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Veröffentlicht am 12.10.2024

Das manchmal komplizierte Verhältnis zu Eltern

Dreams of Sapphire Seas
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Auch der zweite Teil der Irland Reihe von Anabelle Stehl konnte mich wieder überzeugen, dank ihr bin ich nun beim Genre New Adult vollends angekommen.

Serena und Aedan sind zwei ganz wunderbare Hauptfiguren, ...

Auch der zweite Teil der Irland Reihe von Anabelle Stehl konnte mich wieder überzeugen, dank ihr bin ich nun beim Genre New Adult vollends angekommen.

Serena und Aedan sind zwei ganz wunderbare Hauptfiguren, die von der Autorin sehr detailliert und überzeugend ausgearbeitet wurden. Beide erzählen die Geschichte in der Ich-Erzähler-Perspektive, sodass wir ihnen und ihren Gedanken sehr nah kommen.

Serena hat ihr Kunst-Stipendium bekommen und darf in Cork studieren, sie muss nur einen gültigen Mietvertrag vorlegen und genau hier liegt das Problem, es gibt kaum bezahlbaren Wohnraum. Aedan studiert Architektur und lebt mit zwei weiteren Jungs in einer WG, das Haus gehört seinem Vater. Die Wege der beiden Kreuzen sich und der Funke springt direkt über.

Ich mag die Erzählweise der Autorin einfach, wunderbar einfühlsam geschrieben und so tiefgründig. Ganz großes Kino und ein dickes Kompliment!

Themen des Romans sind neben Liebe, Beziehung, und Freundschaft, die Situation von Obdachlosen in einer Stadt, aber auch die Bewältigung von Trauer und das manchmal komplizierte Verhalten zu unseren Eltern.

In diesem Zusammenhang stammt auch mein Lieblingszitat aus dem Buch” Wir sind mehr als unsere Eltern, weißt du? Und es ist unfair ständig an ihren Erfolgen und Lebenswegen gemessen zu werden.” (S. 70)

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf die neuen Werke der Autorin.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Die Glasgeschichte von Murano

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Eine Zeitreise durch das Venedig von gestern bis heute untermalt mit der Kunst des Glashandwerks. Die Reise beginnt im Jahr 1468 und die junge Orsola Rosso muss nach dem Tod ihres Vaters, dem Inhaber einer ...

Eine Zeitreise durch das Venedig von gestern bis heute untermalt mit der Kunst des Glashandwerks. Die Reise beginnt im Jahr 1468 und die junge Orsola Rosso muss nach dem Tod ihres Vaters, dem Inhaber einer familiären Glasmanufaktur auf Murano, mit ihrer Familie versuchen zu überleben. Dabei versucht sie gegen die Meinung ihres großen Bruders Marco sich selbst in das Handwerk einzuarbeiten. Doch das Leben ist in dieser Zeit sehr hart und Orsola wird vor verschiedenste Probleme gestellt. Dabei scheint auf einmal ein Lichtblick, der ihr Hoffnung verleiht. Doch die Probleme werden nicht weniger. Wie wird Orsolas Weg aussehen?

Orsola hat mir als Charakter gut gefallen. Sie ist eine Frau, die trotz der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse versucht in dem vermeintlichen “Männerberuf” der Glasherstellung Fuß zu fassen. Dabei nimmt sie es auch mit ihrem manchmal herrischen Bruder Marco auf, den ich persönlich nicht so gut leiden konnte. Er wirkte sehr plump und undankbar und ich fragte mich öfters, warum Orsola sich sowas bieten lässt, aber es war wohl in dieser Zeit leider üblich, sich öfters den Älteren unterwürfig zu verhalten. In nahezu jedem Kapitel sind Zeitsprünge über einen größeren Zeitraum zu erkennen. Diesen kann man durchaus folgen, was mir dabei persönlich sehr schwerfiel, war die Tatsache, dass die Figuren in diesem Zeitraum nur sehr langsam gealtert sind. Und so über eine Spanne von über 500 Jahren gelebt haben.

