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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2020

Faszination Natur

Das Faultier und die Motte
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Der Kater Homer führt eigentlich ein gemütliches Leben, aber als daheim das Chaos ausbricht, beschließt er, sich eine neue Bleibe zu suchen, mit Freunden, die ihn zu würdigen wissen. Hier beginnt die Reise ...

Der Kater Homer führt eigentlich ein gemütliches Leben, aber als daheim das Chaos ausbricht, beschließt er, sich eine neue Bleibe zu suchen, mit Freunden, die ihn zu würdigen wissen. Hier beginnt die Reise von Homer. Der bietet bei seiner Auswahl einen vielseitigen Überblick über Freundschaften, Zweckgemeinschaften und andere tierische Beziehungen in der Tierwelt.

Die Geschichte um Homer ist schnell erzählt. Er dient vor allem als Reiseführer durch dieses Tierlexikon. Die Kinder fanden es interessant, haben aber schnell das Interesse verloren. Es fehlte einfach die persönliche Note. Die Illustrationen sind herausragend, aber die Seiten wirken vollgestopft und überfordernd. Wen das nicht stört, der kann auf den Doppelseiten eine Menge entdecken und lernen. Im Anschluss können die Kinder selbst aktiv werden, und über einen Test herausfinden, welcher Freundschafts-Typ sie sind. Ein Spaß, den man nicht allzu ernst nehmen sollte. Während es den Kindern gefallen hat, empfand ich dieses Test als unnötige Ergänzung.

Fazit: Kurzweiliges und interessantes Bilderbuch, welches mit herausragenden Illustrationen einen Überblick über tierische Beziehungen und Freundschaften biete.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2020

Magische Lesereise in die Anderswelt

Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende
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Portia verbringt ihre Sommerferien auf dem Cottage ihrer Tanten. Als sie einem Fuchs folgt, einen Schlüssel findet und das dazu passende Schloss, rennt sie ahnungslos in den gefährlichen Nebel des Niemandslandes… ...

Portia verbringt ihre Sommerferien auf dem Cottage ihrer Tanten. Als sie einem Fuchs folgt, einen Schlüssel findet und das dazu passende Schloss, rennt sie ahnungslos in den gefährlichen Nebel des Niemandslandes…

Die ersten Leseabschnitte haben mir sehr gefallen. Ich mochte Portia und Ben sofort. Während Portia mutig, aber auch impulsiv und selbstkritisch ist, bietet Ben das sensible Pendant: ein künstlerisch begabter Bücherwurm. Am meisten begeistert hat mich allerdings Robin Goodfellow, als Fuchs - sich in ein Tier verwandeln zu können, übt nicht erst seit Harry Potter eine besonderes Faszination aus. Fans fantastischer Werke wie „Der Herr der Ringe“ werden sich freuen - es gibt intertextuell eingeflochtene Verweise der besonderen Art. Es verschwimmen die Grenzen zwischen Literatur und Wirklichkeit. Der Schreibstil ist wunderbar mitreißend und bildhaft, das Setting atmosphärisch - man wäre am liebsten selbst vor Ort. Ich war sofort in der gemütlichen britischen Stimmung angekommen und ließ mich vom warmen Tee und dem urigen Cottage verzaubern. Gern hätte ich noch mehr Zeit in der Menschenwelt verbracht.

Die Besonderheit dieser Geschichte ist die Wahl der Erzählweise. Neben Einblicken in Portias und Bens Sicht, gibt es eine dritte Perspektive, die vom Voranschreiten unheimlicher Begebenheiten berichtet, was natürlich die Spannung ins Unermessliche treibt. Die Originalität des mannigfachen Figurenensemble fand ich sehr gelungen: Mondmotten, Feen, Gestaltwandler, monströse Fabelwesen, Nebelhunde, Dämonenvögel und geknechtete Salamander - sie alle sind mutig, leidenschaftlich und echt. Die Handlung erinnert manchmal an bereits tausend mal Dagewesenes. Sie dürfte aber wahrscheinlich genau deswegen bei der Zielgruppe gut ankommt. Zeitlose Themen wie Magie, Feen und andere Welten faszinieren nach wie vor. Lediglich eine Portion mehr Humor hätte mir gefallen. Beachtenswert gelungen ist das einfühlsame Aufgreifen schwieriger Themen: wie Tod und Trauer, und die neue Betrachtungsweise von alten Legenden. Auch in der Menschenwelt haben Runen eine magische Bedeutung, wenn Hexen mit ihrer Hilfe die Zukunft deuten. Die in sich abgeschlossene Handlung lässt den Leser nicht ungeduldig zurück, aber es bleibt Raum, für mögliche weitere Abenteuer.

