannenden Jugendthrillers gelesen. Zuvor habe ich schon mehrere Bücher in diesem Subgenre gelesen oder gehört und so einen gewissen, etwas festgelegten, Anspruch ...
Dieses Buch habe ich in der Erwartung eines spannenden Jugendthrillers gelesen. Zuvor habe ich schon mehrere Bücher in diesem Subgenre gelesen oder gehört und so einen gewissen, etwas festgelegten, Anspruch mitgebracht.
Aber von vorn:
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Addie, deren Schwester durch einen Sturz in die Schlucht ums Leben kam. Die Protagonistin ist überzeugt, dass es sich weder um einen Unfall, noch um Selbstmord handelte. Für sie steht fest: es war Mord. Auch den Schuldigen glaubt sie zu kennen: Thatcher Montgomery. Der Freund ihrer Schwester Fiona, mit dem diese zuvor einen heftigen Streit hatte.
Jedoch wird dann, fast genau ein Jahr später, Thatcher auf die gleiche Weise, an derselben Schlucht, getötet. Ein Suizid (z.B. aus Schuldgefühlen) ist so gut wie ausgeschlossen. Was die Fragen aufwirft: war es dieselbe Tatperson? Läuft der Mörder oder die Mörderin noch frei herum und ist sie selbst, Addie, auch in Gefahr? Soll sie die Nächste sein?
Eine zweite zentrale Figur ist Seth, Cousin und bester Freund von Thatcher, zu dem Addie selbst eine sehr ambivalente Beziehung hat, mit dem sie aber zu beiden Tatzeiten zusammen war.
Die Beiden nehmen zusammen eigene Ermittlungen auf.
So viel zur Handlung des Buches.
Die Erzählung beginnt ruhig, was ich grundsätzlich mag. Es werden quasi Land und Leute vorgestellt, die Stimmung aufgebaut. Die Charaktere werden durchaus mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und Schwächen dargestellt. Addie selbst ist eine Jugendliche, die an sich selbst hohe Erwartungen hat und sich eigene Fehler schwer bis gar nicht verzeihen kann.
Im weiteren Verlauf werden viele Andeutungen fallen gelassen, alle irgendwie mal mehr, mal weniger verdächtigt, bei keiner Person ist sich Addie völlig sicher, ob sie ihr trauen kann. Dieser Teil der Geschichte hat mir gut gefallen.
Dennoch ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Zwar empfinde ich das Buch als durchaus lesenswertes Jugendbuch, aber meine Erwartungen hat es nicht erfüllt. Besonders fehlte mir die Spannung eines Thrillers, vielleicht auch die spürbare Anspannung der Protagonisten. Größtenteils ist das wohl der oben geschilderten Erwartung geschuldet. Ohne den Finger darauf legen zu können, woran es gefehlt hat, blieben mir die Charaktere irgendwie fern. Es ist mir nicht gelungen, sie zu „spüren“.
Mein Fazit: In meinen Augen handelt es sich um ein durchaus lesenswertes Debüt, einen unterhaltsamen Jugendroman, aber nicht um einen Thriller und es blieb hinter meinen Ansprüchen zurück.