Ich habe es verstanden, was die Autorin damit auszudrücken vermag, da es mehr um die Historie des Glasmachens und der Verwandlung der Orte Murano und Venedig um die Zeit von 1468-2019 geht. Gerade das Handwerk des Glasmachens wird sehr detailliert und auch interessant geschildert. Allerdings fiel es mir öfters sehr schwer dabei die Figuren im Blick zu behalten. Das ist ein Balanceakt wie die Autorin es in ihrem Nachwort auch ausgedrückt hat. Ich hätte mir sehr gerne z.B. eine Lösung über einige Generationen etc. Gewünscht, wobei mir bewusst ist, dass sich die Autorin dann eventuell für wenige Zeiträume in der Geschichte entscheiden hätte müssen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön beschreibend und gut lesbar. Aufgrund der schön erzählten Geschichte bin ich nicht enttäuscht, aber auch nicht richtig begeistert. Das Fazit ist ein schön erzählter Roman, der aufgrund seiner Zeitfülle den Charakteren nicht immer gerecht werden kann.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Explosive Mischung bei den Ermittlern

Bruch: Durch finstere Zeiten
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Düster temperiert mit viele Emotionalität zwischen den Zeilen war dieser Krimi ein absolutes Lesehighlight für mich. Zwei Polizisten werden auf einer Landstraße erschossen. Die Ermittler Felix Bruch und ...

Düster temperiert mit viele Emotionalität zwischen den Zeilen war dieser Krimi ein absolutes Lesehighlight für mich. Zwei Polizisten werden auf einer Landstraße erschossen. Die Ermittler Felix Bruch und Nicole Schauer tappen zuerst vollkommen im Dunklen. Nach einiger Zeit laufen die Ermittlungen zu einem sonderbaren Menschen, der in einem einsamen Haus im Wald lebt. Doch ist es so einfach oder steckt vielleicht etwas politisch motiviertes hinter den Taten?

Felix Bruch ist ein Ermittler, der sehr in sich gekehrt lebt. Er leidet aufgrund Traumas aus der Vergangenheit unter Depressionen, die er mir Medikamenten bekämpft. Er hat nur seine Katze und seine Arbeit; er wirkt mehr abwesend als anwesend in seinem Beruf. Nicole Schauer ist eine sehr verbissene und leider auch etwas verbitterte Ermittlerin. Sie steigert sich gerne in Tatsachen hinein und wird sehr schnell emotional. Diese explosive Mischung zwischen den beiden Ermittlern machen diesen Kriminalroman so besonders. Bruch bringt Schauer mit seiner Art schier zu Weißglut. Trotzdem sorgt sie sich im Grunde um ihren Kollegen. Diese Charaktere sorgen für zusätzliche Spannung beim Lesen. Überhaupt habe ich gerade bei Bruch immer wieder das Gefühl, dass dieser selbst fast auf der anderen Seite stehen könnte oder sogar steht? Dieses ungewisse Etwas macht diesen Roman zu etwas besonderem.

Auch die Story ist gut platziert worden. Gerade das Thema mit sogenannten “Reichsbürgern” oder Menschen, die sich von der Gesellschaft abwenden ist doch gerade in den letzten Jahren oft in den Medien kolportiert worden. Sehr gut beschreibend und sehr schön lesbar ist der Schreibstil des Autors. Er schafft es sehr gut eine besondere Atmosphäre in der Erzählung zu schaffen. Auch die Spannung der Handlung ist gut temperiert worden was mir sehr gut gefallen hat. Ein Aspekt am Ende hat mir sehr gut das Kopfkino vor Augen geführt. Ich hatte dies hervorragend vor Augen was ein normaler Mensch, wenn er das sieht, kaum fassen könnte. Das Ende ist dramatisch, aber auch interessant gestaltet. Ein sehr spannender Krimi mit unheimlich interessanten Ermittlern, den ich äußerst gerne gelesen habe. Ich hoffe auf Nachschub alsbald.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Die Eroberung eines neuen Kontinentes

Der Meister der Karten
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Ein Roman über einen Mann, der die Geschichte der Kartographie maßgeblich beeinflusst hat. Der junge Martin Waldseemüller aus einem bescheidenen Dorf lebt zusammen mit seinen Eltern. Sein Vater ein herrischer ...

