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Veröffentlicht am 25.07.2023

Die etwas andere Geschichte über Medusa

STONE BLIND – Der Blick der Medusa
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Ich muss sagen, ich habe eine Weile benötigt um mit dem Schreibstil bzw. den wechselnden Perspektiven der Götter/Sterblichen oder wem auch immer klarzukommen. Denn tatsächlich tauchen unwahrscheinlich ...

Ich muss sagen, ich habe eine Weile benötigt um mit dem Schreibstil bzw. den wechselnden Perspektiven der Götter/Sterblichen oder wem auch immer klarzukommen. Denn tatsächlich tauchen unwahrscheinlich viele Personen in der Geschichte auf, aber am Ende des Buches ist ein Glossar über die einzelnen Charaktere, in dem man immer mal wieder nachlesen kann, wer eigentlich wer ist und zu wem gehört.

Zu Beginn war es etwas verwirrend, aber es war auch mal abwechslungsreich so kurze Kapitel zu lesen.

Medusa wird zu den Gorgonen gebracht und von ihren dortigen Schwestern Euryale und Stheno wie ein eigenes Kind aufgezogen. Die Beziehung der drei hat mich sehr gerührt und bewegt. Im Hintergrund werden aber etliche Komplotte geschmiedet.

SPOILERALARM

Leider geht es in dem Buch weniger um Medusa als ich es erwartet habe. Dass sie zudem ein so schnelles Ende findet, fand ich doppelt enttäuschend. Was mir gut gefallen hat, ist die Recherche über die Gottheiten vorweg. Denn die einzelnen Charaktere und deren Eigenschaften kommen so zur Geltung wie man es bisher oft gelesen hat. So muss ich wieder sagen, dass Athene für mich die authentischste Person ist. Ob man sie mag oder nicht, sei irrelevant, aber sie hat auf jeden Fall Charakter, der auch in diesem Buch sehr gut rüber gebracht wurde. Dasselbe gilt für die Gleichgültigkeit des Zeus und seiner klugen Frau Hera. Poseidon ist hier wieder einmal ein Ekel, aber damit habe ich gerechnet.

Die Entwicklung und Darstellung von Athene sowie der schwesterliche Zusammenhalt der Gorgonen hat mir am besten gefallen. Wer für mich absolut unsympathisch war, war Perseus. Er war nervig, gierig und unausstehlich. Noch dazu glänzte sein Charakter leider nicht mit Intelligenz. Das hat mich zuweilen auch gestört Die Dialoge zwischen ihm und Athene oder auch in Zusammenhang mit Hermes waren sehr flach und Fragen wurden wiederholt gestellt und beantwortet. Da hatte ich schon manchmal das Gefühl, dass die Kapitel irgendwie gefüllt werden müssen. Auch hat mir das Ende nicht gefallen. Denn letztlich war Medusa in ihrer eigenen Geschichte eine Nebenfigur, Perseus wurde ab einem gewissen Punkt zur zentralen Figur und man hat nicht erfahren wie es für alle einzelnen Personen weiterging, beispielsweise für die Gorgonen, die um ihre Schwester trauerten. Und was ist letztlich aus Perseus und Andromeda geworden nachdem Athene ihm das Haupt der Medusa abgenommen hat?

FAZIT:

Ich denke, wenn man nicht darauf aus ist, die komplette Geschichte fokussierend auf Medusa zu lesen und mit den wechselnden Erzählperspektiven zurecht kommt, kann das schon mal ein Roman der anderen Art sein. Auf jeden Fall sind die Gottheiten sehr gut ausgearbeitet.

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Veröffentlicht am 09.06.2023

Die Geschichte eines Butlers

Was vom Tage übrig blieb
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In "Was vom Tage übrig blieb" geht es um den Butler Stevens, der in dem Landwesen Darlington Hall beschäftigt ist, Nachdem Lord Darlington verstarb, übernahm Lord Farraday das Anwesen. Inzwischen waren ...

In "Was vom Tage übrig blieb" geht es um den Butler Stevens, der in dem Landwesen Darlington Hall beschäftigt ist, Nachdem Lord Darlington verstarb, übernahm Lord Farraday das Anwesen. Inzwischen waren nur noch wenig Bedienstete in dem Landwesen tätig.

