Etwas oberflächliche Charaktere
Hotel PortofinoSehr verheißungsvoll habe ich die Beschreibung dieses Romans wahrgenommen. Ich bin aber leider nur mäßig unterhalten worden. In der Story geht es um ein britisches „Upperclass-Paar“, welches im italienischen ...
Sehr verheißungsvoll habe ich die Beschreibung dieses Romans wahrgenommen. Ich bin aber leider nur mäßig unterhalten worden. In der Story geht es um ein britisches „Upperclass-Paar“, welches im italienischen Ort Portofino ein Hotel eröffnet hat. In der Hoffnung nur bestimmte Gäste in dem Hotel zu beherbergen, stellen sich als bald „Probleme“ ein. In einem stetigen Kampf zwischen Standesdünken und der Hoffnung den eigenen Wohlstand nicht zu verlieren, ergeben sich einige Konflikte zwischen den Gästen bzw. um die Familie der Hoteleigentümer. Wird am Ende alles wieder gut und bahnt sich gar ein Drama an?
Die Hauptprotagonisten Bella sowie Cecil sind beide unterschiedliche Persönlichkeiten. Bella ist eine fleißige Frau, welche trotz ihres „reichen Standes“ immer ein Herz auch für die Bediensteten übrighat. Cecil ist ein arroganter und verzogener Sohn eines Adeligen, welcher ein Talent dafür hat, der Arbeit aus dem Weg zu gehen. Als weitere interessante Figuren in dem Roman sind ihre Kinder Lucian und Alice sowie die Bedienstete Constanze, Nish ein Freund Lucians und das mondäne Ehepaar Jack und Claudine Turner zu nennen. Gerade Claudine hat mir insgesamt am besten gefallen, da sie oft gegen die gesellschaftliche Etikette verstößt und ihren eigenen Kopf durchsetzt. Dabei versucht sie Menschen zu helfen und gegen allgemeine Dogmen in der Sozialstruktur entgegenzutreten.
Der Aufbau der Handlung ist stringent und wird nicht durch Zeitsprünge unterbrochen. Die Story spielt im Jahr 1926 in Italien. Was mir nicht gefallen hat waren die oft sehr oberflächlichen Handlungen und Meinungen der einzelnen Personen. Mit Ausnahme von Claudine sind diese alle austauschbar und keine sonstige Figur weist besondere charakterliche Eigenschaften auf. Auch war mir die Handlung zu einfach vom Autor erzählt worden. Trotz eines kleinen Spannungsbogens war für mich beim Lesen keine wirkliche Spannung zu erkennen. Auch war mir das Ende zu banal formuliert worden.
Das Fazit ist demnach nicht so positiv. Locker leicht erzählt ohne tief in der Erzählstruktur zu gehen ist dieser Roman leicht austauschbar. Ich werde mich an die Details alsbald nicht mehr erinnern können.