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Veröffentlicht am 22.01.2023

Die Entwicklung der Autopsie

Die Totenärztin: Goldene Rache
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Dass die Autopsie spannend und faszinierend sein kann habe ich in der Vergangenheit noch gar nicht wahrgenommen. Die Geschichte um die sympathische Fanny Goldmann hat mich voll in den Bann der Gerichtsmedizin ...

Dass die Autopsie spannend und faszinierend sein kann habe ich in der Vergangenheit noch gar nicht wahrgenommen. Die Geschichte um die sympathische Fanny Goldmann hat mich voll in den Bann der Gerichtsmedizin gezogen und ich bin sehr froh diesen Roman gelesen zu haben. In der Handlung geht es um die junge Fanny Goldmann, welche in Wien am gerichts-medizinischen Institut als Jungassistentin beschäftigt ist. Kurze Zeit später wird sie mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Wer ist für die sonderbaren Botschaften an den Leichen verantwortlich. Fanny hat einen konkreten Verdacht. Steckt eine sehr unheimliche Persönlichkeit hinter den Taten? Oder ist es viel komplizierter? Was hat ein berühmtes Gemälde mit einem Mord zu tun? Kurze Zeit später nimmt das Leben von Fanny eine gewaltige Wendung. Wird sie es schaffen den Fall aufzuklären oder muss sie eine schwere Entscheidung treffen? Eine spannende Jagd beginnt.

Die Protagonistin Fanny Goldmann ist eine sehr selbstbewusste und willensstarke Persönlichkeit. Aufgrund der vielen leidlichen vorbehalte im Wien des Jahres 1908 muss sie sich sehr oft gegenüber ihren männlichen Kollegen und Mitstreitern behaupten. Dies gelingt ihr meist aber mit Bravour. Charakterlich macht sie im Laufe der Erzählung eine kleine Wandlung durch, was mir sehr gut gefallen hat. Wesentlich zu benennende Nebencharaktere sind der Polizist Max, Graf Waidring, ihre Freundin Tilde sowie die Kollegen aus der Gerichtsmedizin Professor Kuderna, der dortige Leiter und ihre direkten Arbeitskollegen Franz und Dr. Valdéry. Gerade die sehr charakterlichen Unterschiede zwischen Franz und Dr. Valdéry sorgen meiner Meinung für äußerste Heiterkeit beim Leser. Franz ist ein bodenständiger Gerichtsmediziner, welcher Fanny nicht nur wegen ihrer Expertise sehr schätzt. Dr. Valdéry ist eine äußerst narzisstische Persönlichkeit und neigt deshäufigeren zur maßlosen Selbstüberschätzung. Die vielfältigen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet worden und der Leser wird immer wieder die eine oder anderen Überraschung bei diesen finden. Dazu passt ein Zitat aus dem Roman welches ich sehr sinnbildlich für die zahlreichen Persönlichkeitsstrukturen empfand. Auf Seite 244 im Buch heißt es „Die Seele eines Menschen ist wahrhaftig ein weites Land“. Dies beschreibt sehr schön die diffizile Charaktertiefe eines jeden einzelnen Individuums. Der Aufbau der Handlung ist stringent und wird durch keine Zeitsprünge unterbrochen. Sehr lebendig mit schöner sprachlicher Präzision versehen und äußerst gut lesbar lässt sich der Schreibstil des Autors gut zusammenfassen. Als Besonderheiten sind ein Stadtplan von Wien, sowie ein Glossar der medizinischen Fachbegriffe und österreichischen Begrifflichkeiten zu nennen. Das Fazit ist sehr positiv. Mit vielen Spannungsmomenten im Laufe der Erzählung, welche auf einen endgültigen Höhepunkt hinauslaufen sorgt dieser historische Kriminalroman für eine sehr faszinierende und gut unterhaltende kurzweilige Unterhaltung. Ich bedanke mich beim Autor für die schönen Lesestunden und freue mich bald den dritten Teil, um die junge Assistentin Fanny Goldmann lesen zu dürfen.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Etwas überzeichnete Charaktere

Princess Margarita Illegal
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Kein Mensch ist illegal? Oder sieht man das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten etwas anders? In diesem Roman ist ein sehr ernstes Thema angesprochen worden. Leider bin ich mit dem Ergebnis nur mittelprächtig ...

