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Veröffentlicht am 30.10.2022

Etwas oberflächliche Charaktere

Hotel Portofino
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Sehr verheißungsvoll habe ich die Beschreibung dieses Romans wahrgenommen. Ich bin aber leider nur mäßig unterhalten worden. In der Story geht es um ein britisches „Upperclass-Paar“, welches im italienischen ...

Sehr verheißungsvoll habe ich die Beschreibung dieses Romans wahrgenommen. Ich bin aber leider nur mäßig unterhalten worden. In der Story geht es um ein britisches „Upperclass-Paar“, welches im italienischen Ort Portofino ein Hotel eröffnet hat. In der Hoffnung nur bestimmte Gäste in dem Hotel zu beherbergen, stellen sich als bald „Probleme“ ein. In einem stetigen Kampf zwischen Standesdünken und der Hoffnung den eigenen Wohlstand nicht zu verlieren, ergeben sich einige Konflikte zwischen den Gästen bzw. um die Familie der Hoteleigentümer. Wird am Ende alles wieder gut und bahnt sich gar ein Drama an?

Die Hauptprotagonisten Bella sowie Cecil sind beide unterschiedliche Persönlichkeiten. Bella ist eine fleißige Frau, welche trotz ihres „reichen Standes“ immer ein Herz auch für die Bediensteten übrighat. Cecil ist ein arroganter und verzogener Sohn eines Adeligen, welcher ein Talent dafür hat, der Arbeit aus dem Weg zu gehen. Als weitere interessante Figuren in dem Roman sind ihre Kinder Lucian und Alice sowie die Bedienstete Constanze, Nish ein Freund Lucians und das mondäne Ehepaar Jack und Claudine Turner zu nennen. Gerade Claudine hat mir insgesamt am besten gefallen, da sie oft gegen die gesellschaftliche Etikette verstößt und ihren eigenen Kopf durchsetzt. Dabei versucht sie Menschen zu helfen und gegen allgemeine Dogmen in der Sozialstruktur entgegenzutreten.

Der Aufbau der Handlung ist stringent und wird nicht durch Zeitsprünge unterbrochen. Die Story spielt im Jahr 1926 in Italien. Was mir nicht gefallen hat waren die oft sehr oberflächlichen Handlungen und Meinungen der einzelnen Personen. Mit Ausnahme von Claudine sind diese alle austauschbar und keine sonstige Figur weist besondere charakterliche Eigenschaften auf. Auch war mir die Handlung zu einfach vom Autor erzählt worden. Trotz eines kleinen Spannungsbogens war für mich beim Lesen keine wirkliche Spannung zu erkennen. Auch war mir das Ende zu banal formuliert worden.

Das Fazit ist demnach nicht so positiv. Locker leicht erzählt ohne tief in der Erzählstruktur zu gehen ist dieser Roman leicht austauschbar. Ich werde mich an die Details alsbald nicht mehr erinnern können.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Träumereien vs. Realität

Das Paket
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Was bedeutet psychische Störung genau und was für Auswirkungen hat sie auf meine Mitmenschen? Diese und weitere Fragen ergeben sich aus diesem Thriller, welcher mich aber insgesamt nur mittelprächtig unterhalten ...

Was bedeutet psychische Störung genau und was für Auswirkungen hat sie auf meine Mitmenschen? Diese und weitere Fragen ergeben sich aus diesem Thriller, welcher mich aber insgesamt nur mittelprächtig unterhalten hat. In der Handlung geht es um die Psychologin Emma Stein, welche aufgrund einer erlittenen Vergewaltigung in einem Hotelzimmer psychisch schwer angeschlagen ist. Aufgrund von Erlebnissen in ihrer Kindheit, welche der Leser im Laufe der Erzählung erfährt, war sie mental bereits vorbelastet. Somit erlebt der Leser eine zutiefst verängstigte und charakterlich instabile Persönlichkeit. Emma misstraut jeder Person und plötzlich gerät sogar ihr Ehemann Philipp in ihr Visier der Angst. Hat er etwas mit den schrecklichen Ereignissen zu tun? Oder steckt hinter dem mysteriöse Nachbar Palandt die Identität des mysteriösen Mehrfachmörders „Friseur“?

