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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

Langweilige Fortsetzung

Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pasta und Limoncello
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Eine Fortsetzung von «Wiedersehen mit mir selbst», diesmal zwischen Pasta und Limoncello, als in sich abgeschlossene Geschichte mit neuer Hauptfigur und gleichem Grundthema: Selbstfindung und Solo-Sommer-Roadtrip ...

Eine Fortsetzung von «Wiedersehen mit mir selbst», diesmal zwischen Pasta und Limoncello, als in sich abgeschlossene Geschichte mit neuer Hauptfigur und gleichem Grundthema: Selbstfindung und Solo-Sommer-Roadtrip nach Italien.

Eva leiht ihrer gestressten Workaholic-Freundin Lena ihren geliebten VW-Bus Berta. Diese nimmt das Angebot erst widerwillig an, startet dann aber mit einem perfekt ausgearbeitetem Plan und einer Bucket List ihrer Tochter in den Urlaub. Der Plan und das Vorhaben, von unterwegs arbeiten zu können, geht natürlich baden und Lena lernt den Moment zu genießen und sich selbst als wertvoll zu erachten, auch wenn es nicht perfekt läuft.

Ich mochte die Basisidee aus Roman und Coaching, die stimmungsvollen Illustrationen und die positive Grundhaltung, die sich auch in den Affirmationen zum Ende des Kapitels zeigt, aber ich stoße bei der Umsetzung an meine Grenzen. Für mich war es eine übertrieben berieselnde Schönfärberei ohne Höhepunkte mit offenkundigen Binsenweisheiten ohne Ecken und Kanten.

Wer eine Geschichte mit Impulsen zum innenren Kritiker sucht, die man nicht zwischen den Zeilen suchen muss, und eine positive Handlung braucht, der man auch nach einem langen Arbeitstag noch folgen kann, könnte mit dem Buch und dem sommerlichen Urlaubsfeeling vielleicht Freude haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2026

Hörbuchempfehlung

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz überzeugt mit ihrer Fachkompetenz und soll die CEO-Nachfolgerin des »Aviola«-Konzerns werden, jedoch werden ihr Charakter und ihr Führungsstil infrage gestellt und gemäß der Regeln wäre ...

Marlene Buchholz überzeugt mit ihrer Fachkompetenz und soll die CEO-Nachfolgerin des »Aviola«-Konzerns werden, jedoch werden ihr Charakter und ihr Führungsstil infrage gestellt und gemäß der Regeln wäre das ein Ausschlusskriterium. «Von einem Klima der Kälte und Angst ist die Rede.» Marlene Buchholz muss Achtsamkeitsseminare besuchen und sich mithilfe von Unternehmens-Coach Alex Grow ändern, wenn sie den Job haben will. Alex nimmt eigentlich niemanden, der zur Teilnahme gezwungen wird, steht aber kurz vor der Insolvenz und einem Nervenzusammenbruch. Marlenes Erfolg würde einen Großauftrag für sein Unternehmen bedeuten und das Ende all seiner Probleme.

Sprecherin Vera Teltz hat mit ihrer warmen Stimme aus dieser passablen Geschichte ein Hörerlebnis gemacht. Lebendig, überzeugend und emotional zugänglich kommt keine Monotonie auf. Pausen, Betonungen und Tempowechsel sind auf den Punkt. Als gute Sprecherin vermittelt sie Enthusiasmus und Hingabe – was meine Freude am Zuhören noch weiter gesteigert hat.
Marlene ist eine verschlossene Eigenbrötlerin, der es an Sensibilität und Einfühlungsvermögen mangelt, nicht jedoch an lockerem Humor und Ehrlichkeit – was ihr einen sympathischen Anstrich verleiht. Durch Blicke hinter die Fassade weckt der Autor Maxim Leo Mitgefühl für seine Figur und greift Themen wie familiäre Traumata oder Einsamkeit auf. Menschen ändern sich nicht grundlegend, selbst wenn sie ein Achtsamkeitsseminar besuchen. Doch Marlene spielt auf amüsante Art ihre Stärken aus, wie etwa im Gespräch mit Frau Starkowski, und beschreitet den Selbstfindungsprozess. Große Überraschungen bleiben aus, doch ein paar skurrile Einfälle sorgen für gute und vielfältige Unterhaltung.

Veröffentlicht am 11.05.2026

Graphic Novel Knobelspaß mit Gruselfaktor

Licht ins Dunkel
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Der schräge Außenseiter Rupert Rumpelstil lebt mit seiner Mutter allein in einer alten Villa, nachdem sein Vater spurlos verschwunden ist. Rupert kann Geister sehen, ist mutig, findig und aufgeschlossen. ...

Der schräge Außenseiter Rupert Rumpelstil lebt mit seiner Mutter allein in einer alten Villa, nachdem sein Vater spurlos verschwunden ist. Rupert kann Geister sehen, ist mutig, findig und aufgeschlossen. Die schaurige Graphic Novel vom düsteren Geheimnis der Familie Rumpelstil, erzählt von einem mystischen Wesen namens Wolpertinger, bildet den vielschichtigen Rahmen einer rätselhaften Suche. Modern detailliert und mit klarer Bildsprache erdacht und gezeichnet von Steffen Gumpert.