Fazit: Es wird dramatisch, herzerwärmend und vor allem fantasievoll und spannend. Lasst euch mitreißen und begebt euch auf eine Lesereise über die Grenzen hinaus in eine überbordende Fantasiewelt voller Legenden, verzauberter Bibliotheken und verborgenen Türen.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2020

Unkonventioneller Kinderkrimi, mit viel Humor und Rätselspaß

Das schwarze Schaf
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Ein Rätsel interessiertes Aussenseiter-Schaf trifft zufällig auf einen eigenbrötlerischen Maulwurf mit Doktortitel, der trotz trüber Sicht stets einen klaren Blick behält. Als ungewöhnliches Ermittler-Duo ...

Ein Rätsel interessiertes Aussenseiter-Schaf trifft zufällig auf einen eigenbrötlerischen Maulwurf mit Doktortitel, der trotz trüber Sicht stets einen klaren Blick behält. Als ungewöhnliches Ermittler-Duo übernehmen sie den Fall: Vermisster Hütehund. Jedes Lebewesen von Baskeltorp gilt als verdächtig und die spannenden Ermittlungen laden zum mitraten ein. Wer ist der Täter? Wie lautete sein Motiv? Mit ganz individuellen und verrückten Charakteren, die teilweise ungewollt komisch und liebenswert sind. Besonders der Maulwurf Dr. W. Winnewurp hat es uns angetan. Er liebt seine Ruhe und trotzdem bequemt er sich aus seiner Komfortzone. Eine interessante Charakterentwicklung und ein echtes Vorbild für Mut und Freundschaft. Ein Spritzer Schweizerdeutsch, wilde Wortkreationen, Scherzwitze und haufenweise Kosenamen sind schließlich das Sahnehäubchen, auf dieser Schafskrimitorte. Es gibt etliche farbige Illustrationen, eine doppelseitige Darstellung des Bauernhofs aus der Vogelperspektive und einen kleinen Regenwurm, der sich am unteren Buchrand durch die Seiten arbeitet. Ohne zu viel zu verraten: es wird einiges auf den Kopf gestellt, gelacht, geweint und geknuddelt - lasst euch überraschen!

Fazit: Lässt für große und kleine Detektive keine Wünsche offen. Bietet Rätselspaß, viele Lacher und Momente von unendlicher Weisheit. Bestens zum Vorlesen und gemeinsamen miträtseln geeignet.

  • Cover
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Veröffentlicht am 23.09.2020

Netter Roman über Selbstfindung, mit kleinen Schwächen

Das Buch eines Sommers
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Ein gestresster Unternehmer gerät nach dem Tod des geliebten Onkels in eine Sinneskrise. In seinem Traum begegnet er daraufhin der erfolgreichsten literarischen Erfindung seines Schriftsteller-Onkels und ...

Ein gestresster Unternehmer gerät nach dem Tod des geliebten Onkels in eine Sinneskrise. In seinem Traum begegnet er daraufhin der erfolgreichsten literarischen Erfindung seines Schriftsteller-Onkels und beginnt seine Ideale zu hinterfragen. Es geht um den unerschütterlichen Glauben, an die eigenen Fähigkeiten, das unermüdliche Dranbleiben, und darum, sich der eigenen Endlichkeit und der Kostbarkeit des Lebens bewusst zu werden. Loslassen, und warum es uns so schwer fällt, ist eine ganz zentrale Frage des Romans. Nicholas träumte von einem selbstbestimmten Schriftstellerleben voller Leichtigkeit, wie sein Onkel es führte, doch er scheiterte und kommt schließlich an einen Punkt, wo er sich fragen muss, was ihm wirklich wichtig ist.
Bas Kast schreibt lebendig über seinen Haupt-Protagonisten Nicholas, und stürzt ihn in innere Konflikte, aus denen aber nie ernsthafte Krisen entstehen. Das sinnlich beschriebene hügelige Landschaftsbild aus „französischen Weinbergen, Wäldchen und vereinzelten Flecken Ackerland“, als auch das zeitlos aktuelle Thema erinnert an Romane wie „Ein guter Jahrgang“ und „Das Café am Rande der Welt“. Die leidenschaftliche Verbindung zur Literatur ist durchgehend spürbar und die Idee, einer Romanfigur eine therapeutische Rolle zukommen zu lassen, wurde geheimnisvoll umgesetzt. Die Geschichte ist Spiegel und Fenster zugleich. Man erfährt auch etwas über sich selbst, während man durch das aufgestoßene Fenster von Nicholas blickt, das er nur mit Hilfe gedanklicher Anschubser öffnen konnte. Handwerklich durchdacht, auf das Wesentliche fokussiert, tiefergehend und heilsam zugleich. Die fantasievollen Quatschgeschichten, die Nicholas seinem Sohn erzählt, fand ich besonders originell. Die kleinen Geschichten in der Geschichte selbst bedienen eine bildhafte Verständnis-Ebene und machen Botschaften individuell (be)greifbar. Während diese Fantastereien zum einen Nicholas kreatives Talent untermauern, dienen die psychologischen Geschichten und Fabeln eher dazu, zum Nachdenken anzuregen. Fast alle waren mir schon bekannt, da hätte ich mir mehr Einfallsreichtum gewünscht. Leider wirkte der Roman stellenweise, in seiner ratgebenden Funktion, unnatürlich aufdringlich. Beispielsweise fällt Nicholas, aus heiterem Himmel, eine Geschichte ein, die, bei genauer Betrachtung, den Leser dazu anhalten soll, über seine eigene Komfortzone nachzudenken. Einige Klischees haben zwar einen bitteren Beigeschmack hinterlassen - zu einem genussvollen Moment gehört offenbar immer Alkohol und wenn man Kinder adoptiert, dann am besten aus Afrika -, insgesamt fand ich den Roman aber inspirierend und unterhaltsam.

