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Veröffentlicht am 20.10.2024

Ein Maler ermittelt

Die venezianische Verschwörung
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Ein Maler als Ermittler im historischen Venedig mit vielen dunklen und facettenreichen sprachlichen Ornamenten bestückt hat mich lesetechnisch sehr gut unterhalten. Der Maler Antonio Canaletto wird vom ...

Ein Maler als Ermittler im historischen Venedig mit vielen dunklen und facettenreichen sprachlichen Ornamenten bestückt hat mich lesetechnisch sehr gut unterhalten. Der Maler Antonio Canaletto wird vom mächtigen Dogen von Venedig einberufen. Dabei kommt es zu einer skurrilen Begegnung. Der Doge möchte Auskunft über ein Gemälde Canalettos haben, was den aktuellen Fundort einer weiblichen Leiche zeigt. Nach einem kurzen intensiven Austausch hat Canaletto den Auftrag den Mord zu untersuchen. Dabei soll er möglichst unabhängig von dem Chef der Signori di Notte al Criminal in Venedig (Ordnungshüter von Venedig mit polizeilichen Aufgaben) agieren. Canaletto begibt sich auf einem ihm unbekannten Pfade und stößt mit Hilfe seines Freundes McSwiney in mehr als nur ein düsteres und abartiges Wespennest. Eine unbarmherzige Jagd durch das historische Venedig beginnt.

Antonia Canaletto ist ein Künstler, der mehr in den Bildern als pure Kunst sieht. Er fühlt sie und die bedeuten für ihn eine gesonderte Form der Kommunikation. Aber er zeigt auch ein Talent für Spürsinn, obwohl er keinerlei Ausbildung in diesem Fachgebiet (für damalige Verhältnisse) hat. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mit seinem Freund der irischstämmige Vagabund McSwiney. Er beweist Mut und absolute freundschaftliche Treue in allen Lebenslagen und weiß hier und da durch Humor, aber auch durch gute Einfälle zu überzeugen. Außerdem ist dieser sehr gut vernetzt und kann Canaletto helfen eventuelle gesellschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.

Zahlreiche weitere Nebencharaktere sorgen für eine sehr facettenreiche und abwechslungsreiche Darstellung der Geschichte. Der Autor hat in seinem Nachwort auf die Bezeichnung historische Abenteuergeschichte Wert gelegt und als solche habe ich sie auch erlebt. Auch wenn mir manchmal die Ermittlungen etwas zu wenig im Gesamtbild zu Erzählung waren, hat der Autor es geschafft eine gute Balance zwischen Story und Ereignissen zu schaffen. Es war nicht überbordend und die Spannung war sehr gut konzentriert in der Geschichte.

Der Schreibstil des Autors ist gehoben und sehr abwechslungsreich. Die Übersetzung ins Deutsche muss sehr gut gelungen sein, denn das Werk lässt sich fantastisch lesen. Ein wenig war mir leider diesmal klar wer für die Taten verantwortlich sein kann. Trotzdem hat der Autor es geschafft eine kleine Überraschung noch einzubauen.

Ein Glossar der wichtigsten Begriffe aus dem Roman gibt gut Aufschluss beim Lesen. Ein sehr schön erzählter Kriminalabenteuerroman, den ich allen historischen Leseanhängern gerne empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

List und Intrigen

Das Strandhotel auf Borkum
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Ocke Aukes hat einen wunderbaren historischen Inselroman geschrieben, der einen sofort auf die schöne Insel Borkum beamt.

Hermine Flessner ist eine junge patente Frau, die während der Saison auf Borkum ...

Ocke Aukes hat einen wunderbaren historischen Inselroman geschrieben, der einen sofort auf die schöne Insel Borkum beamt.

Hermine Flessner ist eine junge patente Frau, die während der Saison auf Borkum arbeiten möchte, um ihre Familie auf dem Festland zu unterstützen. In Willem Bakker findet sie einen Freund und Unterstützer, der sie unter die Fittiche nimmt und gleichzeitig auch für seine Zwecke benutzt. Denn Willem Bakker hat ein Ziel den Einfluss und Macht auf Borkum weiter auszubauen.