Die Hauptprotagonistin Emma Stein ist eine zutiefst verunsicherte Person, welche ihr Leben nicht mehr unter Kontrolle hat. Oft schwankt sie zwischen Träumen bzw. der Realität hin und her und verzweifelt am Alltag. Der notwendige Medikamentenkonsum verstärkt dieses Verhalten im Laufe der Erzählung weiter. Für mich war Emma eine sehr schwierig zu greifende Person, da sie leider fast nichts Positives auf den Leser ausstrahlt. Trotz der schrecklichen Ereignisse hätte ich mir auch einmal einen guten Moment in der Erzählung gewünscht. Als Leser wird man das Gefühl nicht los, dass die ganze Welt schlecht ist und keiner einem mehr helfen kann. Diese nur negative Darstellung hat mir nicht gefallen und ich hätte mir einen positiven Gegenpart gewünscht. Als wesentlichen Nebenfiguren können Emmas Ehemann Philipp, der mysteriöse Nachbar Palandt, ihre Freundin Sylvia sowie Emmas Psychologe Konrad genannt werden. Dabei hat mir Konrad insgesamt noch am besten gefallen und der Leser erfährt im Laufe der Handlung etwas ausführlicher über seine Persönlichkeit. Trotz allem waren mir die Charaktere nicht gut genug ausgearbeitet. Hier hätte ich mehr Tiefe in der Beschreibung erwartet, um mich besser mit den Protagonisten auseinandersetzten zu können. Die Handlung des Romans ist nicht stringent und wird durch Zeitsprünge öfters unterbrochen. Ich hätte mir dabei eine bessere Abgrenzung zwischen den Zeitebenen von Emmas Vergangenheit in die Gegenwart gewünscht, was den Lesefluss positiv begünstig hätte. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, direkt und dialogorientiert. Als Zielgruppe kommen Leser von Thrillern in Frage. Mein Fazit ist gemischt. Eine gute Grundstory mit mittelprächtig ausformulierten Charakteren und einem sehr abrupten Ende lassen mich mit Zweifeln zurück. Für eine kurzfristige nicht in Gedanken verbleibende Unterhaltung kann der Leser aber durchaus zu dieser Lektüre greifen.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Waringham bleibt Waringham

Drachenbanner
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Waringham ist und bleibt Waringham, es ist jedes Mal wunderbar mit Rebecca Gablé durch vergangene Zeiten zu reisen. Die Königin des historischen Romans enttäuscht auch diesmal ihre Fans nicht.
Der Roman ...

