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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Das Leben im Rückblick betrachten

Zeit für meine Träume
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Ich mochte «Zeit für meine Träume», weil auf sympathische Weise Generationen aufeinander treffen, die beweisen, dass man keine Familie sein muss, um eine werden zu können und von ihren Erfahrungen profitieren. ...

Ich mochte «Zeit für meine Träume», weil auf sympathische Weise Generationen aufeinander treffen, die beweisen, dass man keine Familie sein muss, um eine werden zu können und von ihren Erfahrungen profitieren. Daraus entsteht etwas Schönes.
Ein dünnes Büchlein mit Weisheiten des Lebens. Tessa Randau überzeugt durch ihre Fähigkeit zur achtsamen Wahrnehmung und den intensiven Dialogen. Als die namenlose Protagonistin sich mit Anita auf einen Spaziergang trifft, sprechen sie über Rollenvorstellungen, unrealistische Erwartungen und Alternativen in der Mutterschaft. Die 38-Jährige hat einen großen Kinderwunsch und gewinnt durch Anita einen anderen Blickwinkel hinzu, der auf Erfahrungen und Erkenntnissen beruht. «Aber was ich daraus gelernt habe, ist, dass keine Frau wissen kann, was für ein Typ Mutter sie sein wird, egal, wie sehr sie sich ein Kind wünscht.» Es ist einfühlsam geschrieben und berührt, lückenhaft und etwas distanziert zwar, aber weder flüchtig noch zu flach. Alles steuert auf ein heilsames Ende zu, und die Geschichte ist unbeschwert, positiv und schenkt Hoffnung. Es geht um Freundschaft, Perspektivwechsel, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Selbstreflexion.

«Ich finde ja, das Leben wird von Jahr zu Jahr besser.»

Die schöne Ausstattung mit dem freundlich sonnigen Cover macht durch Verzierungen, Illustrationen in einem minimalistischen Stil und kurze Abschnitte einen hochwertigen und durchdachten Eindruck, zum Runterkommen. Eignet sich gut als Mitbringsel für einen Hoffnungsschimmer bei Herzschmerz.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2026

Die Legende der Vier Wünsche

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden
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Emma kennt von ihrer Oma die Legende über das Portal, das vier Wünsche erfüllt – jede Woche einen. In diesem Jahr bietet sich die letzte Möglichkeit. Emma hat mit ihren Freunden das Portal gefunden und ...

Emma kennt von ihrer Oma die Legende über das Portal, das vier Wünsche erfüllt – jede Woche einen. In diesem Jahr bietet sich die letzte Möglichkeit. Emma hat mit ihren Freunden das Portal gefunden und ihre Wünsche abgeschickt, aber leider geht nicht alles glatt und ihr großer Bruder, der auch auf sein angeborenes Wunschrecht besteht, ist dabei nicht unschuldig. Jemand anderem passiert genau das, was Emma sich gewünscht hat und diese Person ist gar nicht glücklich darüber.

Emmas Wünsche nach mehr Selbstbewusstsein, Attraktivität, Anerkennung und ein bisschen Glück für ihrer Mutter sind ihrem Alter entsprechend nachvollziehbar. Sie möchte wie alle anderen auch gut in ihrer Schule integriert sein und mithalten. Außerdem hat sie alles dafür getan, um bei der Schülerratsvertretung mitwirken zu können. Was dann passiert, ist bitter für Emma, aber sie gibt nicht auf, wächst über sich hinaus und stellt sich einem abgedrehten Abenteuer. Durch die Ich-Perspektive ist man ganz nah an ihrer ins Chaos gestürzten Gefühls- und Gedankenwelt. Es gibt viele Dialoge und der Wortwechsel ist oft witzig und sprüht vor warmherziger Lebensfreude und positiver Energie. Es ist diese aufregende Seite des Erwachsenenwerdens, die ansteckend wirkt und authentisch gezeigt wird, sodass man sich darin wieder findet. Manches bleibt enttäuschend flach, obwohl man tiefere Botschaften hätte mitgeben können (Streit, Versöhnung etc.), aber das schadet der Handlung nicht. Die skurrile Entwicklung, in der auch Hamburger, eine Mütze und Fische eine Rolle spielen, und die Prise Magie garantieren spaßige Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren und helfen garantiert bei Langeweile.