Ein Roman über einen Mann, der die Geschichte der Kartographie maßgeblich beeinflusst hat. Der junge Martin Waldseemüller aus einem bescheidenen Dorf lebt zusammen mit seinen Eltern. Sein Vater ein herrischer Metzgermeister möchte aus ihm einen Handwerker machen. Doch der junge Martin träumt von den Sternen und fernen Ländern. Durch glückliche Zufälle darf er ein Studium aufnehmen und sich mit verschiedenen Künsten auseinandersetzen. Nach einigen Jahren reist Martin durch Europa und erlebt so einiges. Ein Ereignis jedoch wird ihn sein ganzes Leben nicht mehr loslassen. Martin ist ein anfangs recht schüchterner junger Mann, der im Laufe der Zeit aber charakterlich reift. Er ist so in sein Lebenswerk vertieft, dass er sich auch durch Rückschläge nicht aufhalten lässt. Ich war von seinem Charakter sehr überzeugt und war trotz allem etwas traurig, was ich aber hier nicht verraten möchte. Elena eine junge Frau, die es nicht leicht hat, versucht in Lissabon einen Neufanfang. Sie ist mit dem brutalen Seefahrer namens Enzo de Cabrera verheiratet und leidet sehr unter seinem Verhalten. Auch Elena entwickelt sich sehr gut und ist für die heutigen Maßstäbe trotz der erlittenen Repressalien eine sehr moderne Frau.

Die Handlung wird durch ein paar Zeitsprünge gekennzeichnet, die aber nicht sonderlich in das Gewicht fallen. Sehr interessant sind die ganzen Verbindungen in der Geschichte zu den berühmten Seefahren wie Amerigo Vespucci oder Cristóbal Colón (Christoph Columbus). Ich habe durch die Geschichte um den Kartographen Martin Waldseemüller so einiges über die Namensherkunft oder die allgemeine Besiedlung des heutigen Amerikas lernen können. Gut beschreibend und sehr informativ ist der Schreibstil der Autorin. Ich konnte mich sehr gut, vor allem im zweiten Teil der Erzählung in die Handlung einfinden. Ich hätte mir fast noch ein wenig mehr von der Historie rund um die Eroberung des “neuen Kontinentes” gewünscht, aber trotzdem war es sehr informativ und spannend erzählt worden. Ein sehr gut recherchierter historischer Roman mit guten Unterhaltungspassagen den ich gerne empfehlen möchte.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Woher kommt eine politische Bedrohung?

Das brennende Gewissen
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Woher kommt eine politische Bedrohung? Kommt sie von rechts? Entsteht sie von links? Oder ist die Mitte entscheidend für Radikalisierung?

Dieser sehr spannend erzählte Krimi beweist, dass die Antwort ...

Woher kommt eine politische Bedrohung? Kommt sie von rechts? Entsteht sie von links? Oder ist die Mitte entscheidend für Radikalisierung?

Dieser sehr spannend erzählte Krimi beweist, dass die Antwort darauf gar nicht so einfach ist. Der Fallanalytiker Felix Petry wird zu einem Mord an einer 75-jährigen Buchhändlerin gerufen. Diese ist in ihrer Wohnung in München ermordet worden. Ein besonderer Briefumschlag, der an Petry adressiert wurde, erregt dabei besondere Aufmerksamkeit. Was wollten die oder der Täter Petry damit mitteilen? Eine sehr emotionale und interessante Suche in verschiedene Ermittlungsrichtungen beginnt.

Felix Petry ist ein Fallanalytiker, der versucht durch seine Arbeit die persönlichen Rückschläge aus dem Privatleben etwas besser zu verarbeiten. Seine Vergangenheit hat maßgeblichen Einfluss, er ist eher untypisch sozialisiert worden was ihm manchmal Vorteile verschafft. Seine Kollegin Hauptkommissarin Alina Schmidt wirkt am Anfang sehr unnahbar und kühl. Aber im Laufe der Zeit konnte ich mich mit dieser Figur auch lesetechnisch gut akklimatisieren.

Sehr gut beschreibend und erzählend ist der Schreibstil des Autors. Sehr gut war die Ausarbeitung der Geschichte. Detailliert und hervorragend erklärend führt der Autor sehr gut durch die Handlung und auch der Rückblick in die 70iger Jahre sorgt für zusätzliche Spannung und Brisanz in diesem Fall.

Mir hat der Spagat zwischen den 70iger Jahren und der heutigen Zeit ausnehmend gefallen. Ich hatte bis zum Schluss eine andere Spur der Verdächtigen verfolgt. Gleichzeitig hat mich die Geschichte auch sehr nachdenklich gestimmt. Die Spannung der fiktiven Erzählung, die aber auf einer wahren Begebenheit beruht ist, bis zum Schluss sehr gut adressiert worden.

Ich war so in der Geschichte gefesselt, sodass ich echt traurig war, als ich dieses Buch beendet habe. Ein großes Lob an den Autor für einen spannenden Krimi mit einer besonderen Botschaft.

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