Kein Mensch ist illegal? Oder sieht man das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten etwas anders? In diesem Roman ist ein sehr ernstes Thema angesprochen worden. Leider bin ich mit dem Ergebnis nur mittelprächtig zufrieden. In der Story geht es um den ehemaligen Polizisten August Snow, welcher aufgrund einer erfolgreichen Schadenersatzklage finanziell sehr gut gestellt ist und aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist. Er sorgt sich um sein ehemaliges Viertel in Detroit, denn die Einwanderungsbehörde macht „Jagd auf Einwanderer aller Couleur“ und geht dabei sehr rabiat vor. Plötzlich wird die Leiche einer jungen Einwanderin aus dem Detroit River geborgen. August Snow fasst einen Entschluss, dass es an der Zeit ist, dem erbarmungslosen Ausbeuten von Menschen ein Ende zu bereiten. Er begibt sich dabei auf einen Pfad von Aggression und Gewalt. Wird er es schaffen die Tat aufzuklären? August Snow war mir als Leser zu sehr überzeichnet. Stets immer die nächste Situation vorrausschauend agiert er oft wie Rambo und kommt mit seiner Art und Weise stets durch. Er hat aufgrund seiner Vergangenheit noch gute Kontakte zur Polizei und den Geheimdiensten und diese sind dabei stets zu seinen Diensten, was mir sehr unrealistisch und einfach gedacht war. Auch die maßlose Gewalt, wie beispielsweise einen Mittäter abzuknallen oder krankenhausreif zu schlagen fand ich etwas übertrieben. Als weitere nennenswerte Figuren in der Erzählung können sein guter Freund Tomás, sein Kumpel Jimmy, sowie die Indianerin Lucy Elise Pensoneau genannt werden. Dabei hat mir Lucy noch am besten gefallen, auch wenn sie ebenfalls deutlich überzeichnet wurden. Tomás sowie Jimmy weisen ähnliche Charakter und Verhaltensweisen wie August auf und dies empfand ich als sehr einfallslos. Ich hätte mir eine deutlichere Abgrenzung sowie eine bessere Charakterausarbeitung gewünscht. Die Handlung spielt in der heutigen Zeit in Detroit und ist keinen Zeitsprüngen unterworfen. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, dialogorientiert und oft mit derber brutaler Sprache versehen. Trotz guter Ansätze habe ich den eigentlichen Spannungsbogen in der Erzählung nicht richtig greifen können. Das Fazit ist eher enttäuschend. Mit guten Ideen aufgrund der Einwanderungsproblematik in den USA behaftet hätte ich mir etwas mehr Tiefgang in der Story sowie deutlich interessantere Charaktere gewünscht.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Mord im Heimatmuseum

Borkumer Brandung
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Mit viel Lokalkolorit ist dieser kurzweilige Küstenkrimi versehen. Ich bin gut unterhalten worden. In der Story geht es um eine Frau, welche leblos im Heimatmuseum von Borkum aufgefunden wird. Alsbald ...

Mit viel Lokalkolorit ist dieser kurzweilige Küstenkrimi versehen. Ich bin gut unterhalten worden. In der Story geht es um eine Frau, welche leblos im Heimatmuseum von Borkum aufgefunden wird. Alsbald gehen die Spekulationen auf der Insel in der Bevölkerung um. Ein paar sind der Meinung, dass die Frau auf der Suche nach dem sagenumwobenen Schatz des berühmten Seeräubers Klaus Störtebecker war. Der vom Festland hinzugerufene Kommissar Busboom ermittelt mit seinen Kollegen vor Ort auf der Insel. Handelt es sich um eine Beziehungstat oder steckt gar etwas viel Größeres hinter diesem Mord? Eine interessante Suche nach den Tätern beginnt.

Die Geschichte lebt von den vielen vorkommenden Personen. Dabei hat mir neben Kommissar Busboom gerade die Rolle des Sebastian Friedland sehr gut gefallen. Friedland ist ein Lebenskünstler, welcher keine Lust auf einen geregelten Lebensablauf hat. Er lässt sich von seiner Tante Erika Becker verwöhnen und gerät dabei in das ein oder andere Schlammassel. Der Aufbau der Handlung ist sehr stringent und spielt in der heutigen Zeit. Zeitsprünge sind keine erkennbar und der Leser kann der Geschichte ohne Probleme folgen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, schön erzählend und dialogorientiert. Sehr positiv zu erwähnen sie die vielen Details über das Leben auf Borkum, welches die Autorin sehr gut beschreibt. Gerade für Touristen oder Besucher verbleiben viele Details oft im Schatten und dieser wird durch die vielfältigen und detailreichen Erklärungen der Autorin oft gelüftet. Ich hätte mir an manchen Stellen zwar etwas mehr Tiefgang in der eigentlichen Story gewünscht, aber die sehr sonderbaren Charaktere sowie die lokalen Besonderheiten machen diesen kleinen Makel durchaus wett. Das Fazit ist insgesamt recht positiv. Mit vielem Inselflair und lustigen Charakteren ist dieser Kriminalroman eine sehr gute Urlauslektüre für alle Freunde und Fans dieser naturbelassenen und liebevollen Insel.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Vom Häftling zum Meisterdetektiv

Felix Blom. Der Häftling aus Moabit
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Mit Felix Blom hat mich Alex Beer vollends überzeugt. Lange schleiche ich schon um die Bücher dieser preisgekrönten Autorin herum, doch seit Felix Blom weiß ich nun, dass ich alle ihre historischen Kriminalromane ...

Mit Felix Blom hat mich Alex Beer vollends überzeugt. Lange schleiche ich schon um die Bücher dieser preisgekrönten Autorin herum, doch seit Felix Blom weiß ich nun, dass ich alle ihre historischen Kriminalromane lesen will.