Fazit: Ein Roman, der vor allem für die kulturliebende Leserschaft interessant ist und nachhaltige Denkanstöße liefert. Insbesondere für Menschen, die schon immer ein Buch schreiben wollten oder andere unerfüllte Träume mit sich herumtragen, werden sich über diesen ermunternden Roman freuen, in dem viel Weisheit, Leichtigkeit, Fantasie und Liebe zur Literatur steckt.

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Veröffentlicht am 23.09.2020

Hundeschule für Zweibeinerwelpen, verpackt in witziger Story

Arthurs wildes Hundeleben
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In „Arthurs wildes Hundeleben“ erwartet Kinder eine Körpertausch-Geschichte der etwas anderen Art. Hier berichten gleich zwei Ich-Erzähler: Der zehneinhalb-jährige Arthur, der sich wie verrückt einen Hund ...

In „Arthurs wildes Hundeleben“ erwartet Kinder eine Körpertausch-Geschichte der etwas anderen Art. Hier berichten gleich zwei Ich-Erzähler: Der zehneinhalb-jährige Arthur, der sich wie verrückt einen Hund wünscht und, aus der Hundesicht erzählt, der vierjährige Lucky, der Zweibeinerwelpen nicht leiden kann, weil sie immer so laut und ungestüm sind. Das gibt genug Stoff für eine witzige Geschichte, als Arthur und Lucky unverhofft aufeinander treffen. Und zwar stellt sich heraus, dass Lucky schlimmster Albtraum wahr wird: Arthur hat keine Ahnung davon, wie man mit einem Hund umgeht. Als Arthur dann mit vier Pfoten erwacht, bleibt ihm gar nichts anders übrig, als alles über Hunde zu lernen. Schließlich ist er jetzt selbst einer, während Lucky sich durchs köstliche Buffet frisst und auch einiges über die bisher ominösen Zweibeiner lernt.
Einmal die Welt aus der Sicht des Anderen sehen, das ist die klare Mission dieses Buches. Es wird zudem spielerisch Wissen über Hunde vermittelt: Was bedeutet es, wenn der Hund die Ohren anlegt? Kuscheln Hunde gern? Dürfen Hunde Schokolade essen? Lucky gibt großzügig Auskunft, sodass auch Kinder einiges lernen oder sich in ihren Vorkenntnissen bestätigt sehen. Es ist locker und witzig geschrieben und unterhält mit viel Situationskomik. Arthur weiß schließlich nicht, wie man sich gegenüber anderen Hunden verhält und Lucky hat noch nie eine Toilette benutzt. Ihr gemeinsames Schicksal schweißt die beiden schließlich zusammen, denn sie wollen, dass möglichst bald wieder alles normal wird. Aber wie können sie den verrückten Tausch wieder rückgängig machen?

Fazit: Wer eine lustige und außergewöhnliche Geschichte sucht, vielleicht noch Hunde liebt oder sich einen Hund wünscht, wird mit diesem Buch viel Spaß haben.

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