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Veröffentlicht am 13.07.2026

Fantasievolles Katzenabenteuer in Griechenland

Katzenmond
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Der 12-jährige Jeremias verbringt mit seinen Eltern die Herbstferien auf der Insel Kreta in Griechenland. Im Ferienhaus denkt er über die seltsamen Ereignisse dort nach und schreibt sie auf.

Aus seiner ...

Der 12-jährige Jeremias verbringt mit seinen Eltern die Herbstferien auf der Insel Kreta in Griechenland. Im Ferienhaus denkt er über die seltsamen Ereignisse dort nach und schreibt sie auf.

Aus seiner kindlichen Perspektive erfahren wir von seinem fantastischen Katzenabenteuer, das einem wie ein großer Traum erscheint – in dem alles möglich ist. Ferien, in denen Jeremias alle Freiheiten hat und den geheimnisvollen Jungen Mond und das Mädchen Nyx kennenlernt. Gemeinsam helfen sie den Katzen im Dorf, den verschollenen König der Nacht zu finden, der sie vor dem eiskalten Wintertod bewahren soll. Damit beginnt die Suche nach der Tür, die in die Nachtwelt führt – einem fantastischen Ort. Doch die Kinder werden von bedrohlichen Schatten verfolgt. Was hat der unsympathische Mann im Anzug damit zu tun, der im Dorf eine Villa gekauft hat, mit seinem vielen Geld um sich wirft und ein Auge auf Jeremias’ Mutter geworfen zu haben scheint?

Werden sie den König der Nacht finden und die Katzen retten?

Antonia Michaelis hat mit „Katzenmond“ ein fantasievolles Abenteuer geschrieben, voller Einfallsreichtum, Spannung und Geheimnissen – mit Urlaubsfeeling und jeder Menge Katzen. Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie heben sich auf, um verborgene Wahrheiten zu enthüllen. Wie ein Puzzle fügt sich jedes rätselhafte Teil ein, bis am Ende ein großes Geheimnis sichtbar wird und sich alles harmonisch zusammenfügt. Es macht Spaß, mitzurätseln, auf die Auflösung hinzufiebern, sich der unvorhersehbaren Handlung hinzugeben und ins Träumen zu geraten.

Am Ende habe ich das Buch beinahe widerwillig zur Seite gelegt, so sehr hat es mich beschäftigt. Es war so vielschichtig, tiefgreifend und berührend. Diese Ebene erschließt sich automatisch: Die vielen Andeutungen ergeben für mich ein neues Bild, aber es kann auch einfach ein traumhaftes Abenteuer sein, das sich von anderen Geschichten abhebt und an absurd-witzige Animationsfilme erinnert – die trotzdem zum Nachdenken anregen und mehrdeutige Symbolik aufweisen.

Der Schreibstil verwebt unkomplizierte mit poetischer Sprache – eine Ausdrucksweise, die dem jungen Ich-Erzähler gerecht wird, aber trotzdem die Vorstellungskraft anregt und sich beim Vorlesen leicht von den Lippen löst. Auf den ersten Blick mag er herausfordernd wirken, doch sobald man sich an die prägnanten Sätze gewöhnt hat, stellt sich ein angenehmer Lesefluss ein.

Diese kindliche Perspektive auf das Geschehen prägt auch das Verhalten der Erwachsenen. Besonders gefiel mir dieser erzählerische Freiraum, der Unbefangenheit und Offenheit widerspiegelt und den Erwachsenen weniger Beachtung schenkt – ohne dabei ihre sichere Bindung zu vernachlässigen.

„Katzenmond“ könnte ein Buch sein, das einen beim Erwachsenwerden begleitet – wenn man es später noch einmal liest. Vor allem aber ist es eine absurd-fantasievolle und spannende Geschichte, die in erster Linie für Kinder geschrieben ist – aber auch Erwachsene begeistern kann, die Lust auf ein ungewöhnliches Abenteuer haben. Es regt die Fantasie an und fordert die eigene Logik heraus. Wer einfach nur eine spannende Geschichte mit Katzen sucht, wird hier auch seinen Spaß haben, denn die Samtpfoten sind die eigentlichen Stars der Geschichte.

