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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2022

Wovon träume ich? Worin bin ich gut? Wie kann ich helfen?

Not all heroes wear capes
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Ben Brooks geht der Frage nach, was Helden und Heldinnen eigentlich ausmacht. Dafür hat er seine ganz eigene Definition gefunden: „Ein Held ist jemand, der in einer besseren Welt leben möchte und beschließt, ...

Ben Brooks geht der Frage nach, was Helden und Heldinnen eigentlich ausmacht. Dafür hat er seine ganz eigene Definition gefunden: „Ein Held ist jemand, der in einer besseren Welt leben möchte und beschließt, selbst aktiv zu werden, um diesen Wunsch wahr zu machen.“ Dazu hat Brooks in elf Kapiteln zehn Ratschläge zusammengetragen, die für mutige Selbstentfaltung und soziales Engagement stehen. Ergänzt durch zahlreiche Heldengeschichten aus dem Leben, teilt er auch persönliche Anekdoten. Brooks berichtet, wie Kunst über Kriminalität triumphiert oder ein fast 100-jähriger Mann mit seinem Wohltätigkeits-Song die Charts dominiert.

Der Erzählstil ist locker, humorvoll und aufmunternd. Damit trifft Brooks den richtigen Ton, bei dem sich kleine Leser:innen auf Augenhöhe angesprochen fühlen. Mit Aussagen, wie „…niemand könnte jemals ein besseres Du sein als du“, findet Brooks ermutigend Worte, die das kindliche Selbstwertgefühl stärken. Die zahlreichen inspirierenden Geschichten eröffnen dann ganz neue Perspektiven, was alles möglich ist. Sie regen dazu an, sich der eigenen Talente und Stärken bewusst zu werden, Chancen zu erkennen, egal wie klein sie sind, und sich auszuprobieren, ohne das Ergebnis zu fürchten. Die Gestaltung ist abwechslungsreich und unterhält mit Comics und kreativen Schriftbildern, die zum Nachmachen einladen. Man fühlt sich beim Lesen angespornt, für einen guten Zweck aktiv zu werden und die vielen positiven Geschichten der Menschen geben Hoffnung. Brooks fördert gemeinschaftliches Denken, um sich einander zu helfen und die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Fazit: Ein bestärkendes Buch für Kinder, das zum Nachdenken anregt und dazu ermutigt, selbst etwas zu bewirken. Unterhaltsam geschrieben und anschaulich gestaltet - absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.06.2022

Sehr spannend

Flug 416
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Kapitän Bill Hoffman übernimmt kurzfristig den Coastal Airways Flug 416 von Los Angeles und ahnt noch nichts von der dramatischen Entwicklung seines Fluges, als er die Maschine betritt. Terroristen drohen ...

Kapitän Bill Hoffman übernimmt kurzfristig den Coastal Airways Flug 416 von Los Angeles und ahnt noch nichts von der dramatischen Entwicklung seines Fluges, als er die Maschine betritt. Terroristen drohen per Anruf seine Familie zu töten, sollte er sich weigern, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Doch hat Bill wirklich eine Wahl? Oder haben die Entführer einen Plan B, falls Bill nicht mitspielt? Das Vertrauen sinkt, die Angst steigt und schließlich lässt sich das Drama auch vor den Passagieren nicht mehr verbergen.

Klingt spannend? Ist es auch! Der Spannungsbogen steigt stetig an und greift auf klassisch konstruierte Mittel zurück, wie einem Albtraum, der als Einsteig dient oder sich ausdehnende Sekunden vor einem Ereignis. Erzählt wird aus drei abwechslungsreichen Perspektiven. Dadurch erhält man Einblicke in das Geschehen an Bord der Maschine und das Verhalten der Crew, sowie der Entführung von Bill`s Familie und den Ermittlungen am Boden. Mir hat gefallen, dass es nicht ganz so patriotisch wurde, wie ich es aus zahlreichen Hollywoodfilmen gewohnt bin, in denen es um Flugzeugentführung und Terrorismus geht. Der Handlungsrahmen bleibt allerdings eingeschränkt. Wenige Personen stehen mit ihren Gefühlen im Mittelpunkt. Die Emotionen und Gedanken der Passagiere hätten vermutlich den Rahmen gesprengt. Die Figuren sind angemessen oberflächlich und außergewöhnlich gefasst. Die hohe Spannung mit ihren überraschenden Twists hält konstant das Lesevergnügen.