Waringham ist und bleibt Waringham, es ist jedes Mal wunderbar mit Rebecca Gablé durch vergangene Zeiten zu reisen. Die Königin des historischen Romans enttäuscht auch diesmal ihre Fans nicht.
Der Roman ist ein klein wenig zweigeteilt, nicht nur durch einen sehr großzügigen Zeitsprung in der Mitte es Buches, sondern auch aufgrund der Schwerpunktsetzung der Autorin. Im ersten Teil steht die fiktive Geschichte um Bedric und Adela im Mittelpunkt der Erzählung, in zweiten Teil sind es dann die geschichtlichen und politischen Entwicklungen. Beide Schwerpunkte sind für sich sehr interessant und unbedingt lesenswert.
Themen des Romans sind zum einen Familie, Freundschaft und Liebe sowie die Leibeigenschaft und das Arbeiten für den Earl oder Lord. Zum anderen geht es wie bereits angedeutet um die Politik und das Schicksal Englands, erste Reformen werden eingeläutet und es werden Schlachten geschlagen. Bedeutende historische Persönlichkeiten in dem Roman sind Simon de Montfort und seine Frau Eleanor, die Schwester des Königs. Sie wollen Reformen im Land durchsetzen und stellen sich gegen die Willkür des Königs. Ich habe wieder sehr viel bei diesem Roman gelernt und bin wie immer von der Recherche begeistert. Die Autorin schafft es auch diesmal wieder historische Fakten mit Fiktion wunderbar zu verweben, sodass man ein intensives Buch in den Händen hält.
Ich mochte Adela und Bedric sehr gerne, Rebecca Gablé hat wieder sehr lebensnahe, menschliche und symphytische Figuren gezeichnet, die man am liebsten kennenlernen würde. Gerade Adela hat ihren eigenen Kopf, aber sie stößt immer wieder an die Grenzen der Gesellschaft und ihrer Zeit. Heutige Frauen haben es in ähnlichen Situationen einfacher. Gut dargestellt ist sowohl das Leben auf Waringham als auch am Hof. Die Schlachten und politischen Ränkespieles sind nachvollziehbar und man hat keinerlei Verständnisprobleme.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt mitreißend, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Für mich entwickelt kaum ein Buch eine solche Sogwirkung, wie die Waringham-Bücher von Rebecca Gablé.
Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die historische Romane lieben und solche, die vielleicht schon länger um das Genre herumschleichen.
Ich bedanke mich sehr für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bei Bastei Lübbe. Zudem hoffe ich sehr, dass Rebecca Gablé uns in ein paar Jahren wieder mit einem Waringham-Roman beglückt, denn ich habe jetzt schon Sehnsucht nach Waringham.

10/10 P.

Bitte beachten: Die Rezension geht erst am 02.11.2022 auf unseren Kanälen online. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Kurz vor der Wiedervereinigung

Die Rückkehr der Zwerge 1
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Als absoluter Neuling bin ich in die Reihe der Zwerge eingestiegen. Durch die geschickte Konstruktion des Autors konnte ich dieses Buch ohne die bereits veröffentlichten Bände sehr gut lesen. Ich bin von ...

Als absoluter Neuling bin ich in die Reihe der Zwerge eingestiegen. Durch die geschickte Konstruktion des Autors konnte ich dieses Buch ohne die bereits veröffentlichten Bände sehr gut lesen. Ich bin von der ganzen Aufmachung und der Story sehr begeistert. In der Geschichte geht es um dem Zwerg Goïmron, welcher in der Stadt Malleniaswacht arbeitet. In der Stadt Malleniaswacht im vereinigte Großkönigsreich Gauragon leben Zwerge neben den Menschen, welche die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Goimron gelangt dabei an ein Buch. Schnell ist er sich im Klaren, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Buch handelt. Er ist der Überzeugung, dass es sich um das Buch des heldenhaften Tungdil Goldhand handeln könnte. Doch wird er von vielen belächelt, welchen er sein Geheimnis anvertraut. So macht er sich auf eine Suche mit dem festen Glauben diesen Helden zu finden. Wird er das Geheimnis lösen können? Goïmron ist ein sehr sympathischer Hauptdarsteller, welcher durch eine sehr starke Charakterwandlung im Laufe der Erzählung überzeugt. Anfänglich eher schüchtern und ängstlich lässt ihn der Glaube an eine „Vereinigung“ der verschiedenen Zwergen-Stämme nicht los und er wird mutiger. Auch seine Offenheit gegenüber anderen Lebewesen und Völkern wie z.B. gegenüber einem Srgáláh (humanoides Wesen mit Hundekopf) hilft ihm seine Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Geschichte lebt von sehr vielen interessanten Darstellern unterschiedlicher Völker. Doria und Gata haben mir von allen am besten gefallen. Doria, eine Puppenspielerin, spielt eine besondere mystische Rolle was mir sehr gut gefallen hat. Gata, ist die mutige Tochter des Königs des dritten Stammes und weiß sich gegen die einzelnen „männlichen Widerstreiter“ sehr gut durchzusetzen.