Die Rätsel sind fließend in die Geschichte eingebettet und Roberts Neugier liefert die Motivation. Alles beginnt mit einer Hausaufgabe, einem Anruf und einer Puppe. Das macht es besonders fesselnd, weil man in die Grusel-Atmosphäre der Villa eintaucht, gemeinsam mit Rupert Detektiv spielt, Geheimnisse lüftet, andere Orte kennenlernt und Abenteuer erlebt. Die Story ist spannend, abwechslungsreich und durch die visuelle und narrative Kombination wird eine dichte Erzählweise geschaffen, die Story und Knobelaufgabe verbindet. Über vierzig Bilderrätsel fordern die visuelle Wahrnehmung heraus: Suchbilder, Puzzle oder Wegfindungsrätsel, kombiniert mit verzwickten Logik-, Wort- und Sprachrätsel. Bis auf eine kreative Spaßausnahme ist alles raffiniert mit der Erzählung verstrickt, was ich beeindruckend finde. Die Hinweise und Aufgaben befinden sich am Ende einer Doppelseite und müssen nicht zwingend gelöst werden, um voranzukommen. Man braucht nur umzublättern, die Auflösung steht auf der nächsten Seite, und die Geschichte geht weiter. Dabei ist natürlich Geduld gefragt und ein wenig Disziplin, aber es bleibt spielerisch und es wird kein Druck ausgeübt. Manche Rätsel sind schnell gelöst, manche brauchen länger, was die Lesezeit und das Vergnügen ausdehnt. Dazu kommen Humor und schräge Figuren, deren Sympathie man sich nicht entziehen kann. Meine Highlights waren natürlich Günther, der Besuch in der Bibliothek und das dritte Kapitel, dass nochmal einige Wendungen bereit hält.

«Licht ins Dunkel» ist eine tolle Beschäftigung für alle Kinder (und Erwachsene), die Spaß am Mitraten und Mitfiebern haben, egal ob Bücherwurm oder nicht. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin und das Ergebnis begeistert. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und kann diesen Rätselcomic sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 11.05.2026

Keine Empfehlung

Giftiger Grund
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Ich wurde mit «Giftiger Grund» von Thomas Knüwer einfach nicht warm. Es kommt über die meisten Seiten weder Spannung auf, noch hatte ich einen Zugang zu den drei Hauptfiguren, die distanziert bleiben und ...

Ich wurde mit «Giftiger Grund» von Thomas Knüwer einfach nicht warm. Es kommt über die meisten Seiten weder Spannung auf, noch hatte ich einen Zugang zu den drei Hauptfiguren, die distanziert bleiben und ihre persönlichen Traumata durchleben müssen.
Joran, der nach sieben Jahren Gefängnis keine Arbeit findet, aber eine Leiche. Die Youtuberin Charu, die im Zeitraffer ihre Glitzerkatze an verlassenen Orten wie der Tankstelle filmt und Edda aufnimmt, ein kleines Mädchen im Schlafanzug, wie sie ihre Glitzerkatze mitnimmt.
Auch sprachlich konnte es mich nicht überzeugen: sachlich, kurze, abgehackte Sätze und drei einfach gestrickte Ich-Perspektiven, die vor allem ihre innere Welt schildern, ohne das Atmosphäre aufkommt. Wenn man bis zum letzten Drittel durchhält, nimmt es an Fahrt auf, aber alles bis dahin kam mir wie eine Durststrecke vor, weshalb ich mit mir gerungen habe, überhaupt das Buch zu beenden. Keine Empfehlung für diesen Krimi, wenn man Wert auf Spannung, Atmosphäre und sprachliche Raffinesse legt.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Ehrung des Unvollkommenen

Klugscheißerchen und Vehlerteufelchen
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Eigentlich weiß das kleine türkisfarbene Männchen immer alles besser. Diesmal weisen Theo und Tina das Klugscheißerchen auf einen Fehler hin, was wiederum dazu führt, dass es, tief in seiner Ehre gekrängt, ...

Eigentlich weiß das kleine türkisfarbene Männchen immer alles besser. Diesmal weisen Theo und Tina das Klugscheißerchen auf einen Fehler hin, was wiederum dazu führt, dass es, tief in seiner Ehre gekrängt, die Kinder zur Schule begleitet, um noch etwas zu lernen. Dort lernt er tatsächlich etwas, nämlich das Vehlerteufelchen kennen und ist schockverliebt.
Wie es mit den beiden ausgeht und ob sich Gegensätze tatsächlich anziehen, erfährt man in der amüsanten Fortsetzung des Klugscheißerchens von Marc-Uwe Kling.

Kurzweilig, witzig und ein bisschen lehrreich. Diesmal plätschert das Geschehen gleichbleibend vor sich hin, weiß aber zu unterhalten. Die Geschichte zeigt eine ganz andere Seite des kleinen Klugscheißerchens, das sehr selbstsicher, besserwisserisch und wenig offen für andere Meinungen neue Erkenntnisse erhält, während es dem Charme von Fehlern erliegt. Dem kleinen Vehlerteufelchen und seinen verdrehten Worten beim Vorlesen gerecht zu werden, ist eine große Herausforderung. Da greift man vielleicht doch lieber zum Hörbuch und lauscht dem Autor höchstpersönlich. Dazu gibts Musik, Soundeffekte, aber leider muss man dann auf die tollen Illustrationen von Astrid Henn verzichten.