Lord Farraday möchte das gern ändern und als er seinem Butler Stevens vorschlägt ein paar Tage frei zu machen, fährt dieser im alten England umher und will seine einstige Kollegin, die ehemalige Haushälterin Mrs. Kenton besuchen und überreden, an dem Hof zurückzukehren. Da sie in einem Brief mitteilte, dass sie geschieden sei, nahm er an, sie würde dieses Angebot annehmen.

Hier beginnt die Geschichte. Der Butler erinnert sich auf seiner Reise an die vielen Ereignisse in Darlington Hall als der alte Lord dort noch wohnte und er sein Butler war. Stevens nimmt ebenso wie sein Vater seine berufliche Aufgabe sehr ernst - zu ernst. Sein Vater war zur selben Zeit im Landsitz beschäftigt wie Stevens unter der Führung des alten Lords. Aufgrund eines Schlaganfalls kam sein Vater bedauerlicherweise ums Leben. Doch selbst in dieser schlimmen Situation bewahrt Stevens die Fassung und kümmert sich um alle anwesenden Gäste, die an dem besagten Tag im Hause Darlington Hall geladen waren.

Das Szenario spielt außerdem zu Kriegszeiten, sodass auch der Konflikt zu jüdisch Gläubigen hier mit aufgeführt wird und auch die politische Haltung der höhren Gesellschaft hier thematisiert wird.

Zwischenzeitlich wird dem Leser auch klar, dass Mrs. Kenton sich zu dem Butler hingezogen fühlt und sich wünscht, er würde ihr entgegen kommen, den ersten Schritt wagen oder - um es flach auszudrücken - sein roboterhaftes Verhalten ablegen und irgendwie menschliche Gefühle äußern statt immer nur Höflichkeiten auszutauschen. Aber Stevens ist ein Profi in seinem Job und außerdem immer gefasst, kultiviert und ergeben. Denn trotz seiner eigenen Intelligenz hinterfragt er die Meinung seiner Lordschaft niemals und handelt immer nach dessen Willen. So kommt es, dass Mrs. Kenton privat jemanden kennenlernt, seine Frau wird und mit ihm wegzieht. Später nach der Scheidung, als sie und Stevens sich wiedersehen, erklärt sie, dass sie dennoch nicht an dem Landhof zurückkehren wird. Denn sie möchte leben. Sie möchte trotz allem mehr als nur einen Full-time-Job und stellt die Frage, was vom Tage und damit einhergehend von einem selbst noch übrig bleibt, wenn ein Arbeitstag in dem Haus rum ist, in dem man arbeitet und wohnt. Das gibt Stevens zu denken und er blickt auf sein Leben zurück und sieht ein, dass er mehr als das eigentlich nicht hatte. Er vertraut sich einem völlig Fremden auf einer Parkbank an und lässt sein Leben Revue passieren.

Es ist eine interessante Geschichte und ein guter Aspekt. Aber der Schreibstil war zuweilen oft anstrengend und die Handlung ist letztlich nie exponenziell gestiegen. Daher vergeben ich drei Sterne für das gute Thema, in dem ich mir mehr Emotionen gewünscht hätte und einen Schreibstil ohne Schachtelsätze und Wortwiederholungen.

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Veröffentlicht am 11.05.2023

In der Welt von Atlantis

Dark Fate - Wenn Atlantis fällt
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Zu dem Buch gibt es sehr viel zu sagen. Ich würde auch gern 5 Sterne geben, aber 1-2 Mankos sind da.

Doch zuerst einmal: Das Buch ist wunderschön! Das Cover ist vom besten Coverdesigner erstellt worden ...

Zu dem Buch gibt es sehr viel zu sagen. Ich würde auch gern 5 Sterne geben, aber 1-2 Mankos sind da.

Doch zuerst einmal: Das Buch ist wunderschön! Das Cover ist vom besten Coverdesigner erstellt worden und es kann sich so sehen lassen. Ich habe es im Hardcover und liebe es sehr! Die Seiten sind jeweils mit Schattierungen umrandet, was auch ein kleiner Hingucker ist.