Der Roman besticht vor allen Dingen durch den Lokalkolorit und die vielen Anekdoten rund um die schöne Nordseeinsel Borkum. Es macht unglaublich viel Spaß mit Hermine durch die Straßen zu laufen. Die alteingesessenen Familien bestimmen das Schicksal Borkums und die Karten werden neu gemischt, es geht um die Vergabe von neuen Grundstücken und damit geht einher wer expandiert und wer nicht.

Es geht um Gefälligkeiten, um List und Intrigen. Wer steht auf wessen Seite und wer spielt mit offenen Karten? Aber es geht auch um die Abhängigkeiten der Saisonkräfte von den Hotelbesitzern und den Missbrauch der Macht über die Dienstmädchen etc.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, der Spannungsaufbau hätte für mich noch ein wenig gradliniger sein können, vielleicht noch mit der einen oder anderen weiteren Nebengeschichte. Was mir leider nicht so gut gefallen hat, waren die Andeutungen bzgl. der Zukunft. Ich bin davon kein großer Fan, weiß aber das einige Autor*innen dieses stilistische Mittel gerne nutzen. Ich grüble dann schon immer was dahinterstecken könnte und komme so aus dem Roman ein wenig raus.

Insgesamt aber ein schönes Leseerlebnis. Ich freue mich auf die Fortsetzung, welche im Februar 2025 erscheint (laut Facebook der Autorin).

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Mord in der Kunstszene

Die Hausboot-Detektei - Tödliche Farben
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Ein Mord in der Kunstszenerie und unsere beliebten Freunde aus der Hausboot-Detektei mittendrin. Ein kurzweiliger und sehr unterhaltsamer Krimi. Ein älterer Mann namens Onno kommt in seiner Wohnung und ...

Ein Mord in der Kunstszenerie und unsere beliebten Freunde aus der Hausboot-Detektei mittendrin. Ein kurzweiliger und sehr unterhaltsamer Krimi. Ein älterer Mann namens Onno kommt in seiner Wohnung und findet einen toten Mann in seinem Wohnzimmer sitzen. Er ist schockiert und möchte aus persönlichen Gründen erstmal keine Polizei im Haus haben. Somit kontaktiert er die Hausboot-Detektei; Arie und sein Team werden mit einem Fall konfrontiert der geheimnisvoller und gefährlicher ist, als er zunächst scheint.

Das Kriminalteam der Hausboot-Detektei überzeugt auch in diesem Fall mit seinen liebevollen und sehr speziellen Charakteren. Gerade Jan mit seinem Eichhörnchen Fru Gru Gunilla sorgt einfach immer wieder für abwechslungsreiche und süffisante Momente. Auch Maddie hat mir wieder gut gefallen. Alle Figuren in dem Team sind sehr unterschiedlich und sorgen somit immer wieder dafür, dass niemals Langweile beim Lesen aufkommt. Die Handlung ist in Amsterdam angesiedelt und sorgt für kurzweile beim Lesen. Im Laufe der Story gibt es eine Steigerung der Spannung und der Fall schlägt eine interessante Richtung ein.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut lesbar und humorvoll. Sie schafft es dabei auch immer wieder bestimmte Stimmungen beim Lesen zu erzeugen. Auch war ich diesmal von dieser Geschichte noch mehr als von der vorherigen gefesselt. Ein interessanter Fall für die sympathischen Hausboot-Ermittler, den ich sehr gerne empfehlen möchten.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Gefühle in der Kleinstadt

Golden Bay − How it hurts
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Auch der zweite Teil von Golden Bay hat mich gut unterhalten. Erst habe ich gedacht, was soll das, warum wird jetzt die ganze Geschichte noch einmal aus der Sicht von Holden erzählt. Kann ich mich mit ...