Der Aufbau der Story ist stringent und wird nur durch wenige Zeitsprünge unterbrochen. Der Schreibstil des Autors ist sehr bildhaft, dialogorientiert und sehr gut lesbar. Gerade die sehr detaillierte Beschreibung der Welt des „Geborgenen Landes“ ist faszinierend und der Leser fühlt sich an einen Kinofilm erinnert. Ich hatte die Welt Tolkiens vor Augen, wobei mich diese Story und die beschriebenen Gebiete noch mehr gefesselt haben. Die Spannung der Geschichte wird durch kurze Effekte immer wieder aufgebaut und bleibt während der ganzen Erzählung in einem hohen Niveau. Als Besonderheit sind eine Karte des Geborgenen Landes, ein Personenregister, eine Übersicht über die einzelnen Völker sowie ein Begriffsverzeichnis zu nennen. Das Fazit ist sehr positiv. Wortgewaltige Welten gepaart mit einer spannenden und fantastischen Story sind die besten Zutaten für gute Bücher. Ich bin bereits nach dem ersten Buch ein sehr großer Fan der kleinen Helden geworden und werde alsbald den nächsten Band zu lesen beginnen.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Skurrile Unterhaltung mit liebenswerten Charakteren

Tod zwischen den Zeilen
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Mir hat der erste Fall von Sam Washington recht gut gefallen, ab und zu darf es bei mir auch mal ein Cosy-Crime sein. Eine ermittelnde Buchhändlerin fand ich dann von Berufswegen schon spannend und so ...

Mir hat der erste Fall von Sam Washington recht gut gefallen, ab und zu darf es bei mir auch mal ein Cosy-Crime sein. Eine ermittelnde Buchhändlerin fand ich dann von Berufswegen schon spannend und so habe ich kurz entschlossen dieses Buch für den Urlaub gekauft. Der Roman hat alles, was man für einen Wohlfühlkrimi braucht. Eine liebenswerte Ermittlerin mit ihren Eigenschaften, ein klein wenig Agatha Christie und ein beschauliches Örtchen. Da die Polizei nicht in der Lage ist “vernünftig” zu ermitteln übernimmt Sam gemeinsam mit ihrer Großmutter, genannt Nana Jo, sowie deren Freundinnen aus dem Altenheim die Ermittlungsarbeit, schließlich wurde der Tote in Sams Garten aufgefunden. Nana Jo und ihre Freundinnen mischen das Geschehen so richtig auf und sind unschlagbar gewitzt und kommen damit wunderbar ans Ziel. Sam zeigt eine wunderbar menschliche Seite, als sie einen ehemaligen Schüler (sie war vorher Lehrerin) unter ihre Fittiche nimmt und ihm eine neue Aufgabe gibt. Er backt die besten Scones, Plätzchen und Torten und man verspürt beim Lesen Gelüste nach süßem Gebäck.

In dem Roman gibt es viele Stellen, an denen man schmunzeln muss, so heißt der Detektiv Brad Pitt und macht direkt einen Witz über die Namensähnlichkeit zu dem bekannten Schauspieler. Aber auch die beiden Hunde von Sam Snickers und Oreo sind ein tolles Gespann und bereichern den Roman ungemein. Zudem gibt es noch einen weiteren Kriminalfall in dem Roman. Währenddessen schreibt Sam an ihrem ersten Krimi und wir als Leser begleiten dort ebenso die Figuren auf der Suche nach dem Mörder.

Der Roman ist gut und leicht zu lesen, er ist in meiner nicht bevorzugten Erzählperspektive der Ich-Erzählerin geschrieben. Nach ein paar Seiten hatte ich mich aber damit arrangiert, da er flüssig erzählt wird. Für mich ein guter Wohlfühl-Krimi den ich gerne weiterempfehle. Er ist nicht der große Wurf, aber für “Zwischendurch” als nicht Krimi-Leserin sehr unterhaltsame Lektüre. Der nächste Fall von Sam Washington wird sicherlich auch wieder einen Platz in meinem Bücherregal finden (erscheint voraussichtlich im März 2023).

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