Beim Korrektorat hingegen ist wohl was schief gelaufen. Der Druck selbst sieht etwas fragwürdig aus, denn es gibt keine sauberen Absätze und die Wörter sind teilweise an Stellen getrennt, von denen jeder weiß, dass die Worttrennung da falsch ist. Außerdem gibt es auch einige Schreibfehler in dem Buch. Das ist u. a. ein Grund dafür einen Stern abzuziehen. Der andere Punkt ist das Ende. Denn es wurde meiner Meinung nach sehr offen gehalten und theoretisch erwarte ich jetzt Teil 2 (worüber ich mich im Übrigen sehr freuen würde).

POSITIV ist: alles Sonstige! Die Story enthält starke Charaktere. Die Hauptperson Lineyra ist so stark und selbstbewusst, das man sie einfach mögen und respektieren muss. Die Namen in dem Buch sind natürlich alle sehr gut gewählt oder natürlich aus der griechischen Mythologie bekannt. So darf beispielsweise die Kriegerin Athena oder der Meeresgott Poseidon nicht fehlen. Der war für meinen Geschmack ein bisschen zu flapsig und jugendlich in seinem Verhalten, aber da sehe ich drüber weg. Was auf jeden Fall positiv hervor gehoben werden sollte, ist dass das Buch nur 304 Seiten Inhalt besitzt und dafür passiert total viel und das auch andauernd. Da könnten sich so manche Autoren eine Scheibe abschneiden und sich Inspiration holen. Ich habe selten ein so dünnes Buch gelesen, in dem permaent etwas geschieht. Der Fantasyanteil ist außerdem genial und kaum zu übertreffen. Ich konnte die Welt und die Personen deutlich vor mir sehen. Es war spannend, mutig, traurig und schön bis zum Schluss.

Der Hauptprotagonistin geht es stets um ihre eigene Freiheit, das Recht darauf eine Meinung zu haben und gehört zu werden. Gerade das wird ihr immer verwehrt und sie muss sich dieses Recht hart verdienen. Lineyra ist eine tolle Protagonistin, aus deren Sicht ich gern gelesen habe.

Ich möchte hier auch gar nicht über die Story spoilern, aber es tauchen so viele spannende Personen auf, wie beispielsweise Nymphen, Kalypso, Poseidon, Athena, Tethys usw. Das Ende war für mich wie gesagt etwas abrupt, aber ansonsten war die Story super.

Absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Wer weiß schon was richtig ist

Keine Ahnung, ob das richtig ist
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Ich lese die Bücher von Julia Engelmann immer eben weg, mache mir kleine Post It´s an die Gedichte, die mir am besten gefallen und lache am Ende, wenn ich sehe, dass auf fast jeder Seite ein Klebchen ist.

Aber ...

Ich lese die Bücher von Julia Engelmann immer eben weg, mache mir kleine Post It´s an die Gedichte, die mir am besten gefallen und lache am Ende, wenn ich sehe, dass auf fast jeder Seite ein Klebchen ist.

Aber das zeigt ja, dass ich ihre Gedichte und Worte wirklich sehr mag und deshalb gern empfehle. In meinen letzten Rezensionen hab ich bereits immer schon erwähnt, dass sie Situationen aus dem Leben beschreibt und ich das sehr schätze.

In diesem Buch ist es wieder so und der Titel passt sehr gut zu diesen Alltagssituationen, die sie zu Gedichten formt.

Hier wieder einige meiner Highlights:

- Glücksverkatert

- Wir kommen allein und wir gehen allein

- Sprechen wie küssen

- AKA BTW CHEATDAY (so genial)

- Ich will mit dir samstags bei der Post anstehen

- Tindergarten

- Blumen am Balkon

- Herbstlaub

und noch viele andere. Lasst euch inspirieren. Mir geht es immer ein bisschen besser nachdem ich ein Buch von ihr weggesuchtet habe. (anders kann ich es nicht sagen :D)

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Veröffentlicht am 25.04.2023

Die Intrigen der Familie Morell

Das Haus Morell - Glanz und Sünde
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Ein ziemlich dickes Buch! Über 1000 Seiten wurden hier geschrieben auf sehr dünnem Papier. Das ist schon beträchtlich und nicht schnell mal gelesen.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass es eine umfangreichere ...