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Veröffentlicht am 06.07.2026

Helden wider Willen

Nobody's Quest
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„Nobody’s Quest“ ist eine Slow-Burn-Romantasy, die von sechs widerwilligen, aber liebenswerten Gefährten erzählt – darunter eine belesene Heldin mit Depressionen – und von unerbittlichen Antagonisten in ...

„Nobody’s Quest“ ist eine Slow-Burn-Romantasy, die von sechs widerwilligen, aber liebenswerten Gefährten erzählt – darunter eine belesene Heldin mit Depressionen – und von unerbittlichen Antagonisten in einer faszinierenden, magischen Welt voller einzigartiger Schauplätze.

Alyssa Day verbindet Romantik und Fantasy miteinander und stellt die romantische Beziehung zwischen Soli, der Dienerin der königlichen Bibliothek, die in Büchern stets Zuflucht fand, und Kaelen, dem selbstbewussten Prinzen, in den Mittelpunkt eines Fantasy-Settings, in dem sie Gefahren überwinden und sich ihren überwältigenden Gefühlen stellen müssen.

Die Erzählweise der Liebesgeschichte entwickelt sich langsam, doch die starke, leidenschaftliche Anziehung wird durch Kaelen früh thematisiert, begleitet von Verlangen, Sehnsucht und inneren Konflikten. Sie müssen zusammenarbeiten, und Soli lernt, dass sie es verdient hat, geliebt zu werden, und beginnt, an sich selbst zu glauben:
„Ich war sicher, dass ich versagen würde. Dass ich nicht gut genug für all das wäre. Aber hier — jetzt — beginne ich, tief in meinem Herzen, endlich zu glauben, dass ich es schaffen könnte. Dass ich gut genug sein könnte. Stark genug. Einfach … genug.“

Ihre inneren Monologe und die Dialoge dominieren den Erzählfluss — trotzdem kann man gut in das Worldbuilding eintauchen.

Besonders reizvoll ist die Underdog-Story der Auserwählten-Quest: Sechs Außenseiter und Einzelgänger bilden eine Gemeinschaft der Ausgestoßenen, die durch gemeinsame Fantasy-Abenteuer und die bedeutende Suche nach den Schlüsseln zusammenwächst und ihre ganz eigenen Talente unter Beweis stellt. Mit der Zeit fühlt sich Soli — trotz ihres „Graymind“ — sicherer und akzeptiert, eine ganz neue Erfahrung für die sonst stets unsichtbare Protagonistin.

Die sensible und realistische Darstellung von psychischer Gesundheit durch Soli fördert Empathie und zeigt einen zentralen Schritt im Umgang mit Depression: die Akzeptanz der eigenen Gefühle und Schwächen, unterstützt vom Umfeld. Das macht Betroffenen Mut und zeichnet Soli als eine tiefgründige Heldin aus, mit der man sich identifizieren kann, weil sie trotz widriger Umstände Stärke, Mut und Selbstvertrauen entwickelt.

Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen. Einen klaren Charakter-Favoriten hatte ich zwar nicht, doch der Gildendieb bereitet mir immer wieder Freude. Der abwechslungsreiche Spannungsaufbau ist gelungen, wenn auch teilweise vorhersehbar. Für Liebhaber von Fantasy und Romantik ist das Buch ein unterhaltsamer Schmöker, aber nicht herausragend — der Vergleich mit „Der Herr der Ringe“ sollte nicht zu ernst genommen werden. An dieser Stelle sei auch das fantastische Cover mit Farbschnitt erwähnt, ein absoluter Hingucker.

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Tolle Sprecherin, aber durchschnittlicher Thriller

Bachelorette Party
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Julia Nachtmann überzeugt als Hörbuch-Sprecherin, doch die Story lässt leider zu wünschen übrig.

„Bachelorette Party“ fand ich zwar nicht gänzlich langweilig, aber die Handlung wirkt vorhersehbar, klischeehaft ...

Julia Nachtmann überzeugt als Hörbuch-Sprecherin, doch die Story lässt leider zu wünschen übrig.