Veröffentlicht am 13.04.2026

Der Pfad in die Natur

Katzenpfade
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Sara Lundberg ist eine schwedische Künstlerin und Illustratorin, deren Werk ‚Katzenpfade‘ vor allem durch seine atmosphärische Qualität besticht. Ihre Bilder laden dazu ein, sich vorzustellen, wie Mensch ...

Sara Lundberg ist eine schwedische Künstlerin und Illustratorin, deren Werk ‚Katzenpfade‘ vor allem durch seine atmosphärische Qualität besticht. Ihre Bilder laden dazu ein, sich vorzustellen, wie Mensch und Katze miteinander einen äußeren Konflikt ausleben, weil die Katze einmal bestimmen möchte, wo der Spaziergang hinführen soll. Die Katze folgt ihrem Instinkt. Die Szenen wirken wie Ausschnitte aus einem größeren Erzählfluss. Im ersten Teil bleibt die Figur, die aus der Ich-Perspektive erzählt und nicht näher bestimmt wird, in ihrer Verzweiflung stehen, während die Jahreszeiten an ihr vorbei zu ziehen scheinen, bis Schnee fällt und sie beschließt, heimzukehren und die Konsequenzen zu tragen. Die Hintergründe und Details transportieren Gefühle, Stimmungen und Handlungen, ohne das viel Text nötig ist. Alles wirkt vertraut und gleichzeitig ungewöhnlich. Die Aquarelle wirken weich und verleihen den Bildern eine lebendige Textur. Die nachdenkliche Atmosphäre lässt Raum für Interpretation und Emotion. Man spürt eine tiefe Wertschätzung für die Natur. Es geht um Toleranz und Verständnis füreinander und die Chance auf neue Perspektiven. Im zweiten Teil erleben Mensch und Katze nämlich ein Abenteuer, das auch innere Konflikte sichtbar macht, zu einer ganz besonderen Belohnung führt und den symbolischen Konflikt zwischen Freiheit und Kontrolle sichtbar macht. Letztlich hat es sich gelohnt, der Katze auf ihrer abenteuerlichen Erkundung zu folgen, was sich auch in der Kunst der Figur zeigt. Ich habe zwei Illustrationen, die ich besonders mag: Die ausklappbare Seite steht für mich für eine erweiterte Perspektive und ist definitiv ein Highlight. Aber auch die Katze mitten in den Pusteblumen gefällt mir sehr.

‚Katzenpfade‘ sticht aus der Masse heraus und richtet sich an alle, die atmosphärische, beruhigende Bilderbücher im expressionistischen Aquarellstil mögen und viel Raum für Interpretation und Kreativität schätzen. Die Altersempfehlung liegt bei 5 Jahre, aber ich würde es tatsächlich vom Kind abhängig machen und begleitendes Lesen empfehlen.

Veröffentlicht am 13.04.2026

Das lebensverändernde Studium der Schmetterlinge

Das Jahr der Schmetterlinge
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In ihrem Buch «Das Jahr der Schmetterlinge» schreibt die dänische Journalistin, Autorin und Chefredakteurin Lea Korsgaard über ihren Vorsatz, in einem festgelegten Zeitraum die 64 heimischen Schmetterlingsarten ...

