Fantasievolles Katzenabenteuer in Griechenland
KatzenmondDer 12-jährige Jeremias verbringt mit seinen Eltern die Herbstferien auf der Insel Kreta in Griechenland. Im Ferienhaus denkt er über die seltsamen Ereignisse dort nach und schreibt sie auf.
Aus seiner ...
Der 12-jährige Jeremias verbringt mit seinen Eltern die Herbstferien auf der Insel Kreta in Griechenland. Im Ferienhaus denkt er über die seltsamen Ereignisse dort nach und schreibt sie auf.
Aus seiner kindlichen Perspektive erfahren wir von seinem fantastischen Katzenabenteuer, das einem wie ein großer Traum erscheint – in dem alles möglich ist. Ferien, in denen Jeremias alle Freiheiten hat und den geheimnisvollen Jungen Mond und das Mädchen Nyx kennenlernt. Gemeinsam helfen sie den Katzen im Dorf, den verschollenen König der Nacht zu finden, der sie vor dem eiskalten Wintertod bewahren soll. Damit beginnt die Suche nach der Tür, die in die Nachtwelt führt – einem fantastischen Ort. Doch die Kinder werden von bedrohlichen Schatten verfolgt. Was hat der unsympathische Mann im Anzug damit zu tun, der im Dorf eine Villa gekauft hat, mit seinem vielen Geld um sich wirft und ein Auge auf Jeremias’ Mutter geworfen zu haben scheint?
Werden sie den König der Nacht finden und die Katzen retten?
Antonia Michaelis hat mit „Katzenmond“ ein fantasievolles Abenteuer geschrieben, voller Einfallsreichtum, Spannung und Geheimnissen – mit Urlaubsfeeling und jeder Menge Katzen. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie heben sich auf, um verborgene Wahrheiten zu enthüllen. Wie ein Puzzle fügt sich jedes rätselhafte Teil ein, bis am Ende ein großes Geheimnis sichtbar wird und sich alles harmonisch zusammenfügt. Es macht Spaß, mitzurätseln, auf die Auflösung hinzufiebern, sich der unvorhersehbaren Handlung hinzugeben und ins Träumen zu geraten.
Am Ende habe ich das Buch beinahe widerwillig zur Seite gelegt, so sehr hat es mich beschäftigt. Es war so vielschichtig, tiefgreifend und berührend. Diese Ebene erschließt sich automatisch: Die vielen Andeutungen ergeben für mich ein neues Bild, aber es kann auch einfach ein traumhaftes Abenteuer sein, das sich von anderen Geschichten abhebt und an absurd-witzige Animationsfilme erinnert – die trotzdem zum Nachdenken anregen und mehrdeutige Symbolik aufweisen.
Der Schreibstil verwebt unkomplizierte mit poetischer Sprache – eine Ausdrucksweise, die dem jungen Ich-Erzähler gerecht wird, aber trotzdem die Vorstellungskraft anregt und sich beim Vorlesen leicht von den Lippen löst. Auf den ersten Blick mag er herausfordernd wirken, doch sobald man sich an die prägnanten Sätze gewöhnt hat, stellt sich ein angenehmer Lesefluss ein.
Diese kindliche Perspektive auf das Geschehen prägt auch das Verhalten der Erwachsenen. Besonders gefiel mir dieser erzählerische Freiraum, der Unbefangenheit und Offenheit widerspiegelt und den Erwachsenen weniger Beachtung schenkt – ohne dabei ihre sichere Bindung zu vernachlässigen.
„Katzenmond“ könnte ein Buch sein, das einen beim Erwachsenwerden begleitet – wenn man es später noch einmal liest. Vor allem aber ist es eine absurd-fantasievolle und spannende Geschichte, die in erster Linie für Kinder geschrieben ist – aber auch Erwachsene begeistern kann, die Lust auf ein ungewöhnliches Abenteuer haben. Es regt die Fantasie an und fordert die eigene Logik heraus. Wer einfach nur eine spannende Geschichte mit Katzen sucht, wird hier auch seinen Spaß haben, denn die Samtpfoten sind die eigentlichen Stars der Geschichte.