Die etwa 17-jährige Calisa flieht mit gebrochenem Herzen aus Brooklyn nach Vermont zu ihrer Großtante, um möglichst weit von ihrem Ex-Freund entfernt zu sein. Mitten in der abgelegenen Wildnis steht ein in die Jahre gekommenes Gasthaus: das Faraway Inn. Alles ist ganz anders als erwartet. Unkraut, Straub, nötigte Reparaturen, wo man hinsieht. Tante Zee ist mürrisch und abweisend, nur wenige seltsame Gäste besuchen das Inn und zwei strenge Regeln gelten: keine Fragen stellen und nicht ohne Erlaubnis Türen öffnen. Zum Glück ist da noch der gleichaltrige aufgeschlossene Jack, der Calisa zuhört, ihr hilft und eine ansteckende Freundlichkeit ausstrahlt. Trotzdem, kein herzlicher Empfang, aber eine stets warme und einladenden Atmosphäre, magische Geheimnisse und cozy Vibes, die ahnen lassen, was diesen Ort einmal so besonders gemacht hat. Die Geschichte richtete sich an eine jüngere Leserschaft, denen die Autorin Sarah Beth Durst einen Zufluchtsort schenken wollte, aber auch Erwachsene sind herzlich willkommen und werden sich angesprochen fühlen.
Calisa macht eine inspirierende Entwicklung durch und demonstriert Reife und Selbstbewusstsein. Tatkräftig ergreift sie Eigeninitiative, gibt nicht auf und beweist großen Mut. Ihr entgeht natürlich nicht, dass man versucht, etwas vor ihr zu verbergen und die seltsamen Begebenheiten kann sie sich auch irgendwann nicht mehr logisch erklären. Die Dialoge zwischen Calisa und Jack fühlen sich leicht und unbeschwert an, der Humor ist erfrischend und die Sympathie der beiden Hauptfiguren ist spürbar. Ihre zarte, romantische Zuneigung wirkt natürlich und unschuldig und beruht auf kleinen Gesten, Vertrauen sowie Unterstützung. Die magischen Elemente eröffnen eine faszinierende Welt voller Wunder und Möglichkeiten, sorgen für Witz, Charme und magische Gefühle. Da möchte ich gar nicht verraten, welche Highlights euch erwarten.
Die erste Hälfte ist richtig entschleunigend und es macht Spaß, gemeinsam mit Calisa die Geheimnisse zu enthüllen, Vertrauen aufzubauen und mehr zu erfahren. Sarah Beth Durst lässt eine raffinierte Spannung entstehen, die die behagliche magische Stimmung nicht beeinträchtigt. Selbst mit zunehmender Seitenanzahl wird es abwechslungsreicher, packend und herzerwärmend emotional, aber immer wieder kommt die cozy Stimmung durch und ich habe mich durchgehend mit den Figuren wohlgefühlt. Das macht die Botschaft, fernab von Magie und Abenteuern, zugänglich und ermutigt dazu, Mut zu fassen, innere Klarheit zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Das Ende vermittelt ein Gefühl von Hoffnung und Zufriedenheit, und die Entwicklung der Handlung und all ihrer Charaktere wirkt dadurch sehr stimmig und rundum gelungen.
Wer es cozy, spannend und herzerwärmend mag, wird das Setting, die Vibes und die Charaktere lieben. Es wird alles harmonisch miteinander vereint. «The Faraway Inn - Wo Magie zu Hause ist» ist ein Ort zum Verweilen, Flüchten und Genießen für alle, die eine magische Wohlfühlgeschichte brauchen. Die liebevolle Aufmachung und der einzigartige Farbschitt machen diesen Schmöker zu einem Lieblingsbuch und tollen Geschenk. Uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses Schmuckstück.