Leons Blick auf die Welt – anders, ehrlich, eigen
Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Woran das lag, kann ich gar nicht genau sagen – vielleicht einfach daran, dass er anders ist als das, was ich sonst lese. Möglicherweise hängt ...
Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Woran das lag, kann ich gar nicht genau sagen – vielleicht einfach daran, dass er anders ist als das, was ich sonst lese. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass die Geschichte aus der Sicht von Leon, einem 13-jährigen Jungen, erzählt wird – und sich das auch sprachlich bemerkbar macht.
Doch schon nach ein paar Seiten war ich ganz drin in der Geschichte – und von da an hat sie mich nicht mehr losgelassen. Ich war mitten im Geschehen.
Leon ist, wie bereits im Klappentext erwähnt, 13¾ Jahre alt und depressiv. Oder, wie er selbst sagt: „depri light“, weil er selbst das mit der Depression angeblich nicht richtig hinbekommt. Er ist kein fröhlicher Typ und hat nur wenige Kontakte.
Im Ethikunterricht behandelt seine Klasse das Thema Tod, und Leons persönliche Auseinandersetzung damit zieht sich auf kluge, manchmal berührende Weise durch das ganze Buch. Trotz dieses ernsten Themas ist die Geschichte überraschend humorvoll – ich musste oft laut lachen.
Gleichzeitig erlebt Leon zum ersten Mal echte Freundschaft, was ihn Stück für Stück über sich hinauswachsen lässt.
Sehr gelungen fand ich auch die kleinen Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels, die jeweils zum Inhalt passen und die Stimmung oder ein zentrales Motiv visuell einfangen. Sie fügen sich unaufdringlich, aber wirkungsvoll in das Gesamtbild des Buches ein.
Mit seinen 224 Seiten ist das Buch eher kurz, aber es bleibt lange im Kopf: eine gelungene Mischung aus Witz und Tiefgang.