„Bachelorette Party“ fand ich zwar nicht gänzlich langweilig, aber die Handlung wirkt vorhersehbar, klischeehaft und am Ende unnötig explizit – besonders die gewaltsamen Szenen passen nicht zum sonstigen, eher zurückhaltenden Erzählstil.

Camilla Stens Charaktere sind so distanziert und wenig sympathisch, dass man kaum eine emotionale Bindung aufbauen kann. Ihr Schicksal wirkt am Ende daher fast gleichgültig. Die Handlung verläuft eher schlaff und oberflächlich, mit logischen Brüchen, erzählerischen Schwächen und überdeutlichen Hinweisen, die mögliche Überraschungen im Voraus verraten.

Für mich war es ein durchschnittlicher Thriller, dessen Ungereimtheiten meinen Lesefluss gestört haben. Für Einsteiger:innen ins Genre mag der Roman noch funktionieren – für erfahrene Thriller-Fans bietet er kaum mehr als eine solide Idee, ein interessantes Setting und eine starke Sprecherin.

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Die Ambivalenz von Liebe

Alles Liebe
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Ich kann Katja Riemann nur zustimmen: Ronja von Rönne schreibt umwerfend gut. Ihr Schreibstil ist treffend, oft sarkastisch, schonungslos ehrlich und humorvoll. Dadurch wird ihre Auseinandersetzung mit ...

Ich kann Katja Riemann nur zustimmen: Ronja von Rönne schreibt umwerfend gut. Ihr Schreibstil ist treffend, oft sarkastisch, schonungslos ehrlich und humorvoll. Dadurch wird ihre Auseinandersetzung mit Themen wie Liebe, Beziehungen und den damit verbundenen Erwartungen, Enttäuschungen und Selbsttäuschungen besonders prägnant.

Sie nutzt häufig bildhafte Sprache, weckt durch Taktgefühl und Wortgewandtheit passende Assoziationen und erzeugt durch ihre starken Vergleiche sehr lebendige Bilder. Immer wieder habe ich mir einige Sätze mehrmals auf der Zunge zergehen lassen.

Nicht nur ihr Schreibstil ist großartig, auch die Kurzgeschichten selbst: Hier geht es um fünf Menschen mit schwierigen Themen, deren Emotionen und Gedanken ehrlich eingefangen werden, ohne ins Sentimentale zu verfallen. Man empfindet Mitgefühl, gleichzeitig wirkt es schockierend abstoßend. Wie ist das mit Liebe vereinbar?

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir Laura und ihre narzisstische Unfähigkeit zur Selbstreflexion, die ihre soziale Stellung an der Schule durch Manipulation und Berechnung verbessert. Jede ihrer Handlungen ist kalkuliert, jeder „Freundschaftsdienst“ ein Tauschgeschäft. Von außen wirkt sie wie eine treue Freundin – doch ihre wahren Absichten bleiben verborgen.
Dabei fällt ihr auch der Zufall in den Schoß: Als sich am 11. September die Welt in Schockstarre befand, wusste sie die Gunst der Stunde zu nutzen. So unverstellt, provokant und fesselnd geschrieben, ohne zu beschönigen oder zu verurteilen, dass ich jeden der fünf widersprüchlichen Abgründe und ihre zerstörerische Kraft interessant fand.

Da ich Kurzgeschichten sehr mag, hat mich besonders begeistert, wie die fünf Figuren – jeder mit seinen eigenen Illusionen und Selbsttäuschungen – zunächst ihre unabhängigen Geschichten erhalten, die dann am Ende aber gekonnt verwoben werden. Die Kurzgeschichten-Struktur verleiht dem Buch eine besondere Dynamik, während die übergreifenden Themen Lügen, Manipulation, Selbstbetrug, Macht und gesellschaftliche Erwartungen wie ein roter Faden wirken und die unschöne Wahrheit zeigen.
Dabei gilt: Liebe und Lügen können auf den ersten Blick wie Gegensätze wirken – schließlich wird Liebe oft mit Wahrhaftigkeit, Vertrauen und Echtheit assoziiert. Doch in der Realität gibt es komplexe Verbindungen zwischen beiden. „Alles Liebe“ sieht dort hin, wo es wehtut, ohne zu verurteilen, sondern versucht, das abstrakte Konzept der Liebe und die komplexen Verbindungen zu verstehen. Die Frage ist nicht, ob man lügt, sondern warum. Und ob die Lüge der Liebe dient – oder ihr schadet.