Auch der zweite Teil von Golden Bay hat mich gut unterhalten. Erst habe ich gedacht, was soll das, warum wird jetzt die ganze Geschichte noch einmal aus der Sicht von Holden erzählt. Kann ich mich mit einem männlichen Ich-Erzähler identifizieren?

Ja, Bianca Iosivoni hat es geschafft, dass mir dieses Buch nicht überflüssig vorkommt und das ich Holden verstehen kann und es mir schwer fällt für einen von den beiden Protagonisten Partei zu ergreifen.

Der Schreibstil ist wieder hoch emotional und die Gefühle in der Kleinstadt stehen wieder vollends im Mittelpunkt. Inhaltlich haben wir einen nahtlosen Übergang zu Band 1 und ja, auch hier ist das Ende wieder offen, sodass ich nun unbedingt Band 3 lesen will.

Neben Liebe, Freundschaft und Familie haben wir nun auch “härtere” Themen wie Kriminalität, Drogenhandel und Vertrauensmissbrauch in dem Roman. Einiges konnte man sich schon am Ende von Band 1 denken, aber teilweise sind die Beschreibungen doch wesentlich weitgehender, als dass was ich erwartet habe. Aber auch die Trauerbewältigung und die Verlustängste haben einen Anteil an dem Buch.

Mir bleibt nun nichts anderes mehr übrig, als möglichst zeitnah Band 3 zu lesen, um zu wissen wie es mit Ember und Holden ausgeht. Wie gut, dass da schon Band 3 auf meinem SUB liegt.

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Veröffentlicht am 20.10.2024

Lebensverhältnisse auf dem Land

Am Fluss der Zeiten
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Ein Roman, der mich gut unterhalten hat und sehr informativ ist. Hier wird das Leben im 16. Jahrhundert lebendig.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht Elze eine junge Frau, die auf dem Hof Kalmule bei ...

Ein Roman, der mich gut unterhalten hat und sehr informativ ist. Hier wird das Leben im 16. Jahrhundert lebendig.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht Elze eine junge Frau, die auf dem Hof Kalmule bei ihrer Familie aufwächst. Eigentlich ist ihr Leben vorherbestimmt. Sie sind Eigenbehörige, die für Ihren Grundherren den Hof bewirtschaften und von ihm abhängig sind. Die Abhängigkeit bekommt Elze in besonderer Weise zu spüren, denn Sie muss ihren Gesindedienst ableisten und so verschlägt es sie nach Münster.

Der Roman beginnt sehr intensiv mit einem schrecklichen Unwetter, das die Lebensgrundlage der Familie bedroht. Anschließend folgt leider ein Teil, der mir nicht so sehr gefallen hat, denn rückblickend erzählt Stine, die Tante von Elze über ihre Erlebnisse in Münster während der Täufer-Zeit. Das Thema Täufer in Münster finde ich sehr spannend, habe ich doch schon mit eigenen Augen die Käfige am Dom gesehen. Was mir nicht so gefallen hat, was die passive Erzählweise, dies zog sich für mich ein wenig. War aber diese Phase überwunden und Elza war auf dem Weg nach Münster, nahm für mich der Roman an Fahrt auf und ich mochte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen.

Weitere Themen des Romans sind vor allen die Lebensverhältnisse auf dem Land und in der Stadt, aber auch die schlechte medizinische Versorgung, sowie die Möglichkeit, dass man Gesinde einfach tauschen konnte und somit das Leben eines Menschen sich komplett ändern kann.

Der Schreibstil ist sehr intensiv und ich spreche der Autorin ein sehr großes Kompliment aus, da sie den Zeitgeist in der Sprache sehr gut eingefangen hat. Ohne das Glossar am Ende wäre ich das eine oder andere Mal aufgeschmissen gewesen. Aber auch das Personenverzeichnis und das Nachwort sind sehr aufschlussreich. Insgesamt umfasst der Roman nur rund 2 Jahre, was die Intensivität noch einmal gut ausdrückt.

Ein Roman für alle, die sich gerne auf eine historische Zeitreise begeben und dabei mehr über die Lebensverhältnisse im 16. Jahrhundert lernen möchten

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