Fazit: Ein nervenaufreibender Thriller mit angespannter Atmosphäre und hohem Spannungsniveau, den man mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aus der Hand legen kann.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2022

Gebrauchsanweisung

Als das Böse kam
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Gebrauchsanweisung für "Als das Böse kam" von Ivar Leon Menger für einen sicheren und bestimmungsgemäßen Umgang.

1. Was ist "Als das Böse kam" und für wen ist es geeignet?
2. Inhalt des Buches und weitere ...

Gebrauchsanweisung für "Als das Böse kam" von Ivar Leon Menger für einen sicheren und bestimmungsgemäßen Umgang.

1. Was ist "Als das Böse kam" und für wen ist es geeignet?
2. Inhalt des Buches und weitere Informationen
3. Welche Nebenwirkungen sind möglich?
4. Wie ist "Als das Böse kam“ aufzubewahren?
5. Was ist beim Lesen zu beachten?

1. Was ist "Als das Böse kam“ und für wen ist es geeignet?

Einzuordnen in das Genre Thriller, ist die Story gespickt mit fesselnden Spannungselementen und bliebt dieser Linie treu, ohne Ausflüge ins Horror oder Psychothriller Genre zu unternehmen. Daher auch geeignet für Jugendliche - bitte lesen Sie "Als das Böse kam“ erst nach Rücksprache mit ihrer Buchfachkraft des Vertrauens, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Szenarien leiden („das Buch nicht aus der Hand legen können“ kann Schlafmangel verursachen).

2. Inhalt des Buches und weitere Informationen

Es war einmal ein Mädchen namens Juno, die lebte auf einer einsamen Insel und kannte nur ihre Eltern, ihren Bruder und den harmlosen Dorfbewohner Onkel Ole vom Festland, der jeden Montag die Post bringt - aber nur aus der Ferne, denn sie muss sich mit ihrem Bruder immer verstecken, wenn er kommt. Ihr Leben ist geprägt von den immer gleichen Routinen und strengen Regeln, bis eines Tages etwas Unvorhergesehenes das geordnete Leben auf der Insel durcheinander bringt. Glaubwürdig, eigen, geradlinig, fesselnd, authentisch.

3. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Eine mögliche Enttäuschung könnte eine Folge hoher Ansprüche sein, wenn beispielsweise eine surreale Auflösung erwartet wurde, weil ja doch Aliens oder eine Verschwörung dahinter hätte stecken können. Freunde tiefer Persönlichkeiten könnten sich an der Oberflächlichkeit der Figuren stören und wer ein solide Spannungskurve nicht zu schätzen weiß, wird sich über den Mangel an Ausschweifungen zu beschweren wissen. Sollten Sie plötzlich den Drang verspüren, sich an die sieben Gebote der Insel halten zu müssen, sprechen Sie bitte mit ihrer Buchfachkraft des Vertrauens, um Ihre Lesedosis entsprechend anzupassen.

4. Wie ist "Als das Böse kam“ aufzubewahren?

Für Unerschrockene auf dem Nachtisch. Aufgrund des ansprechenden Covers ist eine dekorative Aufbewahrung ebenso möglich, wie ein ständiges Mitführen und Präsentieren, der neuen Lektüre im öffentlichen Raum.

5. Was ist beim Lesen zu beachten?

Ein mitfiebern mit der Hauptfigur Juno wird unumgänglich sein. Die Ich-Perspektive der 16-jährigen zieht einen in ihren Bann, ihre Gedankenwelt, ihre Ängste. Möglicherweise fühlen Sie sich beim Lesen wohl, wenn Sie sich auf dieser idyllischen Insel im Norden befinden; erinnert an Urlaube, weit weg von der Zivilisation, ohne ständig erreichbar sein zu müssen. Seien Sie nicht überrascht, wenn sich das bereits im ersten Drittel umkehrt, weil Sie sich plötzlich in diesem bizarren Familienidyll gefangen fühlen und die allgegenwärtige Bedrohung stetig zu steigen scheint. Räumen Sie sich für das letzte Drittel ausreichend Lesezeit ein, um ein Lesen am Stück zu gewährleisten.

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Veröffentlicht am 03.06.2022

Witzig, abwechslungsreich, spannend - Vorleseempfehlung

Billy Backe, Band 3: Billy Backe und der Wilde Süden
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Markus Orths begeistert mit seinen Büchern Kinder und Erwachsene gleichermaßen, denn nicht nur seine, vor Wortwitz und Fantasie sprühenden, Kinderbücher erreichen Groß und Klein. Deshalb waren wir sehr ...