Mir hat „Alles Liebe“ sehr gefallen, weil es kurzweilig und trotzdem tiefgründig ist. Wer komplexe, ambivalente Figuren liebt, die weder gut noch böse sind, sondern einfach menschlich – mit all ihren Widersprüchen, Fehlern und Abgründen –, und Lust auf ein toll geschriebenes Buch mit Kurzgeschichten und subtil ineinandergreifenden Erzählbögen hat, wird hier fündig.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Hummelig verbindend

Hummelhirn
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In „Hummelhirn“ beschreibt Judith Holofernes ihre Kindheit als die eines „sonderbaren“ Kindes – eine Träumerin, die voller Ideen und Fantasie steckte, sich noch vor den „gackerigsten Teenagermomenten“ ...

In „Hummelhirn“ beschreibt Judith Holofernes ihre Kindheit als die eines „sonderbaren“ Kindes – eine Träumerin, die voller Ideen und Fantasie steckte, sich noch vor den „gackerigsten Teenagermomenten“ für Jungs interessierte, in Büchern und Musik versank und davon träumte, eine Band zu gründen. Dabei war sie stets nett und angepasst, vor allem als späterer, bescheidener Rockstar, denn wer nett ist, den mögen andere. Denn so vergesslich, schnell abgelenkt und unscheinbar ist die Angst vor Ablehnung ein ständiger Begleiter. Während ihre Mutter Cornelia ihr viele Freiheiten lässt, ihr immer ein offenes Ohr schenkt und Akzeptanz vermittelt, erfährt sie im starrem Schulsystem Unverständnis, harsche Maßreglung und schreckliche Langeweile.

«Wenn ich zu Hause war, konnte ich mich wunderbar amüsieren. Mir war nie langweilig in meinem eigenen Kopf. Draußen in der Welt allerdings, zur Teilhabe gezwungen, langweilte ich mich oft so sehr, dass ich glaubte, sterben zu müssen.»

Mit viel Feingefühl und einer leichten Prise Tragik erzählt sie von dieser Zeit. Immer wieder springt sie dabei kurz zwischen den Anfängen der Bandgeschichte – dem Sage Club 2001 – und der Gegenwart als Mutter und Selbstständige hin und her – der Fokus liegt aber auf der Kindheit. Sie erklärt, wie ihr „Hummelhirn“, also dieses sprunghafte, eigenwillige Denken, sie bis heute begleitet und geprägt hat. Ein Reflexion, bei der man die Zusammenhänge erst rückblickend erkennt und die nachvollziehbar aufgeschlüsselt wurden.

Der Schreibstil ist ganz typisch Judith Holofernes: lebendig, wortgewandt und voller Humor – mal auch mit Reim und Rhythmus. Sie nutzt anschauliche Adjektive und eine bildhafte Sprache, die beim Lesen bunt und innerlich reich wirkt. Manchmal ist es ein bisschen viel, aber vor allem fühlt es sich echt und authentisch an.

Es ist, als würde der „Wir sind Helden“-Soundtrack im Hintergrund laufen, während man erfährt, was sie zu den Songtexten inspiriert hat. Dabei greift sie auf Tagebucheinträge, detailreiche Erinnerungen und Dialoge zurück – immer angetrieben von der Neugier, was als Nächstes kommt.

Ihre Erzählung erinnert an die eigene Kindheit oder an Eigenschaften, die man selbst an sich entdeckt: an erfundene Geheimsprachen, an Stapel von Büchern aus der Bibliothek, die man nach Hause trug, oder daran, wie man „Auf der Flucht“ mit Harrison Ford nachspielte. Das ist nicht nur unterhaltsam – an manchen Stellen musste ich sogar lachen (die beiden fiesen Beos) –, sondern es schafft auch eine Verbindung. Genau das hat mir an dem Buch besonders gefallen.

Es ist eine warmherzige Reflexion darüber, wie schön es ist, anders zu sein, und wie viel Charme in den Dingen liegt, die nicht perfekt sind.

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