Ein ziemlich dickes Buch! Über 1000 Seiten wurden hier geschrieben auf sehr dünnem Papier. Das ist schon beträchtlich und nicht schnell mal gelesen.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass es eine umfangreichere Version der Bücher ist, die meine Oma als "Schmökerhefte" früher von ihrer Nachbarin bekommen hat. Es geht um vorwiegend oberflächliche und reiche Charaktere, die sich allesamt nicht treu sind.

Das Buch startet aber mit der Testamentverlesung von Julian Morells Hinterlassenschaften. Demnach weiß der Leser, dass Julian am Ende tot ist. Alle sind empört, als seine Firmenanteile auf seine Tochter, seine letzte Ehefrau und Miles aufgeteilt werden. Miles erhält 2 % der Firmenanteile, doch niemand weiß wer er ist. Danach startet die Geschichte beim Ursprung: Es beginnt mit Letitia und ihrem Sohn Julian Morell. Beide gründen ein pharmazeutisches Unternehmen, das schnell auf kosmetische Produkte erweitert wird und mehrere Standorte in Großstädten besitzt, die den Vertrieb bestimmen.

Julian ist ein Kontrollfreak und sehr besitzergreifend. Er heiratet 2x. Beide Frauen sind viel zu jung. Aus der ersten Ehe geht eine Tochter hervor, die wahrscheinlich den interessantesten Charakter von allen hat. Sie ist unendlich ehrgeizig und giert nach der Liebe und Anerkennung ihres Vaters. Immer konkuriert sie um seine Zuneigung mit anderen Frauen, seiner 2. Ehefrau und seiner immer wieder aufflammenden Liebschaft mit Camilla North, die von allen gehasst wird. In den einzelnen Kapiteln werden immer die zwischenmenschlichen Beziehungen erläutert. Und immer mal wieder gibt es parallel dazu Enthüllungen über ein Ehepaar in Kalifornien, aus der die Frau heraus untreu wird, sich verliebt und am Ende schwanger ist. Für das Ehepaar endet es sehr schlecht, aber das Kind ist der berüchtigte Miles. Seine Lebensgeschichte erfährt man in den Kapiteln ebenso wie die von Julian, seiner Tochter Roz, seiner ersten Ehefrau und der zweiten.

Es ähnelt ein wenig "Reich und Schön". Julian ist ein typischer reicher und einflussreicher Mann, der sich alles nimmt, was er will. Alle Frauen geben seinem Charme nach und verzeihen ihm jedes törichte Verhalten. Es ist schon teilweise ganz schön abgeschmachtet. Alle wollen immer nach 24 h Bekanntschaft schon heiraten und endlos viele Kinder bekommen. Alles ziemlich übertrieben und surreal, aber dennoch muss man sagen, dass es zwischendurch auch sehr spannend war. Gerade zum Ende hin, als Miles die reiche Familie und deren Hintergründe kennenlernt, prallen 2 verschiedene Welten aufeinander und das ist gut gemacht. Außerdem ist es total leicht geschrieben. Es liest sich recht simpel immer mal eben weg.

Mein Mitgefühl in der Geschichte galt immer Roz, der von Anfang an schlechte Karten gegeben wurden bis zum Schluss.

Wer auch abgeschlachte Romantik unter reichen Leuten steht, in einer Welt, in der man ständig andere Menschen liebt, ist mit diesem Intrigenstoff gut bedient :D

Es ist wirklich kein schlechtes Buch, wobei das Ende eigentlich kein Ende ist. Das Buch wurde so umfassend und ausschweifend geschrieben, da hätte man noch 1000 Seiten weiter spinnen können, wobei der Leser schon nach 800 Seiten mit der Geschichte fertig war, denn jedem sollte klar sein, was da gespiel wurde. Es war sehr offensichtlich wie das Ganze ausging und wie gesagt ein wirkliches Ende ist es dennoch nicht.

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