Felix Blom ist genial, er ist ein toller Protagonist. Ebenso ist es aber auch ein hervorragend erzähltes Buch, welches ich von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen habe. Am Ende habe ich extra langsam gelesen, weil ich nicht wollte, dass es zu Ende ist. Der Roman spielt in Berlin im Jahr 1878. Felix und Mathilde sind ein sonderbares und gleichzeitig sehr gutes Gespann. Der Meisterdieb, der einige Jahre im Gefängnis einsitzen musste und die ehemalige Prostituierte ermitteln in ihrem ersten Fall, der gleichzeitig ein sehr persönlicher für Felix Blom ist.

Die Geschichte wird sehr lebendig erzählt, man erfährt sehr vieles über die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Lebensverhältnisse der Menschen werden plastisch beschrieben. Es gibt eine kleine zweite Zeitebene, welche ich bis zum Schluss nicht recht einordnen konnte, am Ende laufen aber alle Fäden zusammen und ein mehr als stimmiges Bild entsteht. Vorher versteht es aber Alex Beer den Leser auf die eine oder andere falsche Fährte zu locken.

Der Schreibstil ist sehr lebensnah und mitreißend, Dialoge und erzählende Passagen haben ein gutes Gleichgewicht. Die Sprache ist der Zeit angepasst und die Dialoge dem jeweiligen Milieu der handelnden Figur. Sehr interessant ist das Nachwort der Autorin, wo sie beschreibt, dass die meisten Lokalitäten der Handlung reale Orte sind und das sich auch einige reale Figuren in den Roman geschlichen haben. Ausgangspunkt und Inspiration war der Tod des Dresdner Konditorgehilfen in Berlin in der Berliner Gerichtszeitung.

Ich freue mich jetzt schon auf die weiteren Ermittlungen von Felix Blom und Mathilda Voss. Ein Roman für alle die gerne spannende historische Geschichten lesen und sich vorstellen können in die Welt der Diebe abzutauchen. Ein absolutes Muss für alle Liebhaber des historischen Kriminalromans.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Fernöstliches Krimiflair

Inspektor Takeda und das schleichende Gift
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Ein Fall mit sehr vielen Rätseln. Ein Geheimnis, welches lange verborgen blieb. Oder ist es doch viel simpler? Ich bin von dem Krimi sehr begeistert gewesen. In der Handlung geht es um den Mord an einem ...

Ein Fall mit sehr vielen Rätseln. Ein Geheimnis, welches lange verborgen blieb. Oder ist es doch viel simpler? Ich bin von dem Krimi sehr begeistert gewesen. In der Handlung geht es um den Mord an einem sehr bekannten Rechtsanwalt. Dieser war für seine Prominenten Mandanten bekannt. Bald gerät ein Schauspieler einer berühmten TV-Serie unter Verdacht. Steht er im Zusammenhang mit dem Mord an dem Anwalt? Oder steckt gar ein Komplott dahinter. Bald stoßen Inspektor Takeda und seine Kollegin Claudia Harms auf interessante Details. Ein nervenaufreibendes Puzzlespiel beginnt. Der Hauptdarsteller Takeda überzeugt durch seine japanische in sich ruhende Gelassenheit und durch seinen Scharfsinn. Er handelt stets bedacht und versucht seinen Gegnern in Gedanken immer überlegen zu sein. Seine große Leidenschaft ist der Jazz und er ist ein begeistertet Saxofonspieler. Die Musik gibt ihm die Kraft mit den Problemen des kriminalistischen Berufslebens klarzukommen. Seine Kollegin Claudia Harms ist eine toughe Polizistin, welche aber immer noch der gescheiterten privaten Beziehung zu Takeda hinterhertrauert. Sie hat ihren eigenen Kopf und Takeda sorgt dafür, dass sie sich manchmal nicht selbst dabei vergisst. Der Krimi lebt von sehr vielfältigen Nebendarstellern. Neben der Sekretärin Frau Ostermeier sind dabei unter einigen anderen der ehemalige Straftäter Folkert, Tanja Geschke, die Tochter des verstorbenen Anwaltes aus erster Ehe, sowie der Schauspieler Jost Weber zu nennen. Die Handlung der Erzählung spielt in der heutigen Zeit und ist somit zeitlich sehr gut einordbar. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, dialogorientiert und sehr gut lesbar. Dabei nimmt der Kriminalroman im Laufe der Story immer mehr Fahrt auf und wird gegen Ende noch einmal sehr spannend was mir sehr gut gefallen hat. Auch die vielen Tempowechsel in der Erzählung machen diese Krimireihe zu einem besonderen Leseerlebnis. Hinzukommt die besondere fernöstliche Note, die der Autor meiner Meinung sehr authentisch in die Geschichte einbringt. Als Zielgruppe des Romans kommen Krimifreunde, sowie Anhänger der japanischen Kultur in Frage. Das Fazit ist sehr positiv. Eine spannende Erzählung, gepickt mit interessanten Charakteren eingewickelt in fernöstliches Flair sorgt beim Leser für reichhaltige Abwechslung und einen schönen Lesegenuss. Ich werde alsbald wieder zu einem Fall von Inspektor Takeda greifen.

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