In ihrem Buch «Das Jahr der Schmetterlinge» schreibt die dänische Journalistin, Autorin und Chefredakteurin Lea Korsgaard über ihren Vorsatz, in einem festgelegten Zeitraum die 64 heimischen Schmetterlingsarten zu finden und etwas über ihre Lebensräume und Geschichte zu lernen. Strukturiert ist das Buch von Januar bis August und es geht nicht nur um Schmetterlinge. Es fließen auch andere Erfahrungen, Beobachtungen, Recherchen und aktuelle Bezüge ein, die sich für mich so anfühlten, als würde Lea Korsgaard weit abschweifen und sich von der mir erhofften Leichtigkeit entfernen. Das Buch ist also komplexer und anspruchsvoller als erwartet, weil Lea Korsgaard sich philosophisch und reflektiert zeigt – was mich, einmal darauf eingestellt, zunehmend angesprochen hat. „Er (mein Großvater) begriff, dass wir die Erkenntnis über die tiefsten Zusammenhänge unseres Daseins nicht in erster Linie aus Büchern, Worten und Ideen gewinnen, sondern aus allem Lebendigem.“
Es gibt eine besondere Verbindung ihrer Mutter zu Schmetterlingen. Es ist eine berührende Geschichte, die ins Frühjahr 1975 zurückgeht und einen Wendepunkt darstellte. Der Kleine Fuchs als Zeichen der Hoffnung. Das gehört zu den schönen Details des Buches, die ich besonders mochte. Außerdem fand ich die Begeisterung ansteckend, wenn Lea Korsgaard ihre Exkursionen plant und dann tatsächlich eine Schmetterlingsart sieht. Ihr Antrieb ist Wissensdurst, Neugier und sich mit der Natur zu verbinden. Es ist ein geistiges Sammeln, das sich auch in ihren schönen Illustrationen widerspiegelt, die im Buch zu finden sind. „Er erzählte mir, dass er bereits als junger Mann in den Siebzigerjahren mit dem Sammeln von Schmetterlingen aufgehört hätte. Er hätte festgestellt, dass es ihm größere Freude bereitete, die Tiere lebend und in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, als sie tot in einer Schachtel liegen zu sehen.“
Ein persönlich erzähltes Sachbuch für Naturinteressierte – nicht nur über das Studium der Insekten, sondern auch über das Leben als ein Wunder.

Veröffentlicht am 11.04.2026

Mein erstes Mal mit dem Känguru

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ich kannte das anarchistische Känguru und sein Mitbewohner bisher nur vom Hörensagen. Wenn man politische Satire mag, sind die Känguru-Chroniken offenbar Pflichtprogramm, leider kannte ich sie bisher nicht. ...

Ich kannte das anarchistische Känguru und sein Mitbewohner bisher nur vom Hörensagen. Wenn man politische Satire mag, sind die Känguru-Chroniken offenbar Pflichtprogramm, leider kannte ich sie bisher nicht. Marc-Uwe Klings «Die Känguru-Rebellion» ist eine unverhoffte Fortsetzung in großer Rebellier-Mission und die offizielle Rückkehr des Känguru.
Das Hörbuch spielt, da gesprochen vom Autor, seine facettenreichen Stärken aus und macht doppelt Spaß, aber die absurden und tiefgründigen Dialoge in den kurzweiligen Geschichten sind so gut, dass es sich auch lohnt, das Buch zu lesen, weil man immer ein Päuschen für rebellische Haltung gegenüber politischen Missständen findet. Es wird gesödert, mit dem Skandale-sammel-Spahn und der KI abgerechnet und Mangojoghurt weggeputzt. Die satirischen Spitzen sind brandaktuell und werden dringend gebraucht, genauso wie die Freundschaft zwischen Marc-Uwe und dem Känguru. Komplexe Themen werden zugänglich gemacht und so fühlt man sich nicht nur informiert, sondern auch gesellschaftskritisch unterhalten, während man «von der Schwerkraft in Kombination mit der weltpolitischen Lage niedergedrückt» wird und einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

«Ab und zu erlaube ich mir fünf Sekunden Verzweiflung. Dann geht der Kampf weiter.»