Markus Orths begeistert mit seinen Büchern Kinder und Erwachsene gleichermaßen, denn nicht nur seine, vor Wortwitz und Fantasie sprühenden, Kinderbücher erreichen Groß und Klein. Deshalb waren wir sehr gespannt auf "Billy Backe und der wilde Süden“ - unser Einstieg in die Reihe und bereits der dritte Band.

Die kleine Personenvorstellung und der Hinweis auf vergangene Abenteuer reichte völlig aus, um in die Geschichte einzusteigen. Die skurrilen Figuren sind großartig und sorgen für viel Gelächter. Zum Schluss waren wir uns sowieso einig, die Anfänge von Billy Backe unbedingt nachzulesen. Neben den bekannten Figuren, gibt es auch eine Vielzahl neuer skurriler Gestalten, denen Billy Backe und seine Freunden, bei ihren verrückten Abenteuern, begegnen. In der ersten Geschichte verfällt der Schrönk in einen tiefen Schlaf und seine Freunde unternehmen alles, um ihren schlummernden Freund wieder aufzuwecken. Auch in der zweiten Geschichte spielt der Schrönk die zentrale Rolle: von Heimweh geplagt, macht er sich mit seinen tapferen Freunden auf den Weg in den Wilden Süden, um seinen Opa zu finden.

Der Schreibstil ist eine großartige Spielerei aus Worten und unterstreicht den tollen Humor, der sich auch in zahlreichen Anspielungen finden lässt. Ein paar lustige Reime, fantasievolle Namen sowie tolle farbige Illustrationen sorgen für Abwechslung. Und Billy Backe glänzt als Ich-Erzähler in einem lockeren und vertrautem Ton. Die Handlung ist spannend und lustig. Zusammenhalt und Abenteuerlust werden im Walle-Wacke-Land großgeschrieben. Das Vorlesen macht großen Spaß, wenn man sich nicht an neuen Wortkreationen stört, wie Trost-Brot oder Quaddeldipapp.

Billy Backe aus dem Walle-Wacke-Land lädt zu einem neuen Abenteuer mit einer bomben Stimmung ein. Das dürfen sich alle „Freunde der knallenden Hosen“ nicht entgehen lassen. Hier stehen neben der Handlung auch die Möglichkeiten der Sprache im Vordergrund, das ermutigt Kinder zu einem kreativen Umgang mit Worten. Sehr empfehlenswert. Besonders gut zum gemeinsamen Vorlesen geeignet. Lesespaß garantiert!

Veröffentlicht am 03.06.2022

Bewegender Roman mit warmen Sommergefühlen

Ein unendlich kurzer Sommer
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Wer einen sommerlichen Roman sucht, der das Sommerfeeling beim Lesen weckt und eine gefühlvolle Geschichte über Freundschaft und Liebe verspricht, ist mit dem Roman „Ein unendlich kurzer Sommer“ nicht ...

Wer einen sommerlichen Roman sucht, der das Sommerfeeling beim Lesen weckt und eine gefühlvolle Geschichte über Freundschaft und Liebe verspricht, ist mit dem Roman „Ein unendlich kurzer Sommer“ nicht nur für den nächsten Sommerurlaub bestens gewappnet.

Dich erwartet eine bewegende Geschichte, über Veränderung im Leben, das Loslassen und wie das Schicksal Menschen zusammenführt und zusammenhält - berührend, aber nicht deprimierend. Aus mehreren Perspektiven geschrieben, in einem mitreißendem und vielfältigem Stil, schließt man die Protagonisten ins Herz und kommt fließend durch die Handlung, die ihren Fokus auf Menschlichkeit und stimmige Atmosphäre setzt. Passender Humor und beinahe poetische Sprache runden diesen Roman ab, dessen Handlung sich durch eine ruhige Erzählweise und Authentizität hervortut. Es sind die einzelnen Schicksale, ihre inneren Spuren der Vergangenheit und das Potential, was daraus entsteht, sowie das wendungsreiche Geschehen, was das Buch so lesenswert macht.

Ich mochte die Geschichte sehr - auch das Ende - und fühlte mich beim Lesen an die Sommer auf dem Campingplatz versetzt. Auch nach dem Beenden des Buches, blieben die Protagonisten und ihre Eigenarten in meinen Gedanken. Ein Roman der, trotz schwerer Themen, sommerliche Leichtigkeit versprüht und sich für alle Jahreszeiten eignet. Wirklich sehr empfehlenswert.